Klimaschutz- und Energiekonzept des Kreises Minden Lübbecke

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Klimaschutz- und Energiekonzept des Kreises Minden Lübbecke
DEZERNAT IV
Umweltamt
Bau- und Vermessungsbetrieb
Klimaschutz- und
Energiekonzept
des Kreises Minden-Lübbecke
Juni 2008
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Klimaschutz- und
Energiekonzept
des Kreises Minden-Lübbecke
Juni 2008
Kreis Minden-Lübbecke
Dezernat IV
Portastraße 13
32423 Minden
www.minden-luebbecke.de
Verfasser
Umweltamt
Dr. Beatrix Wallberg
Lothar Meckling
Bau- und Vermessungsbetrieb
Gerd Schake
Jens Netzeband
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Impressum
Kreis Minden-Lübbecke
Dezernat IV
Portastraße 13
32423 Minden
www.minden-luebbecke.de
Gesamtkoordination
Jürgen Striet
Bau- und Umweltdezernent
Fon 0571 / 807-2433
Dr. Beatrix Wallberg
Umweltamt
Fon 0571 / 807-2353
Lothar Meckling
Umweltamt
Fon 0571 / 807-2427
Gerd Schake
Bau- und Vermessungsbetrieb
Fon 0571 / 94621-10
Jens Netzeband
Bau- und Vermessungsbetrieb
Fon 0571 / 94621-15
Verfasser
Mitarbeit
Horst Reschke
Anette Meergans
Helga Sander
Kerstin Als
Peter Adam
Jürgen Brandstein
Burkhard Link
Andrea Schwan
Jürgen Schröder
Martin Janke
Rolf Roßmäßler
Jürgen Thielking
Michael Beinert
Ulrich Neitmann
Heide Busse
Ruben Gunzenhauser
Umweltamt
Umweltamt
Umweltamt
Umweltamt
Bau- und Vermessungsbetrieb
Bau- und Vermessungsbetrieb
Bau- und Vermessungsbetrieb
Bau- und Vermessungsbetrieb
Haupt- und Personalamt
Haupt- und Personalamt
Schulamt
Bauamt
Kataster- und Vermessungsamt
Kataster- und Vermessungsamt
Praktikantin Umweltamt
Praktikant Umweltamt
Reinhard Geffert
Uta Gesenhues
Leo-Sympher-Berufskolleg
Förderschule Mindenerwald
Bernd Becker
Günter Landhofer
Anke Woltermann
Bernd Büscher
Rolf Rutenkröger
Wolfgang Kramer
Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises Minden-Lübbecke (AML)
Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises Minden-Lübbecke (AML)
Abfallentsorgungsbetrieb des Kreises Minden-Lübbecke (AML)
Gesellschaft zur Verwertung organischer Abfälle (GVoA)
Mühlenkreiskliniken AÖR
Mindener Kreisbahnen GmbH (MKB)
Heinz Eggersglüß
Bernd Reichert
Achim Overrath
Ingenieurbüro UTEC GmbH, Bremen
Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW
Minden-Herforder Verkehrsgesellschaft mbH (mhv)
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Vorwort
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
als Landrat sehe ich es als eine Hauptaufgabe für die Zukunft
an, den Umwelt- und Klimaschutz voranzubringen. Deshalb
freue ich mich, dass wir unseren bereits beschrittenen, zukunftsorientierten Weg auf der Basis dieses durch den Kreistag beschlossenen Klimaschutz- und Energiekonzeptes in
Minden-Lübbecke fortsetzen. Die Steigerung der Energieeffizienz und die Minderung des CO2 -Ausstoßes sind seit Jahren ein Anliegen des Kreises. Bereits Anfang der 90er Jahre
haben Kreis und Kommunen hier gemeinsam einen konzeptionellen Weg beschritten und sinnvolle Maßnahmen identifiziert und umgesetzt. Daran wollen wir anknüpfen.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind auf der Erde nicht mehr weg zu diskutieren. Darauf
wird weltweit reagiert. Nicht zuletzt deshalb haben sich auch EU-Parlament und Bundestag
auf entsprechende Klimaschutzziele verständigt. In der Gesetzgebung spiegelt sich dieses
Anliegen in vielen Bereichen wieder. Erhöhte Wärmedämmstandards, Energiepässe für Gebäude, höhere Einspeisevergütungen für aus regenerativen Quellen erzeugte Energie, verschiedenste Förderprogramme für Energiesparmaßnahmen sind nur einige der Stichpunkte,
die die politischen Initiativen beleuchten. Hier sind auch die Kommunen gefordert, Ihren Beitrag zu leisten; zumal neben den Folgen des Klimawandels steigende Energiekosten die
kommunalen Haushalte kontinuierlich stärker belasten.
Das vorliegende Konzept beginnt zunächst mit einer Darstellung der globalen Zusammenhänge und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit zum gemeinsamen Handeln. Vom Allgemeinen geht es dann im 2. Kapitel - bezogen auf seine eigenen Gebäude - speziell um die ureigensten Aufgaben des Kreises. Dabei wird zunächst der Ist-Stand beschrieben und die
Maßnahmen dargestellt, die bereits unter dem Aspekt des Klimaschutzes in den letzten Jahren umgesetzt worden sind, sowie letztlich der weitere Weg und die anzustrebenden Ziele benannt. Auch die Tochterunternehmen werden untersucht. Im 4. Kapitel geht es um Partner,
um bestehende oder zu gründende Bündnisse, um konkrete Projekte, um die Zusammenarbeit mit Gewerbe, Industrie und Handwerk und den Kommunen des Kreises. Nur auf der Basis
einer übergreifenden Zusammenarbeit und unter Einbeziehung aller auf diesem Gebiet handelnden Akteure sind die ehrgeizigen Ziele des Klimaschutzes zu erreichen. Den Prozess zu
organisieren und auch die Bürgerinnen und Bürger dabei mitzunehmen, ist uns wichtig.
Verbraucherberatung NRW, Energieimpuls OWL, das Klimabündnis Minden-Lübbecke, die
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energieagentur NRW und auch die Energieversorger können helfen, die Anstrengungen für
den Klimaschutz im Kreis Minden-Lübbecke zu koordinieren, Projekte zu initiieren und eine
breit angelegte Beratungsinitiative mitzutragen.
Ich setze darauf, dass wir mit diesem Konzept unseren Beitrag im Kreis Minden-Lübbecke
leisten können, um die Zukunftsfähigkeit des Kreises auch auf diesem Themenfeld zu sichern.
Packen wir es an.
(Dr. Ralf Niermann)
Landrat des Kreises Minden-Lübbecke
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Inhaltsverzeichnis
1
Einführung
1.1
Aussagen des vierten Klimaberichtes und seine Auswirkungen auf unsere
Region
1.1.1 Klimaentwicklung und Folgen
1.1.2 Notwendige Maßnahmen
1.1.3 Kosten
1.2
Politische Beschlüsse und Programme
1.2.1 Rückblick
1.2.2 Aktuelle politische Entscheidungen und Programme
1.3
Förderprogramme im Bereich Energiesparen und erneuerbare Energien
1.3.1
1.3.2
1.3.3
1.3.4
EU-Förderprogramme
Förderprogramme des Bundes und der Landes NRW
Förderprogramme der Energieversorgungsunternehmen
Kommunale Förderprogramme
2
Bestandsaufnahme, Prognose und Maßnahmen der kreiseigenen
Liegenschaften
2.1
Standards bei Bau und Renovierungen
2.1.1
2.1.2
2.1.3
2.1.4
2.1.5
2.1.6
Wärmeverbrauch und Wärmegewinnung
Stromverbrauch und Stromgewinnung
Einzelbetrachtung ausgewählter Liegenschaften
Ökoprofit
Energieausweis
Energie- und CO2-Bilanz
2.2
Verhaltenstraining
2.3
schulische Aktivitäten
2.4
Verkehr
3
Bestandsaufnahme, Potentiale und Maßnahmen der Tochterunternehmen
3.1
Standards bei Bau und Renovierungen
3.1.1
3.1.2
3.1.3
3.1.4
3.1.5
Wärmeverbrauch und Wärmegewinnung
Stromverbrauch und Stromgewinnung
Einzelbetrachtung ausgewählter Liegenschaften
Ökoprofit
Energieausweis
3.2
Abfallwirtschaft
3.3
Verkehr
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
4
Initiativen
4.1
überörtliche Bündnisse
4.1.1 Projekte im Bereich ländlicher Entwicklung
4.1.2 Klimabündnis für den Mühlenkreis
4.2
Kommunale Bündnisse
4.3
Beratungsinitiative für Bürger
4.4
Gewerbe, Industrie und Handwerk
5
Beratungsstellen
5.1
Verbraucherzentrale
5.2
Energieimpuls OWL
5.3
Energieagentur NRW
5.4
EVU (z.B. Projekt „Rathaus 5000“)
5.5
European Energy Award
5.6
Koordinierung Klimaschutz
5.6.1 Energiekommission
5.6.2 Koordinierungsstelle Klimaschutz
5.6.3 Finanzierung
6
Zusammenfassung
7
Beschlussvorschlag
8
Quellen
9
Anhang
Klimaschutz- und Energiekonzept
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
1
Einführung
1.1
Aussagen des vierten Klimaberichtes und seine Auswirkungen auf unsere
Region
1.1.1 Klimaentwicklung und Folgen
Die Vereinten Nationen veröffentlichten am 2. Februar 2007 in Paris den neuen Klimabericht
des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), des Klimagremiums der Vereinten
Nationen. Der Bericht, der von rund 1.000 Wissenschaftlern in den letzten Jahren erstellt wurde, fasst den Stand des Wissens über den bisherigen Klimawandel auf der Erde zusammen
und beschreibt die mögliche weitere Entwicklung.
Die Messungen der globalen Oberflächentemperaturen zeigen, dass elf der letzten zwölf Jahre (1995-2006) zu den wärmsten Jahren seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen
1850 gehören. Im letzten IPCC-Bericht von 2001 hatte sich noch ergeben, dass die mittlere
Erdtemperatur seit Anfang des letzten Jahrhunderts um 0,6 °C angestiegen war. Dieser Wert
musste jetzt auf 0,74 °C angehoben werden. Die vom Menschen verursachte Emission von
Treibhausgasen ist die Hauptursache dieser Erwärmung. Das ist die einhellige Meinung aller
beteiligten Forscher.
Die zukünftige Entwicklung wurde in sechs Emissionsszenarien berechnet. Das Ergebnis der
Klimaberechnungen ist, dass im besten Fall bei einer deutlichen Reduktion der jährlichen
Treibhausgasemissionen mit einer durchschnittlichen Erwärmung von 1,1 bis 2,9 °C bis 2100
zu rechnen ist, im schlimmsten Szenario mit 2,4 bis 6,4 °C. Zum Vergleich: Der Unterschied
der mittleren Erdtemperatur zwischen der letzten Eiszeit und der jetzigen Warmzeit betrug 3
bis 5 °C. Ein Anstieg der Temperatur bedeutet vor allem eine Zunahme der Energie in der Atmosphäre und damit aller von Energie abhängigen Prozesse wie Verdunstung, Niederschläge, Stürme und andere extreme Wetterereignisse.
Der Bericht hat weltweit große Beachtung gefunden. Er beschreibt genau die bisher eingetretenen Klimaänderungen und diagnostiziert ihre Ursachen als vor allem menschengemacht. Es
darf jedoch nicht vergessen werden, dass die für die Zukunft durchgeführten Klimaberechnungen bisher nur auf linearen Modellen beruhen und die für das Erdklima relevanten Prozesse und Zusammenhänge nur vereinfachend abbilden. Es besteht die Gefahr, dass die deutliche Erhöhung der Treibhausgase durch den Menschen zu unkontrollierbaren Aufschaukelungs- und Umkippvorgängen im Erdklima führen, die weit über das hinaus gehen, was der
IPCC-Bericht mit linearen Rechenmodellen berechnet hat.
1
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
In den bisherigen Klimamodellen werden mehrere in der Natur wirksame positive Rückkopplungen noch nicht berücksichtigt, die den Treibhauseffekt beschleunigen könnten. Solche
Rückkopplungen sind z. B.:
-
Eis, Gletscher und Schnee strahlen mehr Sonnenlicht ins Weltall zurück als Boden oder
Vegetation. Durch den Rückgang der Vereisung der Gletscher und der Schneegrenzen
sinkt deshalb die Rückstrahlung von Sonnenenergie ins Weltall. Die auf den Boden auftreffende Sonnenenergie wird in Wärme umgewandelt und verstärkt die Erwärmung der Erdatmosphäre.
-
Durch zunehmende Trockenheit im Inneren von Kontinenten und durch Verschiebung von
Klimazonen wird wahrscheinlich die Häufigkeit von Waldbränden und die Anfälligkeit von
Wäldern gegenüber Schädlingsbefall erhöht. Dadurch wird die Freisetzung von CO2 aus
gespeicherter Biomasse weiter beschleunigt.
-
Durch das Auftauen der Dauerfrost-Böden vor allem im Norden Russlands und in Alaska
werden aus dem Boden große Mengen Methan freigesetzt, die den Treibhauseffekt verstärken. Methan verursacht pro Molekül ca. 32 Mal mehr Treibhauseffekt als CO2.
-
Durch die Erwärmung des Klimas werden Moore zurückgedrängt. Moore stellen durch die
Bildung von Torf eine Senke für CO2 dar. Beim Rückgang der Moore wird dieses CO2 wieder freigesetzt.
-
Durch die Erwärmung der Ozeane kann es zur Verdampfung von gefrorenem MethanHydrat aus der Tiefsee kommen, wodurch das besonders klimawirksame Treibhausgas
Methan freigesetzt wird. Durch eine Temperaturerhöhung des Tiefenwassers der Ozeane
um nur wenige Grad Celsius (2 bis 3 °C) könnte es langfristig zu einer nicht mehr aufhaltbaren Freisetzung von Methan kommen.
Weltweit kann man davon ausgehen, dass es zu wärmeren Tagen, Hitzewellen, einer Zunahme der Starkniederschlagsereignisse, Dürren, Wirbelstürmen und zu einer Erhöhung des
Meeresspiegels kommen kann (siehe nebenstehendeTabelle).
Tabelle: Wahrscheinlichkeit der Auswirkungen auf das Klima und das Wetter
(Quelle: http://www.ipcc.ch/ipccreports/translations.htm, S. 8)
2
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Phänomen und
Richtung des Trends
Klimaschutz- und Energiekonzept
Wahrscheinlichkeit,
dass ein Trend im
späten 20. Jahrhundert (typischerweise
nach 1960) auftrat
Wahrscheinlichkeit eines anthropogenen Beitrages zum beobachteten Trend
Wahrscheinlichkeit eines zukünftigen Trends,
basierend auf den Projektionen für das 21.
Jahrhundert unter Verwendung der Szenarien
(folg. Tab. )
Wärmere und weniger kalte
Tage und Nächte über den
meisten Landflächen
Sehr wahrscheinlich
Wahrscheinlich
Praktisch sicher
Wärmere und häufigere heiße
Tage und Nächte über den
meisten Landflächen
Sehr wahrscheinlich
Wahrscheinlich (Nächte)
Praktisch sicher
Wärmeperioden / Hitzewellen.
Zunahme der Häufigkeit über
den meisten Landflächen
Wahrscheinlich
Eher wahrscheinlich
als nicht
Sehr wahrscheinlich
Wahrscheinlich
Eher wahrscheinlich
als nicht
Sehr wahrscheinlich
Von Dürren betroffene Flächen nehmen zu
Wahrscheinlich in vielen
Regionen seit 1970
Eher wahrscheinlich
als nicht
Wahrscheinlich
Die Aktivität starker tropischer
Wirbelstürme nimmt zu
Wahrscheinlich in vielen
Regionen seit 1970
Eher wahrscheinlich
als nicht
Wahrscheinlich
Zunehmendes Auftreten von
extrem hohem Meeresspiegel
(ausgenommen Tsunamis)
Wahrscheinlich
Eher wahrscheinlich
als nicht
Wahrscheinlich
Starkniederschlagsereignisse.
Die Häufigkeit (oder der Anteil
der Starkniederschläge am
Gesamtniederschlag) nimmt
über den meisten Gebieten zu
Um die Entwicklung des Erdklimas auf Grundlage der neuesten Erkenntnisse realistisch abschätzen zu können, wurden von führenden Forschungsinstituten globale und regionale Klima-Szenarien entwickelt. Das IPCC analysiert die Entwicklung bis 2100 anhand von sechs
Szenarien, die aus vier Basis-Szenarien kombiniert werden:
Tabelle : Szenarien des vierten IPCC-Klimaberichtes
A1
A2
B1
B2
rasches Wirtschaftswachstum, Weltbevölkerung wächst bis 2050 und
schrumpft dann, rasche Einführung von Effizienztechnologien; Konvergenz der
Regionen, erfolgreiche Globalisierung
Untertypen: FI (Fossile Intensive): intensiver Einsatz fossiler Energien
T nicht fossile Energien, B (Balanced): ausgeglichener Energiemix
sehr heterogene Welt, Betonung des Lokalen, stetig wachsende Bevölkerung,
Wirtschaftswachstum nur regional, Wirtschaftswachstum und technologischer
Wandel langsamer als in anderen Szenarien
Konvergierende Welt, Weltbevölkerung wie in A 1; schneller Strukturwandel zur
Dienstleistungs-/Informationsgesellschaft mit Reduktion der Materialintensität,
klimafreundliche / ressourcensparende Technologien; global nachhaltige Lösungen, gerechtere Verteilung, keine zusätzlichen Klimainitiativen
lokale Lösungen für globale Probleme; langsameres Wachstum der Weltbevölkerung als in A 2; mittleres Wirtschaftswachstum; langsamerer und divergierenderer technologischer Wandel als in A 1, B 1. Orientierung auf Umweltschutz und soziale Gleichheit; Betonung des Lokalen/Regionalen
3
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Da globale Klimamodelle trotz hoher Auflösung für kleinräumige Aussagen nicht ausreichen,
wurden Regionalisierungsverfahren entwickelt. Beispiele dafür sind die vom Umweltbundesamt genutzten Modelle Remo und WETTREG. Nach diesen beiden Modellen ist in Deutschland eine rasche Erwärmung sehr wahrscheinlich. Abhängig vom Anstieg des künftigen globalen Treibhausgasausstoßes ist eine Erhöhung der Jahresmitteltemperatur bis zum Jahr 2100,
im Vergleich zum Zeitraum 1961 - 1990, um 2 - 3 °C sehr wahrscheinlich. Diese Erwärmung
wird sich saisonal unterschiedlich stark ausprägen. Der größte Temperaturanstieg ist im Winter zu erwarten.
Weitere Ergebnisse aus dem WETTRG-Modell für Deutschland:
-
ganzjährig höhere Temperaturen durch Anstieg der Jahresmitteltemperatur
-
deutliche Abnahme der Tage mit Frost und auch Schnee
-
deutliche Zunahme der Tage mit einer max. Temperatur über 30 °C
-
Zunahme der Tropennächte mit über 20 °C
-
Umverteilung der Niederschläge innerhalb der Jahreszeiten (Sommerniederschläge nehmen im Schnitt um 30 % ab)
-
besonders
betroffen
sind
der
Nordosten
und
der
Südwesten
Deutschlands;
Winterniederschläge nehmen entsprechend zu
-
Zunahme von Starkregenfällen und Stürmen
Abb.
Temperaturerhöhung 2071–2100 (Szenario A1B) in Deutschland in vereinfachter Darstellung in Differenz zum Kontrollverlauf 1961-1990
Quelle:
http://www.dstgb.de/homepage/artikel/schwerpunkte/klimaschutz_und_energieeffizienz/materi
alien/regionale_klimafolgen_in_deutschland/studie_umweltbundesamt.pdf, Anhang, S. XXVII
4
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Für den Raum um Hannover wurde nach dem WETTREG-Modell in Abhängigkeit vom gewählten globalen Szenario (siehe Tabelle) folgende Veränderung bis 2100 berechnet:
Übersicht: Klimaprojektionen für den Hannoverschen Raum bis 2100 nach WETTREG-Modell
Station
1981 - 1990 Kon.
2091 - 2100 A1B
2091 - 2100 A2
2091 - 2100 B1
Eistage
Frosttage
15,9
- 11,6
- 11,3
- 12,2
Sommertage
78,3
- 47,5
- 48,5
- 38,2
26,1
25,9
26,6
25,4
Heiße Tage
Tropennächte
4,0
6,6
8,8
4,6
0,1
0,6
1,6
0,8
Quelle:
http://www.dstgb.de/homepage/artikel/schwerpunkte/klimaschutz_und_energieeffizienz/materi
alien/regionale_klimafolgen_in_deutschland/studie_umweltbundesamt.pdf, S. 73
Für den Bereich Hannover würden danach die projizierten Effekte der Klimaänderung anfänglich uneinheitlich ausfallen und auch einige Vorteile - z. B. verminderter Heizbedarf, steigende
Ernteerträge und verstärktes Waldwachstum - mit sich bringen. Bei fortgesetzter Klimaänderung werden jedoch wahrscheinlich die negativen Auswirkungen (darunter häufigere winterliche Hochwässer, gefährdete Ökosysteme und anwachsende Bodeninstabilität) die Vorteile
überwiegen.
1.1.2 Notwendige Maßnahmen
Die Folgen des Klimawandels auf Mensch und Umwelt sind vielfältig. Laut IPCC-Bericht sind
die Folgen nur beherrschbar, wenn der globale Temperaturanstieg dauerhaft auf maximal
2 - 2,4 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzt werden kann. Anstrengungen zur Minderung und zur Anpassung an den Klimawandel sind daher weltweit notwendig und erlauben
keine weitere zeitliche Verzögerung.
Aus Sicht der IPCC-Experten muss der Ausstoß von Treibhausgasen spätestens in 8 Jahren
gesenkt werden, um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Nur wenn der CO2-Ausstoß ab
2015 sinkt, kann die Erwärmung bei bis zu 2,4 °C stabilisiert werden. Zwischen 2015 und
2050 müssen die CO2-Emmissionen lt. Experten um 50 - 85 % unter den Ausstoß des Jahres
2000 gesenkt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt der IPCC den verstärkten
Rückgriff auf erneuerbare Energien. Auch die bis zuletzt umstrittene Atomenergie wird als Option für Staaten erwähnt, um den Klimawandel zu begrenzen. Allerdings führen die Experten
einschränkend Sicherheitsbedenken und das Problem der Atommüllendlagerung an.
5
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Folgende Maßnahmen werden von dem Wissenschaftsrat empfohlen:
Tabelle: Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes:
Sektor
Aktuell auf dem Markt befindliche Schlüsseltechnologien und -praktiken zur Emissionsminderung.
Schlüsseltechnologien und -praktiken zur
Emissionsminderung, die lt. Projektionen
bis 2030 auf den Markt kommen.
Energieversorgung
Erhöhte Versorgungs- und Verteilungseffizienz;
Brennstoffwechsel von Kohle zu Gas; Kernenergie;
erneuerbare Energien für Wärme und Strom (Wasserkraft, Solarenergie, Windkraft, Erdwärme und
Biomasse); Kraft-Wärme-Kopplung; frühe Anwendung von CO2-Abtrennung und
-speicherung (CCS; z. B. Speicherung von aus
Erdgas entferntem CO2)
CO2-Abtrennung und -speicherung (CCS) für
gas-, biomasse- oder kohlebetriebene Stromkraftwerke; weiterentwickelte Kernenergie;
weiterentwickelte
erneuerbare
Energien,
einschl. Gezeiten- und Wellenkraftwerke, solarthermische Energie (CSP - concentrating
solar power) und solare Photovoltaik
Verkehr
Treibstoffeffizientere Fahrzeuge; Hybridfahrzeuge;
sauberere Dieselfahrzeuge; Biotreibstoffe; modale
Verlagerung vom Straßenverkehr auf die Schiene
und öffentliche Verkehrssysteme; schnelle öffentliche Verkehrssysteme, nicht-motorisierter Verkehr
(Fahrradfahren, Zufußgehen); Landnutzungs- und
Verkehrsplanung
Biotreibstoffe zweiter Generation; effizientere
Flugzeuge; weiterentwickelte Elektro- und
Hybridfahrzeuge mit stärkeren und zuverlässigeren Batterien
Gebäude
Effiziente Beleuchtung und Ausnutzung des Tageslichts; effizientere Elektrogeräte und Heiz- und
Kühlvorrichtungen; weiterentwickelte Kochherde;
bessere Wärmedämmung; passive und aktive Solararchitektur für Heizung und Kühlung; alternative
Kühlflüssigkeiten, Rückgewinnung und Wiederverwertung von fluorierten Gasen
Integrale Energiekonzepte für Geschäftsgebäude einschließlich Technologien wie z. B.
intelligente Zähler, die Rückkopplung und
Steuerung ermöglichen; in Gebäude integrierte Photovoltaik
Industrie
Effizientere elektrische Endverbraucherausrüstung;
Wärme- und Stromrückgewinnung; Materialwiederverwertung und -ersatz; Emissionsminderung
von Nicht-CO2-Gasen; sowie ein breites Spektrum
an prozessspezifischen Technologien
Weiterentwickelte Energieeffizienz; CCS bei
Zement-, Ammoniak- und Eisenherstellung;
inerte Elektroden für die Aluminiumherstellung
Landwirtschaft
Verbessertes Management von Acker- und Weideflächen zur Erhöhung der Kohlenstoffspeicherung
im Boden; Renaturierung von kultivierten Torfböden und degradierten Böden; verbesserte Reisanbautechniken sowie Vieh- und Düngemanagement
zur Verringerung von CH4-Emissionen; verbesserte Stickstoffdüngung zur Verringerung von N2OEmissionen; gezielter Anbau von Energiepflanzen
als Ersatz für fossile Brennstoffe; erhöhte Energieeffizienz
Verbesserung der Ernteerträge
Forstwirtschaft
(Wieder-)Aufforstung; Forstwirtschaft; reduzierte
Entwaldung; Regulierung von Holzprodukten; Nutzung von Forstprodukten für Bioenergie als Ersatz
für fossile Brennstoffe
Weiterentwicklung von Baumarten zur Steigerung der Biomasseproduktivität und Kohlenstoffspeicherung. Verbesserte Fernerkundungstechnologien für die Analyse des Potenzials zur Kohlendioxidaufnahme durch Vegetation / Boden und für die Kartierung von
Landnutzungsänderungen
Abfallwirtschaft
Rückgewinnung von Methan aus Deponien; Müllverbrennung mit Energierückgewinnung; Kompostierung organischer Abfälle; kontrollierte Abwasserbehandlung; Recycling und Abfallminimierung
Methanoxidationsschicht (Biocover) und Biofilter für optimierte CH4-Oxidation
Quelle:
http://www.ipcc.ch/pdf/reports-nonUN-translations/deutch/IPCC2007-WG3.pdf, S. 50
6
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
1.1.3 Kosten
Klimawandel ist heute nicht mehr nur erfahrbar, sondern kann in seinen finanziellen Auswirkungen berechnet werden. Nachdem seit 1990 die mittlere Temperatur in Europa um 0,95
Grad anstieg und der Meeresspiegel sich im globalen Durchschnitt um 10 - 20 cm erhöhte, hat
dies laut UBA-Bericht spürbare Folgen auf die Volkswirtschaft. So wie sich Stürme und Überschwemmungen im vergangenen Jahrzehnt weltweit gegenüber den 60er Jahren verdoppelt
bis verdreifacht haben, haben sich die volkswirtschaftlichen Schäden versechsfacht. Die
„Münchener Rück“ beziffert den Anstieg der ökonomischen Schäden in den letzten drei Jahrzehnten sogar um den Faktor 15.
Die extremen Wetter- und Witterungseinflüsse wie Flutkatastrophen, Überschwemmungen,
Extremhitze nehmen auch in Deutschland auffällig zu. Die Kosten der Flutkatastrophe im Jahr
2002 beliefen sich auf 9,2 Milliarden €, die der Orkane „Lothar“ und „Martin“ beliefen sich auf
über 14 Mrd. Euro. Zu den Extremen zählt auch die Hitzewelle im Sommer 2003. Dieser Hitzesommer lag mit 3,4 Grad deutlich über dem Mittel der Jahre 1961 – 1990 und kostete in
Deutschland zusätzlich rd. 7.000 Menschen das Leben. Dies sind mehr Menschen als jährlich
durch Verkehrsunfälle sterben. Die Schäden aufgrund der Hitzewelle werden auf eine Höhe
von 10 - 17 Milliarden € für Europa geschätzt.
Bis zum Jahr 2100 rechnet man mit einer ähnlichen durchschnittlichen Erwärmung um 1,4 5,8 Grad. Somit zeigen die Extreme des Hitzesommers und dessen Folgen deutlich, was wir
in den nächsten Jahrzehnten zu erwarten haben.
Zudem müssen die naturabhängigen Sektoren wie Landwirtschaft und Forstwirtschaft mit Einbußen rechnen: Im besonders heißen Sommer 2003 lagen die Hektarerträge in der Landwirtschaft deutschlandweit um ca. 12 % unter dem mehrjährigen Mittel. Als Folge der Einbußen
meldeten die Länder rund 12.600 existenzgefährdete Betriebe und Schäden in Höhe von rund
600 Mio. Euro.
In der weiteren Fortschreibung des ökonomischen Trends werden die Schäden bis zum Jahr
2050 um das Zehnfache auf über 600 Milliarden € steigen. Diese Zunahme der Kosten wird
dazu führen, dass die Versicherungen u. U. immer weniger bereit sein werden, die möglichen
Schäden in den gefährdeten Gebieten zu versichern.
7
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
1.2
Klimaschutz- und Energiekonzept
Politische Beschlüsse und Programme
1.2.1 Rückblick
Ein wirksamer Klimaschutz setzt voraus, dass alle Staaten - insbesondere die hauptverantwortlichen Industriestaaten - ihre nationale Verantwortung wahrnehmen. Vor diesem Hintergrund wurde auf dem „Umweltgipfel“ 1992 in Rio eine globale Klimarahmenkonvention verabschiedet. Als Ziel wurde festgelegt, die Konzentration der Treibhausgase auf einem Niveau zu
stabilisieren, das eine Störung des Klimasystems verhindert.
1997 mit Verabschiedung des Kyoto-Protokolls wurden die Industrieländer erstmals zu konkreten Reduzierungen ihrer Emissionen verpflichtet: Es wurde beschlossen, dass die Industriestaaten ihre Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase bis zum Zeitraum 2008 bis
2012 insgesamt um 5 Prozent gegenüber 1990 verringern, wobei die einzelnen Staaten in unterschiedlichem Maße zur Erfüllung dieses Zieles beitragen müssen.
Die EU ist mit ihren Mitgliedsstaaten als Ganzes beigetreten und hat sich verpflichtet, die
Treibhausgas-Emissionen um 8 % zu senken. Für die einzelnen Staaten wurde ein Lastenverteilungsschlüssel vergeben. Der von Deutschland übernommene Minderungsbeitrag beträgt
21 %. Ergänzend hat die EU Richtlinien und andere Maßnahmen initiiert, um die Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls erfüllen zu können (z. B. Richtlinien zur Förderung der
Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung sowie
zur
Erhöhung
der
Energieeffizienz
von
Gebäuden,
Etablierung
eines
CO2-
Emissionshandelssystems, Aktionsplan Biomasse).
Das Kyoto-Protokoll ist am 16. Februar 2005 völkerrechtlich in Kraft getreten. Rund 130 Vertragsstaaten haben bislang ratifiziert. Die USA als weltweit größter Ermittent von CO2, aber
auch Australien, haben das internationale Abkommen bis heute nicht unterzeichnet.
Deutschland hat seit der Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls mehrere Klimaschutzprogramme beschlossen, die ein umfangreiches Maßnahmenbündel enthalten, um das Ziel der CO2Minderung von 21 % zu erreichen (Stichworte: Emissionshandel, Förderung erneuerbarer
Energien und Kraft-Wärme-Kopplung). Bis heute wurde eine Minderungsquote von 19 % erreicht.
Der Kreis Minden-Lübbecke hat 1990 mit seinem Energieprogramm beschlossen, den Primärenergieverbrauch in seinen Liegenschaften bis 2000 um 25 % zu reduzieren. Grundlage
sollte das Mittelfristige Bauprogramm (MIBAU) sein. Seitdem sind beständig Maßnahmen zur
Energieeinsparung durchgeführt worden. Die Ergebnisse sind in den Kapiteln 2 ff. dargestellt.
8
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
1.2.2 Aktuelle politische Entscheidungen und Programme
(1)
Beschlüsse der EU
Der vierte Klimaschutzbericht veranlasste die EU-Staats- und Regierungschefs am
9. März 2007 zu einem weiteren Beschluss:
x
Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis 2020 um 30 % unter den Wert von 1990
(20 %, wenn andere Industriestaaten keine Anstrengungen unternehmen).
Das Ziel soll erreicht werden durch:
x
Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien am Verbrauch bis 2020 auf 20 %
x
Erhöhung der Energieeffizienz um 20 %
x
10 % Biokraftstoffe am gesamten Benzin- und Dieselverbrauch
Welchen Beitrag die erneuerbaren Energien in Deutschland leisten können, hat das
Bundesumweltministerium in seiner aktualisierten Leitstudie 2007 dargelegt.
(2)
Erklärung der Umweltministerkonferenz am 22. März 2007
Auf dieser Sonderkonferenz zum Thema „Klimawandel und Konsequenzen“ haben sich
die Umweltminister und -senatoren des Bundes und der Länder verpflichtet, die auf europäischer Ebene verabredeten Ziele zum Klimaschutz konkret in den Bundesländern
umzusetzen. Ein nationales Energiekonzept für Deutschland soll den Aufbau einer
nachhaltigen Energieversorgung in Europa wesentlich unterstützen.
(3)
Programm der Landesregierung NRW
In der Energieversorgung setzt Nordrhein-Westfalen auf einen breiten Energiemix, in
dem die Bedeutung der regenerativen Energien steigen soll. Das Klimaschutzkonzept
NRW sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:
x
Förderung der erneuerbaren Energien und des Energiesparens, beispielsweise
auf Basis des "Programms für rationelle Energieverwendung, regenerative
Energien und Energiesparen", kurz progres.
x
Projekte zur Kraft-Wärme-Kopplung und zur Grubengasnutzung
x
Initiativen im Verkehrsbereich, beim Wohnungsbau und in der Landwirtschaft
x
Beratungen und Seminare zum Handel mit Emissionszertifikaten (in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW und den Industrie- und Handelskammern).
x
Kraftwerkserneuerungsprogramm
Seit dem 1. Januar 2005 ist der Emissionshandel für Anlagen der Energieerzeugung
und energieintensive Branchen (z. B. Glas-, Papier-, Eisenverarbeitung) auf europäischer Ebene eingeführt worden. In Deutschland nehmen etwa 1.800 Anlagen an diesem Handel teil. In Nordrhein Westfalen sind es 440 Anlagen mit einem Volumen von
9
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
etwa 653 Millionen Tonnen CO2 für die Jahre 2005 bis 2007. NRW ist damit nicht nur
ein Schwergewicht im Emissionshandel auf nationaler Ebene, sondern belegt auch im
europäischen Vergleich den fünften Platz, wenn es um die Zuteilung der Emissionsberechtigungen geht.
Die Landesregierung legte am 13.02.2007 ein detailliertes Programm zur Energieeinsparung, zum Klimaschutz, zum Stellenwert erneuerbarer Energien, zur Energieforschung und zur Nutzung von Biomasse vor. Die Bausteine im Einzelnen:
(4)
1.
NRW Konzept Erneuerbare Energien
2.
Energieeffizienz-Offensive: „NRW spart Energie“
3.
Klimaschutzkonzept NRW
4.
Biomassestrategie NRW
Regierungserklärung von Sigmar Gabriel vor dem Bundestag am 26.04.2007
In einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel einen 8-Punkte-Plan zur Senkung der Treibhaus-Emissionen um
40 % bis 2020 erläutert. Er stellt dabei acht konkrete Maßnahmen vor:
1.
Reduktion des Stromverbrauchs um 11 % durch massive Steigerung der Energieeffizienz (Einsparvolumen: 40 Mio. Tonnen)
2.
Erneuerung des Kraftwerkparks durch effizientere Kraftwerke (30 Mio. Tonnen)
3.
Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung auf
über 27 % (55 Mio. Tonnen)
4.
Verdoppelung der effizienten Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung auf 25 %
(20 Mio. Tonnen)
5.
Reduktion des Energieverbrauchs durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen (41 Mio. Tonnen)
6.
Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien im Wärmesektor auf 14 %
(14 Mio. Tonnen)
7.
Steigerung der Effizienz im Verkehr und Steigerung des Anteils der Biokraftstoffe
auf 17 % (30 Mio. Tonnen)
8.
Reduktion der Emissionen von anderen Treibhausgasen wie z. B. Methan
(40 Mio. Tonnen)
Ein Erfolg konnte bei dem G-8-Gipfel im Sommer 2007 in Heiligendamm verbucht werden: Die EU-Länder, Japan und Kanada wollen ihre Emissionen verbindlich um mindestens 50 % bis 2050 reduzieren. Die USA und Russland wollten sich auf dieses Ziel
nicht verbindlich festlegen, sondern ziehen es "ernsthaft in Betracht". Außerdem verständigten sich die G-8-Staaten darauf, bei der Klima-Konferenz in Bali Verhandlungen
über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen in Gang zu setzen.
10
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
1.3
Klimaschutz- und Energiekonzept
Förderprogramme im Bereich Energiesparen und erneuerbare Energien
1.3.1 EU-Förderprogramme
Auf europäischer Ebene existieren eine Vielzahl von Förderprogrammen im Bereich Energie
und Klimaschutz, die in der Regel über Ausschreibungsverfahren laufen.
LIFE+ ist das einzige Förderprogramm der EU, das ausschließlich gemeinschaftliche Umweltziele unterstützt. Dafür stehen bis 2013 rund 2,1 Mrd. Euro zur Verfügung. 78 % davon sind
europaweit für Projekte in den Mitgliedstaaten vorgesehen. Ein besonderes Augenmerk liegt
auf der Finanzierung von Maßnahmen, die dazu beitragen, den Verlust an biologischer Vielfalt
in Europa bis 2010 zu stoppen. Die Hälfte der Projektmittel ist dementsprechend für den Naturschutz reserviert. Außerdem werden Demonstrationsvorhaben zur Einführung innovativer
Umwelttechnologien gefördert.
Die beiden wichtigen Rahmenprogramme sind FRP und CIP der Europäischen Union zur Förderung von Innovationen. Das FRP fördert die Forschung und Entwicklung sowie (beim CIP
ausschließlich) die sofortige Umsetzung von Forschungsergebnissen in Produkte und Dienstleistungen.
Das 7. Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration,
kurz Forschungsrahmenprogramm (FRP), ist das größte Forschungsförderprogramm weltweit.
Mit "Forschen, Entwickeln und Umsetzen" können die Ziele des auf Spitzentechnologien ausgerichteten Programms umrissen werden. Kooperationen zwischen Wissenschaft, Forschung
und Unternehmen sollen in zehn ausgewählten Technologiefeldern (u. a. auch zu Energie und
Klimaänderung) Spitzenforschungsergebnisse liefern und eine umgehende Umsetzung in
Produkte bewirken.
Das Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) setzt auf die Forschungsergebnisse auf und fördert deren Umsetzung. Demonstrationsprojekte in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien, intelligente Energienutzung und Umwelt
sowie Maßnahmen zum Transfer von Forschungsergebnissen sind die wichtigsten Maßnahmen, die eine Umsetzung der Politik der Europäischen Union forcieren sollen. (Weiteres unter
frp.nrw.de).
Mit dem Sechsten Umweltaktionsprogramm der Europäischen Gemeinschaft soll die Einbeziehung von Umweltbelangen in die Politik gefördert und Anstrengungen unternommen werden, um die festgelegten Umweltziele zu verwirklichen. Förderberechtigt sind u. a. Kommunen
und öffentliche Einrichtungen.
11
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Tabelle: Sechstes Umweltaktionsprogramm der Europäischen Union
Ebene
EU
Programm
Ziel
Förderart
6. Umweltaktionsprogramm der
Europäischen Gemeinschaft
Stabilisierung der Konzentration von Treibhausgasen,
nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen, Bewirtschaftung von Abfällen
Zuschuss
Maßnahmen
rationelle
zung
Ressourcennut-
Ansprechpartner
Europäische
Kommission
Quelle: www.foerderdatenbank.de
1.3.2 Förderprogramme des Bundes und des Landes NRW
Bund und Länder fördern Maßnahmen zu Energieeinsparung und zur Anwendung erneuerbarer Energien durch verschiedene Förderprogramme mit Zuschüssen bzw. Darlehen. Weitergehende Informationen zu den nachfolgenden Förderprogrammen sind bei der Energieagentur unter www.ea-nrw.de und www.foerderdatenbank.de abrufbar. Förderberechtigt sind bei
allen genannten Förderpaketen u. a. Kommunen und öffentliche Einrichtungen.
Tabelle: Förderprogramme des Bundes und des Landes NRW
Ebene
Programm
BUND
CO2Gebäudesanierungsprogramm
BUND
erneuerbare Energiengesetz
(EEG)
BUND
KfW-Kommunalkredit,energetische
Gebäudesanierung
BUND
Kraftwärmekopplungsgesetz
(KWK)
BUND
Maßnahmen zur
Nutzung erneuerbarer Energie
im Wärmemarkt
(Marktanreizprogramm)
Ziel
Förderart
Maßnahmen
Energieeinsparun- Darlehen
gen, erneuerbare
Energien, Modernisierung und Sanierung
erneuerbare
Energien
Wärmedämmung, Austausch
der Heizung und der Fenster
Energieeinsparung
und -effizienz, erneuerbare Energien, Modernisierung und Sanierung
Energieeinsparung
und -effizienz
Darlehen
energetische Sanierungen insbesondere in Schulen, Schulsporthallen, Kindertagesstätten
Energieeinsparung
und Effizienz, erneuerbare Energien
Zuschuss,
Darlehen
12
Erzeugung von Strom aus Wasserkraft, Deponie, Klär- und
Grubengas, Biomasse, Geothermie, Windenergie sowie solare Strahlungsenergie
Modernisierung und Ausbau von
KWK-Anlagen auf Basis von u.a.
Biomasse, gasförmigen oder
flüssigen Brennstoffen
Solarkollektoren, Anlagen zur
Verbrennung von fester Biomasse für die thermische Nutzung
und die kombinierte Wärmestromerzeugung, effiziente
Wärmepumpen, Anlagen zur
Nutzung der Tiefengeothermie,
Nahwärmenetze, Technologien
zur Wärme- und Kälteerzeugung
aus erneuerbaren Energien
Ansprechpartner
KfWFörderbank
Bundesamt
für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle
(BAFA)
KFWFörderbank
BAFA
Bundesamt
für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle
(BAFA),
KfWFörderbank
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Ebene
Programm
BUND
ökologisch Bauen
BUND
KfWKommunalkredit
BUND
KfWWohneigentumsprogramm
Solarthermie
2000 Plus
Klimaschutz- und Energiekonzept
Ziel
Förderart
Maßnahmen
Ansprechpartner
Energieeinsparung
und -effizienz, erneuerbare Energien, Wohnungsbau
Energieeinsparung, umweltfreundliche Energieträger
Energieeffizienz
und -einsparung
Darlehen
Errichtung, Herstellung, Ersterwerb von Energiesparhäusern
und Passivhäusern
KfWFörderbank
Kredite
kommunale Infrastruktur für Energieeinsparung und Umstellung auf umweltfreundliche Energieträger
Wohnraummodernisierung und
Klimaschutz
KfWFörderbank
erneuerbare Energien, Energie und
Umwelt
Zuschuss
Demonstrationsprojekte zur
thermischen Nutzung der Sonnenenergie im Niedertemperaturbereich
Projektträger Jülich
(PTJ)
Programm für rationelle Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen
Programmbereich Markteinführung
(progrs.nrw)
Förderung des
European Energy
Award (eea)
Energieeinsparung
und -effizienz, erneuerbare Energien,; Umweltschutz
Zuschuss
Bezirksregierung
Arnsberg
Energieeinsparung
und Effizienz, erneuerbare Energien
Zuschuss
NRW
Energieeffizienzberatung
für kleine und
mittlere Unternehmen
Beratung zu Energieeffizienz
Zuschüsse
NRW
Beratungsinitiative "GebäudeCheck Energie
Beartung zu Energieeinsparung
Zuschuss
NRW
Solar-Check
NRW
Beratung zu regenerativen Energien
Zuschuss
Anlagen zur Verwertung von
Abwärme, Wärmepumpen mit
kombinierter Raumwärme und
Wasserversorgung, thermische
Solaranlage für Brauchwassererwärmung, Neubau von Biomasse, Biogas und Rapsölanlagen, Wasserkraftanlagen, Photovoltaikanlagen, Passivhäuser
und Gebäude im Dreiliterhausstandard, …
Energiekonzepte bei Städten
und Gemeinden, Ist-Analyse und
Erarbeitung eines energiepolitischen Handlungsprogramms,
externe Auditierung, regelmäßige Erfolgskontrolle über viele
Jahre
Energieeffizienzberatungen zum
Aufzeigen von Schwachstellen
bei der Energieverwendung,
Vorschläge bzw. konkrete Maßnahmenpläne für energie- und
kostensparende Verbesserungen
Maßnahmenempfehlungen zum
Austausch veralteter Heiztechnik
und Warmwasserbereitung, zum
Einbau bzw. zur richtige Einstellung von Regelungssystemen
sowie zur Verbesserung der
Wärmedämmung
Empfehlungen zur Nutzung der
Sonnenenergie
NRW
Start-Beratung
Energie
Beratung zu Energieeinsparung und
-effizienz
Zuschuss
NRW
Gemeinschaftsaktion Gebäudesanierung NRW
– Mein Haus
spart
Energieeinsparung
Zuschuss/
Darlehen
Information, Beratung, Planung,
Umsetzung von Gebäudesanierungen
u. a. Architektenkammer, Energieagentur,
Verbraucher
beratung
BUND
NRW
NRW
Darlehen
KfWFörderbank
Projektträger Energie,
Technologie, Nachhaltigkeit
(PT ETN)
EnergieAgentur.
NRW
EnergieAgentur.NRW,
Hotline
01803 - 19
00 00
EnergieAgentur
NRW,
ingenieurmäßige EnergieberaArchitektentung bei Altbauten (vor 1.1.1980) kammer
NRW
Quelle:
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie; www.foerderdatenbank.de;www.ea-nrw.de
13
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
1.3.3 Förderprogramme der Energieversorgungsunternehmen
Laut Liste der EnergieAgentur NRW bieten im Kreis Minden-Lübbecke folgende Energieversorger Förderungen an:
Tabelle: Förderprogramme der Energieversorgungsunternehmen im Kreis Minden-Lübbecke
EVU
Gasversorgung
Westfalica,
Bad Oeynhausen
RWE WestfalenWeser-Ems AG,
Dortmund
Lübbecke, Stadtwerke GmbH
Porta Westfalica,
Stadtwerke GmbH
Ansprechpartner
Herr Diederich
05731/
244 237
Herr Geldmacher
0231/
01/08
438 3451
Herr Thölking
05741/
3460 37
0571/
9751545
Frau Spangenberg
Telefon
Stand
01/08
01/08
01/08
Förderung
- Erdgasfahrzeuge: 500 kg Tankgutschein
- Solarkollektoranlage: bis zu 400 € Zuschuss
- Brennwertkessel: 200 € Zuschuss
- Mini-Blockheizkraftwerk: 500 € Zuschuss
- Energiesparende Haushaltsgeräte: 100
€ Zuschuss
- Umstellung der Heizung auf Erdgas:
250 bis 400 € Zuschuss
- spezieller Wärmepumpentarif
- Erdgasfahrzeuge: 2 x 200 € Tankgutschein
- Erdgasfahrzeuge: 500 € Zuschuss und
999 kg Erdgas
Tankgutschein für Werbung
- Umstellung der Heizung auf Erdgas:
500 € Zuschuss
- Wärmepumpe: 50 € / kW Zuschuss
- Blockheizkraftwerk: 50 € / kW Zuschuss
- Energiesparende Haushaltsgeräte: 150
€ Zuschuss
Quelle: http://www.energieagentur.nrw.de/_infopool/page.asp?InfoID=1201&find=EVU,
weitere Infos unter www.mein-haus-spart.de
1.3.4 Kommunale Förderprogramme
In der Vergangenheit wurden in Bad Oeynhausen und Espelkamp Maßnahmen zur Energieeinsparung und –effizienz gefördert. Die Stadt Minden plant für das Jahr 2009 eine Förderung.
Näheres wird zur Zeit diskutiert (siehe auch Tabelle).
Tabelle: Kommunale Förderprogramme
Stadt
frühere Programme
zukünftige Programme
Bad Oeynhausen
Wärmedämmung,
thermische Solaranlagen
--
Espelkamp
Solaranlagen
--
Minden
--
in Planung
14
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
2
Bestandsaufnahme, Prognose und Maßnahmen
der kreiseigenen Liegenschaften
2.1
Standards bei Bau- und Renovierungen
Die Standards bei Bau- und Renovierungen werden durch Mittelfristige Bauprogramme
(MIBAU) festgelegt. Diesem Bericht liegen die letzten zwei MIBAU - Programme zugrunde.
Das Programm 2001 - 2005 ist abgearbeitet, das Programm 2006 - 2010 befindet sich in der
Umsetzung. Einer der Schwerpunkte in den MIBAU - Programmen war die energetische Sanierung der Gebäude. Hier sind sichtbare Erfolge zu verzeichnen, was sich in den nachstehenden Zahlen auch ausdrückt.
Die CO2-Emissionen der Kreisliegenschaften konnten in den Jahren 2001 - 2007 um 5 % gesenkt werden. Bis zum Jahr 2010 wird eine weitere Reduzierung um 3 % erwartet. Dieses bedeutet eine jährliche Einsparung von ca. 300 t.
Das MIBAU 2011 - 2015 ist auch unter der Zielsetzung aufzustellen, die Energieverbräuche und damit die CO2-Belastung bei den kreiseigenen Liegenschaften um weitere 10 %
zu reduzieren.
CO2 - Emission Kreisliegenschaften
4.000
CO2 - Emission in t/a
3.500
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
2001
2007
2010
Die Energiebezugskosten haben (preisbereinigt) seit 2001 den gleichen Verlauf genommen.
Auch hier konnte zwischen 2001 und 2007 eine Reduzierung um 5 % erreicht werden, bis
2010 wird ein weiterer Rückgang um 4 % erwartet
15
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Ene rgiekosten Kre islie genschaften
1.200.000
Energiekosten in €/a
1.000.000
800.000
600.000
400.000
200.000
0
2001
2007
2010
Die Aussagen zur CO2-Minderung und zur Senkung der Energiekosten stammen aus Detailermittlungen zum Wärme- und Stromverbrauch. Dass hierbei durchaus gegenläufige Entwicklungen bestehen, zeigen die nachfolgenden Kapitel.
2.1.1 Wärmeverbrauch und Wärmegewinnung
Beim Wärmeverbrauch ist - auch witterungsbereinigt - ein Rückgang von 13 % gegenüber
2001 zu verzeichnen. Weitere 4 % werden bis zum Jahr 2010 durch bereits feststehende
Maßnahmen erwartet, so dass sich eine Reduzierung im Wärmeverbrauch von 17 % ergibt.
Wärme be darf Kre islie ge nschafte n
14.000
Wärmebedarf in MWh/a
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
2001
2007
16
2010
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Im Abschnitt 2.1.3 erfolgt für ausgewählte Gebäude eine Detailauswertung, aus der die o.g.
Feststellungen abgeleitet werden können.
Wärmegewinnung
Kreiseigene Liegenschaften sind seit Jahren mit BHKW´s ausgestattet, in denen Strom und
Wärme produziert werden:
Strom
Wärme
2001
2007
2001
2007
MWh/a
MWh/a
MWh/a
MWh/a
Kreishaus Minden
369
399
793
866
Kampa-Halle Minden
707
535
1.693
1.162
Berufskolleg Lübbecke
269
229
601
506
24
31
56
69
1.369
1.193
3.143
2.604
100
87
100
83
Beratungsstelle für Schul- und Familienfragen
Summe
Summe relativ zu 2001
BHKW -W ärmeproduktion
BHKW-Wärm eproduktion
in M Wh/a
3500
3000
2500
2000
1500
1000
500
0
2001
2007
Im Rahmen des „Biogas-Projektes“ werden in der KAMPA-Halle und im Kreishaus leistungsstärkere Anlagen eingebaut, die eine erhebliche Steigerung der Strom- und Wärmeproduktion
mit sich bringen werden. Einzelheiten hierzu werden beim Sonderthema „Kommunale Energieversorgung aus Bioabfall“ erläutert.
17
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
2.1.2 Stromverbrauch und Stromgewinnung
In den Jahren 2001 - 2007 war ein stetiger und markanter Anstieg beim Stromverbrauch zu
beobachten, und zwar in einer Größenordnung von 20 %. Ursache hierfür ist die ständig steigende Zahl von Geräten zur Arbeitsunterstützung, insbesondere im EDV-Bereich. Diesem
Trend kann nur in einem eingeschränkten Maße begegnet werden.
Strombedarf Kreisliegenschaften
Strombedarf in MWh/a
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
2001
2007
2010
Stromgewinnung
BHKW -Stromproduktion
BHKW-Stromproduktion
in MWh/a
1400
1200
1000
800
600
400
200
0
2001
2007
18
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Photovoltaik
Photovoltaikanlagen, die auf oder an Gebäuden installiert sind, erzeugen die Elektrizität dort
wo sie zum überwiegenden Teil genutzt wird. Sie werden in der Regel netzgekoppelt geführt
und speisen ins öffentliche Netz ein. Scheint die Sonne nicht ausreichend, kommt der zusätzliche Bedarf aus dem Netz.
Um Solarzellen mit einer Leistung von 1 kW installieren zu können, werden ca. 8-10 m²
Schrägdachfläche bzw. ca. 20 m² bei Flachdächern (Freilandanlagen) benötigt. Die produzierte solare Strommenge (kWh) in Solaranlagen hängt hauptsächlich vom regionalen Standort in
Deutschland, von der Ausrichtung (Himmelsrichtung) und vom Aufstellungs-Neigungswinkel
ab. Faustformel: Pro kW installierter Solarleistung kann in Minden-Lübbecke mit einer Stromerzeugung von ca. 800 kWh gerechnet werden. Die Solarstromvergütung ist geregelt wie
folgt:
Tabelle: Mindest-Solarstromvergütung in Ct/kWh
Jahr der
Inbetriebnahme
Anlage auf/an
Gebäuden oder
Lärmschutzwänden
Freiflächenanlagen
Zuschlag in
Ct/kWh
für
Fassadenanlagen
< 30 kW
30 kW 100 kW
> 100 kW
2005
54,53
51,87
51,30
43,42
5,00
2006
51,80
49,28
48,74
40,60
5,00
2007
49,21
46,82
46,30
37,96
5,00
2008
46,75
44,48
43,99
35,49
5,00
Auf dem Leo-Sympher-Berufskolleg ist eine Solaranlage von Auszubildenden installiert worden. Auf dem Dach des Hauswirtschaftsgebäudes befindet sich eine Solarthermie-Anlage, die
2007 einen Solarenergie-Gewinn von 348 kWh zur Warmwassererstellung in der Hauswirtschaftsküche lieferte. Im Rahmen des berufliches Lernsystems ist an der Fassade eine Photovoltaik-Anlage mit 3 Neigungsstufen angebracht worden, die 2007 einen SonnenenergieGewinn von 768 kWh erbrachte. Der Jahresertrag der Solarenergie-Gewinnung beläuft sich
2007 also auf 1.116 kWh Solarenergie-Gewinn. Damit wurden 781 kg CO2 - Emissionen vermieden.
Auf den kreiseigenen Liegenschaften gibt es die Möglichkeit Photovoltaikanlagen aufzustellen.
Die Größe des Potentials kann der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Eine ausführliche Liste findet sich im Anhang.
19
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Tabelle: Flächen zur Photovoltaiknutzung auf den kreiseigenen Liegenschaften
Dachfläche (m2)
Gebäude
Verwaltungsgebäude
6519
Sportstätten
10181
Schulen
23441
Gebäude BVB
3158
Rettungswachen
1024
Umweltzentrum
Arbeitslebenszentrum
Mühlenbauhof
Tagesklinik f. psych. Kranke
Kita Lübbecke
Schafstall Oppenwehe
Kreisjugendheim Lutternsche Egge
Kreisjugendheim Mindener Hütte
492
769
370
223
854
531
386
1287
Um dieses Potential zu nutzen, sollte der Kreis Minden-Lübbecke beschließen, zukünftig geeignete Dachflächen oder sonstige Flächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen. Die Rahmenbedingungen für eine Nutzung sollten in einer Richtlinie
zusammengefasst werden.
Strombezug
Der Kreis und seine Städte und Gemeinden haben sich zu einem Arbeitskreis Strombezug
zusammengeschlossen. Dieser Arbeitskreis organisiert u. a. die gemeinschaftliche Ausschreibung des Strombezuges, die sich in vier Lose aufteilt: Sondervertragskunden (große Gebäude
wie z. B. Kreishaus), Niederstromabnehmer (haushaltsähnliche Einheiten wie die Biologische
Station, Mühlenbauhof, kreiseigene Ampelanlagen), Straßenbeleuchtung (Kommunen), Wärme aus Strom (Kommunen). Nachstehend das Ergebnis der letzen Ausschreibung in den für
den Kreis relevanten Losen Sondervertragskunden und Niederstromabnahme:
Tabelle: Ausschreibungsergebnis
Sondervertragskunden
Niederstromabnehmer
4
1
eon
LichtBlick
Anzahl der abgegebenen Angebote
günstigster Anbieter
Seit 2006 bezieht der Kreis für seine kleineren Liegenschaften Ökostrom des Unternehmens
Lichtblick. Der Bezug bei dem Unternehmen Lichtblick macht beim Kreis Minden-Lübbecke
ca. 16 % des Gesamtbezuges aus und spart pro Jahr 180 – 200 t CO2 gegenüber herkömmlich erzeugten Strom.
20
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Das Unternehmen LichtBlick produziert Strom mithilfe modernster klimaschonender Technologien aus regenerativen Quellen. Es setzt auf erneuerbare Quellen wie Wind, Wasser und
Biomasse; Atomstrom und Kohle scheiden laut Unternehmensinformation aus. Mindestens ein
Drittel des Stroms soll aus hocheffizienten Neuanlagen kommen, die den höchsten Umweltstandards entsprechen und nicht älter als sechs Jahre sind.
Das Unternehmen hat sich in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtet, für jeden
Kunden und jeden Versorgungsmonat mindestens einen Quadratmeter Regenwald unter
nachhaltigen Schutz zu stellen. Das Projektgebiet in Ecuador wächst dadurch um monatlich
rund 30 Fußballfelder.
Im Oktober 2007 stieg LichtBlick in den Gasmarkt ein und bietet seitdem zusätzlich ein innovatives Erdgas/Biogas-Gemisch an. LichtBlick ist damit das erste Unternehmen überhaupt,
das Biogas zur Versorgung von Privathaushalten anbietet. Das Angebot erstreckt sich bisher
nur auf die Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin
und Brandenburg.
Die Stromproduktion aus fossilen Energieträgern – wie Kohle und Gas – erzeugt viel klimaschädliches Kohlendioxid. Anders sieht es bei Strom aus erneuerbaren Energiequellen – wie
Wind, Wasser oder Biomasse – aus. Der Ökostrom hilft, das Klima zu schützen. Gerade öffentliche Auftraggeber – etwa Behörden – können Vorbilder im Klimaschutz sein, indem sie
Ökostrom beziehen. Sie müssen den Strom jedoch in einem transparenten Vergabeverfahren
auf dem europäischen Markt beschaffen. Was dabei zu beachten ist, erläutert eine neue Broschüre „Beschaffung von Ökostrom – Arbeitshilfe für eine europaweite Ausschreibung im offenen Verfahren“, die vom Bundesumweltministerium (BMU) und Umweltbundesamt (UBA)
herausgegeben wurde.
Die Arbeitshilfe beruht auf den Erfahrungen von nunmehr zwei Ökostrom-Ausschreibungen,
die das Umweltbundesamt für den gesamten Geschäftsbereich des BMU durchgeführt hat.
Durch den Bezug des Ökostroms sparen die Behörden seit 2004 jährlich im Durchschnitt
5.500 t klimaschädliches Kohlendioxid ein. Die Broschüre steht im Internet zum kostenlosen
Download bereit. http://www.bmu.de/energieeffizienz/downloads/doc/37939.php
Der Bezug von Strom für den Kreis Minden-Lübbecke sollte zukünftig bei Unternehmen
erfolgen, die überwiegend regenerative Energien zur Produktion einsetzen.
2.1.3 Einzelbetrachtung ausgewählter Liegenschaften
Nachfolgend werden einige ausgewählte kreiseigene Liegenschaften näher betrachtet.
21
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Kreishaus Minden mit Straßenverkehrsamt
Portastraße 13, 32425 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Wär m e
3.500
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
800
700
600
500
400
300
200
100
0
2001
2007
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
2001
2010
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
2001
2007
2010
22
50
60
70
2010
Wärme
80
90
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
250.000
1.200
CO2-Emission in t/a
Kosten in €/a
200.000
150.000
100.000
50.000
1.000
800
600
400
200
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
Sanierung der gesamten Fassade
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
x
Wärmeverbund mit Schinkelbau und Ausbildungsakademie
Biomethangas – BHKW mit einer elektrischen Leistung von ca. 250 kW
Besonderheiten
x
x
BHKW mit 50 kW elektrischer Leistung
derzeitige Stromeigenproduktion ca. 370.000 - 390.000 kWh/a
23
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Kommunalarchiv
Tonhallenstraße 7, 32423 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Strom
Wärme
300
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
60
50
40
30
20
10
250
200
150
100
50
0
0
2001
2007
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
2001
2007
2010
24
40
50
2007
2010
Strom
Wärme
60
70
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
90
30.000
80
CO2-Emission in t/a
35.000
Kosten in €/a
25.000
20.000
15.000
10.000
70
60
50
40
30
20
10
5.000
0
0
2001
2001
2007
2007
Durchgeführte Maßnahmen 2001 – 2007
x
Generalsanierung
neue Schieferdacheindeckung, Sanierung der Holzfenster, Gebäudeanstrich und
Außenanlagen
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine
Besonderheiten
x
keine
25
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Erziehungsberatung, Tagesklinik, Drogenberatung
Rosentalstraße 5, 32423 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Strom
Wärme
300
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
25
20
15
10
5
250
200
150
100
50
0
0
2001
2007
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
50
60
2001
2007
2010
26
70
80
90
100
2007
2010
Strom
Wärme
110
120
130
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
25.000
CO2-Emission in t/a
70
Kosten in €/a
20.000
15.000
10.000
5.000
60
50
40
30
20
10
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine
Besonderheiten
x
x
BHKW mit 5,5 kW elektrischer Leistung
derzeitige Stromeigenproduktion ca. 24.000 - 31.000 kWh/a
27
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Schul- und Sportzentrum Minden
Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg, Leo-Sympher-Berufskolleg,
Kampa-Halle, Kreissporthalle 2, Kreisschwimmhalle
Hahler Straße 102, 32427 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Wärme
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
900
800
700
600
500
400
300
200
100
0
2001
2007
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
2001
2010
10
20
30
40
2010
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
2007
50
2001
2007
2010
28
60
70
80
90
Wärme
100
110
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
1.600
450.000
400.000
350.000
300.000
250.000
200.000
150.000
100.000
50.000
0
1.400
CO2 - Emisison in t/a
Kosten in €/a
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
1.200
1.000
800
600
400
200
0
2001
2001
2007
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
Freiherr von Stein:
Erneuerung von 1.100 m² Fenster
Erneuerung einzelner Klassenbeleuchtungen
x
Leo Sympher:
Erneuerung von 1.348 m² Fenster
Dämmung von 2.420 m² Dachfläche
Besonderheiten
x
x
x
BHKW mit einer elektrischen Leistung von 100 kW
Derzeitige Stromproduktion ca. 540.000 – 700.000 kWh/a
Kostensenkung 2007-2001, trotz zusätzlicher Räume (Anbau des Freiherr-vom-Stein-BK)
29
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
x
x
x
x
x
Erneuerung von 2.000 m² Fensterfläche
Grundsanierung der Aula mit Vollwärmeschutz, effiziente Lüftungstechnik
Erneuerung der Verglasung und der Wassertechnik der Kreisschwimmhalle
Wärmeschutz der Fassaden Nord und Ost der Kreissporthalle 2
Wärmeverbund aller Gebäude, d.h. Außerbetriebnahme der sanierungsbedürftigen
Heizzentralen Freiherr v. Stein/Leo Sympher, Sanierung der Zentrale „Kampahalle“
Biomethangas – BHKW mit einer elektrischen Leistung von ca. 360 kWh/a
IST
SOLL
30
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Berufskolleg Lübbecke
Rahdener Straße 1, 31312 Lübbecke
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Strom
Wärme
2.000
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
200
150
100
50
1.500
1.000
500
0
0
2001
2007
2001
2010
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
2001
2007
2010
31
50
60
70
2010
Wärme
80
90
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
500
160.000
CO2 - Emisison in t/a
Kosten in €/a
140.000
120.000
100.000
80.000
60.000
40.000
400
300
200
100
20.000
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
x
x
x
Fassadenwärmeschutz und Fenstererneuerung der Gebäudeteile G und H
Erneuerung der Klassenbeleuchtung (269 neue Leuchten)
Außenlichtabhängige Schaltung der Verkehrswegebeleuchtung
Teilnahme am Wettbewerb „Energiesparen macht Schule“
32
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
Fassadenwärmeschutz und Fenstererneuerung der Gebäudeteile K und W
Besonderheiten
x
x
BHKW mit einer elektrischen Leistung von 50 kW
derzeitige Stromproduktion ca. 230.000 – 270.000 kWh/a
33
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Kreissporthalle Lübbecke
Rote Mühle 2, 31312 Lübbecke
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Wärme
700
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
180
160
140
120
100
80
60
40
20
0
600
500
400
300
200
100
0
2001
2007
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
50
60
2001
2007
2010
34
70
80
90
2007
2010
Strom
Wärme
100
110
120
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
200
60.000
CO2 - Emisison in t/a
Kosten in €/a
50.000
40.000
30.000
20.000
10.000
150
100
50
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
35
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Berufskolleg Espelkamp
Trakehnerstraße 12, 32339 Espelkamp
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Wärme
700
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
45
40
35
30
25
20
15
10
5
0
600
500
400
300
200
100
0
2001
2007
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
2001
2007
2010
36
50
60
70
2007
2010
Strom
Wärme
80
90
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
160
50.000
CO2 - Emisison in t/a
140
Kosten in €/a
40.000
30.000
20.000
10.000
120
100
80
60
40
20
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
x
Erneuerung von 1.700 m² Fenster
Erneuerung der Klassenbeleuchtung (158 neue Leuchten)
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
37
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Berufskolleg Bad Oeynhausen inkl. Sporthalle
Portastraße 75, 32547 Bad Oeynhausen
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Wärme
700
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
180
160
140
120
100
80
60
40
20
0
600
500
400
300
200
100
0
2001
2007
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
2001
2007
2010
38
50
60
70
2007
2010
Strom
Wärme
80
90
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
250
90.000
80.000
70.000
60.000
50.000
40.000
30.000
CO2 - Emisison in t/a
Kosten in €/a
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
20.000
10.000
0
200
150
100
50
0
2001
2001
2007
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
Wärmeversorgung aus einem Nahwärmenetz
(in Form von Blockheizkraftwerken der „Nahwärme Bad Oeynhausen-Löhne GmbH“)
39
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Schule für Sprachbehinderte/Kranke Hille-Eickhorst
Wiehenweg 3, 32429 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Strom
Wärme
140
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
25
20
15
10
5
120
100
80
60
40
20
0
0
2001
2007
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
2001
2007
2010
40
50
60
70
2007
2010
Strom
Wärme
80
90
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
40
12.000
35
CO2 - Emission in t/a
Kosten in €/a
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
30
25
20
15
10
5
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
41
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Schule für Erziehungshilfe (I) Hille-Mindenerwald
Mindenerwaldstraße 102, 32479 Hille
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Strom
Wärme
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
25
20
15
10
5
0
2001
2007
180
160
140
120
100
80
60
40
20
0
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
40
50
2001
2007
2010
42
60
70
2007
2010
Strom
Wärme
80
90
100
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
16.000
50
CO2-Emission in t/a
14.000
Kosten in €/a
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
40
30
20
10
2.000
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
43
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Schule für Erziehungshilfe (II) Minden-Rodenbeck
Wilhelm Tell Straße 6, 32427 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007 und Prognose bis 2010
Strom
Wärme
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
30
25
20
15
10
5
0
2001
2007
180
160
140
120
100
80
60
40
20
0
2001
2010
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
10
20
30
2001
2007
2010
44
40
2007
2010
Strom
Wärme
50
60
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
16.000
50
CO2 - Emission in t/a
14.000
Kosten in €/a
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
40
30
20
10
2.000
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Geplante Energetische Maßnahmen 2008 - 2010
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
Schule wurde erst 2005 von der Stadt Minden übernommen
45
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
2.1.4 ÖKOPROFIT
ÖKOPROFIT, abgekürzt für „Ökologisches Projekt für integrierte Umwelttechnik“, ist ein betriebliches Umweltprogramm, das auf eine wirtschaftliche Stärkung durch vorsorgenden Umweltschutz in den Unternehmen abzielt. Umweltschutz - so die Grundidee dieses Projektes wird sich als wirtschaftlicher Vorteil in der Betriebsbilanz niederschlagen. Das Programm wird
durch den Kreis Minden-Lübbecke und das Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
ÖKOPROFIT ist eine Kooperation zwischen Kommune und Wirtschaft und wendet sich in erster Linie an klein- und mittelständische Unternehmen. Die teilnehmenden Firmen werden in
zehn Workshops zu Themen des betrieblichen Umweltschutzes (Energie-Einsparung, Abfallvermeidung, Reduzierung des Betriebsmittelverbrauchs, Recyclingmöglichkeiten, Verbesserungen der Stoffkreisläufe, Schwachstellen-Analyse, Umweltrecht) geschult; daneben finden
betriebsspezifische Beratungen durch Fachleute statt. Die teilnehmenden Betriebe müssen
sich am Ende des Durchgangs der Überprüfung durch eine unabhängige Kommission stellen
und nachweisen, dass sie die ÖKOPROFIT-Kriterien in ihren Unternehmen verwirklichen.
Die Kreisschwimmhalle sowie die Sauna stehen neben dem Schul- und Vereinssport auch der
Öffentlichkeit zur Verfügung und haben am ÖKOPROFIT-Prozess teilgenommen. Beide Einrichtungen wurden im Jahr 2003 grundlegend modernisiert, so dass mittlerweile nicht nur ein
hervorragender technischer Standard erreicht ist, sondern auch das passende Ambiente für
Erholung und Entspannung sorgt. Über 22.000 Badegäste und 12.000 Saunabesucher suchen deshalb jährlich die Kreisschwimmhalle und Sauna auf. Bereits 1999 wurde mit Maßnahmen zur Energie- und CO2-Einsparung begonnen. In dem Jahr wurde ein BHKW eingebaut, die Gebäudeleittechnik in der Kampa-Halle und der Kreisschwimmhalle erweitert sowie
Einsparungen durch Austausch der Mess- und Regelbildungstechnik erreicht. 2001 kam es
zur Reduzierung des Energieverbrauchs durch Sanierungsmaßnahmen an der Hallenbeleuchtung, kontinuierlich werden energiesparende Leuchtstoffröhren bei Defekt eingesetzt. Von
1999 - 2003 wurde die zentrale Heizungs- und Lüftungsanlage im Sportzentrum saniert. 1999
wurde bereits die Fassade beim Umgang der Kampa-Halle erneuert. Die Sanierung der Lautsprecher- und Verstärkeranlage 2004 führte zu einem geringeren Stromverbrauch.
Neben verschiedenen Investitionen zur Verbesserung der gesamten Umweltsituation wurden
2005 im Anschluss an ÖKOPROFIT weitere Komponenten der Sicherheitsbeleuchtung an die
Gebäudeleittechnik angepasst. Diese Investition in Höhe von ca. 3.000,-- €/Jahr amortisieren
sich mit einem Nutzen von ca. 2.000,-- €/Jahr.
Der Kreis Minden-Lübbecke nimmt 2008 mit dem Kreishaus am ÖKOPROFITprojekt teil,
weitere Liegenschaften folgen in späteren Durchgängen. Die Ergebnisse sollten im
MIBAU-Programm berücksichtigt werden.
46
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
2.1.5 Energieausweis
In der Energieeinsparverordnung 2007 (EnEV) wird der Begriff Energieausweis verwendet
und beschrieben. Der ältere Begriff Energiepass ist durch den Begriff Energieausweis abgelöst worden. Bei Errichtung, Änderung oder Erweiterung von Gebäuden ist nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) ein Energiebedarfsausweis auszustellen. Für bestehende
Gebäude muss bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung oder Leasing eines Gebäudes dem Interessenten auf Verlangen ein Energieausweis zugänglich gemacht werden. Zur Unterscheidung gibt es zwei verschiedene Energieausweise:
1.
Energieausweis, der den Energiebedarf eines Gebäudes berechnet, und
2.
Energieausweis, der den Energieverbrauchskennwert angibt, also einen Wert, der aus
dem tatsächlichen Energieverbrauch errechnet wird.
Energieausweise auf Grundlage des Energiebedarfs
Unter Energiebedarf versteht man bei Wohngebäuden die Energie für Warmwasser und zum
Heizen. Dieser Energiebedarf wird vor allem aufgrund der Qualität der Außenwände und des
Daches sowie der technischen Anlage, wie z. B. Heizkessel, berechnet. Der Energiebedarfswert bezieht sich immer auf das gesamte Gebäude und stellt einen objektiven Wert über den
Energieverbrauch dar.
Energieausweise auf Grundlage des Energieverbrauchs
Dieser Energieausweis wird aufgrund des tatsächlichen Energieverbrauches der letzten drei
Jahre erstellt. Um den Einfluss von außergewöhnlichen Wetterverhältnissen auszugleichen,
wird dieser Wert einer Witterungsbereinigung unterzogen.
Dabei gelten folgende differenzierte Regelungen:
x
Für Wohngebäude mit max. 4 Wohnungen mit Bauantrag vor 1. November 1977 müssen Energieausweise ab 1. Oktober 2008 auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden. Ausnahmen gelten für Gebäude, die schon bei der Fertigstellung die
Anforderungen der Wärmeschutzverordnung 1977 erfüllt haben oder nachträglich auf
diesen Stand gebracht wurden.
x
Für Nichtwohngebäude besteht Wahlfreiheit zwischen Energiebedarf oder –verbrauch
als Basis des Energieausweises.
Hausbesitzer müssen neuen Mietern und Eigentümern ab dem 1. Juli 2008 einen Energieausweis für ihr Gebäude vorlegen. Dabei besteht in einer Übergangsfrist bis 1. Oktober 2008
noch die Möglichkeit für alle Gebäudeeigentümer, sich einen preiswerten verbrauchsbasierten
Energieausweis erstellen zu lassen. Wer als Hauseigentümer sein Heim also weder verkaufen
noch vermieten möchte, benötigt auch keinen Energieausweis.
47
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Für öffentlich genutzte Gebäude sieht die EnEV 2007 eine Pflicht zur Ausstellung und zum
Aushang von Energieausweisen ab dem 1. Juli 2009 vor. Diese gilt für Gebäude mit mehr als
1.000 m² Nettogrundfläche, in denen Behörden und sonstige Einrichtungen für eine große Anzahl von Menschen öffentliche Dienstleistungen erbringen und die deshalb von diesen Menschen häufig aufgesucht werden. Die Energieausweise sind an einer für die Öffentlichkeit gut
sichtbaren Stelle auszuhängen.
Das Wissen um die Energieeffizienz eines Gebäudes ist auch Voraussetzung für Maßnahmen
zur energetischen Verbesserung. Den Energieausweis begleiten deshalb in der Regel Modernisierungsempfehlungen zur kostengünstigen energetischen Verbesserung des Gebäudes. Es
sind kurz gefasste fachliche Hinweise, die auf nahe liegende energetische Verbesserungsmöglichkeiten aufmerksam machen sollen.
Die Bundesregierung verspricht sich von der Einführung von Energieausweisen für bestehende Gebäude eine Belebung der Investitionen im Gebäudesektor und damit einen positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt, wenn Energiesparmaßnahmen aufgrund der Informationen aus
dem Ausweis vermehrt umgesetzt werden.
Auf dem Immobilienmarkt wird der Ausweis ein wichtiges Instrument im Wettbewerb werden.
So wie es bei technischen Geräten oder Autos längst an der Tagesordnung ist, mit Energieeffizienz zu werben, wird sie auch hier bald zu einem wichtigen Entscheidungskriterium werden.
Die Verbesserung der Transparenz ist eine wichtige Weichenstellung für die energetische
Gebäudesanierung. Im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms oder anderer Förderprogramme der Bundesregierung wird die Erstellung von Energiebedarfsausweisen finanziell gefördert und als Nachweisdokument anerkannt. Durch den Energieausweis und das
CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Bundesregierung wird ein starker Anreiz zur Verbesserung der Energiebilanz von Wohngebäuden geschaffen (siehe hierzu im einzelnen die Informationen des BMVBS zum CO2-Gebäudesanierungsprogramm).
Beim Kreis Minden-Lübbecke gibt es für die neueren Gebäude, die in den letzten Jahren gebaut oder grundsaniert worden sind, Wärmeschutznachweise nach der jeweils gültigen Wärmeschutzverordnung. Energiebedarfsausweise nach dem Standard der Energieeinsparverordnung gibt es für das Kreishaus, das Berufskolleg Lübbecke, den Erweiterungsbau am Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg und für den Umbau der ehemaligen Schifferberufsschule in Petershagen.
Aus den Energieausweisen können Prognosen hinsichtlich des Energieverbrauchs zwar abgeleitet werden, der tatsächliche Verbrauch ist jedoch von weiteren Faktoren wie Witterungseinflüssen und Nutzungsverhalten abhängig. Die bauteilbezogenen Energieausweise sind allerdings geeignet, eine Vergleichbarkeit unter den verschiedenen Gebäuden hinsichtlich des
Dämmstandards und des rechnerischen Energieverbrauchs herzustellen.
48
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Die Erstellung von Energieausweisen hat für alle beheizbaren Kreisliegenschaften im
Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zu erfolgen. Bei Neubauten und Generalsanierungen wird angestrebt, die Vorgaben der EnEV deutlich zu unterschreiten.
Das Muster eines Energieausweises ist auf den nachfolgenden Seiten dargestellt:
49
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
50
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
51
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
2.1.6 Energie- und CO2-Bilanz
Unter einer Energiebilanz versteht man allgemein die Bilanzierung der Energieströme eines
offenen oder geschlossenen Systems, wobei eine negative Energiebilanz für einen Energieverlust und eine positive Energiebilanz für einen Energiegewinn stehen. Energiebilanzen bilden die Grundlage für einen sparsamen Umgang mit Energie und erlauben es,
Energieverluste aufzufinden, mengenmäßig darzustellen und Vermeidungsmöglichkeiten zu
ermitteln. Dabei wird auch der Energieverbrauch zur Gewinnung und Bereitstellung der Nutzenergie dargestellt.
Der Begriff Energiebilanz beschreibt in Bezug auf nachhaltige Produktionsmethoden den gesamten Aufwand zur Herstellung, zum Betrieb und zur Weiterverwertung (Entsorgung oder
Recycling) von Produkten. So wird beispielsweise bei einem Kühlschrank nicht nur der Stromverbrauch betrachtet, sondern auch die zur Herstellung und Entsorgung notwendige Energie
und Ressourcen (graue Energie).
Ein Spezialfall der Energiebilanz ist die CO2-Bilanz. Sie soll ein Maß für die nachhaltige, ökologisch-langfristige Betrachtung der Menge des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 bieten. Die
CO2-Bilanz zieht den Gewinn und Verbrauch von CO2 über alle Sektoren ein.
Beispiele gibt die Süddeutsche Zeitung:
-
In Büros brennen die Lampen mit einer 60-Watt-Birne sechs Stunden lang, zum Teil leuchten mehrere Birnen zugleich, so dass sich die Leuchtzeit auf neun Stunden summiert:
286 g CO2
-
Beleuchtung des Büros über neun Stunden mit drei 58-Watt-Neonröhren von 1,20 Metern
Länge: 1.002 g CO2
-
Computer und Flachbildschirm laufen neun Stunden lang. Nachts ist der Computer ausgeschaltet, der Bildschirm steht auf Standby. Der Drucker ist durchgehend eingeschaltet:
726 g CO2
-
Heizung eingeschaltet, 90 qm Fläche sind zu beheizen: täglich 9.562 g CO2
-
Eine Stunde mit dem Laptop arbeiten: 13 g CO2
-
VW Golf (80 PS, Normalbenzin), acht Kilometer fahren, Stadtverkehr: 1.800 g CO2
-
Mittagessen: 200 g Rindfleisch - Erzeugung, Verarbeitung und Transport innerhalb
Deutschlands verbrauchen im Schnitt: 1290 g CO2
-
Geschirrspülen in einer Spülmaschine der Energieeffizienzklasse D: 870 g CO2
-
Zehn Minuten Staubsaugen bei einer Leistung von 2000 Watt: 106 g CO2
Dieses sind Tätigkeiten der Kreisverwaltung aus den Sektoren Gebäudebeleuchtung, Büro,
Wärme, Verkehr, Kantine, Reinigungsdienst. Aus der umfassenden Bilanz ergibt sich ein CO2Verbrauch, der im Vergleich einen möglichen Erfolg der Maßnahmen ausweist.
52
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
In der Stadt Stuttgart hatte man schon 1990 eine CO2-Bilanz erstellt. Dort liegt das CO2–
Emissionsniveau heute um fünf % unter dem Niveau von 1990. Die Zunahme des Verkehrs
und damit der CO2-Verkehrsbilanz hat das Ziel einer 30 % Minderung bis 2005 verhindert.
Vielfältige Maßnahmen (Förderung Fahrradverkehr, neue Tarifangebote im ÖPNV, Geschwindigkeitskontrollen, etc) sind zu einer Reduzierung im Verkehrsbereich daraufhin ergriffen worden.
Auch der Kreis einschließlich seiner Tochterunternehmen sollte bis 2009 eine GesamtCO2-Bilanz bzw. Energiebilanz aufstellen. Auf dieser Basis soll dann eine Minderungsquote für die nächsten 10 Jahre festgelegt werden, die als Grundlage für alle energierelevanten Entscheidungen dient.
2.2
Verhaltenstraining
Zum 01.01.1999 startete der Kreis Minden-Lübbecke das mehrjährige Projekt „Energiesparen
macht Schule“ in den Berufskollegs des Kreises. Ziel war es, den Energie- und Wasserverbrauch der Schulen und damit die Emissionen des klimaschädlichen Kohlendioxids zu
senken. Mit der Durchführung der Aktion sowie der pädagogischen und technischen Betreuung wurde die Bielefelder e&u energiebüro gmbh beauftragt. Bereits im ersten Jahr konnten
die Schulen erfreuliche Einsparungen beim Wärme-, Strom- und Wasserverbrauch verzeichnen. Das Ergebnis zeigte im Vergleich zum Referenzzeitraum (Durchschnitt der Jahre 1996 98) eine Einsparung von 5,8 % Heizenergie witterungsbereinigt. Der Stromverbrauch konnte
gegenüber dem Vergleichszeitraum nur stabilisiert werden. Als Grund für diese Entwicklung
war die zunehmende Ausstattung der Kollegs mit EDV-Geräten zu sehen. Ein hervorragendes
Ergebnis lag dagegen beim Trinkwasserverbrauch vor: Hier konnte der Verbrauch um 27 %
reduziert werden, das entspricht knapp 2700 cbm Wasser. Neben der Kosteneinsparung von
rd. 59.000,-- DM leisteten die Kollegs einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz, indem der
Kohlendioxidausstoß um 72 Tonnen reduziert werden konnte.
Die Einsparungen wurden zum Teil als Erfolgsprämie an die Schulen ausgeschüttet. Knapp
30.000 DM standen für Investitionen in Energiesparmaßnahmen zur Verfügung.
Alle Maßnahmen, die im Rahmen des Projektes "Energiesparen macht Schule" am Berufskolleg durchgeführt wurden, sind nach Ablauf des Projektes weiter umgesetzt worden und werden auch zukünftig durchgeführt. Hierbei werden Schülerinnen / Schüler und Lehrerinnen /
Lehrer zu einem energiesparenden Nutzerverhalten von Licht- und Heizenergie angehalten
und informiert.
Dieses Projekt soll als Aufgabe fortgesetzt bzw. erneut aufgegriffen werden.
53
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
2.3
Klimaschutz- und Energiekonzept
Schulische Aktivitäten
Das Leo-Sympher-Berufskolleg (LSBK) hat im Rahmen der Lokalen Agenda 21 verschiedene
Projekte zum Klimaschutz mit den Schülern erarbeitet.
1. Tageslichtabhängige Konstantlichtregelung mit Energiesparlampen
Im Rahmen einer Techniker-Projektarbeit wurde in einem Laborraum eine Lichtregelung
mit Energiesparlampen installiert, die die elektrische Raumbeleuchtung in Abhängigkeit
vom Sonnenlicht exakt nur auf jenen Wert einstellt, der zum Erreichen der nach DIN vorgeschriebenen Beleuchtungswerte notwendig ist. Mit Hilfe einer Kombination von Energiesparlampe, Präsenzmelder und Konstantlichtregelung kann der Einsatz von Beleuchtungsenergie auf unter 10% der Glühlampenenergie gesenkt werden.
Ergänzend erfolgt jetzt auch eine Übernahme der „Tageslichtabhängigen Konstantlichtregelung mit Energiesparlampen“ in eine Lernsituation im Rahmen der Dualen Berufsausbildung „ElektronikerIn für Betriebstechnik“ und der dort praktizierten Lernortkooperation mit
selbstentwickeltem 19’-Lernträger-System. Als Anerkennung dieser Aktivitäten wurde jetzt
das Leo-Sympher-Berufskolleg Minden zum zweiten Mal nach 2005 mit dem Titel
„AGENDA21-Schule in NRW“ ausgezeichnet. Am 6.3.2008 erhielten SchülerInnen und
LehrerInnen aus der Hand der Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl
die Auszeichnungsurkunde samt Fahne und Wandtafel.
Im Rahmen der Hochschultage Berufliche Bildung in Nürnberg im März 2008 stellte Reinhard Geffert als Fachbereichsleiter Elektrotechnik auf Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft Elektrotechnik-Informatik die Energie-Effizienz-Aktivitäten des LSBK in einem
Workshop vor. Die pragmatischen Wege zur Qualitätsverbesserung von Unterricht erhielten als „Best Practice“-Beispiel viel Beifall.
2. Energiegewinn aus der Sonne
Im Rahmen der Ausbildung wurde eine Anlage zur Solarthermie und zur Photovoltaik installiert. Der Jahresertrag der Solarenergie-Gewinnung und -Nutzung im LSBK betrug im
Jahre 2007:
768 kWh aus Photovoltaik + 348 kWh aus Solarthermie = 1.116 kWh SolarenergieGewinn. Dies ersparte der Umwelt 781 kg CO2- Emissionen
3. Auswertung der Verbrauchs- und Einspardaten
Integriert in ein modernes Bus-System zur Übertragung von Daten der Automatisierungstechnik werden auch die Verbrauchs- und Einspardaten der LSBK-Solaranlagen protokolliert und über eine Datenbank zur Auswertung auf allen Schüler-PCs des Leo-SympherBerufskollegs zur Verfügung gestellt. Passend zu den EU-Energieeffizienz-Anstrengungen
54
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
steht damit für die SchülerInnen des LSBK eine Lernumgebung zur Verfügung, mit der der
verantwortungsbewusste Umgang mit Energie und damit die Vermeidung von CO2- Emissionen zur Rettung der Umwelt direkt erfahren werden kann. Die Lernsituation „Kundenorientierte Realisierung einer energieeffizienten Beleuchtung“ wird zum Bestandteil der
Ausbildung im Handwerksberuf „ElektronikerIn für Energie- und Gebäudetechnik“.
Damit folgt das LSBK Minden als „AGENDA21-Schule in NRW“ der Erkenntnis, dass ein mentaler Wandel in den Köpfen der Menschen notwendig ist, damit sie bereit sind, Tag für Tag ihren persönlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Aber genau diese nur sehr kleinen persönlichen Verhaltensänderungen sind dringend notwendig, damit der Klimawandel auf erträgliche Werte begrenzt wird. Die vom Lehrerteam des Fachbereiches Elektrotechnik unter Beteiligung der „dualen Ausbildungsmeister“ erarbeiteten Lernobjekte, die von allen Auszubildenden im Rahmen der Lernortkooperation real erstellt werden, können mit wenig Aufwand auf
andere Berufskollegs übertragen werden.
Ab Sommer 2008 wird eine Projektgruppe ein reales "Sonnenstandsabhängige Regelung eines Photovoltaik-Moduls zur optimalen Energieausbeute" entwickeln. Beantragt ist zudem
beim Kreis, dass im LSBK-Neubautrakt die Beleuchtung in der Aula und in den Klassenräumen als tageslichtabhängige Konstantlichtregelung mit Energiesparlampen (mit handelsüblichen Komponenten) realisiert wird.
In Zusammenarbeit mit den eigenen Schulen sollen solche und ähnliche Initiativen zum
Klimaschutz gefördert werden.
2.4 Verkehr
Pkws verursachen insgesamt zehn Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Europa. 1995
haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf geeinigt, als eine Maßnahme im
Kampf gegen den Klimawandel, bis 2012 den CO2-Ausstoß neuer Pkws auf 120 Gramm pro
Kilometer (g/km) zu reduzieren. Dies entspricht einem Kraftstoffverbrauch von 4,5 Litern pro
100 Kilometer bei Dieselmotoren und fünf Liter pro 100 Kilometer bei Benzinmotoren.
Die Kommission hatte ihre Strategie darauf ausgerichtet, dieses Ziel durch eine freiwillige
Vereinbarung mit der europäischen Automobilindustrie zu erzielen. Diese hat sich verpflichtet,
schrittweise den Kraftstoffverbrauch von Neuwagen zu verbessern.
Obwohl ein bedeutender Fortschritt verzeichnet werden konnte, sind die durchschnittlichen
Emissionen nur von 186g CO2/km im Jahr 1995 auf 163g CO2/km im Jahr 2004 gesunken.
Darum hat die Kommission entschieden, dass freiwillige Vereinbarungen nicht ausreichen, um
dieses Ziel zu erreichen, und daher verbindliche Gesetzgebung gefordert. Der Verordnungs55
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
vorschlag der EU-Kommission vom 20. Dezember 2007 legt das Ziel von 120g/km bis 2012
fest und verbindet es mit einem „integrierten Ansatz“:
1.
Verbesserungen der Fahrzeugtechnologie: Absenkung der durchschnittlichen
Emissionen auf 130g CO2/km.
2.
komplementäre Maßnahmen: Die restliche Reduzierung (10g/km) soll über die verstärkte Nutzung von Biokraftstoffen, kraftstoffeffiziente Reifen und Klimaanlagen, ein
besseres Straßen- und Sicherheitsmanagement und Änderungen im Fahrverhalten
(„öko-bewusstes“ Fahren) erreicht werden.
Fuhrpark
Beim Kreis stehen 19 Fahrzeuge (siehe Tabelle) als Dienstwagen zur Verfügung.
Tabelle: Dienstwagen der Kreisverwaltung
Marke
Kraftstoffe
durchschn.
Verbrauch
(l/100km)
1
Audi A 6
Diesel
7,2
190
1
VW Passat Kombi
Diesel
6,5
165
1
VW Transporter T5
Diesel
7,8
200
1
VW Golf Variant
Benzin
6,9
165
1
VW Golf
Diesel
5,4
143
4
VW Polo
Benzin
5,8
138
7
VW Lupo
Diesel
6,1
146
1
VW Caddy
Benzin/ Gas
6,5 kg Erdgas
/ 100 km
157 1
1
VW Caddy
Diesel
6,0
159
1
Seat Alhambra
Benzin
9,5
226 - 233
Anzahl
1
CO2-Emissionen
(ca. in g/km);
Nachgerüstete Erdgasfahrzeuge sparen je nach Motor und Ausstattung der Erdgasanlage zwischen 15-25 %
gegenüber dem Benzinmodell.
Quelle: eigene Datenerhebung; DAT (Deutsche Automobil Treuhand GmbH); www.DAT.de;
www.mobile.de
Alle CO2-Werte des Fuhrparks sind von dem Ziel der Europäischen Kommission um einiges
entfernt.
56
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Die CO2-Emissionen eines Fahrzeugs hängen von der Fahrzeugmasse, der Motorisierung,
dem Stand der eingesetzten Technologie und der verwendeten Kraftstoffart ab. Mit Erdgas
betriebene Fahrzeuge haben eine günstigere CO2-Bilanz als vergleichbare Fahrzeuge mit Ottokraftstoff. Dieselfahrzeuge sind aufgrund ihres etwas geringeren Verbrauches besser einzuschätzen als Benziner. Der Einsatz von Biokraftstoffen wird zur Zeit wegen ihrer Konkurrenz
zur Lebensmittelproduktion und ihrer Ökobilanz kontrovers diskutiert. Die Fahrweise hat erheblichen Einfluss auf den Verbrauch. So kann bis zu 15 % Kraftstoff eingespart werden,
wenn folgende Punke beachtet werden:
- Fahren bei niedrigen Drehzahlen
- Nutzung des Schwunges und vorausschauendes Fahren
- Motor abschalten, wann immer möglich
- Ballast und ungenutzte Dachaufbauten entfernen
- Optimaler Reifendruck
- Leichtlaufreifen wählen
- Klimaanlage und Sitzheizung gezielt und sparsam einsetzen
Um hier Routine zu erhalten, bieten Automobilclubs, Fahrschulen und Verkehrswacht Fahrtrainings an, die sich schnell bezahlt machen. Fahrzeuginspektionen mit dem Ziel zur
Verbrauchsoptimierung und Fahrtrainings könnten zukünftige Handlungsfelder sein.
Dem Klimaziel kommt man insbesondere durch den Kauf verbrauchs- und CO2-armer Fahrzeugtypen näher. Auch bieten sich Hybrid- und Erdgasfahrzeuge als Alternative an. Die Betankung mit zukünftig selbst erzeugtem Erdgas sollte geprüft werden.
Bei Neuanschaffungen sollte zukünftig besonderer Wert auf CO2- und schadstoffarme
Autos gelegt werden.
Job-Ticket
Ab dem 1.6.2008 können die Mitarbeiter des Kreises Minden-Lübbecke mit dem Job-Ticket
zur Arbeit fahren. Dazu hat der Kreis mit der OWL Verkehr GmbH ein Großkundenabo für
Monatsfahrkarten für Busse und Bahnen in OWL mit einem Rabatt von 10 % vereinbart. Das
Ticket ist frei übertragbar und am Wochenende und nach 19 Uhr können bis zu 5 Personen
mit dem Ticket umsonst reisen. Statt Personen können auch Fahrräder mitgenommen werden. Die Abwicklung erfolgt über den Kreis: der Aufwand wird an die OWL GmbH überwiesen
und die Kosten bei der Monatsabrechung des Kollegen einbehalten.
Die Fahrziele müssen innerhalb des Tarifgebietes „Der Sechser“ liegen. Dieses Gebiet reicht
von Rietberg bis Uchte und von Dissen bis Rinteln.
57
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
3
Bestandsaufnahme, Potentiale und Maßnahmen
der Tochterunternehmen
3.1
Standards bei Bau- und Renovierungen
Den Tochterunternehmen wird empfohlen, mehrjährige Bau- und Unterhaltungsprogramme zu
entwickeln, durch die zwangsläufig energetische Verbesserungen eintreten werden.
Die Tochterunternehmen sind eigenständig und bewirtschaften ihre Liegenschaften in eigener
Verantwortung. Daher werden hier auch keine Prognosen über zukünftige Jahre abgegeben;
dieser Bericht beschränkt sich auf eine Darstellung der Zeiträume 2001 - 2007.
Verbrauchsrelevante Daten fallen bei den Tochterunternehmen, insbesondere bei den Kliniken, an. Die einleitenden Ausführungen beschäftigen sich daher ausschließlich mit diesen Unternehmen. Bei den Details werden dann auch die Abfallbetriebe berücksichtigt.
Die CO2-Emissionen der Kliniken waren in den letzten Jahren nahezu konstant.
Die kreiseigenen Tochterunternehmen werden gebeten, die Voraussetzungen zu schaffen, damit auch hier bis 2015 die Energieverbräuche und damit die CO2-Belastung um
10 % reduziert werden können.
CO2 - Emission Kliniken
20.000
18.000
CO2 - Emission in t/a
16.000
14.000
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
2001
2007
Die Energiekosten haben (preisbereinigt) seit 2001 den gleichen - unveränderten - Verlauf
genommen.
58
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten Kliniken
5.000.000
4.500.000
Energiekosten in €/a
4.000.000
3.500.000
3.000.000
2.500.000
2.000.000
1.500.000
1.000.000
500.000
0
2001
2007
Die Aussagen zur CO2-Minderung und zur Senkung der Energiekosten stammen aus Detailermittlungen zum Wärme- und Stromverbrauch. Hierzu wird auf die nachfolgenden Kapitel
verwiesen, bei denen auch die Abfallbetriebe einbezogen werden.
3.1.1 Wärmeverbrauch und Wärmegewinnung
Wärmebedarf Kliniken
45.000
Wärmebedarf in MWh/a
40.000
35.000
30.000
25.000
20.000
15.000
10.000
5.000
0
2001
2007
59
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Wärmebedarf Abfallbetriebe
35
Wärmebedarf in MWh/a
30
25
20
15
10
5
0
2001
2007
3.1.2 Stromverbrauch und Stromgewinnung
Strombedarf Kliniken
Strombedarf in MWh/a
20.000
15.000
10.000
5.000
0
2001
2007
Im Gegensatz zu den kreiseigenen Liegenschaften ist der Stromverbrauch nahezu konstant.
60
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Strombedarf Abfallbetriebe
2.000
1.500
1.000
Strombedarf in MWh/a
500
0
-500
2001
2007
-1.000
-1.500
-2.000
-2.500
-3.000
-3.500
-4.000
-4.500
Der eigentlich untypische Verlauf des Strombedarfs der Abfallbetriebe kommt durch folgende
Effekte zustande:
x
Auf der Pohlschen Heide sind derzeit 3 BHKW-Module in Betrieb
(2 x Deponiegas und 1 x Biogas aus der MBA).
x
In 2001 war der Strombedarf relativ klein, die Stromproduktion der Deponiegas-BHKWs
überstieg den Bedarf.
x
In 2005 wurde die MBA in Betrieb genommen. Diese weist einen hohen Strombedarf auf,
der nur zum Teil durch das neue BHKW gedeckt werden kann (ca. 60 %). Die Stromproduktion aus den Deponiegas-BHKWs ist geringer (ca. 25 %), da der Gasanfall rückläufig
ist.
3.1.3 Einzelbetrachtung ausgewählter Liegenschaften
Nachfolgend werden einzelne Liegenschaften der Tochterunternehmen näher betrachtet.
61
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Klinikum I Minden
Friedrichstraße 17, 32427 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007
Wärme
14.000
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
2001
2001
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
20
40
60
2007
80
2001
2007
62
100
120
140
160
Wärme
180
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
1.800.000
7.000
1.600.000
6.000
CO2-Emission in t/a
Kosten in €/a
1.400.000
1.200.000
1.000.000
800.000
600.000
400.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
200.000
0
0
2001
2001
2007
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
Klinikum I ist 2008 in den Neubau des Johannes Wesling Klinikums umgezogen
63
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Klinikum II Minden
Portastraße 7–9, 32423 Minden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007
Wärme
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
Strom
4.000
3.500
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
2001
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
2001
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
25
50
2007
75
100
2001
2007
64
125
150
175
Wärme
200
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
1.200.000
4.000
3.500
CO2-Emission in t/a
Kosten in €/a
1.000.000
800.000
600.000
400.000
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
200.000
0
0
2001
2001
2007
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
Klinikum II ist 2008 in den Neubau des Johannes Wesling Klinikums umgezogen
65
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Johannes Wesling Klinikum Minden
Hans Nolte Straße 1, 32429 Minden
Das Klinikum wurde im April 2008 bezogen und ersetzt die Kliniken I und II in Minden.
Verbrauchsprognose
Es liegen noch keine Verbrauchsdaten vor. Folgende Verbräuche werden erwartet:
Strom
Verbrauch in MWh/a
12.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
Strom
Hinweis:
Wärme
Die Heizwärmeversorgung erfolgt zu 85 % über Holzhackschnitzel. Der angegebene Wärmebedarf stellt den Erdgasbedarf zur Deckung der Heizwärmebedarfsspitzen und zur Dampferzeugung dar.
66
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Die Energieversorgung erfolgt über die Energiezentrale der AML Immo
Für die kreiseigenen Tochterunternehmen soll auf Prognosen verzichtet werden, da die hierfür
erforderlichen Arbeiten in der Zuständigkeit dieser Unternehmen selbst liegen. Auf einen gravierenden Umstand soll an dieser Stelle jedoch hingewiesen werden:
Bei den kreiseigenen Liegenschaften wird durch die vorhandenen bzw. prognostizierten
Verbräuche im Bereich Wärme und Strom zwischen 2001 und 2010 eine CO2-Entlastung von
ca. 300 t pro Jahr eintreten.
Im Bereich der Kliniken ersetzt ab 2008 das Johannes Wesling Klinikum die bisherigen Klinikstandorte I und II. Vergleicht man die Verbrauchswerte der Kliniken I und II für 2007 mit der
Jahresprognose für das Johannes Wesling Klinikum, so ergeben sich gravierende Verbrauchseinsparungen.
Umgerechnet in die CO2-Belastung ergibt sich eine jährliche Einsparung von 625 t durch die
Aufgabe der bisherigen Klinikstandorte in Minden und den Klinikneubau. Diese Einsparung
kommt hauptsächlich dadurch zustande, dass im Gegensatz zur „alten“ Energielieferung an
die Standorte I und II (Fernwärme und Erdgas) eine umweltfreundliche Holzhackschnitzelheizung eingesetzt wird.
Die Kliniken leisten dadurch bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zur angestrebten CO2Reduzierung.
67
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Krankenhaus Bad Oeynhausen
Wielandstraße 28, 32545 Bad Oeynhausen
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007
Strom
Wärme
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
3.000
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
2001
9.000
8.000
7.000
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
2001
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
25
50
75
100
2007
125
2001
2007
68
150
175
200
225
Wärme
250
275
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
3.000
600.000
2.500
CO2-Emission in t/a
700.000
Kosten in €/a
500.000
400.000
300.000
200.000
2.000
1.500
1.000
500
100.000
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
69
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Auguste Viktoria Klinik Bad Oeynhausen
Am Kokturkanal 2, 32545 Bad Oeynhausen
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007
Strom
Wärme
2.500
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
1.200
1.000
800
600
400
200
2.000
1.500
1.000
500
0
0
2001
2001
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
25
50
2007
75
100
2001
2007
70
125
150
175
Wärme
200
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
300.000
1.000
CO2-Emission in t/a
Kosten in €/a
250.000
200.000
150.000
100.000
800
600
400
200
50.000
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
71
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Krankenhaus Lübbecke
Virchowstraße 65, 32312 Lübbecke
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007
Strom
Wärme
12.000
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
6.000
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
10.000
8.000
6.000
4.000
2.000
0
0
2001
2001
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
25
50
75
2007
100
125
2001
2007
72
150
175
200
Wärme
225
250
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
1.200.000
6.000
1.000.000
5.000
CO2 - Emission in t/a
Kosten in €/a
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
800.000
600.000
400.000
4.000
3.000
2.000
1.000
200.000
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
73
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Krankenhaus Rahden
Hohe Mühle 3, 32369 Rahden
Verbrauchsentwicklung 2001 bis 2007
Strom
Wärme
3.000
Verbrauch in MWh/a
Verbrauch in MWh/a
1.000
800
600
400
200
2.500
2.000
1.500
1.000
500
0
0
2001
2001
2007
Strom
spez. Verbrauch in kWh/m²/a
0
25
50
75
100
2007
125
2001
2007
74
150
175
200
225
250
Wärme
275
300
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Energiekosten (Preis 2007) und CO2 - Emission
1.200
250.000
CO2 - Emission in t/a
Kosten in €/a
200.000
150.000
100.000
50.000
1.000
800
600
400
200
0
0
2001
2001
2007
Durchgeführte Energetische Maßnahmen 2001 – 2007
x
keine wesentlichen
Besonderheiten
x
keine
75
2007
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Heizkraftwerk Minden
Karlstraße, 32423 Minden
Das Heizkraftwerk wurde 2007 durch AML Immo übernommen. Unter Verwendung von Ersatzbrennstoffen (EBS) wird Dampf für einen Industriebetrieb erzeugt. Aus dem Dampf wird
mittels einer Dampfturbine teilweise Strom erzeugt.
Im Zeitraum Juli – Dezember 2007 wurde ein Dampfmenge von 46.670 MWh erzeugt.
Produktionsprognose
Produktion in MWh/a
100.000
80.000
60.000
40.000
20.000
0
Wärme
76
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
3.1.4 ÖKOPROFIT
Als Tochterunternehmen des Kreises hat die Mindener Kreisbahn GmbH am ÖKOPROFIT
Durchgang 2006/07 teilgenommen. Die MKB ist ein Verkehrsunternehmen des Kreises Minden-Lübbecke für die Beförderung von Personen und Gütern. Die Personenbeförderung wird
im öffentlichen Personennahverkehr mit eigenen und angemieteten Omnibussen durchgeführt. Güter werden mit eigenen Transportmitteln (Lokomotiven) u. a. auf der Eisenbahninfrastruktur der MKB befördert.
Eine Maßnahme der MKB mit Energierelevanz neben anderen Umweltmaßnahmen war 2005
beispielsweise ein Fahrer-Öko- und Sicherheitstraining, da das individuelle Fahrverhalten
maßgeblich den Spritverbrauch der Linienbusse prägt. Maßnahmen, die in Folge von
ÖKOPROFIT in 2007 umgesetzt wurden und direkte Auswirkungen auf den Energieverbrauch
haben, sind Senkung des Netzdruckes in der Druckluftanlage und der Neubau einer Heizanlage. In den folgenden Jahren soll der Energieverbrauch durch die Leuchttechnik bei der
Raumbeleuchtung und insbesondere bei der Gleisfeldbeleuchtung verbessert werden. Solarthermie soll 2008 das Brauwasser erwärmen.
Als Tochterunternehmen des Kreises Minden-Lübbecke nimmt 2008 die GVoA am Ökoprofitprojekt teil, weitere Liegenschaften sollen in späteren Durchgängen folgen.
3.1.5 Energieausweis
Die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) 2007 fordert u. a., dass große öffentliche Dienstleistungsgebäude mit über 1.000 Quadratmetern Nutzfläche und regem Publikumsverkehr als
gute Beispiele vorangehen und einen Energieausweis spätestens ab 1. Juli 2009 gut sichtbar
aushängen.
Energieausweise werden grundsätzlich für ein ganzes Gebäude ausgestellt und nicht für eine
einzelne Nutzungseinheit. Ausnahmen bilden Gebäude, in denen sowohl wohn- als auch
nichtwohnähnliche Nutzungen stattfinden, die jeweils mehr als 10 Prozent der Gebäudenutzfläche einnehmen. In solchen Fällen muss der Eigentümer unterschiedliche Energieausweise
(für die jeweilige Nutzung) ausstellen lassen.
Die Tochterunternehmen werden aufgefordert, für ihre ständig beheizten Gebäude
Energieausweise und jährliche Energiebilanzen aufzustellen. Diese sind in der Klimakommission zu beraten.
77
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
3.2
Klimaschutz- und Energiekonzept
Abfallwirtschaft
Energiezentrale am Johannes Wesling Klinikum Minden
Zu einer ökologisch verträglichen Energieversorgung des Johannes Wesling Klinikums hat der
Kreis Minden-Lübbecke eine Holzhackschnitzelkesselanlage nordöstlich des Klinikums errichtet. Die beiden Holzhackschnitzelkessel sind mit einer Leistung von 3,7 MW Leistung ausgestattet und werden automatisch mit Brennstoff versorgt. Die erzeugte Wärme wird über eine
Fernwärmeleitung dem Klinikum zugeführt. Die Dampfversorgung des Klinikums erfolgt ebenfalls aus der Energiezentrale mit einer Leistung von je 2.400 kg/h Dampf.
Mit der vorhandenen Anlage werden ca. 60 % der erforderlichen Wärmeleistung von ca. 6.700
kW für das Klinikum bereitgestellt und ca. 85 % der erforderlichen Wärmemenge von ca.
15.400 MWh jährlich. Diese Energieversorgung erfolgt mit dem annähernd CO2-neutralen
Brennstoff Holzhackschnitzel. Die Rauchgase aus der Verbrennung der Holzhackschnitzel
werden über 2 Multizyklonrauchgasentstauber vorgereinigt und über einen nachgeschalteten
Elektrofilter endgereinigt. Die anfallende Asche wird in verschlossenen Containern entsorgt.
Die Wärmeerzeugung wird durch 2 Gas-Öl-Spitzenkessel mit einer Leistung von je 2.500 kW
unterstützt, welche zum einen die Abdeckung der Spitzenlasten vornehmen und zum anderen
bei Ausfall die Entsorgungssicherheit gewährleisten. Zur Gewährleistung einer optimalen Versorgungssicherheit der Wärmeversorgung des Klinikums, ist ein Notwärmetauscher als Verbindung zwischen Dampf- und Heizwärmeerzeugung vorhanden (wie Notstromversorgung).
Zur weiteren Erhöhung der ökologischen Energieerzeugung wird auf den Dächern eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 41 kWp erstellt. Die Finanzierung, Planung, Errichtung
und der Betrieb erfolgen durch die AML Immobilien GmbH.
Als Hauptbrennstoff werden Holzhackschnitzel der Güteklasse A 1 eingesetzt. Der voraussichtliche Bedarf beträgt ca. 20.000 m³ jährlich. Über die Lieferung von Holzhackschnitzeln
wurde ein Liefervertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen. Die Abrechnung
erfolgt über die erzeugte Wärmemenge.
Durch die Erzeugung von ca. 85 % der erforderlichen Wärmemenge mit Holzhackschnitzeln
wird der Verbrauch von ca. 1,7 Mio. l Heizöl vermieden, was einem Heizölverbrauch von ca.
1.200 Einfamilienhäusern entspricht. Durch den annähernd CO2-neutralen Brennstoff Holzhackschnitzel werden jährlich ca. 4.400 t CO2 vermieden.
Die für das Dach der Energiezentrale konzipierte Photovoltaikanlage wird ca. 35.000 kWh
Strom/Jahr erzeugen und in das öffentliche Netz einspeisen. Dies entspricht dem Stromverbrauch von ca. 9 - 10 Einfamilienhäusern. Mit der Photovoltaikanlage wird jährlich zur
Holzhackschnitzelanlage ein CO2-Ausstoß in Höhe von ca. 23.000 kg vermieden.
78
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Dampfturbinenanlage des Heizkraftwerkes Minden
Mit dem Ersatzbrennstoff aus der Mechanisch-Biologischen Abfallbehandlungsanlage (MBA)
wird im Heizkraftwerk Minden Dampf produziert und eine Generatoranlage angetrieben. Dieser Dampf wird in das Dampfnetz der BASF eingespeist und dort als Prozessenergie genutzt.
Die Dampfmenge beträgt zwischen 18 t/Std. und max. 22 t/Std. bei ca. 240°C und 11 bar. Bei
einer verbrannten Ersatzbrennstoffmenge von 35.900 Mg wird eine Prozessdampfleistung von
111.295 MWh erbracht. Das entspricht ca. 111.000 t Dampf.
Kommunale Energieversorgung aus Abfall
Bei dem Projekt „Kommunale Energieversorgung aus Bioabfall“ handelt es sich um ein Vorhaben, dessen Stadium weit über die reinen Verfahrensideen hinaus bereits konkretisiert worden ist. Die hier vorgesehene Kombination „Rohstoffauswahl-Technikeinsatz“ kommt erstmalig zum Einsatz und hebt sich deutlich von den NAWARO-Anlagen für die Biogasherstellung
ab. Das Projekt hat eine erhebliche Multiplikatorwirkung. Die großtechnische Umsetzung erfolgt im Jahr 2009. Der Mitteleinsatz wird mit ca. 10,5 Mio € für die Investitionen veranschlagt.
Allein in Nordrhein-Westfalen werden zukünftig an 92 Stellen vergleichbare Konzepte durchgeführt. Die hierdurch zu erwartenden CO2 Einsparungen sind derart massiv, dass mit der
Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projektes erhebliche Umweltentlastungen einhergehen
werden.
Die Entlastung nur für Nordrhein Westfalen wird auf ca. 220.000 Tonnen CO2 geschätzt. Dieser Wert ergibt sich aus der Menge aller organischen Abfälle in Nordrhein Westfalen von ca.
1.775.000 t jährlich.
Der Kreis Minden-Lübbecke hat bereits in der Vergangenheit diverse Maßnahmen ergriffen,
seine Liegenschaften nachhaltig ökonomisch und ökologisch zu bewirtschaften. Nunmehr haben Studien ergeben, dass der Bioabfall des Kreises Minden-Lübbecke als „Rohstoff“ des
Bürgers zur Erzeugung von Energie (Biogas) genutzt und dann für die Bürger in den kreiseigenen Liegenschaften eingesetzt werden kann (geschlossener Kreislauf).
79
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Grafik: Ablaufschema
Kompostwerk
=>
Biogasanlage
40.000 to
Bioabfälle
Gasaufbereitung
Biogas =>
Erdgasqualität
3.600.000 cbm
Biogas
Betreiber GVOA
Durchleitung im Erdgasnetz
BHKW
BHKW
BHKW
Kreishaus +
benachbarte
Kreisdienststellen
Krankenhaus
Bad Oeynhausen
Leo-Sympher-BK
Freih.-v.-Stein-BK
Kampa-Halle
6.700.000 kWh Strom + 8.000.000 kWh Wärme
Ausgangspunkt der Betrachtungen ist das Kompostwerk im Entsorgungszentrum Pohlsche
Heide. Hier wird Bioabfall in einer Größenordnung von ca. 40.000 t/a angeliefert und verarbeitet. Das Werk befindet sich an der Kapazitätsgrenze. Mittelfristig besteht ein relevanter Investitionsbedarf für Instandhaltung und Sanierung wesentlicher Anlagenteile.
Das Konzept sieht vor, dass aus Bioabfällen der „Mühlenkreis-Bürger“ Biogas erzeugt wird.
Die Biogasanlage wird in die Logistik am Standort des Kompostwerkes Pohlsche Heide integriert. Das Biogas wird durch das öffentliche Gasnetz zu großen kreiseigenen Liegenschaften
transportiert und dort ohne große Verluste in Strom und Wärme umgewandelt. Die Bürger des
Kreises werden somit über die Biomülllieferung an dem Betrieb „ihrer“ Gebäude beteiligt.
Hinsichtlich der Technik für die Erdgasaufbereitung ist eine abschließende Verfahrensauswahl
noch nicht getroffen worden. Es stehen folgende Systeme zur Auswahl:
¾
Druckwechselabsorption
¾
Druckwasserwäsche
¾
Aminwäsche
Es wird eine Parametermatrix unter Berücksichtigung der Anlageneinbindung in das Energiesystem des Entsorgungsbetriebes „Pohlsche Heide“ erstellt. Anhand der bewerteten Matrix
wird eine endgültige Verfahrensauswahl getroffen.
80
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Tabelle: Eckwerte des Vorhabens
Standort
Technische Daten
Verfahrensschritt
Biogasproduktion 3,6 Mio cbm/Jahr
Methangehalt 55 %
Verfügbarkeit 90 %
Nutzbare Biogasproduktion
3,24 Mio cbm/Jahr
Entsorgungszentrum
„Pohlsche Heide“
Produktion von Biogas
Entsorgungszentrum
„Pohlsche Heide“
Aufbereitung auf
Erdgasqualität
Gem. DVGW Regelwerk
Hille - Nordhemmern
Einspeisung in das Netz des
örtlichen Netzbetreibers mittels
Zuleitung und Druckerhöhungsanlage
Ausgangsdruck
Gasaufbereitung 5 bar
Druckerhöhung auf max. 14 bar
zur Einspeisung
Hille - Minden Bad Oeynhausen
Durchleitung des Gases durch
Netze der örtlichen Betreiber
Minden Kreishaus
Gasentnahme aus dem Netz
des örtlichen Netzbetreibers
Beschaffung und Einbindung
eines neuen BHKW
el. BHKW-Leistung 237 kW
Stromproduktion 1.124 MWh/a
Wärmeproduktion 1.764 MWh/a
Minden Schulund Sportzentrum
Gasentnahme aus dem Netz
des örtlichen Netzbetreibers
Beschaffung und Einbindung
eines neuen BHKW
el. BHKW-Leistung 363 kW
Stromproduktion 1.872 MWh/a
Wärmeproduktion 2.698 MWh/a
Bad Oeynhausen
Krankenhaus
Gasentnahme aus dem Netz
des örtlichen Netzbetreibers
Beschaffung und Einbindung
eines neuen BHKW
el. BHKW-Leistung 580 kW
Stromproduktion 3.723 MWh/a
Wärmeproduktion 3.569 MWh/a
Verfahrensauswahl noch erforderlich
Die Stärke des Systems liegt in einer bisher nicht gekannten Ausnutzung bereits vorhandener
Ressourcen zur Energieerzeugung. Der kommunale Bioabfall als Energiereservoir ist in dieser
Funktion bislang nicht genutzt worden. Die Umsetzung des Projektes trägt zu einer wesentlich
stärkeren Ausnutzung dieser Ressource bei und hilft somit, die Inanspruchnahme endlicher
Energievorräte (Gas, Öl) zu verringern. Durch die Nutzung des Bioabfalls als Energiereservoir
entspricht man auch den Einschätzungen des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit. Im dortigen Erfahrungsbericht 2007 zum Erneuerbaren-EnergienGesetz (EEG) werden flankierende Maßnahmen zur Vermeidung von negativen Auswirkungen des Energiepflanzenanbaus auf Natur und Umwelt empfohlen. Die Nutzung von Bioabfall
vermeidet einen Energiepflanzenanbau und schont damit die Umwelt, ohne den Aspekt der
regenerativen Energien zu vernachlässigen. Durch dieses Projekt werden jährlich 5.000 t CO2
eingespart. Die Reduzierung dieser klimaschädlichen Emissionen ist dabei langfristig und
nachhaltig gesichert.
Das Projekt zeigt in besonderer Weise den integrativen Charakter von Energiesparmaßnahmen.
81
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
3.3
Klimaschutz- und Energiekonzept
Verkehr
Im Kreis gibt es straßengebundenen und schienengebundenen Nahverkehr. Der Öffentliche
Personennahverkehr (ÖPNV) ist Sache der Kreises. Er ist für den straßengebunden Personennahverkehr (ÖPNV) Mitgesellschafter bei der MHV (Minden-Herforder-Verkehrsbetriebe)
und beim schienengebundenen Verkehr Gesellschafter in dem Zweckverband VVOWL (Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe), die seit kurzem Teil der Dachorganisation des Verkehrsverbundes Westfalen-Lippe geworden ist.
MHV plant und gestaltet als Aufgabenträgergesellschaft der Kreise den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), koordiniert die Finanzierung und initiiert gezielte MarketingMaßnahmen. Der regelmäßig fortgeschriebene Nahverkehrsplan spiegelt die klare Vorstellung
von einem finanzierbaren und trotzdem nutzerfreundlichen Verkehrsangebot wieder. Auch die
Durchführung von Vergaben im ÖPNV liegt in dem Verantwortungsbereich. Die Durchführung
des ÖPNV liegt bei den jeweiligen Verkehrsunternehmen.
Der VVOWL hat sich seit der Gründung im September 1995 in einer Vielzahl von Aufgaben
engagiert, die sich teils aus dem ÖPNV-Gesetz, teils aus der Satzung des Zweckverbandes
ergeben, um den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in der Region zu organisieren und zu
finanzieren.
Grundlegende Aufgaben aus dem ÖPNV-Gesetz:
x
Fortschreibung des Nahverkehrsplans
x
Planung, Organisation und Finanzierung des SPNV
x
Hinwirken auf ein koordiniertes Verkehrsangebot
x
Hinwirken auf die Fortgestaltung des Gemeinschaftstarifes und auf die Bildung eines
kooperationsübergreifenden Tarifes mit dem Ziel eines landesweiten Tarifes
x
Hinwirken auf einheitliche Produkt- und Qualitätsstandards, Fahrgastinformationssysteme
und ein einheitliches Marketing
Der VVOWL umfasst die Stadt Bielefeld sowie die Kreise Gütersloh, Herford, Lippe und Minden-Lübbecke. Insgesamt 50 Städte und Gemeinden, davon 32 mit Bahnhof/Bahnstationen
liegen im Gebiet. Bei einer Schienenstreckenlänge von 355 km werden 6,4 Mio. ZugKilometer pro Jahr gefahren. 2007 haben 52.700 Fahrgäste pro Werktag das Angebot genutzt. Für ihre ÖPNV-Aufgaben werden die Kreise vom Land finanziell unterstützt. Die Mittel
des Kreises Minden-Lübbecke werden an die MHV weitergeleitet.
82
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Mit den Mindener Kreisbahnen hat der Kreis seit mehr als 100 Jahren ein eigenes Verkehrsunternehmen, das im schienengebundenen Güterverkehr und im Busverkehr tätig ist. Der
Busverkehr erstreckt sich über den Kreis Minden-Lübbecke hinaus bis ins benachbarte Niedersachsen. Für den Busverkehr erhält MKB nach Ausschreibungen Konzessionen von der
MHV.
Zudem stehen die Busse für Busreisen zur Verfügung. Beim Güterverkehr ist die MKB sowohl
auf dem eigenen Streckennetz als auch auf den Gleisen der Deutsche Bahn AG aktiv.
Das eigene Streckennetz weist heute ca. 59 Kilometer Gleislänge mit 32 Privatgleisanschlüssen auf. Der Umschlag von Containern und schwerem Stückgut auf Eisenbahn, Schiff oder
LKW sowie deren Lagerung sind in Zusammenarbeit mit der Mindener Hafen GmbH an einer
Umschlaganlage möglich. Die MKB ist seit 1913 Partner des Mindener Hafens. Mit der Beteiligung an ÖKOPROFIT und Umsetzung der Maßnahmen beteiligte sich die MKB am aktiven
Klimaschutz.
Der MHV beschließt am 28.5. den nächsten Entwurf des Nahverkehrsplanes, der nun auch
Umweltstandards vorsieht. Die Standards sollen in drei Bereichen gesetzt werden:
x
Reduzierung der Abgase auf Niveau der Euro-Normen 3, 4 und 5,
x
Einhaltung der Emissionswerte nach EWG-Richtwert von 75 bzw. 78 dB(A),
x
hohe Recyclebarkeit der Busse.
Ziel ist es, dass Busunternehmer bei der Anschaffung der Omnibusse auch auf Energie- und
Umweltstandards achten. In Planung ist eine Förderung mit bis zu 2 ct. pro gefahrenen Kilometer, um die Umstellung bis 2012 voranzutreiben.
83
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
4
Initiativen
4.1
Überörtliche Bündnisse
Klimaschutz- und Energiekonzept
4.1.1 Projekte im Bereich ländlicher Entwicklung
Im Rahmen unterschiedlicher Kreis-Projekte wie Unser Dorf hat Zukunft, Lokale Agenda 21,
Pro ländlicher Raum und Leader+ sind klimaschutzrelevante Projekte - vielfach unter Einbeziehung der Dorfbewohner - initiiert worden.
Beispielhaft seien hier die Projekte „Energiedorf Tonnenheide“ und „Energiedorf Ovenstädt“
genannt. In beiden Fällen wurde unter gutachterlicher Begleitung die Dorfgemeinschaft einbezogen. Strommessaktionen und Energieberatung in Haushalten, die Umsetzung sinnvoller
Maßnahmen wie Kesselerneuung in öffentlichen Gebäuden, Solarthermie und Photovoltaik
wurden möglich.
4.1.2 Klimabündnis im Mühlenkreis
Es gibt verschiedene Initiativen, die sich den Klimaschutz im Kreis Minden-Lübbecke auf ihre
Fahnen geschrieben haben und einen Beitrag zu einer effizienteren Energienutzung leisten
wollen bzw. Anlagen zur Nutzung regenerativer Energie betreiben oder propagieren.
Eine Initiative, die ein kreisweites Engagement anstrebt, ist das Klimabündnis MindenLübbecke. Privatpersonen, Handwerker, Planer, Energieberater wollen einen überparteilichen
und unabhängigen Verein gründen, der Maßnahmen zum Klimaschutz im Kreis MindenLübbecke als Satzungsziel verfolgt. Selbstgestecktes Ziel soll dabei sein, den Kreis bis 2050
zu 100 % mit regenerativer Energie zu versorgen.
Der Kreis Minden-Lübbecke wird überörtliche Bündnisse und Initiativen so weit wie
möglich unterstützen.
84
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
4.2
Klimaschutz- und Energiekonzept
Kommunale Bündnisse
Städte und Gemeinden sind im Bereich Klimaschutz auf mehreren Handlungsfeldern betroffen. Zum einen sind sie als Träger der Planungshoheit und zum anderen als staatliche Vollzugsbehörden im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung tätig. Als Folgen einer Klimaveränderung könnten Kommunen insbesondere bei der Wasserversorgung und dem Hochwasserschutz zukünftig vor neuen Herausforderungen stehen. Darüber hinaus ist der zunehmende Kostendruck durch steigende Energiepreise längst bei den Kommunen angekommen.
Forderungen der Bürger nach mehr Klimaschutz und gesetzliche Vorgaben für Klimaschutzziele müssen bei der zukünftigen städtebaulichen Entwicklung über Flächennutzungs- und
Bauleitplanung, bei Einzelvorhaben sowie im Tätigkeitsbereich der Wohnbaugesellschaften
berücksichtigt werden.
Beispielhafte Bereiche, in denen CO2-Reduktionsziele verwirklicht werden können, liegen im
Management der öffentlichen Gebäude und der Infrastruktureinrichtungen. Hier sind insbesondere zu nennen:
x
Sanierung und Neubau öffentlicher Gebäude unter Berücksichtigung bestimmter
Standards,
x
Energiemanagement dieser Gebäude, umweltfreundliche Beschaffung, Fuhrpark,
x
Solarenergie auf öffentlichen Gebäuden,
x
Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, teilweise Müllabfuhr,
x
Straßenunterhaltung und Verkehrslenkung, Beleuchtung von Straßen, Gebäuden etc.
und
x
ÖPNV.
Zudem können Kommunen als dem Bürger am nächsten stehende staatliche Ebene Privathaushalte und Unternehmen für Beiträge zum Klimaschutz gewinnen bzw. bei der Umsetzung
unterstützen und fördern. Positiver Effekt ist dabei die regionale Wertschöpfung, die sich im
Rahmen der Umsetzung verschiedenster Maßnahmen einstellt.
Als Informationspapiere hervorzuheben sind die bereits im Januar/Februar 2006 erschienene
und viele kommunale Beispiele enthaltende DStGB-Dokumentation Nr. 55 „Intelligenter Energieeinsatz in Städten und Gemeinden – Klimaschutz und Kostensenkung“ sowie die MärzAusgabe 2007 der Verbandszeitschrift „Stadt und Gemeinde interaktiv“ mit dem Titelthema
„Klimaschutz und Energieeffizienz in Kommunen“.
85
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Ein Beispiel für das, was auf kommunaler Ebene erreicht werden könnte, präsentiert die für
die Stadt Osnabrück kürzlich veröffentlichte Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass 70 %
des Strombedarfs der Stadt durch Photovoltaik gedeckt werden können, wenn alle sehr gut
geeigneten Dachflächen mit photovoltaischen Zellen bestückt werden. Sehr gut geeignet sind
etwa 20 % der gesamten Dachfläche von Osnabrück. Dabei wurde die Anzahl der Sonnenstunden in Abhängigkeit von der Jahreszeit berücksichtigt. Bei der detaillierten Beurteilung der
Dächer wurden außerdem Form, Neigung, Ausrichtung und Verschattung jeder Dachfläche
berücksichtigt.
Viele der angesprochenen Handlungsfelder werden in den Kommunen des Kreises MindenLübbecke bereits bearbeitet. Je nach personellen Kapazitäten und politischen Vorgaben sind
die Arbeiten unterschiedlich intensiv in Angriff genommen worden. Besonders aktiv waren
bisher die Städte Porta Westfalica und Bad Oeynhausen.
Kostenreduktion und Know-how-Gewinn setzt Kooperation voraus. Im Rahmen eines kreisweiten Energiekonzeptes wäre es daher sinnvoll, insbesondere den Kommunikationsprozess mit dem Ziel eines optimalen Know-how-Transfers zwischen allen Beteiligten, insbesondere den Kommunen untereinander, zu organisieren. Gerade für kleinere Gemeinden ist
ein Energiemanagement personell oft nicht zu leisten. Hier müssen Kommunen übergreifend
fachtechnisch zusammenarbeiten, Contractingmöglichkeiten prüfen oder auch Einkaufsgemeinschaften bilden. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung voraus. Gemeinsame Informationsveranstaltungen, der Austausch von Erfahrungen und Planungen, Beratungsinitiativen im Rahmen der energetischen Altbausanierung sowie Kooperation mit
Handwerk, Gewerbe, Architekten könnten Synergieeffekte produzieren. Auch rechtliche Fragen der Bauleitplanung mit dem Ziel CO2-mindernder Festsetzungen sind vielfach Neuland
und sollten übergreifend bearbeitet werden.
http://www.klimaschutz.kbserver.de/fileadmin/klimaschutz/inhalte/downloads/bauleitplanungzf.pdf
Kreis, Städte und Gemeinden haben das Ziel, ein gemeinsames Konzept zum Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden zu erarbeiten und in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren eine Beratungsoffensive für die private Gebäudemodernisierung im Sinne des
Klimaschutzes zu initiieren.
86
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
4.3
Klimaschutz- und Energiekonzept
Beratungsinitiative für Bürger
Laut Umweltbundesamt besteht ein Endenergieverbrauch bei den privaten Haushalten in Höhe von 27,3 %. Gleichzeitig existieren enorme Einsparpotentiale zwischen 30 und 90 % je
nach Gebäudetyp (siehe dena). Die Erschließung dieser Einsparpotentiale ist in der Praxis
völlig unzureichend. Die jährliche Sanierungsquote lag im Schnitt der letzten Jahre landesweit
unter 1%. Eine Erschließung dieser Gebäudesanierungspotentiale würde sich nicht nur positiv
auf die CO2-Bilanz im Kreis auswirken, sondern gleichzeitig auch erhebliche Aufträge in
Handwerk und Gewerbe fließen lassen und damit zu einer Wertschöpfung im Kreis führen.
Wie die nachfolgenden Tabellen zeigen, existieren im Mühlenkreis ca. 77.000 Gebäude, das
sind ca. 134.000 Wohnungen. 69 % dieser Wohnungen oder Wohneinheiten liegen in Einoder Zweifamilienhäusern. In diesem Bereich haben die Eigentümer oft selbst ein hohes Interesse an einer Wärmeschutzsanierung.
Tabelle: Wohngebäudebestand im Kreis Minden-Lübbecke
Gebäude
Kreis gesamt
Wohnungen
Kreis gesamt
bis 1900
1901 bis 1918
1919 bis 1948
1949 bis 1957
1958 bis 1968
1969 bis 1978
1979 bis 1987
1988 und später
7.950
5.803
11.508
9.760
12.965
9.856
5.599
13.840
13.160
9.979
17.839
16.993
24.263
18.473
9.436
23.754
Summe
77.281
133.897
Wohnfläche
Kreis gesamt (m²)
10.701.021
2.332.072
13.033.093
Quelle LDS-Daten; UTEC; vollständige Tabelle im Anhang
Tabelle: Wohneinheitenstruktur des Kreises Minden-Lübbecke
Wohneinheitenstruktur
Anzahl
Anteil %
EFH
ZFH
MFH
50.930
42.126
40.841
38
31
31
Summe
133.897
100
Schaut man sich das Baualter dieser Gebäude an (siehe folgende Tabelle), stellt man fest,
dass ca. 63.000 Gebäude (das entspricht 82 %) älter als 1987 sind und damit zu den Gebäuden gehören, die in der Regel einen Sanierungsbedarf aufweisen.
87
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Tabelle: Gebäudealter Kreis Minden-Lübbecke
bis 1918
1919 bis 1948
1949 bis 1957
1958 bis 1968
1969 bis 1978
1979 bis 1987
nach 1987
Summe
Gebäude
13.753
11.508
9.760
12.965
9.856
5.599
13.840
77.281
Baualter
Wohneinheit
23.139
17.839
16.993
24.263
18.473
9.436
23.754
133.897
WE/Gebäude
1,68
1,55
1,74
1,87
1,87
1,69
1,72
1,73
Quelle: LDS, UTEC
Geht man, wie in der nachfolgenden Tabelle ersichtlich, davon aus, dass im Kreis MindenLübbecke 75 % der Wohngebäude saniert werden könnten und sich pro Gebäude ein Energiesparbedarf von ca. 100 kW-Std./m² ergeben würde, so beläuft sich die Heizenergieeinsparung auf 34 %. Dieses entspricht einer Heizölmenge von ca. 80.000 Mio. l/Jahr und einer CO2Einsparung von ca. 180.000 t/Jahr (Ansatz 1). Der Ansatz 2 geht auf die Einsparungen pro
Jahr ein, wenn man davon ausgeht, dass 1 % der Wohneinheiten saniert werden. Bei einer
spezifischen Einsparung von 100 kWh/m² kann im gesamten Kreis Minden-Lübbecke ca.
11.000 MWh/Jahr Energie eingespart werden, das entspricht 1.000 Mio. l Heizöl im Jahr und
einer CO2-Einsparung von ca. 2.500 t/Jahr.
Tabelle: Einsparpotenzial im Wohngebäudebestand Kreis Minden-Lübbecke (1. Ansatz)
Einsparpotenzial nur in Wohneinheiten vor 1988
Anteil der Wohngebäude ohne Sanierung
spezifische Einsparung
CO2 - Emissionsfaktor Erdgas
Heizöl
Anteil Erdgas
Mix Erdgas/Heizöl
75
100
201
266
60
227
%
kWh/m²
kg/MWh
kg/MWh
%
kg/MWh
Verbräuche:
Endenergiebedarf Gebäude bis 1987
Endenergiebedarf Gebäude nach 1987
Endenergiebedarf Gebäude saniert
220
120
120
kWh/m²/a (nach IWU)
kWh/m²/a
kWh/m²/a
WEs vor 1988 gesamt
WEs vor 1988 unsaniert
Wohnfläche unsaniert
Heizenergiebedarf
Energieeinsparung
Heizöläquivalent
CO2-Einsparung
Kreis gesamt
110.143
82.607
8.025.766
2.366.548
802.577
34
80.258
182.185
m²
MWh/a
MWh/a
%
Mio. l/a
t/a
88
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Tabelle: Einsparpotenzial im Wohngebäudebestand Kreis Minden-Lübbecke (2. Ansatz)
Sanierung von zusätzlich
spezifische Einsparung
CO2 - Emissionsfaktor Erdgas
Heizöl
Anteil Erdgas
Mix Erdgas/Heizöl
WEs vor 1988 gesamt
Sanierte WEs
Wohnfläche saniert
Energieeinsparung
Heizöläquivalent
CO2-Einsparung
1
100
201
266
60
227
%/a der WEs
kWh/m²
kg/MWh
kg/MWh
%
kg/MWh
Kreis gesamt
110.143
1.101
107.209
10.721
1.072
2.434
WE/a
m²/a
MWh/a
Mio. l/a
t/a
Quelle: Berechnungen UTEC; vollständige Tabelle im Anhang
Anhand dieser Zahlen kann man die Wertschöpfung für das Kreisgebiet abschätzen: Im Rahmen des Förderprogramms zur Altbausanierung der Stadt Gütersloh haben Haus-Modernisierer im Durchschnitt 14.000,-- €/Wohnungseinheit für Investitionen im Wärme- und Energiebereich ausgegeben. Legt man die ca. 110.000 Wohneinheiten zugrunde und geht davon aus,
dass 1 % pro Jahr saniert werden, so entspricht das ca. 1.100 Wohneinheiten/Jahr.
Bei einer durchschnittlichen Investitionssumme von 14.000,-- €/Wohneinheit beläuft sich die
Wertschöpfung für den Kreis Minden-Lübbecke auf 15.400.000 € pro Jahr.
Im Kreisgebiet liegt die durchschnittliche m2-Fläche der Wohneinheiten vor 1988 bei 97m2
(siehe Tabelle Wohngebäudebestand). Laut Zahlen der Deutschen Energieagentur für 2006
sind für eine umfassende Sanierung mindestens 350 Euro/m2 zu veranschlagen. Pro durchschnittlicher Größe der Wohneinheiten beträgt die Sanierungssumme damit ca. 34.000 Euro.
Werden diese 34.000 Euro bei 1 % der Wohneinheiten (1.100 WE) pro Jahr investiert, führt
das zu einer jährlichen Investitionssumme von 37.400.000 Euro.
Diese Zahlen zeigen, dass nur aufgrund einer Erhöhung der Sanierungsquote im Kreis Minden-Lübbecke von beispielsweise 1,0 % auf 1,5 % eine erhebliche Wertschöpfung für die gewerbliche Wirtschaft im Kreis existiert. Damit lassen sich Arbeitsplätze und auch Ausbildungsplätze sichern. Es ist damit im Interesse des Kreises Minden-Lübbecke neben der Energieeinsparung und der CO2-Minderung auch die Wertschöpfungsrate zu erhöhen, um die heimische
Wirtschaft zu fördern.
Dem Ziel einer erhöhten Sanierungsquote, kommt man durch die Beratung der Bürger näher.
Damit sollte eine wichtige Aufgabe im Rahmen des Klimaschutzprojektes des Kreises auch
eine Beratungsinitiative für Bürger sein. Dazu gibt es verschiedene Maßnahmen und Beratungsmöglichkeiten, die im Kapitel 5 „Beratung“ näher ausgeführt werden.
89
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
4.4
Klimaschutz- und Energiekonzept
Gewerbe, Industrie, Handel
Nach vier Durchgängen des Projektes ÖKOPROFIT sind 35 Firmen aus unterschiedlichen
Branchen zertifiziert worden. Den größten Anteil des identifizierten Potentials machen Energieeffizienzsteigerungen aus. So flossen bisher 42 % aller Maßnahmen in den Bereich des
Energiesparens (siehe nachfolgende Graphik: Verteilung der Maßnahmen)
Verteilung der 66 Maßnahmen in %
Management; 1%
Motivation; 3%
Emissionen; 4%
Controlling; 3%
Einkauf; 6%
Energie; 42%
Recht; 9%
Soziales; 3%
Asi; 12%
Wasser; 7%
Abfall; 9%
Den größten Block bilden Maßnahmen mit einer Amortisationszeit von weniger als einem Jahr
(vergl. nachfolgende Graphik: Amortisationszeiten der Maßnahmen)
Einsparungen per anno nach Amortisationsjahren
52.880,00 €
60.000,00 €
50.000,00 €
40.000,00 €
30.000,00 €
16.140,00 €
9.050,00 €
20.000,00 €
10.000,00 €
-
€
max 1
1-3
>3
Vor diesem positiven Hintergrund wird die Fortsetzung von ÖKOPROFIT für kleine und mittelständische Unternehmen im Kreis Minden Lübbecke weiterhin angeboten werden.
90
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
5
Beratung
5.1
Verbraucherzentrale
Klimaschutz- und Energiekonzept
Die Verbraucherzentrale NRW ist eine anbieterunabhängige Organisation. Mit einem Netz von
54 örtlichen Beratungsstellen, einem umfangreichen Internetangebot und zahlreichen alltagsorientierten Ratgeberbroschüren ist die Verbraucherzentrale NRW nahezu flächendeckend in
Nordrhein-Westfalen in der Lage, Verbraucherinnen und Verbrauchern in Fragen des privaten
Konsums Hilfestellungen zu geben.
Allerdings ist die Verbraucherzentrale NRW dabei auf die Förderung durch das Land und die
Kommunen angewiesen. Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und
Verbraucherschutz unterstützt die jährliche Arbeit der Verbraucherzentrale NRW mit erheblichen Finanzmitteln und auch die Kommunen beteiligen sich mit 50 % an den Kosten der
Verbraucherberatung vor Ort. 2007 haben das Land und die Verbraucherzentrale eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bis 2010 geschlossen.
Die Verbraucherberatung berät in allen Bereichen des täglichen Lebens: von Lebensmitteln,
HiFi-Geräten und Telekommunikationsdienstleistungen bis zu Mietverträgen, Energielieferungen oder Versicherungsverträgen. Neben der Information erstellt die Verbraucherberatung
Broschüren und Ratgeber und führt Projekte durch. Zu den Klimaschutz-Projekten gehören
folgende Aktivitäten:
x
Energiesparberatung vor Ort: Auf Grundlage der Energiekosten wird eine erste Übersicht
und Einschätzung zum Energieverbrauch des Hauses oder der Wohnung erstellt.
x
Wärmeschutzdiagnose: Überprüfung des Heizenergieverbrauches, der Einsparpotenziale
und der Sanierungsschritte für die Verbesserung des Wärmeschutzes des Hauses.
x
Heizungsdiagnose: Einsparung der Energiekosten und Schwachstellenanalyse der Heizungsanlage und der Anlage(n) zur Trinkwassererwärmung sowie Beratung zu alternativen Heizsystemen wie z. B. solarthermische Anlagen (Sonnenenergie), Holzpelletsheizungen oder Wärmepumpen.
x
Feuchtediagnose: Vor Ort-Bewertung des Feuchte- und/oder Schimmelproblems.
x
Solarstromcheck:
Überprüfung
der
Voraussetzungen
für
den
Einbau
einer
Photovoltaik-Anlage.
x
Gebäudeenergiegutachten: Vor-Ort-Überprüfung des energietechnischen Zustandes des
Gebäudes mit Vorschlägen für effiziente Verbesserungsmaßnahmen.
Zudem bietet die Verbraucherberatung für Kommunen eine neue Energieberatung an. Das
Projekt läuft im Rahmen der Förderung des Landes von „Mein Haus spart“. Ein geförderter
Energieberater nimmt die o. a. Projekte in der Kommune wahr und akquiriert zudem weitere
Fachleute, die ihn in seiner Aufgabe unterstützen. Dadurch kann das Beratungsangebot ver-
91
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
doppelt werden. Lokale Marketingaktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und Vorträge runden das Programm ab. Die Gesamtkosten für die Berater, die Honorarverträge sowie
Materialien, Bürokraft und -ausstattung und das Management der Geschäftsstelle werden gefördert. Der Eigenanteil der Kommune beträgt 60.000 Euro.
5.2
Energieimpuls OWL
Das Ziel des gemeinnützigen Vereins Energieimpuls ist die Förderung von Bildung, Wissenschaft, Forschung und Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien und effizienter Energienutzung. Diese sollen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Die Zielsetzungen des
Vereins sollen - ausgehend von Ostwestfalen/Lippe als Modellregion - vorangetrieben werden.
Dazu bündelt der Verein die vorhandenen Kompetenzen in der Region.
Zu den Zielen gehören :
x
Intensivierung der Anwendung von Zukunftsenergien in OWL,
x
Ausbau des Wissens- und Projektnetzwerkes für Unternehmen, Bildung, Institutionen,
x
Koordination potentieller Partnern aus Unternehmen, Institutionen, Politik und Kommunen,
x
Konzeption und Formulierung innovativer Projekte,
x
Öffentlichkeitsarbeit für Zukunftsenergien aus OWL.
Zu den Mitgliedern zählen u. a. verschiedene Stadtwerke der Region, Firmen, Energieversorger und der Kreis Lippe.
5.3
Energieagentur NRW
Seit dem 1. Januar 2007 gibt es die neue EnergieAgentur.NRW; sie vereint die früheren Bereiche "Energieagentur NRW" und "Landesinitiative Zukunftsenergien NRW". Arbeitsbereiche
sind neben Förderung der Forschung, technischen Entwicklung, Demonstration und Markteinführung auch die Energieberatung und die berufliche Weiterbildung.
Im Umgang mit Energie oder erneuerbaren Energien werden Unternehmen genauso beraten
wie Kommunen und Privatleute. Die EnergieAgentur.NRW bietet Netzwerke für Unternehmen
und Energieberatungsleistungen als Initial- und Contractingberatungen für Unternehmen und
Verwaltungen an. Auch Informations- und Weiterbildungsangebote sowie Schulung des Nutzerverhaltens werden für Fach- und Privatleute angeboten.
Zu den Schwerpunktbereichen gehören
x
Energieeffizienz,
x
Erneuerbare Energien für Unternehmen und Kommunen,
x
Energieeffizientes und solares Bauen,
92
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
x
Innovative Kraftwerke und Netztechnik,
x
Biomasse,
x
Kraftstoffe und Antriebe der Zukunft,
x
Brennstoffzelle und Wasserstoff und
x
Solarenergie.
Klimaschutz- und Energiekonzept
Die EnergieAgentur.NRW informiert und motiviert Kommunen und Verwaltungen in NRW ihre
Effizienz- und Einsparpotenziale bei der Energieanwendung in ihrem Gebäudebestand und in
ihrer Infrastruktur zu nutzen. Sie unterstützt diese dabei, ihre lokalen Klimaschutzziele und
Ziele zur Versorgung mit erneuerbaren Energien wirtschaftlich umzusetzen. Zudem hilft sie,
vor Ort Unternehmen, Forschung und weitere Partner zu gemeinsamen Aktivitäten für Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Klimaschutz zusammenzuführen sowie sich an europäischen Kooperationsprojekten in den Energieprogrammen der EU zu beteiligen.
Die EnergieAgentur.NRW berät neutral und unabhängig, denn sie wird allein über öffentliche
Mittel finanziert. Im Schnitt erreichen rund 20.000 Anfragen von Unternehmen, Kommunen
und Verwaltungen die Abteilung Energieberatung der EnergieAgentur.NRW. Sowohl das Land
NRW als auch der Bund stellen vielfältige Fördermittel für Energieeffizienz und erneuerbare
Energien zur Verfügung.
Die EnergieAgentur.NRW berät auch Endverbraucher vor Ort, so z. B. in den Fußgängerzonen und auf den Marktplätzen mit dem Energieberatungsmobil NRW. Die Beratung erfolgt von
den alljährlichen Nebenkostenrechnungen über die Minimierung der Energiekosten bis hin zu
Förderungen. Mit nützlichen Online-Checks, eigenen Portalen und zahlreichen Broschüren informiert die Agentur über die Bereiche Heizung, Warmwasser, Lüftung und Stromverbrauch.
Über die Volkshochschulen werden Verbraucher-Seminare angeboten, die jährlich von rund
20.000 Interessenten besucht werden. Die EnergieAgentur.NRW betreibt zudem eines der
größten europäischen Weiterbildungsprogramme. Über 220.000 Personen haben an den Seminaren, Fachtagungen und Workshops seit Bestehen des Programms 1994/1995 teilgenommen.
Die Energieagentur ist auch Partner der NRW-Aktion "Mein Haus spart!".
5.4
EVU (z. B. Projekt „Rathaus 5000“)
Seit Januar 2008 unterstützt RWE Rhein-Ruhr AG mit dem 5000-Rathäuser-Programm Kommunen bei der Umsetzung des Energieausweises für öffentliche Nichtwohngebäude. Im Vorfeld zu diesem Programm haben sich einige Gemeinden bereit erklärt, einen Piloten zum
Energieausweis durchzuführen. Damit konnte RWE einige Erfahrungswerte sammeln um einen reibungslosen Ablauf bei der Durchführung des Programms zu gewährleisten.
93
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
5.5
Klimaschutz- und Energiekonzept
European energy award (eea)
Der European energy award (eea) ist dem Zertifizierungsverfahren ISO 14 000 ähnlich. Er ist
prozessorientiert angelegt und dient der Energieeinsparung, der effizienten Nutzung von
Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien. Zur Zeit kann er nur von
Kommunen beantragt werden. Mit zwei nordrhein-westfälischen Kreisen läuft zur Zeit ein
Pilotverfahren, um zu prüfen, ob die Zertifizierung auch auf Kreise ausgedehnt werden kann.
Zentraler Punkt für die Kommune ist die Bildung eines Energie-Teams. Es ist für die Umsetzung des European Energy Award in der Kommune verantwortlich. Das Team besteht aus
Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Fachbereiche der Verwaltung und Eigenbetriebe sowie ggf. Mandatsträgern. Es besteht auch die Möglichkeit, externe Energieexperten
und engagierte Bürger in das Energie-Team aufzunehmen. Die Gründung eines EnergieTeams ist Voraussetzung für die Teilnahme am European Energy Award Programm. Unterstützt wird das Energie-Team der Kommunen bei der Umsetzung durch einen eea-Berater.
Erster Schritt ist die Bestandsaufnahme der bisherigen Klimaschutzmaßnahmen z. B. an Gebäuden, aber auch der Bauleitplanung, sowie der internen und externen Kommunikation.
Daraufhin erfolgt ein Abgleich mit einem umfangreichen Maßnahmenkatalog, der mit 100 verschiedenen Maßnahmen das wichtigste Werkzeug des eea Programms darstellt.
Erfolge der kommunalen Energiearbeit werden nicht nur in Punkten dokumentiert, sondern
auch bei Erreichen einer Höchstpunktzahl ausgezeichnet. Die Auszeichnung der Städte und
Gemeinden mit dem European Energy Award bietet die Anerkennung des bereits Erreichten.
Kommunen erhalten 60 – 70 % Förderung. Die Kosten für die Kommune lassen sich der nachfolgenden Tabelle entnehmen. Zusätzlich fallen noch Kosten für Moderations- und Beratungsleistungen sowie Zertifizierungen an.
Tabelle: Kosten des jährlichen Programmbeitrages zum European energy award
Einwohnerzahl der Kommune
Beitrag in Euro
< 5.000
500,00
5.001 - 10.000
1.000,00
10.001 - 50.000
1.500,00
50.001 - 100.000
2.000,00
100.001 - 200.000
2.500,00
200.001 - 300.000
3.000,00
300.001 - 500.000
4.000,00
Der Kreis Minden-Lübbecke sollte sich ab 2009 für eine Teilnahme am eea bewerben,
da eine Beteiligung von Landkreisen dann möglich ist. Die Ergebnisse sollten im
MIBAU-Programm berücksichtigt werden.
94
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
5.6
Klimaschutz- und Energiekonzept
Koordinierung Klimaschutz
5.6.1 Klimakommission
Die zukünftigen Aufgaben zum Schutz des Klimas müssen auf allen Ebenen wahrgenommen
werden und bieten gerade für die Kreisebene ein hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten.
Durch die Bündelungsfunktion des Kreises werden viele Bereiche des öffentlichen Lebens berührt und private und kommunale Akteure angesprochen. Die Politik als Gestalter und Multiplikator ist besonders gefragt. Um diesen Gesamtprozess zu begleiten ist die Bildung einer Klimakommission wichtig. Sie sollte aus Mitgliedern des Kreistages und der Verwaltung bestehen und die Geschicke im Bereich Klimaschutz lenken. Die Klimakommission gibt sich eine
Geschäftsordnung.
MKK
AML
Andere
Landrat
KREISTAG
Umweltamt
Bau- und
Verkehrsausschuß
KLIMAKOMMISSION
Bau- und
Vermessungsbetrieb
Umweltausschuss
andere
Ämter
andere
Ausschüsse
Städte
+
Gemeinden
Koordinierungsstelle
Klimaschutz
??
EVU
BÜRGER
Bündnisse
5.6.2 Koordinierungsstelle Klimaschutz
Das Thema Energie und Klimaschutz betrifft sowohl das verwaltungsinterne Handeln als auch
das Zusammenarbeiten mit den Städten und Gemeinden sowie mit den Bürgern und anderen
Institutionen und Bündnissen. Alle Akteure im Klimaschutz führen Projekte durch, haben
Ideen, Anregungen, Fragen. Es entstehen Prozesse, die miteinander harmonieren und ggf.
Prozesse, die sich behindern. Aus diesem Grund ist es innerhalb eines Kreises wichtig, eine
95
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Koordinierungsstelle Klimaschutz zu installieren, die den Gesamtprozess bearbeitet und Synergien mit den Akteuren herausarbeitet.
Die Aufgaben der Koordinierung sind vielfältig:
x
Koordinierung der Gestaltungsprozesse auf Kreisebene
x
Mitwirkung bei internen Projekten und Maßnahmen
x
Sammlung und Abstimmung von Informationen und Ideen aus Politik, Kommunalverwaltung sowie Wirtschaft und Verbänden
x
Vermeidung von Doppelarbeit
x
Erstellen von Berichten und Vorbereitung von politischen Beschlüssen
x
Abstimmung der Akteursprojekte aufeinander
x
Beantwortung von Fragen der Bürger oder z. B. Verbänden
x
Akquise von Vorhabensförderungen
x
Zusammenarbeit mit Bündnissen, Energieberater (Architekten, Bauingenieure, Handwerksbetriebe, Schornsteinfeger),
x
Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden
x
Zusammenarbeit mit Förderern wie Banken, EVUs
x
Beratung bei Förderprogrammen und
x
Aufbau eines regionalen Energieberaternetzwerkes
Unter der Voraussetzung, dass der Kreis 2009 einen Antrag zur Teilnahme an dem european
energy award (eea) stellt und einen Energie-Zertifizierungsprozess innerhalb der Kreisverwaltung auf den Weg bringt, kann auch dieser durch die Koordinierungsstelle gesteuert werden.
Für die Finanzierung der Koordinierungsstelle bieten sich unterschiedliche Lösungen an:
1. Der Kreis kann das NRW-Förderangebot der Verbraucherzentrale „Mein Haus spart“ in
Anspruch nehmen. Im Rahmen der Landesinitiative kann die Einstellung eines Energieberaters gefördert werden. Ziel ist die Zusammenarbeit des Energieberaters mit gewerblichen Beratern vor Ort wie Architekten und Ingenieuren, um die Beratungsleistung von ca.
zwei Stellen zu erbringen. Der Eigenanteil liegt z.Zt. bei 60.000 €.
2. Es sollte geprüft werden, ob sich Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit mit den zwei
Beratern der Verbraucherberatung ergeben. Dort nehmen schon jetzt zwei Personen die
Umwelt- und Abfallberatung für den Abfallentsorgungsbetrieb Minden-Lübbecke wahr.
3. Es sollte geprüft werden, inwiefern der Kreis von einer unabhängigen Beratung Abstand
nimmt und ob unter dieser Bedingung die Koordinierung durch EVUs oder beispielsweise
den Verein Energieimpuls geleistet werden kann.
4. Als Alternative kann auch der Kreis einen eigenen Mitarbeiter für diese Aufgaben zur Verfügung stellen.
96
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
5.6.3 Finanzierung
Unabhängig von Bau- und Energiemaßnahmen, die z.B. im MIBAU-Programm entsprechend
der Haushaltslage umgesetzt werden, sind Projekte und Maßnahmen auf der Grundlage dieses Konzeptes zu finanzieren.
Daher wird empfohlen ein Produkt Klimaschutz beim Umweltamt zu bilden und einen
Haushaltsansatz in Höhe von 100.000 Euro vorzusehen. Über die Vergabe der Mittel
entscheidet die Klimakommission.
97
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
6
Klimaschutz- und Energiekonzept
Zusammenfassung
Der Klimawandel und seine Auswirkungen wird in den nächsten Jahrzehnten Tribut fordern.
Dieses Ergebnis wird mittlerweile nicht nur von Wissenschaft, sondern auch von der Politik
gesehen und politische Gegenmaßnahmen sind eingeleitet worden. Auch Deutschland hat
hierzu in den letzten Jahren den Weg geebnet und eine Reihe von Gesetzen, Vereinbarungen
mit der Industrie und Förderprogramme zur Unterstützung des Umdenkprozesses beschlossen. Der Kreis Minden-Lübbecke hat in den 1990er Jahren seinen Weg in Richtung Klimaschutz begonnen und beabsichtigt angesichts der noch vor ihm liegenden Aufgaben weitere
Maßnahmen anzugehen.
In den kreiseigenen Liegenschaften wurden bereits in der Vergangenheit erhebliche Mittel in
energetische Gebäudesanierungen und eine zukunftsweisende Anlagentechnik investiert.
Hierdurch konnten bereits messbare Erfolge erzielt werden. Weitere Reduzierungen des Energieverbrauchs und damit zusätzliche CO2-Einsparungen sind Zielsetzungen im nächsten
Mittelfristigen Bauprogramm (MIBAU) 2011 - 2015. Nun steht neben der Einsparung besonders die Energie- und Wärmegewinnung aus erneuerbaren Quellen im Vordergrund, um die
Klimaschutzziele zu erreichen. Neben einer Nutzung der Dächer zur Stromgewinnung und von
Abfällen oder nachwachsenden Rohstoffen zur Energieproduktion sollte der Kreis auch beim
Bezug von Strom auf einen hohen Anteil an regenerativen Energien achten.
Das Projekt ÖKOPROFIT hat schon in der Vergangenheit dazu gedient, Hinweise auf energetische Effizienz und Energieeinsparung zu geben. Mit der Kreissporthalle und der KampaHalle ist der Kreis in dem Projekt gestartet. Nunmehr sollen weitere Liegenschaften sowie
Tochterunternehmen an dem Projekt teilnehmen.
In gleicher Weise soll die Teilnahme am European energy award Potentiale zum Klimaschutz
ausloten und Einsparung sowie Energiegewinnung ermöglichen.
Durch die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben zur Erstellung von Energieausweisen wird der
Prozess zur Einsparung nachhaltig unterstützt.
Als messbare Größe kann die CO2-Bilanz bzw. die Energiebilanz die Erfolge auf dem Weg
des Klimaschutzes verdeutlichen bzw. Weichenstellungen steuern.
All diese einzelnen Elemente führen zu einem Maßnahmenpaket, das in das MIBAUProgramm des Kreises integriert werden kann. Durch die jährliche Berichterstattung in den
Sitzungen des Bau- und Verkehrsausschusses kann seitens der Politik das Programm angepasst und auch finanziell gelenkt werden. Auch die Töchterunternehmen des Kreises sind
gehalten, sich diesem Prozess anzugliedern und die Ziele zu beachten.
98
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Klimaschutz hört allerdings nicht beim Gebäudemanagement auf. Auch das Verhalten der
Nutzer in den Gebäuden kann erheblich zur Energieeinsparung beitragen, wie das Projekt
„Energiesparen macht Schule“ in der Vergangenheit gezeigt hat. An das Projekt soll angeknüpft und für ein verändertes Nutzerverhalten in Schulen aber auch Verwaltungsgebäuden
sensibilisiert werden.
Die Berufsschulen des Kreises zeigen, wie auch pädagogisch der Klimaschutz vermittelt werden kann und sich Ideen von Lehrern und Schülern im praktischen Klimaschutz anwenden
lassen. Vor dem Hintergrund des Einstiegs in das Berufsleben der Schüler sollten die erzieherischen Aspekte dieser Aktivitäten und damit die Initiativen der Schulen nachhaltig gefördert
werden.
Der Sektor Verkehr gehört zu dem Bereich, der einen unmittelbaren und großen Einfluss auf
das Klima hat. Neben den Möglichkeiten den Fuhrpark auf CO2-arme Fahrzeuge umzustellen,
können auch Initiativen wie das Job-Ticket helfen, klimaschädliche Emissionen zu begrenzen.
Auch Fahrertraining wie bei der kreiseigenen Tochter MKB oder die Einführung höherer Umweltstandards bei den MHV führen zu Verbesserungen der CO2-Bilanz.
Die abfallwirtschaftlichen Töchterunternehmen des Kreises sind auf dem Energiesektor schon
sehr weit. Mit dem Heizkraftwerk und der Energiezentrale des Klinikums sind erhebliche CO2Einsparpotentiale realisiert worden. Der Bau der Biogasanlage für Kompostabfälle und damit
die Eigenproduktion von Gas wird den Kreis bei dem Bestreben nach Unabhängigkeit von den
fossilen Brennstoffen für die Zukunft stärken.
Außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des Kreises engagieren sich viele Gruppen ebenfalls in
dem Bereich des Klimaschutzes. In den unterschiedlichen Projekten zur ländlichen Entwicklung sind klimarelevante Themen aufgegriffen worden. Ein Ergebnis ist die Zielperspektive einiger Dörfer sich zu „Energiedörfern“ zu entwickeln. Auch privat haben sich BürgerInnen,
Handwerkerschaft und Architekten zu einem Klimabündnis für den Mühlenkreis zusammengeschlossen und treiben ihrerseits verschiedene Projekte voran.
Einige Städte und Gemeinden des Kreises bekunden ebenso wie Bürger in der jüngsten Vergangenheit ihr Interesse für den Klimaschutz. Ein Energiemanagement der kommunalen Liegenschaften ist in einigen Städten und Gemeinden weit voran geschritten. Dennoch stecken in
den kommunalen Liegenschaften wie auch den privaten Wohngebäuden erhebliche Energieeinsparpotentiale. Angesichts dort möglicher Investitionen ist es auch im Interesse des Kreises, dem Beratungsbedarf nachzukommen. Jede positive Beratung führt zu einer Investition,
die zumeist beim heimischen Handwerk beauftragt wird. Die regionalen Wertschöpfungspotentiale im Kreisgebiet sind erheblich; sie sichern und schaffen Arbeit.
99
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
Beratung spielt demnach für die Identifizierung und Ausschöpfung der Potentiale eine entscheidende Rolle. Verschiedene Institutionen geben dabei Hilfestellung: Sei es die Verbraucherberatung, die Energieagentur NRW oder Vereine wie Energieimpuls OWL, die unabhängig beraten sowie die Energieversorger.
Der Kreis selbst muss sich darauf einstellen, dass der Prozess Klimaschutz gerade erst anläuft. Es gilt die Handlungsfelder der verschiedenen Akteure zu koordinieren, Ideen und Maßnahmen zu bündeln und Doppelarbeit zu vermeiden. Hier ist sowohl Politik wie Verwaltung gefordert. Aus diesem Grund ist die Bildung einer mit politischen Vertretern besetzten Klimakommission genauso wichtig wie eine Koordinierungsstelle Klimaschutz zur Bündelung der internen und externen Aktivitäten sowie ein Beratungsangebot. Die Konzeption und Finanzierung dieser Koordinierungsstelle sowie die Bildung eines Produktes Klimaschutz inklusive eines Haushaltsansatzes müssen veranlasst werden.
100
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
7
Klimaschutz- und Energiekonzept
Beschlussvorschlag
Klimaschutz- und Energiekonzept des Kreises Minden-Lübbecke
hier: Zukünftige Handlungsschwerpunkte des Kreises zur CO2-Minderung
Beratungsfolge:
03.06.2008 PlU-Ausschuss + Bau- und Verkehrsausschuss
16.06.2008 Kreisausschuss
16.06.2008 Kreistag
Beschlussvorschlag:
Der Kreistag des Kreises Minden-Lübbecke bekennt sich zu den internationalen und nationalen Klimaschutzzielen und wird daher nach Kräften diese Ziele in seinem eigenen Verantwortungsbereich unterstützen und im Rahmen eigener Maßnahmen umsetzen. Darüber hinaus
wird er durch Öffentlichkeitsarbeit und geeignete Initiativen die Maßnahmen des Bundes und
des Landes NRW im Kreisgebiet begleiten und wenn möglich forcieren.
Die kommunalen Verwaltungen sind selbst nur für 2 - 5 % der örtlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Um die für die übrigen 95 - 98 % verantwortlichen Akteure, Haushalte, Gewerbe,
Industrie zum Klimaschutz zu mobilisieren, muss der Kreis mit gutem Beispiel vorangehen.
Die Vorbildfunktion des Kreises führt zu einer Sensibilisierung der Öffentlichkeit für energiewirtschaftliche Zusammenhänge.
Im Bereich des Klimaschutzes müssen zahlreiche Stellen der Kreisverwaltung, auch ämterübergreifend, beteiligt und zusammengeführt werden. Dies erfordert geeignete Kommunikationsstrukturen und Akzeptanz der Ziele eines Klimaschutzprogrammes.
I
Baulich-energetische Maßnahmen des Kreises Minden-Lübbecke
a
Kreisverwaltung
i.
Die bisherigen baulichen Maßnahmen zu Energieeinsparungen im MIBAU-Programm
des Kreises haben bereits beachtliche CO2-Minderungen erbracht. Die notwendigen
Baumaßnahmen des neuen MIBAU-Programms 2011-1015 sollen vorrangig unter Beachtung der Klimaschutzziele umgesetzt werden. Hierbei ist der Energieverbrauch der
Kreisliegenschaften um mindestens 10% zu senken.
ii.
Für alle ständig beheizten Kreisgebäude werden Energieausweise erstellt.
iii.
Der Bezug von Strom hat bei Unternehmen zu erfolgen, die überwiegend regenerative
Energien zur Produktion einsetzen.
iv.
Bei Neubauten und Generalsanierungen wird angestrebt, die Vorgaben der EnEV deutlich zu unterschreiten.
101
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
v.
Klimaschutz- und Energiekonzept
Nach Vorbereitung in der Klimakommission wird im zuständigen Bau- und Verkehrsausschuss jährlich über den Energieverbrauch des Vorjahres berichtet. Bei Fehlentwicklungen wird das Bauprogramm angepasst.
b
Tochterunternehmen
i.
Auch die Tochterunternehmen des Kreises (Kliniken, AML, MKB, GVOA etc.) beachten
in gleicher Weise die Ziele dieses Beschlusses.
ii.
Das Projekt „Kommunale Energieversorgung aus Bioabfall“ - als ein Projekt mit mehreren Beteiligten - zeigt in besonderer Weise den integrativen Charakter von Energiemaßnahmen. Das Projekt mit einer jährlichen CO2-Minderung von 5.000 to/Jahr soll kurzfristig realisiert werden.
iii.
Die Tochterunternehmen stellen in gleicher Weise Energieausweise und jährliche Energiebilanzen auf. Diese sind in der Klimakommission zu beraten.
II
Sonstige Energiesparmaßnahmen des Kreises Minden-Lübbecke
a.
Der Kreis einschließlich seiner Tochterunternehmen stellt bis 2009 eine Gesamt-CO2bzw. Energiebilanz auf. Auf dieser Basis soll dann eine Minderungsquote für die nächsten 10 Jahre festgelegt werden, die dann als Grundlage für alle energierelevanten Entscheidungen dient.
b.
Der Kreis Minden-Lübbecke nimmt mit dem Kreishausgebäude am Ökoprofit–Prozess
teil; weitere Liegenschaften folgen in späteren Durchgängen. Zudem bewirbt sich der
Kreis um die Teilnahme an European Energy Award ab dem Jahr 2009. Die Ergebnisse
sollen im MIBAU-Programm berücksichtigt werden.
c.
Es wird besonderer Wert darauf gelegt, CO2- und schadstoffarme Fahrzeuge anzuschaffen.
d.
Das Projekt „Energiesparen in Schulen und in Verwaltungsgebäuden“ wird als Aufgabe
fortgesetzt bzw. erneut aufgegriffen.
e.
In Zusammenarbeit mit den eigenen Schulen sollen Initiativen zum Klimaschutz gefördert
werden.
III
Externe Handlungsfelder
a.
Der Kreis stellt zukünftig geeignete Dachflächen oder sonstige Flächen für Photovoltaikanlagen zur Verfügung. Geeignete Flächen und Rahmenbedingungen für die Nutzung
werden in einer Richtlinie zusammengefasst.
b.
Überörtliche Bündnisse/Initiativen werden soweit wie möglich unterstützt.
c.
Der Kreis und die Städte und Gemeinden arbeiten an einem gemeinsamen Konzept zum
Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden.
d.
In Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden und anderen Akteuren wie Handel,
IHK, Kreishandwerkerschaft und Banken soll eine Beratungsoffensive für die private Gebäudemodernisierung in Sinne des Klimaschutzes erarbeitet werden.
102
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
IV
Klimaschutz- und Energiekonzept
Organisation
Die Auswirkungen aus den Festlegungen der Abschnitte I bis III sind zu begleiten, damit ein
nachhaltiger Klimaschutzprozess eingeleitet werden kann. Daher werden folgende Maßnahmen festgelegt:
a.
Der Kreistag bildet eine Klimakommission aus Mitgliedern des Kreistages. Aufgabe dieser Klimakommission ist es, die bestehenden und zukünftigen Festlegungen des Klimaschutz- und Energiekonzeptes des Kreises zu begleiten und für die zuständigen Gremien
vorzubereiten.
Folgende Mitglieder werden bestimmt
CDU:
..........................................................
..........................................................
SPD:
..........................................................
..........................................................
b.
Die Grünen:
..........................................................
FDP:
..........................................................
Der Landrat wird gebeten, eine Projektgruppe Klimaschutz zu bilden. Aufgabe dieser
Projektgruppe ist es, die Arbeit der Klimakommission zu begleiten. Weiterhin soll hierdurch der Prozess zum Klimaschutz und zur Energieeinsparung sowohl intern als auch
extern unter Beteiligung der zuständigen Stellen begleitet und koordiniert werden.
c.
Für die möglicherweise notwendige Erstellung von Gutachten und für ggf. externe Beratung (Verbraucherberatung o. ä.) werden jährlich 100.000 Euro bereitgestellt. Über die
Vergabe der Mittel entscheidet die Klimakommission.
103
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
8
Klimaschutz- und Energiekonzept
Quellen
BMU: http://www.bmu.de/pressemitteilungen/aktuelle_pressemitteilungen/pm/40527.php
Bundesministerium für Bildung und Forschung:
http://www.forschungsrahmenprogramm.de/_media/Antragstellung7FRP_2Auflage.pdf
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung:
http://www.bmvbs.de/Bauwesen/-,1533/Klimaschutz-und-Energiesparen.htm;
http://www.bmvbs.de/Stadtentwicklung_-Wohnen-,1500.955930/Energieausweise-Waermeschutzb.htm
CO2-Handel: http://www.co2-handel.de/article185_4352.html
DAT: www.dat.de
Die Bundesregierung: G8-Gipfel:
http://www.g-.de/Webs/G8/DE/G8Gipfel/GipfelDokumente/gipfel-dokumente.html
dena: http://projekte.neh-im-bestand.de/?template=dt_nehb_projekte_datenblatt_neu&id=165784
DIW Berlin:
http://www.diw.de/deutsch/wb_42/04_die_oekonomischen_kosten_des_klimawandels/31209.html
Eco-Driver Fahrtraining: http://www.eco-drive.ch/go.cfm?was_ist_eco_drive
Energieagentur: http://www.energieagentur.nrw.de
Energieagentur:
http://www.energieagentur.nrw.de/emissionshandel/page.asp?TopCatID=2177&CatID=6358&Rubr
ikID=6396
Energieimpuls: http://www.energie-impuls-owl.de
EU-Kommission: http://ec.europa.eu/environment/co2/pdf/sec_2007_60_exsum_de.pdf
Euractiv: http://www.euractiv.com/de/verkehr/autos-co2/article-162421
European energy award: http://www.energy-award.de
Focus-online: http://www.focus.de/auto/unterwegs/co2/tid-5347/auto-und-co2_aid_50775.html
Fraunhofer Institut: http://www.ibp.fraunhofer.de/wt/bilanz.html
Gas 24:
http://www.gas24.de/cms/194-0-berechnung-co2-ersparnis.html
http://www.ipcc.ch/ipccreports/translations.htm
http://www.wind-energie.de/fileadmin/dokumente/Themen_AZ/Klimafolgen%20und%20Klimaschutz/DIW_Klimastudie.pdf
Intergovernmental Panel on Climate Change: IPCC
,
Lichtblick: http://www.lichtblick.de/lichtblick/unternehmen.php?lbid=GTPuWWuSYfng&v=5&
MHV: http://www.mhv-info.de
Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie NRW:
http://www.wirtschaft.nrw.de/500/200/index.php
104
Mühlenkreis Minden-Lübbecke
Klimaschutz- und Energiekonzept
MKB: http://www.mkb.de
Telefonat mit Herrn Overrath am 22.4.08
Schweizerisches Bundesamt für Energie:
http://www.bfe.admin.ch/energie/00576/00578/index.html?lang=de
Solarserver (Internetportal) : http://www.solarserver.de/eeg_verguetungssaetze.html
Spritmotor: http://www.spritmonitor.de
Süddach Solar Ulm: http://www.sds-ulm.de/Photovoltaik/index.php
Süddeutsche Zeitung vom 7.6.2007: http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/569/117443
Süddeutsche Zeitung: http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/49/104944
UBA Dessau:
http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/klimaaenderungen/wirkungen/index.htm
Umweltbundesamt:
http://www.dstgb.de/homepage/artikel/schwerpunkte/klimaschutz_und_energieeffizienz/materialien
/regionale_klimafolgen_in_deutschland/studie_umweltbundesamt.pdf
http://www.umweltbundesamt-umweltdeutschland.de/umweltdaten/public/document/downloadImage.do?ident=9082
UpI-Institut: http://www.upi-institut.de/klima-bericht_des_ipcc.htm
Verbraucherberatung NRW: http://www.vz-nrw.de/UNIQ120851129531003/link195195A
VVOWL: http://www.vvowl.de/index.php?haktiv=4
wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Energieausweis
wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Energieausweis
105
9
Anhang
bis 1987
nach 1987
Summe
Wohnfläche
bis 1900
1901 bis 1918
1919 bis 1948
1949 bis 1957
1958 bis 1968
1969 bis 1978
1979 bis 1987
1988 und später
Summe
Wohnungen
bis 1900
1901 bis 1918
1919 bis 1948
1949 bis 1957
1958 bis 1968
1969 bis 1978
1979 bis 1987
1988 und später
Summe
Gebäude
Bad
Espelkamp
Oeynhausen
1.841
387
2.107
269
3.302
615
2.301
2.083
3.956
2.475
3.414
1.476
1.675
702
4.477
1.939
23.073
9.946
Bad
Espelkamp
Oeynhausen
1.030
256
1.093
176
1.869
445
1.266
1.248
2.099
1.066
1.606
660
836
395
2.359
1.028
12.158
5.274
Kreis
Bad
Espelkamp
gesamt Oeynhausen
m²
m²
m²
10.701.021 1.675.116
731.813
2.332.072
403.266
177.179
13.033.093 2.078.382
908.992
Kreis
gesamt
13.160
9.979
17.839
16.993
24.263
18.473
9.436
23.754
133.897
Kreis
gesamt
7.950
5.803
11.508
9.760
12.965
9.856
5.599
13.840
77.281
Hüllhorst
m²
404.007
107.317
511.324
m²
548.549
156.473
705.022
597
432
654
601
702
476
308
1.001
4.771
Hüllhorst
382
289
449
393
469
361
232
684
3.259
Hüllhorst
Hille
658
533
984
705
748
593
393
1.316
5.930
Hille
476
385
751
485
543
441
295
963
4.339
Hille
Wohngebäudebestand Kreis Minden-Lübbecke
m²
885.548
165.338
1.050.886
Lübbecke
852
645
1.514
1.438
1.731
1.530
1.140
1.652
10.502
Lübbecke
523
400
1.016
920
1.100
826
571
1.000
6.356
Lübbecke
m²
2.905.714
560.586
3.466.300
Minden
3.795
2.632
4.517
5.534
8.125
5.910
2.623
6.393
39.529
Minden
1.886
1.288
2.662
2.602
3.368
2.643
1.552
3.087
19.088
Minden
m²
904.356
221.700
1.126.056
Petershagen
1.393
926
1.495
1.131
1.454
1.137
544
1.981
10.061
Petershagen
1.007
645
1.110
777
1.015
828
439
1.427
7.248
Petershagen
Porta
Westfalica
m²
1.284.790
183.474
1.468.264
Porta
Westfalica
1.820
1.219
2.434
1.612
2.821
2.411
1.050
1.909
15.276
Porta
Westfalica
1.138
737
1.570
993
1.721
1.377
636
1.167
9.339
Preußisch
Oldendorf
m²
395.981
116.003
511.984
Preußisch
Oldendorf
528
420
701
473
673
511
328
1.065
4.699
Preußisch
Oldendorf
339
269
464
316
427
375
179
694
3.063
m²
479.998
125.718
605.716
Rahden
636
404
868
594
798
493
413
1.102
5.308
Rahden
461
261
631
409
588
356
253
775
3.734
Rahden
m²
485.149
115.019
600.168
Stemwede
653
392
755
521
780
522
260
921
4.804
Stemwede
452
260
541
351
569
383
211
656
3.423
Stemwede
110.143
82.607
m²
8.025.766
MWh/a 2.366.548
MWh/a 802.577
%
34
Mio. l/a
80.258
t/a
182.185
18.596
13.947
1.256.337
375.039
125.634
33
12.563
28.519
WEs vor 1988 gesamt
Sanierte WEs
Wohnfläche saniert
Energieeinsparung
Heizöläquivalent
CO2-Einsparung
WE/a
m²/a
MWh/a
Mio. l/a
t/a
110.143
1.101
107.209
10.721
1.072
2.434
18.596
186
18.101
1.810
181
411
Bad
Oeynhausen
Kreis
gesamt
2. Ansatz
Parameteransätze
Sanierung von zusätzlich
spezifische Einsparung
CO2 - Emissionsfakto Erdgas
Heizöl
Anteil Erdgas
Mix Erdgas/Heizöl
Heizöläquivalent
CO2-Einsparung
WEs vor 1988 gesamt
WEs vor 1988 unsaniert
Wohnfläche unsaniert
Heizenergiebedarf
Energieeinsparung
Bad
8.007
80
7.794
779
78
177
Espelkamp
1
100
201
266
60
227
8.007
6.005
548.860
163.965
54.886
33
5.489
12.459
Espelkamp
4.614
46
4.491
449
45
102
Hille
3.770
38
3.670
367
37
83
Hüllhorst
3.770
2.828
303.005
91.659
30.301
33
3.030
6.878
Hüllhorst
Verbräuche:
%/a der WEs
kWh/m²
kg/MWh
kg/MWh
%
kg/MWh
4.614
3.461
411.412
125.744
41.141
33
4.114
9.339
Hille
60 %
227 kg/MWh
Anteil Erdgas
Mix Erdgas/Heizöl
Oeynhausen
266 kg/MWh
Heizöl
Kreis
201 kg/MWh
Erdgas
CO2 - Emissionsfaktor
gesamt
100 kWh/m²
75 %
1988
spezifische Einsparung
Anteil der Wohngebäude ohne Sanierung
Einsparpotenzial nur in Wohneinheiten vor Bauj.
1. Ansatz
Parameteransätze
8.850
89
8.614
861
86
196
Lübbecke
8.850
6.638
664.161
192.522
66.416
34
6.642
15.076
Lübbecke
33.136
331
32.253
3.225
323
732
Minden
33.136
24.852
2.179.286
633.885
217.929
34
21.793
49.470
Minden
8.080
81
7.865
786
79
179
Petershagen
8.080
6.060
678.267
202.953
67.827
33
6.783
15.397
Petershagen
Endenergiebedarf Geb. saniert
Endenergiebedarf Geb. nach 1987
Endenergiebedarf Geb. bis 1987
Einsparpotenzial Wohngebäudebestand Kreis Minden-Lübbecke
Preußisch
Preußisch
3.634
2.726
296.986
91.137
29.699
33
2.970
6.742
13.367
134
13.011
1.301
130
295
3.634
36
3.537
354
35
80
Westfalica Oldendorf
Porta
13.367
10.025
963.593
272.551
96.359
35
9.636
21.874
Westfalica Oldendorf
Porta
120 kWh/m²/a
120 kWh/m²/a
4.206
42
4.094
409
41
93
Rahden
4.206
3.155
359.999
108.686
36.000
33
3.600
8.172
Rahden
220 kWh/m²/a (nach IWU)
3.883
39
3.780
378
38
86
Stemwede
3.883
2.912
363.862
108.406
36.386
34
3.639
8.260
Stemwede
Kreishaus Minden
Kreishaus Minden
Kreishaus Minden
Straßenverkehrsamt Minden
Ber.stelle für SuF-Fragen Minden
Ber.stelle für SuF-Fragen Minden
Gesundheitsamt Lübbecke
Gesundheitsamt Lübbecke
Rettungswachen
Rettungswache Petershagen
Rettungswache Petershagen
Rettungswache Lübbecke
Rettungswache Rahden
Sportstätten
Kreisschwimmhalle Minden
Kampa-Halle Minden
Kreissporthalle II Minden
Kreissporthalle Lübbecke
Kreissporthalle Bad Oeynhausen
4024
5162
5163
4922
4083
4900
3135
3136
Anl.gut
2765
2767
2773
2768
Anl.gut
799
42ff
1450
5178
1938
Erläuterung
Hauptgebäude
Hauptgebäude
Hauptgebäude
Anbau
Erläuterung
Neubau
Gebäude A
Gebäude B
Gebäude C
Erläuterung
1988
1980
1982
1975
div.
Baujahr
1993
1984
1981
2003
Baujahr
1954
1978
1926/27
1999
1978
1974
1976
1977
Baujahr
Photovoltaik
west-ost
west-ost
west-ost
west-ost
west-ost
Ausrichtung
west-ost
nord-süd und west-ost
west-ost
west-ost
Ausrichtung
nord-süd
nord-süd
nord-süd
nord-süd
nord-ost nach süd-west
größenteils west-ost
nord-süd
west-ost
Ausrichtung
e) Sonstige Nutzungsbeschränkungen
b) Nutzungsbeschränkung durch Erker
c) Nutzungsbeschränkung durch unterschiedliche Geschosshöhen
d) Nutzungsbeschränkung durch Lichtkuppel-/Dachfenster
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Dachform
Satteldach
Sattel- und Flachdach
Flachdach
Flachdach
Dachform
Satteldach
Flachdach
Satteldach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Dachform
a) Nutzungsbeschränkung durch Gauben
Erläuterung der Nutzungseinschränkungen für die Aufstellung von Photovoltaik-Anlagen in Spalte "Bem.":
Verwaltungsgebäude
Anl.gut
Kreis Minden-Lübbecke
1.510
2.598
1.267
551
4.255
Fläche qm
187
539
87
211
Fläche qm
135
258
105
453
1.015
2.480
1.115
1.516
Fläche qm
c) d)
d)
d)
d) e)
Bem.
a) d)
Bem.
a)
d)
e)
e)
c)
c)
e)
c)
Bem.
Nutzbare Dachflächen
Schulen
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Leo Sympher BK Minden
Freih.-vom-Stein BK Minden
Freih.-vom-Stein BK Minden
Freih.-vom-Stein BK Minden
Freih.-vom-Stein BK BO
Freih.-vom-Stein BK BO
Berufskolleg Lübbecke
Berufskolleg Lübbecke
Berufskolleg Lübbecke
Berufskolleg Lübbecke
Berufskolleg Lübbecke
BK Lübbecke-Espelkamp
BK Lübbecke-Espelkamp
BK Lübbecke-Espelkamp
BK Lübbecke-Espelkamp
BK Lübbecke-Espelkamp
BK Lübbecke-Espelkamp
Schule f. Sprachbehinderte
Schule f. geistig Behinderte
Schule E Rodenbeck
Schule E Rodenbeck
Schule E Mindenerwald
Anl.gut
83
84
80
87/5186
86
85
88
81
4400
59/5187
58
72
73
70
64
65
71
68
74
75
76
77
78
79
697
174
4013
92
Kreis Minden-Lübbecke
Sek I
Sek II
Sporthalle
Lübbecke
Hauptgebäude
Gebäudeteil A
Gebäudeteil B
Gebäudeteil C
Gebäudeteil D
Gebäudeteil W
Hausmeisterwohnung
Lagerhalle
Gebäudeteil H
Gebäudeteil G
Gebäudeteil W
Gebäudeteil K
Hausmeisterwohnung
Anbau
Hausmeistergebäude
Hauptgebäude
Gebäudeteil A
Gebäudeteil B
Hauptgebäude
Hausmeisterwohnung
Pavillon
Werkstattgebäude
Werkstattnebengebäude
Hauswirtschftliche Schule
Erläuterung
2000
2004
2003
1992
1967
1967
1967
1967
1981
1972
2003
1968
1967
1979
1974
1959
1970
2004
1967
1967
1982
1982
1964
1967
1971
1981
1981
1964
Baujahr
Photovoltaik
größenteils nord-süd
größenteils nord-süd
nord-süd
west-ost
größenteils nord-süd
west-ost
west-ost
west-ost
west-ost
west-ost
nord-süd
nord-süd
größenteils nord-süd
größenteils nord-süd
west-ost
west-ost
größenteils nord-süd
west-ost
west-ost
west-ost
nord-ost
west-ost
nord-süd
nord-süd
west-ost
nord-süd
west-ost
west-ost
west-ost
Ausrichtung
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Satteldach
Satteldach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Satteldach
Flachdach
Flachdach
Satteldach
Satteldach
Flachdach
Flachdach
Satteldach
Satteldach
Flachdach
Flachdach
Flachdach
Satteldach
Dachform
977
732
394
349
582
588
955
831
340
289
71
79
2.686
2.417
1.128
1.596
985
130
645
230
885
966
794
819
240
381
2.532
105
715
Fläche qm
e)
d)
d)
c) d)
c) d)
c) d)
d)
c) d)
d)
Bem.
Nutzbare Dachflächen
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide
Bauhof Minderheide-Pumpenhaus
Bauhof Lübbecke
Bauhof Lübbecke
Bauhof Lübbecke
Streugutlagerhalle Hille
Stützpunkt PW-Holzhausen
Stützpunkt PW-Holzhausen
Stützpunkt Niedermehnen
Sonstige Gebäude
Umweltzentrum Nordholz
Umweltzentrum Nordholz
Umweltzentrum Nordholz
Arbeitslebenszentrum
Arbeitslebenszentrum
Mühlenbauhof Frille
Mühlenbauhof Frille
Mühlenbauhof Frille
KiTa Lübbecke
Schafstall Oppenwehe
Schafstall Oppenwehe
Schafstall Oppenwehe
Kreisjugendheim Lutternsche Egge
Kreisjugendheim Mindener Hütte
1940
1941
1947
1944
1942
1943
2280
2286
1954
1956
1953
1957
1958
1959
1960
Anl.gut
4205
4204
4206
4209
4860
3783
3791
3788
3789
3790
3036
3035
Insgesamt (alle Gebäude)
Gebäude des BVB
Anl.gut
Kreis Minden-Lübbecke
Teil 1
Teil 2
Teil 3
Hauptgebäude
Lagerhalle
sonstige Nebengebäude
Minden
Minden
Bürogebäude
Herrenhaus
Remise
Erläuterung
Oberlübbe
Gerätehalle/Aufenthalt
Lagerhalle
Lagerhalle
Fahrzeughalle
Anbau
Büro- und Sozialgebäude
Werkstatt - Block 26
Kleingeräte - Block 64
Verwaltung - Block 63
Hochbau / Schilderlager
KFZ- und Gerätehalle
Unterst. (Offene Halle I)
Holzlg. (Offene Halle2)
Umwälzanlage
Erläuterung
1976
1978
1970
1973
1991
1974
1976
2003
1982
1982
1990
1990
1990
Baujahr
1969
1972
1992
1975
1962
1986
1981
1995
1995
1995
1994
1998
1998
2002
1995
Baujahr
Photovoltaik
nord-west nach süd-ost
west-ost und nord-süd
nord-süd
nord-süd
west-ost
nord-ost nach süd-west
west-ost
west-ost
west-ost und nord-süd
west-ost
nord-süd
nord-süd
west-ost
nord-süd
Ausrichtung
west-ost
west-ost
west-ost
nord-west nach süd-ost
west-ost
nord-süd
west-ost
nord-süd
nord-süd
west-ost
nord-süd
nord-süd
nord-süd
nord-süd
nord-süd
Ausrichtung
Sattel-, und Flachdach
Sattel- und Flachdach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Flachdach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Dachform
Satteldach
Sattel- und Flachdach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Satteldach
Pultdach
Dachform
50.009
386
1.287
82
160
289
854
226
123
221
75
694
277
184
281
Fläche qm
172
23
108
257
438
190
102
298
295
329
249
395
143
117
42
Fläche qm
a)
e)
c) d)
a)
b)
b)
Bem.
Bem.
Nutzbare Dachflächen
Klimaschutz- und
Energiekonzept
des Kreises Minden Lübbecke
Juni 2008
Kreis Minden-Lübbecke
Dezernat IV
Portastraße 13
32423 Minden
www.minden-luebbecke.de
Verfasser:
Umweltamt
Dr. Beatrix Wallberg
Lothar Meckling
Bau- und Vermessungsbetrieb
Gerd Schake
Jens Netzeband