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ihre ideen · ihr engagement S unser unternehmen
04.2012
www.landeskrankenhaus.de
· Rheinhessen-Fachklinik Alzey · Rheinhessen-Fachklinik Mainz · Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach · Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie · Geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe ·
· Glantal-Klinik Meisenheim · conMedico MVZ gGmbh · Rhein-Mosel-Akademie ·
Finger weg vom
Gesundheitsfonds
rhein-mosel-fachklinik andernach
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
Florian
Bannasch,
Praxisanleiter der Station PZ3, regte in seiner
Facharbeit die Entwicklung einer Schülerstation an und schlug der
Pflegedirektorin Rita
Lorse und dem Leiter
der Krankenpflegeschule Udo Hoffmann das
Konzept der Schulstation vor. In diesem Konzept werden die Schüler
Die Krankenpflegeschüler (li.) bedankten sich bei
den Projektverantwortlichen für die große Mühe, die sie sich während der
in Handlungsabläufe
zwei Wochen machten.
eingebunden und überkl. Foto: Nach der Einarbeitung mussten die fünf Krankenpflegeschüler zeigen, was
sie gelernt haben.
nehmen, unter Kontrolle von pädagogisch
andernach: Den Krankenpflegeschü- qualifizierten Praxisanleitern/Pflegekräften,
lern der Rhein-Mosel-Fachklinik Ander- die Verantwortung für die gesamten pflegenach wurde im Zeitraum von zwei Wochen rischen Abläufe.
Zwei Wochen lang wurden Nadine Euskirdie Möglichkeit gegeben, über die normale
praktische Ausbildung hinaus, sich mit dem chen, Katja Hiebert, Janina Öhmen, Daniel
Thema Organisation und Übernahme von Klein und Janette Beckendorf, Schüler der
Verantwortung zu beschäftigen. Im Rahmen Krankenpflegeschule im dritten Jahr, zu
eines Projektes wurden die Schüler in enger Kollegen. Eine Woche lang liefen sie mit,
Betreuung durch mehrere Praxisanleiter an stellten Fragen, lernten, saugten auf, was
diese Themen herangeführt. Dies diente der die erfahrenen Kolleginnen und Kollegen
Entwicklung von Kompetenzen, was in der während ihrer Arbeit zu tun haben. Dann
waren sie selbst an der Reihe: Sie durften
normalen Ausbildung so nicht möglich ist.
Dr. Gerald Gaß
selbst Verantwortung übernehmen, den Arbeitsalltag planen, die Schicht übernehmen,
Patienten aufnehmen und selbst kritische
Situationen meisten – die Praxisanleiter natürlich immer an ihrer Seite.
Stationsleiterin Tatjana Kubach konnte
nach den zwei Wochen berichten, dass die
fünf Nachwuchskollegen »sehr motiviert«
waren und während ihrer Zeit auf der PZ3
eine »deutliche Entwicklung« schafften.
Udo Hoffmann, Leiter der Krankenpflegeschule der RMF Andernach, unterstützte
das Projekt und regte eine Weiterführung
und Weiterentwicklung des Konzeptes an.
Erste Rückmeldungen zeigten, dass die Einarbeitung aus Sicht der Schüler hätte länger
sein dürfen. Jetzt wird darüber nachgedacht,
die nächste Runde drei statt zwei Wochen
laufen zu lassen.
»Dann ist man plötzlich examiniert«
Pflegedirektorin Rita Lorse dankte den Praxisanleitern für die innovative Idee, die vor
einem halben Jahr an sie herangetragen
wurde. Sie weiß, wie es Berufsanfängern
gehen kann: »Dann ist man plötzlich examiniert.« Alle Beteiligten sind sich einig, dass
der erste Schritt getan ist, jedoch noch viele
folgen müssen. Eine Fortführung der Schulstation ist von allen Seiten erwünscht. red. π
Fotos: red.
klinik nette-gut
Zur Re-Zertifizierung vorgeschlagen
weissenthurm:
Foto: Klinik Nette-Gut/red.
Sie alle verfolgen
die Diskussion um
die Rücklagen der
gesetzlichen Krankenversicherungen im Gesundheitsfonds sicher
auch aufmerksam.
Kaum haben gute
Beschäftigungslage wie auch Sparauflagen zu einem Finanzpolster bei Krankenkassen geführt, beginnt die Diskussion
um die Verwendung des Geldes.
Gerade regte das Bundesfinanzministerium
an, einen Teil der Rücklagen zur Sanierung
des Bundeshaushaltes »umzuschichten«.
Konkret geht es um 2.000.000.000 Euro (in
Worten: zwei Milliarden). Begründet wird die
Idee mit dem scheinbar vernünftigen Gedanken, die Krankenkassen hätten einen erheblichen Bundeszuschuss bekommen, der nicht
in vollem Umfang verausgabt worden sei.
Doch so einfach ist es nicht, und so einfach
dürfen die Krankenhäuser und Beschäftigten
im Gesundheitswesen es den verantwortlichen Politikern auch nicht machen.
Der Bundeszuschuss, der in den Gesundheitsfonds fließt, ist keine generöse Spende
des Finanzministers, sondern der gerechte
Ausgleich für versicherungsfremde Leistungen,
die aus den Beiträgen der Versicherten bezahlt
werden. So ist die beitragsfreie Mitversicherung
Familienangehöriger eine großartige sozialpolitische Errungenschaft, die nicht allein durch
Beitragszahler, sondern von der Gesellschaft
insgesamt, aus Steuermitteln zu finanzieren ist.
Über viele Jahre erreichte der Bundeszuschuss nicht einmal annähernd die Höhe
der versicherungsfremden Leistungen, die
den Kassen per Gesetz übertragen wurden.
Jahr für Jahr fehlte dieses Geld, um etwa die
Beschäftigten in den Krankenhäusern angemessen zu bezahlen oder eine vernünftige
Personalausstattung zu finanzieren. Seit drei
Jahren warten die Krankenhäuser auch auf
die vom Gesetzgeber angekündigte Einführung
eines »krankenhausspezifischen Orientierungswertes«, der die Vergütungen für Krankenhäuser in dem Umfang steigern sollte, wie
auch die Kosten z.B. durch Tarifabschlüsse
wachsen. An Stelle dieser bitter notwendigen,
fairen Steigerung unserer Vergütungen durch
die Krankenkassen hat die Politik Sparauflagen definiert, die die Kostenschere weiter öffneten. Die Folge davon ist noch mehr Arbeitsverdichtung und teilweise Personalabbau.
Wer angesichts dieser Ausgangslage die Reserven des Gesundheitsfonds plündert und
dem Gesundheitssystem diese Mittel entzieht, tut dies auf dem Rücken der Beschäftigten. Deshalb, Finger weg!
Ihr
Schulstation für Krankenpflegeschüler
KTQ-Visitoren, Direktoriumsmitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Visitation der Klinik Nette-Gut.
Hier bitte die Empfängerdaten aufkleben!
Im Rahmen des ReZertifizierungsverfahrens wurde die Klinik
Nette-Gut vom 27. bis 29. Februar berufsgruppen- und hierarchieübergreifend in ihrer Gesamtheit überprüft mit dem Ergebnis,
dass die Visitoren die Klinik zur erneuten
KTQ-Zertifizierung vorschlagen werden.
Die Visitoren zeigten sich beeindruckt von
den Entwicklungen in der Klinik Nette-Gut.
Es liege ein hoher Durchdringungsgrad vor,
war eine der Aussagen der Visitoren. Herr
Pitzner, der pflegerische Visitor, wünschte
seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
in der forensischen Abteilung in Reichenau
eine Einrichtung, wie sie die Klinik NetteGut sei.
Vor allem die Patientenbefragung und die
daraus abgeleiteten Maßnahmen durch die
Klinik wurden besonders gewürdigt. Natürlich gebe es auch noch Optimierungsmöglichkeiten, z.B. im Umweltschutz und der
Energiepolitik des Hauses. Das Direktorium
bedankte sich bei der Visitationsbegleiterin
und den Visitoren für die angenehme Atmosphäre bei der Visitation. Der besondere
Dank galt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die direkt oder indirekt dazu beigetragen haben, dass die Klinik Nette-Gut
erneut das KTQ-Zertifi kat erhalten wird. π
2 | 04.2012
f Rhein-Mosel-Akademie
f Glantal-Klinik Meisenheim
Zertifikatkurs psychiatrische
Personalversammlung: LKH-Geschäftsführer
Pflege erfolgreich abgeschlossen Dr. Gaß informierte
Bei der Fallzahlentwicklung der Akut-Neurologie wird mit einem stabilen Verlauf gerechnet.
Auch die Fallzahlen der Inneren Medizin werden sich auf stabilem Niveau bewegen. In der
Chirurgie wird mit einem steilen Anstieg der Fallzahlen gerechnet.
f Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach / Als Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen
Bürgerarbeiter: Erstes Fazit nach sechs Monaten sehr positiv
Mit »Bürgerarbeit«, so das Ansinnen des Bundesministeriums
für Arbeit und Soziales, soll Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert werden. Eine wichtige Bedingung für die teilnehmenden
Unternehmen: Die Arbeit, die die
Bürgerarbeiter übernehmen, darf
reguläre Arbeit nicht verdrängen.
Insgesamt nahm fast die Hälfte
aller Jobcenter in Deutschland an
dem Modellprojekt teil – 34.000
Bürgerarbeitsplätze
bundesweit
werden über drei Jahre gefördert.
Die Rhein-Mosel-Fachklinik beteiligte sich als Arbeitgeber an dem
Projekt. Nach den ersten Monaten
wurde ein erstes Fazit gezogen.
andernach:
Werner Schmitt,
Verwaltungsdirektor der RheinMosel-Fachklinik
Andernach,
ergriff die Initiative, als er einen
Artikel des Jobcenters Mayen-Koblenz zum Thema Bürgerarbeiter
las. Auf der einen Seite gilt es für
ein großes Unternehmen wie der
RMF, auch gesellschaftlich Verantwortung zu übernehmen. »Insbesondere die Möglichkeit, bisher
schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen über einen längeren
Zeitraum die Chance einzuräumen, einer regulären Arbeit nachzugehen und reguläres Gehalt zu
bekommen, fand ich reizvoll«,
sagt er. »Die Kurzzeitbeschäftigungsmöglichkeiten im Ein-EuroJob-Bereich konnten mich in der
Vergangenheit nicht so richtig
überzeugen.«
Auf der anderen Seite aber hat
Werner Schmitt auch für ein möglichst geringes finanzielles Risiko des Unternehmens zu sorgen.
Das ist in diesem speziellen Fall
für die Arbeitgeber gering durch
die Einbindung von Bundesmitteln und Fördergelder aus dem
Europäischen Sozialfonds. Nach
einem Gespräch mit Rolf Koch,
dem Geschäftsführer des Jobcenters Mayen-Koblenz, hatte Werner
Schmitt Gewissheit: »Für die Kli-
nik bot sich die Möglichkeit, ohne
finanzielles Risiko das Konzept
der Klinikscouts mit zusätzlichen
Serviceleistungen für unsere Patienten und Angehörige anzugehen
und gleichzeitig den arbeitslosen
Menschen bei einem guten Arbeitgeber ohne ausbeuterische Absichten eine Chance zu bieten.«
»Es hat sich gelohnt«
18 Bewerbungen gingen schließlich ein, erzählt Karlheinz Saage,
Direktor der Heime. Nach den
ersten Monaten resümiert er, die
eingestellten Bürgerarbeiter »haben sich bewährt«, sind »hoch motiviert« und fühlen sich sichtlich
wohl, wieder etwas Sinnvolles tun
zu können und Geld zu verdienen.
Als Klinikscouts unterstützen sie
den normalen Betrieb und leisten
Arbeit, für die in der Hektik des
Alltags keine Zeit bleibt. So lesen
sie beispielsweise Patienten vor.
Sie gehen mit Patienten einkaufen, besuchen mal mit einem Patienten die Familie, übernehmen
die Begleitung bei einem Arztbesuch oder gehen mit zum Chor.
Wenn bald die Temperaturen wieder steigen, kann auch der Garten
che Zahl von 179 Vollkräften beweisen – entsprechend der Zahl
des Vorjahres. red. π
im ländlichen Raum ausgewiesen.
Dass sich der Betrieb stabilisiert
hat, mag auch die durchschnittli-
wieder ausgiebig genutzt werden.
All das sind Arbeiten, »die wir gerne machen würden, aber aus zeitlichen Gründen nicht können«, sagt
Karlheinz Saage.
Ein anderes Beispiel ist eine
Kleiderkammer für mittellose
Patienten. Wer macht das? Auch
dafür können zwei Bürgerarbeiter
eingesetzt werden. Als nächstes
wird über die Realisierung eines
Internetcafés nachgedacht. Dafür
sollen noch zwei offene Stellen
mit Bürgerarbeitern besetzt werden. In Anbetracht der Tatsache,
dass die Langzeitarbeitslosen, die
nun wieder Halt finden können,
durch ihre geregelte Beschäftigung hoch motiviert zur Arbeit
kommen und in ihrer Tätigkeit
aufzugehen scheinen, ist auch
dieser Plan für beide Seiten sinnvoll.
Karlheinz Saage nach den ersten
sechs Monaten Bürgerarbeiter in
der RMF: »Es hat sich gelohnt.«
Werner Schmitt: »Das Konzept
fand ich damals und finde es heute noch klasse. Es freut mich sehr,
dass die Bürgerarbeiterinnen und
Bürgerarbeiter bei uns so gut Fuß
gefasst haben.« red. π
Foto: Wolfgang Willenberg
rensische Psychiatrie wählen. Für
alle Bereiche stellten z.B. das Arbeiten mit Patientengruppen, das
Erstellen von Pflegediagnosen im
Pflegeprozess, Gesprächsführung,
Psychoedukation und die medizinische Fachkunde wichtige Themenschwerpunkte dar.
Die Teilnehmenden wurden
gezielt auf die Übernahme ihrer
neuen Rolle als Fachpflegekraft
für psychiatrische Pflege vorbereitet und können nun ihr Wissen
gezielt in der beruflichen Praxis
anwenden. Wir gratulieren zur
bestandenen Prüfung und wünschen ihnen viel Erfolg bei ihrer
weiteren beruflichen Entwicklung
und viel Spaß an ihren zukünftigen Aufgaben. Der aktuell laufende Zertifikatkurs psychiatrische
Pflege, mit den Schwerpunkten
Allgemeine Psychiatrie und Forensische Psychiatrie startete am
7. Februar. π
f Rhein-Mosel-Fachklinik
Andernacher
Rosenmontag
andernach:
Es war eine der
größten Gruppen, die samt Prunkwagen am Rosenmontagszug teilnahmen: Wie in den Vorjahren
beteiligte sich die Betriebssportgruppe der Rhein-Mosel-Fachklinik wieder am Andernacher
Foto: red.
Im Februar haben 17 Kandidatinnen und Kandidaten aus der RheinMosel-Fachklinik Andernach, der
Klinik Nette Gut für forensische
Psychiatrie, des St. Antoniuskrankenhauses in Wissen, des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz und der Universitätsklinik
in Bonn (Jennifer Ahnen, André
Hörnschemeyer, Daniela Kaltenborn, Monika Kensy, Nadja Khan,
Agathe Kroll, Cornelia Lang, Marcel Müller, Jens Otto, Nicole Petri,
Stephanie Pöters, Stephan Röder,
Christian Schleichert, Dirk Schliedermann, Manuel Schwarz, Anja
Theis, Reiner Zakowski) den Zertifikatkurs Psychiatrische Pflege
an der Rhein-Mosel-Akademie erfolgreich abgeschlossen.
Im Rahmen der zweijährigen
staatlich anerkannten Weiterbildung konnten die Teilnehmenden
zwischen den Schwerpunkten
Allgemeine Psychiatrie und Fo-
meisenheim: Höchste Priorität
für die Geschäftsführung des Landeskrankenhauses (AöR) hat die
strategische Weiterentwicklung der
Einrichtungen des Landeskrankenhauses, die ohne eine solche Weiterentwicklung in ihrem Bestand
gefährdet wären. Zur Realisierung
dieser Weiterentwicklungen tragen
im Ergebnis alle Einrichtungen
bei, da die heute besonders wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmensstandorte, allen voran der
Standort Andernach, finanzielle
Unterstützung leisten, ohne die die
großen Veränderungsprozesse in
Meisenheim und Bad Münster/Bad
Kreuznach nicht realisiert werden
könnten.
Am Standort Meisenheim steht ein
Bauvorhaben im Umfang von rund
40 Millionen Euro ins Haus, eine
große Investition, die den Standort
für die Zukunft betriebswirtschaftlich absichern wird. Auch hier wird
mit eigenen Ideen bewiesen, dass
der ländliche Raum nicht aufgegeben werden darf und es gelingen
kann, mit innovativen Konzepten
auch in einem schwierigen Umfeld
zu bestehen. Der Standort Meisenheim wurde im neuen Krankenhausplan des Landes als Pilotprojekt für die Sicherstellung der
intersektoralen Grundversorgung
Abb: Landeskrankenhaus
Foto: Rhein-Mosel-Akademie
Sigrun Lauermann, Andernach
Umzug zum Höhepunkt des Karnevals. Neben rund 60 bestens gelaunten Kolleginnen und Kollegen
waren auch Geschäftsführer Dr.
Gerald Gaß und Wolfram Schumacher-Wandersleb,
Ärztlicher
Direktor der Klinik Nette-Gut, dabei. π
04.2012 | 3
Weiterentwicklung von Aufgabenprofilen, um ihren Versorgungsauftrag vor allem im Bereich der
komplementären und gemeindenahen Versorgung sicherzustel-
Ein Blick zu den europäischen
Nachbarn zeigt, dass das Potential professioneller Pflege besser
genutzt werden kann, als dies bislang der Fall ist. Beispiele aus den
Niederlanden oder Skandinavien
belegen, dass sich die Patientenversorgung verbessert und die Patientenzufriedenheit steigt, wenn
Pflegefachpersonen die Nutzung
von Versorgungsangeboten und den
Therapieverlauf steuern, Patienten
dabei unterstützen, den Alltag zu
gestalten und die Therapie in den
Alltag zu integrieren. Die verordnete
Therapie wird zuverlässiger eingehalten und die Krankheitsverläufe stabilisieren sich. Zukünftige
len. Der Vertrag konnte nach nur
kurzer Verhandlungsdauer unterzeichnet werden.
Im Bereich der psychiatrischen
Versorgung haben sich die Anforderungen verändert. Zudem wird
insbesondere von Betroffenen und
vielen Experten ein Ausbau der
ambulanten
gemeindepsychiatrischen Angebote gefordert. Patienten
wünschen sich, trotz ihrer Erkrankungen im häuslichen Bereich zu
bleiben. Hier bietet der verstärkte
Einsatz akademisch qualifizierter
Pflegefachpersonen in neuen Aufgabenfeldern eine innovative Lösung.
Aufgabenschwerpunkte für die
Pflege liegen darüber hinaus in
der gezielten Unterstützung der
Patienten bei der Verbesserung
des Selbstmanagements, um die
Selbstständigkeit und Autonomie
der Patienten zu fördern.
Die Einrichtung der Stiftungsprofessur greift dieses Aufgabenspektrum auf. Der neue
Studienschwerpunkt wird die
traditionellen Pflegekompetenzen
deutlich erweitern. So können
die Absolventen wissenschaftlich
begründete
Handlungskonzepte erarbeiten und umsetzen und
mainz: An der Katholischen
Hochschule Mainz wird eine Stiftungsprofessur »Erweiterte Pflegekompetenzen bei langfristigem
Versorgungsbedarf (Schwerpunkt
Psychiatrie)« eingerichtet.
Mit ihrer Unterschrift besiegelten die Geschäftsführer des Landeskrankenhauses (AöR) und des
Pfalzklinikums (AdöR), Dr. Gerald
Gaß und Paul Bomke, die Einrichtung einer Stiftungsprofessur
an der Katholischen Hochschule
Mainz. Die Einführung und Umsetzung der Stiftungsprofessur
erfolgt über den Stifterverband
für die Deutsche Wissenschaft
e.V., der mit seinen Standards die
Qualität und Neutralität des Verfahrens sichert.
Zielsetzung dieser Kooperation
ist der Auf bau eines neuen Studienschwerpunktes an der Katholischen Hochschule Mainz. Das
neue Studienangebot wird Pflegefachpersonen auf Bachelor- und
Masterniveau für eine weitreichende Versorgung und Pflege von
Menschen mit chronischen, insbesondere psychiatrischen Krankheitsbildern qualifizieren.
Die Katholische Hochschule
Mainz bietet bereits seit 2008 einen ausbildungsintegrierten Bachelorstudiengang für Pflegefachpersonen mit unterschiedlichen
Vertiefungsmöglichkeiten
an.
Das Landeskrankenhaus und das
Pfalzklinikum sind offen für die
Foto: Landeskrankenhaus
Akademische Ausbildung für
Pflegekräfte in der Psychiatrie
– neue Stiftungsprofessur an
der Katholischen Hochschule
Mainz
erlangen wichtige Kompetenzen,
um als Netzwerker zwischen den
verschiedenen Angeboten passgenaue Lösungen für die Patienten
zu entwickeln.
f Psychiatrische und heilpädagogische Heime Alzey
Zusätzlicher Vertiefungsbereich
An der Katholischen Hochschule
wird auf der Bachelorebene ein
zusätzlicher Vertiefungsbereich
»Klinische Pflege bei langfristigem Versorgungsbedarf« in
den bereits bestehenden dualen
Bachelorstudiengang »Gesundheit und Pflege« integriert. Darauf auf bauend wird ein neuer
Masterstudiengang »Erweiterte
Pflegekompetenzen in der psychiatrischen Versorgung« mit dem
Abschluss Master of Science etabliert.
Zur Implementierung der Stiftungsprofessur schließen das
Landeskrankenhaus (AöR), das
Pfalzklinikum (AdöR) und die
Katholische Hochschule Mainz
eine Fördervereinbarung mit dem
Stifterverband für die Deutsche
Wissenschaft e.V. Die beiden öffentlichen
Krankenhausträger
verpflichten sich, die Stiftungsprofessur auf sieben Jahre zu finanzieren. Eine Weiterführung der Finanzierung und die Umwandlung
in eine stetige Professur werden
angestrebt.
Die Errichtung der Stiftungsprofessur stellt eine gelungene Verzahnung zwischen zwei Anbietern
im psychiatrischen und neurologischen Angebotsspektrum und einer Hochschule dar und beschreitet damit einen neuen innovativen
Weg.
Start des Studienschwerpunktes
»Erweiterte Pflegekompetenzen
bei langfristigem Versorgungsbedarf (Schwerpunkt Psychiatrie)«
ist das Sommersemester 2013.
Dann werden die ersten Bachelorstudierenden aufgenommen, die
diesen Studienschwerpunkt wählen können. red. π
f Rheinhessen-Fachklinik Alzey/Fachtagung
bingen: Am Fastnachtsdienstag
feierte die Geriatrische Tagesstätte Bingen mit ihren Gästen zum
ersten Mal Fastnacht. In den bunt
geschmückten
Räumlichkeiten
wurde ab 14.11 Uhr mit den Gästen
das fröhliche Treiben begonnen.
Nach einer Schunkelrunde wurde
die erste Büttenrede von einem
Gastredner
gehalten.
Danach ging es mit einigen schwungvollen Sitztänzen zum nächsten
Programmpunkt. Frau
Andre, eine erfahrene
Gitarristin, unterhielt
die Gäste mit einem karnevalistischen Schlagermedley. Nach dieser gelungenen Einlage wurde
zum traditionellen Kreppelkaffee
eingeladen. Nachdem man wieder
neue Kräfte gesammelt hatte, ging
es weiter mit Polonaise und Karnevalsliedern zum Mitsingen. Am
Ende der Veranstaltung konnten
die Gäste frohgelaunt und bester
Stimmung nach Hause verabschiedet werden. π
Foto: N.N.
Foto: Geriatrische Tagesstätte Bingen
Geriatrische Tagesstätte Bingen Fachtagung zur Vereinbarkeit
Helau und Kreppelkaffee
von Beruf und Pflege
alzey: Initiiert durch das Ministerium für Integration, Familie,
Kinder, Jugend und Frauen sowie
die AOK Gesundheitskasse, fand
kürzlich eine Arbeitsfachtagung
zum Thema »Vereinbarkeit von
Beruf und Pflege – Wege zum Erfolg für Unternehmen« in Mainz
statt.
Betriebe und Einrichtungen, die bereits erfolgreiche Wege zur
besseren Vereinbarkeit
von Beruf und Pflege
entwickelt haben, stellten an diesem Tag ihre
Praxisbeispiele und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten vor.
Unterstützt durch Frau
Kump und Frau Dominikowski
beteiligte sich die RheinhessenFachklinik Alzey aktiv am Infomarkt mit einem Informationsstand und stellte ihre vorhandenen
Leistungsangebote, wie Betriebskindertagesstätte und die Geriatrische Tagesstätte an den Standorten Alzey und Bingen vor. π
q TICKER
KURZ GEMELDET
QUELLE: INTRANET
h h h Landeskrankenhaus (AöR):
Neues von der Krankenhaushygiene h h h Ab sofort finden Sie im
Intranet im Hygieneplan des Landeskrankenhauses (AöR) die neuen
Hygieneplankapitel MRSA, NORO
und ROTA Viren, CLOSTRIDIUM
DIFFICILE und SALMONELLEN
sowie das Hygieneplankapitel »Übertragungswegabhängige Isolierung«.
Die dazugehörigen Isolierschilder
sind bestellt und werden Ihnen in
Kürze zugehen. Bei Rückfragen
wenden Sie sich bitte an: Juliane Pett,
Leitung Kompetenzstelle Hygiene
LKH (AöR), Tel. (0 67 31) 50-15 01. ∏
h h h Klinik Nette-Gut: Wechsel in
der Position der Stv. Pflegedirektion
h h h Am 15. Februar wurde in
der Klinik Nette-Gut der Wechsel
in der Position der Stv. Pflegedirektion offiziell vollzogen. Barbara
Kuhlmann, seit August 2005 in
dieser Funktion tätig, wird sich
von jetzt an auf ihre Aufgaben als
Pflegewissenschaftlerin in der Klinik
konzentrieren können. Im Rah-
Foto: Wolfgang Willenberg
f Landeskrankenhaus (AöR)
men einer Feierstunde wurden die
Verdienste von Barbara Kuhlmann
gewürdigt, die in den vergangenen
sechs Jahren mit hoher fachlicher
und sozialer Kompetenz ihre Arbeit
in dieser Position geleistet hat. Als
neue Stv. Pflegedirektorin wurde
Dagmar Weidmann den zahlreichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
vorgestellt. Dagmar Weidmann ist
seit Oktober 1993 in der Klinik NetteGut tätig, zunächst auf der Station
K1, später als Stv. Stationsleitung der
Station K2, ab September 2002 als
Stationsleitung der Station K1. Nach
Abschluss ihres Studiums im Pflegemanagement war sie seit Oktober
2007 als Pflegedienstleitung der
suchttherapeutischen Abteilung tätig. Die Direktoriumsmitglieder und
alle anwesenden Beschäftigten der
Klinik Nette-Gut wünschten sowohl
Barbara Kuhlmann als auch Dagmar
Weidmann viel Kraft und Erfolg bei
den vor ihnen liegenden Aufgaben. ∏
h h h Geriatrische Fachklinik
Rheinhessen-Nahe: Forum Geriatrie – Geriatrie Aktuell h h h Am
3. März lud Dr. Jochen Heckmann,
Ärztlicher Direktor der Geriatrischen
Fachklinik Rheinhessen-Nahe, nach
Bad Kreuznach zum »Forum Geriatrie« ein. Zahlreiche Teilnehmer fanden sich im »Haus des Gastes« ein,
um die aktuellsten Vorträge aus dem
Bereich »Geriatrie« zu hören. Nach
der erfolgreichen Tagung tauschten
sich die Gäste aus und besichtigen
die neue Akut-Geriatrische Abteilung der GFK. π
4 | 04.2012
f Rheinhessen-Fachklinik Alzey
f Landeskrankenhaus (AöR)
Interview mit der neuen stellvertretenden Pflegedirektorin
Dr. Gaß im Vorstand
der Krankenhausgesellschaft RLP
Steffi Kleinert, Alzey
men dieser Tätigkeit begleitete
und unterstützte ich die psychiatrischen und heilpädagogischen
Heime der Rheinhessen-Fachklinik bei der Erstzertifizierung sowie den Behandlungsbereich der
Klinik bei der Rezertifizierung
nach KTQ. Ergänzend zum Qua-
alzey:
Zum 01.02.2012 wurde
Isabella Dominikowski die Funktion der stellvertretenden Pflegedirektorin der Rheinhessen-Fachklinik Alzey übertragen.
Ihre Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte sie 2004 an der Universitätsmedizin Mainz und war dort
zunächst einige Jahre in der Abteilung für Transplantationschirurgie
tätig, bevor sie an der Katholischen
Hochschule Mainz ihr Studium
des Pflegemanagements begann.
Foto: Steffi Kleinert
forum: Sie schlossen Ihr Studium 2010 erfolgreich als DiplomPflegewirtin (FH) ab. Womit
beschäftigten Sie sich in Ihrer Diplomarbeit?
Isabella Dominikowski: Ich
beschäftigte mich mit der Wirtschaftlichkeit einer ambulant
betreuten
Wohngemeinschaft
für demenziell erkrankte Menschen und erstellte hierzu eine
beispielhafte betriebswirtschaftliche Vorauskalkulation für die
Rheinhessen-Fachklinik. Diesem
Thema habe ich mich sehr gerne
angenommen, da ich mich bereits
thematisch auf meine Tätigkeit als
stellvertretende pflegerische Bereichsleitung der psychiatrischen
und heilpädagogischen Heime
einstellen konnte.
forum: Seit 2008 sind Sie nun in
der Rheinhessen-Fachklinik Alzey
beschäftigt. Wo lagen Ihre bisherigen Aufgabenschwerpunkte?
Isabella Dominikowski: Als
Stabsstellenmitarbeiterin begann
ich im Juli 2008 meine Tätigkeit
in der Pflegedirektion im Bereich
Qualitätsmanagement. Im Rah-
litätsmanagement unterstützte ich
vereinzelte Projekte, wie z.B. das
Entlassungsmanagement und die
Einführung der Wunddokumentation im KIS. Für die Implementierung des Expertenstandards
»Dekubitusprophylaxe in der Pflege« übernahm ich die Aufgabe der
Projektleitung. Im November 2010
wurde mir dann die Funktion der
stellvertretenden
pflegerischen
Bereichsleitung für die psychiatrischen und heilpädagogischen
Heime Alzey mit dem besonderen
Schwerpunkt der Geriatrischen
Tagesstätten am Standort Alzey
und Bingen übertragen.
forum: Welche Tätigkeiten werden Sie in Ihrer neuen Tätigkeit
beibehalten?
f Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Dr. Kelm-Kahl stellt sich vor
Foto: privat
Inge Kelm-Kahl, Alzey
alzey: Dr. Christof Keller, Chefarzt der Neurologie, machte die Redaktion auf eine sehr interessante
Kollegin aufmerksam: Dr. Inge
Kelm-Kahl. Wir baten sie, sich den
Kolleginnen und Kollegen der Kliniken des Landeskrankenhauses
(AöR) doch selbst vorzustellen.
»Eine kleine, aber feine Klinik«,
äußerten sich Wiesbadener zu der
RFK, mir damals noch gänzlich
unbekannt. Ein familiäres Klima
mit großem Bemühen um jede
Diagnose, intensive Ausbildung,
klangen verlockend für jemanden,
der Massenabfertigung und Assistent Nr. 26/b zu sein hasst.
Für mich war der Wechsel in die
kleine Weinstadt eine große Herausforderung. Hatte ich doch die
meiste Zeit meines Lebens mit
Kindern und meiner journalistischen Arbeit verbracht, immer im
Wechsel zwischen Kongressberichten und Küche, mit dem Notebook am Sandkasten sitzen, Telefoninterviews vom Schwimmbad
aus führend, während die Kleinen
ihren Kurs hatten. Damals war ich
froh gewesen, nach dem Tod meines Mannes Verdienst des Lebensunterhalts und Familie gut verein-
Isabella Dominikowski: Ich werde weiterhin an der einrichtungsübergreifenden
Arbeitsgruppe
zur Erarbeitung der Expertenstandards in der Pflege teilnehmen
und die Implementierung in der
Rheinhessen-Fachklinik Alzey vorantreiben. Auch die Betreuung
der jährlichen Sollstatistik der
BQS (Bundesgeschäftsstelle für
Qualitätssicherung) und die Dozententätigkeit in unserer Krankenpflegeschule werde ich weiterhin ausüben. Durch die Nähe zu
unserem Kooperationspartner, der
Katholischen Hochschule Mainz,
werde ich dort ebenfalls meinem
Lehrauftrag weiter nachkommen,
den ich seit 2010 inne habe.
forum: Womit werden Sie sich
als stellvertretende Pflegedirektorin als erstes beschäftigen?
Isabella Dominikowski: Da sich
zukünftig mit der Kodierqualität
der erbrachten Leistungen die Erlöse generieren, wird die Einarbeitung in die neu hinzugekommene
Systematik der OPS-Kodes sicherlich ein erster Schwerpunkt meiner Tätigkeit werden. Eine »Arbeitsgruppe OPS« wurde bereits
im April vergangenen Jahres ins
Leben gerufen und bis zu seinem
Weggang von Herrn Backs für
die Rheinhessen-Fachklinik koordiniert. An dieser Arbeitsgruppe
werde ich zukünftig teilnehmen.
Des weiteren werde ich mich intensiv mit der Leistungserfassung
in der neurologischen Frührehabilitation beschäftigen. Trotz des engen Zeitplans ist es mir aber wichtig, auch den direkten Kontakt zu
den Mitarbeitern aufzubauen.
forum: Gibt es Bereiche, die Ihnen besonders am Herzen liegen
und in denen Sie künftig Akzente
setzen möchten?
Isabella Dominikowski: Da ich
erst seit kurzem die neue Funktion inne habe, bin ich derzeit dabei, mir einen Überblick zu verschaffen und mich mit den neuen
Aufgaben vertraut zu machen. Ich
nutze im Moment jeden Tag, um
mich mit den Mitarbeitern auszutauschen und mir einen Eindruck
von anliegenden Themen zu verschaffen. Verraten kann ich aber
schon einmal, dass die pflegerische Dokumentation, vor allem in
Bezug auf haftungsrechtliche Fragestellungen, eines der Themen
ist, die mir besonders am Herzen
liegen.
forum: Eine persönliche Frage
zum Schluss: Neben Ihrem Beruf
sind Sie sportlich sehr aktiv. Als
Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft im Kickboxen werden
Sie in diesem Jahr sogar für Ihre
sportlichen Leistungen in 2011
von der Landeshauptstadt Mainz
sowie dem Landessportbund
Rheinland-Pfalz mit der goldenen
Leistungsnadel
ausgezeichnet.
Wie sieht neben dem beruflichen
Alltag Ihre Freizeit aus?
Isabella Dominikowski: Meine
Freizeit widme ich fast ausschließlich dem Kickboxen und sehe diesen Sport als einen wertvollen und
wichtigen Ausgleich zu meinem
beruflichen Alltag. Die sportlichen Herausforderungen, die mir
vor allem bei den Wettkämpfen begegnen, versuche ich genauso wie
auch im Beruf zu meistern. D.h.
vor allen Dingen für ein Ziel zu
kämpfen, es nicht aus den Augen
zu verlieren, aber auch dabei fair
zu bleiben. π
baren zu können. Doch die Kinder
wurden größer – eine Chance,
25 Jahre nach der Approbation
und Promotion endlich in einer
Akut-Klinik zu arbeiten. An der
Neurologie hatte ich durch meine
Doktorarbeit und später in der Arbeit in einer Reha-Klinik Interesse
gefunden.
Die Freundlichkeit der Aufnahme und das breite Spektrum
an Krankheitsbildern für den
Neurologischen
Weiterbildungsassistenten überstieg meine
Erwartungen. Die detektivische
Annäherung an Diagnosen, der
Sherlock Holmes’sche Ausschluss
von allem Unmöglichen, der das,
was übrig bleibt, die Wahrheit
(Diagnose) sein lässt, machen von
selber Lust am Lernen. Dabei war
die Anwendung aller Lehrsätze
praxisnah, Patienten und Angehörige mit engem Informationsfluss
einbeziehend. Nirgendwo lernt
man so gut wie als Erklärender,
sei es dem Patienten gegenüber
oder in internen Fortbildungen
mit Kollegen. Mich fasziniert im-
mer wieder, wie sehr bei jeder Aufnahme auf Patienten eingegangen
wird, welcher Takt und Know-how
in jedes Aufnahmegespräch von
Kollegen und Schwestern/Pfleger
einfließen. Das Engagement jedes
Einzelnen ist sicher das, was den
Patienten bei der Entlassung in
Erinnerung bleibt, und was in der
neurologischen Weiterbildung so
bereichert.
Auf Fortbildungen habe ich oft
erfahren können, wie viel man gelernt hat, und wie die selbstständige Annäherung an Diagnosen und
Eigeninitiative chefärztlich und
oberärztlich gefördert wird. Wenn
ich noch einmal die Wahl hätte,
würde ich diesen Weg als Neurologischer Weiterbildungsassistent
erneut nehmen und ihn auch anderen älteren Ärztinnen nach der
Familienphase vorschlagen.
Ω Haben auch Sie interessante Kolleginnen und Kollegen, die einmal in
Ihrer Mitarbeiterzeitung vorgestellt
werden sollten? Sprechen Sie mit den
Kollegen und dann mit uns! π
mainz: Der Vorstand der Krankenhausgesellschaft
RheinlandPfalz e.V. (KGRP) wählte am 6. März
Dr. Werner Schwartz, Vorsteher der
Diakonissenanstalt Speyer-Mannheim, zum neuen Vorsitzenden.
Neue stellvertretende Vorsitzende
sind Dr. Birgit Kugel, Diözesan-Caritasdirektorin der Diözese Trier, und
Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des
Landeskrankenhauses (AöR).
Der Vorstand der KGRP besteht
aus 23 Mitgliedern bzw. stellvertretenden Mitgliedern aus dem Bereich
der öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhausträger. Der Dachverband der Krankenhausträger vertritt die Interessen von
100 Krankenhäusern und nimmt
ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die rheinland-pfälzischen
Mitglieds-Krankenhäuser versorgen
jährlich mit rund 40.000 Mitarbeitern über 850.000 Patienten. π
f Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Besuch der SPDLandtagsfraktion
alzey: Am 17. Februar besuchten
Mitglieder der SPD-Landtagsfraktion, Heiko Sippel und Wolfgang
Schwarz die Rheinhessen-Fachklinik Alzey, um sich über das allgemeine Leistungsangebot der Klinik,
aber insbesondere den Maßregelvollzug zu informieren.
Das Direktorium der Klinik und die
Chefärztin der forensischen Abteilung empfingen die Besucher und
gaben einen umfassenden Überblick über das Leistungsspektrum
und die Entwicklung im Maßregelvollzug sowie auch zu aktuellen Themen, z.B. aus den Bereichen bauliche Veränderungen. Herr Schwarz
betreut in seiner Arbeit als Landtagsabgeordneter den Wahlkreis 50, und
ist zudem seit 2011 als weinbaupolitischer und drogenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion tätig.
Der Wahlkreis 50 – Landau/Pfalz
– umfasst die Stadt Landau, die Verbandsgemeinden Lingenfeld, Offenbach, Edenkoben und Maikammer.
Abschließend fand eine Führung
durch die verschiedenen Bereiche
der Abteilung für Forensik statt.
MdL Heiko Sippel und Wolfgang
Schwarz zeigten sich sehr beeindruckt von der Entwicklung des
Maßregelvollzugs und kündigten
die Aufrechterhaltung des intensiven Dialoges mit der Einrichtung
an. π
04.2012 | 5
f Rheinhessen-Fachklinik Alzey
q NEUES
AUS DEN
Foto: Isabella Dominikowski
Isabella Dominikowski, Alzey
Trainingsstunde beim Taekwondo Olympia Alzey e.V. in der RFK.
alzey:
Sie haben sich schon
gewundert, wo in der Rheinhessen-Fachklinik abends die Kampfschreie herkommen? Dieses Geheimnis möchten wir nun lüften
und Sie über ein neues Sportangebot, welches auf dem Gelände der
Rheinhessen-Fachklinik stattfindet, informieren. Seit Anfang diesen Jahres bietet der Sportverein
»Taekwondo Olympia Alzey e.V.«
an zwei Wochentagen im Gymnastikraum des Personalwohnheims
II ein offenes Sportangebot an,
welches sich an alle Interessierten
richtet und somit auch an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
Rheinhessen-Fachklinik Alzey.
»Taekwondo« ist eine südkoreanische Kampf kunst, die sich über
viele Jahrhunderte entwickelt hat.
Der Begriff Taekwondo wird übersetzt als »der Weg (das Do) des Fußes (dem Tae) und der Hand (dem
Kwon)«. Charakteristisch sind für
diese Sportart blitzschnelle Armund Beintechniken, wobei die
praktizierten Fußtechniken die
zentrale Rolle einnehmen.
Welche Anforderungen sind für
diesen Sport mitzubringen?
Wenn Sie Interesse an diesem
Kampfsport haben, so ist für Sie
wichtig zu wissen, dass zum Erlernen der Sportart keine Vorkenntnisse oder besondere Beweglichkeit bzw. Erfahrungen aus anderen
Sportarten erforderlich sind. Die
körperliche Beweglichkeit und die
notwendigen Basistechniken erlernt man beim Üben – unabhängig vom Alter.
Trainiert wird in Sportbekleidung, also Trainingshose und
T-Shirt; fortgeschrittene Sportler tragen zum Trainieren weiße
Kampfanzüge mit einen entsprechenden farbigen Gürtel nach einem Graduierungssystem.
Was wird neben dem Taekwondo
dort noch geboten?
Zusätzlich bietet der Verein »Taekwondo Olympia Alzey e.V.« auch
Selbstverteidigungsunterricht an.
Dies beinhaltet leicht erlernbare
Techniken, die meist aus verschiedenen Kampfsportarten kombiniert werden und zur Verteidigung von Angriffen dienen sollen.
Wer betreut Sie beim Training?
Als staatlich geprüfter Physiotherapeut und zertifizierter Rückenschullehrer lässt der Cheftrainer
Ottmar Kayser mit seinem Team
die neusten wissenschaftlichen
Erkenntnisse in das Training einfließen.
Welche Kosten kommen auf Sie zu?
Für die Aufnahme in den Verein
wird eine einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 20 4 erhoben.
Der monatliche Betrag beträgt:
- für Kinder
bis einschl. 14. Lebensjahr 8 4
- für Jugendliche
ab dem 14. Lebensjahr
sowie Erwachsene 12 4
- Familienmitgliedschaft 25 4
Die Kündigung der Mitgliedschaft
ist immer zum Ende des Kalendermonats, unter Einhaltung einer
Frist von 4 Wochen möglich.
Was sollten Sie sonst noch
dazu wissen?
Das regelmäßige Training soll
Haltungs- und Bewegungsdefiziten vorbeugen, vorhandene kör-
perliche Entwicklungsschwächen
durch gezieltes Auf bautraining
der Beweglichkeit korrigieren und
fördern sowie das Gleichgewicht
und die Koordinationsfähigkeit
des eigenen Körpers verbessern.
Des weiteren sollen durch die
abwechslungsreichen Übungen
Kraft und Ausdauer gesteigert
werden.
Diese Kampfkunst auszuüben
und an Interessierte weiterzugeben, haben sich Ottmar Kayser
und sein Team zur Aufgabe gemacht. Der von Kayser im Jahr
2008 gegründete Verein zählt
zwischenzeitlich ca. 70 Mitglieder
und kann bereits auf beachtliche
sportliche Erfolge zurückblicken.
Doch bei allem ernsthaften Bemühen, diese Kampfkunst zu erlernen, bleiben der Spaß und die
Geselligkeit im Verein zu keiner
Zeit auf der Strecke.
Wann findet das Training in der
RFK statt?
Bambinis (ab dem 6. Lebensjahr)
Montag und Freitag
17:30 bis 18:15 Uhr
Kinder – Jugend – Erwachsene
Montag
18:15 – 19:00 Uhr
19:00 – 20:00 Uhr
Freitag
18:15 – 19:00 Uhr
19:00 – 20:00 Uhr
Die Klinikleitung unterstützt das
Angebot im Hinblick auf die betriebliche Gesundheitsförderung
und hat daher die Hallennutzung
ermöglicht. Weitere Trainingstage
außerhalb des RFK-Geländes können der Homepage des Vereines
www.taekwondo-olympia-alzey.de
entnommen werden.
Für weitere Fragen steht Ihnen
Ottmar Kayser als Ansprechpartner unter der Tel.-Nr.: (0 67 31)
99 64 37 zur Verfügung oder Sie
kommen einfach zu den Trainingszeiten vorbei. π
f Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Faschingsfeier für den Heimbereich
alzey:
Am 21. Februar fand in
Alzey die Faschingsfeier für den
Heimbereich statt. Im bunt geschmückten
Tagungszentrum
fanden sich viele verkleidete Bewohner sowie Klienten der Tagesstätten in Bingen und Oppenheim
und andere Gäste ein.
Um 14.11 Uhr ging es dann mit
einem dreifachen Helau richtig
los. Die Stimmung im Saal wurde
durch Stimmungsraketen noch
weiter angeheizt. Frau BurkhardBicking und Frau Sartorius, getarnt als Clown und Sträfling,
führten durchs Programm und
kündigten als ersten Programmpunkt die Alzeyer Powergirls mit
ihrer tollen Tanzshow an. Danach
kam es zu einer Premiere, denn
zum ersten Mal betrat das Alzeyer Kinderprinzenpaar, Prinz
Nick 1. und Prinzessin Giovanna,
die Bühne. Beiden wurde nach
einer kleinen Rede ein EhrenFastnachtsorden, hergestellt vom
internen Förderbereich, verliehen.
Nachdem das Prinzenpaar verabschiedet worden war, folgten einige Büttenreden, Polonaisen, Spiele
und Gesang.
Für das leibliche Wohl war mit
Kreppeln, Chips und Würstchen
bestens gesorgt und natürlich
durften auch Kamellen nicht fehlen. Nach einem vollen Programm
klang die Faschingsfeier dann gegen 17.00 Uhr langsam aus. Die
Feier wurde von Schülerinnen
und Schülern des Mittelkurses
der Krankenpflegeschule kräftig
unterstützt, so halfen sie z.B. bei
der Betreuung der Bewohner und
beim Service. Ein Schüler beteiligte sich sogar mit einer gelungenen
Büttenrede am Programm. π
PERSONALRÄTEN
π Gesamtpersonalrat
personalrätekonferenz:
Am 14. Februar 2012 fand in der
Rheinhessen-Fachklinik in Alzey
unter reger Beteiligung der Personalräte im Landeskrankenhaus
(AöR) die diesjährige Personalrätekonferenz statt.
Nach einem Grußwort von
Staatssekretärin Jaqueline Kraege
(Aufsichtsratsvorsitzende) führte der Vorsitzende des Gesamtpersonalrates, Andreas Wörner,
in die Thematik des Tages (Managementtheorien) ein. Danach
referierte Dr. Klaus Peters vom
Berliner Institut für Autonomieforschung unter dem Titel »Mehr
Druck durch mehr Freiheit« über
die neue Selbstständigenmentalität von Arbeitnehmern und
die daraus resultierenden Gefahren (z.B. Vertrauensarbeitszeit).
Nach einer Pause diskutierten
Fotos: GPR
Bewegungsangebot für Jung und Alt
Dr. Klaus Peters, die Geschäftsführer, Dr. Gaß, unter Moderation von Andreas Wörner zum
Vortragsthema. Nach der Mittagspause hatten die Personalräte, Schwerbehindertenvertretung
und
Gleichstellungsbeauftragten Gelegenheit, Fragen an Dr.
Klaus Peters zu stellen und über
die Thematik ins Gespräch zu
kommen. Am Schluss der Personalrätekonferenz war klar, dass
Interessenvertretungen sich mit
Managementtheorien
intensiv
be-schäftigen müssen, um bei
aktuellen Fragestellungen, z.B.
zum Lehrangebot des Führungskollegs, kompetent mit reden zu
können. Andreas Wörner, Andernach π
+ + + REDAKTIONSSCHLUSS + + +
Redaktionsschluss des Forums ist
jeweils zur Monatswende. Aktuelle
Berichte, die nach Absprache mit der
Redaktion in die jeweilige Ausgabe sollen, müssen rechtzeitig per E-Mail verschickt sein. Wichtig: Bitte denken Sie
daran, bei Einsendungen, Urheber von
Text und Fotos zu nennen! π
6 | 04.2012
f landeskrankenhaus
(aör)
Festplattensysteme im Landeskrankenhaus – Teil I
Stefan Bach, Andernach
Was ist eigentlich ein »Festplattenverwaltungssystem«?
Ein Rechner – wie man ihn aus dem privaten Bereich kennt – verfügt über eine Festplatte. Erleidet diese einen Defekt, so sind
in der Regel alle darauf befindlichen Daten
verloren. Wohl dem, der dann über eine Sicherung seiner Daten verfügt.
Bei den Rechnern an Ihrem Arbeitsplatz
werden die Daten natürlich nicht auf diesem
lokalen Laufwerk C: gespeichert, sondern
auf zentralen Serversystemen/Festplattenspeichersystemen. Denn dort erfolgt eine
regelmäßige Datensicherung und die Daten
sind vor unberechtigtem Zugriff geschützt.
Festplattensysteme in Servern
Serversysteme verfügen über Festplatten
anderer Art. Diese Festplatten arbeiten
mit einer sehr viel leistungsfähigeren Anschlussart mit hohen Drehzahlen und sind
in sogenannten RAID-Systemen angeordnet (RAID = Redundant Array of independent Disks = Ausfallsichere Anordnung unabhängiger Festplatten).
Ein spezieller RAID-Controller verbindet
die Leistungsfähigkeit mehrerer gleichartiger Festplatten zu einem solchen RAID und
präsentiert diese dem Betriebssystem als logische Einheit. Je nach Art des RAID und
des Controllers können einzelne Festplatten
ohne Verlust von Daten ausfallen und im
laufenden Betrieb ausgetauscht werden.
Ein RAID 1 ist eine Spiegelung mit zwei
Festplatten – die gängigste Variante bei
einzelnen Servern. Daten werden auf beide
Platten gleichzeitig geschrieben. Lesezugriffe sind doppelt so schnell, da der Controller von beiden Festplatten gleichzeitig
lesen kann. Fällt eine dieser gespiegelten
Festplatten aus, arbeitet das System weiterhin ohne Datenverlust. Durch die Spiege-
lung werden allerdings doppelt so viele Festplatten benötigt.
Ein RAID 5 ist der Standard bei einem
größeren Bedarf an Festplattenspeicher und
Impressum
Redaktion: Wolfgang Pape
Anschrift: [email protected]
Zentrale Festplattensysteme/SAN (Storage
Area Network)
Durch die Einführung des Klinikinformationssystems von Nexus ergab sich die
Notwendigkeit, dass mehrere Datenbankserver gleichzeitig auf den identischen Datenbestand zugreifen können müssen. Das
Landeskrankenhaus führte 2004 das erste
plementiert. Die mittlerweile 45 Festplatten
in jedem Raum wurden in RAID-Gruppen
zusammengefasst. Innerhalb einer jeden
RAID-Gruppe werden LUNs (Logical Unit
Number) gebildet, die dann den Servern als
Festplatten präsentiert werden. Dabei kann
die Größe einer solchen LUN völlig unabhängig von der Größe der physikalischen
Festplatten zugeordnet werden. Dadurch erhält jeder verbundene Server den Speicherplatz, den er auch benötigt. Nach und nach
wurden im Landeskrankenhaus die Daten
für fast alle Server aus diesem SAN zur Verfügung gestellt.
Gleichzeitig wurden alle Daten synchron
gespiegelt – also in beiden Räumen vorgehalten. Für jede virtuelle Festplatte (LUN)
gab es ein aktives und ein passives Spiegel-
Abbildung 2: Schema eines RAID 5
Festplatten mit jeweils 500 GigaByte notwendig.
Ein RAID 10 ist ein Verbund aus mindestens vier Festplatten. Hierbei wird der
Zugriff über mehrere Spiegelsätze (RAID
1) verteilt. Lese- und Schreibzugriffe sind
schneller und es können mehrere Festplatten ausfallen, bevor es zu einem Datenverlust kommt. Es werden jedoch doppelt
Abbildung 4: Vereinfachte schematische Darstellung der gespiegelten Umgebung
so viele Festplatten wie der eigentliche
Speicherbedarf benötigt.
Wesentlichen Einfluss auf die Leistung
und die Performance eines RAID-Systems
hat der Cache des Controllers. Es handelt
sich hierbei um einen batteriegepufferten
schnellen Zwischenspeicher. Solange der
Akku des Caches geladen und das RAID
keine ausgefallene Festplatte aufweist, arbeitet der Cache im Modus write-back. Dabei schreibt der Controller nicht sofort die
Daten auf die einzelnen Festplatten, sondern optimiert die Schreibvorgänge, um die
Bewegungen der Schreib/Leseköpfe zu minimieren. Gibt es jedoch ein Problem, schal-
SAN (Storage Area Network = Datenspeichernetzwerk) ein. Es bestand zunächst aus
einem großen und schweren Einschub des
Weltmarktführers EMC2® und beinhaltete
15 Festplatten mit jeweils 72 GB Speicherplatz und einer Drehzahl von 15.000 U/
min. Hier wurden die Oracle-Datenbanken
für das nexus/KIS, welches 2004 noch micom/MediCare hieß, abgelegt.
Aufgrund der immer größer werdenden
Bedeutung des Klinikinformationssystems
wurde 2006 eine Risikoanalyse mit mehreren externen Spezialisten durchgeführt.
Dabei wurde festgestellt, dass der Ausfall
des Rechenzentrums im Gebäude Verwaltung II gravierende Auswirkungen hätte,
aber aufgrund der baulichen Situation die
Möglichkeiten für den erforderlichen Sicherheitsstandard begrenzt waren. Im Anschluss wurde im Klinischen Zentrum ein
zweiter Rechenzentrumsraum geschaffen.
Es musste sichergestellt werden können,
dass der Ausfall eines Rechenzentrums
sich nicht gravierend auf die IT-Systeme des
Landeskrankenhauses auswirken kann. Es
musste eine Lösung gefunden werden, welche nicht nur die Serversysteme, sondern
auch die Daten spiegelt. Daraufhin wurde
das EMC2®-System erneuert, dem gestiegenen Kapazitätsbedarf angepasst und
identisch im zweiten Rechenzentrum im-
Mitgearbeitet haben: Steffi Kleinert (Alzey), Isabella Dominikowski (Alzey), Dr. Gerald Gaß (Andernach), Werner
Schmitt (Andernach), Karlheinz Saage (Andernach), Florian Bannasch (Andernach), Tatjana Kubach (Andernach),
Krankenpflegeschule RMF, Wolfgang Willenberg (Andernach), Sigrun Lauermann (Andernach), GTS Bingen, Dr.
Inge Kelm-Kahl (Alzey), Andreas Wörner (Andernach),
Heimbereich Alzey, Stefan Bach (Andernach).
Abbildung 3: Schema eines RAID 10
Abbildung 1: Schema eines RAID 1
tet er automatisch auf einen deutlich langsameren Sicherheitsbetrieb. Er puffert keine
Schreibzugriffe, sondern schreibt alles sofort auf die Festplatten (write-through).
Ausfallsichere Serverhardware wird standardmäßig mit solchen lokalen RAID-Systemen ausgestattet. Der Festplattenspeicherplatz entspricht dem Vielfachen der
Kapazität der kleinsten Festplatte.
Abb: Stefan Bach
In den letzten Wochen gab es eine Vielzahl
von Wartungsarbeiten an der informationstechnischen Infrastruktur. Am 26. Januar
erhielten Sie eine Mail über Hardwaredefekte bei dem Festplattenverwaltungssystem,
welche zu einer massiven Verlangsamung
des Gesamtsystems führten.
benötigt mindestens drei Platten. Bei drei
Festplatten verteilt ein RAID-Controller die
Datenblöcke auf zwei Festplatten und eine
Paritätsinformation auf die Dritte. Die Lage
der Paritätsinformation wechselt bei jedem
Schreibvorgang. Lesezugriffe sind dadurch
deutlich schneller, beim Schreiben ist der
Vorteil etwas kleiner, da die Paritätsinformation vom Controller errechnet werden
muss. Auch bei RAID 5 kann eine Festplatte
ausfallen, da der Controller die Daten der
defekten Platte anhand der Paritätsinformation rekonstruieren kann. Wegen der
Paritätsinformation wird immer eine Platte
mehr als der eigentliche Speicherbedarf gebraucht. Würden zwei Terabyte Datenspeicher benötigt, wären hierzu drei Festplatten
mit jeweils 1 TB erforderlich – oder fünf
element. Erst wenn die passive LUN den erfolgreichen Schreibzugriff zurückmeldete,
konnte das System weiterarbeiten. Fiel die
passive LUN aus, schaltete das System in
den Sicherheitsmodus. Fiel die aktive LUN
aus, mussten die betroffenen Systeme getrennt werden und das passive zum aktiven
Element »befördert« werden. Jeden der beiden Fälle erlebten wir in den Jahren 2006
– 2009 jeweils einmal.
Diese EMC2®-Lösung hatte jedoch einige
gravierende Nachteile:
- vollständige Abhängigkeit
von einem Hersteller
- zusätzlicher Festplattenspeicher
war immer sehr kostenintensiv
- zugeordneter Speicherplatz musste
tatsächlich existieren, unabhängig davon,
ob er tatsächlich verbraucht wurde oder
lediglich als Reserve diente
- eine automatische Umschaltung zwischen
aktivem und passivem Element existierte
nicht
Wie die Lösungen dazu aussehen und wie
Technologien wie Storage-Virtualisierung,
ThinProvisioning, Seamless Failover und
Autotiering funktionieren und im Landeskrankenhaus umgesetzt wurden, lesen Sie
in der nächsten Ausgabe. π
Entwurf, Satz, Herstellung: bfk-Peter Zilliken, Offenbach
Umweltschutz: Rohstoffe des Auflagenpapiers hergestellt
aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und kontrollierten Quellen.