Pflege bei Lungenerkrankungen

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Pflege bei Lungenerkrankungen
Pflege bei Lungenerkrankungen
Über Aufbau, Funktion und Steuerung der Atmung referieren können
Aufbau:
Unterhalb des Kehlkopfes beginnt die Trachea. Ca. 11 cm langer, muskulöser Schlauch die durch 16 – 20 Cmförmige Knorpelspangen stabilisiert wird. Am unteren Ende teilt sie sich in die beiden Hauptbronchien, die sich
nach wenigen cm in kleinere Bronchien aufteilen: rechte Hauptbronchus in 3 Lappenbronchien, linke
Hauptbronchus in 2 Lappenbronchien. Die Lappenbronchien teilen sich in Segmentbronchien, und dann immer
kleinere u dünnwandigere Bronchien bis zu den Bronchiolen. Endstufe sind Alveolen (Lungenbläschen)
Funktion:
Gasaustausch
Die Alveolen werden netzförmig von den Kapillaren des Lungenkreislaufs umsponnen. Während der Passage des
Blutes durch die Lungenkapillaren diffundiert der Sauerstoff aus den Alveolen durch die Wände des Lungenbläschens und der Kapillare, die zusammen die Blut-Luft-Schranke bilden. Gleichzeitig diffundiert in
entgegengesetzter Richtung Kohlendioxid in die Lungenbläschen, so dass der ableitende Schenkel der Kapillare
nach diesem Gasaustausch sauerstoffreiches, kohlendioxidarmes Blut enthält.
Der Gaswechsel erfolgt von Orten hohen Partialdrucks (= Teildruck – Maß für den prozentualen Anteil eines
Gases innerhalb eines Gasgemisches) zu Orten niedrigen Partialdrucks.
Gasaustausch findet ausschließlich in den Alveolen statt, da nur hier die Gewebeschicht zw. Luft u Blut dünn u
durchlässig ist. Ungefähr 1/3 der eingeatmeten Luft gelangt nicht in die Alveolen, sondern verbleibt in den
Atemwegen =Totraum
Steuerung:
durch das Atemzentrum in der Medulla oblongata. Dabei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle. Z. B. wird bei
steigendem Kohlendioxidpartialdruck, sinkendem Sauerstoffpartialdruck sowie sinkendem pH-Wert des arteriellen
Blutes die Atmung gesteigert, der Atemantrieb nimmt zu.
Ein erhöhter (arterieller) Kohlendioxidpartialdruck (paCO2) ist aus zwei Gründen gefährlich:
der Atemantrieb nimmt bei hohen Kohlendioxidpartialdrücken ab, so dass der Patient eintrübt und im
Extremfall bewusstlos wird (CO2-Narkose). Ab welchem Partialdruck dies der Fall ist, hängt z.B. von evtl.
vorhandenen Lungenvorerkrankungen des Patienten bzw. von der Gewöhnung an erhöhte pCO² Werte ab .
Ein genauer Grenzwert lässt sich hier nicht angeben.
ist der Kohlendioxidpartialdruck des Blutes wie z.B. bei bestimmten chronischen Atemwegserkrankungen
ständig erhöht, so „gewöhnt“ sich der Körper daran. Die Atmung wird dann praktisch nur noch über den
Sauerstoffpartialdruck des Blutes reguliert.
Ventilatons-, Diffusions- und Perfusionsstörungen:
a.) Ventilatationsstörungen:
Störungen der Lungenbelüftung. Klinisch wichtig ist die Unterscheidung zw restriktiven und obstruktiven VS:
obstruktive Ventilationsstörungen: Strömungswiderstand in den Atemwegen ist erhöht. Der Widerstand ist
während der Exspiration höher als bei der Inspiration (kann dadurch nicht forciert ausatmen)
Ursachen für obstruktive Einschränkungen sind z.B. Asthma bronchiale, chronische Bronchitis, Emphysem;
Restriktive Ventilationsstörungen: krankhaft veränderte Dehnbarkeit der Lunge durch ein Hindernis in der
Ausweitung des Lungengewebes, dadurch Verminderung der totalen Lungenkapazität.
Ursachen: z.B. Pleuraschwarten od Lungenfibrose, Pneumonie, Zustand nach Lungen OP, Adipositas uva.
(v.a. O2-Problem)
Mischformen sind möglich.
Ventilationsstörungen führen durch Unterbelüftung der Lunge zu einem Anstieg des Kohldioxidgehalts im Blut und
bei stärkerer Ausprägung zu einer Abnahme des O2-Gehaltes im Blut.
b.) Störungen des Gasaustausches (Diffusionsstörungen):
Obwohl bei O² relativ schlechte Diffusionseigenschaften vorliegen, erfolgt trotzdem eine ausreichende Diffusion
aufgrund des erheblich höheren O² Druckes in der Luft. Gleichzeitig diffundiert CO² in die andere Richtung.
Übertritt des O2 aus den Alveolen in die Kapillaren beeinträchtigt. z.B. bei Sekretverhalten und Atelektasen,
Interstitielles Ödem, beim Empysem, bei Lungenfibrosen und bei der Lungenembolie. Typisch für diese
Diffusionsstörungen ist eine Abnahme des O2-gehaltes im art. Blut.
c.) Perfusionsstörungen:
Beeinträchtigung der Lungendurchblutung (Perfusionsstörung), z.B. bei einer Herzinsuffizienz mit
verlangsamtem Blutfluss durch die Lunge, führt ebenfalls zu einer Abnahme des O2-gehaltes im Blut und –
weniger ausgeprägt – zu Anstieg des Kohlendioxidanteils.
Ursachen z.B. eingeschränkte Lungendurchblutung bei Lungenembolie;
Unterschied zwischen obstruktiver und restriktiver Ventilationsstörung:
Grundsätzlich bei Atemproblemen:
Bei der Atmung geht es nicht nur um die Aufnahme von O2, sondern auch um die Abgabe von CO2. Je nach
Ursache der Störung sind O2 oder CO2 primär betroffen. Die Pflegeziele sind deshalb unterschiedlich. Die
ärztlichen, pflegerischen u physikotherapeutischen. Maßnahmen sind unterschiedlich, teilweise ident.
Berufsgruppen müssen kooperieren. Pflegerische u physikotherap. Maßnahmen überschneiden sich.
Entscheidend ist, dass der Pat. die nötigen Therapien fachgerecht erhält.
Atemwegsstörungen:
- obstruktive Ventilationsstörung (chron. obstruktive Bronchitis, Asthma bronchiale)
- Primär ist Ausatmung betroffen. Erschwerte Ausatmung bewirkt v.a. ein Ansteigen des pCO2-Wertes im Blut.
Ziel: abatmen von CO2 ermöglichen
Hilfe:
Beruhigung (senkt die CO2-Produktion): Ruhe ausstrahlen; Beruhigungsübungen (z.B: ASE,...);
Benzodiazepine, Opiate (Notfall)
CAVE CO² Anstieg!!!!
Erweiterung der Atemwege: Inhalation mit Berodualin,...
Abschwellung der Schleimhäute: Inhalation mit Becotide,....
Entfernung von zähem Sekret: viel trinken; abvibrieren; Husten unterstützen
Erhöhung der Ventilation: primär die Atemtiefe erhöhen; die Ausatemzeit lang genug; entsprechende
Atemübungen; entsprechende Kontaktatmung; Beatmung nur im Extremfall (weil die Entwöhnung sehr
schwierig ist);
Lungenparenchymstörungen: restriktive Ventilationsstörung durch Veränderungen des Lungengewebes
(Staublunge,...), Diffusionsstörung (Lungenödem, ARDS,...), Perfusionsstörung (Lungenembolie)
Diese Störungen bewirken primär einen Mangel an O2 im Blut, da CO2 sehr leicht diffundiert und dadurch
trotzdem abgegeben werden kann.
Ziel: Aufnahme von O2 ermöglichen
Hilfe:
Ursache bekämpfen: z.B. Lasix iv. bei Lungenödem
Beruhigung (senkt den O2-Bedarf) Ruhe ausstrahlen; Beruhigungsübungen (z.B: ASE,...); Benzodiazepine,
Opiate (Notfall)
Sauerstoff zuführen: Nasenbrille, Nasensonde, Maske
Atemübungen: primär die Atemtiefe erhöhen; inspiratorisches Plateau halten; entsprechende Kontaktatmung
Intraalveolären Druck erhöhen – CPAP, IPPB
Beatmung: FiO2 auf Dauer nur 50 %; Inspiration verlängern; Peep;
Bauchlagerung oder kinetische Therapie z.b: Rotorest Bett (dreht sich andauernd)
Fachbegriffe erklären (Partialdruck, Orthopnoe, Hyperventilation, Hypoxie, Asphyxie,
Sauerstoffsättigung)
Partialdruck: Unter dem Partialdruck (=Teildruck) eines Gases in einem Gasgemisch von 2 oder mehr versch.
Gasen, also z.B. Atmosphärenluft, versteht man den Druck, der herrschen würde, wenn man alle anderen Gase
aus dem Volumen entfernt hätte. Der Partialdruck eines Gasgemisches, das sich aus beliebig vielen Gasen mit
den jeweiligen Volumenprozentanteilen zusammensetzt, berechnet sich wie folgt:
Partialdruck = Gesamtdruck x Volumenprozentanteil des einzelnen
Gases
Entsprechend der Definition des Partialdrucks ergibt die Summe aller im Gasgemisch vertretenen Partialdrücke
natürlich wiederum den Gesamtdruck des Gases.
Bsp: In der Einatemluft sei der Gesamtdruck 1 bar, also etwa gleich dem Druck in Meereshöhe. Der
Volumenprozentanteil von 21 % Sauerstoff beträgt 0,21, der von 78 % Stickstoff 0,78 und der der 1 % Restgase
0,01. Dann berechnet sich der Partialdruck des Sauerstoffs wie folgt:
po2 = 1 bar x 0,21 bar = 0,21 x 750 mmHg = 157,5
mmHg
Entsprechend folgt für den Partialdruck des Stickstoffs ein Wert von 0,78 bar.
In der Einatemluft auf Meereshöhe herrscht also ein 02-Partialdruck von 157mmHg , im art. Blutplasma sinkt
dieser Wert auf 70 bis 100 mmHg. Dieser Wert wird bei der Blutgasanalyse gemessen. Dieser Wert darf nicht
verwechselt werden mit der 02-Sättigung!! Sättigung besagt, wieviel % des Hämoglobins mit O2 gesättigt ist.
(Norm 90 bis 100 %)
Eingeatmete Luft wird im Körper v.a. im NRR auf ca. 37° C erwärmt u fast 100%tig mit Wasserdampf gesättigt
Auch in der Ausatemluft ist noch 02 vorhanden (ca. 16 %), zusätzlich Wasserdampf und CO2 (ca. 4 %). Der O2Anteil in der Ausatemluft genügt, um einen Menschen zu beatmen (vgl. Reanimation)
Sauerstoffsättigung: besagt, wieviel % des Hämoglobins mit O2 gesättigt ist (Norm: 90 – 100 %)
Es wird gemessen wieviel % der Ery´s sind O2-gesättigt.) – Anteil des Oxyhämoglobins am Gesamthämoglobin
Hyperventilation: Gesteigertes AMV über Stoffwechselbedürfnisse des Körpers hinaus, mit zu niedrigem pCo2
(Hyperpokapnie) bei normalem bis erhöhtem pO2
kann psychogen, metabolisch (stoffwechselbedingt), zentral (ZNS-Schädigung), kompensatorisch (als Reaktion
auf einen Sauerstoffmangel), hormonell oder medikamentös bedingt sein.
Psychogen bedingte Hyperventilation:
… kommt es zu Anstieg des PH-Wertes (respiratorische Alkalose) mit Abnahme der Kalziumionen im Serum.
Äußert sich in der Hyperventilationstetanie (Hyperventilationssyndrom) mit Muskelkrämpfen (Pfötchenstellung der
Hände ganz typisch). Hält man dem Pat eine Plastiktüte vor Mund und Nase, dass er seine Ausatemluft einatmet,
kann Hyperventilation durchbrochen werden, da durch die Rückatmung der pCo2 u damit die Kalziumionen Konzentration wieder ansteigt.
Orthopnoe: höchste Atemnot. Schwerste Form der Dyspnoe. Pat. sitzt aufrecht, setzt Atemhilfsmuskulatur
ein. hat Angst zu ersticken.
Hypoxie = eine Sauerstoffunterversorgung im Gewebe mit den unterschiedlichsten Ursachen; Ursachen sind
Sauerstoffmangel, Blutmangel, Ischämie sowie zytotoxische Ursachen bei z.B. Zyanidvergiftungen;
Asphyxie = der fehlende Gasaustausch führt zum Abfall des pO² (Hypoxie) im Blut, zudem sammelt sich das
nicht abgeatmete CO² 8Hyperkapnie) an, welches ebenfalls zu Bewusstseinsstörungen führt
Hypoxie + Hyperkapnie = Asphyxie
Dyspnoe erklären, Symptome erkennen und daraus pflegerische Maßnahmen ableiten
Dyspnoe:
Atemnot, das (subjektive) Gefühl, „nicht genug Luft zu bekommen“ und Atemtätigkeit steigern zu müssen. Meist
Ausdruck einer respiratorischen Insuffizienz unterschiedl. Ursache u in der Regel mit sichtbar verstärkter
Atemarbeit (z.B. Tachypnoe, Auxiliaratmung) einhergehend.
Eine schwere Dyspnoe, die der Pat nur durch aufrechte Haltung und Einsatz der Atemhilfsmuskulatur
kompensieren kann, wird oft als Orthopnoe (ortho-aufrecht) bezeichnet.
Patienten mit schwerer Dyspnoe sitzen mit aufgerissenen Augen u Gesichtsausdruck voller Panik u Todesangst
im Bett u ringen nach Luft. (eher Orthopnoe)
Mögliche Ursachen für eine Dyspnoe:
c/1: Pulmonale Ursachen: - Atemwiderstand erhöht bei Asthma bronchiale, Fremdkörperaspiration, zentrale Tu,
chronisch-obstruktive Bronchitis
- Gasaustauschfläche erniedrigt und /oder Lungendehnbarkeit erniedrigt bei Pneumonie, Lungenfibrose,
Atelektasen, Lungenemphysem, Pneumothorax, Thoraxverletzungen
- Alveolendurchblutung herabgesetzt bei Lungenembolie, Herzinfarkt
c/2: Kardiale Ursachen: Perikarditis, angebor. Herzerkrankungen, akut dekomp. Herzinsuff. mit Lungenödem
c/3: Extathorakale Ursachen: Hyperventilation bei metabolischer Azidose wie bei Schock, Urämie, Störungen
im Bereich des Atemzentrums; Anämie; Adipositas; Emotionale Faktoren; Physiol. bei körperl. Anstrengung
Einteilung der Dyspnoe:
Grad 1: Atemnot nur bei großer körperlicher Anstrengung wie schnellem Gehen, Treppensteigen
Grad 2: Atemnot schon bei mäßiger körperlicher Anstrengung wie langsames Gehen auf ebener Strecke
Grad 3: Atemnot bei geringen körperlichen Anstrengungen wie An und Ausziehen, Verrichtungen im Haushalt
Grad 4: Atemnot auch in Ruhe
Geht Dyspnoe mit Fieber einher u weiteren Zeichen einer Allgemeininfektion ist an eine Pneumonie zu denken.
V.a. bei Lungen u Herzerkrankungen wird darauf geachtet, welche körperl. Anstrengung zur Atemnot führen u ob
es sich dabei um leichte od schwere Tätigkeiten handelt. Entsprechend wird der Schweregrad beurteilt. Damit
können Krankheitsverlauf u Effektivität der Therapie bestimmt werden. Pat. mit schwerer Dyspnoe empfinden
Todesangst. Hilflosigkeit u Erregung verstärken Atemnot weiter; so kann ein Teufelskreis entstehen.
Atemnot betrifft alle Lebensbereiche des Kranken. Sie raubt den Schlaf mit der Konsequenz, dass zunehmende
Erschöpfung seine Atemnot steigert. Atemnot kann Gespräche erschweren, dass der Pat versucht, sich nonverbal
mitzuteilen. Die Pflegenden nehmen Blickkontakt mit dem Betroffenen auf und reagieren auch auf nonverbale
Mitteilungen. Jede Verbesserung der Atmung mindert die Angst des Pat u stärkt das Vertrauen in die Pflege.
Erstmaßnahmen bei Atemnot:
Alarm auslösen; Pat. nicht alleine lassen, Gefühl von Ruhe, Geborgenheit vermitteln (haben Todesangst)
OK hoch lagen, bei bekannter Herzinsuffizienz Beine tief lagern
Atemhilfsmuskulatur unterstützen z.B.: Arme leicht abgespreizt auf ein Kissen abstützen oder Kutschersitz
Pat. zu ökonomischer Atmung anleiten, z.B.: zu dosierten Lippenbremse
Beengende Kleidung entfernen, evtl. Fenster öffnen; auf AVO O2 geben
Vorsicht!! Wird der Pat dann plötzlich ruhiger, kann dies für eine Verbesserung der Atemnot sprechen, aber auch
Hinweis auf einen Anstieg des pCO2 mit drohender Kohlendioxidnarkose sein!!
je nach Zustand Verlegung auf die Intensiv oder Intubation vorbereiten
auf AVO Bronchialsekret absaugen; Bewusstseinslage, Hautfarbe, Atmung, RR, P engmaschig kontollieren
baldmöglichst Geschehen dokumentieren
Ursachen des Lungenödem errklären, sowie Behandlungsstrategien verstehen und
pflegerische Maßnahmen durchführen.
a.) Akute Lungenödem:
Definiton: Ansammlung von (seröser) Flüssigkeit im Lungeninterstitium od den Lungenalveolen mit lebensbedrohlicher Atemstörung.
Krankheitsentstehung:
häufigste Ursache ist die akut dekompensierte Linksherzinsuffizienz, z.B bei Herzinfarkt od Kardiomyopathie
Die Pumpschwäche des li Herzens führt zu einem Blutrückstau im Lungenkreislauf. Weitere Ursachen sind
Überwässerung oder Proteinmangel, Infekte, anaphylaktischer Schock oder toxische Reaktionen.
Symptome: Dyspnoe, Husten und Atemnot. Die Atemnot nimmt im weiteren Verlauf rasch zu („brodelnde“
Rasselgeräusche = Distanzrasseln). schaumig-rotes Sputum; zyanotisch, und die Herzfrequenz steigt bei
sinkendem Blutdruck schnell an; unruhig, hat Todesangst
Diagnostik: wird klinisch gestellt. EKG kann Hinweise auf Ursache geben. z.B. Herzrythmusstörungen od
Herzinfarkt; Blutgasanayse; hat sich Zustand des Pat stabilisiert Röntgen des Thorax und Echo
Behandlungsstrategie:
sofortiger Behandlungsbeginn ist lebensrettend. Dabei arbeiten Ärzte und Pflegende Hand in Hand.
in Herzbettlage lagern; Atemwege frei macht, ggf. Absaugen; Sauerstoff (2-8l/Min) verabreichen
2 Hübe Nitroglycerin sublingual, danach meist Fortsetzung mittels Perfusor; Venösen Zugang legen
20-80mg Furosemid (z.B. Lasix) i.v. injizieren
evtl. zur Steigerung d Herzkraft Dobutamin u/od Dopamin (z.B. Dobutrex bzw. Dopamin-Nattermann)
über Perfusor
bei starker Unruhe niedrig dosiert Diazepam (etwa Diazepam-ratiopharm oder Valium)
bei ausbleibender Besserung od Atmung Pat intubieren u beatmen
Pflege bei Lungenödem:
Krankenbeobachtung: Vitalzeichen, Haut (Zyanose, Blässe, Kaltschweissigkeit, Schweissausbrüche),
Flüssigkeitsbilanz, ZVD, Sputum
Weiter Maßnahmen: Bettruhe einhalten lassen; DK zur Flüssigkeitsbilanzierung legen, nachfolgend stündlich
Ausscheidung dokumentieren; in der Akutphase Patienten nüchtern lassen; nach der Akutphase auf Trinkmengenbeschränkung (AVO) achten. Ggf. Mundpflege; Kochsalzarme Kost geben; Pflege bei Dyspnoe
Apnoe definieren können und Sofortmaßnahmen bei Erwachsenen und Kindern nennen:
Apnoe: Atemstillstand. Verlangt sofortiges Eingreifen. = akute Lebensgefahr für dem Patienten.
Ursache: Verlegung der Atemwege, Lähmung des Atemzentrums und/oder Lähmung der Atemmuskulatur
Notfall: Sofortige Reanimation bei Atemstillstand
Falls nicht ausdrücklich vorher vereinbart u vom Arzt angeordnet, müssen beim Atemstillstand immer Erste Hilfe
Maßnahmen durchgeführt werden (Frei machen der Atemwege, Atemspende, evtl. Herzdruckmassage)
Andernfalls verstirbt der Patient innerhalb weniger Minuten.
Notfallcheck Neugeborenes/Säugling (Geburt – 1. Lebensjahr):
Bewusstseinskontrolle: Ansprechen, Berühren, Schmerzreiz am Oberarm oder Bauch setzen
Atemkontrolle: öffnen beengender Kleidung (auch Windel), Inspektion der Mundhöhle, gff. Säugling
achsengerecht zur Seite drehen, Mund ausräumen bzw. absaugen. (darf nur Orosauger verwendet werden!);
Säugling wieder auf den Rücken drehen; Kopf in Neutralstellung bringen, Kinn anheben, Kontrolle 10 sek.
durch: sehen, hören, fühlen
Bei Atemstillstand sofort 5 x beatmen mit 6 – 8 L Sauerstoff
Kreislaufkontrolle: An 2 Kontrollpunkten, wobei das Fühlen des Herzspitzenstoßes einer der beiden
Kontrollpunkte sein muss. Weitere Punkte: Innenseite Oberarme oder in der Leistenbeuge, je 5-10 sek.
Notfallcheck Kind (1. –Pubertät):
Bewusstseinskontrolle: Ansprechen, Berühren, Schmerzreiz am Handrücken
Atemkontrolle: öffnen beengender Kleidung (auch Windel), gff. Säugling achsengerecht zur Seite drehen,
Mund ausräumen bzw. absaugen. (darf nur Orosauger od. ein Absauggerät mit der Einstellmöglichkeit 0,05 bar
verwendet werden!); Kopf wieder unter Zug zurück drehen; Kopf (geringfügiger als beim Erwachsenen)
überstrecken, Kinn anheben, Kontrolle 10 sek.: sehen, hören, fühlen
Bei Atemstillstand sofort 5 x beatmen Sauerstoff 10 – 15 L. mit aufgesetztem Filter und Reservoir
Kreislaufkontrolle: Kreislaufkontrolle, beidseits, jedoch nicht gleichzeitig, an der Halsschlagader mit 2-3
Fingerkuppen bei weiterhin überstrecktem Kopf, 5-10sek. je Seite. Zusätzlich soll, um Unsicherheiten
auszuschließen, auf allgemeine „Kreislaufzeichen“ (husten, schlucken, bewegen) geachtet werden.
Bei Kreislaufstillstand sofortige Reanimation 15x Herzmassage und 2 Beatmungen für 2 min, dann Einsatz
des Defibrillators; falls die Reanimation nur von 1 Person durchgeführt wird ist der Rhythmus 30 x Herzmassage
und 2 Beatmungen ebenfalls für 2 min, dann 10 sec. Kontrolle, dann weiterführen bis Notfallteam eintrifft;
Notfallcheck Erwachsener:
Bewusstseinskontrolle: Ansprechen, Berühren, Schmerzreiz am Handrücken
Atemkontrolle: Kopf überstrecken und Kinn anheben; Kontrolle 10 sek. durch: sehen, hören, fühlen
Kreislaufkontrolle: Kreislaufkontrolle, beidseits, jedoch nicht gleichzeitig, an der Halsschlagader mit 2-3
Fingerkuppen bei weiterhin überstrecktem Kopf, 5-10 sek. je Seite. Zusätzlich soll, um Unsicherheiten
auszuschließen, auf allgemeine „Kreislaufzeichen“ (husten, schlucken, bewegen) geachtet werden.
Kreislaufstillstand Übersicht:
Neugeborenes
5 x Beatmen Reanimation 3:1 mit Sauerstoffgabe
Säugling bis 1. Lj:
5 x Beatmen, Pulskontrolle dann je nach Puls, siehe EH Richtlinien;
Reanimation 15:2 2 Helfer; 1 Helfer 30:2, mit 2 Fingerkuppen direkt unter
Verbindungslinie
zw. den Brustwarzen; 2 – 4 cm (ca. 1/3 der Thoraxtiefe); 120/min + Sauerstoff;
Kind (2. – Pubertät):
15:2 (30:2 1 Helfer) mit einem Handballen in der Mitte der unteren Brustbeinhälfte; 2-4
cm(ca. 1/3 der Thoraxtiefe); 100-120/min
ab Pubertät bis Erw.:
30:2 Je nach Körperbau mit ein bis zwei Handballen in der Mitte der unteren
Brustbeinhälfte; 4-6 cm; 100/ min
Aus dem Krankheitsbild der Pneumonie pflegerische Maßnahmen ableiten und erklären:
Pneumonie: Entzündung des Lungenparenchyms durch infektiöse, allergische od physikalisch-chemische
Ursachen. Pneumonien sind in vielen Industrieländern die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit.
Gefährdet: Ältere, Pat mit Abwehrschwäche, mangelhafter Belüftung der Lunge (z.B. bei Bettlägerigkeit),
beeinträchtiger Drainage der Atemwege (etwa durch Tumor), langjährige Raucher
Es gibt nichtinfektiöse und infektiöse (erregerbedingte) Pneumonien. Verursacher nichtinfektiöser Pneumonien
sind z.B. allergische oder physikalische-chemische Reize (Giftinhalationen). Infektiöse Pneumonien aufgrund
Bakterien, Viren, pilze, Mykoplasmen oder Protozoen.
a.) Unterscheidung nach Befallstyp:
Lobärpneumoie: ganzer Lungenlappen (v.a bei Kindern durch Pneumokokken)
Bronchopneumonie: Entzündung betrifft herdförmig die Bronchiolen und das sie umgebende Gewebe
Interstitielle Pneumonie: Lungeninterstitium und nur gering der Alveolarraum. Häufigste Form der Pneumonie
bei immungeschwächten Patienten, z.B. mit AIDS oder während immunsuppressiver Therapie
Pleuropneumonie: neben Lunge noch Pleura entzündet.
b.) weiter Unterscheidung:
Typische Pneumonie: meist durch bakt. Erreger (Pneumokokken od Streptokokken) verursacht. Innerhalb von
12 – 24 Stunden schweres Krankheitsbild. hohes Fieber, Schüttelfrost. Husten, nach kurzer Zeit hustet der Pat
eitriges, gelbliches od grünes Sputum. Blutbeimengungen färben den Auswurf rötlich-braun. Oft klagt Pat. über
Dyspnoe und Schmerzen beim Atmen (pleuritischer Schmerz); süßlicher od übel riechender Mundgeruch. Einige
Pat. atmen schnell und flach, (Nasenflügeln), die erkrankte Brustkorbhälfte ist sichtbar weniger an der Atmung
beteiligt (Schonatmung). evtl. zyanotisch. Bei der Perkussion der Lunge ist der Klopfschall über dem betroffenen
Lungenabschnitt gedämpft, u es sind Bronchialatmen u Rasselgeräusche auskultierbar.
Atypische Pneumonie: beginnt langsam u uncharakteristisch mit trockenem Husten, Fieber meist unter 39 °C.
AZ nur mäßig beeiinträchtigt. Atypische Pneumonien werden häufig als „Grippe“ fehldiagnostiziert.
Krankenbeobachtung und Dokumentation: AZ des Pat, Mobilität, Appetit, Körpertemperatur, Atmung, P, RR,
Ausscheidungen (Schweiß, Urin, Stuhl, evtl. Flüssigkeitsbilanz), Sputum
Pneumonieprophylaxe:
Einschätzung des Pneumonierisikos (Bettlägerige Pat – Immobilität – kann Lage nicht verändern – gleiche
Lungenabschnitte minderbelüftet – Alveolen kollabieren – Atelektasen – Nährboden f. Bakterien – Infektion;
ebenfalls hohes Risiko bei Pat. mit bereits bestehenden Lungenerkrankungen, Raucher, Pat. mit
Herzerkrankungen, Pat. mit Schonatmung, Pat. mit Abwehrschwäche, Bewusstlose, schwer kranke und
beatmete Pat. Hilfsmittel zur Einschätzung: Atemskala – je höher Punktezahl desto höher das Risiko des Pat,
eine Pneumonie zu bekommen.
Planung und Durchführung von vorbeugenden Maßnahmen, die sich auf die Ursachen der
Pneumoniegefährdung beziehen: Entsprechend der Pneumoniegefährdung u den Ressouren des Pat Plan
zur Pneumonieprophylaxe erstellen – Maßnahmen beziehen sich auf 4 Hauptprobleme – 1. Ungenügende
Belüftung der Lunge, 2. Sekretstau in den Atemwegen, 3. Infektionsgefahr, 4. Aspirationsgefahr.
Anleitung des Pat. zur Mitwirkung bei diesen Maßnahmen:
•
Unzureichende Lungenbelüftung: eingeschränkte Atemmechanik, z.b. durch Bettruhe, Erschöpfung,
Störungen des Atemzentrums (Vergiftungen); Schmerzbedingte Schonatmung; Atelektasen
Maßnahmen:
•
Früh-Mobilisation, Schmerzmittelgabe laut AVO, ASE, Atemunterstützende Lagerungen,
Atemübungen und Atemgymnastik, Frischluft, O2 verabreichen laut AVO
Vermehrte Sekretansammlung in den Atemwegen: vermehrte Sekretproduktion (Rauchen, Bronchitis,
Asthma bronchiale, nach Narkose); sehr zähes Sekret (Asthma bronchiale); mangelndes Abhusten bei
Schmerzen, Erschöpfung, Bewusstseinsstörungen, Intubation;
Maßnahmen: regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr; schleimlösende Tees (Spitzwegerich);
Sekretlösende Maßnahmen (Inhalationen); Unterstützung bei der Sekretentleerung
•
Absteigende Infektionen (aus der Mundhöhle): Störungen der normalen Mundflora; mangelhafte
Mundhygiene; Erkrankungen der Mundhöhle, z.B. Mundsoor; Immunschwäche
Maßnahmen: regelmäßige Schleimhautinspektion; Mund- und Nasenpflege; Aseptisches Arbeiten
•
Aspiration: Unfähigkeit, richtig zu kauen und zu schlucken (z.B nach Schlaganfall); Bewusstseinsstörungen; Einatmen von Erbrochenem oder Magensaft, z.B. nach Narkose oder durch Regurgitation
(Zurückströmen von Magensaft in die Mundhöhle)
Maßnahmen:
OK-hochlagerung; angemessene Ernährung, Hilfestellung bei der Nahrungsaufnahme;
Schlucktraining; bei Risikopatienten: Absauggerät bereithalten
Atemübungen erklären und demonstrieren:
Atemübungen und Atemgymnastik:
Richtiges Atmen erfordert gute Körperhaltung, ausreichend Bewegung u frische Luft – jedoch nicht für alle Pat. in
der Klinik realisierbar – deshalb Atemübungen u -gymnastik um Fehlatmungen zu beheben, die Lunge besser zu
belüften u den Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege anzuregen.
Zimmer gut lüften, bei Schmerzen – vorab Schmerzmittelgabe laut AVO.
Tiefes Durchatmen:
einfachste Art. Pflegende können Bauch- und Flankenatmung des Pat durch Auflegen ihrer Hände auf Bauch
bzw. Thorax gezielt fördern. Hände üben während der Einatmung spürbaren Druck aus. Durch diesen Reiz lernt
der Pat die Atembewegungen wahrzunehmen u zu steuern. Damit der Pat seine Bauch-atmung intensiviert, die
für eine gute Belüftung der unteren Lungenanteile sinnvoll ist, legen ihm die Pflegenden beide Hände auf den
Bauch. Zur Intensivierung der Flankenatmung legen sie ihre Hände an den unteren Rippenbögen in der linken u
rechten Axillarlinie an. Dann fordern sie den Pat. auf, die Hände in ruhigen u tiefen Atemzügen „wegzuatmen“.
Diese Übung sollte mehrmals am Tag wiederholt werden.
Atmen gegen Widerstand:
erfordert mehr Kraft als gewohnte Atmung. Pat muss tief Luft holen. Kinder Luftballons aufblasen lassen,
befestigte Kompresse wegzupusten, Aufwirbeln von Flüssigkeit mit Strohhalm. können bei häufigem Wiederholen
zu Hyperventilation führen deshalb gut anleiten u überwachen. Vorsicht!! Atmen gegen Widerstand erhöht Druck
in den Atemwegen – bei Pat mit Lungenemphysem kontrainduziert. Gefahr das Emphysemblasen platzen und
Pneumothroax entsteht!
Dosierte Lippenbremse:
Pat. atmet mit geschlossenem Mund durch Nase ein. Während Ausatmung lässt er Luft leicht, ohne Anstrengung
zw den aufeinanderliegenden Lippen entweichen. (erzeugen Widerstand – Druck in Luftwegen wird erhöht –
Bronchialsystem weitet sich u tiefer gelegene Lungenregionen werden besser belüftet. Dies beugt Kollaps der
Bronchiolen u Alveolen vor. Pat. soll bei diesen Übungen weder Druck noch Geräusche erzeugen.
… kann bei körperlicher Belastung einer Atemnot entgegenwirken. Pflegende üben dies mit Pat ein
Ausatmen mit VRP-Gerät:
= Flutter. Funktioniert nach dem Prinzip des unterschiedlichen Widerstanddruckes. Kugel verlegt Ausatemweg,
schafft also Engstelle, gegen die der Pat. ausatmen muss. Wird angewendet zur -Lösung von Bronchialsekret; Ver-hinderung eines Bronchialkollapses; -Dämpfung eines Hustenreizes.
Im Sitzen mit aufrechter Haltung üben, weil Zwerchfell so einen größeren Bewegungsspielraum hat;
Mundstück fest mit den Lippen umschließen; tief durch Nase einatmen; Atem kurz anhalten, dann gleichmäßig in
das Gerät ausatmen; Ablauf 7-mal wiederholen. dann Pause von 5 Atemzügen einlegen und dann erneut 7
Atemzüge mit Gerät. Dauer eines Atemtrainings: 10 Minuten. Dieses in Akutphase stündlich wiederholen.
Atemgymnastik mit SMI Trainern:
Prinzip der anhaltend max. Inspiration – SMI. Beugen Komplikation wie Atelektasen u Pneumonien vor.
Flow-orientierte Geräte: bei denen Einatemluft eine bestimmte Strömungsgeschwindigkeit erreichen muss, um im
Gerät einen od mehrere Bälle in Schwebe zu halten (Mediflow)
Volumen-orientierte Geräte: bei denen das zu erreichende Volumen z.B. über einen kleinen Kegel markiert ist.
Während des Atemtrainings sollten die Atemwege frei von zähem Sekret sein. Dies ist der Grund, warum vor
Trainingsbeginn häufig noch eine Inhalation durchgeführt wird. Bei SMI-Trainer erhält Pat. eine Nasenklemme
damit Pat ausschließlich durch Mundstück einatmet. Durch das tiefe, ruhige Einatmen gelangt die Ausatemluft
gleichmäßig in alle Lungenabschnitte und verhindert Atelektasenbildung. Das Anhalten der Atemluft für ca. 2-3
Sek. verstärkt Effekt. Atemtraining beginnt bereits präoperativ, da das Erlernen neuer Techniken nach Op´s
schwerer fällt.
Durchführung am Beispiel eines flow orientierten Gerätes mit einem Ball:
Im Sitzen oder mit hochgelagerten Oberkörper üben; Nasenklemme aufsetzen; Ausatmen
Mundstück mit den Lippen dicht umschließen; langsam und gleichmäßig einatmen, der Ball steigt auf
(Markierung beachten); den Ball mindestens 2-3 Sekunden in der Schwebe halten
Luft kurz anhalten; Gerät absetzen; Langsam ausatmen
Fehler ergeben sich meist aus unzureichender Anleitung und Kontrolle.
Das Giebelrohr wird aufgrund seiner Kontraindikationen sowie Risiken mittlerweile kaum noch angewendet.
Atemunterstützende Lagerungen, Dehnlagerungen, Drainagelagerungen Sinn und
Zweck
Regelmäßige Umlagerung: Längeres Liegen ohne Lageveränderung – verminderte Belüftung in den jeweils
unteren Lungenabschnitten – sammelt sich Sekret an – schwer zum abhusten bzw. gar nicht möglich – deshalb
lagert man bettlägerige Pat regelmäßig um bzw. fordert mobile Pat. dazu auf, so oft wie möglich aufzustehen.
OK-Hochlagerung: Pat kann im Sitzen leichter u tiefer durchatmen u effektiver abhusten als im Liegen. OKHochlagerung sollte jedoch nur im Wechsel mit anderen Lagerungen erfolgen, da die unteren Lungenabschnitte
sonst ununterbrochen schlecht belüftet wären u die Gefahr eines Deku im Gesäß-Steiß-Bereich bestünde
(Ausnahmen: Pat. mit starker Luftnot)
Zur zusätzlichen Erleichterung werden Arme bds. auf Kissen hochgelagert. Dies mildert das Gewicht der
Schultern auf den Brustkorb u unterstützt die Atemhilfsmuskulatur. Knierolle trägt zur Entspannung der
Bauchdecke bei u damit zur Erleichterung der Atmung. Allerdings verleitet sie den Pat auch zur Immobilität u
sollte daher im Sinne der Kontrakturprophylaxe nicht routinemäßig angewendet werden.
VATI-Lagerungen:
Es werden best Lungenabschnitte durch Hohllagerung des Brustkorbes gedehnt u dadurch besser belüftet:
V-Lagerung: Belüftung der unteren Lungenabschnitte; 2 Kissen hinter Pat, dass ein „V“ entsteht. Die Spitze des
V befindet sich unter Sakralbereich (deshalb nicht bei Dekugefahr). Kopf wird mit einem Kissen gestützt. In dieser
Position liegen Hals u Wirbelsäule frei. Durch V-Lagerung werden unteren Lungenabschnitte gedehnt u die
Atmung der seitl. Thoraxbereiche gefördert.
A-Lagerung: Zur Belüftung der oberen Lungenabschnitte; nach OP´s am Thorax zur Entlastung der Wunde.
T- und I-Lagerung: Belüftung aller Lungenabschnitte; I-Lagerung bei sehr schmalen Patienten; Dehnung des
gesamten Brustkorbes. bei I-Lagerung wird ein ineinander gestülptes, nicht zu prall gefülltes Kissen über weiche
Rolle längs unter die Wirbelsäule gelegt. Kopfkissen wird so platziert, dass es mit der Rolle an „I“ erinnert.
Dehnlagerungen:
Bewirken durch bessere Lungenentfaltung eie Vergrößerung der Atemfläche, wodurch Atmung erleichtert wird.
Außerdem unterstützen sie Beweglichkeit des Brustkorbes. v.a. bei chron Lungenerkrankungen wie chronischobstruktive Bronchitis oder Lungenemphysem
Drehdehnlage; Halbmondlage
Pat sollte diese Lagerungen erlernen, um sie dann regelmäßig selbstständig ausführen zu können.
Kutschersitz:
Vergrößert Atemfläche durch Dehnung des Brustkorbes, so dass besonders tiefes Durchatmen möglich ist. Bringt
Erleichterung bei Atemnot u begünstigt tiefes Atmen vor dem Abhusten. Soll der Pat seine Atmung besser
spüren, legt Pflegekraft ihre Hand auf seine Flanken.
Das Krankheitsbild des Tuberkulose und ihre pflegerischen Schwerpunkte
Tuberkulose (Schwindsucht):
Weltweit verbreitete, bakt. Infektionskrankheit mit chronVerlauf. Meist in Atmungsorganen lokalisiert, jedoch Befall
aller Organe möglich. Besonders gefährdet: Ältere, Alkoholkranke u Abwehrgeschwächte (z.B. HIV-Pat.)
Ansteckende Zeit von Tbc- Pat ist wenn die Krankheit ausgebrochen bzw. wenn Pat infiziert sind u dies noch
nicht wissen bzw. nicht behandeln.
Pflege bei Lungentuberkulose:
MELDEPFLICHTIG!!!!
Wichtig sind bei der TBC Hygienemaßnahmen, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.
Bei infektiösen Pat. in den ersten 2-3 Wochen nach Behandlungsbeginn eine Isolierung notwendig.
Weitere Hygienemaßnahmen:
Pat. darf Zimmer nicht verlassen, Türen bleiben geschlossen, Gebrauchsgegenstände bleiben im Zimmer.
Beim Husten, Niesen Mund und Nase mit einem Papiertaschentuch bedecken
Transport des Pat: Kranke trägt Mund-Nasenschutz. Mundschutz alle 2-3 Stunden wechseln, da Feuchtigkeit
der Atemluft die Filterschicht für Bakt. passierbar macht
Personal zieht immer einen Mund-Nasenschutz, Schutzkittel u Handschuhe an (Vorsicht beim Umgang mit
Sputum, nicht anhusten lassen)
Patientenwäsche nur dann infektiös wenn sie kontaminiert wurde. Geschirr: krankenhausübliche Hygiene
Zur Desinfektion nur Desinfektionsmittel, die nach Liste der Deutschen Gesellschaft für Hygiene wirksam
sind, z.B. Desderman oder Gigasept
Besucher (möglichst wenige) müssen sich beim Stationspersonal melden u werden über Infektionsgefährdung u Hygienemaßnahmen informiert.
Krankenbeobachtung: VZ, Temperatur, AZ, Husten, Sputum, Appetit, Gewicht (zweimal Wöchentlich)
Patienteninformation:
Noch vor wenigen Jahrzehnten starben viele Pat. an TBC, heute können fast alle durch medikamentöse
Behandlung geheilt werden (weniger als 1% Rezidive bei sensiblen Erregern). Ausnahme: abwehrgeschwächte
Pat. z.B. HIV- Infizierte
"Unsichere" Pat. vor eigenmächtigem Therapieabbruch warnen – sie gefährden sich und andere durch ein
Wiederaufflackern der Tbc!!
Prophylaxe und Sekundärprävention:
Kontakt mit Tbc-Kranken möglichst vermeiden. Impfung ist zwar verfügbar (BCG-Impfung). Sie wird aber
aufgrund ca. fünf Jahre begrenzten u nur mäßigen Schutzes nicht mehr empfohlen. Tuberkulintests, z.B. vor
Eintritt in Kindergarten, sollen symptomlose oder –arme Tuberkuloseträger früh erfassen u durch Behandlung
Spätschäden bei Betroffenen u Weiterverbreitung verhindern.
Sekretlösende Maßnahmen
Um festsitzendes Sekret zu lösen, das der Pat nicht oder nur unter großer Anstrengung abhusten kann:
Abklopfen des Thorax; Vibrationsmassagen; Einreibungen mit ätherischen Ölen; Brustwickel ; Inhalation
Wichtige Voraussetzung für leichteres Abhusten u Wirksamkeit von Sekretolytika (schleimlösend) ist
ausreichende Flüssigkeitsversorgung des Körpers. Pat sollte mind 1500 ml/Tag trinken. z.B. schleimlösende
Heilkräutertees, Milchgetränke sind ungeeignet, da sie Verschleimung fördern.
Abklopfen u Vibrationsmassage:
Abklopfen mit der Hand od Vibrationsmassage erzeugen Schwingungen am Brustkorb. Diese übertragen sich auf
die inneren Wände der Atemwege, lösen festsitzendes Sekret, stimulieren Flimmerepithel u regen den
Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege an.
Wichtig:
Rücken oder Brust nur von unten nach oben (von Steiß Richtung Kopf) u von peripher nach zentral (zum
Lungenhilus) abklopfen od vibrieren
Nur in Ausatmungsphase vibrieren od abklopfen, sonst gelangt Schleim mit der eingeatmeten Luft in tiefere
Lungenabschnitte
Nierengegend u Wirbelsäule aussparen, da diese Regionen schmerzempfindlich sind
Papiertücher bereitlegen, in die gelöstes Sekret abgehustet werden kann.
Kontraindikation:
Schädel-Hirn-Trauma (Gefahr einer Hirnblutung); Herzinfarkt, Lungenembolie, Phlebothronmose (Gefahr der
Lösung eines Blutgerinsels); Tumoren bzw. Metastasen im Bereich der Wirbelsäule, ausgeprägte Osteoporose
(Gefahr von Spontanfrakturen); Rippenfrakturen;Erhöhte Blutungsneigung
Kältereizfördernde Einreibungen:
z.B. Franzbranntwein od kaltes Wasser, nur auf Wunsch des Pat!
Einreibeflüssigkeit sollte nicht zu kalt sein (max. 10° unter Körpertemp.)
Einreibungen sind für Pat. nach Bauch OP geeignet, sie neigen zur Schonatmung, durch plötzlichen Kältereiz
atmen sie unwillkürlich tief, wodurch tiefer gelegene Lungenbezirke belüftet werden.
Bei Bewusstseinseinschränkung des Pat. wird kein Kältereiz gesetzt, da "Erschrecken" Atemmuster ungünstig
beeinflussten und zur Fehlatmung führt.
Vibrationsbehandlung mit den Händen:
durch leichtschlägige Bewegungen mit flachaufgelegten Händen Schwingungen des Brustkorbs u fördert so
Lösung von Bronchialsekret. Dabei wird die Ausatmung beschleunigt: der schnellere Atemstrom erleichtert
Abtransport von Sekret. Für die Vibrationsbehandlung sollte das erkrankte Lungensegment oben liegen, damit
Sekret in Richtung Haupt-bronchus abfließen kann. Kombination mit speziellen Lagerungen (z.B.
Drainagelagerungen ) unterstützt Wirkung.
Durchführung: Pat. liegt bequem auf Seite, Behandelt wird oben liegende Thoraxseite. Pflegekraft legt beide
Hände flächig nebeneinander auf Thorax. Zunächst fühlt sie sich in Atemrhythmus des Pat ein. In Ausatmung
bewegt sie eine Hand in Richtung Wirbelsäule u nach oben, andere Hand in Richtung Sternum.
Leichtschlägige Bewegungen ihrer Hände versetzen dabei Brustkorb in Schwingungen u lösen Sekret. Pflegekraft behält während gesamten Behandlung Hautkontakt. In jeder Atempause legt sie eine Hand auf das Sternum,
die andere Hand auf den Rücken u übt vibrierenden Druck aus. So löst sich Sekret, und der Luftstrom kann es
weitertransportieren. Vibrationsbehandlung über mehrere Atemzüge wiederholen, bis der Pat Sekret abhustet.
Vibrationsmassage mit dem Vibrationsgerät:
Vibrationsgerät überzieht Pflegekraft aus hygienischen Gründen mit einem dünnen Tuch od Einmalüberschuh.
Bei schmalen Pat polstert sie Vibrationsscheibe mit Watte. Pat. liegt auf Seite, Haut wird mit Massageöl
eingerieben, Pflegekraft beginnt Vibrationsmassage am unteren äußeren Brustkorbbrand u bewegt Gerät
langsam zum Lungenhilus. Um sekretlösende Wirkung in tiefer gelegenen Lungenregionen zu erzielen, legt sie
Gerät nur in Exspirationsphase mit leichtem Druck auf. Behandlung pro Thoraxseite 5 – 6 mal. Animieren zum
Abhusten.
Einreibung mit ätherischen Ölen:
Ätherische Öle enthalten Wirkstoffe, die durch Einreibung auf Haut gebracht u teils über Haut resorbiert, teils über
Dämpfe inhaliert werden. Sie steigern Schleimtransport in der Lunge, führen zu verstärkten Durchblutung. Für
Einreibung zur Schleimlösung eignen sich Eukalyptus-, Thymian-, Pfefferminze-, Fichtennadel-, Fenchelöl.
Vorsicht!!! Ätherische Öle sparsam verwenden, da sie:
Hautreizungen u allergische Reaktionen bis zur Atemnot auslösen können, bes. bei Säuglingen u Kleinkindern
Sowohl atemwegserweiternd als atemwegsverengend wirken können u bei Pat mit obstruktiven Lungenerkrankungen u.U. zur Verschlechterung führen; Vor Behandlung mit ätherischen Ölen immer Arzt fragen!!
Brustwickel:
Feucktwarme Umschläge/Wickel um den Thorax fördern Durchblutung, wirken entspannend, beruhigend,
sekretlösend. Benötigt werden inneres, weiches Baumwolltuch, Außentuch aus Baumwolle/Leinen (ca. 10 cm
breiter als Innentuch). Wickellösung verwendet man warmes Wasser evtl mit Kräuterteeextrakt od Zitronensaft.
Durchführung:
Baumwoll- oder Leinentuch in Wickellösung legen u auswringen; Tuch faltenfrei um den Brustkorb legen
Wickeltuch sofort mit trockenen Außentuch vollständig bedecken; dem Pat Wolljacke anziehen bzw. in ein
Schaffell oder eine Decke einschlagen.; Wickel ca. 30 min einwirken, sofern sich Pat so lange wohl fühlt
Wickel abnehmen, Brustkorb abwaschen und trocknen; Pat ca. 30 min ausruhen lassen
Anwendung von Inhalation:
Inhalation fördert Selbstreinigungsmechanismus der Atemwege. Dickflüssiges, zähes Sekret wird befeuchtet,
verdünnt u kann leichter abgehustet werden. Zur Sekretlösung u Pneumonieprophylaxe inhaliert Pat Wasser in
Form von feinsten Tröpfchen, denen z.B. Salze, Kamillenblüten, ätherische Öle od Arzneimittel zugesetzt sind
Inhalationsformen:
Dampf: >30 µm; Mund-Nasen-Rachenraum bis Kehlkopf; Erkältung, Schnupfen
Aerosol: 10-30µm; Trachea, Bronchien; Bronchitis, Asthma bronchiale
Nebel: <10µm; bis zu den Alveolen; z.B. Pat, die durch offenen Mund atmen, zur Anfeuchtung
Dampf: Unter Zufuhr von elektrischer Energie wird Wasser bis zum Siedepunkt erhitzt u verdampft
Aerosole: Durch Druckluft wird in Aerosolapparaten (Zerstäubergeräten) Wasser mit Luft aufgewirbelt; so
entstehen feinste Tröpfchen, die bis in die unteren Atemwege vordringen
Ultraschall: Mit Ultraschallverneblern wird steriles destilliertes Wasser in Schwingungen versetzt, dass feiner
Nebel aus winzigen Tröpfchen entsteht
Entscheidend für Effekt d Inhalation ist Größe der Tröpfchen: Sie bestimmen Eindringtiefe u damit Wirkungsort.
Möglichkeiten und Indikationen der Kontaktatmung erklären
Techniken der Kontaktatmung:
Inspiratorischer Richtungswiederstand: bei minderbelüftung einzelner Lappen, Hände werden auf d.
•
Bauch gelegt und angedrückt, der Pat. Muss nun gegen den Händedruck einatmen; auch bei somnolenten,
dementen Pat. Möglich; bei Pat. Mit Bauch OP prä, und post op; Kontraindikation frische Rippenfraktunen
od. Glasknochenkrankheit
•
Expiratorische Thoraxkompression; nur bei COPD; Thorax wird bei Ausatmung zusammengedrückt
•
Kombination beider Techniken möglich
•
ASE
Indikation von Atemübungen: Pneumonieprophylaxe
Unzureichende Lungenbelüftung: durch eingeschränkte Atemmechanik, z.B. Erschöpfung, Störungen des
Atemzentrums; Schonatmung; Pat. mit Bauch OP; Wenn es beim Pat. angebracht ist (evtl. Pat fragen)
Bülau-Drainage, Pleurapunktion
Prinzip der Preuradrainagen:
Ableitung von Blut (Hämatothorax) Sekret (Pyo-, Serothorax) od Luft (Pneumothorax) aus Pleurahöhle.
Gelegt wird Pleuradrainage im 5. Intercostalraum (ICR) in der vorderen bis mittleren Axillarlinie. Evtl. zum
Absaugen von Luft auch im 2. und 3. ICR in Medioklavikularlinie (Monaldi- Drainage)
Drainageschlauch wird an geschlossenes Absaugsystem angeschlossen.Bei diesem System gibt es Kammer die
Sekret auffängt, und 2. Kammer in der Wasserspiegel ist damit keine Luft zurück in Lunge gelangt.
Einfachere Variante sind 2 Plastik Behälter die durch Schraubverschluss Luftdicht verschlossen sind. Verbunden
sind Behälter mit normalen Schlauch, einmal vom Pat. zum 1. Behälter, separater Schlauch dann vom 1. zum 2.
Behälter, und vom 2. Behälter führt ein Schlauch aus dem Behälter der Luft ableitet.
Im 1. Behälter kann sich Sekret aus Lunge ansammeln u im 2. Behälter ist Wasserspiegel, welcher verhindert das
Luft in Lunge zurück gelangt. Drainageschlauch ist immer mit Naht an Einstichstelle fixiert
Pflege bei liegender Pleuradrainage:
Allgemeine Maßnahmen:
Alle Prophylaxen, besonders Pneumonieprophylaxe; Puls, RR, Temperatur und AZ kontrollieren; Pat bei
Körperpflege u Mobilisation unterstützen; Kontrolle der Einstichstelle auf Infektionen
Spezielle Maßnahmen:
VW je nach klinikinternem Standard (aseptisch); Wunde auf Infektionszeichen, Blutungen kontrollieren –
Dokumentieren; immer unter Pat. Niveau hängen, um Zurücklaufen von Sekret verhindern
Menge/Beschaffenheit kontrollieren - dokumentieren, Sekretmenge in Flüssigkeitsbilanz berücksichtigen
Bei versehentlichem Herausrutschen der Drainage sofort mit Verband fixieren u Luftdicht mit Folie abkleben
Arzt!; Sogstärke regelmäßig überprüfen
Wasserstand im Wasserschloss u in Saugkontrollkammer prüfen (genug Wasser, wenn nicht bei
unterbrochenem System auffüllen), auf atemsynchrone Schwankungen des Wasserspiegels achten, sind
keine, ist Schlauch verstopft oder abgeknickt,
kontrollieren
Durchgängigkeit des Systems. Blubbern im Wasserschloss ist bei Pneumothorax normal, sonst ist Blubbern
Zeichen einer undichten Schlauchverbindung zw Pat. u Absaugsystem od Leck innerhalb der Pleurahöhle od
an Punktionsstelle
Arzt informieren
Wechsel der „Bülau-Flasche“ (auch bei Diskonnektion):
Bülau-Drain wird mit 2 geschützten Klemmen (am Bett hängend) abgeklemmt aber nur wenn sie gewechselt wird.
Beatmeten Pat darf nicht abgeklemmt werden, da Spannungspneumothorax entstehen könnte. (zum Thema
„Abklemmen“ versch. Meinungen.)
Bei Atemnot bleibt eine Person beim Pat. Zweite Person richtet Materialien für Wechsel des Systems
Materialien, die dafür benötigt werden:
steril verpackte Bülausysteme, Wasserschloß befüllen mit der benötigten sterilen Lösung (Aqua dest );
Händedesinfektion; HS; Tropfschutz; Desinfektionsmittel; sterile Kompressen; steriles Wattestäbchen (bei
Diskonnektion zur Desinf. des Drainlumens); Pflaster; Abwurfgelegenheit
Durchführung: Im Stationsstützpunkt – Vorbereitung des Systems!:
Händedesi; Neues System öffnen u auspacken – sterile Flüssigkeit in den Behälter einfüllen!; Auspacken des
Schlauchsystems u aufsetzen auf Behälter (unter aseptischen Voraussetzungen); Neues Bülausystem +
Halterung + weitere Materialien zum Pat mitnehmen
Beim Patienten: Information des Patienten und Lagerung; Evtl. Bettschutz einbringen; Hygienische Händedesi;
Sterile Tupfer u Wattestäbchen vorbereiten – öffnen u mit DM tränken; HS anziehen; Desi des Drainendes –
Einwirkungszeit!; Drainende mit neuem System verbinden; Klemmen öffnen; Evtl. Sicherung durch
Pflasterstreifen; Drain fixieren (Thoraxwand); Pat bequem lagern – auf Wünsche eingehen; Material entsorgen;
Dokumentation / Veranlassung eines Thoraxröntgen (AVO)
Entfernung der Pleuradrainage:
Benötigte Materialien: sterile Handschuhe für den Arzt; Stichcutter; Sterile Kompressen; Bettschutz;
Wundschnellverband + Betaisadona- Salbe; Einmalhandschuhe für die Assistenz; Abwurfmöglichkeit
Vorgehen: Pat wird informiert und instruiert (Einatmen und Luft anhalten); Arzt löst Sicherungsnaht mit
Stichcutter; Während Assistenz Drainage zügig herauszieht, zieht Arzt die Tabaksbeutelnaht zusammen u
verknüpft diese. Sekret wird abgetupft; Anschließend wird Einsteichstelle mit Wundschnellverband +
Betaisadonna –Salbe versehen (Salbe hat desinfizierende Wirkung und verklebt Einstichstelle nochmals
zusätzlich); Material entsorgen u Dokumentation; Anschließende Röntgenkontrolle!!
Pleurapunktion:
Indikation: Artdiagnose des Ergusses ( Blut, Tumorzellen,...), Therapeutisch: Ablassen des Ergusses od
einbringen von Arzneimitteln, (ZB. Zytostatika bei Tumoren)
Diagnostik: Labor, Histo;
Therapie: Erguß ablassen – Atmung leichter, Medi (Lasix)
Komplikationen: Pneumothorax, Blutungen, Infektionen, Organverletzungen (Lunge, Herz, Leber,...)
Vorbereitung der Materialien: Steriles Punktionsset; Desil, sterile Kompressen, steriles Abdecktuch; Materialien
für Lokalanästhesie; Sterile Handschuhe, evtl. Mundschutz u Haube; 3 beschriftete Untersuchungs-röhrchen
(eins für Klinische Chemie, Pathologie u Mikrobiologie) nach AVO evtl. Blutkulturflaschen; Evtl. Codein gegen
Hustenreiz, Verbandsmaterial
Durchführung: Pat. sitzt mit angehobenen, aufgestützten Armen am Bettrand od auf Stuhl. OK leicht vorgebeugt,
so das sich Zwischenrippenräume dehnen. Pat soll während Punktion nicht husten od pressen. Günstig ist, wenn
Pflegekraft vor Pat steht od sitzt, damit er sich festhalten kann.
Ergusslokalisation sonographisch, Desinfektion der Punktionsstelle, Lokalanästhesie der Punktionsstelle,
Arzt punktiert den Erguss,... Flüssigkeit wird herausgelassen bis nichts mehr kommt (typisches Zeichen das der
Erguß komplett entfernt wurde ist Hustenreiz vom Pat.), Druckverband mit Beta-Salbe,
Ablassen nicht mehr als 1 l beim ersten Mal - massive Kreislaufbelastung - bei EWmangel u Herzinsuffizienz
Nachsorge: RR, Puls, Atmung,Einstichstelle engmaschig kontrollieren
Ca. 1 Stunde nach Punktion Th-röntgen um Komplikationen auszuschließen u Abklärung d. Ergusses
Den Begriff chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) definieren, Krankheiten,
die zu diesem Formenkreis gehören, aufzählen, sowie die Pathophysiologie des
Asthma bronchiale erklären.
Definition: Sammelbegriff für lang andauernde entzündliche Erkrankungen der Bronchien und der Lunge, die mit
einer Verengung (Obstruktion) der Atemwege einhergehen.
Dazu gehören: Asthma bronchiale, Chronisch- obstruktive Bronchitis, Lungenemphysem
Pathophysiologie: Auslöser – Allergie oder Infekte, Anstrengung, psychische Faktoren
Führt zu Entzündung
der Bronchialschleimhaut
Überempfindlichkeit des Bronchialsystems
Bronchiale Obstriktion zeigt sich in
Bronchialwandödem (starke Schwellung der Bronchialschleimhaut), Bronchospasmus (Kontraktion der
Bronchialmuskulatur), Hyper und Dyskrinie (übermäßige und zähe Schleimbildung)
Krankheitsentstehung des Asthma bronchiale:
Exogen-allergisches Asthma, handelt sich um allergische Typ-1-Reaktion z.B. gegen Hausstaubmilben,
Blütenpollen, Nahrungsmittel od Tierhaare. Diese Form des Asthma ist dem atopischen Formenkreis
zuzurechnen. Häufig ist Eigen- oder Familienanamnese dann für weitere atopische Erkrankungen positiv
Nicht allergisches Asthma (intrinsic Asthma) lösen Infekte, körperliche Anstrengungen, kalte Luft, psychische
Faktoren z.B. Stress oder Inhalation atemwegsreizender Substanzen die Anfälle aus
Mischformen sind häufig.
Über die Pflege bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen sprechen.
Pflege im akuten Anfall:
Pat beruhigen; Pflegeperson sollte beim Pat bleiben bis sich Anfall bessert; O2 Gabe; Arzneimittel: BetaSympathomimetika, Theophyllin, Glukokortikoide zum Inhalieren; Absaugen evtl. Intubation;
Blutgasanalyse;
Korrekte Anwendung von Dosieraerosolen: Aerosolbehälter schütteln; Schutzkappe abnehmen; Tief
ausatmen; Mundstück in Mund führen u mit Lippen fest umschließen; Während langsamer, tiefer Einatmung
Druck auf Kanister ausüben (Arzneimittel wird freigesetzt); Ca. 5 Sek Luft anhalten; Langsam wieder ausatmen;
Bei Verordnung von 2 Hüben 5 min warten u dann 2. Hub inhalieren
Korrekte Anwendung inhalativer Glukokortikoide:
Glukokortikoid als Dosieraerosol stets mit Spacer inhalieren, da dann eine geringere Menge des Arzneimittels im
Mund-Rachen-Raum hängen bleibt u mehr Wirkstoff die tieferen Atemwege erreicht; Vor den Mahlzeiten
Inhalieren; Nach der Inhalation Zähne putzen oder zumindest den Mund gründlich ausspülen
Medikamente sind hoch wirksam, deshalb im akuten Anfall nicht einfach 4 od 5 Hübe hintereinander nehmen!!!
Vorsicht!!! Asthma Pat müssen wissen das sie bei Schmerzen od Fieber keine Azetylsalizylsäure (z.B. Aspirin)
einnehmen dürfen, da diese Asthmaanfälle provozieren kann! Besser ist das ebenfalls rezeptfreie Paracetamol.
Ausserdem müssen sie bei jedem Arztkontakt auf ihre Asthmaerkrankung hinweisen, da viele Arzneimittel bei
Asthma kontraindiziert sind.
Patientenberatung:
• Bewusstmachen der verschiedenen Einflussfaktoren auf eigene Atmung (Tagebuch führen)
• Einübung von Entspannungs- u Atemübungen zur besseren Wahrnehmung der Atmung
• Umgang mit dem Peak – flow – Meter mit Dokumentation der Ergebnisse
• Kenntnis der Anatomie /Physiologie der Atmung sowie wichtigsten Anfallsauslöser u Möglichkeiten zu ihrer
Vermeidung
• Atemtechniken zur Verminderung der Atemwegsverengung wie z.B. dosierte Lippenbremse oder langsames
Einatmen mit nachfolgendem Luftanhalten
• Hinweise auf Selbsthilfegruppen
Medikamente:
Beta- Sympathomimetika:
Wirken erschlaffend auf Bronchialmuskulatur, wirken auch am Herz mit Pulsanstieg u Erhöhung der Kontraktionskraft was zu NW führt wie Tachykardie, Herzklopfen, Rhythmusstörungen, Angina pectoris, RR-krisen,
weiters Unruhe, Zittern u Kopfschmerzen. Darreichungsform sind Dosieraerosole u Pulverinhalatoren
z.B. Alopent, Bricanyl, Serevent
Parasympatholytika:
Atropinabkömmlinge die durch Hemmung des Parasympathikus die Bronchien erweitern. NW gering, Mundtrockenheit, verminderte Produktion von Bronchialsekret. Vorzugsweise bei Pat mit Vorerkrankungen des
Herzens angewendet. Im akuten Asthmaanfall reichen sie in der Regen nicht aus!! z.B. Atrovent, Berodual
Theophylline:
Erweitern Bronchien u Gefäße durch Erschlaffung der glatten Muskulatur, senken Lungengefäßwiderstand,
steigern Atemantrieb; NW: Herzbeschwerden (Tachykardie, Herzrhythmusstörungen), Magen –Darm –
Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Druchfall) u ZNS-Symptome (Unruhe, Kopfschmerz Muskelzittern).
Therapeutische Breite bei Theophyllin ist sehr gering d.h. Spanne zw. „zu wenig“ und „zu viel“ ist sehr schmal.
Theophylline werden grundsätzlich systemisch gegeben. z.B. Eyphylin oder Theospirex
Cortisone: z. B. Becotide od. Pulmicort
Expektorantien:
Wirken steigernd auf Bildung von Bronchialseket, den bereits gebildeten Schleim verflüssigen, Abtransport des
Sekrets fördern. Wirken nur wenn Pat ausreichend (2-3l) trinken. Kontraindiziert bei Herzinsuffizienz, wenn Pat.
zu schwach zum Abhusten sind. Verabreichung: i.v., oral, Salben, Inhalation, ätherische Öle
Bei oraler Gabe können Magen- Darm- Beschwerden (Übelkeit) auftreten z.B. Aeromuc, Mucosolvan
Über Rauchgas (Reizgase)- und CO- Vergiftung referieren
Rauchgasvergiftung: Hier handelt es sich um Reizung der Atemwege durch im Rauch enthaltenen Giftstoffe
(Reizgase). Es kann zu toxischen Lungenödem führen.
Kann auch noch nach Stunden auftreten. Deshalb ist es wichtig, das jeder, der Rauchgasen ausgesetzt war,
Cortisonspray (Becotide,...) erhält u dies nach folgendem Therapieschema inhaliert:
Unmittelbar nach Vergiftung 5 Hübe am Unfallort; alle 5-10 min 2-5 Hübe bis zur Leerung des ersten Packung.
Nach Rauchgasvergiftung ist Überwachung über mind. 24 Stunden nötig, wegen Gefahr eines Lungenödems, das
erst später auftreten kann.
Kohlenmonoxidvergiftung:
Kohlenmonoxid ist farbloses, geruchloses u geschmackloses Gas, das bei Verbrennung kohlenstoffhaltigen (d.h.
organischen) Materials freigesetzt wird. Das Gas ist leichter als Luft und explosiv.
Wie kommt es zur Kohlenmonoxidvergiftung?
Zu Hause: Heizung und Durchlauferhitzer, die mit Gas, Holz oder Kohle betrieben werden
• Kochstellen die ebenfalls mit Gas, Kohle oder Holz betrieben werden (Fettverbrennung)
• Bei allen Brandunfällen; Autoabgase (Suizidversuche in der Garage)
Im Beruf:
Kohlebergbau; Metallgewinnung;
Wie schädigt Kohlenmonoxid den Organismus?
Verdrängt O2 vom Hämoglobin. Bindung ist 240- fach stärker. Über diesen Mechanismus gelangt weniger O2 ins
Gewebe.
CO führt zu Linksverschiebung der O2-Dissoziationskurve. Hierdurch kommt es zu schlechteren O2-abgabe ans
Gewebe.
CO reagiert mit Cytochrom a3-Oxidase u Cytochrom p-450. Es kommt hiermit zusätzlich zu weiteren Hypoxie auf
zellulärer Ebene.
CO hat direkt toxischen Effekt auf viele Organe. Es sind v. a. Herz u Gehirn zu nennen. Typisch für schwere CO –
Intoxikation sind petechiale Blutungen u Nekrosen im Globus pallidus, der Substantia nigra u Hippocampus.
Welche Symptome haben die Pat.?
Leichte Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit u Erbrechen, Schwindel, Sehstörungen, Konzentrationsstörungen
Schwere Symptome: Atemnot (Lungenödem, Coronarinsuffizient), Koma (Cerebrale Hypoxie, Hirnödem,
petechiale Blutungen und Nekrosen), Herz – Kreislaufstillstand (Herzinfarkt und Kardiomyopathie)
Spätschäden: Oft erst Wochen u Monate nach CO- Exposition treten schwere neurolog. Symptome auf. Bis zu
40% der nicht durch hyperbaren O2 behandelten Pat erleiden Spätschäden: Psychosen,
Verwirrtheitszustände, Denk und Verhaltensstörungen, Urininkontinenz, Demenz
Diagnosestellung: Messung der CO – Menge im Blut (mehr als 10% gilt als diagnostisch signifikant); Messung
der CO – Menge in der Atemluft
Was ist zu tun, wenn eine CO Vergiftung vermutet wird? Der Zeitfaktor beeinflusst die Prognose!!
Ersttherapie: Eigenschutz bedenken; Sofort frische Luft zuführen (Fenster und Türen öffnen und das Haus
verlassen); Sofort die Rettungsleitstelle informieren ; Sauerstoffzufuhr über Maske dadurch wird die HWZ des CO
von 240 min auf ca. 45 min gebracht; Intubation, Beatmung mit 100% Sauerstoff; Schnellstmögliche Verlegung in
ein Druckkammerzentrum
Klinik: Hyperbare O2-Behandlung (Hyperbare Sauerstoff – O2 wird ins Serum gepresst u verdrängt so den CO
von den Ery´s); Intensivtherapie falls notwendig (Intubation u. Beatmung etc.); Überwachung für mind. 24 h auf
einer Intensivstation (Gefahr eines ARDS); Konsilliarische Untersuchungen (Neurologie u. ggf. HNO, Augen,...)
Effekt des hyperbaren Sauerstoffs:
Der hyperbare O2 ist schnellste u sicherste Methode um Gift aus dem Organismus zu eliminieren. Bei Raumluft
benötigt Körper etwa 320 min. um die Hälfte des Kohlenmonoxids zu beseitigen. Mit hyperbarem O2 benötigt
Organismus 23 min um die Hälfte des Giftes zu entfernen.
Schnellstmögliche Beseitigung des Kohlenmonoxids aus dem Organismus
Unterstützung der Abtrennung von CO aus dem Myoglobin und den Zytochromen
Sofortige Beseitigung einer evtl. Hypoxie durch Anreicherung des Blutes mit gelöstem O2
Reduzierung der Lipidperoxydation etc. (Verminderung von Spätschäden)
Kriterien der Patientenbeobachtung (Inspektion, Atemgeräusche, Atemgeruch,
Sputum,...)
Diagnose bei Lungenerkrankungen:
Anamnese: Erfragt werden frühere Herzerkrankungen, allerg. Erkrankungen, TBC, Tumore u tiefe
Beinvenenthrombosen. Wichtig ist seit wann+wie viel Pat rauchen (Hauptrisikofaktor für BronchusCA, chron
obstruktive Bronchitis u Emphysem
Inspektion:
Thoraxdeformitäten, z.B. eine Trichterbrust; Seitendifferenzen in den Atembewegungen; paradoxe Atmung, bei
der betroffene Thoraxhälfte beim Einatmen kleiner u beim Ausatmen größer wird ( z.B. beim Pneumothorax)
Perkussion:
Perkussion bei gesunden Lunge ergibt typischer Klopfschall der sonor genannt wird.
ist Luftgehalt in der Lunge erhöht z.B. beim Emphysem od Pneumothorax, ist Klopfschall lauter u tiefer
(hypersonor) u erinnert an Ton, den das Beklopfen einer leeren Schachtel erzeugt.
bei Pneumonie od Erguss ist Schall dagegen deutlich leiser (gedämpft), vergleichbar dem Beklopfen des OS
mit Hilfe der Perkussion Lungengrenzen u Atemverschieblichkeit (normal 4 – 6 cm) bestimmt werden
Auskultation:
Das Abhorchen der Lunge mit Stetoskop zeigt leises Atemgeräusch
Über kollabierten Lungenpartien od Emphysem ist Atemgeräusch abgeschwächt, bei gr. Ergüssen fehlt es
fauchendes Bronchialatmen ist beim Gesunden nur über Trachea und Hauptbronchien zu hören u spricht
ansonsten z.B. für Pneumonie
ebenfalls pathologisch sind sämtliche Neben- od Rasselgeräusche
Was es noch gibt: Thorax Röntgen, Durchleuchten = bewegtes bild Röntgen, Lungen perfusion /ventilations
Szintigramm, Ultraschall, Spirometrie, Peak –flow – meter (höchste ausatem Geschwindigkeit), Blutgasanalyse,
Bronchoskopie, Mediastinoskopie oder Thorakoskopie
Atemgeräusche:
Schnarchen:
Flattern von Gaumensegel. Gefahr der Schlafapnoe Hier treten während des Schlafens pro Stunde mehr als 10
Atempausen von über 10 sek. Dauer auf. Dies führt zu starker Müdigkeit, einschlafen bei unpassenden
Gelegenheiten, Leistungsminderung sowie art. Hypertonie u Herzrhythmusstörungen. Diagnose gestellt wird in
einem Schlaflabor. Leichte Formen können durch Allgemeinmaßnahmen wie etwa Gewichtsabnahme gebessert
werden. Verengungen im HNO- Bereich werden operativ beseitigt. In schweren Fällen ist eine kontinuierliche
nächtliche Überdruckbeatmung (CPAP) notwendig.
Stridor:
= pfeifen entsteht durch verengte Atemwege. Durch Verengung wird Luftstrom behindert, so dass meist
gleichzeitig Dyspnoe auftritt. Entsteht das Geräusch bei Einatmung, handelt es sich um inspiratorischen Stridor.
z.B. Laryngospasmus od. Epiglotitis oder Verlegung durch Fremdkörper, der expiratorische Stridor entsteht bei
Ausatmung, ist Folge verengter intrathorakaler Luftwege. z.B. COPD od Asthma bronchiale
Vorsicht!! Gleichzeitiges Auftreten von Atemnot u Stridor sind Zeichen eines Notfalls! Ursache könnte
Fremdkörper od allerg. Reaktion sein. z.B. Fremdkörper
Pat quer über´s Bett legen od OK nach unten hängen
lassen und Abklopfen. Kinder an den Füßen aufheben
Rasselgeräusche (RG):
Trockene Rasselgeräusche entstehen, wenn Schleimfäden in den Luftwegen schwingen. Treten bei chron
obstruktiver Bronchitis od Asthma bronchiale auf. Je nach Klangqualität werden bei trockenen Rasselgeräuschen Pfeifen, Giemen und Brummen unterschieden
Feuchte Rasselgeräusche sind Folge einer Flüssigkeitsansammlung in Luftwegen od in Alveolen. Durch
strömende Atemluft kommt es zur Blasenbildung. Feuchte RG sind am ehesten mit dem Perlen von
Mineralwasser zu vergleichen, können aber auch brodelnden Charakter haben.
Vorsicht!! Brodelnde Atemgeräusche in Kombination mit Atemnot u evt. schaumig-serösem Sputum sind
Leitsymptome d Lungenödems: Arzt informieren; Oberkörper hoch, Beine tief lagern; auf AVO O2 verabreichen
Schluckauf (Singultus):
Folge einer Reizung des N. phrenicus. Dieser versorgt Zwerchfell u gibt Impuls für ruckartige Kontraktion des
Zwerchfells, die plötzlich Luft in Brustkorb einströmen lässt. N.phrenicus kann gereizt werden, wenn zu viel Luft
geschluckt wurde u Luftblase im Magen auf Nerv drückt. Auch kalte Getränke u OP im Oberbauch können
Schluckauf auslösen. Bei quälendem Schluckauf schaffen krampflösende od beruhigende Arzneimittel Abhilfe.
Atemgerüche: Foeter ex ore ( schlechter Geruch aus dem Mund)
- Azetongeruch ist typisch für diabetisches Koma u tritt hier oft zusammen mit Kussmaul- Atmung auf. Auch
Nahrungskarenz od Hunger können zum Azetongeruch führen, wenn beim Abbau der Fettreserven vermehrt
Ketonkörper entstehen.
- Ammoniakgeruch (nach Salmiakgeist riechend) weist auf schwere Beeinträchtigung der Leberfunktion hin.
Leber kann Ammoniak, das beim Eiweißzerfall entsteht, nicht mehr abbauen (Leberkoma)
- Foeter hepaticus (wie frische Leber) kann beim Leberversagen (Leberzerfallkoma ) auftreten
- Fäulnisgeruch (übel riechend bis jauchig stinkend) weist auf Zerfallsprozesse in Atemwegen hin, etwa bei
Lungengangrän od Bronchialkarzinom
- fade- süßlicher Eitergeruch bei bakt Infektionen u ist charakterist. bei akuter Bronchitis od Pneumonie
- Foetor urämicus (urinöser Geruch) tritt im Endstakium des Nierenversagens (Urämie) auf.
Sputum:
Sputum: Bronchialsekret, abgesehen von geringen Mengen gelegentlichen, glasig-hellen Sputum immer pathol.
Hämoptysen: Aushusten von blutigem Sputum oder geringen Blutmengen
Hämoptoe: Aushusten von größerenBlutmengen.
Hämoptoe u Hämoptysen werden als Bluthusten zusammengefasst. Bereits Pneumonie oder Bronchitis können
zu Hämoptysen führen, blutiges Sputum ist aber oft Zeichen einer schweren Erkrankung, z.B. eines BronchialCA
od eines Lungeninfarktes. Ursache von Bluthusten kann aber auch außerhalb der Lunge liegen. z.B.
Herzerkrankungen mit Lungenstauung od Gerinnungsstörungen
Notfall!! Hämoptoe ist ein Notfall, da einer starken, lebensgefährliche Blutung, ein Blutsturz droht:
Arzt sofort benachrichtigen; Oberkörper hochlagen; Pat beruhigen; Blut auffangen, etwa in einer
Nierenschale; evtl. Sekret absaugen; Mundpflege durchführen
Bluthusten ist vom Bluterbrechen (Hämatemesis) abzugrenzen. Dieses ist durch die Einwirkung des sauren
Magensafts meist schwärzlich u erinnert an Kaffeesatz, ausgeschlossen ist hier aber die Ösophagusvarizenblutung. Hier ist das Blut hellrot-schaumig.
Sputumdiagnostik:
Zur Untersuchung von Sputum eignet sich am besten Morgensputum (Nüchternsputum) d.h. Sekret, das vor dem
Frühstück u vor dem Zähneputzen ohne Speichel in sterilen, beschrifteten Gefäß aufgefangen wurde.
Wichtig ist dass Pat nicht einfach Speichel ausspuckt sondern durch Husten Sputum aus Lunge abhustet.
Bei der bakteriol. Untersuchung werden vom Sputum Keime bestimmt, die zur Entzündung der Atemwege geführt
haben, u das dazu passende Antibiotikum zu bestimmen.
Zur Tumorzellsuche wird Sputum in Röhrchen das mit Formalin- Flüssigkeit gefüllt ist aufgefangen und in
Zytologie geschickt.
Sputum ist immer als Infektiös zu betrachten!!! Nie Anhusten lassen, Kontaminierte Flächen desinfizieren, Für den
Pat. Abfallsack direkt ans Bett kleben damit er Taschentücher und dergleichen entsorgen kann.
Definitionen und Ursachen von Hypo- und Hyperventilation kennen
Hypoventilation:
Im Verhältnis zum O2- bedarf des Körpers zu geringe Belüftung d Alveolen mit vermindertem AMV u Anstieg von
pCO2 (respiratorische Insuffizienz), bei starker Ausprägung Abfall von pO2 (CO2 zu hoch, O2 zu niedrig)
Ursachen: Schmerzen im Brustkorb od Abdomen, die zu einer Schonatmung führen, z.B. nach OP; Schlechter
AZ des Pat; Behinderung d Atmung durch Störungen des Atemzentrums, Atemmuskulatur od der Atemwege.
Hyperventilation: Gesteigertes AMV über Stoffwechselbedürfnisse des Körpers hinaus mit zu niedrigem pCO2
(Hypokapnie) bei normalem bis erhöhtem pO2. (CO2 zu niedrig, O2 normal bis leicht erhöht)
Ursachen: psychogen, metabolisch, zentral (ZNS- Schädigung), kompensatorisch (als Reaktion auf einen
Sauerstoffmangel), hormonell od. medikamentös
Bei der Psychogen bedingte Hyperventilation kommt es zu einem Anstieg des pH- Wertes mit Abnahme der
Kalziumionen im Serum. Diese äußert sich in der Hyperventilationstetanie (Hyperventilationssyndrom) mit
Muskelkrämpfen, für die die Pfötchenstellung der Hände ganz typisch ist. Hält man dem Pat eine Plastiktüte so
vor Mund und Nase, dass er seine Ausatemluft wieder einatmet, kann die Hyperventilation durchbrochen werden,
da durch die Ruckatmung der PCO2 und damit die Kalziumionen- Konzentration wieder ansteigt.
Untersuchungsmöglichkeiten (Diagnosefindung) bei Lungenerkrankungen
Anamnese (Eigenanamnese, Familienanamnese, Sozialanamnese, Berufsanamnese und Vegetative
Anamnese), Körperliche Untersuchung, Thorax Röntgen, Durchleuchten = bewegtes Röntgenbild, Lungen
perfusion /ventilations Szintigramm, Ultraschall, Spirometrie, Peak –flow – meter (höchste ausatem
Geschwindigkeit), Blutgasanalyse, Bronchoskopie, Mediastinoskopie oder Thorakoskopie
Störungen des Säure-Basen-Haushalts erklären (Auswirkungen von Azidose/Alkalose)
pH (für Stoffwechsel
normaler Ph
notwendig, normal ist
7,34 - 7,44)
Standardbicarbonat
pCO2
Ursachen
Mechanismus
Kompensation
des Körpers
resp. Azidose
resp. Alkalose
met. Azidose
met. Alkalose
nieder, unter 7,34
hoch, über 7,45
nieder
hoch
nieder, unter
22mmol/l
normal, später
nieder
diabetische
Ketoazidose,
Laktazidose bei
Schock
(überangebot von
Milchsäure)
hoch, über
26mmol/l
normal
normal, später hoch normal, später nieder
hoch, über 45mm
Hg
resp. Insuffizienz,
chron. obstr.
Atemweserkrank.
atemdepressive
Medis
(co2 kann nicht
rauß)
zu geringes
abatmen von CO2
nieder, unter
35mmHg
Hyperventilation
psychogen oder bei
SHT
zu viel abatmen von
CO2
stoffwechselbedingte
Übersäuerung
Niere scheidet mehr
H+ Ionen aus,
dadurch steigt das
Standardbicarbonat
Niere scheidet
weniger H+ Ionen
aus, dadurch sinkt
das
Standardbicarbonat
Hyperventilation,
dadurch sinkt das
CO2
hoher Verlust
von
Magensäure
bei Erbrechen
od
Magensonde
(z.B. Bulämie)
Verlust von
Säure
nur geringe
Kompensation
möglich (denn
d. Körper
müsste
weniger
Atmen, CO2
zum Ausgleich)
Auswirkungen von Azidosen sind:
• Dämpfung des ZNS mit Verwirrtheit, Muskelschwäche, Koma,
• Wirkung auf das Herz-Kreislauf System durch RR Abfall und Herzrhythmusstörungen (Schwelle für das
Kammerflimmern sinkt);
Bei der metabolischen Azidose ist die Atmung gesteigert, Atemfrequenz und Atemtiefe nehmen zu. Im Gegensatz
zur respiratorischen Azidose, denn hier ist die Atemdepression meist die Ursache!
Auswirkungen von Alkalosen sind:
• Übererregbarkeit des ZNS, Verwirrtheit, Tetanie,
• Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem durch RR Abfall (Vasodilatation) und Herzrhythmusstörungen;
Die Blutgasanalyse (BGA) erklären können
Normalwerte:
PH art.: 7,36-7,44;
paO2: >70mmHg (9,5 kPa; altersabhängig
paCO2: 35- 45 mmHg (4,6-6,1kPa)
Standardbicarbonat (HCO3): 22-26 mmol/l
BE –2 - +2 mmol/l
Die Blutgasanalyse erlauben eine Beurteilung des Gasaustausches und des Stoffwechsels.
Hypoxie: zu wenig O2 in einzelnen Körperregionen od im ganzen Körper. Ursachen z.B.
Durchblutungsstörungen, Anämie, Hypoxämie
Hypoxämie: Erniedrigung des O2-partialdruckes im art. Blut (paO2) auf Werte unter 70 mmHg
Hypokapnie: Erniedrigung des Kohlendioxidpartialdruckes im art. Blut (paCO2) unter 35 mmHg. Durch
Hyperventilation od metabolische Azidose mit resp. Kompensation bedingt
Hyperkapnie: Erhöhung des Kohlendioxidpartialdruckes im art.Blut (paCO2) auf über 45 mmHg
Hervorgerufen durch resp. Insuffizienz mit Hypoventilation od met. Aklalose mit resp. Kompensation
Arterielle Blutentnahme:
Materialien: Sterile Handschuhe, Tupfer und Hautdesinfektionsmittelin spezielles BGA-Röhrchen (Spritze mit
Heparin); spezielles Venflon zum punktieren von Arterien; Tupfer oder Kompressen zum Komprimieren der
Punktionsstelle, Verbandmaterial, bei Punktion der A. femoralis ein Sandsack
Wichtig ist bei Pat die Blutverdünnung (Sintrom, Marcumar, ASS, u.ä.) nehmen vorher abklären ob es keine
Kontraindikationen gibt.
Die Arterienpunktion ist eine ärztl. Aufgabe. Meist wird A. radialis im Handgelenkbereich oder die A. femoralis im
Leistenbereich punktiert.
Nach Punktion Kompression der Punktionsstelle mind. 5 min., da sich sonst große Hämatome bilden können.
Auch danach muss Punktionsstelle noch auf Nachblutungen kontrolliert werden.
An punktierten Extremität stündl. Puls u Hautdurchblutung prüfen. Das BGA-Röhrchen nach Punktion luftdicht
verschließen und (gekühlt) zum Labor bringen. Für korrekte Auswertung der BGA sind zusätzlich (für Pat
während einer O2-Therapie) die O2 Konzentration der Atemluft und bei Fieber Körpertemp. des Pat. notieren.
Kapilläre Astrup:
Blutentnahme wie beim BZ- messen, aber in ein Glasröhrchen.
Durchführung: Handschuhe; Ohrläppchen hyperämisieren mit Finalgon (fördert Durchblutung) eincremen, Pat
darf nicht hingreifen!! denn die Salbe brennt sehr stark; oder am Finger Blut abnehmen; Ohrläppchen oder Finger
Desinfizieren; Schnell und tief zustechen; Kapillare Luftfrei füllen; danach die Einstichstelle mit einem Tupfer
komprimieren.; Material entsorgen, Dokumentieren
Über die Lungenembolie referieren (Entstehung, Symptome, Therapie und Pflege)
Lungenembolie: Plötzliche od schrittweise Verlegung d Lungengefäße durch Thromben aus venös.Gefäßsystem
Entstehung: Folge der Verlegung der Lungenstrombahn ist akute Widerstandserhöhung im kleinen Kreislauf mit
Entwicklung eines Pumpversagens (Dekompensation) der rechten Herzkammer (akutes Cor pulmonale)
Symptome: hängen von dem Ausmaß der Strombahnverlegung ab; plötzliches auftreten von Atemnot; Zyanose;
Husten evtl. mit blutigem Sputum; atemabhängige Thoraxschmerzen; Pat ist ängstlich und unruhig; Haut blass
und schweißig; zusätzlich Symptome einer tiefen Beinvenenthrombose; Als Zeichen einer zentralvenösen
Druckerhöhung sind die Halsvenen gestaut; Puls oft arrhythmisch und Tachykardie; Atemfrequenz erhöht
Diagnose: Die Röntgenaufnahme des Thorax ist nur selten pathologisch. Das EKG zeigt meist Zeichen einer
Rechtsherzbelastung und evtl. Rhythmusstörungen. Diagnostisch entscheidend sind das
Lungenperfusionsszintigramm und bei zweifelhaften Szintigrammoder Indikation zur Lyse die
Pulmonalisangiographie. Eine Blutgasanalyse gibt Auskunft über das Ausmaß der resp. Insuffizienz.
Therapie:
i.v. Schmerzbekämpfung mit Opioiden, Sedierung u die i.v. Gabe eines Heparinbolus
bei Hypoxie O2 Gabe u im Extremfall Beatmung
i.v. Vollheparinisierung über Perfusor verhindert relativ zuverlässig weitere Ausbreitung d Lungenembolie.
In kritischen Fällen (Stadium 3 und 4) muss nach der initialen Schocktherapie die rasche Auflösung bzw.
Entfernung des Embolus versucht werden: Lysetherapie mit Streptokinase, Urokinase oder rt-PA ist aber
nicht immer erfolgreich zudem liegen oft Kontraindikationen vor.
Manchmal kann Embolus über Katheter entfernt werden
offene OP ist nur selten angezeigt.
Nach Überwinden des Akutstadiums hat die medikamentöse Behandlung mit Antikoagulantien (Marcumar)
die Rezidivverhütung zum Ziel.
Rezidivierende Lungenembolien können zum chron. Cor pulmonale führen.
Pflege: Erstmaßnahmen:
Pat hat absolute Bettruhe; Pat möglichst nicht alleine lassen, Arzt verständigen; Fenster öffnen, evtl. O2 Gabe
laut AVO; bei Atemnot hilfestellung leisten
VZ kontrollieren, bei Schockzeichen Beine auf Herzniveau anheben, dabei leichte Oberkörperhochlagerung
belassen. Keine Kopftieflagerung als Schocktherapie, da die Volumenverschiebung zu einem akuten
Herzversagen führen kann.
Materialien für einen venösen Zugang mit Blutentnahme, einen ZVK und eine Blutgasanalyse sowie die oben
genannten Arzneimittel richten lassen; evtl Verlegen des Pat auf die Intensivstation
Vorsicht!!! Bei Verdacht auf Lungenembolie u während einer Lysetherapie keine i.m. Injektionen verabreichen
Pflege im weiteren Krankheitsverlauf:
Bettruhe; OK-Hochlagerung zusätzliche Weichlagerung im Rahmen der Dekubitusprophylaxe
Körperpflege des Pat übernehmen Vorsicht bei Mundpflege, keine Nassrasur
Kost darf nicht blähend oder stopfend sein, hierdurch würde die Atmung beeinträchtigt werden. Da die Pat zur
Verhinderung neuer Embolien zum Stuhlgang nicht pressen sollten Obstipationsprophylaxe
Bei Rechtsherzbelastung ist eine Flüssigkeitsbilanzierung angezeigt
Thromboseprophylaxe mit Kompressionsverbände oder –strumpf, Beinhochlagerung; Pneumonieprophylaxe
Krankenbeobachtung:
Atmung, Bewusstsein, Puls, RR, Hautfarbe, Temp. Allgemeinbefinden
Bei Lysetherapie zusätzlich auf Blutungen achten (Haut, Schleimhäute, Blut im Stuhl, Gelenkschmerzen)
Pat müssen nach durchgemachten Lungenembolie wissen, wie sie sich vor einer (erneuten) Thrombose v.a. der
Beinvenen schützen können. Sie müssen bereits bei geringsten Verdacht einer Thrombose den Arzt aufsuchen.