1 Freeway Betriebsjournal

Transcription

1 Freeway Betriebsjournal
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Freeway Betriebsjournal
Ausgabe 01/2011 Februar
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1
Neues aus der
Addon Szene
News von der
„großen“ Bahn
Auf der
Brockenbahn mit
Jim Knopf
Und viele
Spannende Themen
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Inhalt:
Neues bei Freeway......................................................................................... Seite 3
Neues aus der „Addon“ Szene........................................................................ Seite 8
News von der „großen“ Bahn......................................................................... Seite 9
Termine rund um die Bahn............................................................................ Seite 11
Auf der Brockenbahn mit Jim Knopf.............................................................. Seite 12
Testbericht TrainStation................................................................................ Seite 19
Humber fragt: Wer war der Mörder? Mord im Vorstadt Express................ Seite 21
Sichel unterwegs! – Heute: In Köpenick........................................................ Seite 31
Impressum
Herausgeber:
Freeway GmbH
Rotmooser Straße 25
88099 Neukirch
Geschäftsführung: Manuel
Stang
Chefredakteur dieser
Ausgabe:
Marc Sullivan
Suckweg 36
22419 Hamburg
Nick: MSullivan
2
Informationen zum Unternehmen
Es handelt sich bei dieser Unternehmung um ein virtuelles
Unternehmen, dass nicht mit Gewinnerzielungsabsichten,
sondern geschäftsmäßig (nachhaltige Tätigkeit) handelt. Das
Freeway Journal ist eine freie Mitarbeiterzeitung. Meinungen
und Ansichten bei Interviews entsprechen nicht unbedingt der
Meinungen und Ansichten der Redaktion. Die Redaktion erhebt
keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit der Beiträge.
Beiträge von Mitarbeitern werden zwar durch die Redaktion
geprüft, jedoch ist für den Beitrag der Einreichende
verantwortlich.
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Neues bei Freeway:
Viel Spaß und gute Unterhaltung beim Lesen des Freeway Journals 1/2011
Da unser Chefredakteur PCF zur Zeit im Urlaub verweilt und es in letzter Zeit ja leider etwas Kritik
bezüglich der Verfahrensweise mit dem Journal gegeben hat und ich auch ein paar Themen habe die
ich euch nicht vorenthalten möchte, habe ich mich Entschieden diese Journal Ausgabe zu erstellen.
Ich hoffe euch gefällt diese Ausgabe und ihr habt viel Spaß beim Lesen. Für die folgenden Ausgaben
biete ich mich hiermit nochmals an, zusammen mit Computerfritze(PCF) spannende und
Unterhaltsame Journale zu erstellen
Neuer Ansprechpartner bei den Arbeitsaufträgen
Zum 01.01.2011 hat Kollege Thomas112 seine Mitarbeit bei den Arbeitsaufträgen beendet. Hiermit
möchten wir Ihm für seinen Einsatz zusammen mit Franzl danken. Seit dem 01.01.2011 hat Kollege
215er die Mitarbeit an den Arbeitsaufträgen übernommen.
Neue Freeway Aufgaben im Downloadbereich:
FW0716_PT13_Schicht_in_SH7
Und wieder gibt Euch der 215er Gelegenheit den hohen Norden Deutschlands kennen zu lernen.
Heute geht's mit
FCS 218 und einem IC von Hamburg nach Niebüll. Außer PT13 braucht Ihr noch die Marschbahn von
Halycon. Sollzeit: 01:41.
Die Anregungen der Tester wurden umgesetzt, so soll es sein!!
Die Tester waren
norbert:
"Schöne Aufgabe mit realistischen Gegenverkehr. Der knapp bemessene Fahrplan macht die Fahrt
leicht stressig, aber das ist gut so."
und der Chef höchstpersönlich:
"Eine zur Abwechslung mal gemütliche Aufgabe ohne Hektik und Stress."
Diese beiden Aussagen stehen scheinbar im Widerspruch, aber eine Anmerkung des 151ers könnte
das erklären ;-):
"Fahrplan ist für erfahrene Lokführer leicht zu schaffen."
FW0740-0749_GR9_Nebenbahnpaket_I
..und wieder mal was von unserem Franzl. Diesmal ein zehnteiliges Aufgabenpaket für die
Franzburger Südbahn, also GR9.
Es handelt sich um typische Nebenbahn Fahrplanfahrten. Ihr werdet also Gelegenheit haben, die
Landschaft zu genießen, ohne von Gegenverkehr gestört zu werden...Benötigt wird die GRMegacollection um insgesamt knapp 10 Stunden mit Ferkeltaxe, DR110 und DR120 unterwegs zu
sein. Die ReadMe ist sehr ausführlich!!
Getestet haben
Kidli:
" Da kein KI-Verkehr vorhanden nur geringe Abwechslung während der Fahrt "
Sayler:
"Nebenbahnen sind zwar nicht so mein Ding da es einem recht schnell langweilig werden kann.
Durch die recht schöne Strecke und die Meldungen, die immer kommen, konnte man es gut
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------überbrücken und sogar interessant gestalten...
Lang kann der Schichtalttag sein...
Kleine Sondertour zwischen den regelmäßigen Fahrten. Durch die kleinen Veränderungen der Ki
wirkt es realistischer und lebendiger."
und Erhaem:
"Das hin und her fahren ist etwas langweilig, aber realistisch..."
Zwar schon einige Tage her, aber im Dezember gab es auch zwei neue Aufgaben zum Download hier
bei uns:
Tobi schickt euch gut 4 Stunden und 15 Minuten auf einer BR103 von Hannover nach Würzburg.
Benötigt wird PT1, PT7, PT20, WE11 und die GR MegaKollektion.
Die Kommentare der Tester klingen vielversprechend:
unser Chef:
"Verkehr: Passt genau. Wie sagt man immer so schön?? Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Im
Prinzip ist es eine gemütliche Fahrt mit der alten Lady, nur finde ich die vielen Meldungen extrem
nervig...Aber jeder Act-Bauer hat halt so seinen Still, und das ist auch gut so. "
Franzl:
Teil 2 "Sehr schöne und ruhige Fahrt durchs Ruhrpott am Bord der 103 im IC523 Münchner
Kindl...Gegenzüge: Wie in der Aufgabe davor ist mehr als genug vorhanden, meistens sind es
Fernverkehrszüge. Aber auch S-Bahnen kommen nicht zu kurz...Diese Aufgabe ist sehr schön gebaut,
und passt zu den 80er Jahren."
Teil 3 "Auch hier etwas Gas geben, da der Fahrplan etwas straffer ist...Statischer Verkehr steht nicht
so viel rum, da die meisten Züge schon als Ki-Züge rumstehen. Nur in den einzelnen Fabrikgeländen
und Betriebswerken kann es zu ein paar kleineren Zusammenstellungen kommen. (Wie in den
vorherigen Aufgaben auch.) Gegenzüge: Auch diese kommen nicht zu kurz. Da auf der linken
Rheinstrecke sowieso mehr Personenzüge fahren, passt das wunderbar....Auch hier versuchte man
trotz des Alters des Addons wieder was Lohnenswertes zu erstellen, was sich auch sehr gut bewährt
hat."
Teil 4 "Auch hier etwas Gas geben, aber nicht über das Limit...Es kommt einen fast alles entgegen.
Vom IC bis hin zum Güterzug...Sehr schön gemacht. Man darf auch hier wieder alles realistisch nach
erleben. Bremsproben, Fahren und natürlich ankommen. "
und der 215er:
Teil 1 "Der Zug muss vorher abgeholt werden und im Bahnhof bereit gestellt werden...viele
Gegenzüge! Sehr schön gemachter KI-Verkehr.
Da kommt Atmosphäre auf!...Man wird sehr schön durch Meldungen auf einige Dinge hingewiesen!
Sehr vorbildlich! Alles ist schön aufeinander abgestimmt. Das einzige was etwas nervt sind die LZBMeldungen. Diese beeinträchtigen das Fahren etwas. Wobei dies absolut Geschmackssache ist und
trotzdem großen Respekt verdient, da TF_Tobi sich hier sehr viel Mühe gegeben hat...Mit sehr viel
Liebe zum Detail gemacht."
Teil 2 "Der Fahrplan ist meiner Meinung nach straff, aber einhaltbar. So soll es sein...Das einzige was
mich genervt hat, waren die Meldungen wg. des zu frühen Beschleunigen. Ansonsten kommt richtig
tolle Atmosphäre auf. Weiter so."
Teil 3 "Auf der Strecke wird es zu keiner Zeit langweilig. Absolut realistisch...Die Meldungen sind gut.
Einzig allein bin ich kein Freund dieser LZB-Meldungen. Siehe auch Testberichte Teil 1 und 2. Das ist
aber eine persönliche Meinung. Dennoch hat sich TF_Tobi hier wieder sehr viel Mühe gegeben. Ich
bin aber der Meinung, dass man die Geschwindigkeiten auch anhand eines Buchfahrplanes ohne F4
4
------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------einhalten kann. Andererseits erfordert diese Vorgehensweise von TF_Tobi natürlich erhöhte
Aufmerksamkeit, da sofort Einträge in der Auswertung erfolgen wenn man sich nicht daran hält. Das
hat natürlich auch seinen Charme...Trotz des Alters von Pro Train 1 macht diese Aufgabe auch
riesigen Spaß. Die Grafik ist wg. des Alters der Strecke mittelmäßig. Das schmälert aber nicht im
Geringsten die Spielfreude. Auch hier hat TF_Tobi wieder beste Arbeit geleistet. Mein Tipp: Einfach
mal bei the-train.de nach Vegetationsupdates usw. für Pro Train 1 stöbern. Diese habe ich installiert.
Dann geht es. Und natürlich eine andere Schienentextur."
Teil 4 "Man hat zu Beginn der Fahrt etwas Verspätung...Es ist einiges los. Absolut realistisch, wie bei
den anderen Teilen...Die Aufgabenreihe macht mächtig Spaß und ist sehr abwechslungsreich. Das
Zugpferd ist natürlich auch die wahre Pracht!"
Wer diese Aufgabe also noch nicht gefahren ist, der sollte sich diese wohl nochmal vornehmen!
Danke an Tobi.
Ebenfalls noch im Dezember 2010 erschienen ist der Weihnachtsdienst von 215er.
Ihr seid gut 2 Stunden und 30 Minuten zwischen Wunstorf und Berlin Unterwegs. Benötigt wird PT36,
PT20 und TTB Hochgeschwindigkeitszüge.
Die Kommentare der Tester:
ricshort:
"typisches Eisenbahnerleben... Die Spielerlok ist ein Gedicht. Die Bremsbedienung ist für einige
vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig...
Eine sehr gut gemachte Aufgabe für Liebhaber:
· von Distanzfahrten
· von Schnellfahrten
· von präzisen Bremsmanövern aus hoher Vmax
· von Aufholjagden gegenüber dem Fahrplan"
und der Chef persönlich:
"...finde ich das Bremsen mit dieser Lok nicht so einfach.
Im Prinzip ist es eine gemütliche Fahrt."
Also dann mal nichts wie ran:-D
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Neu zugelassene Freeware Aufgaben
Anbei findet ihr eine kleine Auswahl in letzter Zeit neu zugelassener Freeware Aufgaben. Die genaue
Übersicht so wie alles weitere findet ihr im Forum unter „neuzugelassene Freeware Aufgaben“ und in
der Freeway WIKI
Name der
zugelassenen Benötigtes Zubehör
Aufgabe:
GZ 51653 +
D-Zug nach
München
- Pro Train 17
- PT-Karwendelbahn
- GR-MegaPack
- PT Extra 3
Freeware: 3 Downloads
Bin-Patch: ab 1.8
Benötigt wird:
- PT 22
[PT 22]
Rangieren in - GR 9
Grimmenthal Freeware: 16 Downloads
Bin-Patch: ab 1.7
ProTrain 1
- PT 3
- PT 7
[PT 1 + PT10] - PT 14
Dienstreise
- GR-GT 6
Teil 1 bis 3
- GR-GT 8
- GR-GT 9
Freeware: 9 Downloads
[PT 15] LFJ 8
Container
nach Hof
Bin-Patch: ab 1.6
- PT 15
- GT 2
Freeware: 1 Download
Quelle
GR Forum
GR Forum
GR Forum
GR Forum
Bin-Patch: kein
[GR 03] HMorgenzug
RB St. Peter
OrdingHusum
[PT 6] E3456
Lübeck-
6
GR 03
GR Forum
Marschbahn der Version
1.1. von Halycon
Schwarzwaldbahn (V1.1) GR-Forum
von Halycon
GR-Gesamtausgabe
Bin-Patch 1.8
ProTrain 6 Vogelfluglinie
GR Forum
Pluspack 1
------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Oldenburg
und zurück
German Trains 3
"Baureihe V200"
German Trains 5
"Baureihe 111"
German Trains 7
"Deutsche Güterzüge"
German Trains 9
"Baureihe 151"
Freeware: 17 Downloads
Bin-Patch 1.8
Durch den Schwarzwald
nach Offenburg von
[PT 12] CRHalycon
Ruhige
ProTrain12 KarlsruheSchicht
Basel
Freeware: 1 Download
Bin-Patch: kein
PT 10
PT 11
[PT 10] RS09- GR-Gesamtausgabe
Winterchaos Halycon Fahrzeugpaket
3
mit Update
Freeware: 28 Downloads
Bin-Patch: ab 1.8
- PT 35
[PT 35] Ex
-Freeware: 129
157
Downloads
Bin Patch ab 1.8....
[PT 20] RE3
- PT 20
Hamm- Freeware: 6
Dortmund
Downloads
und zurück
- Kein Bin Patch
7
GR Forum
GR Forum
www.kunifuchs.de
GR-Forum
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Neues aus der Addon-Szene:
Train Simulator - Pro Train Deluxe Bundle 1:
Am 25.02.2011 erscheint aus dem Hause Bluesky Interactive das Pro Train Deluxe Bundle 1. Hierbei
handelt es sich um ein Paket mit folgenden drei Pro Train Deluxe Strecken:
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Pro Train 6 Deluxe (Lübeck – Puttgarden)
Pro Train 8 Deluxe (Hannover – Berlin)
Pro Train 12 Deluxe (Karlsruhe – Basel)
Wer bisher der Meinung war, das sich der Erwerb von Deluxe Strecken zum Preis von jeweils ca.
20 Euro nicht lohnte, weil man die Grundstrecke schon hatte und eine Investition von 20 Euro für
zwanzig neue Aufgaben und ein paar schönere Texturen Zuviel ist, der kann nun beruhigt auf
dieses Paket zurück greifen. Laut Amazon.de wird dieses Paket mit den drei Strecken 19,99 Euro
kosten.
Dafür bekommt man dann drei Strecken mit jeweils pro Strecke 20 neue Aufgaben, sowie den 20
Aufgaben die der Strecke bisher schon beigefügt waren sowie optisch aufgearbeitete Texturen und
Führerstände.
Train Simulator - Pro Train Deluxe Bundle 2
Ebenfalls am 25.02.2011 erscheint von Bluesky Interactive das zweite Pro Train Deluxe Bundle.
Hierbei handelt es sich um die Strecken:
-
Pro Train 7 Deluxe (Nürnberg – Frankfurt)
Pro Train 13 Deluxe (Hamburg – Westerland)
Pro Train Karwendelbahn Deluxe (München – Innsbruck)
Auch hier bekommt man für 19,99 Euro drei Strecken die man vielleicht schon hat, dafür aber pro
Strecke 20 neue Aufgaben und optisch aufgearbeitete Texturen und Führerstände. Beide Addons
kann man bereits jetzt schon bei Amazon.de vorbestellen. Lieferbar sind sie dann vorrausichtlich ab
dem 25.02.2011
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Drei neues Addons von Bluesky-Interactive für den Microsoft Trainsimulator in 2011
Laut dem Forum von Bluesky-Interactive (http://www.forum.blueskyinteractive.com/index.php?page=Thread&threadID=7653&pageNo=1&s=84c2c085b9d26812f87e593
a1d68093d1ac37a79 ) soll es im Laufe des Jahres 2011 insgesamt drei neue Addons für den Microsoft
Trainsimulator geben. Zurzeit liegt aber laut Aussage mitschreibender BSI Mitarbeiter im Forum das
Hauptaugenmerk bis zum Frühjahr 2011 auf Strecken für PTP2. Man darf also mehr als gespannt sein
was uns da in diesem Jahr noch für den MSTS erwartet.
News von der „großen“ Bahn:
Sparpreisfinder im Buchungssystem der BAHN eingeführt
Wer kennt das nicht? Eigentlich möchte man nur möglichst günstig an sein Reiseziel; ob nun um 8, 12
oder 15 Uhr ist dann nebensächlich. Während es bislang notwendig war, diverse Fahrten anzuklicken,
gibt es ab sofort ein sehr nützliches Instrument, mit dem gleich der Sparpreis und eine Übersicht
über alle Verbindungen eines Kalendertages (und nicht nur drei Zugverbindungen) angezeigt werden.
Dieser "Sparpreisfinder" filtert die verfügbaren Fahrten gleich aufsteigend nach dem Reisepreis. Für
preisbewusste und flexible Reisen ist der Sparpreisfinder ideal. Zu erreichen ist der Sparpreisfinder
unter:
http://ps.bahn.de/preissuche/preissuche/psc_start.post?dbkanal_003=L01_S01_D001_KAF0001_affi
linet-2894-Sparpreisfinder-32546_LZ03
Einsatz von Doppelstockzügen im Fernverkehr der DB ab Ende 2013 geplant
Die Deutsche Bahn AG (DB) plant, ab Ende 2013 auf einigen IC-Linien moderne Doppelstockwagen
mit komfortabler Fernverkehrsausstattung einzusetzen. Dazu hat das Unternehmen bei Bombardier
Transportation 135 Doppelstockwagen der neusten Generation sowie 27 Lokomotiven der Baureihe
146.2 im Wert von rund 360 Millionen Euro bestellt.
"Mit den neuen Zügen setzen wir die Modernisierung unserer Fahrzeugflotte konsequent fort.
Außerdem stärken wir mit den freiwerdenden IC-Wagen unsere Fahrzeugreserve im Fernverkehr",
erläutert Ulrich Homburg, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn. "Das neue
Fahrzeugkonzept kommt vorrangig im sogenannten Randnetz zum Einsatz. Dort wollen wir in den
kommenden Jahren durch neue Fahrzeuge mit hohem Komfort neue Kunden auf IC-Linien mit
schwächerer Nachfrage gewinnen. Damit sichern wir auch zukünftig ein umfassendes
flächendeckendes Fernverkehrsangebot."
Laut einer DB-Presseinformation wird ein Zug wird aus jeweils einem Steuerwagen, 2. Klasse, drei
Mittelwagen 2. Klasse und einem Mittelwagen 1. Klasse bestehen. Ein Speisewagen oder Bordbistro
ist in den neuen Doppelstock-IC-Zügen nicht vorgesehen. Allerdings ist ein Am-Platz-Service sowohl
in der 1. als auch in der 2. Wagenklasse geplant. Wie ein DB-Sprecher gegenüber BahnInfo mitteilte,
befinden sich entsprechende Trolleys, mit denen der Am-Platz-Service realisiert wird, noch in der
Entwicklung, so dass über das konkrete Speisen- und Getränke-Angebot noch keine Aussage
getroffen werden kann. Es sei, so der DB-Sprecher, neben Getränken jedoch auch ein
tageszeitabhängiges Speisenangebot geplant, wobei BahnInfo über Details noch nichts bekannt ist.
Pro Zug sind 469 Sitzplätze geplant, davon 70 in der 1. Klasse. Die Höchstgeschwindigkeit der Züge
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------beträgt 160 Stundenkilometer. Die Doppelstockwagen, die bei der DB seit Jahren erfolgreich im
Regionalverkehr im Einsatz sind, werden in ihrer Ausstattung dem Komfort von ICE-Zügen
entsprechen. So wird es an jedem Doppel- bzw. Einzelsitz eine Steckdose geben, Mobilfunkrepeater
sorgen für einen besseren Empfang. Die Beinfreiheit ist in beiden Klassen mindestens so groß wie im
ICE. Mit zehn Fahrradstellplätzen ist auch die Fahrradmitnahme in den Zügen gesichert.
In jedem Wagen wird es sechs große Ablagen und zusätzlich Stauraum auf der Zwischenebene für
Gepäck geben. Im Mehrzweckbereich des Steuerwagens ist unter anderem Platz für Kinderwagen
und Sportgeräte. Im Steuerwagen ist auch ein extra Familienbereich mit acht Sitzplätzen an zwei
Tischen sowie zusätzlichem Platz für Gepäck und zum Spielen vorgesehen.
Besonders für mobilitätseingeschränkte Kunden wird das Reisen mit den neuen Doppelstockzügen
einfacher: Im Einstiegsbereich wird es taktile Orientierungshinweise geben, im Fahrgastraum werden
die Platznummern auch in Brailleschrift angezeigt und zur Begrenzung des Laufweges wird von
Treppe zu Treppe ein Leitstreifen angebracht. Die Steuerwagen verfügen über eine
fahrzeuggebundene Einstiegshilfe. Damit sind die beiden Rollstuhlplätze barrierefrei zu erreichen.
Artikel vom 12.01.2011, zuletzt aktualisiert am 14.01.2011
Quelle: Presseinformation Deutsche Bahn AG
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Eisenbahntermine Februar – März 2011
Anbei eine Übersicht einiger Eisenbahntermine in den Monaten Februar bis April 2011. Vielleicht ist
ja für den einen oder anderen Eisenbahnfreund die ein oder andere Sonderfahrt oder Ausstellung
dabei:
Datum
Veranstaltung
26. 02. 11 Februar fahrt
Saisonbeginn im
01.03.11 Eisenbahnmuseum BochumDahlhausen
06.03.11 Modellbahnbörse
12.03.11 Sonderfahrt: Berlin macht Dampf
Sonderfahrt: Winterdampfzug
12.03.11
nach Salzburg
Sonderfahrt: Im TEE Rheingold
12.03.11
nach Hamburg
Leipziger Eisenbahntage im BW
19.03.11
Plagwitz
26.03.11 Sonderfahrt: Berliner Runde
26.03.11 Modelleisenbahn Markt
Alle Angaben ohne Gewähr
11
Ort
Gießen
Infos:
www.die-dampfmacher.de
Bochum
www.eisenbahnmuseum-bochum.de
Schleswig
Berlin
Volkskundemuseum Schleswig
www.Berlin-macht-Dampf.com
Stuttgart
www.schnellzuglok.de
Bochum->
Hamburg
www.eisenbahnmuseum-Bochum.de
Leipzig
www.dampfbahnmuseum.de
Berlin
München
www.Berlin-macht-Dampf.com
www.star-maerkte-team.com
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Mit Jim Knopf auf der Brockenbahn
Von Jim Knopf
Erinnerung an ein Tageserlebnis:
Früh morgens um 4 Uhr ging es ab Richtung Wernigerode im Harz.
Was es hier interessantes gibt?
Schöne wälder….
Ein paar Hexen
Und Natürlich ....................................
den Brocken und
12
die Harzer Schmalspurbahn(HSB)
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Das Streckennetz der
HSB umfasst drei Strecken:
- die Harzquerbahn von Wernigerode bis
- Nordhausen
- die Selketalbahn von Eisfelder Talmühle bis
Quedlinburg
- die Brockenbahn Wernigerode bzw Drei Annen Hohne
bis zum Brocken
Wir, damit meine ich meine Frau und mich, haben natürlich die Brockenbahn ausgewählt.
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Die Reise geht vom Bahnhof Wernigerode (234m) über „Drei Annen Hohne“ (540m) hinauf zum
Brocken (1125m).
Und hier ging es los:
Im Bahnhof Werningerode
Im Winter fahren zum Brocken maximal sechs Zugpaare am Tag. Davon werden vier von und nach
Wernigerode durch gebunden. Im Sommer ist der Verkehr auf täglich elf Zugpaare verdichtet. Der
schnellste Zug benötigt 49 Minuten zum Gipfel. Die Brockenbahn ist die einzige Strecke der HSB, die
im Regelverkehr ausschließlich mit Dampfloks betrieben wird (im Sonderzugverkehr auch
Dieseltriebwagen sowie Dieselloks der Baureihe 199.8 im Schneeräumdienst). Heute wollen wir dann
mal mit einem der Dampfzüge fahren...
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Es kann nicht mehr lange dauern….
Auch ich warte ungeduldig auf meine erste Dampflokfahrt
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Und dann geht es los:
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Toll, oder ?
Über die Bahnhöfe Westerntor (238m )…
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…Hasserode (280m)…
Und Steinerne Renne(311m) ging es nach…(Fortsetzung folgt...)
Der zweite Teil folgt im nächsten Journal
18
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Für den kleinen Hunger zwischendurch...(von Humber)
Nein, ich bin kein begeisterter Facebook-Nutzer. Dieses mediale Netzwerk entzieht sich vollständig
meiner sozialen Prägung. Ich kann weder was mit den Dutzenden von sogenannten "Freunden"
anfangen, die man sich innerhalb weniger Tage angeln kann, noch habe ich Verständnis für das
komplette Lebenslauf-Striptease, das viele völlig zwanglos darbieten. So zielt meine dortige anonyme
Anwesenheit dann auch nicht auf die soziale (völlig überbewertete) Komponente, sondern auf die
Spielchen die dort angeboten werden. Unter all den Glassteinchen gibt es da auch so manches Juwel,
und dieses hier gehört irgendwie dazu.
Einer plötzlichen Eingebung folgend gab ich eines Tages das kleine Schlüsselwort "Train" in der
Suchfunktion ein, und siehe da, ich stieß auf "TrainStation". Der erste, optische Eindruck war nicht
der beste. So kommt das Spiel mit seiner 2 D Grafik ziemlich bieder daher. Zwar kann man den
Bildausschnitt verschieben, zoomen und auch etwas kippen, das ändert aber nichts an der
knallharten "von-der-Seite-Grafik". Guckst du hier.
Wie man sieht ist das reinste Railroad-Tycoon 1 Romantik. Im Vordergrund liegen die Gleise, auf
denen die Züge ein- und ausfahren, stets von links nach rechts. Im Hintergrund befindet sich eine
Stadtkulisse und ein landschaftlicher Hintergrund. Beides kann verändert werden. Links oben sieht
man die Anzeige für die Züge (Trains), die vorhandene Post und das Fahrgastaufkommen. Rechts
oben steht das Vermögen, die Anzahl der Edelsteine und eine Übersicht für die vorhandenen Güter
(Materials). Die Züge sind animiert, glücklicherweise haben alle Dampfloks auch Tender, die
scherenschnittartigen Passagiere auf den Bahnsteigen bewegen sich etwas, ab und an fliegt auch mal
ein Vogel vorbei. Das war's dann auch schon im Wesentlichen.
Was macht nun den Reiz des Spiels aus? Der liegt, wie bei vielen guten Spielen, mehr in der
Mechanik als in der Optik.
Fährt der Zug in den Bahnhof ein, hat man als erstes diesen zu entladen. Der Sound dabei ist noch
karger als die Optik, aber das stört eigentlich weniger. Zum Entladen werden die Wagen einfach
19
------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------angeklickt, und je nach Wagentyp fließt Geld, Erfahrung oder eine Ware auf unser Konto. Prinzipiell
gibt es vier Sorten von Züge; Personen-, Personen-Post-, Post- und Güterzüge. Wurde der Zug geleert
bieten sich zwei Möglichkeiten an; entweder man schickt ihn gleich wieder auf die Strecke, wobei
sich das Fahrgast-Postaufkommen entsprechend reduziert, oder man schiebt ihn ins Depot.
Entscheidet man sich für die Strecke, bieten sich mehrere Laufzeitvarianten an. So kann man den Zug
für 10 oder 30 Minuten, oder eine, zwei, vier, acht oder zwölf Stunden rollen lassen. Auch ein oder
zwei Tage sind als Fahrzeit wählbar. Sollte man zur Hälfte der Fahrzeit zufällig online sein, so kann
man den Zug am Zielort manuell beladen. Hier erscheint dann ein kleiner roter Kasten in der linken
oberen Ecke, man klickt drauf und wechselt automatisch zum Zug. Das Beladen bringt dann einen
Extra-Gewinn, und sobald alle Wagen voll sind (man klickt einfach rauf), macht sich der Zug auf den
Rückweg. Nach Ablauf der gewählten Fahrtdauer fährt dieser dann wieder in unserem Bahnhof ein
und kann entladen werden. Die Höhe der Erträge richtet sich dabei nicht nur nach der Größe des
Wagens, sondern auch nach der zurückgelegten Strecke. Lange Strecken bringen mehr ein als kurze,
wobei eine zweimal befahrene Strecke immer mehr einbringt als das einfache Gegenstück. Soll
heißen, fahre ich z. B. zweimal 1 Stunde krieg ich mehr raus als wenn ich den Zug einmal für zwei
Stunden losschicke. Das motiviert dann doch dazu öfters mal rein zu schauen. Lässt man das
Programm zehn Minuten vor sich hindödeln, so fahren auch Fremdzüge ein, die man
profitbringender Weise entladen kann. Aber extra darauf zu warten lohnt eigentlich nicht.
Lasse ich den Zug ins Depot rollen, so habe ich dort verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Ich
kann ihn einfach nur stehen lassen, oder Wagen und Loks tauschen. Diese kauft man sich im Shop
und kann sie sofort verwenden. Neu zusammengestellt kann man den Zug dann auch sogleich wieder
rollen lassen.
Diese Spielerei ist wirklich nett, weil man stets und ständig darauf aus ist, neues Material
freizuschalten und zu benutzen. Und davon gibt es eine Menge, denn nicht nur Loks und Wagen
warten auf den Bahnhofsvorsteher, sondern auch Häuser, Bahnhofsgebäude und so manche
Dekoration und Thematik. Auch Depot und Bahnhof sind ausbaufähig, so dass mehr Züge abgestellt
bzw. fahren gelassen werden können. Die Häuser verschaffen uns die nötigen Fahrgäste. So
produziert ein kleines Haus zu Beginn gerade mal 3 Fahrgäste die Stunde, während ein Bahnhof
schon 30 in derselben Zeit zur Verfügung stellt. Post erhält man durch den Besuch von Nachbarn. Um
diese Häuser allerdings bauen zu können braucht man Material. Am Anfang sind das Holz und Nägel,
dann kommen Ziegel und Glas dazu, und so geht das weiter. Das Material bekommt man durch......na
klar, unsere Güterzüge. Man ist also schon engagiert dabei die Zugkapazität sinnvoll auszunutzen,
und die ist am Anfang mit drei bis vier Wagen nicht sehr hoch. Größere Loks bieten dann später mehr
Zugkraft, und so schielt man immer schon auf den nächsten Level.
Dieser bedeutende Motivationsschub ist aber auch zugleich mein größter Kritikpunkt, denn wie bei
allen "kostenlos" angebotenen Browserspielchen kommt man auch hier an die wirklichen
Schmuckstückchen nur mittels Juwelen, von denen man nur wenige kostenlos beim Level aufstieg
erhält. Extravagante Wagen kosten so an die 20-80 Juwelen, Loks zwischen 100-200 Juwelen. Bei
einem Kurs von 250 Juwelen für 7,50€ (geringste Umtauschmenge, mehr wäre günstiger) ist das
schon sehr happig. Aber die gute Nachricht ist, der Spaß ist auch ohne diese Sondermodelle
vorhanden. Man kann sich also somit tatsächlich kostenlos durch die Level bewegen. Die
notwendigen, neuen Hintergründe (Themes) die man für neues Rollmaterial kaufen muss, erhält man
nicht nur für Edelsteine, sondern auch für herbei transportierte Güter wie Holz, Ziegel usw.. Einige
Nettigkeiten kann mich sich auch gegenseitig schenken. Auch hier gibt es einen kleinen
Wermutstropfen, wie bei allen anderen Facebookspielen kommt auch TrainStation nicht ganz ohne
Nachbarn aus. Während sie bei Cityville, Farmville, Frontierville und wie sie alle heißen allerdings in
die Dutzenden gehen, reichen bei Trainstation fünf aus, wobei man einen automatischen Nachbarn
geschenkt bekommt. Also fehlen nur noch vier. Aber auch ohne diese ist das Spiel sinnvoll kostenlos
spielbar, was leider nicht für alle Facebookspiele gilt. Davon abgesehen gibt es eine kleine Börse für
20
------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Mitspieler, mittels der ich innerhalb von 24 Stunden 40 Nachbarn bekam, zehn hätten mir auch
gereicht.
Ja, was soll ich sagen. TrainStation ist ein kleines, nettes Spielchen was diebisch viel Spaß macht. Man
kann es nicht stundenlang hintereinander spielen, aber alle paar Stunden mal wieder, und dafür ist
es gut genug. Die Thematik ist rein amerikanisch. Europäische Inhalte sucht man hier vergebens, aber
so ein bisschen exotik ist ja auch nicht verkehrt. TrainStation ist wahlweise in Deutsch oder Englisch
spielbar, wobei rudimentärste Englischkenntnisse ausreichen. Das Spiel erklärt sich weitgehend
selbst, von daher ist die Sprachenoption nicht wirklich wichtig. Und, es wird laufend erweitert. Neue
Loks, Wagen, Themen, so schnell sollte es nicht langweilig werden.
Ob man sich extra deswegen einen Facebook-Account zulegen würde? Das muss natürlich jeder
selber wissen. Für die, die schon einen haben, oder deren Freundin/Frau dort schon drin sind, schaut
einfach mal rein. Ansonsten denke ich: man muss mal dabei gewesen sein um kompetent mitreden
zu können. Und wenn ihr einen Nachbarn braucht, schickt mir eine Freeway IM. Ich lade euch dann
umgehend ein. TrainStation bekommt von mir als Schulnote eine klare Zwei.
Humber fragt:
Wer war's?
Finde den Täter und gewinne!
Heute:
Mord im Vorstadtexpress
Da eventuell nicht alle Kollegen die Dezemberausgabe des Journals gelesen haben, hat sich Humber
entschieden sein Krimi nochmals zuveröffentlichen:
Als Schudelhuber seinen grasgrünen, etwas altersschwächlichen, aber immer noch zuverlässigen
Passat Baujahr 76 verließ, traf ihn die gnadenlose Kälte dieses Winters mit geballter Kraft. Und weil
er zudem auch noch unausgeschlafen und es Sonntag war, konnte derjenige, der die Ursache für sein
frühes Erscheinen zu verschulden hatte, mit seiner geballten Freundlichkeit rechnen. Er blickte auf
seine Armbanduhr. Nix. Hier draußen war es noch viel zu dunkel um irgendwas zu sehen. Hinten am
Bahnhof dagegen herrschte Vollbeleuchtung. Mindestens fünf Polizeiwagen standen mit zuckenden
Blaulicht umher, und hätten damit jeder Dorfdisco harte Konkurrenz gemacht. Eisige Kälte drang in
sein Inneres. Schudelhuber riss sich zusammen und setzte den Weg zum Bahnhof fort. Überall
standen Polizisten herum. Der Dicke musste eine ganze Hundertschaft in Bewegung gesetzt haben,
ein unglaublicher Aufwand. Kein Wunder, das der Staat völlig verschuldet war, wenn seine
Bediensteten derart mit ihren verfügbaren Mitteln herumpraßten. Im Grunde genommen hätte das
Team der Spurensicherung und drei, vier Beamte völlig gereicht. Aber dem Dicken wäre das natürlich
viel zu wenig gewesen. Irgendwie musste er als Kind zu viel schlechte Fernsehserien gesehen haben.
Oder er litt unter Profilneurose. Wahrscheinlich aber traf beides zu.
"Halt! Hier dürfen sie nicht durch!"
Ein Beamter mit der Gesichtsfarbe eines gefüllten Aschenbechers versuchte ihn aufzuhalten.
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------"Wetten das?" Schudelhuber zog seinen Firmenausweis hervor und hielt ihm den Polizisten unter die
Nase.
"Ja und? Was soll mir das jetzt sagen?"
"Ich bin von der Firmensicherheit. Da das hier Firmengelände ist, werde ich meinen Weg einfach
fortsetzen."
Missmutig starrte der Polizist auf den Ausweis. "Das steht aber nicht hier drauf, junger Mann."
Junger Mann. Mit seinen 46 Jahren fühlte er sich alles andere als jung, besonders um diese Uhrzeit.
"Haben sie schon einmal versucht ihren Vorgesetzten von einer sinnvollen Änderung oder Ergänzung
zu überzeugen?"
"Äh, ja."
"Und, hat es geklappt?"
"Nein."
"Sehen sie," entgegnete er, "da haben wir ja beide was gemeinsam."
Er nahm dem Polizisten seinen Ausweis aus der Hand, und schlurfte Richtung Fahrkartenschalter. Da
war er. Kommissar Döhre, Spitzname "Der Dicke", was charmant untertrieben war. Er hatte das
Erscheinungsbild von Jabba the Hutt. Ein Meter fünfzig groß, 250 Kilo schwer. Mindestens. Eigentlich
war es ein Wunder, dass er noch in der Lage war sich selbst fortzubewegen. Schudelhuber sah ihn im
Geiste schon mit einem kleinen E-Mobil über die Bürgersteige heizen. Diese Teile wurden bei älteren
und bewegungsunwilligen Mitbürgern immer beliebter. Seine Stimme war genauso gewichtig, und da
er sich eigentlich permanent über irgend etwas aufregte, sorgte seine Lautstärke dafür, dass immer
reichlich Kalk von den Wänden rieselte. Oder so ähnlich.
Er betrat den Schalter und war sich sofort der Aufmerksamkeit aller Anwesenden gewiss. Nicht
weniger als sechs Personen drängten sich in den kleinen Raum, der damit völlig überfüllt war. Drei
Zivilisten, zwei davon Freeway-Mitarbeiter und vermutlich ein Fahrgast, zwei Beamte und der Dicke.
Die Anwesenheit des Dicken allein hätte schon Atembeschwerden aufgrund von Platzangst auslösen
können. Es roch nach Schweiß und nach Bohnerwachs, eine tödliche Mischung.
"Moin!"
Wie vom Blitz getroffen fuhr der Dicke herum und legte damit eine völlig unvermutete Beweglichkeit
an den Tag.
"Ha! Wen haben wir denn da! Den Ex-Kollegen Schnuddelstubber! Auch schon wach, oder kommen
sie gerade aus der Kneipe?"
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Am liebsten hätte er den Dicken jetzt seine Netto-Winterstiefel (für 19,99€ im Ausverkauf) in den
fetten Hintern getreten, aber er war sich nicht sicher, ob der das ob der Fettmassen überhaupt
spüren würde. Also beließ er es bei dem Befriedigung verursachenden Gedanken.
"So nett wie sie das sagen, Kommissar Dröge, wird mir immer ganz warm ums Herz. Besonders in so
harten Wintern wie diesen ist das eine echte Wohltat. Was haben wir denn hier Schönes?"
"Dröhe! Mein Name ist Dröhe!" schrie dieser ihn an, und zeitgleich beschloss der vergilbte und
verschlissene Drei-Monats-Kalender von vor drei Jahren seinen Geist aufzugeben und von der Wand
zu fallen. Das war ärgerlich, denn so spendabel wie der Chef war, musste man sich nun
wahrscheinlich einen neuen von Zuhause mitbringen.
"Jaja, schon klar, regen sie sich mal nicht so auf. Ist schlecht für den Blutdruck. Was is nu?"
"Hat 'nen Mord gegeben." fuhr der Dicke fort. "Jemand hat dem Bummelzugfahrer ein Messer
zwischen die Rippen gesteckt."
"Vielleicht geht das auch noch etwas genauer?" Schudelhuber schaute ihn hart an und steckte sich
eine Gauloise ohne Filter zwischen die Zähne. Die Luftqualität wurde dadurch nicht besser, aber
wenigstens verschwand der Schweißgeruch.
"Wir stehen erst am Anfang dieser furchtbaren Geschichte, Herr Ex-Kollege."
Das war Satz Nummer eins, sein Lieblingssatz. Der Dicke kannte im Grunde nur drei fachspezifische
Sätze, die er bei jeder sich bietender Gelegenheit in die Runde warf, und von denen er sich
wahrscheinlich die Ausstrahlung erhöhter Professionalität versprach.
Satz zwei war:"Wir untersuchen in alle Richtungen.", und Satz drei:"Mehr kann ich aufgrund der noch
andauernden Ermittlungen nicht sagen."
Er fixierte einen Beamten und sprach ihn an.
"Und was können sie mir dazu sagen?"
Der Beamte sprang hervor und sofort sprudelte es aus ihm heraus.
"Also nach dem was wir wissen ist der Lokführer des Zuges FW 234 von Finnentrop nach Betzdorf von
der Fahraufsicht hier in Olpe tot aufgefunden worden." Er zeigte auf eine granatenscharfe Blondine.
Wo bekam der Chef nur immer solche Mitarbeiterinnen her? Und das bei den Löhnen die er zahlte!
"Der Zug traf laut ihrer Aussage hier fahrplanmäßig ein. Als dann bei der Abfertigung keine Reaktion
erfolgte, sah sie nach und fand den toten Lokführer. Sie, den Fahrdienstleiter und einen Fahrgast
haben wir erstmal als Verdächtige in Gewahrsam genommen."
Armes Ding, dachte Schnudelhuber. Frauen in Uniform lösten bei ihm immer jede Menge Emotionen
aus.
"Holzmeister! Wer hat ihnen erlaubt hier alles auszuplaudern?"
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Die Gesichtsfarbe des Dicken wechselte zu magentarot.
"Ich dachte nur, weil doch der Kollege ein paar Informationen haben wollte."
"Das ist kein Kollege!", wetterte der Dicke weiter. "Das ist nur ein Sicherheitsfuzzie von Freeway! Der
hat hier gar nix zu melden!"
"Irrtum, mein Lieber. Ich werde mich jetzt mal mit den beiden Herren und der Dame für fünf Minuten
im Nachbarraum unterhalten. Danach sehen wir weiter. Zuerst die Aufsicht bitte. Und wenn der Herr
Holzmeister auch noch dazu kommen könnte, dankeschön!"
Der Dicke stand jetzt kurz vor der Explosion. Schudelhuber konnte die Zündschnur deutlich vor sich
sehen, die seinen kugelförmigen Kopf wie eine Bombe zünden würde. Aber er hatte ihn in der Hand.
Seit dem Tag, an dem er ihn zufällig auf dem Parkplatz vor Lidl dabei beobachtete, wie er drei 6er
Packs Cola und eine nicht genau festzustellende Anzahl von Kuchenpackungen, Schokoladentafeln
und Chipsrollen in seinen nagelneuen Audi rümpelte, war dessen berufliches Schicksal in seiner
Hand. Geistesgegenwärtig fotografierte er diese Untat mit seinem Handy, und schob diese dem
Betriebsarzt der örtlichen Polizei zu, der zufälligerweise sein bester Freund war. Die Wirkung ließ
nicht lange auf sich warten. Schon beim nächsten Fall war der Dicke unglaublich freundlich zu ihm.
Offenbar fürchtete dieser, dass Schudelhuber ihn jederzeit aufs Neue beim Betriebsarzt anschwärzen
könnte. Der Dicke musste nämlich binnen eines Jahres mindestens 20 Kilo abnehmen, sonst drohte
die Versetzung in den Innendienst. Und bei den dort zu erwartenden Bewegungsmangel war das, bei
weiterer ungehemmter Kalorienzufuhr, sowas wie ein Todesurteil für Dröhe.
"Sie können sich ja zwischenzeitlich einen Schokoriegel am Automaten ziehen Alles klar, Herr
Kommisar? Bis gleich." Er schloss die Tür hinter sich.
Sie war Ende 20, und so ziemlich das heißeste was Freeway zu bieten hatte. Beim Hereinkommen
drückte sie sich ganz nah an ihm vorbei, was den letzten Rest von Winterkälte aus und zwischen
seinen Stiefeln vertrieb. Ihr verheultes Gesicht sprach Bände. Allerdings wäre sie nicht die erste Frau
die versuchen würde, sich mittels Emotionen aus der Schusslinie zu bringen.
"Na, ist ja alles halb so schlimm. Setzen sie sich erstmal. Wie heißen sie eigentlich?"
"Rrka Mslmn."
"Wenn sie das Taschentuch vom Mund nehmen würden, könnte ich sie besser verstehen."
"Erika Müselmann."
"Aha, Kollegin Möselmann, äh Müselmann.", Schudelhuber geriet ins Schwitzen. " Was lief denn da
nun heute Morgen ab?"
"Um halb fünf fing meine Schicht an. Der Zug fuhr pünktlich um 4:57 Uhr ein. Klaus winkte mir beim
Einfahren noch zu, ach es ist so schrecklich." Sie ließ ein ausgiebiges Schnäuzen folgen.
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------"Klaus?"
"Ja, wir sind...waren befreundet." Erneutes Schnäuzen. Aha, Klausi-Mausi also.
"Ah, Klaus ist also das Opfer.". Er wandte sich an den Polizisten.
"Ja, Klaus Klötten, 38 Jahre alt, männlich, seit 5 Jahren für ihre Firma tätig.", entgegnete dieser.
"Was sie nicht sagen. Männlich. Soso." Schudelhuber seufzte innerlich. Klaus Klötten, was für ein
Name. Er wandte sich wieder Erika zu.
"Und dann? Sind sie nicht gleich zu ihm nach vorne gegangen, nachdem der Zug einfahren war?"
"Ich musste mich noch etwas... zurecht machen. Das dauerte einen Augenblick."
Schudelhuber sah sieh mit stechendem Blick an.
"Sie haben sich also verspätet und mussten sich noch umziehen, richtig?"
"Woher wissen sie das?" Erika blickte ihn erstaunt an.
"Na ich nehme mal an, sie waren die letzte Nacht sehr beschäftigt und könnten etwas verschlafen
haben?"
Erika sagte nichts.
"Schon gut, der Chef erfährt nichts von mir. Sie kamen also gerade an, als der Zug einfuhr. Winkten
Klausi, äh Klaus zu und zogen sich dann schnell um. Was passierte dann?"
"Der Knopf riss ab."
"Bitte?"
"Der Knopf an meiner Bluse riss ab. Sehen sie, hier." Erika zeigte auf die offene, deutlich Einblick
gewährende Stelle. Kein Wunder, da waren Bärenkräfte am Werk, kein zierlicher Blusenknopf konnte
dem lange widerstehen. Auch Herr Holzmeister begutachtete ausgiebigst den Schaden. Schudelhuber
schob ihn mit einem kurzen Räuspern wieder zur Seite.
"Passiert ihnen das öfters?", fragte dieser.
"Was hat denn das damit zu tun?" protestierte Erika.
"Kommen wir mal zurück zum Wesentlichen. Der Knopf flog also abgesprengt in hohem Bogen
davon..."
"Er riss ab!"
"..riss also ab und dann?"
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------"Naja, ich suchte nach einer Sicherheitsnadel. Fand aber keine. Was aber auch egal war, denn die
Winterjacke kam ja noch drüber. Die machte ich zu und dann ging ich raus. Glücklicherweise hatte
der Gegenzug Verspätung. Das Signal wurde gerade grün, und ich fertigte den Zug ab, aber die Türen
blieben offen. Dann ging ich nach vorne und ..... und... da lag er dann! Dann .... dann rief ich im
Stellwerk an, und dann...... ach es ist alles so schrecklich!"
Mit Erikas Selbstbeherrschung war es nun völlig vorbei. Aus ihr würde er mit Bestimmtheit nichts
mehr heraus bekommen. Was natürlich nicht hieß, dass er sich nicht in drei bis vier Wochen, wenn
sich die Aufregung gelegt hatte, mal wegen weiterer "Erkundigungen" bei ihr meldete.
Sanft geleitete er sie zum Ausgang.
"Was meinen sie Holzmeister, hatte sie ein Motiv?"
"Schwer zu sagen. Vielleicht wollte er sich von ihr trennen. Frauen können da sehr sensibel reagieren.
Zuhause konnte sie ihn nicht umbringen, das würde zu sehr auffallen. Also macht sie es hier, wo viel
mehr Publikumsverkehr herrscht, und der Kreis der Verdächtigen viel größer ist. Es gibt auch keine
Zeugen für ihre Aussage. Nur den einen Fahrgast, und der will geschlafen haben. Sie kommt zur
Arbeit, ermordet ihn und zieht sich dann um. Fertig."
Schudelhuber fand das nicht sehr plausibel, aber Frauen handelten selten logisch, schon garnicht
wenn sie von Hassgefühlen überwältigt wurden.
"Na schauen wir mal. Holen sie mal den Fahrdienstleiter herein."
Völlig verstört und verängstigt guckend trat der Kollege ein und nahm Platz.
"Nun erzählen sie mal Herr Kollege. Wie war noch ihr Name?"
"Briesenheim. Ich bin schon seit 20 Jahren bei Freeway, aber sowas ist mir noch nie passiert."
"Komisch," entgegnete Schudelhuber, "mir passiert das laufend. Aber das nur am Rande. Wann fuhr
denn der Zug ein?"
"Pünktlich, wie immer. Kollege Klötten, der Lokführer, ist.... war da immer sehr penibel. Er traf um
4:57 Uhr hier auf Gleis 2 ein und hatte fünf Minuten Aufenthalt. Danach sollte es dann weiter nach
Betzdorf gehen. Der Gegenzug hatte allerdings 3 Minuten Verspätung, deswegen musste ich ihn
etwas länger stehen lassen. Als ich dann die Ausfahrt zog wunderte ich mich, dass er nicht abfuhr. Ich
wollte gerade die Fahraufsicht anrufen, da meldete sich Erika schon und stammelte am Telefon
immerzu von der Polizei. Die Ärmste war völlig außer sich. Ich wählte dann den Notruf, und den Rest
wissen sie ja."
Nein, wusste er nicht. Aber egal.
"Und weswegen verdächtigt man sie nun?"
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Briesenheim sagte nichts. Holzmeister sprang für ihn ein.
"Wir haben im Portemonnaie des Opfers einen Schuldschein von 5000 € gefunden. Mit der
Unterschrift von Herrn Briesenheim."
"Stimmt das? Sie schuldeten Kollege Klötten 5000 €?"
Briesenheim wand sich auf dem Stuhl.
"Ja, naja, mein Wagen war völlig im Eimer. Ich brauchte dringend einen Neuen, war aber völlig
klamm. Klötten war so nett mir auszuhelfen. Die Bank wollte mir keinen Kredit geben."
"Das sie damit ein gutes Motiv hatten Kollege Klötten umzubringen, ist ihnen bekannt? Und
Gelegenheit hatten sie auch. Das Stellwerk ist auf der bahnsteigabgewandten Seite des Zuges. Sie
hätten im Dunkeln einfach hinunterschleichen und anklopfen können. Er öffnet die Tür, und
schwupps ist es passiert. Bevor irgendjemand etwas mitkriegt, wären sie schon wieder im Stellwerk
gewesen."
"Aber hören sie mal, für fünftausend Euro bringt man doch keinen Menschen um!", protestierte
Briesenheim.
"Wenn sie wüssten. Manche tun es für fünf Euro, oder für noch weniger." Und den Dicken würde ich
sogar für umsonst von der Kante springen lassen, dachte er bei sich. "Ist ihnen sonst irgendetwas
aufgefallen?"
"Nein, nichts. Leider."
"Wie lange muss man eigentlich jemanden kennen, damit er einem fünftausend Euro leiht?"
Schudelhuber dachte eigentlich mehr laut als das er die Frage ernsthaft stellte, denn auch er war
immer auf der Suche nach neuen Finanzquellen. Auch sein Lohn war halt nicht der Beste. Er nannte
es das "Freeway-Syndrom". Briesenheim schien die Frage allerdings auf sich zu fixieren.
"Kollege Klötten ist.... war sehr beliebt auf unserer Dienststelle. Er half immer gerne, tauschte
Dienste oder übernahm zusätzliche. Das machte ihn zu eine Art besonderen... Ansprechpartner."
"Sahen das die Damen auch so?"
Briesenheim seufzte. "Ja, die ganz besonders. Es war schon faszinierend, er brauchte nur irgendwo
auftauchen, schon scharrten sich die Frauen um ihn."
Schudelhuber bedankte sich bei ihm und schickte ihn nach draußen.
"5000 Euro, das ist schon ein gutes Motiv." sagte Holzmeister. "Vielleicht wollte Klötten das Geld
vorzeitig zurück, oder Briesenheim konnte seine Raten nicht zahlen."
"Mag sein, aber das wäre dann schon sehr dumm von ihm, den Schuldschein nicht an sich zu nehmen
oder zu vernichten. Meinen sie nicht auch? Und er hätte ganz bestimmt nach gesucht."
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------"Vielleicht war er zu aufgeregt, oder wollte den Verdacht von sich lenken. Gerade weil wir nicht
glauben würden, jemand könnte so doof sein und das Corpus delicti bei der Leiche lassen."
"Hmmm." Schudelhuber grübelte. "Wie wurde Klötten aufgefunden, erstochen im Führerstand?"
"Ja genau, das Messer steckte noch bis zum Schaft im Rücken. Es war eine 20cm lange Klinge schätze
ich. Fingerabdrücke werden wir wahrscheinlich keine drauf finden. Sonst war nichts, die Brieftasche
und die Schlüssel waren noch da. Raub kommt also als Motiv auch nicht in Frage."
"Ich merk schon. Und der Zug ist ein Schienenbus, nehm ich an. So ein Ferkeltaxi? Ohne Anhänger,
also nur der Triebwagen?"
"Ja genau. Wenn das ein VT95 ist. So bezeichnete ihn der Fahrdienstleiter."
"Na dann wollen wir uns mal den letzten Kandidaten zu Gemüte führen. Obwohl, eigentlich hab ich
die Lösung schon. Reine Formsache also."
"Wirklich?" Holzmeister traten die Augen schier aus den Schädel. "Wer war es denn?"
"Abwarten, herein mit dem Herrn Fahrgast."
Der Fahrgast erwies sich als ziemlich lebhafter, gut durchtrainierter Italiener. Er sah typisch
italienisch aus, schwarze Haare, Oberlippenbart, und sprach vermutlich mit einem typisch
italienischen Dialekt. Schudelhuber bekam spontan Appetit auf eine Pizza bei seinem
Lieblingsitaliener.
"Also, sie sind Herr...Signore"
"Wie? Ah, ich binnä Singnore Rossi. Alberto Rossi."
Sofort fiel ihm das Lied "Herr Rossi sucht das Glück" ein. Das Lied war schon über zwanzig Jahre alt,
aber sein Glück sucht Herr Rossi wahrscheinlich heute noch. Genau wie er selbst.
"Ah, Rossi. Sie waren Fahrgast in dem Zug heute morgen?"
"Äh ja, si si, Fahrgast. Isch arbeiten für meine Vetter in Wehbach, In Blumänladen. Isch fahren jede
Morgän mit sälben Zug. Immer halb fünf."
Ein Italiener in einem Blumenladen. Na immerhin arbeitete er nicht in einer Pizzeria. Wo kamen nur
all die Klischees her die man sich immer so zulegte.
"Schon fünfä Jahre lang. Vorher habe isch in einer Pizzeria gearbeitet." Aha.
"Was haben sie denn heute morgän gesehän, äh heute morgen gesehen."
"Ich nix gesehän. Ich schlafä immer im Zug. Auch heute. Ich bin erweckt und auferstanden, als die
blonde Signorina da draußen geschrien hat."
"Sie meinen aufgeweckt und aufgestanden.", mischte sich Holzmeister ein.
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------"Ja, si si, aufgestanden. Hübsche Signorina. Sehr blond."
Pfoten weg, dachte Schudelhuber.
"Waren sie alleine im Wagen? Gab es noch andere Fahrgäste?"
"Äh nein, isch war alleinä. Isch hab geschlafän."
"Sind sie verheiratet Herr Rossi?"
"Ver-ei? Oh ja, verheiratet. Sehr verheiratet. Sehr glücklich, ich habä zwei Bambini."
Rossi holte ein Taschentuch heraus und tupfte sich die Augen ab.
"Äh das Licht, sehr blendich hier. Scusi. Sehr liebe Bambini. Mädchen und Jungä. Vier und sächsä
Jahre alt."
"Vierundsechzig?", fragte Holzmeister.
"Vier und sechs!", entgegnete Schudelhuber und strafte ihn mit einem scharfen Blick.
Rossi, Rossi, irgendetwas klingelte bei diesem Namen in seinem Kopf.
"Was macht denn ihre Frau beruflich?"
"Pizzakurier", warf Holzmeister ein und lachte dabei dümmlich. Schudelhuber musste innerlich
seufzen.
"Äh, nix Pizza, Gelato, Eiscafé, sie arbeiten im Eiscafé Venezia. Gute Arbeitszeit, gut für Bambini.
Davor sie war Putzfrau bei... äh..."
"Ja?"
"Bei Friwäi, aber Arbeitszeit war zu lang. Nicht gut für Bambini."
Und Geld war zu wenig, auch nicht gut für Bambini. Und Kollegen zu nett, nicht gut für notorisch
eifersüchtige Italiener, dachte sich Schudelhuber.
"Danke Herr Rossi. Sie können gehen. Wir kommen gleich."
"Natürlisch. Arrivederci."
Herr Rossi stand auf und verließ das Zimmer.
"Na dann wollen wir mal. Herr Kommissar Dröge wird bestimmt schon ungeduldig."
"Dröhe.", korrigierte ihn Holzmeister. "Und sie wissen schon, wer der Täter ist?"
"Der Fall ist sonnenklar. So klar, wie er an einem stockdunklen Sonntagmorgen um sechs im Winter
nur sein kann!" Schudelhuber musste über seinen eigenen Witz lachen.
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------"Was glauben sie denn Holzmeister?"
"Die Erika, die Erika wars. Ganz klar. Wenn Klötten wirklich so beliebt war, dann wird er sie nach
Strich und Faden betrogen haben. Da ist sie ausgerastet. So wird's gewesen sein."
"Na, dann werde ich mal ihren Chef von meinem Geistesblitz unterrichten. Und zu ihrer eigenen
Sicherheit sollten sie dann nicht neben ihm stehen. Sie wissen schon, wie ich das meine."
Mit zufriedenem Lächeln ging Schudelhuber zurück in den Schalterraum. Alle Augen hefteten sich auf
ihn.
"Und, Schnuddelstubber. Auch nicht klüger als vorher, was? Hätte mich auch gewundert. So, dann
mal alle in einsammeln und zum Verhör mitnehmen. Zur Abwechslung können wir dann mal wieder
die Profis ranlassen. Hähä."
Schudelhuber zündete sich noch eine Gauloise an, was den Sauerstoffgehalt im Raum endgültig
gegen null tendieren ließ.
"Hmm, nicht so hastig mein lieber Dröge. Eine Person können sie mitnehmen, die anderen beiden
bleiben hier."
"Wie, was?" Dröhe begann zu schwitzen, was seinen ohnehin schon schwarzrandigen, viel zu kleinen
Hemdkragen noch dunkler färbte. "Wollen sie mir weismachen sie wüssten wer es war?"
Schudelhuber genoss diesen Augenblick. Die Angst des Verdächtigen, die Hoffnung der Unschuldigen,
der Zorn des Dicken und die Überraschung von Holzmeister. All das lag in der Luft, und er zog diesen
Duft zusammen mit dem würzigen Aroma seiner filterlosen Gauloise ein, hielt zehn Sekunden die Luft
an, und ließ das Ganze dann langsam entweichen. Dann verkündete er die Auflösung des Falls...
Wenn Ihr den Lösung wisst, dann einfach bis zum 20.03.2011 eine IM mit der Lösung an den
Kollegen Humber schicken. Zu gewinnen gibt es 400 v€. Viel Glück!
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sichel in Köpenick
Anlässlich des Erscheinens von PT37 habe ich mich endlich mal aufgerafft, den
Reisebericht zu den Ufern von Spree und Dahme fertig zu stellen.
Die Bilder sind jeweils im September 2009 und 2010 entstanden. Die 2010er sind
schon in meinem Beitrag zum „Tag des offenen Denkmals“ erschienen, aber den hat
vielleicht nicht jeder gelesen.
Den Anfang macht die Suche nach Spuren der „Bullenbahn“. Sie wurde 1890 als
Anschlussbahn für das Industriegebiet Oberschöneweide an die Eisenbahn
eingerichtet. Ursprünglich wurde sie mit Pferde- und Ochsengespannen (daher
eventuell der Spitzname) betrieben und führte zum Güterbahnhof
Niederschöneweide-Johannisthal. 1899 baute man den Anschluß zum Güterbahnhof
Rummelsburg über die Edisonstraße. Im Jahr 1901 erfolgte die Elektrifizierung.
1957 wurde die Strecke von der BVG übernommen, 1969 von der VEB Autotrans
Berlin. Zu ihren besten Zeiten hatte die Bullenbahn eine Länge von 13 Kilometern
und es wurden 30 Werksanschlüsse bedient.
Nach der Wende ging die Strecke an den VEB Binnenhafen über, später an die
BEHALA. Ab 1995 wurde der elektrische Betreib eingestellt, 1996 war endgültig
Schluß. Nach 1995 erfolgte der Betrieb mit Zweiwegefahrzeugen. Die
Anliegerbetriebe setzten aber schon in den 60er-Jahren V10-Dieselloks ein.
Quelle: Wikipedia
Na, dann schauen wir mal, was von diesem „Verkehrs- und Industriedenkmal“ noch
übrig ist.
Dies ist die Zufahrt zum Güterbahnhof Rummelsburg.
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Im TS sieht das so aus.
Der Blick in die andere Richtung.
Hier liegen sogar noch Schienen,
auch die Betonmasten des
Fahrdrahtes stehen heute noch.
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Kreuzung Blockdammweg,
mit einem Abzweig nach ???
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Blick zurück
Links einer der vielen
Werksanschlüsse.
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Vom Industriegebiet Blockdammweg
ist
nicht mehr viel übrig geblieben,
außer
den Gleisresten.
Die finden sich auch noch an der
Kreuzung Hegemeisterweg
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Die Zufahrt zum Umspannwerk an
der
Rummelsburger Landstraße
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Die Natur ist im
Begriff, sich ihr
Terrain zurück zu
erobern.
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Nun aber mal zurück zur Strecke
und auf nach
Oberschöneweide, der Berliner
sagt auch
„Oberschweineöde“
Die Einfahrt TRO,
„Transformatorenwerk
Oberspree“.
Man beachte die Drehscheibe!
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Da, wo jetzt der Radweg verläuft, lagen früher die Gleise der Bullenbahn.
TRO ging 1921 als ein Betrieb der AEG aus den Deutschen Niles-Werken hervor.
1996 war Schluss. Heute entsteht hier das "Kultur- und Technologiezentrum
Rathenau".
KWO Hofgleis
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KWO Haupteingang
Das komplette Areal an der
Wilhelminenhofstraße wurde ab
1897 von der AEG erschlossen.
Oberschöneweide entwickelte sich
zu „Elektropolis“, dem
Hauptstandort der von Emil
Rathenau gegründeten
„Allgemeinen
Elektrizitätsgesellschaft“.
Heute hat hier die „Hochschule für
Technik und Wirtschaft“ ihren Sitz.
Das passt ja zur Geschichte des
Standortes.
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Die Szenerie erinnert schon an einen Campus.
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Auch für Industriedenkmale blieb
Platz.
Blick auf die Spree, im
Hintergrund das Gelände des
KWO-Hafens.
Heute sieht es im
Hafengelände so aus:
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Die Rangier- und Abstellgruppe am Ende der
Wilhelminenhofstraße.
links und unten: Die Einfahrt zu BAE
(BerlinerAkkumulatoren- und Elementefabrik). Gegründet
1899 von der Gesellschaft für elektrische
Unternehmungen (Gesfürel), 1905 von der
AFAübernommen (einer Tochtergesellschaft von
Hagen-Batterie).
1950 bis 1990 VEB BAE.
Heute ist die Firma in holländischem Besitz und
es werden unter dem alten Namen immer noch,
oder wieder, Akkumulatoren hergestellt.
Besonders aber Solarenergiesysteme,
Kleinkraftwerke und Notstromanlagen.
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------------------------------------ Betriebsjournal ---------------------------Fortsetzung im Heft 02/2011...
Vorschau auf Heft 02/2011:
-
Neues von der „großen“ Bahn
Eisenbahntermine April – Mai 2011
Wer war´s?? Auflösung des Krimis
Mit Sichel in Köpenick
Und vieles vieles mehr...
Heft 02/2011 erscheint Ende März/Anfang April 2011
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