PDF - Derinet

Transcription

PDF - Derinet
Das Vontobel-Magazin für strukturierte Produkte
Industrie 4.0: die
vierte industrielle
Revolution
Marktfokus, Seite 6
Ölpreis-Futures oder
Aktien? Nutzen Sie beides!
Investmentidee, Seite 14
«Viele glauben, ‹Peak Oil›
könne uns jetzt egal sein.
Doch das stimmt nicht»
Dr. Daniele Ganser, Schweizer Historiker, Energieund Friedensforscher, Seite 15
März/April 2016 – Ausgabe Schweiz
2
derinews März/April 2016
Inhaltsverzeichnis
3
Editorial
4
Marktbericht
Aktuelle Entwicklungen auf
dem Weltmarkt
6
Marktfokus
Industrie 4.0: die vierte
industrielle Revolution
9
Interview
Mit Thomas Rappold
Investment Advisor, Unternehmer und
Buchautor («Silicon Valley Investing»)
10Themenrückblick
Luxusgüter: ein langfristig
struktureller Wachstumsmarkt
11 Schweizer Aktienmarkt
Bei ABB im Vordergrund: Automatisierungsprodukte, hohe Dividende, günstige
Bewertung
12 Know-how
Renditematrix: schnell und bequem zur
«Ziel»-Rendite
14Investmentidee
Ölpreis-Futures oder Aktien?
Nutzen Sie beides!
15Interview
Mit Dr. Daniele Ganser,
Schweizer Historiker,
Energie- und Friedensforscher
16Schuldner-Check
Petrobras: Zahlungsausfall nicht
mehr ausgeschlossen
17 Wussten Sie, dass …
8 News und Tipps
1
#FINANZ’16 hat Horizonte erweitert – und
#derinews-Blog inspiriert
19Hinweise
«Deutschland und die Schweiz tun gut
daran, ihre Stärken mit dem eigenen
Begriff ‹Industrie 4.0› zu belegen und
voranzutreiben.»
Thomas Rappold, Investment Advisor, Unternehmer und Buchautor
(«Silicon Valley Investing»)
3
derinews März/April 2016
Editorial
Liebe derinews-Leserinnen und -Leser
«Spinning Jenny» hiess der erste funktionsfähige mechanische Webstuhl, der als
Sinnbild der industriellen Revolution gilt. Was weniger bekannt ist: Seither gab es
zwei weitere industrielle Revolutionen. Auch sie veränderten das gesellschaftliche
Leben. So viel zum Rückblick – doch wo stehen wir heute? Am Beginn der vierten
industriellen Revolution; sie hält derzeit Einzug in unsere traditionelle Fertigung.
Dem Marktfokus auf Seite 6 entnehmen Sie, weshalb man bei Industrie 4.0 meist
nicht mehr von Produktionsketten spricht, wie sich dank des Trends heimische Produktionsstandorte stärken oder gar zurückgewinnen lassen und wie Sie als Investor
davon profitieren können. Für den neu aufgelegten Industry 4.0 Performance-Index
wurde Thomas Rappold, ein ausgewiesener Experte des Bereiches «Technology Investing», hinzugezogen (Interview Seite 9).
Der Ölpreis gehörte zu den dominierenden Themen der letzten Zeit. Viele glauben,
«Peak Oil» könne uns heute egal sein, doch das stimme nicht, sagt der Schweizer
Historiker, Energie- und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser (Interview Seite 15).
Dieser Meinung sind auch immer mehr Investoren. Wir zeigen Ihnen in der Investmentidee (Seite 14), wie Sie von einem möglichen Aufwind profitieren können, ohne
unter auftretenden Rollverlusten zu leiden.
Wir wünschen Ihnen eine aufschlussreiche Lektüre und viel Erfolg beim Investieren.
Freundliche Grüsse
Wir freuen uns auf Ihre
Kommentare und Ihr Feedback zu
«derinews». Senden Sie uns ein
E-Mail an [email protected].
Sandra Chattopadhyay
Redaktionsleiterin «derinews»
4
Marktbericht
derinews März/April 2016
Aktuelle Entwicklungen auf dem Weltmarkt
Aktienmärkte
EURO STOXX 50®
9'500
Indexpunkte
Indexpunkte
10'000
9'000
8'500
8'000
7'500
Mrz 15
Swiss Market Index (SMI®)
Mrz 16
MSCI® Emerging Markets Index
1'100
3'900
3'700
3'500
3'300
3'100
2'900
2'700
2'500
Indexpunkte
Swiss Market Index (SMI®)
1'000
900
800
700
600
Mrz 16
Mrz 15
EURO STOXX 50
®
Mrz 15
MSCI® Emerging Markets Index
USA1
Zwar zeigt sich der US-Arbeitsmarkt zum Jahresbeginn gut in
Schwung, doch nach Einschätzung der grössten US-Bank J.P. Morgan Chase dürfte ein neuer US-Konjunkturrückgang bevorstehen.
Nach zwei Quartalen mit sinkenden Unternehmensgewinnen liege
die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession bei 81%. Tatsächlich
sind in den USA die Unternehmensgewinne seit 3Q15 rückläufig.
Obwohl für 4Q15 noch nicht alle Unternehmen Zahlen gemeldet
haben, deuten die vorliegenden Bilanzen bereits darauf hin, dass
die Gewinne höchstwahrscheinlich gesunken sein dürften. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass neue wirtschaftliche Stimulierungsmassnahmen vorerst dennoch unwahrscheinlich seien; erst
im Herbst letzten Jahres hatte die US-Notenbank begonnen, die
Leitzinsen wieder zu erhöhen. Wie ernst die rezessive US-Stimmung ist, spiegeln die Warnungen vor Währungsabwertungen
durch US-Finanzminister Lew beim Treffen der G20-Staaten. Die
Staatengruppe sollte ihre Entschlossenheit bekräftigen, dass sie
sich von Abwertungen zur Erlangung von Wettbewerbsvorteilen
fernhält, forderte Lew.
Schweiz2
Wie andere Weltmärkte erfuhr der SMI® in den ersten zwei Monaten deutliche Einbussen. Es gab vielfältige Ursachen: 1) Erste Zinserhöhung der Fed liess Fragen zum
Tempo weiterer Erhöhungen offen; 2) starker US-Dollar, schwache Makroindikatoren
und Unternehmensgewinne liessen US-Rezessionsängste aufkommen und die Renditen von Ramsch-Anleihen steigen; 3) anhaltend schwache Makrokennzahlen aus China
und schwacher Yuan haben Deflationsängste geschürt; 4) wegen des Ölpreiszerfalles
müssen viele Staatsfonds aus dem Nahen/Mittleren Osten ihre Wertschriftenportfolios liquidieren. Viele SMI®-Titel enttäuschten mit Resultaten und/oder ihrem Ausblick:
Richemont, Credit Suisse, Julius Bär, Nestlé, Novartis, Swatch Group. Die meisten
Small/Mid Caps konnten solide Resultate liefern; die Outperformance spiegelt es wider.
Die Unsicherheit gegenüber dem Erfolg der geplanten Syngenta-Übernahme hält an;
der Markt attestiert der Offerte eine 50%-Chance. Das Gewinnwachstum lässt nur
limitiertes Potenzial für den Gesamtmarkt erwarten; ohne die Finanzwerte wäre der
Wert leicht positiv.
Beitrag von GodmodeTrader
(godmode-trader.de)
2
Beitrag von Vontobel Research
Investment Banking
3
Beitrag von Vontobel Research
Asset Management
1
Mrz 16
Marktbericht
derinews März/April 2016
Währungen
JPMCCI Aggregate
3-Monats-LIBOR CHF – 5 y CHF Swap
EUR/CHF – USD/CHF
Absoluter Wert (in CHF)
Indexpunkte
400
350
300
250
200
Mrz 15
JPMCCI Aggregate
0
-0.65
-0.70
-0.2
-0.75
-0.4
-0.80
-0.6
-0.85
-0.90
Mrz 16
-0.8
Mrz 15
3-Monats-LIBOR CHF
Mrz 16
5 y CHF Swap
Absoluter Wert (in CHF)
Zinsen
Absoluter Wert (in CHF)
Rohstoffmärkte
1.15
1.05
1.00
1.10
0.95
1.05
0.90
1.00
0.85
0.95
0.80
Mrz 15
EUR/CHF
Absoluter Wert (in CHF)
5
Mrz 16
USD/CHF
Europa1
Die allgemein schleppende Weltwirtschaft sowie die Verwerfungen in der Eurozone prägten den Jahresbeginn. Die Wirtschaftsstimmung in der
Eurozone ging im Februar weiter zurück, und zwar auf breiter Front: sowohl unter den Konsumenten wie auch in fast allen Wirtschaftsbereichen,
ausser im Bausektor. Der von der Europäischen Kommission veröffentlichte Sammelindex zur Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung fiel
stärker als erwartet. Für Deutschland sank der Index auf 104.1 Punkte von 104.7 im Januar. Auch in den anderen grossen Volkswirtschaften der
Eurozone – Frankreich, Italien und Spanien – trübte sich die Wirtschaftsstimmung im Januar und Februar deutlich ein. Die schwindende Zuversicht
der Industrie in der Eurozone zog den EURO STOXX® in die Tiefe. Für den Index der 50 grössten europäischen Firmen ging es von 3300 Punkten
zum Jahreswechsel bis Mitte Februar auf 2700 Punkte nach unten und der Druck auf die EZB nahm zu. Vermutlich wird die Zentralbank an ihrer
März-Sitzung ein grösseres Massnahmenpaket auf den Weg bringen als bisher erwartet.
Emerging Markets3
Schwellenländer hatten in den letzten Jahren mit einem
starken US-Dollar und fallenden Rohstoffpreisen zu
kämpfen. Insbesondere der Ölpreiszerfall Ende 2015
hatte die Kreditwürdigkeit von Energieunternehmen
infrage gestellt. Der Gegenwind dürfte 2016 deutlich
abnehmen, denn der Ölpreis dürfte sich dieses Jahr weiter
auf knapp über 40 US-Dollar pro Barrel (Brent) erholen.
Zudem scheint der Dollar nahe seinem Höhepunkt zu
sein. Allein diese Effekte sollten für ein Ende der Underperformance von Schwellenländeranleihen und -währungen sprechen. Eine nachhaltige Rally scheint jedoch
noch nicht in Sicht, da Schwellenländer weiter schwache
Konjunkturdaten melden. Insbesondere asiatische Volkswirtschaften verzeichnen derzeit stark fallende Umfragewerte des verarbeitenden Gewerbes. Russland und
Brasilien stecken zudem in einer tiefen Rezession; jüngste
Vorlaufindikatoren signalisieren aber, dass sie sich nicht
mehr verschärft.
Währungsentwicklung CHF/EUR/USD1
Die Zeiten des Frankens als «sicherem Hafen» sind offensichtlich vorbei: Obwohl die Aktienkurse im Januar weltweit ins Rutschen kamen,
gab er gegenüber dem Euro nach. Hintergrund ist das Ziel der Schweizerischen Nationalbank, die Währung durch Zinssenkungen und
Franken-Verkäufe niedrig zu halten. Gemäss Thomas Jordan, Chef
der SNB, ist der Franken allerdings auch nach der jüngsten Abschwächung noch stark überbewertet. Seit Mitte Februar ist das Währungspaar EUR/USD kontinuierlich gefallen. Nach der Veröffentlichung der
jüngsten Inflationsdaten für die Eurozone hat der Euro weiter nachgegeben: Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die EZB noch mehr
Geld in den Markt pumpen wird; die Inflation ist in der Eurozone fast
zum Erliegen gekommen. EZB-Chef Mario Draghi hat bereits signalisiert, dass die Währungshüter im März eine weitere Lockerung ihrer
Geldpolitik beschliessen könnten.
Quelle: Bloomberg; Stand am 29.02.2016.
Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind keine verlässlichen Indikatoren für die künftige Wertentwicklung. Steuern und
allfällige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.
6
derinews März/April 2016
Marktfokus
Industrie 4.0: die vierte industrielle Revolution
Das Internet der Dinge hält Einzug in die Produktion. Die Vernetzung aller Einheiten folgt einer
völlig neuen Logik und führt zu Wertschöpfungsnetzwerken. Ein potenziell starker Produktivitätsschub für viele traditionelle Industrien.
Die Auswirkungen der industriellen Revolution (1750–1850) auf die Fertigung waren
gross; sie veränderten die europäische Gesellschaft nachhaltig. Wasser- und Dampfkraft
beschleunigten im neuen Industriezeitalter die
Produktivität, die Lohnarbeit hielt Einzug und
der Transport von Waren vereinfachte sich
stark. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam es
zur zweiten industriellen Revolution: Die Elektrifizierung ermöglichte Fliessbandarbeit und
Massenproduktion. Und in den 70er-Jahren
des 20. Jahrhunderts lösten Informationstechnologien (IT) schliesslich die dritte aus. Damit
hat es aber nicht geendet, die vierte industrielle Revolution hat gerade begonnen. Ausgelöst wurde der als Industrie 4.0 bezeichnete
Megatrend durch das «Internet der Dinge
und Dienste», das derzeit Einzug in die verarbeitende Industrie hält.
Wertschöpfungsnetzwerke in der «Smart
Factory»
Der Begriff wurde bereits 2011 vom deutschen Physikprofessor Henning Kagermann
geprägt. In einem seiner wissenschaftlichen
Artikel, der 2013 in Ergänzung zur Fachzeitschrift «IM – Information, Management
und Consulting» (Sammelwerk: Industrie
4.0 – Wie sehen Produktionsprozesse im Jahr
2020 aus?) veröffentlicht wurde, erklärt der
ehemalige Vorstandssprecher des deutschen
Softwarekonzerns SAP und amtierende Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften das bahnbrechende Konzept:
Künftig gehe es nicht mehr nur um Produktionsketten, sondern um echtzeitoptimierte
Wertschöpfungsnetzwerke. Industrie 4.0 löse
so den Widerspruch zwischen individueller
Produktion und Effizienzgewinnen (aus Skalierungseffekten) auf. Die «Smart Factories»
verschmelzen die virtuelle Welt mit der physischen Produktion und können so in Echtzeit
auf Schwankungen in Angebot, Nachfrage
und Lieferketten reagieren.
Effizienter – und individueller
Revolutionen lassen sich eigentlich immer nur
im Nachhinein als solche identifizieren, doch
eines lässt sich jetzt schon sagen: Indem man
Zulieferer, Produktionsanlagen, Prozesse,
Materialien und die Endprodukte miteinander
vernetzt, entsteht eine völlig neue Produktionslogik, die zu einer höheren Wertschöpfung
führt. Die Digitalisierung macht die Produktion schneller, flexibler, transparenter – und
billiger. Um individuelle Bedürfnisse stärker
als bisher zu berücksichtigen, kann man nun
– ohne Effizienzverlust – mehr individuelle,
an Kundenwünsche angepasste Produktvarianten produzieren. Technologisch überhaupt
möglich? Absolut. Gemäss Kagermann zerlegen Cyber-physische Systeme (CPS) – die
Kerntechnologie – den Produktionsprozess
in kleinste abstrakt beschreibbare und deshalb frei verknüpfbare Dienste. Es finde ein
Paradigmenwechsel statt: Von der zentralen
Steuerung werde man sich Zug um Zug distanzieren und zu einer dezentralen Steuerung
gelangen. So werden Prozesse in unvorstellbarer Komplexität digital beherrschbar. Für
den Rohling bedeutet es, dass er sich von
einem passiven zu einem aktiven, mitbestimmenden Element des Prozesses wandelt. Das
geforderte Endprodukt kann also vor seiner
Fertigstellung die eigenen Produktionsschritte
steuern.
Es mag zutreffen, dass die immer intelligenter werdenden Arbeitsroboter einen Teil der
menschlichen Aufgaben übernehmen werden. Dies war auch so bei den drei vorangegangenen industriellen Revolutionen. Laut
der Strategieberatung Roland Berger dürfte
jedoch auch der Weg zu neuen Chancen
geebnet sein. Denn dank der neuen «Konnektivitäts-Qualität» werden alle produktiven
Einheiten – Mensch, Maschine, Produktkomponente und System – «Hand in Hand» miteinander arbeiten und einen starken Produktivitätsschub auslösen (Think Act, Industry 4.0;
03/2015).
Heimische Standorte stärken – oder zurückgewinnen
Insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Länder dürfte
Roland Berger zufolge davon profitieren.
Denn wegen hoher Lohnkosten neigt das dortige produzierende Gewerbe grundsätzlich zur
Abwanderung, was für Industrienationen den
«Super-GAU» bedeuten kann. Der Grund:
Meist folgen der Auslandsverlagerung auch
das Know-how, zum Beispiel in Form von Forschung und Entwicklung, sowie weitere wichtige Industrien. Die Schweiz und Deutschland
sind gute Beispiele für Hochlohnländer, die
permanente Anstrengungen unternehmen,
um ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit
auf einem hohen Niveau zu halten.
Dabei werden die Karten gerade neu gemischt:
Fast alle grossen Wirtschaftsnationen haben
Initiativen gestartet, um ihre traditionelle Fertigung in sämtlichen ihrer Industrien zu digitalisieren und einen globalen Wettbewerbsvorteil zu schaffen oder aufrechtzuerhalten.
Mehrere Wirtschaftsplattformen wurden zum
Beispiel gegründet, um Industrie 4.0 voran-
Grafik 1:
Steigende Profitabilität & Kapitalintensität
Profitabilität1
INDUSTRIE 4.0
Hoch
Durch Investoren
erwartete Rendite
(ROCE)3 = 15%
Europa
2030
TRADITIONELLE
INDUSTRIE
Europa
2012
Tief
Tief
Kapitalintensität2
Quelle: Roland Berger Strategy Consultants;
Think Act, Industry 4.0; 03/2015.
1: EBIT als % der Wertschöpfung; Margen: tief = unter 5%, hoch = über 20%
2: Eingesetztes Kapital/Wertschöpfung;
Margen: tief = unter 0.5; hoch = über 1.3
3: ROCE = Profitabilität x Kapitalintensität
Hoch
7
derinews März/April 2016
zutreiben. Zwar werden mit der Umsetzung
auch grosse Investitionen verbunden sein,
doch die Prognose (Grafik 1 auf Seite 6) zeigt,
dass die Digitalisierung der Produktionen in
Europa zu einem deutlichen Profitabilitätsschub und dank entstehender Skaleneffekte
zu höheren Margen führen dürfte (Think Act,
Industry 4.0; 03/2015).
Schweiz und Deutschland in «Poleposition»
Europäische Unternehmen sind bezüglich
Industrie 4.0 bereits gut aufgestellt. Um aber
auch künftig eine führende Rolle einzunehmen, müssten sie während der nächsten 15
Jahre 90 Milliarden Euro jährlich (insgesamt
1350 Milliarden Euro) investieren. Nur so
lasse sich Roland Berger zufolge (Think Act,
Industry 4.0; 03/2015) der heimische Produktionsstandort nachhaltig sichern, die Wettbewerbsfähigkeit eines ganzen Landes stärken
oder sogar zurückgewinnen. Frankreich und
England zum Beispiel hatten den Kampf um
ihre traditionellen heimischen Industriestandorte eigentlich schon verloren. Für sie könnte
sich das Blatt nun wieder wenden.
Laut einer Umfrage der Strategieberatung
PwC aus dem Jahr 2014 dürften allein deutsche Unternehmen bis 2020 jährlich 40 Milliarden Euro in Industrie-4.0-Lösungen investieren (Grafik 2). In der «Poleposition» stehen
gemäss Roland Berger die Schweiz sowie
Deutschland, der Gestalter und Ausrüster des
Trends. Ähnlich gut vorbereitet ist auch die
Gruppe der sogenannten «aussichtsreichen
Kandidaten». In ihr enthalten sind Länder wie
Frankreich und Grossbritannien. Wie schon
erwähnt, ist ihr Anteil an traditioneller Produktion vergleichsweise gering, doch könnten
sie sich dank der Digitalisierung jetzt positionieren.
Oft wird von bevorstehenden «disruptiven»
(zerstörenden) Veränderungen gewarnt, wie
sie für Revolutionen typisch sind. Ungeachtet
möglicher negativer Effekte hat die Revolution
gemäss Roland Berger aber schon begonnen
und einen Weg zurück gibt es nicht. Industrie 4.0 gebe letztlich die Antwort auf die vor
uns liegenden (industriellen) Herausforderungen. Im Zuge der Entwicklung werden wohl
neue Wettbewerber auf den Markt drängen und etablierte verschwinden. Im Vorteil
seien laut offiziellen Einschätzungen vor allem
mittelständische Unternehmen, die Lean
Management betreiben, sich technisch sowie
Marktfokus
Grafik 2: Deutsche Industrie investiert bis 2020 40 Milliarden Euro jährlich
Investitionshöhe
(in % vom Jahresumsatz)
Investitionsvolumen2
(in Mrd. Euro pro Jahr)
Maschinen- und
Anlagenbau
Automobilindustrie1
Prozessindustrie
3.5%
8.5
11.2
2.9%
10.1
2.7%
Elektro- und
Elektronikindustrie
3.3%
Informations- und
Kommunikationsindustrie
6.0
3.9%
4.3
3.3%
Gesamt
40.1
Quelle: PwC 2014
1: Hochrechnung für die gesamte Automobilindustrie (Wirtschaftszweig 29: Herstellung von Kraftwagen
und Kraftwagenteilen).
2: Hochrechnung auf Basis der Umfrageergebnisse bezogen auf den Gesamtumsatz je Branche in Deutschland in 2012 gemäss Statistischem Bundesamt.
Startzusammensetzung des Industry 4.0 Performance-Index
Unternehmen
Sektor
Land
ABB Ltd
Automatisierung
Schweiz
Alphabet Inc.
Software-/Datendienstleister
USA
ARM Holdings Plc
Sensorik
Grossbritannien
Autodesk Inc.
Software-/Datendienstleister
USA
Bertrandt AG
Maschinen-/Anlagenbau
Deutschland
Cognex Corp.
Automatisierung
USA
Dassault Systèmes SA
Software-/Datendienstleister
Frankreich
Dürr AG
Maschinen-/Anlagenbau
Deutschland
FANUC Corp.
Robotik
Japan
INDUS Holding AG
Maschinen-/Anlagenbau
Deutschland
Infineon Technologies AG
Sensorik
Deutschland
KEYENCE Corp.
Sensorik
Japan
Krones AG
Automatisierung
Deutschland
KUKA AG
Robotik
Deutschland
National Instruments Corp.
Sensorik
USA
Parker Hannifin Corp.
Maschinen-/Anlagenbau
USA
Rockwell Automation Inc.
Automatisierung
USA
SAP SE
Software-/Datendienstleister
Deutschland
Teradyne Inc.
Robotik
USA
Yaskawa Electric Corp.
Automatisierung
Japan
Quellen: Solactive, Thomas Rappold (Investmentberater des Industry 4.0 Performance-Index)
8
derinews März/April 2016
organisatorisch mit Industrie-4.0-Lösungen
auseinandergesetzt und die Implementierung
des Konzeptes zur Chefsache erklärt haben.
In Industrie 4.0 investieren
Um Investoren am potenziellen Aufwind des
aussichtsreichen Themas teilhaben zu lassen,
wurde der Industry 4.0 Performance-Index
lanciert. Abgebildet werden darin die Kursentwicklungen von bis zu 20 Unternehmen, die
ihren Hauptumsatz im Industrie-4.0-Segment
generieren. Der Index wird halbjährlich nach
festgelegten quantitativen und qualitativen
Auswahlkriterien neu zusammengesetzt (Grafik 3). Als Indexberater wurde Thomas Rappold, ein anerkannter Experte des Bereiches
«Technology Investing» (vgl. Interview S. 9),
herangezogen. Er überträgt die Selektionskriterien des bewährten Anlagestils «Value
Investing» auf den Technologiesektor und
berücksichtigt bei der Analyse die Aspekte
Eintrittsbarriere, Marktwachstum, Managementqualität und Internationalität.
In der Startzusammensetzung (siehe Tabelle
Seite 7) vertreten ist zum Beispiel National
Instruments, ein weltweit führender Anbieter
von Lösungen für die Prüf-, Mess-, Steuerund Regeltechnik. «Wir entwickeln Werkzeuge, um Komplexität zu vereinfachen»,
lautet die Philosophie, mit der das amerikanische Unternehmen, das weltweit 7300 Mitarbeiter beschäftigt, erfolgreich ist. Seinen Jahresumsatz konnte es in den letzten 20 Jahren
nahezu verzehnfachen und auf aktuell rund
1.2 Milliarden Dollar steigern. Oder KUKA,
ein Beispiel für ein aussichtsreiches Maschinenbauunternehmen, das sich gerade zu
einem Technologiekonzern wandelt. Gegründet 1898, ist KUKA heute weltweite Nummer
eins in «Automotive Robotics» und gehört zu
den Top 5 der Roboterhersteller. Mit integrierten Softwarelösungen und einer modularen
Produktplattform richtet sich KUKA flexibel
auf neue Wachstumssegmente aus.
Interview
Grafik 3: Konzept des Industry 4.0 Performance-Index
Indexmitgliederauswahl
Regeln
Auswahlpool
Kriterien
Wesentliche Umsätze in den folgenden
Industrie-4.0-Bereichen:
n
n
n
n
n
n
Automatisierung
Robotik
Sensorik
Software- und Datendienstleister
Maschinen- und Anlagenbau
Ingenieurdienstleister
n Notierung an einer anerkannten und
regulierten Börse
n Marktkapitalisierung von mindestens
750 Mio. Euro
n Durchschnittliches tägliches Aktien-Handelsvolumen
von mindestens 1 Mio. Euro (in den letzten
3 Monaten)
n Keine Handelsbeschränkungen für ausländische
Investoren
Aus dem Auswahlpool selektiert der Indexberater
am Selektionstag die 20 aussichtsreichsten
Unternehmen nach folgenden 4 Kriterien:
1
Hohe Eintrittsbarrieren, gemessen an:
n Grosser Markenbekanntheit
n Umfassendem Patentschutz
n Netzwerken und Allianzen,
die hohen Mehrwert schaffen
n Einzigartigkeit des Geschäftsmodells
2
Produktattraktivität und Marktwachstum:
Die vom Unternehmen hergestellten
Produkte und angebotenen Lösungen
müssen einen möglichst grossen Markt
bedienen, der langfristiges und nachhaltiges
Wachstum verspricht.
3
Qualität des Managements
4
Internationalität des Geschäftes
Darstellung: Vontobel
Quelle: Solactive, Thomas Rappold (Investmentberater des Industry 4.0 Performance-Index)
Produkteckdaten
VONCERT Open End auf den Industry 4.0 Performance-Index
Basiswert
Industry 4.0 Performance-Index
Industry 4.0 Performance-Index
Valor / Symbol
31612760 / ZSLABV
31612761 / ZSLADV
Emissionspreis
CHF 101.50
(inkl. CHF 1.50 Ausgabeaufschlag)
USD 101.50
(inkl. USD 1.50 Ausgabeaufschlag)
Spot-Referenzpreis
EUR 100.00
USD 100.00
Anfangsfixierung / Liberie­rung 01.04.2016 / 08.04.2016
01.04.2016 / 08.04.2016
Laufzeit
Open End
Open End
Managementgebühr
1.2% p.a.
1.2% p.a.
Zeichnungsfrist
31.03.2016, 16.00 Uhr MEZ
31.03.2016, 16.00 Uhr MEZ
Emittentin/Garantin: Vontobel Financial Products Ltd, DIFC Dubai/Vontobel Holding AG, Zürich (Moody’s A3).
SVSP: Tracker-Zertifikat (1300). Kotierung: SIX Swiss Exchange.
Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben unter derinet.ch.
Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19.
Kompakt
Industrie 4.0 erschafft eine völlig neue Produktionslogik. Sie wird die traditionellen
Industrien revolutionieren. Durch Investition in den Industry 4.0 Performance-Index
können auch Anleger vom Megatrend profitieren.
9
derinews März/April 2016
Interview
«Industrie 4.0 könnte den E-Commerce-Markt übersteigen»
derinews: «Software is eating the world»
lautet das Mantra im Silicon Valley. Sind
nun Daten die Treiber des Maschinenbaus
und der Robotik?
Daten sind das «Öl des 21. Jahrhunderts».
Der Netzwerkausrüster Cisco erwartet bis
2019 eine Vervierfachung des weltweiten
Datenvolumens auf 8,6 Zettabyte pro Jahr
- eine acht mit 21 (!) Nullen. Verantwortlich
dafür ist das starke Wachstum intelligenter,
miteinander vernetzter Geräte. Im Jahr 2020
soll es bis zu 50 Milliarden davon geben.
Nahezu jedes Gerät hat künftig Sensoren,
die mittels Software über eine Schreib/LeseIntelligenz verfügen und ständig in der Lage
sein werden, aktuelle Daten zu kommunizieren. Big Data Analytics und künstliche Intelligenz verarbeiten die Daten, sodass Roboter
und Maschinen sich autonom bewegen und
in Partnerschaft mit Menschen, zum Beispiel
im Pflegebereich, eingesetzt werden. In den
datenbasierten Zusatz-Services steckt das
lukrative Geschäft der Zukunft.
derinews: Weshalb spricht man in den USA
vom «Internet der Dinge» und im deutschsprachigen Europa von «Industrie 4.0»?
Die Amerikaner fassen den Begriff weiter,
aber auch diffuser und beziehen zudem
intelligente Fitnessarmbänder ein. Insofern
tun Deutschland und die Schweiz gut daran,
ihre Stärken im Bereich Robotik und Automatisierungstechnik mit dem eigenen Begriff
«Industrie 4.0» zu belegen und voranzutreiben. Das funktioniert so gut, dass auch China
und Japan die deutschsprachige Begrifflichkeit übernommen haben.
derinews: Warum ist Industrie 4.0 mehr als
nur Smart Factory?
Es geht hier um nicht weniger als die komplette Digitalisierung sämtlicher Wertschöpfungsketten. Dabei spielen neue Technologien wie «Virtual Reality»-Systeme in der
Entwicklung, 3D-Druck in der Produktion
und Drohnen in der Logistik eine zentrale
Rolle. Dementsprechend hoch ist der Handlungsbedarf für die deutsche und Schweizer
Industrie: Man muss schnell vom Silicon
Valley lernen und in neuen digitalen
Geschäftsmodellen, vor allem stärker in
Software-zentrierten App- und Cloud-Diensten, denken.
derinews: Industrie 4.0 − Jobkiller oder
Wohlstandsmehrer?
Mitte Januar wurde am World Economic
Forum in Davos eine neue Studie veröffentlicht, wonach sich die Automatisierung
zu einem Jobkiller auswirken werde. Fünf
Millionen Arbeitsplätze sollen demnach
wegfallen. Ich teile diese Einschätzung nicht.
Deutschland hat die weltweit dritthöchste
Roboterdichte. Trotzdem hat es einen neuen
Beschäftigungsrekord aufgestellt und immer
noch eine Million offene Stellen.
derinews: Welche Segmente repräsentiert
der Trend?
Aus meiner Sicht handelt es sich bei den
grössten Profiteuren um Unternehmen
der Segmente Automatisierung, Robotik,
Sensorik, Software- und Datendienstleister,
Maschinen- und Anlagenbau sowie Ingenieurdienstleister.
den Cyber Security Performance-Index, und
was ich sagen kann, ist, dass beide Themen
fast wie «siamesische Zwillinge» zusammenhängen. Ohne Cyber-Security-Lösungen
wären vernetzte Produktionsprozesse der
Industrie 4.0 undenkbar. Dementsprechend
führen steigende Investitionen in Industrie4.0-Lösungen nahezu automatisch auch zu
Umsatzwachstum bei Cyber-Security-Unternehmen.
derinews: Wie weitreichend sind Ihre Erfahrungen mit Industrie 4.0?
Im Industry 4.0 Performance-Index steckt
viel von meinem Herzblut – und meine ganze
Expertise: Schon mit 16 Jahren habe ich am
Technischen Gymnasium Roboter programmiert. Nun habe ich meine berufliche
Erfahrung in Bezug auf digitale Geschäftsmodelle, Big Data, Security und Robotics für die
Zusammenstellung des Index in die Waagschale geworfen.
derinews: Mit welchem Umsatz- und Wertschöpfungspotenzial ist zu rechnen?
Gerade deutsche und Schweizer Unternehmen können von Industrie 4.0 enorm
profitieren. Allein in Deutschland rechnen die
Analysten von PwC mit einem Zuwachs von
30 Milliarden Euro für digitalisierte Produkte
und Services. Jeffrey Immelt, CEO von General Electric, geht von einem weltweiten Markt
von 200 Milliarden Dollar aus; das würde
den E-Commerce-Markt übersteigen!
derinews: Wer sind die Profiteure am Aktienmarkt?
Bekanntlich können Anleger mit Nischenplayern, Hidden Champions, in einem BlockBuster-Markt wie Industrie 4.0 am stärksten
profitieren. Dazu gehören Bertrandt, ein
führender deutscher Ingenieurdienstleister,
Dassault Systèmes, ein tonangebendes französisches 3D-Design-Software-Unternehmen, und KEYENCE, ein japanischer Weltmarktführer in der Sensorik. Alle drei sind Teil
der Startzusammensetzung des Industry 4.0
Performance-Index.
derinews: Welche Bedeutung hat CyberSecurity für Industrie 4.0?
Als Investmentberater begleite ich ebenfalls
Thomas Rappold
Investment Advisor, Unternehmer und
Buchautor («Silicon Valley Investing»)
Bereits mit 14 Jahren erlernte er
Programmiersprachen im Selbststudium
auf dem Commodore C64. Als einer der
frühesten Absolventen des europaweit
ersten Studienganges Medieninformatik
trug er später durch seine Mitarbeit
in der Strategiegruppe Internet bei
Allianz SE massgeblich zur Entwicklung
bahnbrechender neuer Finanzportale für
Privat- und Geschäftskunden bei. Seit
über zehn Jahren ist Rappold erfolgreicher Geschäftsführer einer InternetBeratungs- und Beteiligungsgesellschaft
und Gründer zahlreicher Internet-Startups. Mehr über Thomas Rappold unter
silicon-valley.de.
10
derinews März/April 2016
Themenrückblick
Luxusgüter: ein langfristig struktureller Wachstumsmarkt
Valor
Symbol
Basiswert
Verfall
14150841
VZNAC
North America Railway Basket
24173323
VZGME
German Midcap Exporters
Performance
von Lancierung
bis 29.02.2016
Währung
Kurs am
29.02.2016
Performance
Monat
Februar
20.09.2016
CHF
102.8
2.0%
2.8%
31.03.2017
EUR
86.6
1.9%
-13.4%
24173183
VZSRJ
SXI Swiss Real Estate TR Index
Open End
CHF
98.8
1.5%
-2.2%
14150839
VZAUC
US Automotive Market Basket
20.09.2016
CHF
97.6
1.5%
-2.4%
24173351
VZWTC
Solactive Wearable Tec Perf-Index
Open End
CHF
101.2
1.4%
-0.3%
24173656
VZSCC
Solactive Smart Cars Perf.-Index
Open End
CHF
102.5
0.9%
1.0%
1922657
RZIMO
Schweizer Immobilienaktien Basket
Open End
CHF
164.8
0.5%
62.4%
24173256
VZGTC
Global Transportation
30.03.2017
CHF
79.8
0.3%
-20.2%
1996013
VZSMM
SMIMC® (Swiss Market Mid Caps TRI)
Open End
CHF
227.9
0.0%
163.2%
10778283
VZSGC
Solactive® Smart Grid Performance-Index
Open End
CHF
81.3
-0.1%
-19.9%
3843241
RZCEQ
CE Corporate Quality Index® Schweiz 20 CHF
Open End
CHF
153.7
-0.2%
51.4%
2674847
VZZHS
Zürichsee Basket
Open End
CHF
176.2
-0.2%
73.6%
-8.3%
…
14150463
VZLIC
Vontobel Luxury Index
Open End
CHF
93.05
-1.6%
14151229
VZETC
Emerging Technology
28.04.2016
CHF
110.8
-1.8%
8.9%
10868802
VZDFD
DAXplus® Family 30 Index
Open End
EUR
360
-2.3%
80.3%
14150661
VZCPC
Vontobel China Policy Perf.-Index
Open End
CHF
102.8
-2.4%
1.3%
Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19 bei VONCERT.



Kommentar von unserem Vontobel Research Investment Banking
SXI Swiss Real Estate TR Index
Der Schweizer Immobilienbasket konnte mit
einer Performance von +2% seit Jahresbeginn
den breiten Aktienmarkt SPI® (–9%) deutlich
übertreffen. Obwohl der Immobilienmarkt
in der Schweiz seinen «Peak» bereits 2014
erreicht haben dürfte und zahlreiche Massnahmen (SNB etc.) langsam wirken, blieben
Investoren sowohl den Immobilienfonds wie
auch den meisten Immobilienaktien aus folgenden Gründen treu: anhaltend hohe Liquidität, sichere und überdurchschnittlich hohe Rendite, tiefes Beta in Zeiten hoher Volatilität und
mangelnde Anlagealternativen. Zwar entwickeln sich die Leerstandsquoten und Preise von
Geschäftsimmobilien seit Mitte 2012 negativ,
doch ist bei den Wohnimmobilien (ausser im
Hochpreis-/Luxussegment) noch keine Trendwende sichtbar. Die Erwartung von auch künftig tiefen Zinsen dürfte dem ganzen Sektor weiterhin gute Nachfrage bescheren.
Solactive Smart Cars Perf.-Index
Automobilkonnektivität beinhaltet Automobilzulieferer und Technologieunternehmen.
Die Technologien dienen dem Zweck, die
Kommunikation innerhalb und ausserhalb des
Automobils zu erweitern und/oder zu optimieren. Bereits heute übernehmen Assistenzsysteme wesentliche Aktionen oder unterstützen
den Fahrer (Spurhaltehelfer, Fahrdynamikund Hinderniswarnsysteme sowie intelligente
Seitenwind-, Fern- und Fahrlichtassistenten);
ebenso fallen Infotainment-Systeme unter
diese Rubrik. Die Performance von –10% seit
Jahresbeginn (MSCI® World in CHF: –6%)
spiegelt das schwache Abschneiden vieler
Automobilzulieferer wider; sie leiden unter der
Befürchtung, dass sich das Wachstum in den
wichtigsten Automobilabsatzmärkten (USA,
China, Europa) deutlich abschwächen könnte,
was jedoch laut des Vontobel Aktien Research
ausreichend in der Bewertung reflektiert ist
und entsprechend Einstiegspotenzial bietet.
Vontobel Luxury Index
Hersteller von Luxusartikeln wurden früher
nur selten von Wirtschaftskrisen erfasst, da
ihre Stammkundschaft meist auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten genügend Kapital für Luxusgüter besass. Aufgrund vielfältiger Unsicherheiten in wichtigen Regionen
(Wachstum in China, Rezession in Russland,
tiefe Ölpreise, die die Kaufbereitschaft der
Konsumenten aus dem Nahen/Mittleren
Osten beeinträchtigen) hat sich die Nachfrage in vielen aufstrebenden Märkten abgeflacht. Gemäss den Vontobel-Analysen bleiben Luxusgüter langfristig ein struktureller
Wachstumsmarkt, wobei China als drittgrösster Markt das stärkste Wachstumspotenzial bietet. Kurzfristig (Performance seit
Jahresanfang: –2%, vs. MSCI® World in CHF:
–6%) dürfte das zyklische Element jedoch im
Vordergrund stehen, wodurch die Erfüllung
von Konsenserwartungen weiterhin der wichtigste Kurstreiber sein wird; sie bleibt positiv
bei Michael Kors und Coach und negativ bei
Richemont sowie Ralph Lauren.
Panagiotis Spiliopoulos, Head of Research, Vontobel Investment Banking
Das Vontobel Aktien Research betreut weltweit die wichtigsten Investoren und ist
in den entscheidenden Finanzzentren präsent. Rund 120 Schweizer Unternehmen
deckt das Research ab. Mit einem sehr breiten Know-how im Bereich der kleinen
und mittelgrossen Unternehmen können Kundenwünsche rasch und kompetent
umgesetzt werden.
* Stand am 29.02.2016
11
Schweizer Aktienmarkt
derinews März/April 2016
Bei ABB im Vordergrund: Automatisierungsprodukte,
hohe Dividende, günstige Bewertung
ABB Ltd
Credit Suisse Group AG
Swiss Re AG
Kursentwicklung
Kursentwicklung
Kursentwicklung
21
19
17
15
13
11
Mrz 15
32
Absoluter Wert in CHF
Absoluter Wert in CHF
Absoluter Wert in CHF
23
27
22
17
12
Mrz 16
7
Mrz 15
Barriere bei CHF 13.11
ABB Ltd
105
100
95
90
85
80
75
70
65
60
Mrz 16
Mrz 15
Mrz 16
Barriere bei CHF 10.23
Swiss Re AG
Barriere bei CHF 69.36
Quelle: Bloomberg; Stand am 29.02.2016. Frühere Wertentwicklungen und Simulationen sind keine verlässlichen Indikatoren für die künftige Wertentwicklung. Steuern und allfällige Gebühren wirken sich negativ auf die Rendite aus.
ABB vermochte mit der Publikation des
4Q15-Resultates die Erwartungen bezüglich
Profitabilität zu übertreffen. Im Auftragseingang zeigten sich jedoch deutliche Bremsspuren, die aus der wirtschaftlichen Abschwächung Chinas und anderer aufstrebender
Märkte, dem anhaltend tiefen Ölpreis und
stark rückläufigen Preisen für Rohstoffe resultieren. Beim Umsatz wirkten sich die schwierige Vorjahresbasis sowie der tiefere Auftragsbestand negativ aus. Zudem machte sich
erneut der stärkere US-Dollar mit einem deutlichen Minus in beiden Bereichen bemerkbar.
Auf der positiven Seite vermochten zwei von
fünf Divisionen – Power Products und Power
Systems – die Marge zu steigern; bei der Process Automation erfolgte nur eine geringe
Reduktion. Auf Gruppenstufe machten sich
insbesondere die stark und nachhaltig reduzierten Kosten in der Zentrale (Corporate
Costs) positiv bemerkbar. Kurzfristige Aussichten bleiben aufgrund latenter Makrounsicherheiten und schwacher Rohstoffpreise
eingetrübt; die strukturelle Nachfrage nach
Automatisierungsprodukten und dienstleistungen, eine hohe Dividendenrendite und
eine günstige Bewertung dürften mittelfristig
jedoch in den Vordergrund treten.
Die Aktie von Credit Suisse hat ihre Talfahrt
nach Publikation des Jahresergebnisses 2015
weiter beschleunigt und in diesem Jahr massiv an Wert verloren. Der Hauptgrund: eine
übermässige Exponierung in gewissen Sektoren des Fixed-Income-Geschäftes (Leveraged
Finance; Distressed, Securitized Products),
die gegenwärtig besonders stark von Turbulenzen an den Kreditmärkten betroffen sind.
Diese Bereiche haben im vierten Quartal 2015
zu Verlusten geführt und gehören gemäss der
im Oktober 2015 kommunizierten Strategie
weiter zum Kerngeschäft des Investment Bankings. Zunehmende Befürchtungen bezüglich der Exponierung von Banken in Öl und
Gas haben zum Kursrückgang beigetragen.
Zudem haben die Verluste die infolge einer
Kapitalerhöhung verbesserte Kapitalausstattung bereits wieder reduziert. Die anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten
werden auch im ersten Quartal 2016 tiefe
Spuren hinterlassen; ein weiterer Quartalsverlust kann nicht ausgeschlossen werden. Dies
würde die Kapitalquoten weiter schwächen.
Swiss Re hat 2015 von einer tiefen Schadenquote bei Naturkatastrophen profitiert
und konnte einen hohen Gewinn von 4.6
Milliarden US-Dollar präsentieren. Darauf gestützt und dank einer komfortablen
Solvenz wurde die Dividende um 8% auf
4.60 Franken erhöht. Zusätzlich wird an der
Generalversammlung ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über den Betrag von 1
Milliarde Franken beantragt. Der Entscheid,
ob dieses Programm aber wirklich ausgelöst
wird, fällt laut Experten mit der Präsentation
der 3Q-Resultate. Voraussetzung wird sein,
dass das Jahr 2016 in Bezug auf Grossschäden oder Finanzmarktvolatilität normal verläuft. Die Experten haben die Gewinnschätzungen leicht reduziert, weil die Preise im
Nichtlebensegment (Rückversicherung, neu
auch Erstversicherung) weiter unter Druck
bleiben. Die risikoadjustierte Preisangabe für
die Erneuerungsrunde vom Januar 2016 von
102% (letztes Jahr 105%) reflektiert einen
soften Markt, der es nur noch knapp erlaubt,
die Rentabilitätsvorgaben zu erreichen.
Produkteckdaten
Produkteckdaten
Produkteckdaten
Produktname
Defender VONTI
auf ABB Ltd
Produktname
Defender VONTI auf Credit
Suisse Group AG
Produktname
Defender VONTI
auf Swiss Re AG
Valor
3018 8551
Valor
3093 9340
Valor
2925 8316
Ausübungspreis
CHF 17.48
Ausübungspreis
CHF 14.61
Ausübungspreis
CHF 86.70
Barriere
CHF 13.11
Barriere
CHF 10.23
Barriere
CHF 69.36
Anfangs- /
Schlussfixierung
18.12.2015/
20.01.2017
Anfangs- /
Schlussfixierung
04.02.2016/
21.10.2016
Anfangs- /
Schlussfixierung
16.10.2015/
18.11.2016
Coupon (p. a.)
6.00% (5.55% p.a.)
Coupon (p. a.)
9.60% (13.44% p.a.)
Coupon (p. a.)
5.05% (4.63% p.a.)
Aktueller Briefkurs*
99.90%
Aktueller Briefkurs*
101.09%
Aktueller Briefkurs*
96.59%
Hinweis: Produktrisiken siehe Seite 19. * Stand am 03.03.2016
12
derinews März/April 2016
Know-how
Schnell und bequem zur «Ziel»-Rendite
Die Vontobel-Renditematrix ist eine einzigartige Online-Übersicht für strukturierte Produkte. Sie
zeigt auf, wie hoch die Maximalrenditen von bereits emittierten Defender und Multi Defender
VONTI (Barrier Reverse Convertible) zum Laufzeitende sind. Die angegebenen Maximalrenditen
ergeben sich aus den Basiswerten, der Anlagewährung, dem Sicherheitspuffer und der Laufzeit.
1
Starten Sie die Renditematrix
Mit nur einem «Klick» können Sie
auf unserer Homepage derinet.ch
die Renditematrix aufrufen und
jederzeit kostenlos nutzen.
2
Wählen Sie ein Produkt mit einem
oder mehreren Basiswerten
Wählen Sie zwischen Defender
VONTI (Barrier Reverse Convertible)
auf einzelne Basiswerte oder Multi
Defender VONTI (Multi Barrier
Reverse Convertible) auf mehrere
Basiswerte.
«Wie steht es zurzeit
mit den Renditechancen
von bereits emittierten
Anlageprodukten?»
3
Setzen Sie Ihren persönlichen Filter
Wählen Sie die gewünschten Basiswerte,
Produktwährungen und «Puffer»1.
Quelle: Vontobel
1
Abstand zur Barriere des (schlechtesten) Basiswertes
13
derinews März/April 2016
Know-how
«Über welche Basiswerte und Laufzeiten lassen
sich Renditen mit welchem Sicherheitspuffer
realisieren?»
4
Sortieren Sie die Maximalrenditen
pro Produktlaufzeit
Je nach Produkt (Punkt 2) stehen mehr oder
weniger unterschiedliche Restlaufzeiten zur
Verfügung. «3m» beispielsweise steht für
eine Restlaufzeit von drei Monaten.


Die gewünschte Reihenfolge
Jede Variable kann in die gewünschte
Reihenfolge gebracht werden (aufsteigende oder absteigende Sortierung).
5
Maximalrendite/Produkt wählen
Wählen Sie (nach den Schritten 1–4)
die Maximalrendite zum Laufzeitende
beziehungsweise den bereits emittierten
Defender oder Multi Defender VONTI
(Barrier Reverse Convertible).
—
Basiswerte:
ABB
Richemont
Roche
«Mouseover» – welche Basiswerte?
Fahren Sie mit der Maus über die angezeigten Maximalrenditen
zum Laufzeitende und erfahren Sie, welche Basiswerte im
Produkt enthalten sind (nur bei Multi Defender VONTI).
Klicken Sie …
… auf die entsprechende Maximalrendite und gelangen Sie direkt auf
die Produktdetailseite.
14
Investmentidee
derinews März/April 2016
Ölpreis-Futures oder Aktien? Nutzen Sie beides!
Um an einem möglichen Aufwind von Öl teilzuhaben, könnte man entweder in Ölpreis-Futures oder
in Unternehmensaktien investieren. Die clevere Strategie des Vontobel Oil-Strategy Index macht phasenweise beides – und ist erfolgreich.
Der Vontobel Oil-Strategy Index ist in der
aktuellen Marktlage sogar noch interessanter
geworden. Da sich die starke Contango-Situation des Ölpreises in letzter Zeit noch einmal verschärft hat, können dank der Strategie
grosse Rollverluste vermieden werden.
Rollgewinne, Rollverluste
Mit Contango wird eine Marktsituation
bezeichnet, bei der der Kurs des Futures mit
längerer Laufzeit auf einem höheren Niveau
notiert als der Future mit kürzerer Laufzeit. Die
Terminkurve verläuft also steigend. Wird von
einem kurz vor Fälligkeit stehenden Future
in einen Future mit späterem Fälligkeitstermin «gerollt», kommt es zu Rollverlusten,
denn der Erlös aus dem Verkauf der auslaufenden Kontrakte ist nun – zunächst wertneutral – in teurere und somit weniger Kontrakte
investiert als zuvor. Es entsteht ein potenzieller Verlust, also ein möglicher Nachteil für den
Investor. Bei der Backwardation verhält es sich
umgekehrt: Die Kontrakte mit späterer Fälligkeit notieren unter jenen mit kürzerer Lauf-
zeit. Daher spricht man von einer fallenden
Rohstoffterminkurve. Wird in einer Backwardation-Situation von einem kurz vor Fälligkeit
stehenden Future in einen Future mit späterem Fälligkeitstermin «gerollt», entstehen
Rollgewinne. Dies deshalb, weil der Erlös aus
dem Verkauf der auslaufenden Kontrakte nun
– wiederum zunächst wertneutral – in billigere
und damit in mehr Kontrakte investiert ist als
zuvor. Ein potenzieller Gewinn und somit
möglicher Vorteil für den Investor.
Die clevere Strategie wechselt hin und her
Um von Rollgewinnen in einer Backwardation-Situation zu profitieren, ist der Vontobel Oil-Strategy Index während solchen Phasen in Ölpreis-Futures investiert. Während
einer Contango-Konstellation hingegen ist
der Index nicht in Futures, sondern in Aktien
angelegt, um den Nachteil aus Rollverlusten
zu vermeiden. Bei den Aktien des Vontobel
Oil-Strategy Index handelt es sich um die Titel
der nach Marktkapitalisierung zehn grössten Ölunternehmen mit Sitz in den USA oder
Kanada. Schwerpunkt der jeweiligen Unternehmensaktivität liegt auf der Exploration,
Produktion, Distribution, Aufbereitung oder
Vermarktung von Öl.
Performance-Vergleich? Bestanden!
Am jeweils drittletzten Handelstag eines
Monates – dem Selektionstag – wird ermittelt, ob eine Backwardation- oder Contango-Situation vorliegt. Ein möglicher
Wechsel von Futures zu Aktien und umgekehrt erfolgt am letzten Handelstag eines
Monates. Zwar ist auch der Vontobel OilStrategy Index im Zuge des Ölpreiszerfalles
gesunken. Diese Grafik zeigt jedoch, dass
er seinen Benchmark-Index GSCI® Crude
Oil Total Return dennoch um 69.41 Prozentpunkte und den Ölspotpreis der Sorte
WTI um 40.57 Prozentpunkte übertreffen
konnte (Quellen: Bloomberg, Vontobel; Lancierung 08.02.2009–29.02.2016). Vergangenheitsdaten geben keine Hinweise auf künftige Entwicklungen.
Performance-Rückblick des Vontobel Oil-Strategy Index seit Indexlancierung (in USD)
120
100
80
Wertentwicklung in %
60
40
20
0
-20
-40
-60
-80
2009
08.02.2009
(Start in Aktien)
2011
2010
31.10.2011
(Wechsel in Futures)
30.12.2011 (Wechsel in Aktien)
Vontobel Oil-Strategy
S&P GSCI® Crude Oil Total Return Index
2012
2013
28.03.2013
(Wechsel in Futures)
29.11.2013 (Wechsel in Aktien)
2014
31.12.2013
(Wechsel in Futures)
2015
28.11.2014
(Wechsel in Aktien)
Spotpreis Rohöl (WTI)*
Quellen: Solactive, Bloomberg: 29.02.2016. Historische Daten liefern keinerlei Hinweise auf künftige Entwicklungen.
* Beim Spotpreis handelt es sich um den Kassakurs, zu dem ein Geschäft an den internationalen Warenbörsen gegen sofortige Kasse und Lieferung durchgeführt wird.
Die Partizipation an seiner Entwicklung ist für Investoren nur mit einem Auslösen der physischen Rohstofflieferung möglich.
15
derinews März/April 2016
Interview
«Viele glauben, ‹Peak Oil› könne uns jetzt egal
sein. Doch das stimmt nicht»
derinews: Rohöl, ein geopolitisches Machtwerkzeug? Was findet da gerade statt?
nach, wie sie sich von ihrer Erdölsucht
befreien könnten.
Derzeit beobachten wir einen brutalen Preiskampf beim Erdöl. Die Saudis, die günstig
produzieren können, fluten als Discounter die
Märkte und holen sich dadurch Marktanteile
zurück. Sie drängen die US-Schiefergasproduzenten, die höhere Kosten haben, in den
Ruin. Nicht einmal innerhalb der OPEC ist
diese Strategie der Saudis beliebt. Venezuela
hätte gerne höhere Erdölpreise.
derinews: Welche Zukunft hat nun das bislang lukrative Schiefergas?
derinews: Welche Rolle spielen der Mittlere
Osten und Russland?
derinews: Beherrschendes Thema war lange
das «Peak Oil». Anstelle der Angebotsverknappung erleben wir jetzt eine Schwemme.
In Syrien und Irak herrschen derzeit fürchterliche Kriege, ausgelöst durch den illegalen
Angriffskrieg der Briten und Amerikaner
2003. Der Geheimdienst und das Militär
des gestürzten Diktators Saddam Hussein,
vorwiegend Sunniten, bilden heute den Kern
des Islamischen Staates (IS), der Syrien und
Irak terrorisiert. In Syrien wollen die Russen
und Iraner Assad an der Macht halten. Die
USA, die Briten, Türken und Saudis wollen
ihn stürzen. Es ist erneut ein Kampf um Geld,
Macht, Erdöl, Erdgas und Pipelines. Seit 1908
erstmals Erdöl im Mittleren Osten gefunden
wurde, hat das schwarze Gold wie ein Fluch
gewirkt und viele Leben ausgelöscht. Einige
Menschen wurden sehr reich, keine Frage,
aber Sicherheit oder Stabilität gibt es in der
Region seit Jahrzehnten nicht.
derinews: Was sind die geopolitischen Implikationen des tiefen Ölpreises?
Die teure Erdölförderung kommt unter
Druck. Dazu zählen Tiefseeöl im Golf von
Mexiko oder vor der Küste von Brasilien,
Teersand in Kanada, Polaröl in der Arktis
oder Fracking in den USA. Zudem investieren Erdölkonzerne weniger. Dadurch wird
dereinst – wann genau, weiss niemand – das
Angebot wieder knapper und der Preis wird
wieder steigen.
derinews: Was sind die ökonomischen
Auswirkungen eines langfristig tiefen
Ölpreises?
Die Konsumenten in der Schweiz, in
Deutschland und Österreich müssen weniger
für ihr Benzin, Diesel oder Heizöl bezahlen.
Sie denken daher auch weniger darüber
Fracking in den USA ist unter Druck, weil die
Kosten im Vergleich zur saudischen Förderung hoch sind. Wegen der global tiefen
Zinsen profitiert Fracking noch von geringen Kapitalkosten. Doch sollten auch diese
ansteigen, werden viele Bohrfelder stillgelegt.
Viele glauben, «Peak Oil» könne uns jetzt
egal sein. Doch das stimmt nicht. Die IEA
sagt seit Jahren, dass beim konventionellen, also billigen Erdöl das Fördermaximum
Peak Oil erreicht ist. Erdöl ist endlich. Diese
Tatsache wird gerne verdrängt. In Grossbritannien fällt die Förderung. Aber global
hat der starke Preisanstieg bis auf Spitzen
von 140 Dollar pro Fass im 2008 dazu
geführt, das viel unkonventionelles Erdöl
und auch Erdgaskondensate auf den Markt
kamen. Das Überangebot drückte den Preis.
Zudem gibt es mitunter ein Durcheinander,
was man überhaupt misst, wenn man von
«Erdöl» spricht. Eigentlich dürfte man nur
Rohöl (Crude Oil) dazuzählen. Aber einige
Statistiken nehmen auch Biotreibstoffe aus
Mais dazu. Andere addieren aus gasförmigen
Anteilen der Erdölförderung kondensierte
Kohlenwasserstoffe (Lease Condensates)
sowie die Natural Gas Liquids (NGL), also aus
Erdgas gewonnene Gaskondensate. Das alles
vernebelt die Sicht, der Peak beim konventionellen Rohöl wird plötzlich unsichtbar.
derinews: Unter welchen Voraussetzungen
kann es zu einem neuen Höchststand des
Ölpreises kommen?
Wenn zum Beispiel Saudi-Arabien durch eine
politische Krise auseinanderfällt. Oder wenn
die Weltwirtschaft plötzlich stark wächst und
das Erdölangebot die Nachfrage nicht sofort
decken kann.
derinews: Welchen Effekt hat das Preistief
auf alternative Energien?
Einige werden ihre persönliche Energiewende
aufschieben, weil die finanziellen Anreize zu
schwach sind. Aber die erneuerbaren Energien aus Sonne, Wasser und Wind werden
immer günstiger und daher immer attraktiver. Persönlich habe ich meine Erdgasheizung
entfernt und durch eine Erdsondenwärmepumpe ersetzt. Den Strom dafür produziere
ich mit einer Fotovoltaikanlage auf meinem
Hausdach. Weil ich zu viel Strom erzeuge,
nutze ich den Überschuss und fahre ein
Elektroauto, das ich in der eigenen Garage
auflade. Im Kontext von Ressourcenkriegen, Klimawandel und Preisvolatilität sollte
jeder die Alternativen zu den fossilen und
atomaren Energieträgern genau prüfen, denn
sie sind interessant. Es wird immer mehr
«Prosumer» geben, also Menschen, die nicht
nur Energie konsumieren, sondern auch
produzieren.
derinews: Wo sehen Sie den Ölpreis in den
nächsten ein bis drei Jahren?
Noch in den 1950er- und 1960er-Jahren lag
der Erdölpreis stabil spottbillig unter 3 Dollar
pro Fass. Doch seit dem Jahr 2000 beobachten wir ungewöhnlich volatile Erdölpreise.
Wir hatten 140 Dollar. Wir hatten 40 Dollar.
Dann 100. Danach wieder 30. Es ist wie eine
Achterbahnfahrt. Wo wir in drei Jahren sein
werden, weiss heute niemand.
Dr. phil. Daniele Ganser
Schweizer Historiker,
Energie- und Friedensforscher
Frieden, Geostrategie, verdeckte
Kriegsführung, Ressourcenkämpfe und
Wirtschaftspolitik sind Dr. Gansers
Forschungsschwerpunkte. Als Leiter des
Swiss Institute for Peace and Energy
Research (SIPER) untersucht der Energieexperte den globalen Kampf ums
Erdöl sowie das Potenzial von erneuerbaren Energien. Sein Buch «Europa im
Erdölrausch» ist beim Orell Füssli Verlag
erschienen.
16
derinews März/April 2016
Schuldner-Check
Petrobras: Zahlungsausfall nicht mehr ausgeschlossen
Der brasilianische halbstaatliche Mineralölkonzern Petrobras ist wichtig für den Erhalt von Arbeitsplätzen und die Stabilität des Landes. Weder die brasilianische Regierung noch Kredit gebende Banken haben ein Interesse an einem potenziellen Zahlungsausfall. Das Risiko eines solchen ist dennoch
gestiegen.
Zahlungsausfall möglich
Aufgrund des Aktienpreiszerfalles ist eine
Kapitalerhöhung als Refinanzierungsquelle
momentan wohl kein Thema. Im Raum steht
aber, dass staatlich kontrollierte brasiliani-
sche Banken Schulden im Umfang von 22
Milliarden US-Dollar in Aktienkapital tauschen könnten. Dies würde sowohl der brasilianischen Regierung wie auch den Kredit
gebenden Banken dienen, da beide an einem
Zahlungsausfall respektive dem Risiko eines
systemischen Events kein Interesse haben.
Zu wichtig ist der Konzern für Arbeitsplätze
und die (Finanz-)Stabilität des Landes, von
möglichen Zweitrundeneffekten für andere
Wirtschaftsbereiche einmal abgesehen.
Obwohl der Wille zur Staatsunterstützung
vorhanden ist, muss die Fähigkeit dazu aus
politischen wie auch wirtschaftlichen Gründen zunehmend infrage gestellt werden.
Dies macht die Marktnotierungen von Petrobras verletzlich gegenüber Spekulationen
um eine Rekapitalisierung durch Beteiligung
der Obligationäre (Exchange Offer).
Marktpreisnotierungen Petrobras vs. Ölpreisindex
120
0
100
200
400
80
600
60
800
40
1000
20
1200
1400
0
Feb 2013
Feb 2015
Feb 2014
S&P GSCI® Crude Oil Index (in USD, links)
Feb 2016
Petrobras ADR (in USD, indexiert links)
5-Jahres-CDS Petrobras (invertiert, rechts)
Quellen: Bloomberg, Vontobel Credit Research
Dominik Meyer, Head of Credit Research, Vontobel Investment Banking
Das Vontobel Credit Research unterstützt Investoren bei der Suche nach aus RelativeValue-Sicht werthaltigen Anleihen im Schweizer Bondmarkt. Die Basis bildet ein
transparenter und nachvollziehbarer Research-Prozess, was das Verfassen und
Publizieren vertiefter Unternehmens- und Branchenanalysen sowie die Zuweisung
finaler Kreditratings und Investitionsempfehlungen beinhaltet.
1
EBITDA: Earnings before interest, tax, depreciation
and amortisation (Betriebsgewinn vor Zinsen,
Steuern, Abschreibungen und Amortisationen)
Basispunkte CDS-Kontrakt
Refinanzierungsrisiken weiterhin hoch
Die Finanzsituation von Petrobras (Nettoverschuldung von 101 Milliarden US-Dollar respektive 3.9-mal das adj. EBITDA1 per
30. September 2015) dürfte angespannt
bleiben. Entsprechend ambitioniert scheinen uns die vom Management im Juni 2015
präsentierten Massnahmen. Zwar deckt die
Liquiditätsposition aktuell alle auslaufenden Finanzverbindlichkeiten bis Ende 2017.
Doch die Refinanzierungssituation könnte
sich bald verschärfen. Erstens kämpfen die
Inlandsbanken mit eigenen Kapitalrestriktionen. Zweitens bewerten wir die vom
Management erwarteten Erlöse (15 Milliarden US-Dollar über die nächsten zwölf
Monate) aus dem Verkauf von Aktiven
angesichts des globalen Rohstoffpreiszerfalles als sehr ambitioniert. Aus dieser Perspektive erscheint die geplante massive
Reduktion der Investitionen als zunehmend
dringlich. Auch die weitere künstliche Verteuerung von Ölprodukten im Heimmarkt
Brasilien gegenüber dem Weltmarktpreis
genügte im letzten Jahr nicht, um den Zerfall des Brasilianischen Reals gegenüber
dem US-Dollar wettzumachen. Ausserdem
beurteilen wir die zuletzt getätigten «SaleLease-Back»-Verträge für zwei Ölplattformen im Umfang von rund 2 Milliarden
US-Dollar nur aus Liquiditätssicht positiv,
aus Substanzsicht hingegen als potenziell
nachteilig für unbesicherte Kreditoren.
Wertentwicklung in %
Von Skandalen und Marktumfeld gezeichnet
Obwohl die zuletzt imminenten Risiken
einer «Debt Acceleration» für Bondholder
wegen des Korruptionsskandals im April
2015 abgewendet werden konnten, laufen
die Ermittlungen gegen Petrobras – den mit
Abstand grössten und sich mehrheitlich im
Staatsbesitz befindlichen brasilianischen
Öl- und Gasförderer – vor allem durch die
US-Börsenaufsicht (SEC) und das US-Justizministerium (DOJ) weiter. Es drohen Strafen
und Zivilklagen in Milliardenhöhe. Zusammen mit dem Zerfall des Ölpreises und den
wachsenden wirtschaftlichen Problemen
Brasiliens fiel in der Folge Petrobras’ Einstufung bei allen grossen Ratingagenturen in
kurzer Zeit aus dem Investment-Grade- in
den Junkbereich (S&P: B+/negativ; Moody’s:
B3/negativ; Fitch: BB+/negativ).
17
derinews März/April 2016
Wissenswertes
Wussten Sie, dass …
Nach der Mechanisierung, Elektrifizierung und Informatisierung der Industrie werden die Produktionsund Wertschöpfungsketten nun digital vernetzt. Allerlei Wissenswertes über die industriellen Revolutionen gestern und heute.
Wussten Sie beispielsweise, dass …
… der Begriff der industriellen Revolution
ursprünglich als Analogie zur Französischen Revolution kreiert wurde?
Aus weltgeschichtlicher Sicht gilt die
industrielle Revolution sogar als ähnlich
bedeutsam wie der Übergang der Menschheit vom Nomadentum zur Sesshaftigkeit.
… der erste vollautomatische, programmgesteuerte und frei programmierbare Computer bereits 1941 gebaut wurde?
Der deutsche Bauingenieur Konrad Zuse
entwickelte mit dem «Z3» den ersten
funktionstüchtigen, in binärer Gleitkommaberechnung arbeitenden Computer.
… 1712 die erste industriell nutzbare
Dampfmaschine konstruiert wurde, um
1830 aber Wind- und Wasserkraft immer
noch über die Hälfte der Energie Grossbritanniens lieferten?
In Deutschland erreichten Wind- und
Wasserkraft ihren Höhepunkt sogar erst in
den 1880er-Jahren.
… der erste Industrieroboter namens «Unimate» von General Motors ab 1961 in
New Jersey bei der Fertigung von Druckgussteilen eingesetzt wurde?
Konstruiert wurde er von George Devol,
der 1956 zusammen mit Joseph Engelberger «Unimation» gegründet hatte, die
weltweit erste Herstellerfirma für Roboter.
… in England 1760 etwa 1300 Tonnen
Baumwolle verarbeitet wurden und 1860
bereits 190’000 Tonnen?
Der Einsatz mechanischer Webstühle
steigerte die Produktion nahezu um das
Hundertfünfzigfache.
… man die nach dem Ersten Weltkrieg etablierte industrielle Warenproduktion
auch als «Fordismus» bezeichnet?
Sie basiert auf der Einführung des Fliessbands in den Ford-Automobilwerken im
Jahr 1913.
… Henry Ford nach Einführung des Fliessbandes den Tageslohn seiner Arbeiter im
Jahr 1914 auf etwa fünf Dollar verdoppelte?
Damit zahlte er seinen Arbeitern in
drei Monaten so viel, wie eines seiner
«T-Modell»-Autos kostete.
… der englische Mathematiker Charles
Babbage (1792–1871) durch den mechanischen Webstuhl zu einer Rechenmaschine mit Programmsteuerung inspiriert
wurde?
Er übernahm die Idee, auf einer Lochkarte
Befehle für bestimmte, immer wiederkehrende Rechnungen zu speichern, und
baute so die erste mechanische Rechenmaschine.
… der Begriff Industrie 4.0 im Jahr 2011 von
einem deutschen Physikprofessor und
ehemaligen Vorstandssprecher des Softwarekonzerns SAP geprägt wurde?
Henning Kagermann, der heute die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften
(acatech) präsidiert, hat massgeblich zur
Bekanntmachung dieses Konzepts beigetragen.
Mechanischer Webstuhl inspirierte zu einer
Rechenmaschine mit Programmsteuerung.
… die Schweizer Industrie am besten in
Europa auf die Industrie 4.0 vorbereitet
ist?
Das hat eine Studie der Beratungsfirma
Roland Berger ergeben. In die Gruppe
der «Spitzenreiter» schafften es zudem
Deutschland, Österreich, Irland, Schweden und Finnland.
… sich die Leistung von Computern seit 50
Jahren etwa alle 18 Monate verdoppelt?
Diese Gesetzmässigkeit (Mooresches
Gesetz), die Intel-Mitgründer Gordon
Moore bereits 1965 beschrieben hat, gilt
bis heute.
Baumwollproduktion stieg in England innerhalb
von zehn Jahren um fast das 150-Fache an.
18
derinews März/April 2016
News und Tipps
#FINANZ’16 hat Horizonte erweitert –
und #derinews-Blog inspiriert
Die Finanzmesse verzeichnete einen neuen Besucherrekord. Dafür gesorgt haben ein attraktives Messekonzept, gut vorbereitete Aussteller und viele interessierte Investoren. Ein gelungener Event, bei
dem Vontobel wie immer mit von der Partie war.
Die wichtigste Finanzmesse der Schweiz fand
nun schon zum 18. Mal als FINANZ’16 am
3. und 4. Februar 2016 im Kongresshaus Zürich
statt. Das diesjährige Motto lautete «Horizonte
erweitern». Doch erweitert wurden nicht nur
Horizonte, sondern auch die Besucherzahlen. Sie stiegen gemäss den Messeorganisatoren auf sage und schreibe 6600 an. Ein neuer
Besucherrekord, der sich sehen lassen kann.
Das attraktive Messekonzept stellte dafür nicht
nur die Grundlage dar, sondern bot im Verlauf
des Events auch Ausstellern und interessierten
Besuchern eine ideale Plattform für Begegnungen.
regulatorische Anforderungen. Oder auf die
digitale Transformation: ein Trend, von dem alle
Marktakteure inklusive der Investoren profitieren könnten.
Strategischer Aufbruch – Digitalisierung?
Eines der Ziele, das sich FINANZ’16 schon
im Vorfeld gesetzt hatte, war, die Branche zu
einem strategischen Aufbruch zu ermutigen.
Ein solcher würde das Produktangebot sowie
begleitende Services beeinflussen. Verständlich,
dass es dieses Jahr besonders viele private und
professionelle Investoren zur Messe gezogen
hat. Die Fragen, die sich stellten, waren vielfältig und bezogen sich beispielsweise auf neue
Vontobel an der #FINANZ’16
Sind Sie so treffsicher wie Wilhelm? Haben Sie
den Ölwechsel schon gemacht? Oder wollen
Sie sich schnell mal inspirieren lassen? Über
diese Slogans präsentierte Vontobel nicht nur
ihre spannenden Anlagethemen, sondern auch
digitale Services wie derinews-Blog und Investmentideen auf Twitter. Wie immer bei Messeauftritten waren natürlich auch bekannte
Vontobel-Experten wieder mit von der Partie:
Georg von Wattenwyl – gleichzeitig amtierender Präsident des Schweizerischen Verbandes
für Strukturierte Produkte sowie globaler Vertriebsleiter für Finanzprodukte bei Vontobel –
diskutierte an einem Open Forum für Fachbesucher mit vier weiteren Vertretern das «Anlegen
aus Schweizer Optik». Eric Blattmann, Head
Public Distribution Schweiz bei Vontobel, erörterte an einem weiteren Open Forum – jedoch
für die Zielgruppe der Privatanleger – die Frage
Eric Blattmann, Leiter des öffentlichen Vertriebs
Schweiz, zu aussichtsreichen Anlagelösungen. Hier
geht es zum Interview.
Treffen wie Wilhelm? Am Stand häuften sich Fragen zur Startzusammensetzung des Vontobel Swiss
Research Baskets.
nach dem «richtigen strukturierten Produkt
im aktuellen Umfeld». Spannende Impressionen in Form von Videos, Berichten und Bildern wurden von den Messeorganisatoren der
FINANZ’16 zur Verfügung gestellt und können
über finanzmesse.ch abgerufen werden.
Vontobel-Lösungen: Swiss Research,
neue Technologien, Ölpreis
Privatanleger und professionelle Investoren
konnten sich am gut besuchten Vontobel-Stand
über aussichtsreiche Trends und dazu passende
strukturierte Anlagelösungen erkundigen. Im
Fokus der Besucher standen der Anfang Februar lancierte Vontobel Swiss Research Basket
sowie aufstrebende Technologiethemen wie
Cyber-Security. Was ausserdem beschäftigte,
war der immer weiter fallende Ölpreis. Wie
könnte man an einem möglicherweise wieder
eintretenden Aufwärtstrend des «schwarzen
Goldes» teilhaben? Der Vontobel Oil-Strategy
Index wurde dabei vielfach diskutiert. Doch es
gibt weitere Möglichkeiten.
Vontobel-Interviews
für Sie auf derinews-Blog
Mehr Aufschluss darüber geben Ihnen die
Interviews mit den Vontobel-Experten, die am
Messestand produziert wurden: Eric Blattmann
erklärt zum Beispiel, was den Anfang 2016
lancierten Vontobel Swiss Research Basket so
besonders macht. In einem weiteren Gespräch
mit Georg von Wattenwyl erfahren Sie, was Sie
bezüglich strukturierter Produkte dieses Jahr
noch erwarten können – und welche Neuerungen es vonseiten der Vontobel geben wird.
Die Interviews stehen Ihnen auf derinews-Blog
(derinet.ch/blog) zur Verfügung.
19
derinews März/April 2016
Hinweise
Produkt- und Risikohinweise
COSI®
COSI® bezeichnet ein Segment von strukturierten Produkten, welches das Emittentenrisiko minimiert. Dabei
werden auf Basis des Marktpreises und des Fair Value
eines Produktes Sicherheiten in Form eines Pfandes bei
der SIX Swiss Exchange hinterlegt.
Defender VONTI
[SVSP-Produkttyp: Barrier Reverse Convertible (1230)]
Defender VONTI zeichnen sich durch einen garantierten Coupon, eine Barriere sowie eine – allerdings nur
bedingte – Rückzahlung zum Nennwert aus. Falls der
Basiswert die Barriere während der Barrierenbeobachtung berührt oder durchbricht, entfällt der Rückzahlungsanspruch in Höhe des Nennwertes unmittelbar.
Die Risiken einer Anlage in ein Defender VONTI sind
erheblich. Sie entsprechen – bei nach oben begrenzten
Gewinnchancen – weitgehend den Risiken einer Direktanlage in den Basiswert. Je tiefer der Schlusskurs
des Basiswertes bei Verfall unter dem Ausübungspreis
ist, desto grösser ist der erlittene Verlust. Die angegebenen Renditen können durch Transaktionskosten
wie Courtagen, Steuern und Abgaben geschmälert
werden.
Quanto (währungsgesichert)
Wenn der oder die Basiswerte auf eine andere Währung als die Referenzwährung des Produktes lauten,
sollten Anleger berücksichtigen, dass damit Risiken
aufgrund von schwankenden Wechselkursen verbunden sein können und dass das Verlustrisiko nicht allein von der Entwicklung des Wertes der Basiswerte,
Rechtlicher Hinweis
Die vorliegende Publikation dient lediglich der Information und stellt keine Anlageempfehlung oder Anlageberatung dar und ersetzt
nicht die vor jeder Kaufentscheidung notwendige qualifizierte Beratung, insbesondere auch bezüglich aller damit verbundenen Risiken.
Diese Publikation wurde von der Organisationseinheit Financial Products & Distribution unseres Instituts erstellt und ist nicht das Ergebnis
einer Finanzanalyse. Die «Richtlinien zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse» der Schweizerischen Bankiervereinigung
finden auf die vorliegende Publikation keine Anwendung. Inhalte dieser Publikation, welche auf andere Vontobel-Organisationseinheiten bzw. Drittparteien zurückgehen, sind per Quellenangabe als solche gekennzeichnet. In der Vergangenheit erzielte Performance darf
nicht als Hinweis oder Garantie einer zukünftigen Performance verstanden werden. Allein massgeblich sind die in den jeweiligen Prospekten enthaltenen vollständigen Bedingungen, die bei der Bank Vontobel AG, Financial Products, Bleicherweg 21, CH-8022 Zürich, unter
Tel. + 41 (0)58 283 78 88 kostenlos erhältlich sind. Weiter verweisen wir auf die Broschüre «Besondere Risiken im Effektenhandel»,
die Sie bei uns bestellen können. Strukturierte Produkte gelten nicht als kollektive Kapitalanlagen im Sinne des Bundesgesetzes über die
kollektiven Kapitalanlagen (KAG) und unterstehen deshalb nicht der Bewilligung und der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht
FINMA. Die Werthaltigkeit von strukturierten Produkten kann nicht nur von der Entwicklung des Basiswertes, sondern auch von der Bonität des Emittenten abhängen. Der Anleger ist dem Ausfallrisiko des Emittenten/Garantiegebers ausgesetzt. Diese Publikation und die
darin dargestellten Finanzprodukte sind nicht für Personen bestimmt, die einem Gerichtsstand unterstehen, der den Vertrieb der Finanzprodukte oder die Verbreitung dieser Publikation bzw. der darin enthaltenen Informationen einschränkt oder untersagt. Alle Angaben erfolgen
ohne Gewähr. Januar/Februar 2016. © Bank Vontobel AG. Alle Rechte vorbehalten.
COSI® Collateral Secured Instruments – Investor Protection engineered by SIX.
sondern auch von ungünstigen Wertentwicklungen
der anderen Währung oder Währungen abhängt. Dies
gilt nicht für währungsgesicherte Produkte (QuantoStruktur). Bei Quanto-währungsgesicherten Produkten wird die entsprechende Quanto-Gebühr in den
Zertifikatspreis eingerechnet.
VONCERT
VONCERT [SVSP-Produkttyp: Tracker-Zertifikat (1300)]
bilden grundsätzlich die Performance des Basiswertes
ab. Bei einer Investition in ein VONCERT sind weitgehend die gleichen Risiken wie bei einer Direktanlage in
den Basiswert zu beachten, insbesondere die entsprechenden Fremdwährungs-, Markt- und Kursrisiken.
Impressum
Herausgeberin: Bank Vontobel AG
Financial Products, Bleicherweg 21, 8022 Zürich
Redaktion: Sandra Chattopadhyay,
Stefan Rammelmeyer
Marketing: Katia Bezzola Bussinger, Nicole Leimgruber
Erscheinungsweise: Alle zwei Monate
Gestaltung: Derivative Partners AG
Splügenstrasse 10, 8002 Zürich
Bestellen Sie via:
E-Mail: [email protected]
Internet: derinet.ch
Schreiben Sie an: Bank Vontobel AG
Financial Products, Marketing
Bleicherweg 21, 8022 Zürich
Blog und Twitter:
derinet.ch/blog
@vontobel_FP_CH
01- 02/16
SC2015121503
Von Kurskorrekturen
nicht aus dem Takt
bringen lassen – mit
50% Sicherheitspuffer
Besonderheiten:
– Mit physischer ETF-Lieferung
– Hoher Sicherheitspuffer von 50%
Risiken:
– Das Produkt ist nicht kapitalgeschützt.
Investoren können ihren Anlagebetrag teilweise
oder gesamthaft verlieren.
– Der Anleger trägt das Kreditrisiko der Emittentin.
(Issuer) Callable: An jedem Beobachtungstag
hat die Emittentin das Recht, aber nicht
die Verpflichtung, den Callable Multi Defender
VONTI zu kündigen und am folgenden
Couponzahlungstag zurückzuzahlen.
teressante
Weitere in hemen unter:
tt
n
Investme
et.ch/blog
e
www.d rin
FP_CH
@vontobel_
Indexinvestition mit potenzieller ETF-Lieferung
Von den Turbulenzen an den Aktienmärkten verunsichert? Die Angst vor Verlusten und Kursrückschlägen
muss Sie nicht um Ihre Rendite bringen. Bei Multi Defender VONTI (MDV) handelt es sich um strukturierte
Investments – mit reduziertem Kursrisiko.
Renditechancen und Sicherheitspuffer: Der MDV verfügt über einen garantierten Coupon von 5% p.a.
und basiert auf den drei Indizes EURO STOXX 50®, S&P 500® und SMI®. Im Vergleich zur Direktanlage
ist der MDV mit einem 50%igen Sicherheitspuffer ausgestattet. Das bedeutet: Verlieren die drei Indizes
während der Laufzeit nie 50% oder mehr, wird der Nennwert zurückbezahlt.
Besonderheit: Hat mindestens ein Index die Barriere berührt oder unterschritten und schliesst einer der
Indizes am Laufzeitende unter seinem Kurs bei Anfangsfixierung, erfolgt die Lieferung der festgelegten
Anzahl eines ETF (Exchange Traded Fund), auch Index-Tracker genannt, der auf dem am Laufzeitende
schwächsten Index basiert. Im Falle dieser ETF-Lieferung würde der Anleger weiter in diesem schwächsten
Index investiert bleiben. Er würde an einer potenziellen Kurserholung oder auch an weiteren möglichen
Verlusten des Basiswertes nahezu 1:1 partizipieren.
Callable Multi Defender VONTI mit tiefer Barriere
Zeichnungsschluss 18.03.2016, 16.00 Uhr MEZ
Valor
3161 3195
(Issuer) Callable
SVSP-Bezeichnung
Barrier Reverse Convertible (1230)
Kategorie
Renditeoptimierung
www.derinet.ch
Telefon 058 283 78 88
Basiswerte
EURO STOXX 50® Index
S&P 500® Index
SMI® Index
Quanto
Coupon
5.00% p.a.
Barriere1 Callable
quartalsweise,
50% erstmals am
22.03.2017
Währung Schlussfixierung
CHF
22.03.2019
Mit physischer
ETF-Lieferung
Emittentin Vontobel Financial Products Ltd., DIFC Dubai; Garantin Vontobel Holding AG, Zürich.
Emissionspreis 100%, Nennwert CHF 1000. Ausübungspreis jeweils 100% des Spot Referenzkurses des Basiswerts bei
Anfangsfixierung, Barrierenbeobachtung während der ganzen Laufzeit.
1)
Angaben sind indikativ und werden am 18.03.2016 fixiert, Barriere in % des Ausübungspreises.
Die Termsheets mit den rechtlich verbindlichen Angaben sowie weitere Informationen finden Sie unter www.derinet.ch
Vontobel Holding AG (Moody’s A3) – Bank Vontobel AG (Moody’s Counterparty Risk Assessment A2 (cr))
Leistung schafft Vertrauen
Diese Publikation dient lediglich der Information und richtet sich ausdrücklich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung
verbieten. Sie stellt kein Kotierungsinserat, keinen Emissionsprospekt gem. Art. 652a OR bzw. 1156 OR und keinen vereinfachten Prospekt gem. Art. 5 des Bundesgesetzes über die kollektiven Kapitalanlagen
(KAG) dar und ist weder als Offerte oder Einladung zur Offertstellung noch als Empfehlung zum Erwerb von Finanzprodukten zu verstehen. Die rechtlich massgebliche Produktdokumentation (Kotierungsprospekt)
besteht aus dem definitiven Termsheet mit den Final Terms und dem bei der SIX Swiss Exchange registrierten Emissionsprogramm. Diese sowie die Broschüre «Besondere Risiken im Effektenhandel» können unter
www.derinet.ch oder bei der Bank Vontobel AG, Financial Products, Bleicherweg 21, CH-8022 Zürich, kostenlos bezogen werden. Derivative Produkte sind keine kollektiven Kapitalanlagen im Sinne des KAG
und daher nicht der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA unterstellt. Anlagen in Derivative Produkte unterliegen dem Ausfallrisiko des Emittenten/Garantiegebers und weiteren spezifischen
Risiken, wobei ein möglicher Verlust auf den bezahlten Kaufpreis beschränkt ist. Vor dem Eingehen von Derivatgeschäften sollten Anleger die Produktdokumentation lesen, ausserdem empfiehlt sich eine fachkundige
Beratung. Die Angaben in dieser Publikation erfolgen ohne Gewähr. Für Fragen zu unseren Produkten stehen wir Ihnen gerne unter Telefon +41 (0)58 283 78 88 zur Verfügung. Wir machen Sie darauf aufmerksam,
dass die Gespräche auf diesen Linien aufgezeichnet werden. © Bank Vontobel AG. Alle Rechte vorbehalten. Zürich, 3. März 2016.