So oder so

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So oder so
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So oder so
Ob mit oder ohne Abi: Die HWP hat Platz für beides
Inteam
Opfer “Offene Gesellschaft”?
Matthias Rieker, 33, ist Redakteur bei der Tageszeitung
“American Banker”. Diese Zeitung hat ihren Sitz im Finanzdistrikt New Yorks. Ihre Büros liegen nur wenige
Blocks vom ehemaligen World Trade Center (WTC) entfernt. Das HWP Magazin interviewte den ehemaligen
HWP–Absolventen, der jetzt seit dreieinhalb Jahren in
New York lebt.
HWP Magazin: Herr Rieker, wo waren Sie zum Zeitpunkt des Anschlags?
Matthias Rieker: Ich war auf dem Weg zur Arbeit. Etwas
zu spät, da ich Besuch aus Deutschland hatte, mit dem ich
an diesem Morgen beim Frühstück noch über lohnende
Ausflugsziele gesprochen hatte. Auch das WTC war in diesem Zusammenhang wegen der tollen Aussicht im Gespräch. Beim Verlassen des Hauses erzählte mir eine Nachbarin von den Flugzeugen, die in das WTC eingeschlagen
seien. Ich konnte mir keine Vorstellung vom Ausmaß des
Unglücks machen und dachte an die Bilder in Reiseführern,
die den Einschlag eines Flugzeugs in das Empire State Building in den vierziger Jahren zeigen. Nach einigen Schwierigkeiten bin ich mit dem Taxi bis zum Rathaus gekommen,
normalerweise in Sichtweite des WTC. Beide Türme waren
eingestürzt. Die Sicht war gleich null, die Straße zentimeterdick mit Staub bedeckt. Hier war längst alles abgesperrt.
Da habe ich, wie Tausende von Menschen, den langen Fußmarsch nach Hause angetreten.
HWP Magazin: Und jetzt ist wieder “business as usual”?
Matthias Rieker: Teils, teils. Die Leute wollten alle frühestmöglich wieder zu ihrer Arbeit zurück, um wieder zu so
etwas wie Normalität zurückzufinden. Ich selbst konnte
zwei Wochen nicht in die Redaktion gehen, wegen der unsauberen Luft und weil Downtown polizeilich abgeriegelt
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war. Was es schwierig macht, zum “business as usual” überzugehen, ist die persönliche Betroffenheit. Ich kannte einige
Leute im WTC: Informanten, Analysten, Investmentbanker, die umgekommen sind, auch persönlich.
HWP Magazin: Ist der Krieg in Afghanistan Ihrer Einschätzung nach ein adäquates Mittel zur Bekämpfung des
Terrors?
Matthias Rieker: Ich glaube, dass dieser Kampf gegen den
Terror genauso erfolglos sein wird, wie der gegen die Drogen, unabhängig vom Kriegsgeschehen in Afghanistan. Die
Administration sucht wenig nach Ursachen und fragt nicht,
wie andere Länder mit dem Problem des Terrorismus umgehen. Einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs zu diesem
Problem gibt es hier nicht. Damit ist auch in Zukunft nicht
zu rechnen, wenn der Krieg in Afghanistan “erfolgreich” verlaufen sollte. Das wäre leider erst dann anders, wenn sich in
Afghanistan ein zweites Vietnam ereignen würde.
HWP Magazin: Stellt sich die amerikanische Bevölkerung
hinter die Regierung, was den Krieg angeht?
Matthias Rieker: Es gibt wenig Kritik an dem Krieg. Immerhin war schon vor dem 11. September die Kritik an Afghanistan hier sehr deutlich, gerade von Menschen- und
Frauenrechtsorganisationen. Doch der scharfe Rechtskurs
der Regierung schreckt viele ab, und die Medien greifen das
Thema immer kritischer auf. Mit dem 11. September wird
viel Stimmung gemacht und Politik durchgesetzt. Dies zeigt
sich vor allem in den zivilrechtlichen Maßnahmen, die die
Regierung jetzt durchgesetzt hat. Die Bestimmung, dass ein
Untersuchungshäftling binnen zwölf Stunden dem Haftrichter vorgeführt werden muss, wurde ausgesetzt, ebenso
wie das Recht auf konsularische und anwaltliche Betreuung.
Diese Bestimmungen sind nicht nur auf Terrorismusbekämpfung beschränkt, sondern erschreckend allgemein formuliert. Außerdem finden sich mittlerweile viele Stellenanzeigen von Unternehmen mit dem Vermerk: “US Citizens
only”. Dies ist natürlich ein Angriff auf das amerikanische
Modell einer offenen Gesellschaft, auf das die Menschen
hier sehr stolz sind, wiewohl die tatsächliche Integration von
anderen Kulturen hier natürlich auch ein Mythos ist.
HWP Magazin: Welche politischen und wirtschaftlichen
Konsequenzen sind jetzt schon gezogen worden und welche
werden noch gezogen?
Matthias Rieker: Erwartungsgemäß zeigt die Regierung
wenig “compassionate conservatism”, das Wahlkampfmotto
des Präsidenten. Die Bush Administration war vor den Ereignissen des 11. September umstritten. Jetzt hat sie es national wie international erheblich leichter, ihren Kurs zu legitimieren. Sie nutzt die Tatsache, dass kaum einer wirklich
weiß, was am 11. September geschehen ist. Der Anschlag
wird gemeinhin verstanden als ein Schlag von außen, im
Gegensatz etwa zu dem Anschlag in Oklahoma City. Und
daher wird angenommen, dass ein militärischer Gegenschlag ausreichend ist. Nach sozialen oder politischen Ursachen wird nicht gesucht.
Die Fragen stellte Christian Hild
Email: [email protected]
Editorial
Ob Abi
oder nicht ...
... ist an der HWP ja im Grunde genommen gleich. Ob so
oder so: Die HWP bietet beiden ihren Platz. Hier können
auch Menschen ohne Abitur studieren, wenn sie ihre Aufnahmeprüfung bestanden haben. Alles andere als gleich und deshalb so spannend - sind aber die Biografien, denen
man hier begegnet. Drei dieser Biografien - mit und ohne
Abitur - finden Sie in diesem Heft. Marina Saisaler, Torsten
Lund Hensel und Egon Trapp haben dem HWP-Magazin
Rede und Antwort gestanden (Seite 14 bis 16).
Die Vielfalt und damit der Reichtum der HWP wird aber
nicht nur bei den Studierenden der HWP deutlich, sondern
auch bei den Ehemaligen, wie zum Beispiel bei dem
Journalisten Matthias Rieker (Seite 2) oder Uwe Schmidt
von den Stahlwerken Bremen (Seiten 4 und 5).
So vielfältig wie die Biografien, so verschieden sind eben
auch die Wege an die HWP und die Berufsfelder, in denen
die Ehemaligen jetzt arbeiten. Das ist mir bei der Redaktion
dieses Hefts in erster Linie deutlich geworden. Einerseits
sind da die Studierenden, die jeder für sich einen ganz eigenen Platz an der HWP gefunden haben, andererseits die
Ehemaligen, die ihren Platz in der Gesellschaft einnehmen.
Alle zusammen vermitteln ein gutes Bild von der Vielfalt,
der Internationalität und der Vitalität des Studiums an der
HWP.
Christian Hild
Email: [email protected]
Impressum
Herausgeberin: HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, Die Präsidentin, Von-Melle-Park 9,
20146 Hamburg
Redaktion: Christian Hild (V.i.S.d.P.), Zimmer A 210, Tel.
42838-2181, Email: [email protected]
Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.
Inhalt
Inteam
Opfer “Offene Gesellschaft”? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
Die HWP feiert unter dem neuen Dach
Das nächste Glasdach kommt bestimmt. . . . . . . . . . . . 4
Unsere neue Website
Die dritte Generation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
Projekte und Tagung
Unter rußfreiem Gewölbe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
Demokratie - Wo und wie? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
10 Jahre Beitritt der DDR zur BRD. . . . . . . . . . . . . . . 9
Studium
HWP bezahlt Studierenden ihr Studium. . . . . . . . . . . 10
Was gut ist, muss nicht teuer sein. . . . . . . . . . . . . . . . 11
Was ist eigentlich das “Service Center”? . . . . . . . . . . . 12
Erste Schritte mit dem neuen HambHG . . . . . . . . . . 13
Der halbe Student . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Wie erklär’ ich’s meiner Familie . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
Internationales
Vom Koch zum Kommunikationstrainer . . . . . . . . . . 16
Im Reich der Goldenen Mitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Halsschmerzen bei der UNO. . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
GdFF
Party mit Protest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
Weiterbildung
Kreativität, Lernen, Erfolg - Weiterbildung zum
Anfassen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
Ausgezeichnet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
AStA
Krieg nach innen! Warum?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Studentische Hilfskräfte - kein offizielles Personal . . . . 23
Kurz und Bündig
Kurz und Bündig . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Weitere AutorInnen: Bodo Abel, AStA der HWP, KarlJürgen Bieback, Rainer Butenschön, Carola Helwig, Denis
Ho l t k a m p, Andrea Klermann, Heike Klopsch, Ul l r i c h
L a a s e r, Anja Muskat, Dietmar Plum, Barbara Re i m e r,
Erdmute Schmidt, Uwe Schmidt, Rainer Volkmann, Peter
Wisman, Roland Wiegmann
Fotos: Babette Brandenburg (8, 10); Jesco Denzel (Seite: 4,
5, 11, 12, 13, 14, 18); Privat (Seite: 2, 5, 15, 16, 22);
Weiterbildung (20, 21)
Gestaltung und Layout: www.kominform.net, 040 / 328
714 20
Druck: Druckerei in St. Pauli (Auflage: 3000) 10. Jahrgang
Erscheinungsweise: vier Hefte pro Jahr
Redaktionsschluss: 5. April 2002
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Die HWP feiert unter dem neuen Dach
Das nächste Glasdach
kommt bestimmt
Am 16. November hat die HWP - Hamburger Universität
für Wirtschaft und Politik die Einweihung des neuen Glasdachs gefeiert. Rund 200 Gäste aus Wirtschaft, Politik und
Wissenschaft feierten mit der HWP das tolle Ergebnis der
Spendenaktion, die bis heute etwa 250.000 Mark eingebracht hat. Uwe Schmidt, Mitglied des Vorstandes und Arbeitsdirektor der Stahlwerke Bremen und gleichzeitig ehemaliger HWPler hält Rückschau auf das große Fest und
erinnert sich an seine Zeit an der HWP.
Die Präsidentin Frau Dr. Bittscheidt unserer früheren
HWP hat viel Überzeugungskraft: Unermüdlich
wirbt sie Mittel ein und überredet mich zu diesen
Zeilen. Eine bemerk e n s we rte Pe r s ö n l i c h k e i t .
Diese Auffassung vertrat auch das anwesende
Publikum bei der Sp e n d e rfeier im Foyer der
HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft
und Politik am 16. Nove m b e r. Ve rd i e n t e r
Applaus und anerkennende Worte, eine gelungene Moderation durch Norbert Aust und den Kabarettisten Nils Loenicker, eine tapfere Rede des
neuen Bildungssenators und gegen ihn protestierende Studenten, von den Anwesenden mit großer Geduld ertragen und nur an einer Stelle sich
aufbäumend - als der studentische Vertreter in
seiner Rede den gut gemeinten, aber unzutreffenden Vergleich mit der Arbeiter– und Bauernakademie zog.
“Meine” HWP
Meine HWP war in der Mollerstraße, das jetzige Gebäude
habe ich nie leiden können. Aber das hilft nicht weiter. Das
neue Dach ist gelungen und verbessert den ersten Eindruck.
Die Spenden sind gut eingesetzt, die Konstruktion von Glas
und stabilem Stahl erfreut das Auge und lässt die Gedanken
in meine Geschichte mit der HWP schweifen und Assoziationen freiwerden.
Unsere HWP stellt schon was dar - und das nicht erst seit
dem neuen Glasdach. Ich gehörte zum 23. Lehrgang (197073) und zu einer Generation, die über die Jugendarbeit der
IG Metall und die studentischen Proteste gegen die muffi ge Adenauerära politisiert wurde. Ohne Abitur und anfänglich ohne Studierbereitschaft wollte ich eigentlich meine Berufstätigkeit nicht aufgeben. Ein älterer Kollege motivierte
mich durch den Hinweis auf die HWP mit den Worten:
“Wir Arbeitnehmer haben nur eine Chance: lernen, lernen,
lernen”. Das überzeugte mich. Nach intensiver Vorbereitung
über die Heimvolkshochschule Hustedt, in der ich erstma-
lig richtig Lust auf Lernen bekam - diese Lust hielt sich bis
heute - kam die Aufnahmeprüfung und dann im Oktober
1970 begann das Studium. Es war schon toll, eine zweite
Bildungschance zu bekommen. Dieser Kern der HWP, trotz
vieler Veränderungen, ist erhalten geblieben. Noch immer
ist sie eine der wenigen führenden Einrichtungen, in der
Menschen über den 2. Bildungsweg studieren können.
“Was würdest Du ändern?”
Ich habe heute graue Haare und damit auch das Privileg
zurückzublicken. Für mich war die HWP nicht nur Ort
zum Studieren, sondern auch eine Erziehungsanstalt. Ich
liebe diesen altmodischen Begriff, weil er so klar ist (Wäre
Sozialisationsstätte schöner und klarer?). Trotz der damals
wichtigen Fragen (Ist der Sozialismus in einem Land denkbar?) und der quälenden Suche nach Erkenntnis und Wahrheit, den Selbstzweifeln, der unendlichen Mühe der Aneignung lernten wir aber auch einen anständigen Umgang miteinander, lernten von unseren Dozenten, die Zeit für uns
hatten. Das ist für mich Erziehung: die eigenen Potentiale
zu erkennen, Argumente abzuwägen und Entscheidungen
vorzubereiten oder zu treffen, zu lernen, was man kann oder
nicht kann, auch Illusionen zu verlieren, gehörte dazu. Mein
Schwerpunktfach war Soziologie. Mein Erkenntnisinteresse
war schlicht: Ich wollte verstehen, warum diese Gesellschaft
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HWP MAGAZIN1/2002
Die HWP feiert unter dem neuen Dach
so ist, wie sie ist. Die verlorene Illusion
bestand in der frühen Erkenntnis durch
Neidhard und Epskamp, dass die Soziologie viele Fragen beantworten kann,
aber genau diese eben nicht.
Sie kennen die Frage: Wenn Du alles
noch mal machen würdest, was würdest
Du ändern? Offen gesagt, unter den
gleichen Bedingungen eigentlich nichts
oder sehr wenig. Zu unserem Leben,
unserer Erziehung gehören nicht nur
die richtigen, sondern auch die falschen
Entscheidungen. Fehler weisen nicht
auf Unzulänglichkeiten hin, sondern
auf Verbesserungspotentiale. Aber heute würde ich den betriebswirtschaftlichen Teil meiner Ausbildung verstärken, aber bei der Soziologie bleiben.
Ich habe dieser Hochschule viel zu verdanken. Sie hat sehr
zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen. Auch
meine Söhne profitierten davon, denn sie konnten mit einem anderen Bildungshintergrund aufwachsen als es viele
meiner Generation konnten. Es mag unbedeutend klingen,
aber arbeitsmäßig war für mich der Drill der Hausarbeiten 7 Seiten und nicht mehr, bei mittleren Arbeiten 15 Seiten ausgesprochen hilfreich. Meine Mitarbeiter kennen meinen
Spruch: wer nicht in der Lage ist, ein komplexes Thema auf
wenigen Seiten darzustellen, hat das Thema nicht verstanden. Sicherlich eine starke ignorante Übertreibung, aber
dennoch ein wahrer Kern.
Das Potenzial der HWP - ihre “Schläfer”
Die HWP hat viele “Schläfer”. Mir sind oft Kolleginnen
und Kollegen, nicht nur während meiner langen Tätigkeit
bei und für die IG Metall, begegnet, die an der HWP waren.
Auch wenn man sich nicht kannte, irgendwie hat man sich
immer erkannt. Eine Bindung bleibt, die nutzbar wäre. Ich
habe auch heute einen Qualifizierungsbedarf und komme
ihm auch nach. Täglich erhalte ich gute, interessante und
teure Angebote kommerzieller Unternehmen mit hochkarätigen Referenten. Warum kann die HWP in diesen Markt
nicht eintreten? Sie hat ein gutes Bildungsangebot, nur
nicht für Personen, die in der Wirtschaft tätig sind. Nehmen
wir z.B. die extrem teuren und vom Preis-/ Leistungsverhältnis nicht überzeugenden Schweizer Managementschulen.
Das könnte die HWP besser! Sie hat etwas, was andere nicht
haben: “Schläfer”, die aktivierbar sind. Es wäre schön,
wenn, wie wir früher formuliert hätten, aus Profitinteressen
in den Markt eingedrungen würde.
Dabei ließe sich was verdienen, was
vielleicht wieder in die HWP gesteckt
werden könnte. Das nächste Glasdach
kommt bestimmt.
All dies schoss mir bei der Fe i e r
durch den Kopf. Auch die Rede der
Vorsitzenden des Förderkreises, Frau
Brückmann, war nicht ohne Ergebnis.
Immer wieder hatte ich mir vorgenommen, Mitglied zu werden. Aber
dabei blieb es bis zur Fe i e r s t u n d e .
Nunmehr habe ich den Schritt, den
ich schon vor achtundzwanzig Jahren
machen wollte, vollzogen.
Ich wünsche der HWP, ihrem Lehrkörper und den St u d i e renden ein
herzliches Glück auf.
Uwe Schmidt
Mitglied des Vorstandes und Arbeitsdirektor
der Stahlwerke Bremen
Email: [email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
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Unsere neue Website
Die dritte Generation
Seit Mittwoch, dem 28. November, ist die neue Website
der HWP online. Der Webauftritt der HWP - Hamburger
Universität für Wirtschaft und Politik geht damit in die
dritte “Generation”. Nachdem die letzte Version einer
HWP-Website 1999 ans Netz ging, war es nun Zeit für einen umfassenden Relaunch der Homepage.
Dabei ist die inhaltliche Struktur komplett überarbeitet
worden. Die neue Website zeichnet sich durch ein modernes Design aus, bei dem die Inhalte im Vordergrund stehen.
Besonderen Wert hat die HWP dabei auf die Übersichtlichkeit und Benutzerführung gelegt. Dr. Dorothee Bittscheidt,
Präsidentin der HWP: “Wir freuen uns über die Klarheit
und Übersichtlichkeit der neuen Website. Das gilt auch für
die Pflege der Homepage. Das System, mit dem die Seite
gepflegt wird, ist einfacher zu handhaben als bislang und
fügt sich gut in unsere bestehende Systemumgebung ein. So
werden die Arbeitsabläufe für uns alle vereinfacht.”
Bis dahin war es allerdings ein hartes Stück Arbeit für alle
Beteiligten: Das Konzept und die Struktur des Internetauftritts wurden noch von Anne Ernst gemeinsam mit den
Kommunikationsdesignern von kominform entworfen. Auf
dieser Basis entwickelte kominform unter der Leitung von
Karen Bens (Projektmanagement) und Markus Koehler (Art
Director) ein user-orientiertes Design und programmierte
die Website in enger Zusammenarbeit mit dem Öffentlichkeitsreferat und dem Rechenzentrum der HWP.
Um so mehr haben wir uns über Lob von vielen Seiten
gefreut. Von “Jipie” über “Auf der Höhe der Zeit” bis hin zu
“Klar, praktisch, chic - sehr gut” reichten die Kommentare.
Dass es natürlich auch Kritik geben musste, ist uns klar gewesen. Sie bezieht sich vor allem auf Probleme, die im Zusammenhang mit der Umstellung entstanden sind, wie etwa
ein fehlerhafter Link oder eine verlorengegangene Seite. Wir
bemühen uns, die entsprechenden Ko r re k t u rvorschläge
möglichst schnell umzusetzen.
Gegenüber der alten Website ist vor allem die Menüstruktur vereinfacht worden. Das kommt den sehr unterschiedlichen Be n u t ze r g ruppen der Website entgegen: Egal ob
Studierende, Studieninteressierte, WissenschaftlerInnen
oder aber auch Journalisten – es ist wichtig, dass jede und
jeder schnell zu den Informationen gelangt, die er oder sie
sucht, ohne gleich von tausenden von Links erschlagen werden. Deshalb finden sich auf der Startseite im Gegensatz zu
früher direkt aktuelle Inhalte, zu denen man sich früher
entweder mühsam durchklicken musste oder die gar nicht
vorhanden waren. Ergänzend hierzu können die User immer auf eine Seitenübersicht (“Sitemap”) klicken, die die
Inhalte der Website strukturiert wiedergibt.
Die Seiten hinter den einzelnen Menüpunkten auf der linken Seite sollen abgesehen von “Die HWP stellt sich vor”,
“HWP Aktuell” (Zuständigkeit Öffentlichkeitsreferat) und
dem “Institut für Weiterbildung” von noch zu benennenden
Zuständigen selbst betreut werden. Diese Personen werden
dann auch für diese Aufgabe geschult.
Die neue Website ist unter http://www.hwp-hamburg.de
erreichbar. Machen Sie sich selbst ein Bild und besuchen Sie
uns online! Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung.
Denis Holtkamp, Christian Hild
Email: [email protected]
Email: [email protected]
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HWP MAGAZIN1/2002
Projekte und Tagung
Unter rußfreiem Glasgewölbe
Da strahlt es nun, das neue Glasdach - hell und luzide, wie
die Geister derer, die da unter ihm wandeln. Aber ach:
kreisen da nicht schon wieder dichte Schwaden giftigen
Zigarettenrauchs, der nicht nur Lungen, sondern alsbald
auch das schöne Dachwerk verdunkelt? Und sprenkeln
nicht längst wieder Asche und Kippen das lichte Parkett
dank jener verabscheuungswürdigen Unart, die die HWP
in zwei unversöhnliche Lager spaltet, welche demnächst
mit Rechtsanwälten aufeinander hauen: die Raucher und
Nichtraucher...
Viertel von Hardlinern zustimmen. Man geht
also pfleglich miteinander um, überzogene
Anti-Raucher-Kampagnen argwöhnen selbst
die Raucher nur mäßig (38%) - was umso
leichter fällt, da ihnen die Nichtraucher für
Klausurpausen und Festivitäten durchaus eine
Kippe als Ausnahme zugestehen. Interessant
ist dabei übrigens, dass sich hier die Ex-Raucher, (wie bei Konvertiten nicht unüblich...),
ungleich restriktiver zeigen und - offensichtlich durch Schaden geläutert- eine härtere
Entwarnung - soweit muss es nicht kommen! Glaubt man
Ga n g a rt einfordern. Auch die Au s l ä n d e r
unserer kürzlich vorgenommenen Untersuchung unter 178 votieren deutlich stärker für ein absolutes
HWP-Studierenden, dann sind Raucher ohnehin eine Min- R a u c h verbot (und ve r s e t zen dem Po s i t i v derheit - 62% der Studiosi betrachten sich als völlige Image sinnenfroher Südländer damit einen
Nichtraucher, weitere 19% nur als Gelegenheitsraucher. empfindlichen Schlag). Ähnlich stellt auch
Tröstlich mag auch stimmen, dass 83% aller Befragten das die Betrachtung der einschlägigen Fächerkultur liebgeworRauchen eher als negativ und Sucht empfinden - Raucher dene Vorurteile in Frage: hier zeigen ausgerechnet Jura-Stueingeschlossen, von denen nur 11% ihre Gewohnheit noch
dierende einen Milde-Effekt und sind mit Rauchverboten
als positiv betrachten! Relativ
am zurückhaltendsten einmütig wird da Klage geführt
tröstlich, dass we n i g s t e n s
“To cease smoking is the easiest thing I
über Naturzerstörung, Munddie Betriebswirte ihrem Ruf
ev er did; I ought to kno w, because I ha ve
g e ruch, Raucherk a t e r, Ke h lg e recht we rden und hier
done it a thousand times.
”
Mark Twain
k o p f k rebs, Kleidermuff und
gegenhalten. Bleibt die beandere unerfreuliche Begleitliebte Gender-Frage: Beide
umstände des Raucherdaseins.
Geschlechter frönen der
Was aber tun mit dem unbotmäßigen Restfünftel starker Unart in gleichem Maße - gleichwohl fordern Frauen hefRaucher? Ginge es nach den 15% Anti-Raucher-Fundis, gä- tiger ein absolutes Rauchverbot und lehnen Männer umgebe es hier einen knackigen Strafkatalog, der von Abmahkehrt ein solches nachdrücklicher ab - wie so mancher andenungen, Bußgeld oder Putzdienst bis zu Klausurausschluss re Unterschied scheint auch dieser signifikant...
und Hausverbot reichte - für die große Mehrheit freilich zu
Insgesamt braucht uns um eine raucharme Zukunft aber
starker Tobak: sie gibt sich schon mit Raucherräumen zu- nicht bange zu sein - dank ungewöhnlicher Allianzen dürffrieden; dagegen haben auch Raucher wenig einzuwenden ten ein rußfreies Glasgewölbe, kippenarmes Foyer und niko(nur 15% Ablehnung). Ohnehin zeigen sich letztere recht
tinfreie Frischluft langfristig denn doch Realität werden.
konziliant - nur die Hälfte streitet eine Hauptschuld an der
Dr. Ullrich Laaser
leidigen Foye r - Verschmutzung ausdrücklich ab (47%);
Email: [email protected]
größere Kriegshandlungen sind in dieser Sache derzeit also
nicht zu befürchten. Überhaupt: eine Front tut sich nur auf
Dr. Ullrich Laaser erhob im SoSe 2001 mit Studierenden des
beim Ruf nach absolutem Rauchverbot (46% dafür, 41% Empirie-Kurses ein Meinungsbild der HWP-Studierenden
dagegen), die sich aber bei der Frage nach einem Campus- zum Problem des Rauchens; die Studie kann ggf. bei ihm
Rauchverbot wieder verflüchtigt: hier würde nur noch ein angefordert werden.
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Projekte und Tagung
Demokratie - wo und wie?
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HWP MAGAZIN1/2002
“Ein Jahrhundert des Autoritarismus ist keineswegs die
unwahrscheinlichste Prognose für das 21. Jahrhundert.”
Diese Aussage von Ralf Dahrendorf stand als warnendes
Motto über dem Kongress “Demokratie - wo und wie?”,
der vom 26. bis 28. Oktober mit rund 200 TeilnehmerInnen an der HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft
und Politik stattfand.
Der Kongress versuchte mit Vorträgen, in Arbeitsgruppen
und Diskussionsrunden zu diagnostizieren, “wo es überall
ein Noch-Nicht oder auch ein Nicht-Mehr an Demokratie
gibt”. In einem Thesenpapier zur Demokratiefrage hatten
die Veranstalter zur Demokratisierung aller Lebensbereiche
aufgerufen und einen weit gefassten Begriff von Demokratie zu Grunde gelegt: Demokratie erfordere “die Herstellung
Veranstalter waren die überparteiliche Bürgerinitiative für
Sozialismus, das Komitee für Grundrechte und Demokratie,
die Redaktionen der Zeitschriften “Ossietzky” und “Sozialismus” sowie die HWP-Professoren Werner Goldschmidt,
Norman Paech und Herbert Schui.
Das Thema des Kongresses, die Krise der Demokratie, hatte durch die Terroranschläge vom 11. September 2001 und
ihre Folgen zusätzlich an Aktualität gewonnen, wie HWPPräsidentin Dorothee Bittscheidt in ihrem Grußwort fest stellte. Sie äußerte sich kritisch zur Anti-Terror-Politik der
Bundesregierung, indem sie an die bleiernen Zeiten des
“deutschen Herbstes” Ende der 70er Jahre erinnerte. Unter
Beifall stellte sie fest: “Die aktuelle Gefährdung der Demokratie, so war es damals, geht vor allem von den Reaktionen
aus, die der Staat im Versuch der Abwehr dieses Terrorismus
praktiziert.”
Dieses Urteil wurde in den Kongress-Diskussionen vielfach bestätigt. Rolf Gössner (Bremen), Martin Kutscha
(Berlin), Ingo Müller (Hamburg), Elke Steven (Köln) lieferten in einer Arbeitsgruppe zum Sicherheitsstaat vielfältige
Belege für den demokratie-gefährdenden Ausbau des staatlichen Repressionsapparates. Eckart Krippendorf (Berlin)
begründete, warum Militär mit Demokratie und warum der
Einsatz von Militär mit demokratischer Außenpolitik unvereinbar seien. Bereits die bloße Existenz von Militär lasse
die Fantasie für nicht-militärische Lösungen oder Optionen
verkümmern.
von Gleichheit und Freiheit in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen, die Wirtschaft eingeschlossen”. Andernfalls
werde “das Gegenüber von Milliardären und Arbeitslosen,
von Überfluss und Hunger auf der Welt jede noch so beschränkte Demokratie irgendwann zerreißen.”
Wie beschränkt die Gestaltungsmacht von Parlamenten
ist, machte Wolf-Dieter Narr (Berlin) im Eröffnungsvortrag
unter dem Titel “ Warum fast nichts mehr zur Wahl steht”
deutlich. Er attestierte Parteien, Parlamenten und Regierungen politische Auszehrung und geißelte Regierungsapparate
als Privilegien-Verteilungsorgane, die allenfalls die Macht
der ohnehin Reichen und Mächtigen, der kapitalistischen
Ökonomie zumal, bestätigten. Narr rief dazu auf, durch außerparlamentarische Opposition erst einmal die Bedingungen dafür zu schaffen, dass politisch wieder mehr als nur unterschiedliche Personen zur Wahl stünden.
Joachim Bischoff (Hamburg) diagnostizierte in seinem
Vortrag über “autoritären Kapitalismus”, die Parteienverdrossenheit früherer Jahre habe sich zur Krise des ganzen
Systems politischer Repräsentanz ausgeweitet. Er stellte diese Krise in den Zusammenhang mit der Herrschaft der Finanzmärkte, dem Spezifikum der sogenannten Globalisierung: Die wirtschaftliche Basis der kapitalistischen Länder
sei labiler geworden. Gleichzeitig habe sich der Strukturwandel beschleunigt. Daraus resultierten in weiten Teilen
der Bevölkerung Verunsicherung, Fatalismus und Zukunftsangst. Gleichzeitig versuche die politische Klasse mit Sach-
Projekte und Tagung
z w a n g - Diskursen ihr Un vermögen zu kaschieren, den
Strukturwandel politisch zu gestalten.
Hans See (Frankfurt/M) skizzierte die westlichen politischen Systeme als “Demokratien der Reichen”, als “politische Speerspitzen” des Global-Kapitals. “Wirtschaftsdemokratie” sei der “Schlüsselbegriff” für politische Gegenstrategien.
Den demokratiefeindlichen Kern von Neoliberalismus
und dessen “siamesischem Zwilling Standortnationalismus”
arbeiteten Christoph Butterwegge (Köln) und Rolf Ptak
(Hamburg) heraus. Neoliberalismus reduziere Politik auf eine “Anpassungsleistung an die Dynamik der Märkte”, sagte
Ptak. Die legitimatorische Funktion von Demokratie werde
zwar beibehalten, gleichzeitig aber deren Entleerung betrieben. Armut und soziale Ungleichheit seien “nicht der Kollateralschaden des neoliberalen Projektes”, betonte Butterwege, “sondern dessen Kern”. Mit dem Abbau sozialer Sicherheit gehe deshalb der Aufbau des Repressionsapparates
einher.
Die Kongress-Beiträge werden Anfang 2002 vom Hamburger VSA-Verlag in dem Buch “Demokratie - wo und
wie?” veröffentlicht werden.
Rainer Butenschön
Email: [email protected]
10 Jahre Beitritt
der DDR zur BRD
Mit der Aufhebung der Grenzkontrollen zwischen der
Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und der
Bundesrepublik Deutschland begann vor zwölf Jahren das
Ende der DDR. Dieser Prozess fand in der Vereinigung
beider deutschen Staaten im Oktober 1990 einen ersten
formalen Abschluss. Mit dem “Untergang” der DDR endete auch der Versuch, ein “anderes” Deutschland zu schaffen, das sich als sozialistisch verstand und alternative Antworten zum kapitalistischen Weg der Bundesrepublik
Deutschland geben wollte. Die Schwierigkeiten eines solchen Entwicklungsweges sind immer wieder diskutiert
worden, das konkrete Scheitern der DDR kam aber eher
überraschend; und bis heute sind die Ursachen sicherlich
nicht zweifelsfrei benennbar. Und nicht auszuschließen ist,
dass diesen Fragen vielleicht auch nicht mehr weiter nachgegangen wird.
Übersicht über Arbeitsergebnisse zu ermöglichen. Die ihnen
zugrunde liegenden Arbeiten können freilich nur im Einzelfall eingesehen werden.
So sind als Sozialökonomische Texte zwei Bände - Nr. 89
und 90 - mit dem Projekttitel erschienen. Die darin enthaltenen Arbeiten stellen je weils eine kurze Zusammenfassung
der schriftlichen Arbeiten im Projekt dar.
Unsere Veröffentlichung besteht - wie der inhaltliche
Projektverlauf - aus zwei Teilen, daher wurden zwei Bände
vorgelegt. Der erste Band enthält Texte zu den “Ursachen
des Scheiterns der DDR”. Besonderes Augenmerk haben
wir dabei den wirtschaftlichen Ursachen des Scheiterns der
DDR, aber auch der Rolle der SED beim Zusammenbruch
sowie dem Stellenwert von Opposition und Widerstand
gewidmet.
Mustergültiger Modernisierungsprozess?
In diesem Zusammenhang ist bei Studierenden der HWP
die Idee entstanden, anlässlich der 10-jährigen Wiederkehr
des “Untergangs” der DDR zwei wichtigen Fragen einmal
nachzugehen. Was waren die Ursachen des Scheiterns der
DDR? Und: Kann der danach einsetzende Modernisierungsprozess in den fünf neuen Bundesländern als “mustergültig” bewertet werden?
Das Projekt mit dem offiziellen Titel: “10 Jahre Beitritt der
DDR zur BRD: Von einer gescheiterten Systemalternative
zur mustergültigen Modernisierung?” startete im Wintersemester 2000/01 und endete in diesem Wintersemester. Verantwortlich für die Durchführung waren als Mitglieder des
Lehrkörpers Dr. Rainer Volkmann und Dr. Siegfried Timpf.
16 Studierende mit den bisherigen Studienschwerpunkten
Volkswirtschaftslehre und Soziologie nahmen teil. Externe
Re f e renten ermöglichten mit ihren Referaten (u.a. zur
nationalen Frage aus Sicht der SED, zum Grundlagenvertrag zwischen BRD und DDR) zugleich hochschulöffentliche Veranstaltungen. Nach Ablauf des Projektes entstand
der Wunsch, einer interessierten Öffentlichkeit eine kurze
Der zweite Band, an dessen Erstellung sich nicht mehr alle
Projektteilnehmer beteiligen konnten, enthält Arbeiten zur
zweiten Projektfrage: “Kann der nach 1989 einsetzende
Modernisierungsprozess in den fünf neuen Bundesländern
als “mustergültig” bewertet werden?” Behandelt werden hier
neben dem Arbeitsmarktproblem nach der Wiedervereinigung die Währungsunion, die Rolle des Neoliberalismus im
ostdeutschen Transformationsprozess und Fragen der unzureichenden eigenständigen Entwicklung.
Natürlich wünschen wir uns, dass beide Bände zusammen
gelesen werden. Nur so wird der gesamte Umfang unserer
gemeinsamen Arbeit über drei Semester deutlich. Da an dieser Stelle nicht alle Themen genannt werden können, mag
die ebengenannte Themenauswahl weitere Neugier wecken
auf die beiden Bände.
Die beiden Bände sind kostenlos erhältlich bei Katja Wittenberg (Raum A 210, Email: Wi t t e n b e r g @ h w p - h a mburg.de)
Rainer Volkmann
[email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
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Studium
HWP bezahlt Studierenden
ihr Studium
Einer der Eckpfeiler der Reform des Universitätsstudiums
zu Beginn der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts, der bis
heute erhalten blieb, war die Einführung von Tutorien,
wie sie in anderen Ländern schon lange üblich sind. Ihre
Idee ist sehr einfach: Studierende älteren Semesters sind
oft sehr gut geeignet, Studierenden der jüngeren Semester
Materien zu vermitteln und vor allem parallel zu den Kursen der Dozierenden mit jüngeren Studierenden Lehrinhalte zu üben. Gleichzeitig sind die Tutorien für die Tutoren oder Tutorinnen eine ideale Möglichkeit, selbst zu lernen und das Unterrichten zu üben. Die HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik hat in den letzten Jahren eine Vielzahl von Tutorien eingeführt. Aber der
Charme einer Tätigkeit als Tutorin/Tutor scheint noch
nicht bei allen Studierenden bekannt zu sein - wir hatten
in den letzten Semestern häufiger Probleme, diese Stellen
zu besetzen.
Was macht diese Aufgabe so attraktiv? Einmal ist es die
Grunderfahrung, dass es keinen besseren Weg gibt, eine
Sache zu lernen und zu begreifen, als sie anderen Personen
beizubringen. Erst wenn ich anderen etwas beibringen will,
mache ich mir wirklich das “innere System” eines Gebiets
klar, merke aus den Rückfragen, wo die Probleme stecken.
Jeder kennt das aus dem Lernen und Arbeiten in Gruppen.
Zugleich kann ich als Tutorin/Tutor die eigenen didaktischen und pädagogischen Fähigkeiten üben; ich lerne, ein
Team/eine Gruppe anzuleiten und bei den Studierenden
Lernprozesse in Gang zu setzen. Alle Tutorien sind eng mit
Vorlesungen verbunden und werden durch Dozierende der
10
HWP MAGAZIN1/2002
HWP angeleitet. Fazit: Als Tutor oder Tutorin kann man
sowohl fachlich als auch pädagogisch-didaktisch viel lernen
und bekommt dafür gleichzeitig Geld von der HWP.
Wie hoch ist die Bezahlung als Tutor/Tutorin? Zur Zeit
werden für zwei Lehrveranstaltungsstunden im Semester ca.
1.100,— DM gezahlt. Viele Studierende haben Angst, dadurch sozialversicherungspflichtig zu werden. Das ist aber
nicht der Fall. Es ist völlig zulässig, dass die HWP die Tutorstellen als sog. kurzzeitige Beschäftigungen ausgestaltet.
Wenn im Voraus für ein Jahr feststeht, dass für den Arbeitgeber nur an 50 Tagen im Jahr gearbeitet wird, ist diese Tätigkeit eine kurzzeitige (und geringfügige) Beschäftigung,
die sozialversicherungsfrei ist. In drei Punkten sind die kurzzeitigen Beschäftigungen für die Arbeitnehmer günstiger als
die gewöhnlichen geringfügigen Beschäftigungen. 1. Bei
den kurzzeitigen Beschäftigungen muss der Arbeitgeber den
Pauschalbetrag für die Rentenversicherung nicht bezahlen.
2. Mehrere kurzzeitige Beschäftigungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern werden nicht zusammengezählt, es sei
denn, durch ihre Anhäufung ist man “berufsmäßig” tätig,
was in der Regel bei Studierenden, die nebenher arbeiten,
nicht der Fall sein dürfte. 3. Auch wer selbst einen versicherungspflichtigen Hauptjob hat, bleibt in einer nebenbei ausgeübten kurzzeitigen Beschäftigung versicherungsfrei. Allerdings ist das Einkommen aus einer solchen Beschäftigung
einkommens- und lohnsteuerpflichtig.
Tutorien gibt es in fast allen Lehrbereichen der HWP. Wir
setzen sie besonders intensiv in den Grundkursen aller vier
Schwerpunktfächer ein. Wer einmal ein Grundkurstutorium gegeben hat, ist im Basiswissen dieses Faches fit. Neuerdings gibt es auch Tutorien zu einigen Kursen im Hauptstudium, wie “Makroökonomie” und “Markttheorie” in VWL
und “Investitionen I und II” und “Finanzierung” in BWL.
Zusätzlich haben wir Tutorien für fast alle propädeutischen
Fächer (“Buchführung”, “Mathe I und II”, “Statistik I und
II”, “Grundlagen empirischer Methoden” etc.). Weiter interessant dürften auch die Tutorien in den wichtigsten EDVKursen sein (“Wirtschaftsinformatik I und II”, PC-Grundkurs, “Tabellenkalkulation I und II”, Kurse zu “SAP R/3”).
Neuerdings sind viele experimentelle Tutorien hinzugekommen. So gibt es ein Online-Tutorium für den Grundkurs VWL, ein Tutorium zur Einführung in das juristische
Datenbanksystem JURIS, für neue interaktive methodische
Kompetenzen bei den Juristen, für die Betreuung spezieller
Gruppen an der HWP etc. Hier könnten wir noch mehr
Initiativen gebrauchen.
Also aufpassen: Die Tutorien werden noch im Dezember
2001 bis zum 18. Januar 2002 für das Sommersemester
2002 ausgeschrieben (wenn Bewerber fehlen, geht es auch
noch kurz nach dem 18. 1.). Nehmen Sie die Chancen
wahr. Es lohnt sich.
Prof. Dr. Karl-Jürgen Bieback
Email: [email protected]
Studium
Was gut ist,
muss nicht teuer sein
Das Hochschulteam des Arbeitsamtes leistet an der HWP
gute Arbeit. Über die Kooperation zwischen HWP und
Arbeitsamt berichtet Erdmute Schmidt.
Es reicht. Alle Viertelstunde klopft es und ein weiterer
“Kandidat” öffnet meine Bürotür. “Haben Sie gleich noch
einen Moment Zeit für mich - es geht auch ganz schnell!”
Entschuldigend wende ich mich an meine irritierte Gesprächspartnerin und bitte den Studenten, sich draußen in
die Liste einzutragen. Zu jedem anderen freien Sp re c hstunden-Termin könne er gerne kommen, nur jetzt sei ich
gerade mitten in einem Beratungstermin und nicht zu sprechen, kläre ich ihn auf. Alltag in der Praxiskontaktstelle.
“Und das ist ja gerade das Spannende an der Arbeit mit
HWP-Studierenden. Ein Großteil hat bereits vielfältige und
bunte Berufserfahrung gesammelt. Daraus lässt sich etwas
machen - das macht auch uns Beratern viel Spaß.”, so Peter
Kruse vom Hochschulteam, der den Workshop leitet.
Nach der individuellen Präsentation sind alle Teilnehmer
aufgefordert, Ideen zu entwickeln, was der- oder diejenige
beruflich machen könnte. Methodisch wird also der Schuh
erstmal anders herum geschnürt: Alle zusammen überlegen
für Einen, wohin er passt. Der klassische Weg, sich primär
an Stellenanzeigen zu orientieren, wird so gegen den Strich
gebürstet.
Mut machen und Know-how vermitteln
Unterstützung musste her. Gemeinsam mit Vize Karl-Jürgen Bieback, dem die Praxisorientierung der Studierenden
ebenso wie mir ein wichtiges Anliegen ist, war eine Idee
schnell gefunden: das Hochschulteam des Arbeitsamtes
könnte man fragen. Deren Arbeit kostet uns nichts und die
dortigen Experten beraten schon an anderen Hamburger
Unis erfolgreich. Gesagt, getan.
Seit Sommersemester bietet das Hochschulteam nun direkt für Studierende der HWP in deren Räumen Veranstaltungen und Beratung an. Mit Workshops zur “Entwicklung
beruflicher Perspektiven an Hand biografischer Daten” und
zu “Präsentationstechniken”, einem Vortrag zu “schriftlichen Bewerbungen und Vorstellungsgespräch” und mit monatlich stattfindenden Sprechstunden kam ein Programm
zustande, das sich sehen lassen kann: Sämtliche Beratungstermine und Veranstaltungen waren sehr gut besucht.
Eine Studentin berichtet: “Ich habe viele neue Ideen und
Tipps von der Beraterin des Hochschulteams bekommen,
die mir in meiner Frage sehr geholfen und mir Mut gemacht
haben”. Andere erklären, sie hätten sich mit ihren Fragestellungen ernstgenommen gefühlt. Über konkrete Hinweise
für ihre berufliche Zielerreichung freut sich eine weitere
Studentin: “Ich würde auf alle Fälle erneut Beratung durch
das Hochschulteam in Anspruch nehmen”.
Weg von standardisierten Jobritualen
Einen ganz besonderen Weg geht das Hochschulteam mit
seinem Workshop “Entwicklung beruflicher Perspektiven an
Hand biografischer Daten”. Das Prinzip ist ebenso einfach
wie einleuchtend: Nur, wenn Arbeitssuchende wissen, was
sie wollen, so die These, können sie beruflich ihr Glück finden. Wie das gehen kann? Im Workshop berichtet jeder einzelne Teilnehmer von seinen bisherigen Berufswünschen
und Erfahrungen an Hand eines von ihm visualisierten
Lebenslaufs. Bei der Gestaltung der Vita sind der Fantasie
keine Grenzen gesetzt: mit Flipchart, farbigen Karten und
mitgebrachten Gegenständen wird gezeigt, was Mann oder
Frau schon alles gemacht hat.
Wo soll’s langgehen?
Was dabei an Vorschlägen und Ideen herauskommt, ist oft
überraschend: “Ich hätte nicht gedacht, dass mein bisheriges
Leben doch so deutlich in eine bestimmte Richtung weist”,
resümiert eine Studentin. Viele TeilnehmerInnen gehen mit
einem ganzen Korb voller konstruktiver Ideen nach Hause.
Oberstes Prinzip des Brainstormings ist: alles geht. Es wird
nicht zensiert, von vornherein abqualifiziert oder bewertet.
Dafür ist später - beim genaueren Hinsehen - noch genug
Zeit.
Klar ist, dass mit den Vorschlägen der Gruppe und der beiden Leiter nur ein Anfang gemacht ist. Es bleibt viel
Gedankenarbeit für zuhause übrig und die Aufgabe an jeden
Einzelnen, zu entscheiden, “welche Vorschläge will ich jetzt
genauer angucken?” und festzulegen, was er oder sie sich als
nächsten Schritt vornimmt.
Die Kooperation mit dem Hochschulteam wird auch jetzt,
im Wintersemester, fortgeführt. Weitere Infos gibt´s bei K.J. Bieback und im Veranstaltungskalender des Hochschulteams. Die Praxiskontaktstelle gibt es ab Januar nicht mehr.
Erdmute Schmidt
HWP MAGAZIN1/2002
11
Studium
Was ist eigentlich das
„Service Center“?
Nicht nur die HWP hat ihren Namen geändert, auch die
Abteilung für Studium und Prüfung hat einen neuen Namen. Mit dieser Änderung gehen viele andere Änderungen
einher. Die Abteilung nennt sich jetzt “Service-Center für
Studierende”. Dies umfasst die Bereiche Zulassung zum
Studium, das Akademische Auslandsamt, den Referenten
für Lehre, Studium, Prüfung und die vorherige Abteilung
für Studium und Prüfung, die jetzt “Ihr Team für Studium
und Prüfung” heißt. Diese Änderung ist mehr als eine bloße Namensänderung. Mit ihr gehen einige substanzielle
Änderungen einher.
Freitags ist der Bereich des Service-Centers konsequent geschlossen. Diese Maßnahme war zunächst ein Versuch festzustellen, ob die störungsfreie Arbeit am Freitag bei den
Kolleginnen in der Prüfungs- und Studierendenverwaltung
zu einem quantifizierbar höheren Arbeitsergebnis führt.
Diese Frage kann man eindeutig mit Ja beantworten. Bei geöffneten Türen kann ich es keinem Studenten verdenken,
dass er auch außerhalb der Sprechzeit mal eben gerade seine
Frage stellt. Dies führt aber gerade bei Konzentrationsarbeit
zu Frustration bei den Kolleginnen.
Terminvereinbarung per Mail oder Telefon
Notwendig wurde diese Maßnahme vor dem Hintergrund
der konsequenten Stelleneinsparungspolitik des Hamburgischen Senats, die auch nicht vor der HWP halt macht. Dazu
kommt die Entscheidungsfreudigkeit unseres Hochschulsenates, neue und veränderte Prüfungsordnungen zu beschließen oder gar neue Studiengänge und Abschlussmöglichkeiten einzurichten. Da alte und neue Prüfungsordnungen, je
nach Studienbeginn oder Zulassung zu einer Prüfungsphase
zeitgleich Gültigkeit besitzen, erhöht sich der Betreuungsaufwand beträchtlich. Damit wir den bislang erreichten
Standard an Dienstleistungen erhalten können, müssen die
Studierenden Einschnitte bei der Verfügbarkeit der Kolleg-
innen und Kollegen hinnehmen. Außerhalb der Sprechzeiten können Sie nach telefonischer Vereinbarung auch mit
uns sprechen, denn auch dies ist eine Neuerung, die wir ab
dem Jahr 2002 einführen möchten, da auch uns klar ist,
dass zu den HWP-Öffnungszeiten nicht jeder Studierende
in der Hochschule ist. Absprechen können Sie einen solchen
Termin natürlich per Mail oder telefonisch.
Eine zweite Änderung, die viele Studierende bewegt, ist
die Anmeldung zu Klausuren. Laut Prüfungsausschussbeschluss müssen Sie sich bereits im Wintersemester für einige vom Prüfungsausschuss festgelegte Kurse zur Prüfung anmelden. Dazu vorab zwei wichtige Informationen: Dies
kann nur umgesetzt werden, wenn Sie sich für die Prüfungen im CIP-Pool per Computer anmelden können. Sollte
dieses zum Wintersemester noch nicht möglich sein, wird
die Anmeldung zu diesen Kursen um ein Semester verschoben.
Wenn Sie sich zu einer dieser Prüfungen anmelden und
dann nicht an der Prüfung teilnehmen, so verlieren Sie keinen Prüfungsversuch. Es wurde zwar bei der Diskussion
über die Einführung von Prüfungsanmeldungen auch darüber diskutiert, aber die Einführung der Anmeldung zu Klausuren ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Prüfungsverwaltung letztendlich ein lange überfälliges Hilfsmittel bei der Verwaltung von ca. 18.000 Prüfungsleistungen pro Jahr mit einer ansteigenden Tendenz.
Neben dem Schwerpunktfach Rechtswissenschaft, in dem
es schon immer sogenannte Pflichtkurse gab, werden für alle
Studierende, die im Sommersemester zum Hauptstudium
zugelassen werden, im Schwerpunktfach Volkswirtschaftsl e h re die Kurse Ma rkttheorie und Ma k roökonomie zu
Pflichtkursen und im Schwerpunktfach Betriebswirtschaftslehre der Kurs Kostentheorie und Kostenrechnung zu einem
Pflichtschein. Außerdem müssen alle Studierenden, die im
Sommersemester 2002 zur zweiten Phase des Hauptstudiums, sprich zu den Prüfungen der weiteren Teilleistung
der Diplomprüfungen (zum 5. Semester) zugelassen werden, eine Entscheidung treffen, ob sie den Diplomabschluss
oder einen Bachelor-Abschluss erlangen möchten.
Neues Rückmeldeverfahren
Schließlich ist festzuhalten, dass wir ab dem kommenden
Semester ein verändertes und vereinfachtes Rückmeldeverfahren haben. Es ist zukünftig ausreichend, den Semesterbeitrag innerhalb der Rückmeldefrist zu überweisen und
später dann die Rückmeldeunterlagen abzuholen.
Sollte es zum bisher Beschriebenen Fragen geben, können
Sie sich während jeder Sprechzeit an uns wenden. Schließen
möchte ich in der Hoffnung, einige Fragen beantwortet zu
haben und mit der Befürchtung, ein paar Gedankengänge
für weitere Fragen angestoßen zu haben.
Dietmar Plum
Email: [email protected]
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HWP MAGAZIN1/2002
Studium
Erste Schritte mit dem
neuen HmbHG
Seit dem 28.07.2001 ist das neue HmbHG (Hamburger
Hochschulgesetz) in Kraft. Mit dem neuen Gesetz sind eine ganze Reihe an Neuerungen verbunden. Für das HWPMagazin erklärt Barbara Reimer die wichtigsten Änderungen zu den entscheidenden Stichworten und was sie für
die HWP bedeuten.
Zuallererst: Die wichtigste Erneuerung des neuen Gesetzes, die sich auf der Stelle bemerkbar gemacht hat, ist der
neue Name der HWP. Un s e re Hochschule heißt nun
“HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik”. Inzwischen ist das auf fast allen Briefköpfen und hausinternen Mitteilungen lesbar - hoffentlich kann bald auch
das “fast” gestrichen werden.
Großer Senat und Hochschulsenat,
Ausschüsse
Nach dem neuen HmbHG wird das Konzil durch den
Großen Senat ersetzt, der sich aus 12 ProfessorInnen, 12
St u d i e renden und je 6 Angehörigen des akademischen
Personals und des Technischen und Verwaltungspersonals
zusammensetzt. Die ProfessorInnen verfügen nicht mehr
über die absolute Mehrheit, gleichzeitig wird die Anzahl der
Sitze der Studierenden von 16 % auf 33 % erhöht. Die
Wahl des ersten Großen Senats und des Hochschulsenats,
der eine Teilgruppe des Großen Senats ist, ist für den Januar
vorgesehen, die Amtszeit beginnt am 01.04.02.
Hochschulleitung
Die Hochschulen werden nicht mehr nur von den PräsidentInnen, sondern von Präsidien geleitet, die aus den PräsidentInnen, 2 - 5 VizepräsidentInnen und einem Kanzler
oder einer Kanzlerin bestehen, die genaue Zusammensetzung wird in den Grundordnungen geregelt. Zwar hat die
HWP bereits ein Hochschulleitungsteam, das derzeit evaluiert wird und dessen Erprobungsphase im Herbst 2002
beendet ist, bis dahin muss eine Entscheidung über die
zukünftige Zusammensetzung der Leitung im Rahmen der
Grundordnung getroffen sein.
Grundordnung
Im kommenden Jahr hat die HWP - wie alle Hochschulen
in Hamburg - die wichtige Aufgabe der Entwicklung einer
Grundordnung, in der u.a. die Frage der Zusammensetzung
des Präsidiums und der zukünftigen Organisation unserer
Se l b s t ve rwaltung eine große Rolle spielen wird, da das
HmbHG nur noch die “zentrale Ebene” regelt.
Die früher gesetzlich geregelten Ausschüsse (Haushaltsund Planungsausschuss, LuSt-Ausschuss, Forschungsausschuss) sind ersatzlos gestrichen und von den Hochschulen
zu regeln, dasselbe gilt für die Aussage im früheren Gesetz,
dass an der HWP keine Fachbereiche gebildet werden und
der Hochschulsenat diese Aufgaben wahrnimmt.
Allerdings gelten unsere Satzungen, die diese Fragen teilweise bereits jetzt behandeln (Geschäftsordnung für den
Hochschulsenat, Satzung zur Erprobung einer neuen Leitungs- und Entscheidungsstruktur an der HWP), weiter, soweit sie dem neuen HmbHG nicht widersprechen.
Änderungen von Prüfungsordnungen und
anderen Satzungen
Satzungsänderungen müssen nicht mehr aufwändig von
der Behörde genehmigt werden, sie werden - nach dem Beschluss im Hochschulsenat - bzw. (bei Prüfungsordnungen)
nach der Genehmigung durch die Hochschulleitung - direkt
an den “Amtlichen Anzeiger” zur Veröffentlichung weitergeleitet, die in der Regel sehr zügig erfolgt.
Berufungsverfahren
Für Berufungsverfahren, deren
Au s s c h reibungsfrist nach In Kraft-Treten des HmbHG ende te, ist die Habilitation nicht
mehr Einstellungsvoraussetzung
für eine Professur, gefragt ist eine
wissenschaftliche Leistung, die
natürlich weiterhin in einer für
die Stelle einschlägigen Habilitation bestehen kann.
Die doppelte Mehrheit ist abgeschafft - das heißt, dass bei der
Entscheidung über eine Be rufungsliste die Hochschulsenatsmehrheit ausreicht; die zusätzliche Pro f e s s o renmehrheit ist
nicht mehr erforderlich.
Eine Vielzahl von Regelungen,
die bisher im HmbHG bzw. in
Verordnungen und Verwaltungsanordnungen der BWF enthalten waren, wird zukünftig
durch hochschuleigene Satzungen geregelt werden müssen
wie z.B. die Erhebung von Gebühren und die Stellung der
Lehrbeauftragten.
Barbara Reimer
Email: [email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
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Studium
Der halbe Student
Torsten studiert seit April 1999 an der HWP. Neben dem
Studium arbeitet er im Schichtdienst. Er nutzt so die
Möglichkeit zum Teilzeitstudium an der HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Außerdem will
er anderen Studieninteressierten Mut machen, die Aufnahmeprüfung zu absolvieren. Seine liegt allerdings schon etwas zurück.
Torsten ist Te i l zeitstudent. Das heißt, er arbeitet im
Schichtdienst 35 Stunden im Amt für Strom- und Hafenbau und besucht außerhalb der Arbeitszeiten die Vorlesungen. Damit ist die finanzielle Frage geregelt und Torsten
kann den Kontakt zu seinem Beruf aufrecht halten. “Ohne
die Möglichkeit des Teilzeitstudiums hätte ich schließlich
wohl doch nicht studiert. Das hätte ich mir nicht leisten
können”, erzählt er über seinen Entscheidungsprozess.
Gut Ding will Weile haben: 11 Jahre warten
Mehr als ein Jahrzehnt vorher: Torsten hatte eine Lehre
zum Maschinenschlosser bei Blohm und Voss und die Bundeswehr hinter sich gebracht. In der Abendschule wollte er
Ende der 80er Jahre seinen Realschulabschluss nachholen.
Dort erfuhr er von der Möglichkeit, an der HWP ohne Abitur zu studieren: “Ich war schon immer an Politik und Geschichte interessiert. Außerdem war ich gewerkschaftlich
aktiv. Da passte das HWP-Studium.” Als er sich September
1988 zur Aufnahmeprüfung anmeldete, hatte er keine
Zweifel, dass er diese auch bestehen würde. Dies geschah
dann auch. Rückblickend meint Torsten: “Den mathematischen Teil hatte ich mir schwieriger vorgestellt. Dagegen war
ich auf den mündlichen Teil, das Kurzreferat, nicht ausreichend eingestellt. Das hat mein Gesamtergebnis nach unten
gezogen, so dass ich nicht sofort einen Studienplatz erhalten
hätte.” Der heute 38-Jährige wartete dann aus persönlichen
und finanziellen Gründen insgesamt fast 11 Jahre, bis er
schließlich im April 1999 mit dem Studium begann.
14
HWP MAGAZIN1/2002
Zum Studienbeginn war Torsten “total neugierig”. Wichtige und gute Informationen erhielt er in der von Studierenden selbst gestalteten Orientierungswoche: “In den Tagen
haben wir die HWP und den Unibetrieb im Allgemeinen
sehr gut kennengelernt. Das ist schon etwas anderes als
Schule.” Während der ersten beiden Semester war der Interdisziplinäre Grundkurs, bei dem die Studierenden an das
wissenschaftliche Arbeiten herangeführt werden, entscheidend für den guten Einstieg in das ungewohnte Lernumfeld. “Wir hatten einen guten Dozenten, der uns mit seiner
ruhigen Art wieder an das Lernen herangeführt hat.”
Gute Abstimmung notwendig
Torsten hat von Anfang an Unterstützung von seinem Arbeitgeber erhalten - eine Notwendigkeit, wenn ein Teilzeitstudium gut funktionieren soll: “Ich unterrichte meinen
Chef regelmäßig über meinen Leistungsstand. Von Anfang
an war klar, dass ich nach dem Studienabschluss weiter im
Betrieb tätig sein will.” Am schönsten wäre es für ihn, wenn
sich nach dem ersten Studienabschnitt der Sozialökonomische Studiengang mit einer gehobeneren Position bei seinem Arbeitgeber, z. B. als Controller oder Betriebsleiter, verbinden ließe.
Und privat? Der gebürtiger Hamburger ist verheiratet. Zu
Beginn des Studiums wussten beide Ehepartner nicht, was
sie erwarten würde. Nach “anfänglichen Auseinandersetzungen” steht nun aber auch die Partnerin hinter seinem Vorhaben.
Anja Muskat
Studentin der HWP
Studierende der HWP und das Öffentlichkeitsreferat haben
weitere Erfahrungsberichte und detaillierte Informationen zur
Aufnahmeprüfung für Studierende ohne Abitur oder Fachhochschulreife zusammengestellt. Weitere Erfahrungsberichte
sind herzlich willkommen. Informationen zur Aufnahme prüfung: Joachim Frädrich, Raum A 107, Tel.: 040 / 42838
- 2189, Email: [email protected]
Studium
Wie erklär’ ich’s meiner Familie?
Ganz anders als bei Torsten ist die Biografie von Marina
Saisaler verlaufen - aber nicht weniger spannend. Mit ihrer
Familie ist Marina 1994 aus Bischkek (früher Frunse) in
Kirgistan nach Deutschland gekommen. Seitdem hat die
Spätaussiedlerin nicht nur ihr Abitur nachgemacht, sondern auch ihr erstes Diplom nach fünf Semestern Studium
in der Tasche. Das HWP-Magazin stellt die BWLerin und
ihren außergewöhnlichen Lebenslauf nun ausführlich vor.
“Das entscheidende Kriterium für das HWP-Studium
war, dass man hier schnell studieren kann”, sagt Marina
Saisaler und fährt fort: “Ich bin schon 27. In Russland ist es
so: Mit 21 hat man fertig studiert und mit 23 bekommt
man Kinder. Also bin ich schon relativ alt.” Das Studium
sollte also schnell abgeschlossen werden. Das ist Marina nun
gelungen. Am 2. Oktober 2001 ist ihr der Grad einer
Diplom-Betriebswirtin verliehen worden.
HWP-Pluspunkt: Internationalität
Der Weg dahin war allerdings nicht so einfach. Nach der
Schule in Bischkek hat sie in verschiedenen Aushilfsjobs unter anderem als Briefträgerin - gearbeitet. Nach ihrer Ankunft in Deutschland hat sie in Hamburg einen Sprachkurs
bei der Otto Bennecke Stiftung absolviert, danach das Abitur in Göttingen in zwei Jahren nachgemacht. Anschließend
hat sie sich in Oldenburg und an der HWP beworben. Ursprünglich wollte sie Wirtschaftsinformatik studieren und
gleichzeitig nahe bei ihrer Mutter bleiben, die in Oldenburg
wohnt. Aber schließlich entschied sie sich doch für die
HWP - schließlich ist das auch nicht so weit weg von Oldenburg.
Diesen Entschluss hat Marina bis heute nicht bereut.
“Das Studium an der HWP gefällt mir grade wegen der vielen Ausländer so gut. Ich selbst fühle mich so auch weniger
als Ausländer. Die Internationalität an der HWP ist ein ganz
großer Pluspunkt”. Ihre hervorragenden Deutschkenntnisse
erklärt sie sich mit der Tatsache, “dass hier niemand Russisch mit mir spricht - auch Ausländer nicht - ich bin also
gezwungen Deutsch zu reden. Das hat meinen Deutschkenntnissen nur gut getan.”
Hoher Praxisbezug
Geholfen hat ihr der Abiturkurs in Göttingen. Dadurch
“habe ich mir gute allgemeine Kenntnisse über Deutschland
aneignen können. Die Propädeutika am Anfang des Studiums sind mir deswegen auch nicht besonders schwer gefallen.” So konnte sie ihr Studium dann ein Semester abkürzen, um für den zweiten Studienabschnitt noch in das “Data-Warehouse” Projekt von Prof. Dr. Brosius einsteigen zu
können. “Was mich daran fasziniert, ist der hohe Praxisbezug vom Pflichtenheft bis zur Implementierung. Außerdem kann ich später bei Bewerbungen dann auf Praxiserfahrung verweisen.” Ihr beruflicher Traum wäre denn
auch IT-Managerin oder Projektleiterin. Dabei hofft sie
allerdings darauf, daß sich die Wirtschaftslage in diesem
Bereich wieder verbessert. Für das Projekt will sich Marina
jetzt etwas mehr Zeit nehmen - auch um noch einige Kurse
belegen zu können, die sie persönlich interessieren und die
“später enorm wichtig werden können, wie zum Beispiel
Wirtschafts- und Arbeitsrecht”.
Als ob die ganze Arbeit für das Studium aber noch nicht
genug wäre, arbeitet die BWLerin nebenbei noch im BackOffice Bereich eines Ticketverkaufs. “Zehn Stunden die
Woche schafft man locker nebenbei zu arbeiten”, meint sie
und lächelt. Nur ganz zum Schluss, als sie ihre Diplomarbeit
über Controlling in Unternehmen geschrieben hat, konnte
sie im Semester vorher nicht mehr arbeiten, da sie ja ein Semester überspringen wollte und deshalb mehr Kurse abschließen musste.
Familie hat jetzt Priorität
Zurück nach Russland zu gehen wäre “für eine begrenzte
Zeit eine große Herausforderung”, doch erst hat ihre Familie Priorität, schließlich hat sie im August erst geheiratet.
“Zur Zeit überlege ich, wie ich alles, was ich gelernt habe,
übersetze, damit ich es meinen in Russland verbliebenen Familienangehörigen erklären kann.”
Christian Hild
Email: [email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
15
Internationales
Vom Koch zum
Kommunikationstrainer
Es ist schon zwölf Jahre her, seit Egon
Trapp die Entscheidung traf, sich für
ein Studium an der HWP zu bewerben: „Nach meiner ersten fünfjährigen
beruflichen Ka r ri e re stellte ich fest,
dass ich einen Abschluss brauchte um
weiter zu kommen.“ Heute ist Egon
selbst Do zent. Als Ma rketing und
Kommunikationstrainer schult er MitarbeiterInnen großer Unternehmen im
In- und Ausland für den Verkauf und
in Fragen des Verkaufstrainings und
der Ku n d e n o ri e n t i e rung. Sein We g
dahin war bunt, doch es zog sich stets
ein roter Faden hindurch: Der Mut,
eine neue Jacke anzuziehen, wenn die
alte nicht mehr passte.
Egon wurde 1950 in Geesthacht bei Hamburg geboren.
Nach seinem Hauptschulabschluss machte er eine Ausbildung zum Koch. Zwei Jahre London, gastronomisches
Wie läuft die Aufnahmeprüfung ab?
Die vier schriftlichen Prüfungen und die mündliche Prüfung finden an
drei Tagen statt. Zwischen der schriftlichen und der mündlichen Prüfung haben sie einen oder zwei prüfungsfreie Tage.
Schriftlicher Teil: Am Montag und Dienstag der Aufnahmeprüfungswoche finden jeweils zwei schriftliche Prüfungen statt. Für die drei TextKlausuren haben Sie jeweils drei Stunden und 15 Minuten Zeit, für die
Klausur zur Allgemeinbildung zwei Stunden.
Sie schreiben jeweils eine Klausur zu den folgenden Aufgabenstellungen:
1. Erfassung und systematische Wiedergabe des wesentlichen Inhalts
eines mündlichen Vortrages
2. Erfassung und systematische Wiedergabe des wesentlichen Inhalts
eines schriftlich vorliegenden Textes
3. Kritische Analyse eines schriftlich vorliegenden Textes
4. Fragen zur Allgemeinbildung
Mündlicher Teil: Die mündliche Prüfung ist eine Einzelprüfung und
dauert ca. dreißig Minuten. Zu Beginn hält die BewerberIn einen
Vortrag über ein selbstgewähltes, aktuelles Thema aus den Bereichen
Wirtschaft, Politik oder Gesellschaft, der zehn Minuten nicht überschreiten soll. Sie oder er kann sich vor der Prüfung Stichworte aufzeichnen und diese beim Vortrag verwenden. Danach wird die Prüfungskommission mit dem Prüfling Fragen zu dem Vortrag und anderen
Problemstellungen der drei Wissensgebiete erörtern.
In allen Prüfungsteilen wird gleichzeitig festgestellt, ob die BewerberInnen über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und mathematische
Zusammenhänge zu erkennen können.
Anmeldeschluss für die Aufnahmeprüfung ist jeweils der 15. Januar und
der 15. September. Weitere Informationen zur Aufnahmeprüfung bei
Christian Hild, Email: [email protected]
Management in der Hamburger Künstlerszene und ein
Jahr Paris folgten. „Mit 25 arbeitete ich wieder als Koch
in Hamburg, aber immer wenn alle anderen frei hatten,
stand ich in der Küche. Das passte mir überhaupt
nicht.“ Es folgte die nächste Station seines Berufslebens:
Nach einer zweiten jetzt kaufmännischen Lehre stieg er
in einem Unternehmen schnell zu Verkaufsleiter für die
nördliche Bundesrepublik auf. Dort beschäftigte er sich
erstmals mit Marketing, Vertrieb und Absatzstrategien.
In Hamburg schließlich betrieb er schließlich vier Jahre
lang ein Einzelhandelsgeschäft im Food-Bereich.
Im dritten Kapitel wartete die HWP auf. „Ich war mit
meiner beruflichen Situation nicht mehr zufrieden. Über
eine Freundin, die an der HWP studierte, erfuhr ich von
der Möglichkeit ohne Abitur zu studieren.“ Also besuchte Egon bei einem ehemaligen HWPler einen Wochenendkompaktkurs, um sich auf die Aufnahmeprüfung
vorzubereiten. Dort erfuhr er alles wesentliche über das
Prüfungsprozedere und schloss sich mit vier anderen
Prüflingen zu einer Lerngruppe zusammen, die über das
gesamte Studium weiter bestand. So vorbereitet brachte
er angstfrei und ohne Probleme die Aufnahmeprüfung
hinter sich: „Wir wollten alle das Gleiche: zunächst die
Aufnahmeprüfung, dann das Studium schaffen. Darin
konnten wir uns gegenseitig unterstützen.“
Mit Ende 30 kein Exot
An der HWP war Egon mit Ende 30 kein Exot. Das
Durchschnittsalter der Studierenden an der HWP lag
damals bei knapp 30 heute liegt es bei den Erstsemestern
bei 28 Jahren. Über 90 Prozent der Studierenden haben
vor dem Studium bereits gearbeitet. Entsprechend werden auch die Bereiche besonders intensiv gelehrt, die
den Berufserfahrenen unter Umständen fehlen. „Mathe
fand ich am Anfang ziemlich schwierig. Da hatte ich
Defizite. Aber nach dem Grundstudium war es damit
vorbei.“
Die Frage, ob er es bereut, erst mit Ende 30 das Studium
aufgenommen zu haben, verneint Egon Trapp: „Mein
Werdegang hat sich so entwickelt. Ich habe immer weitergelernt und tue es heute noch.“ Neben seiner Tätigkeit
als selbständiger Dozent bildet er sich auch nach dem
Studium ständig weiter, um sich mit dem Markt zu entwickeln.
Ab und an trifft sich Egon mit seiner ehemaligen Lerngruppe auf ein Bier. Da sitzen dann die heutige Leiterin
des BWL-Bereiches der Volkshochschule der Hamburger
Volkshochschule, eine Bereichsleiterin „Telefonmarketing“, ein freiberuflicher Übersetzer und ein Unternehmensberater im Bereich Logistik mit ihm zusammen am
Tisch.
Anja Muskat
Studentin der HWP
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HWP MAGAZIN1/2002
Internationales
Im Reich der goldenen Mitte
Der erste Eindruck bei der Ankunft in Schanghai: Welch
eine beeindruckende, einfallsreiche, aufwendige Hochhaus-Architektur. Was in Schanghai in den letzten vier
Jahren aufgebaut wurde, braucht den Vergleich mit Städten wie Hongkong oder New Yo rk nicht zu scheuen.
Schanghai ist in vieler Hinsicht ähnlich - nur schöner.
Hier scheint Wohlstand zu herrschen, auch in den hervorragend ausgestatteten Universitäten. Von seiner Reise nach
Schanghai berichtet Prof. Dr. Bodo Abel.
Vor meiner Reise nach Schanghai habe ich chinesische
Studierende unseres Masterprogramms International Business Administration (MIBA) nach den am stärksten empfundenen Unterschieden zwischen Chinesen und Deutschen gefragt. Ein Unterschied sei, so wurde mir gesagt, dass
Deutsche immer extrem seien in ihrer Befürwortung oder
Ablehnung, die Chinesen dagegen zunächst die goldene
Mitte suchen. Ein Aspekt, der auch in dem hervorragenden
China-Buch von Lin Yutang “Mein Land, mein Volk” bereits 1935 als zentrales Wesensmerkmal des chinesischen
Denkens herausgestellt wurde. Die stetige Suche nach der
goldenen Mitte in Form eines Ausgleichs der Gegensätze.
Gibt es Armut in Schanghai, frage ich meinen Gesprächspartner Hongying Li. Die Frage wird verneint. Das durchschnittliche Einkommen und Wohnverhältnisse, in Quadratmetern bemessen, sind für deutsche Verhältnisse unzumutbar niedrig. Hongying Li, der in Deutschland studiert
hat, räumt ein, materiell sind die Menschen in China allgemein, aber auch in Schanghai viel ärmer als in Deutschland.
Er beharrt aber darauf, vergleicht man die Zufriedenheit
sind sie viel reicher. Die goldene Mitte zwischen “glücklich”
und “unglücklich” bedeutet hier offensichtlich “zufrieden”.
Die Menschen, die ich treffe, sind weltoffen, kommunikativ und ansteckend in ihrer guten Laune. Ich war seit Jahren
nicht mehr in einer derartigen Menge fröhlicher Menschen.
Qi Qi, eine chinesische HWP-Studierende hat mir weitere Tipps und ein Rätsel mit auf den Weg gegeben. “Ampeln
haben in Schanghai nicht so große Macht wie in Deutschland, genauso wie alle Ordnungen. Manche Deutschen können ohne Ordnung nicht leben. Aber Chinesen leiden auf
der einen Seite unter der Unordnung, auf der anderen Seite
genießen Chinesen sie auch. Sie macht den Menschen flexibler, lebendiger, schlauer. Sie macht die Sachen komplexer
und interessanter. Man hat individuellen Spielraum. Aber
wenn Sie solche Unordnung gut verstehen können, haben
Sie die chinesische Ordnung schon gefunden. Seien Sie
nicht verwirrt.”
In der Tat, der Verkehr ist zunächst verwirrend. Es herrscht
ein entspanntes Chaos, niemand besteht auf seinem Recht.
Wenn ein Auto einem vor die Füße fährt, obwohl man ja
schließlich grün hat, stört das niemanden. Man ist wachsam, aber nicht rechthaberisch. Wer zuerst einen Platz
besetzt, hat das Recht dazu und alle anderen suchen sich
einen anderen Platz und gliedern sich in den laufenden
Fluss ein, ohne ihn allzusehr aufzuhalten. Der Straßenverkehr ist ein Abbild des chinesischen Lebens und der chi-
nesischen Entwicklung. In der jetzigen Situation kann man
in China außerordentlich viel erreichen, wenn man initiativ
ist.
Ziel meines Aufenthalts in Schanghai war es, Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit führenden chinesischen
Universitäten zu eruieren. Ich habe mit Vertretern führender
Universitäten in China gesprochen, und zwar der East
China University of Science and Technology, der TongjiUniversität, der East China Normal University, des Shanghai Institute of International Finance, der Zhejiang University of Technology in Hangzhou und außerdem einen
Vortrag an der Fudan
University gehalten.
An allen Universitäten spürte ich eine
g roße Be g e i s t e ru n g
für Deutschland, den
Wunsch in Deutschland zu studieren und
den Wunsch mit der
HWP zu kooperieren. Man ist interess i e rt, mit der HWP
zusammen ein gemeinsames internationales MBA-Programm für chinesische Studenten anzubieten. Ferner besteht
In t e resse an Ku r s e n
von HWP-Dozenten
für chinesische St udierende und Manager oder an einer
Sommer-Universität
an der HWP. An einigen wenigen Un iversitäten könnten HWP-Studierende in einem englischsprachigen Bachelor- oder Masterprogramm studieren. Die
Verwirklichung der Optionen ist in China zwar mit den
Ministerien und mit der Partei abzustimmen, darin wird
aber kein Problem gesehen. Die Suche nach der goldenen
Mitte bedeutet hier, zwischen “das ist gegen die Vorschrift,
geht nicht” und “es geht” zu forschen. Hier heißt die goldene Mitte “es geht - nur ein wenig anders”. Von einer
“Wi n - Wi n - Si t u a t i o n e n” glaubt Regina Huang von der
angesehenen East China University of Science and Technology angesichts der genannten Optionen sprechen zu können. Ich stimme zu, denn die HWP könnte hiermit ihre
internationale Kompetenz und ihr internationales Image
nachhaltig stärken.
Prof. Dr. Bodo Abel
Email: [email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
17
Internationales
Halsschmerzen bei der UNO
Im Rahmen Ihres Masterprogramms (MIBA) war Carola
Helwig vier Monate lang bei der UN-ESCAP (United
Nations - Economic and Social Commission for Asia and
the Pacific) in Bangkok, Thailand. Dass das Praktikum nicht
nur wegen der Arbeit lohnend war, geht aus ihrem Bericht
für das HWP- Magazin her vor.
Jeder Morgen fängt eigentlich gleich an - nämlich mit
Halsschmerzen! Auch nach über zwei Monaten in Bangkok,
um hier mein Praktikum bei den Vereinten Nationen zu
absolvieren, kann ich mich immer noch nicht an diese
Klimaanlagen gewöhnen! Wenn ich sie über Nacht ausmache, dann wärmt sich mein Zimmer zu schnell auf und
wenn ich sie dann wieder anmache, ist zwar die Temperatur
recht angenehm, aber die Luft ist einfach zu trocken.
In der Regel beruhigt sich mein Hals auf dem Weg zur
Arbeit. Mein Fußweg führt mich durch die schwül-heiße
Stadt, vorbei an stinkenden Autos, laut knatternden Motorrädern und viel zu vielen Menschen.
Zwischen Mikrowelle, Computer und
Strickjacke
Wenn ich dann leicht durchgeschwitzt im Büro ankomme,
folgen meine ersten Handgriffe: Computer an, Wasser für
den Tee in die Mikrowelle und dann die Strickjacke anziehen (wieder mal die Klimaanlage). Nachdem es ständig auf
meinen Nacken gezogen hat, habe ich zwar inzwischen
erfolgreich die beiden Hauptbelüftungsöffnungen der Anlage in einer Nacht- und Nebelaktion bzw. nach Feierabend
erfolgreich zugeklebt, aber im ganzen Büro ist es nun mal
wesentlich kälter als draußen.
Bei meiner ersten Tasse lese ich meine ganzen E-mails, bei
meiner zweiten Tasse dann deutsche Zeitungen via Internet.
Dann kommt auch schon die sogenannte “Coffee-Lady”,
die mit ihrem Frühstückswagen durch die Büros fährt.
Neben den ganzen exotischen Obstsalaten, hat sie vor allem
eine große Auswahl an gefüllten, weichen Brötchen im
Angebot. Man kann so zwischen Tago (einer süßlichen, lilafarbenden Knolle, die an Kartoffelbrei erinnert) oder roten
Bohnen wählen, die etwas nach Marzipan schmecken oder
man entscheidet sich für die zuckersüße, gelbliche Maiscreme. Und wenn dann so ein frisch duftendes Brötchen
auch nur noch 25 Pfennige kostet, dann kann man sich einfach nicht beherrschen.
Gut essen (und arbeiten) bei der UNO
Gut gefrühstückt, fange ich dann den Tag an. Seit einigen
Wochen nun bin ich mit Recherchen im Internet beschäftigt. Ich bin dabei herauszufinden, welchen wirtschaftlichen
Stellenwert der Tourismus in den verschiedenen Ländern
Asiens hat. Auf den Malediven z.B. ist der Tourismus mit
80% am wirtschaftlichen Einkommen beteiligt. In anderen
Ländern hingegen spielt er kaum eine Rolle. Ich lese also
eine ganze Menge, um heraus zu bekommen, ob die gefundenen Informationen relevant sind. Jetzt bin ich gerade dabei, aufgrund meiner gefundenen Informationen einen zusammenfassenden Bericht über jedes Land in Asien und im
Pazifik zu schreiben. Es macht schon Spaß, man lernt viel
über die einzelnen Länder und es ist einfach interessant. Mit
meinen ersten Länderzusammenfassungen - inklusive Statistiken und Quellennachweisen - war mein Chef auch recht
zufrieden.
Mittags gehe ich meistens mit irgendeiner der Kolleginnen
oder Praktikantinnen in die Kantine zum Essen, wo es
sowohl thailändische als auch europäische Mahlzeiten gibt.
Da hier im UNO-Gebäude das Wasser in einer hausinternen Wasseranlage gechlort wird, ist das hier auch der einzige Ort in Bangkok, wo ich mich bedenkenlos am Salatbuffet bediene - auch dem Fleisch kann man trauen. Ansonsten ist das Essen sehr abwechslungsreich
und immer lecker. Ich genieße das Essen hier, vor
allem das Gemüse, dazu gibt es entweder Reis oder
Nudeln mit Sojasoße und zum Nachtisch gibt es
oft Obst. Mit Vorliebe esse ich Roseapple. Die kleinen hellgrünen wachsähnlichen Früchte erinnern
an Birnen und schmecken wie eine Mischung aus
Melone und Gurken - sehr erfrischend.
Am Nachmittag passiert dann eigentlich nichts
mehr Aufregendes. Ich beschäftige mich neben
meiner eigentlichen Aufgabe noch mit den
Recherchen für meine Diplomarbeit und dann fallen hier um Punkt 15:45h die Bleistifte! Hier macht
echt keiner mehr, als er muss. Und während alle
pünktlich das Büro verlassen, bleibe ich oft noch
länger, beantworte in aller Ruhe meine E-mails und
schreibe aufregende Erlebnisberichte, bevor ich
shoppen gehe und mir das internationale Flair in
Bangkok um die Nase wehen lasse.
Carola Helwig
Email: [email protected]
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HWP MAGAZIN1/2002
GdFF
Party mit Protest
Da saßen wir nun, ehemalige Studierende und Förderer
der HWP, seit Jahrzehnten mit unserer ehemaligen Hochschule eng verbunden - trotz räumlicher, zeitlicher und
manchmal auch inhaltlicher Distanz. Diese Nähe äußert
sich gelegentlich in der Werbung neuer Studenten, manchmal in konstruktiver Kritik und diesmal in einer Zuwendung für das neue Glasdach. Am 16. November wollte die
HWP die Spenderinnen und Spender ehren. Doch dann:
lautes Topfgeklapper und für diese feierliche Stunde einfach zu lautes, “ungebührliches” Protestgeschrei - wie unpassend!
Was ist dagegen einzuwenden, dass Ehemalige etwas von
dem, was sie einmal in ideeller Form von der Hochschule
erhalten haben, nun materiell zurückgeben? Zumal das damals Empfangene - nämlich u.a. Bildung - oft prägend und
häufig entscheidend war für den späteren Lebensweg. Und
was ist dagegen einzuwenden, dass die Hochschule sich dafür bedankt?
Richtig: Nichts! Darum ging es den Protestierenden auch
nicht. Es ging um die politische Richtung der Hansestadt
und um die Mittelausstattung der Wissenschaft.
Ablehnung der Hamburger Politik
Als der neue Hamburger Senator für Bildung und Wissenschaft, Jörg Dräger, die Bühne betrat, hagelte es Protest. Wie
bei solchen Anlässen üblich, war nicht die Privatperson Dräger, sondern der oberste Dienstherr der Hochschule, also
der Präses der Wissenschaftsbehörde, eingeladen. Die Einladung selbst wurde übrigens lange vor den Wahlen ausgesprochen.
Trotzdem sollte von der Person des Amtsinhabers, von seiner politischen Haltung und von der Couleur seiner Senatskollegen nicht abstrahiert werden - auch nicht bei einer
scheinbar so unpolitischen Feier anlässlich eines neuen
Daches.
Denn eines ist doch klar: Auch wenn der Bock gerade keinen Hunger hat, muss man ihn trotzdem nicht “heute mal”
als Gärtner akzeptieren. Und dass die derzeitige, neue Hamburger Regierung zum Widerspruch geradezu herausfordert,
bedarf keiner weiteren Erklärung.
Kritik an Wissenschaftsbudgets
Ein weiteres, wohl “ewig” aktuelles Thema spiegelte sich
ebenfalls im Protest: nämlich die Frage der Mittelausstattung der Fachdisziplinen, besonders der Sozial- und Geisteswissenschaften. Deren Nutzen lässt sich nicht unmittelbar
in Heller und Pfennig messen, meist bilden diese Fachbereiche einen höheren Anteil gesellschaftskritischer Menschen aus oder verfolgen (wie die HWP) einen eher egalitären denn elitären Ansatz. Eine Bildungseinrichtung, die
von der Gesellschaft mit ausreichend finanziellen Mitteln
versorgt wird (gerne mit kritischem Blick), ist auf privates
Wohlwollen nicht angewiesen.
HWP unpolitisch? Undenkbar!
Ob die Form solcher Aktionen adäquat ist, darüber lässt
sich streiten. Den Anderen nicht zu Wort kommen zu lassen aber ist undemokratisch und indiskutabel.
Mit einem Protest der Studierenden hätte gerechnet werden müssen. Gerade an der traditionell politisch aktiven
HWP. Wir Ehemaligen sind auch auf diesen Aspekt unserer
Hochschule stolz. Im Gegenteil: Ohne studentische Aktion
in dieser Situation wäre die Frage berechtigt gewesen, wie es
denn um die geistige und politische Vitalität an der HWP
bestellt ist.
Fête weniger gut besucht
Nach den geschilderten Un m u t s ä u ß e rungen fiel die
abendliche gemeinsame Party der HWP und GdFF entsprechend aus: Im Vergleich zum Vorjahr waren statt 600 Gästen gerade mal 300 zusammengekommen.
Die Anwesenden ließen sich den Spaß jedoch nicht nehmen: Getanzt wurde bis in die frühen Morgenstunden, und
auch der Hot-Dog-Wagen, die Crêperie und der Brezelverkäufer waren zufrieden. Selbstverständlich wurde die
Diskussion des Nachmittags fortgeführt, und die Nichtoder Nicht-Mehr-Hamburger hatten viele Fragen zur aktuellen politischen Situation der Hansestadt.
Networking erwünscht!
Die Studierenden der HWP waren leider nur schwach
unter den Party-Gästen vertreten. Vielleicht hat sich einfach
noch nicht genug herumgesprochen, dass die GdFF-Mitglieder gern als Gesprächspartner und Informationslieferanten zur Verfügung stehen. Ob es nun um Studium, Auslandsaufenthalte oder um die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit nach der HWP geht: Wir haben das alles
auch schon erlebt. Warum also nicht zur Information aus
erster Hand greifen?
Dabei wollen wir der Fachberatung innerhalb der Universität keineswegs Konkurrenz machen - wie auch? Vielmehr soll diese um subjektive Erfahrungsberichte ergänzt
werden. Beim lockeren “Tresengespräch” erfährt man vielleicht etwas über ein interessantes Unternehmen oder erhält
einen Tipp für eine Praktikumsbewerbung.
Fazit: Als Studierende wären wir dabei gewesen - beim
Protestieren UND beim Feiern! Die nächste Fête findet
2002 anlässlich der 50-Jahr-Feier der GdFF statt, der
Termin wird noch bekannt gegeben.
Andrea Klerman, Roland Wiegmann
für die GdFF
HWP MAGAZIN1/2002
19
Weiterbildung
Kreativität, Lernen, Erfolg Weiterbildung zum Anfassen
En d j a h re s t rubel im Institut für Weiterbildung an der
HWP e.V.! Gleich dreimal präsentierte sich das Institut
im November und De zember 2001 erf o l g reich in der
Öffentlichkeit. Der Kontaktstudiengang Medienmanagement wurde am 8. und 9. November auf der MULTIMEDIX vorgestellt. Zeitgleich zeigte das Institut für Weiterbildung seine Weiterbildungsangebote beim “Volkshochschultag 2001”, der unter dem Motto “Zukunft braucht
Lernen” stand. Am “Tag der Weiterbildung”, der kurz darauf stattfand, präsentierte das Institut sich und seine Angebote in einem mehrstündigen Programm. Fazit: Volles
Haus und reges Interesse bei den Besuchern. Ein Rückblick...
Neue Medien noch immer ein Thema!
Im Museum der Arbeit fand die MULTIMEDIX, ein
Forum für Aus- und Weiterbildung im Bereich der Neuen
Medien, statt. 3000 Besucher zeigten, dass immer noch ein
starkes Interesse daran besteht, im Bereich der neuen Medien zu arbeiten. Hierbei ist besonders die Qualifizierung
auf hohem Niveau unverzichtbar - darin sind sich Veranstalter und Aussteller einig gewesen. Ein derartiges Angebot
stellte das Institut für Weiterbildung mit dem Kontaktstudiengang Medienmanagement vor. An zwei Tagen konnten so viele Beratungsgespräche mit In t e ressenten und
Bildungsanbietern am Messestand geführt werden.
Heike Klopsch, Susanne Nöbbe
Email: [email protected]
Email: Nö[email protected]
Tag der Weiterbildung
Mit viel Erfolg führte das Institut für Weiterbildung an
der HWP e.V. am ersten Adventswochenende zum zweiten
Mal den Tag der Weiterbildung durch. Trotz vorweihnachtlichem Trubel fanden rund 200 Weiterbildungs-Interessierte
am 2. Dezember den Weg in das frisch umgestaltete Foyer
der HWP - Hamburger Universität für Wirtschaft und
Politik.
In ausführlichen Informationsveranstaltungen wurden die
berufsbegleitenden Kontaktstudiengänge “Sozial- und Gesundheitsmanagement”, “Kultur- und Bild u n g s m a n a g e m e n t” sowie “Medienmanagement” vorgestellt. Darüber hinaus wurden Vorträge über
die Möglichkeiten der “Op e n Space-Konferenz” sowie das “Qualitätsmanagement in Non-ProfitBereichen” gehalten. Personen aus
dem Me d i e n b e reich, die den
Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, konnten sich in dem
Workshop “Vom kreativen Chaos
zur professionellen Agentur” ProfiTipps holen.
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HWP MAGAZIN1/2002
Weiterbildung
Ausgezeichnet
Schon seit langer Zeit wird sie empfohlen, die Modularisierung von Weiterbildungsangeboten. Auch schon seit
über 10 Jahren ist immer wieder zu lesen, dass die Hochschulen die wissenschaftliche Weiterbildung als dritte
Kernaufgabe neben dem Studium als Erstausbildung und
der Forschung annehmen. Seit über 2 Jahren arbeitet der
Arbeitsstab Forum Bildung in der Geschäftsstelle der
Bu n d - L ä n d e r - Kommission für Bildungsplanung und
Forschungsförderung daran, Empfehlungen des Forums
Bildung zu erstellen, die als Leitlinien für den gesamten
Bildungsbereich in der Bundesrepublik Deutschland dienen sollen. Anfang Januar 2002 wurden diese Empfehlungen nun auf einem Abschlusskongress in Berlin vorgestellt,
auf dem Bundespräsident Johannes Rau eine Grundsatzrede hielt. Ergänzt werden diese Empfehlungen durch innovative Beispiele - zu denen die Weiterbildung der HWP
gehört.
Was lange währt...
Es war im Sommer 2000, als die damalige Hamburger Senatorin für Wissenschaft und Forschung an die Hochschulen herantrat, vom Forum Bildung berichtete und um sogenannte “best practice” Beispiele bat. Die HWP schlug ihre
Weiterbildung mit den Baukastenangebotssystemen vor
und die Senatorin übernahm dieses Beispiel als Hamburger
Beitrag für die wissenschaftliche Weiterbildung.
Ein Jahr lang hörten wir nichts mehr, dann kam Ende Juli
2001 eine Einladung an das Institut für Weiterbildung an
der HWP, an einer Projektmesse im Rahmen des Abschlusskongresses des Forum Bildung teilzunehmen, um seine Arbeit dort zu präsentieren.
Dieser Abschlusskongress und die Messe fielen dann aufgrund der Ereignisse des 11. September aus.
Ausgewählt
Die Empfehlungen
Am 8. November 2001 wurde das Institut für Weiterbildung erneut vom Arbeitsstab Forum Bildung angeschrieben und für den 9. Januar 2002 erneut zu Kongress und
Messe eingeladen - und nicht nur das. Es hieß in der Einladung weiter: “Die Empfehlungen des Forum Bildung sollen durch innovative Beispiele aus der pädagogischen Praxis
von Kindertageseinrichtungen bis zur Weiterbildung im Ergebnisband illustriert werden. Wir haben das von Ihnen vertretene Projekt Berufsbegleitende Kontaktstudiengänge im
Baukastensystem hierfür ausgewählt”.
Mit dieser Auswahl werden Kontaktstudienangebote der
HWP ausgezeichnet, die es seit 1989 gibt: die berufsbegleitenden Studiengänge Kultur- und Bildungsmanagement
sowie Sozial- und Gesundheitsmanagement. Beide Angebote sind seit 1994 modularisiert und werden als Bausteine
im Baukastensystem angeboten. Und bis heute ist es keiner
anderen Universität gelungen, ähnliche Studienangebote in
der Differenziertheit anzubieten, wie wir es tun.
Für die Weiterbildung empfiehlt das Forum Bildung übrigens, “die Einführung einer Modularisierung, verbunden
mit einer sinnvollen Vereinheitlichung von Modulen und
Modulprüfungen”, für die Hochschulen speziell den konsequenten “Ausbau der wissenschaftlichen Weiterbildung als
dritte Aufgabe der Hochschulen neben Erstausbildung und
Studium, u.a. durch Modularisierung von Studium und
wissenschaftlicher Weiterbildung ...”.
Weiteres und Detaillierteres zum Forum Bildung ist zu
erfahren unter www.forumbildung.de, zu dem Abschlusskongress und den Empfehlungen unter www.forumbildung.de/Abschlusskongress und zu den ausgezeichneten Beispielen unter www.forumbildung.de/datenbankdergutenbeispiele.
Peter Wismann
[email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
21
AStA
Krieg nach innen!
Warum?
Am zweiten Tag der studentischen Hochschultage zu
Krieg und Verschärfungen der Inneren Sicherheit als Reaktion auf die Terroranschläge in New York und Washington
beschäftigten sich die TeilnehmerInnen verstärkt mit den
Veränderungen und Kontinuitäten bezüglich der Inneren
Sicherheit. Dokumentiert wird hier ein Auszug aus dem
Inputreferat der VeranstalterInnengruppe.
Unter dem Vorwand auf die Terroranschläge in New York
und Washington vom 11.9.2001 zu reagieren, wurden und
werden derzeit vielfältige Maßnahmen der sogenannten
Inneren Sicherheit in der Bundesrepublik und anderen
Staaten umgesetzt, die davor zwar schon angedacht, aber auf
keinen Fall durchsetzbar gewesen wären. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise der Datenschutz, die
Genfer Konventionen und andere grundlegende Bürgerund Persönlichkeitsrechte ausgehebelt. Innenminister Schily
hat mittlerweile zwei sogenannte Sicherheitspakete als Vorschläge in den Bundestag eingebracht. Deren Inhalt lässt
sich nicht mehr als Schutz der Menschen oder als Ursachen-
22
HWP MAGAZIN1/2002
bekämpfung von Terrorismus bezeichnen, sondern als gnadenloser Ausbau des Überwachungsstaates...
Im Rahmen der Anti-Terrorpakete sollen die Kompetenzen von Militär und Geheimdiensten erweitert und die
Möglichkeiten zur Überwachung der Bürger ausgebaut werden. Beispiele dafür sind: Der Gebäudeschutz durch die
Bundeswehr und die Überwachung immer größerer Bereiche durch schlecht ausgebildete Angestellte priva t e r
Sicherheitsdienste (z.B. Bahnhöfe, Geschäftsstraßen und
Flughäfen). Weitere Beispiele sind der Fingerabdruck im
Pass, für AusländerInnen gar der aller zehn Finger, die Erweiterung der Überwachungen durch den Ve rf a s s u n g sschutz, die Rasterfahndung, die Intensivierung des Internetund Telefonabhörens, die Etablierung der Schleierfahndung
in größerem Maße, die Vernetzung sämtlicher Daten aus
den unterschiedlichen Sektionen der Polizei und der Geheimdienste. Nach Ansicht von Experten aus allen politischen Spektren wird auf diese Weise kein Terroranschlag zu
verhindern sein. Diese Maßnahmen dienen demzufolge also
lediglich der Ansammlung von Daten der für die Behörden
relevanten Personen und der Kontrolle etwaiger sich entwickelnder Opposition oder aufkommenden Widerstands. Personen, die nicht
dem entsprechend agieren oder sich auch nur
kontrovers äußern, werden diskriminiert oder
kriminalisiert. Das Bedürfnis nach Sicherheit
in Bezug auf Geborgenheit oder Solidarität, im
wirklichen Sinne des Wortes, findet in diesen
Konzepten keinen Platz.
Die perfideste Absicht Schilys ist jedoch,
AusländerInnen ohne Beweise, nur wegen des
Verdachtes, einer Terrororganisation anzugehören, ohne Verfahren abschieben zu können.
Auch in Länder, in denen die Todesstrafe oder
Folter auf sie wartet. Die Genfer Konventionen würden so faktisch außer Kraft gesetzt.
Menschliches Leben erscheint in diesem Zusammenhang relativ wertlos. Schily befindet
sich mit dem Anliegen, Deutschlands Grenzen
endgültig nur “erwünschten” oder benutzbaren AusländerInnen zu öffnen, bei Edmund
Stoiber und Sozialdarwinismus propagierenden Rechtspopulisten wie Jörg Haider oder
Ronald Schill in “bester” Gesellschaft. Marktkonformität und Profitmaximierung ist das
dem zugrunde liegende Konzept. Elitenbildung zu befördern heißt aber auch immer, viele Menschen (die Masse) auszuschließen. Partikularinteressen auf Kosten anderer Menschen
durchzusetzen, wie es in Schilys Konzepten
angestrebt wird, können wir aber eher als Gaunerei bezeichnen, denn als große Leistung.
AStA
Die Maßnahme der Inneren Sicherheit, die sich für Studierende am direktesten spürbar auswirkt, ist die Rasterfahndung. Von fast allen Hochschulen in Deutschland sind
mittlerweile erhebliche Datensätze an die Behörden übergeben worden. ... In mehreren Bundesländern wurden als
Folge der Rasterfahndung willkürlich Wohnungen arabischer Studenten durchsucht, die in keiner Weise etwas mit
einer Terrororganisation zu tun haben. Mittlerweile gibt es
mehrere StudentInnen und Asten, die sich gegen dieses
Verfahren durch eine Klage wehren. Auch der AStA der
HWP hat erste Schritte unternommen, um einer derartigen
Willkür entgegenzuwirken und den Verbleib der Daten zu
recherchieren.
Martin Dolzer
für den AStA der HWP
Email: [email protected]
Studentische Hilfskräfte:
Kein offizielles Personal
In diesem Bericht über die Tarifvertragsinitiative (TVI) ist
von den studentischen Hilfskräften die Rede, die aus dem
Sachmitteletat bezahlt werden, die im HmbHG keine
eigene Personalkategorie darstellen und die über keine Interessenvertretung verfügen, da sie im Hamburger Personalvertretungsgesetz ausdrücklich ausgeschlossen werden.
Aber ohne diese “Personalgruppe” könnte die Universität
in vielen Bereichen ihren Betrieb nicht aufrechterhalten.
Die Personalgruppe der studentischen Hilfskräfte stellt für
die Universität den Idealtypus einer ausbeutbaren Arbeitnehmerin dar: Abhängig, ohne Interessenvertretung, flexibel
und in der näheren Umgebung leicht erreichbar. Und das
Ganze für 15,68 DM die Stunde.
Die Leistungen der studentischen Hilfskräfte reichen von
einfacher Verwaltungsarbeit bis zu anspruchsvollen Dienstleistungen im EDV-Bereich, von der Literaturrecherche bis
zur Produktion multimedialen Lehr- und Lernmaterials,
von der Betreuung studentischer Arbeitsgruppen bis zur
Organisation von Exkursionen. Kaum eine Bi b l i o t h e k
könnte ihre Öffnungszeiten ohne die Mitarbeit von studentischen Hilfskräften aufrechterhalten. Computer-Pools und
die EDV-Betreuung der Verwaltung würden ohne studentische Hilfskräfte zusammenbrechen.
Die soziale Lage der Studierenden hat sich seit Einführung
des BAföGs fast kontinuierlich verschlechtert. Fast zwei
Drittel der Studierenden arbeiten neben dem Studium.
Studiennahe Jobs sind oft besonders begehrt, da sie Wege
s p a ren, Einblicke gew ä h ren und auch eine zusätzliche
Qualifikation bieten.
Für studentische Hilfskräfte sind die Arbeitgeberinnen
nicht selten die eigenen Hochschullehrerinnen und -lehrer,
von denen sie auch benotet und geprüft werden oder mit
denen sie eingedenk der vorherrschenden scheindemokratischen Kräfteverhältnisse in den akademischen Gremien an
einem Tisch sitzen und sich gelegentlich auch über denselben ziehen lassen (aktuelles Beispiel: Verkürzung der Klausurzeiten). Daraus kann eine besondere Abhängigkeit entstehen, die es häufig verhindert, sich gegen überzogene
Arbeitsanforderungen oder schlechte Arbeitsbedingungen
zu wehren.
Um die Unterdeckung im Personalhaushalt auszugleichen,
ist die Versuchung sehr groß geworden, Einsparungen im
Personalhaushalt durch Freihalten von Stellen und Ersatz
der Arbeit durch studentische Hilfskräfte zu erreichen.
Die Vertragsbedingungen sind äußerst schlecht. Dauer
und Umfang der Tätigkeit sind nur selten langfristig planbar. Urlaubsansprüche und Krankheitsregelungen werden in
den meisten Fällen nicht berücksichtigt. Die Interessenvertretung der studentischen Beschäftigten durch die örtlichen Personalräte wird im Hamburger Personalvertretungsgesetz ausgeschlossen. Durch die bestehende allgemeine
In t e re s s e n ve rt retung aller St u d i e renden (AStA) ist eine
gezielte Arbeitnehmerinnenvertretung nicht ersetzbar.
Die Hamburger Tarifinitiative studentischer Beschäftigter
(TVI) hat auf der Grundlage einer Analyse der Beschäftigungsverhältnisse einen Forderungskatalog erstellt, der mit
Unterstützung der Gewerkschaften in einen Tarifvertrag
münden soll. Der anvisierte Tarifvertrag soll Regelungen
über die Bezahlung der Arbeit, über Mindestbeschäftigungsdauer, Kündigungsfristen, Urlaubsregelungen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Zuschläge für angeordnete
Arbeit in der Nacht und an Wochenenden, Anrechnung von
Vor- und Nachbereitungszeiten für Unterrichtstätigkeiten,
fachliche, methodische und didaktische Fortbildung enthalten. Die Frage der Personalvertretung muss aber durch den
Arbeitgeber, also die Freie und Hansestadt Hamburg, geregelt werden.
Da nicht davon auszugehen ist, dass ein Tarifvertrag ohne
deutlichen Druck von uns Studierenden auf breiter Basis
zustandekommen wird, ist es sehr wichtig, dass die studentische Initiative unter allen (auch potentiellen) studentischen Hilfskräften bekannt und von ihnen unterstützt wird.
Wir bitten deshalb alle Leserinnen und Leser, studentischen
Hilfskräften, die euch/ihnen in eurer/ihrer näheren Umgebung bekannt sind, von diesem Artikel zu berichten und
anzuregen, mit uns als Teil der Initiative Verbindung aufzunehmen.
Alexandra Grimm
für den AStA der HWP
E-mail: [email protected]
HWP MAGAZIN1/2002
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Kurz und Bündig
Kurz und Bündig
Studiengang MBA / Entrepreneurship
Die großen Erfolge des Projektes “Entrepreneurship” im 2.
Studiengang führten zu dem Entschluss, ab dem Sommersemester 2003 einen Studiengang MBA / Entrepreneurship
an der HWP anzubieten.
Die Zulassungsvoraussetzung ist der Abschluss des sechssemestrigen Studiums oder eines Äquivalents laut Studienordnung in Verbindung mit den erfolgreich abgeschlossenen
Kursen: Bilanzen, Kostentheorie und -rechnung, Marketing
I, (alternativ: Markttheorie oder Mikroökonomie), Investition 1, Finanzierung 1, sowie Grundlagen des Zivilrechts
(Vertrags- undd Deliktrecht).
Im Zentrum des MBA / Entrepreneurship steht mit 16
SWS das Lehrprojekt, in dem (Gründungs-) Unternehmenskonzepte entwickelt und auf den Prüfstand gestellt
werden. Hierbei werden konkrete Fälle sowohl aus den klassischen als auch aus den neuen Branchen analysiert. Die
Wahlpflichtkombination “Finanzierung” oder “Marketing”
mit 6 SWS bietet darüber hinaus den TeilnehmerInnen die
Möglichkeit, einen individuellen Schwerpunkt zu wählen.
Veröffentlichungen
Im Frühjahr 2002 wird der VSA-Verlag die Beiträge zu der
Vortragsreihe an der HWP zu den Ereignissen des 11. September veröffentlichen. Der Titel wird lauten: Zukunft des
Terrorismus und des Friedens. Menschenrechte - Gewalt Offene Gesellschaft. Das Buch wird 11,70 EURO kosten.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das Öffentlichkeitsreferat.
Unter dem Titel “The European Integration Process - a
Historical and Comparative Institutional Analysis” hat
Angelina Topan ein Buch veröffentlicht. Darin wird der
europäische Integrationsprozess aus einer historischen und
einer vergleichenden Perspektive analysiert. Die europäische
Integration wird nach Regeln geformt, die gleichzeitig auch
Auslöser für weitere Integrationsschritte sind. Das Buch
führt sowohl gelungene Integrationsbemühungen als auch
g e s c h e i t e rte Versuche an. Die Analyse beginnt mit der
EGKS und endet mit der EU. Das Buch ist 2001 im LITVerlag erschienen.
Wolfgang Röhr hat ein Buch unter dem Titel “Herfried
Münklers Herausforderung an die hegemonische Denkweise des Politischen” herausgegeben. Dokumentiert sind
darin Diskussionsbeiträge einer Veranstaltungsreihe des
HWP-Schwerpunktes “Ökologie - Politische Prozesse” im
Jahr 1998 und Beiträge, die eigens für diese Publikation verfasst wurden. Das Buch ist 2001 im ad fontes verlag erschienen und kostet 29 Mark.
renden in Aussicht gestellt. Damit ist das Auslandssemester
der deutschen Studierenden im Masterstudiengang Europastudien gesichert.
Mitgliedschaften
Peter Timmann ist für weitere zwei Jahre bis 2003 Gutachter in der DAAD-Auswahlkommission für auslandsorientierte Studiengänge. Außerdem ist er Mitglied in der AGFörderprogramme, die den DAAD bei der Weiterentwicklung von Programmen berät, und Mitglied im Programmbeirat für die Alfred Töpfer-Stipendien.
Ebenfalls um zwei Jahre wurde die Mitgliedschaft im Edi torial Committee der European Association for International Education (EAIE) verlängert.
Forschungspreis
Für seine Dissertation “Controlling orientierte Kostenund Leistungsrechnung für ein New Public Management.
Anforderungen, Konzepte und internationale Erfahrung am
Beispiel von Kommunalverwaltungen” hat Klaus Buchholtz
den ersten Preis des Deutschen Instituts für Urbanistik
(Difu) gewonnen.
Personalien
Neu an der HWP sind: Sabine Hübner im Akademischen
Auslandsamt als fremdsprachige Angestellte, Claus Czygan
ist seit dem 1.9. abgeordnet zum SAP-Projekt, Denis Holtkamp ist seit dem 1.11. Mitarbeiter im Cip-Pool, Margrit
Contius als Verwaltungsangestellte im Projekt “Zeiten und
Qualität der Stadt”.
Die HWP haben verlassen: Prof. Dr. Hermann Josef Tebroke ist zum 15.11.01 einem Ruf an die Uni Ba y re u t h
gefolgt, Erdmute Schmidt geht ab dem 1.1.02 in den Mutterschutz und scheidet zum 15.3.02 aus dem Dienst aus.
Prof. Dr. Peter Saß hat die HWP nicht verlassen – wie im
letzten HWP Magazin fälschlicherweise bekanntgegeben –,
sondern ist weiterhin freiwilliges Mitglied im Lehrkörper
der HWP.
Neuer Vorsitzende des LBF
Der Vorsitz im Leistungsbereich Forschung, wissenschaftlicher Nachwuchs und Wissenstransfer hat gewe c h s e l t .
Neuer Vorsitzender ist Prof. Dr. Harry Friebel. Er hat das
Amt von Prof. Dr. Ulrich Mückenberger übernommen.
Spende für den Nothilfefonds
Von der Weihnachtsfeier sind noch 290 Mark übriggeblieben. Das Geld bekommt der Nothilfefonds für Studierende
der HWP.
Internationales
Wolfgang Voegeli führt derzeit Verhandlungen mit den
Universitäten Birmingham, Bradford und Liverpool John
Moores, um eine Kooperation im Rahmen des Masterstudiengangs Europastudien zu vereinbaren. Alle drei Universitäten haben bereits eine Aufnahme von HWP-Studie-
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HWP MAGAZIN1/2002
Termine
Die Ab s c h l u s s veranstaltung zu den Ereignissen des
11. September ist am 31. Januar 2002 15.00 - 17.00 Uhr,
Großer Hörsaal: “Innere Sicherheit und offene Gesellschaft” mit: Prof. Dr. Fritz Sack, Universität Hamburg.