Geld im Wandel der Zeit

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Geld im Wandel der Zeit
Geld
Geld im Wandel der Zeit
Geld im Wandel der Zeit
Money through the ages
Vorw
Vorwort: Geld im Wandel der Zeit
wort
Preface: Money through the ages
Mit Geld haben wir täglich zu tun. Ohne Geld würde unser
heutiges Wirtschaftssystem nicht funktionieren.
Money is an important part of our everyday lives. Without it,
today’s economic system would fall apart.
Geld hat eine lange Geschichte. Es hat parallel zu wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen vielfach seine Form
verändert, wie die nachfolgenden Objekte aus dem Geldmuseum der Deutschen Bundesbank zeigen.
Money has a long history. It has taken many different forms,
changing in parallel with economic and technical
developments – as can be seen from the Money Museum
exhibits shown in this booklet.
Mit dem Begriff Geld verbinden viele vor allem Banknoten
und Münzen. Doch wir wickeln nur einen Teil der Zahlungsvorgänge mit Bargeld ab. Eine wichtige Rolle spielt daneben
das unsichtbare Geld, das bei Banken auf Konten verbucht ist
und durch Scheck, Überweisung oder Bankkarte bewegt wird.
Obwohl wir dieses stofflose Geld nicht anfassen können,
lassen sich damit Waren und Dienstleistungen bezahlen oder
Schulden tilgen.
Many people tend to associate the word “money” with
banknotes and coins. However, only some of our transactions
are actually made in cash. The role played by the “invisible
money” held in bank accounts and moved around using
cheques, transfers and bank cards is also very important.
Although we cannot touch this “virtual” money, we can still
use it to buy goods and services and pay off debts.
Das Geldwesen funktioniert nur, wenn die Gesellschaft dem
umlaufenden Geld Vertrauen entgegenbringt. Das wird sie nur
dann tun, wenn das Geld wertbeständig ist. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Zentralbank das Geld im Verhältnis zur umlaufenden Gütermenge knapp hält. Entscheidend ist
heute nicht mehr der Materialwert des Geldes, wie das früher
etwa bei Gold- oder Silbermünzen der Fall war, sondern allein
seine Kaufkraft.
A monetary system cannot function unless society places its
confidence in the money in circulation, and this can only
happen if the value of money remains stable. One key
precondition for achieving this is for the central bank to keep
money in short supply in relation to the volume of goods in
circulation. Today, the crucial factor is not the material value
of money, as it was in the past for gold and silver coins, but
simply what it can buy.
Lebendiges Geld
Living money
Das lateinische Wort für Vieh lautet „pecus“.
Davon leitet sich in der Sprache der alten
Römer der Begriff „pecunia“ für Geld ab.
Vieh wurde in frühen Kulturen häufig auch
als Geld genutzt. Es diente dabei allerdings
vor allem als Wertmaßstab und Recheneinheit, also als ein Gut, an dem der Wert
eines anderen Gutes bemessen wird. Zum
unmittelbaren Tauschen waren Rinder
sicherlich wenig geeignet.
Im Laufe der Geschichte haben sich
deshalb andere Geldformen, wie etwa
Münzen, als Zahlungsmittel durchgesetzt.
Symbolisch für das „tierische“ Geld steht
am Eingang des Geldmuseums ein nachgebildetes Rind.
The Latin word for a head of cattle is
“pecus”; this is the origin of the Latin term
“pecunia“, meaning “money”. In ancient
cultures, cattle were often used as a means
of payment. However, they were mainly
used as a measure of value or an
arithmetical unit – a good against which
the comparative value of another good
could be measured. Cows would certainly
not have been very suitable as objects of
direct exchange.
For this reason, other means of payment,
such as coins, became more widely
accepted in the course of time. The
life-size model of a cow at the entrance of
the Money Museum symbolises this use of
animals as a form of money.
pecus
Eulen aus Athen
Owls from Athens
Die ältesten Münzen stammen aus dem östlichen
Mittelmeerraum und lassen sich in die Mitte des
7. Jahrhunderts vor Christus datieren. Damals
wurden Metallklümpchen mit einer Prägung
versehen und als Zahlungsmittel eingesetzt. Die
Idee von genormten und geprägten Münzen
verbreitete sich schnell. Die frühen Münzen zeigen Symbole aus Natur und Mythologie, später
folgten Herrscherporträts.
Weit verbreitet waren Silbermünzen aus Athen.
Sie zeigen auf der einen Seite einen Athenakopf
und auf der anderen Seite eine Eule. Die Griechen sind dieser Tradition treu geblieben und
bilden auf ihrer heutigen Ein-Euro-Münze eine
Eule ab.
The oldest coins come from the Eastern
Mediterranean and date back to the middle of
the seventh century BC. At that time, pieces of
metal would be embossed and then used as a
form of payment. The idea of using standardised
embossed coins spread rapidly. The early coins
bore symbols inspired by the natural world and
mythology; later came portraits of leaders.
Silver coins from Athens were distributed very
widely. They show a portrait of Athena on one
side and an image of an owl on the other. The
Greeks have kept this tradition alive to this day
– their one euro coins still bear the image of an
owl.
E
Eulen
Schne
Mit Schnecken bezahlen
Paying in shells
Lange vor dem Gebrauch von Münzen haben
Menschen getauscht und gehandelt. Um den
Handel zu erleichtern, nutzte man Güter wie
zum Beispiel Felle, Salz, Perlen oder Stoffe als
„Zwischentauschware“ oder „Warengeld“.
People were trading and exchanging goods long
before coins were invented. To make trading
more simple, they used items such as furs, salt,
pearls or fabrics as “exchange goods” or
“commodity money”.
Zu den am weitesten verbreiteten Zahlungsmitteln gehörten die Kaurischnecken. In Asien,
Afrika und Ozeanien waren sie sehr beliebt. Sie
wurden zum Teil sogar in Stein, Ton, Bronze oder
Silber nachgeahmt. Einzeln oder zu Ketten aufgereiht, fanden Kauris in einigen Regionen bis ins
20. Jahrhundert als Zahlungsmittel Verwendung.
One of the most widespread means of payment
was the cowrie shell, which was very popular in
Asia, Africa and Oceania. Replicas would even
be made in stone, clay, bronze or silver. In some
regions, the practice of paying in cowrie shells
– either individually or threaded onto a chain –
persisted into the 20th century.
Die Verwendung von Warengeld ist weder auf
eine bestimmte Epoche noch auf einen Kulturkreis beschränkt.
The use of commodity money is not restricted to
a certain era or cultural area.
ecken
Brutu
Atte
Eine mörderische Prägung
Murderous messages
„Brutus … ließ auf die von ihm geprägten Münzen sein Bildnis setzen, wie auch eine Kappe und
zwei Dolche. Durch Bild und Inschrift tat er kund,
dass er, zusammen mit Cassius, das Vaterland
befreit hatte.“ Das Ereignis, auf das der römische
Geschichtsschreiber Cassius Dio hier hinwies,
war das Attentat auf Caesar am 15. März 44 vor
Christus, das von Brutus und anderen Verschwörern begangen wurde.
Diese Begebenheit illustriert, dass Münzen immer
auch ein Kommunikationsmittel waren. Sie
liefen im ganzen Land um und konnten damit
Botschaften und Informationen verbreiten, zum
Beispiel wie der Landesherr aussah oder welche
Frisur die Kaiserin trug.
“Brutus stamped upon the coins which were
being minted his own likeness and a cap and
two daggers, indicating by this and by the
inscription that he and Cassius had liberated the
fatherland.” The event described here by Roman
historian Cassius Dio was the murder of Caesar
on 15 March 44 BC, which was perpetrated by a
group of conspirators led by Brutus.
This is a good example of how coins have always
had an additional function as a means of
communication. They would circulate
throughout a country and could therefore be
used to pass on messages and information, such
as what the ruler of the country looked like or
how the empress was styling her hair.
us
entat
Gewo
„Verwendet richtige Waagen …
“Ye shall have just balances …
… ein Schekel soll bei euch zwanzig Gera entsprechen …“ heißt es schon im Alten Testament.
Bereits in frühen Münzbezeichnungen wie Schekel, Stater oder Litra sind Bezüge zu Waagen und
Gewichten erkennbar.
… and the shekel shall be twenty gerahs …”
This quote comes from the Old Testament. Even
the early names for coins, such as shekel, stater
and litra, clearly reflect the relationship between
money, weights and scales.
Bis in das 19. Jahrhundert hinein waren Münzwaagen im täglichen Geldverkehr unentbehrlich,
da Münzen aus Edelmetall nach Gewicht und
Feingehalt gehandelt wurden. Es galt zu prüfen,
ob eine Münze das festgesetzte Gewicht und
den vorgeschriebenen Feingehalt und damit den
Kaufwert besaß, den ihr Äußeres versprach.
Coin scales formed an essential part of
day-to-day transactions until the 19th century,
as coins made from precious metals were traded
according to their weight and metal standard. It
was important to check whether the weight and
standard – and thus also the value – of each coin
were really as good as they outwardly seemed.
“My dear friend, these scales will show you most
accurately where the heaviest money lies.”
On a weighing scale by Johann Wilhelm Herbertz
ogen
„Mein lieber Herr und Freund!
Hier wird dir recht gezeigt,
Wie viel das schwere Geld
sich vor dem leichten neigt.“
Aufschrift auf einer Waage
von Johann Wilhelm Herbertz
Pippin
Pippin und Karl
reformieren das Münzwesen
Pepin and Charlemagne reform the coinage system
Im 7. und 8. Jahrhundert war das Münzwesen
in Europa stark zersplittert: Der Frankenkönig
Pippin der Kurze (741 bis 768), Vater Karls des
Großen, führte eine erste einschneidende Münzreform durch. Er brachte das Geldwesen unter
königliche Kontrolle, reduzierte die vormals 800
Prägestätten auf 40 und stellte die Münzmeister
unter staatliche Aufsicht.
In the seventh and eighth century AD, the system
of coinage in Europe was highly fragmented; the
Frankish king, Pepin the Short (741-768) – the
father of Charlemagne – brought in the first
far-reaching coinage reform. He brought the
coinage system under sovereign control, reduced
the number of mints from 800 to 40 and placed
the master coiners under state supervision.
Karl der Große vollendete 793/794 mit einer
weiteren tiefgreifenden Münzreform das Werk
seines Vaters: Alleinige Münzsorte wurde der
silberne Denar, auch Pfennig genannt, der sich
in der Folgezeit in ganz Europa verbreitete. Diese
Reform unterteilte das Pfund in 12 Schillinge und
den Schilling in 20 Denare.
Charlemagne completed his father’s work in
793-794 with another radical coinage reform.
The silver denier, also known as the penny,
became the sole currency and subsequently
spread across Europe. The reform established
that one pound was equal to 12 shillings, and
one shilling was worth 20 deniers.
der Ku
n
urze
Münz
schat
Verborgen und vergessen:
Der Münzschatz von Walle
Hidden away and forgotten: the hoard in Walle
Vermutlich zwischen 1585 und 1590 wurde in
Walle, einem Ort in der damaligen Grafschaft
Ostfriesland, eine Kanne mit 468 Silbermünzen
vergraben. In früheren Jahrhunderten übernahm
oft ein sorgfältig ausgesuchtes Versteck die Funktion eines Tresors, der Werte vor Raub, Diebstahl
und Vernichtung schützte. Bei Bedarf wurden die
Münzen herausgeholt und ausgegeben.
Probably somewhere between 1585 and 1590,
a pot containing 468 silver coins was buried in
Walle, in what was then the principality of East
Frisia. In past centuries, such hiding places would
be used instead of safes in order to prevent
goods from being stolen or destroyed. When the
coins were needed, they would be retrieved and
spent.
Der 1971 bei Bauarbeiten entdeckte Schatz von
Walle ist der bisher größte bekannte Münzfund
der frühen Neuzeit aus diesem Gebiet. Neben
ostfriesischen Münzen wurden auch Prägungen
aus anderen Teilen der Welt gefunden, etwa aus
Frankreich, Italien und Mexiko.
The hoard in Walle was discovered in 1971
during construction work and is the largest
known finding of coins from the Early Modern
period in this area. Alongside East Frisian coins,
the hoard also contained coins minted in other
parts of the world, including France, Italy and
Mexico.
z
tz
Papie
geld
Papiergeld –
eine chinesische Erfindung
Paper money – a Chinese invention
Das erste Papiergeld tauchte bereits vor mehr als
1000 Jahren in China auf. Der Wert des abgebildeten Scheins aus der Epoche Hung Wu (1368
bis 1399) beträgt ein Kuan oder 1000 Käsch
in Kupfermünzen. Mit der Einführung dieser
Scheine verbot Kaiser T’ai Tsu die Verwendung
von Gold und Silber. Durch einen zeitgleich herrschenden Mangel an Kupfergeld auf der einen
Seite und einen Überfluss an Papiergeld auf der
anderen entwerteten sich die Scheine schnell
und wurden von der Bevölkerung abgelehnt.
The first paper money appeared more than
1,000 years ago in China. The note in the picture
dates back to the reign of Hongwu (1368-1399)
and was worth one wén or 1,000 cash in copper
coins. Once these notes had been introduced,
the Emperor Ming Taizu banned the use of gold
and silver. However, a scarcity of copper money
then coincided with a glut of paper money,
which led to a rapid fall in the value of the
banknotes, causing them to be rejected by the
public.
Papiergeld, wie es in China lange umlief, konnte sich in Europa erst ab dem 17. Jahrhundert
durchsetzen.
The kind of paper money that had been
circulating for centuries in China did not gain a
foothold in Europe until the 17th century.
er
d
Gold
G
Mythos Gold
Legends of gold
Gold galt als das Metall der Götter und Könige.
Bereits vor 6000 Jahren war Gold bei den Sumerern und Ägyptern ein Zeichen von Wohlstand
und Reichtum. Bis heute hat sich an der Faszination des Goldes nichts geändert. Gold war und
ist ein knappes Gut, daher hat sich seine Bedeutung über die Jahrtausende hinweg erhalten.
Der abgebildete japanische Obankin, eine große
ovale Platte aus Gold, wurde 1725 hergestellt.
Die Obankins besaßen eine genormte Größe und
ein festes Gewicht, der Wert wurde mit Tusche
auf die Vorderseite geschrieben. Sie waren sehr
wertvoll und konnten in ganz Japan als Zahlungsmittel verwendet werden.
Gold was regarded as the metal of gods and
kings. As early as 6,000 years ago, gold was
used as an indication of affluence and wealth
among Sumerians and Egyptians. This fascination
with gold remains just as strong today. Gold has
always been a scarce commodity, which is why
it has retained its importance over thousands of
years.
The Japanese obankin (a large oval disc made of
gold) depicted here was made in 1725. Obankins
were of a fixed size and weight. The value of
each one was marked in ink on the front. They
were very valuable and could be used as a means
of payment throughout Japan.
“Toward gold throng all, To gold cling all,
Yes, all!”
J W von Goethe; Faust I
Gold
„Nach Golde drängt, am Golde
hängt doch alles.”
J. W. von Goethe; Faust I
Die
Mark
Eine wechselvolle Geschichte
An eventful history
Die Geschichte der Mark begann mit der deutschen Reichsgründung im Jahre 1871. Sie löste
die alten Landeswährungen Taler (Norddeutschland) und Gulden (Süddeutschland) ab.
The story of the German mark began when the
German Reich was founded in 1871. The mark
replaced the thaler (in northern Germany) and
the gulden (in southern Germany).
130 Jahre rechneten und dachten die Deutschen
dann ausschließlich in „Mark“: Goldmark,
Papiermark, Reichsmark, Rentenmark, D-Mark
oder Mark der DDR.
For 130 years, Germans did all of their sums –
and, indeed, thought – in “Mark”: the
Goldmark, the Papiermark, the Reichsmark, the
Rentenmark, the Deutsche Mark and the Mark
of the GDR.
Der Abschied von „ihrer“ D-Mark fiel den Deutschen schwer. Schließlich zählte sie nach ihrer
Einführung im Jahr 1948 über ein halbes Jahrhundert hinweg zu den stabilsten Währungen
der Welt.
Many Germans did not find it easy to give up
“their” Deutsche Mark. After all, following its
introduction in 1948, it had gone on to become
one of the most stable currencies in the world
for half a century.
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Die Ohnmacht des Geldes
The failure of money
Inflat
Geld muss knapp sein, damit es seine Funktionen
erfüllen kann. Gibt es zuviel davon, verliert es
rasch an Wert. Ein Beispiel dafür ist die Hyperinflation in Deutschland im Jahre 1923. Damals
drehte sich das Inflationsrad immer schneller, die
Preise stiegen ins Unermessliche. So mussten für
ein Ei schließlich 320 Milliarden Mark bezahlt
werden. Banknoten mit kleinem Nennwert hatten
so wenig Kaufkraft, dass man sie nicht zum Einkaufen nutzte, sondern zum Heizen verfeuerte.
Nur stabiles Geld schafft Vertrauen und bleibt
begehrt. Das lässt sich am besten erreichen,
wenn das umlaufende Geld im Einklang mit der
Menge der Waren und Dienstleistungen wächst,
die man damit kaufen kann.
Money must be scarce in order to serve its
purpose; if there is too much of it, it loses
value very quickly. One example of this was the
hyperinflation experienced in Germany in 1923:
inflation skyrocketed, with prices reaching almost
incalculable dimensions. For example, the price
of an egg eventually reached 320 billion Mark.
Low-value banknotes had so little purchasing
power that they were burnt as fuel for heating.
Only stable money will inspire confidence and
stay in demand. This is best achieved by ensuring
that the amount of money in circulation grows in
line with the amount of goods and services that
can be bought with it.
“Inflation is the crabgrass in your savings.”
Bob Orben, US publicist and comedian
„Inflation ist, wenn die Brieftaschen
immer voller und die Einkaufstaschen
immer leerer werden.“
Bob Orben, amerikanischer Publizist und Humorist
tion
Geld
schein
Von der Baumwolle zum Geldschein
The journey from cotton fibre to banknote
Die Bundesbank und die anderen nationalen
Zentralbanken des Eurosystems sind für den
Druck der Euro-Banknoten zuständig. Hergestellt
werden die Banknoten von staatlichen und privaten Spezialdruckereien.
The Bundesbank and the other national central
banks in the Eurosystem are responsible for
printing euro banknotes. The banknotes are
produced by specialist public and private-sector
printing houses.
Der Prozess der Banknoten-Herstellung ist kompliziert und aufwendig, da die Banknoten nicht
nur attraktiv aussehen sollen, sondern vor allem
auch gut vor Fälschungen geschützt werden
müssen. Die dazu angewandten Techniken
reichen von der Papierherstellung – Euro-Banknoten bestehen aus reiner Baumwolle – bis zu
den verschiedenen Druckvorgängen, bei denen
die charakteristischen Merkmale aufgebracht
werden.
The process of creating banknotes is complicated
and laborious, as the banknotes not only need
to look good but, more importantly, must also
be well protected against counterfeiting. The
techniques applied in order to achieve this range
from the process used to manufacture the paper,
which is made from pure cotton, to the various
printing procedures that give the euro banknotes
their characteristic features.
Erst mit der Ausgabe durch die Notenbanken
wird das bedruckte Wertpapier zum gesetzlichen
Zahlungsmittel – zu Geld.
It is not until they are issued by the central banks
that the printed notes become legal tender – or,
in other words, money.
“A banknote can look good,
but it has to be secure.”
n
„Eine Banknote darf schön,
sie muss aber sicher sein.“
Der
Eu
Der Euro – unser Geld
The euro – our money
Mit Beginn der Währungsunion am 1. Januar
1999 traten Euro und Cent in den teilnehmenden Ländern an die Stelle der bisherigen nationalen Währungen. Zunächst gab es den Euro nur
als Buchgeld, bis 2002 das Euro-Bargeld eingeführt wurde.
At the start of monetary union on 1 January
1999, the national currencies in the participating
countries were replaced by euros and cents. The
euro initially only existed as scriptural money,
until euro banknotes and coins were introduced
in 2002.
Die Münzen besitzen eine gemeinsame europäische sowie eine nationale, von jedem Land
individuell gestaltete Seite. Damit symbolisieren
die Münzen die Einheit der Währungsunion in
ihrer Vielfalt.
The coins bear a common European design on
one face, but each country in the euro area has
its own national design on the other. The coins
thus symbolise the “unity in diversity” of
monetary union.
Die Fenster, Türen und Brücken auf den für alle
Länder einheitlich gestalteten Euro-Banknoten
illustrieren die unterschiedlichen Epochen der
europäischen Kulturgeschichte. Sie stehen für
den Geist der Offenheit und Zusammenarbeit in
Europa.
The design of the euro banknotes is identical
for all of the euro-area countries; the windows,
doorways and bridges symbolise the different
periods of European cultural history. They stand
for the spirit of openness and cooperation in
Europe.
uro
Falsch
Damit der Schein nicht trügt …
Banknotes can be deceptive …
„Wer falsches Geld herstellt, wird mit dem Tode
bestraft!“ – so lautete einst die Drohung auf den
frühen chinesischen Banknoten. Das Herstellen
und Verbreiten von Falschgeld ist nach wie vor
strafbar, heutzutage droht eine mehrjährige
Haftstrafe.
“Those who counterfeit money will be punished
by death” – this was the threat emblazoned on
early Chinese banknotes. Printing and
distributing counterfeit money is still a criminal
offence; today it is punishable with several years
imprisonment.
Um Fälschern das Handwerk zu erschweren, sind
die Euro-Banknoten mit speziellen Merkmalen
ausgestattet, die nur schwer nachzuahmen sind.
Zum Beispiel sind in das Spezialpapier Wasserzeichen, Sicherheitsfaden und fluoreszierende
Fasern eingearbeitet. Folienstreifen und Hologramme, mit veränderlichen Motiven, sind weitere leicht prüfbare Merkmale, um die Echtheit
festzustellen.
To make life more difficult for counterfeiters, the
euro banknotes have special security features
which are very difficult to replicate. For example,
watermarks, security threads and fluorescent
fibres are worked into the special banknote
paper. Checking the foil stripes and the
holograms with shifting images are other simple
ways of testing whether banknotes are genuine.
h
geld
Welt
gel
Alles Geld der Welt
All the money in the world
Derzeit gibt es weltweit über 160 offizielle Währungen, die von den jeweiligen Zentralbanken
herausgegeben werden. Die Banknoten gelten
bisweilen als die Visitenkarte eines Landes.
There are currently over 160 official currencies
in the world, which are issued by the respective
central banks. Banknotes are sometimes viewed
as a country’s “calling card”.
Häufig werden die Porträts bedeutsamer Persönlichkeiten sowie nationale Symbole auf Banknoten abgebildet. Auch Motive aus der heimischen
Tier- und Pflanzenwelt finden sich oft, zudem
traditionelle Zahlungsmittel, die einen Bezug zur
eigenen Geldgeschichte herstellen.
Banknotes often bear portraits of notable
individuals or national symbols. Designs featuring
the flora and fauna of the place in question are
also common, as well as depictions of traditional
means of payment as a reference to local
monetary history.
Die Bezeichnungen für frühere Geldformen
wurden vereinzelt sogar für moderne Währungen übernommen: Kina – eine Muschelart – in
Papua-Neuguinea und Cauri – eine Schneckenart
– im afrikanischen Guinea.
In a few cases, the names for earlier forms of
money were even used for modern currencies:
the kina – a type of shell – in Papua New Guinea,
and the cowrie – a species of snail – in Guinea
(West Africa).
ld
Giralg
Unsichtbares Geld
Invisible money
Bereits im Mittelalter nutzten Kaufleute in großen Handelsstädten das Buchgeld beziehungsweise Giralgeld: Geld, das nur in Kontobüchern
verzeichnet war und durch Umbuchung von
Konto zu Konto bewegt wurde. Das System des
stofflosen oder „unsichtbaren“ Geldes hat seither immer mehr an Bedeutung gewonnen.
Back in the Middle Ages, merchants in large
trading centres were already using scriptural
money or deposit money: money that was
recorded only in account books and moved
between accounts by changing book entries.
Since then, the system of “virtual” or “invisible”
money has become increasingly important.
Heute werden jedoch keine Kontobücher mehr
benutzt, vielmehr übernehmen elektronische
Medien diese Funktion. Buchgeld ist in Form digitaler Zeichensätze auf Datenträgern gespeichert
und wird als Datensatz übertragen. Symbolisch
dafür stehen die abgebildeten Binärcodes – die
Sprache der Computer.
Today, however, electronic media have taken
on the role that account books used to play.
Scriptural money is saved on electronic media as
digital character sets and is transmitted as data
sets. The binary codes (or “computer language”)
shown here symbolise this process.
geld
Impressum
Inhalt und Gestaltung
Deutsche Bundesbank
Geldmuseum
Wilhelm-Epstein-Str. 14
60431 Frankfurt am Main
www.geldmuseum.de
Produktion
Dieses Buch wurde im Rahmen einer Abschlussarbeit von Schülern der Gutenbergschule in Frankfurt am Main produziert.
Wir danken Sven Becker, Christoph Kegler, Johannes Ries und Benjamin Sänger für die gute Zusammenarbeit
sowie den beteiligten Firmen für ihre freundliche Unterstützung.
ISBN 978-3-86558-676-6 (Print)
ISBN 978-3-86558-677-3 (Online)