Unternehmen mit Weitblick 2007

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Unternehmen mit Weitblick 2007
Unternehmen
mit Weitblick 2007
NORD
OST
SÜD
WEST
Perspektive 50plus –
Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen
51 Jahre, zupackend
36 Jahre, kreativ
49 Jahre, schnell
61 Jahre, erfahren
54 Jahre, neugierig
42 Jahre, geschickt
57 Jahre, präzise
32 Jahre, direkt
45 Jahre, kompetent
28 Jahre, flink
59 Jahre, zuverlässig
63 Jahre, beweglich
Inhalt
Das Bundesprogramm
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Programmgebiet Nord . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
Programmgebiet Ost
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Programmgebiet Süd
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Programmgebiet West
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Überblick über die Programmgebiete
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Ergebnisse der bundesweiten Evaluation zum Bundesprogramm
Impressum
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Bundesprogramm Perspektive 50plus
Logo
Das Programm
Das Bundesprogramm Perspektive 50plus
– Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen
bildet das Dach für bundesweit 62 regionale
Beschäftigungspakte zur beruflichen Wiedereingliederung älterer Langzeitarbeitsloser.
Insgesamt sind 93 Arbeitsgemeinschaften und
zugelassene kommunale Träger der Grundsicherung als Projektverantwortliche an der
Umsetzung des Bundesprogramms beteiligt.
Bereits seit Ende 2005 werden durch das Bundesprogramm langzeitarbeitslose Frauen und Männer im Alter zwischen 50 und 64 Jahren auf ihrem
Weg auf den Arbeitsmarkt aktiv begleitet.
Das Bundesprogramm ist ein besonders
anerkannter und erfolgreicher Bestandteil der
Initiative 50plus, in der die Bundesregierung
verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung
der Beschäftigungsfähigkeit und der Beschäftigungschancen Älterer bündelt. In der ersten
Programmphase nahmen bis Ende Oktober 2007
mehr als 76.500 ältere Langzeitarbeitslose an
den beschäftigungsfördernden Angeboten der
Beschäftigungspakte teil. Hiervon konnten über
21.200 Personen in eine Beschäftigung auf dem
allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt werden.
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Doch für den Erfolg des Bundesprogramms
sind nicht allein Aktivierungs- und Integrationszahlen entscheidend. Vielmehr zeigt das Bundesprogramm, dass ältere Langzeitarbeitslose einen
wichtigen Platz auf dem Arbeitsmarkt haben und
welche Wege beschritten werden müssen, um
ihnen in den verschiedensten Regionen Deutschlands eine faire Chance auf dem Arbeitsmarkt
bieten zu können. Hierbei hat sich gezeigt, dass
es weniger um Innovationen im Instrumentarium der Arbeitsförderung geht, sondern vielmehr um Innovationen in der Methode der Aktivierung, der Budgetfreiheit und bei regionalen
Lösungsstrategien und Netzwerken.
Entscheidend sind die individuellen, ganzheitlichen Aktivierungsstrategien, die in den
einzelnen Regionen entwickelt und immer wieder an die regionalen Besonderheiten und sich
verändernde Bedingungen angepasst wurden.
Die Konzentration auf den Einzelnen und dessen
Stärken und der Respekt gegenüber der Lebensleistung der Älteren wurde nicht nur bei der
persönlichen Beratung berücksichtigt, sondern
fand auch Einzug in stellenbezogene Kompetenzentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen,
betriebliche Praktika oder auch Maßnahmen
zur Gesundheitsförderung. Hierdurch wurde
deutlich, dass nur durch eine intensive und
persönliche Betreuung die Fähigkeiten, Begabungen und Talente des Einzelnen entdeckt und
aufgebaut werden können. Die Förderung dieser
Kompetenzen, die ältere Langzeitarbeitslose
entgegen aller Vorurteile aufweisen, bildet die
Grundlage für eine dauerhafte Aktivierung.
Perspektive 50plus verfolgt einen „lernenden
Ansatz“. In diesen wurden nicht nur die für die
Umsetzung hauptverantwortlichen Arbeitsgemeinschaften und zugelassenen kommunalen
Träger einbezogen, sondern auch die Partner
der regionalen Netzwerke, die während der Programmlaufzeit immer weiter ausgebaut wurden
und zugleich ein hohes Maß an Verbindlichkeit
erreicht haben. Diese Bündelung der Potenziale
aller arbeitsmarktrelevanten Akteure einer Region auf unterschiedlichen Ebenen ist ein Merkmal
aller Beschäftigungspakte, das wesentlich zum
Erfolg des Bundesprogramms beigetragen hat.
Die an den Netzwerken beteiligten Unternehmen, Kammern und Verbände, kommunale
Einrichtungen und Beschäftigungsträger, Bildungsträger, Politik, Gewerkschaften, Kirchen
und Sozialverbände setzen ihre Ressourcen, ihr
Know-how und ihr Engagement für eine erfolgreiche Verwirklichung des Bundesprogramms
ein und erweisen sich in den Regionen als stabile
und zuverlässige Partner.
Programmgebiet Nord
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Viele Beschäftigungspakte beziehen lokale
und regionale Unternehmen nicht nur in die
Netzwerkarbeit ein, sondern bieten ihnen auch
unbürokratische und flexible Dienstleistungen
an. Hierzu zählen beispielsweise Angebote wie
die schnelle und passgenaue Personalauswahl,
die Möglichkeit der arbeitsplatzbezogenen
Nachqualifizierung und Nachbetreuung von
Beschäftigten, Beratungs- und Unterstützungsangebote im Bereich der Gesundheitsförderung,
der Gestaltung alternsgerechter Arbeitsplätze
und der demografiefesten Entwicklung von
altersgemischten Belegschaften. Insgesamt hat
sich bei der Unternehmensansprache eine „Kultur
der Unternehmensversteher“ entwickelt und als
entscheidend erwiesen.
Die durch das Bundesprogramm geschaffenen Freiräume wurden von den Beschäftigungspakten genutzt und haben zu einer hohen
Identifikation der regionalen Akteure mit „ihrem“
jeweiligen Regionalpakt geführt. Gleichzeitig hat
die Umsetzung der eigenen Ideen und Ansätze
nicht nur die Kreativität, sondern auch die Motivation der Verantwortlichen gefördert. Gleichzeitig
hat sich eine „Kultur der Kümmerer“ entwickelt.
Die Beschäftigungspakte setzen vielfach Personen
ein, die sich um die Teilnehmenden kümmern
und bildlich gesehen dafür Sorge tragen, dass
diese älteren Langzeitarbeitslosen dort abgeholt
werden, wo sie stehen, dass sie aufgebaut werden
und einen festen Ansprechpartner haben.
Schleswig-Holstein
Hamburg
Bremen/Bremerhaven
Niedersachsen
Mecklenburg-Vorpommern
Programmgebiet Ost
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Brandenburg
Berlin
Sachsen-Anhalt
Thüringen
Es hat sich gezeigt, dass dieser Ansatz immer dann
erfolgreich ist, wenn das „Kümmern“ verbunden
ist mit dem Wecken von Eigenverantwortung
bei den Betroffenen. Hier zeigt sich also, dass
der z. B. in den Niederlanden und Dänemark seit
Jahren erfolgreich umgesetzte Ansatz „Fördern
und Fordern“ ein richtiger Ausgangspunkt für
eine nachhaltige Aktivierung und Integration
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist.
Die in dieser Broschüre vorgestellten
62 Unternehmen mit Weitblick stehen stellvertretend für das vorbildliche Engagement zahlreicher Unternehmen in den Beschäftigungspakten des Bundesprogramms. Sie wurden
durch die Beschäftigungspakte ausgewählt
und nominiert und vertreten daher auch die
am Bundesprogramm beteiligten Regionen
Deutschlands. In Bezug auf die vertretenen
Unternehmensgrößen und Branchen bilden
sie einen Querschnitt der deutschen Unternehmenslandschaft ab und vermitteln zugleich einen Eindruck von der Heterogenität
der Beschäftigungspakte und regionalen Akteure.
Programmgebiet Süd
Programmgebiet West
10 Sachsen
11 Bayern
12 Baden-Württemberg
13 Rheinland-Pfalz
14 Hessen
15 Nordrhein-Westfalen
Logo
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NORD
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WEST
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SÜD
Diese Broschüre stellt im Zusammenhang
mit den Unternehmen mit Weitblick auch die
Beschäftigungspakte und deren strategische
Partner vor und wendet sich an Leserinnen
und Leser, die an Anregungen und Impulsen
zur Verbesserung der Beschäftigungssituation
Älterer interessiert sind.
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NORD
OST
SÜD
WEST
SCHLESWIG-HOLSTEIN
Arbeitsgemeinschaft Flensburg
Zeitarbeitsagentur ü50
Engagement und Kundenorientierung
– Ältere sind gefragt
Karl G. Hansen GmbH &
Co. KG
Branche
Großhandel
Unternehmensgröße
18 Beschäftigte
www.
hansen-fruchthof.de
»Bei uns ist die Kundenbindung von
entscheidender Bedeutung. Die Lebenserfahrung und das dienstleistungsorientierte Auftreten unserer älteren Mitarbeiter
und Mitarbeiterinnen kommen unserem
Unternehmen dabei sehr zu Gute.«
Bertram Föhles, Assistent der Geschäftsführung
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Der Beschäftigungspakt der Arbeitsgemeinschaft Flensburg hat gemeinsam mit Akteuren
des regionalen Arbeitsmarktes umfassende
Kompetenzen und Strukturen für die Integration
älterer Langzeitarbeitsloser gebündelt. Es wurde
ein modulares Projektnetzwerk entwickelt, das
den Teilnehmerinnen und Teilnehmern individuelle Einstiegsmöglichkeiten in das Berufsleben
bietet.
Kernidee des Beschäftigungspaktes ist die
Beauftragung einer privatwirtschaftlich organisierten Zeitarbeitsagentur, die ausschließlich
auf die Arbeitnehmerüberlassung älterer Arbeitsuchender ausgerichtet ist.
Arbeitslosenquote
11,8 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
705
Einwohnerzahl
86.630
Durch die Aktivitäten im Beschäftigungspakt
wurden bislang 237 ältere Langzeitarbeitslose in
den ersten Arbeitsmarkt integriert.
Hauptwirtschaftszweige
Produzierendes Gewerbe,
Dienstleistungsgewerbe,
Tourismus
Die Geschäftsführung des Flensburger Familienunternehmens
legt großen Wert auf eine altersgemischte Belegschaft im
Unternehmen.
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Um die personenbezogene Nutzung unterschiedlicher Hilfeleistungen und somit die Sicherung individueller Integrationsperspektiven
weiter zu verbessern, wird das Projektnetzwerk
in der Fortführung weiter verknüpft und bedarfs-
gerecht um Erfolg versprechende Methoden
ergänzt. An der Fortführung des Beschäftigungspaktes werden sich zukünftig auch die beiden
benachbarten Landkreise Nordfriesland und
Schleswig-Flensburg aktiv beteiligen. Somit
könnten in der zweiten Programmlaufzeit ältere
Arbeitsuchende im gesamten nördlichen Schleswig-Holstein die Unterstützungsangebote nutzen, um wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt
zu gelangen.
Das Unternehmen Karl G. Hansen GmbH & Co.
KG ist ein traditionsreiches Flensburger Familienunternehmen, das seit fast 100 Jahren zu den
führenden Obst- und Gemüsegroßhändlern in
Schleswig-Holstein gehört. Die Auszeichnung
zum Unternehmen mit Weitblick der Region
würdigt das erfolgreiche Engagement des Unternehmens bei der Einstellung und Beschäftigung
von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Mehr als die Hälfte der 18 Beschäftigten des Unternehmens ist über 45 Jahre alt.
Das Potenzial der Älteren mit ihrer Berufs- und
Lebenserfahrung und ihrer Kundenorientierung
wird geschätzt und umfassend genutzt.
NORD
OST
SÜD
WEST
SCHLESWIG-HOLSTEIN
Arbeitsgemeinschaft SGB II im Kreis Pinneberg
PI-Quadrat : Initiative für Ältere
im Kreis Pinneberg
Haushaltsnahe Dienstleistungen
– eine Beschäftigungschance auch für Ältere
»Ältere und jüngere Arbeitnehmer haben
unterschiedliche Stärken und ergänzen sich
so gegenseitig. Gerade die Älteren geben
ihr Wissen und ihre Erfahrung im Betrieb
weiter.«
Andreas Fleck, geschäftsführender Gesellschafter
Die Werkstattleiterin Frau Elke Gladen ist über vier Jahrzehnte mit
Freude in der Firma FahnenFleck tätig gewesen.
Der Beschäftigungspakt PI-Quadrat ist
eine Initiative der ARGE im Kreis Pinneberg und
weiteren sieben Kooperationspartnern aus der
Region. Die aus der Initiative heraus gegründete
und finanzierte PI-Quadrat GmbH arbeitet mit
dem Leitspruch: „50 plus - die neue Leistungsklasse für ein Leben aus der Mitte.“ Als erfolgreich erweist sich die Kooperation der einzelnen
Projektpartner. Einen hohen Stellenwert haben
die Module Sprachförderung und Qualifizierung,
da viele Bewerberinnen und Bewerber einen
Migrationshintergrund aufweisen und in vielen
Fällen Anpassungsqualifizierungen erforderlich
sind. In arbeitsmarktnahen Projekten lernen
die Teilnehmenden die Anforderungen des sich
verändernden Arbeitsmarktes kennen sowie
erweitern und vertiefen ihre Arbeitsfähigkeiten
und -fertigkeiten. Bisher wurden 1.409 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiviert, von denen
218 eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt
aufnahmen.
Durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit werden Unternehmen angesprochen, um
Leistungspotenziale, berufliche Erfahrungen
und Engagement stärker bei Personalbedarf
erkennen und nutzen zu können. Unterstützt
und begleitet werden diese Bemühungen durch
gemeinsame Veranstaltungen mit den Beschäftigungspakten Hamburg und Harburg. Diese
Kooperation wird in der zweiten Programmphase ausgebaut.
Der Familienbetrieb FahnenFleck GmbH
& Co. KG ist das Unternehmen mit Weitblick
2007 im Kreis Pinneberg. Die Firmengeschichte
beginnt 1882 in Hamburg. 1972 wurde der
Firmensitz in die Kreisstadt Pinneberg verlegt.
Mit über 100 Beschäftigten ist es ein erfolgreiches
und engagiertes Unternehmen. Neben einer
hohen Beschäftigungsquote von Frauen sind
knapp über 40 Prozent der Belegschaft älter als
50 Jahre alt, die auf eine langjährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken. Aus- und Fortbildungsangebote stehen für alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter gleichermaßen zur Verfügung.
Seit 1982 arbeitet die Fleck-Stiftung zur Förderung der Jugendpflege und -fürsorge erfolgreich
in den Bereichen Schule, Erziehung und Berufsausbildung.
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FahnenFleck GmbH & Co. KG
Branche
Großhandel
Unternehmensgröße
105 Beschäftigte
www.
fahnenfleck.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
6,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.140
Einwohnerzahl
299.520
Hauptwirtschaftszweige
produzierendes Gewerbe,
Handel,
Gastgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
HAMBURG
team.arbeit.hamburg – Hamburger Arbeitsgemeinschaft SGB II
mitnmang – Hamburger Initiative für Arbeit 50plus
Eine Direktansprache von Unternehmen
bringt Erfolge
ECE Projektmanagement
G.m.b.H. & Co. KG
Branche
Immobilien
Unternehmensgröße
2.000 Beschäftigte
www.
ece.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
»Ältere Beschäftigte besitzen nicht nur
wertvolle Berufserfahrungen, sie verfügen
zugleich über hohe soziale Kompetenzen
im Umgang mit Kollegen und Kunden.
Ihre Identifikation mit dem Unternehmen
fördert ein gutes Betriebsklima.«
Rolf Kamprad, Bereichsleiter Personal bei der ECE Projektmanagement GmbH
Arbeitslosenquote
8,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
12.520
Einwohnerzahl
1.720.632
Hauptwirtschaftszweige
verarbeitendes Gewerbe,
Groß- und Einzelhandel,
Dienstleistungsgewerbe
ECE ist Partner im Unternehmensnetzwerk „alliance 50plus“,
das den Hamburger Beschäftigungspakt unterstützt.
10
Im Rahmen des Beschäftigungspaktes
mitnmang - Hamburger Initiative für Arbeit
– 50 plus wurden bis Ende September 2007
rund 1.872 Langzeitarbeitslose aktiviert und
536 ältere Arbeitslose in den Arbeitsmarkt
integriert. Die Umsetzung erfolgte durch
die ARGE team.arbeit.hamburg in enger
Kooperation mit fünf erfahrenen Hamburger
Weiterbildungs- und Beschäftigungsträgern
(KoALA Kooperation Arbeiten, Lernen und
Ausbildung e.V., Grone Netzwerk Hamburg
gGmbH, PlusPunkt GmbH, Rackow Schule GmbH,
SBB Kompetenz gGmbH/hamburger arbeit
Beschäftigungsgesellschaft mbH). Somit konnten vielfältige Erfahrungen, unterschiedliche
Ansätze und Inhalte zum Tragen kommen.
Besonders erfolgreich waren die individuelle Beratung und intensive Betreuung der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Profiling
über Coaching, Qualifizierung und Gesundheitsvorsorge (körperliche/mentale Fitness)
bis zur Vermittlung. Das Ziel der begleitenden
Imagekampagne, Unternehmen und Öffentlichkeit für das Potenzial der Zielgruppe 50 plus zu
sensibilisieren und so einen Bewusstseinswandel
anzustoßen, wurde durch eine durchgängige
Pressearbeit erreicht. Die Direktansprache und
Gewinnung von Unternehmen für den Beschäftigungspakt und die Zielgruppe 50 plus ist durch
die alliance 50 plus – Hamburger Unternehmen
für Arbeitnehmer über 50 erfolgreich angelaufen. Von 13 Initialpartnern ist die alliance 50 plus
inzwischen auf 92 Unternehmen angewachsen.
Das Unternehmen mit Weitblick 2007, die
ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG,
ist zuverlässiger Partner der alliance 50 plus.
In dem Unternehmen erhalten mitnmangTeilnehmende eine Beschäftigungschance.
Ein gesunder Altersmix ist Bestandteil einer
erfolgreichen Personalpolitik im Unternehmen,
die Synergieeffekte zwischen Alt und Jung,
neuem Wissen und Erfahrung zielgerichtet
fördert und nutzt.
NORD
OST
SÜD
WEST
BREMEN
Arbeitsgemeinschaft der Stadt Bremen
für Integration und Soziales – BAgIS
Chance 50+ Bündnis für Arbeit
in Bremen und Bremerhaven
Gute Beispiele machen Schule
»Wir schätzen die Erfahrung und die
Fachkompetenz älterer Mitarbeiter.
Sie tragen nachhaltig dazu bei,
Fehler zu vermeiden und qualitativ
hochwertige Ergebnisse zu liefern.«
Marcus Pabsch, Unternehmenspressesprecher
der Brunel GmbH
Die Arbeit in altersgemischten Teams ist wichtig für den
Erfahrungstransfer zwischen Jung und Alt bei der Brunel GmbH.
Unter dem Motto Chance 50+ setzt der
Bremer Beschäftigungspakt sehr erfolgreich
Aktivierungs- und Integrationsangebote für
ältere Langzeitarbeitslose um. Der bremer arbeit
gmbh gelingt es, unter Einsatz verschiedener
arbeitsmarktlicher Instrumente, bei Unternehmen vorhandene Beschäftigungspotenziale für
die Vermittlung von Arbeitslosen zu erschließen.
Das Netzwerk und die Veranstaltungsreihe
„forum: inova“ mit Informations- und Fachveranstaltungen für Personalverantwortliche unterstützen dabei. Über das Fachforum „Zukunft
der Arbeit“, das Best Practice-Beispiele aus den
Bereichen Personalarbeit, Mitarbeiterführung,
Personalgewinnung und Qualifizierung vorstellt,
wurden regionale Unternehmen als Partner für
den Pakt gewonnen. Ein umfassendes Gesundheitsmanagement ergänzt die Angebote zur
Stabilisierung und Entwicklung der individuellen
Beschäftigungsfähigkeit.
Bis Ende Oktober 2007 wurden über 800
Arbeitslose aktiviert und 480 ältere Langzeitarbeitslose erhielten eine neue Beschäftigung im
allgemeinen Arbeitsmarkt.
In der zweiten Programmphase wird Bremerhaven den Bremer Beschäftigungspakt erweitern. Die gemeinsamen Aktivitäten konzentrieren sich auf ein ergänzendes Profiling, eine
weitere Flexibilisierung und Individualisierung
von Eingliederungszuschüssen sowie den Ausbau
der betriebsnahen Qualifizierungsmodule.
Brunel GmbH ist ein bundesweit agierendes
Ingenieur-Dienstleistungsunternehmen mit
Hauptsitz in Bremen. Zu seinen Grundsätzen
der Teamarbeit gehört, dass immer ein älterer
Beschäftigter mit einem jüngeren zusammenarbeitet, um die Vorteile von mehrjähriger Erfahrung mit dem aktuellen Wissen aus der Hochschule zu kombinieren. Für erfahrene Personen
ist das eine Erweiterung von neuen Kenntnissen
über eine Art „training on the job“. Jüngere
Beschäftigte profitieren von den Erfahrungen
der Älteren. 13 Prozent der Belegschaft ist über
50 Jahre alt. Das Interesse an weiteren Einstellungen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, grundsätzlich mit unbefristeten Arbeitsverträgen, ist sehr groß.
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Brunel GmbH
Branche
alle technischen Branchen
Unternehmensgröße
1.900 Beschäftigte
www.
brunel.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
11,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
4.881
Einwohnerzahl
547.934
Hauptwirtschaftszweige
Luft- und Raumfahrttechnik,
Logistik,
Dienstleistungsgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
NIEDERSACHSEN
Arbeitsgemeinschaften Braunschweig,
Salzgitter, Landkreis Wolfenbüttel
50 TOP! – Testen, Orientieren, Potenziale nutzen
Potenziale einbringen, Erfahrungstransfer leisten:
stark im Verbund
Sozialstation VERDI
Branche
Gesundheits- und Sozialwesen
Unternehmensgröße
27 Beschäftigte
www.
sozialstation-verdi.de
»Die Erfahrung zeigt, dass ältere Arbeitnehmer viel mehr Ruhe und Gelassenheit
mitbringen, da sie sich in einer anderen
Lebensphase befinden, in der ihnen in der
Familie nicht mehr so viel abverlangt wird.«
Barbara Wehsner, Geschäftsführerin und Inhaberin
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
11 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.283
Einwohnerzahl
600.000
Hauptwirtschaftszweige
verarbeitendes Gewerbe,
Forschung und Entwicklung,
Dienstleistungsgewerbe
Barbara Wehsner, Geschäftsführerin der Sozialstation VERDI,
setzt auf Erfahrung und Gelassenheit älterer Beschäftigter im
täglichen Umgang mit hilfebedürftigen Menschen.
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Der Beschäftigungspakt 50 TOP! der
ARGEN Braunschweig, Wolfenbüttel und Salzgitter hat gezeigt, dass insbesondere die intensive und konstante Betreuung älterer Langzeitarbeitsloser durch die Integrationsbüros und
die Integrationsmanager im Projekt wesentliche
Erfolgsfaktoren für die erzielten Integrationen
sind. Auch der Bereich Marktersatz hat sich
als ein sinnvolles Aktivierungsinstrument im
Hinblick auf die Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse
erwiesen. Das Projekt 50 TOP! bietet den Teilnehmenden Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem
zweiten Arbeitsmarkt im Bereich Tourismus an.
Im Einzelfall ergeben sich durch den Kontakt
bzw. die gemeinsame Arbeit der Marktersatzkräfte mit den Beschäftigten des ortsansässigen
Handwerks, des Handels oder von Dienstleistern
Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
In den zwei Jahren Projektlaufzeit konnte
das Projekt 988 ältere Langzeitarbeitslose
aktivieren und davon 275 Personen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsver-
hältnisse auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt
integrieren.
In der zweiten Programmphase beteiligt
sich als neue Partnerregion die Arbeitgemeinschaft JobCenter Region Hannover an 50 TOP!.
Das gemeinsame Ziel ist eine verstärkte Ansprache und die Zusammenarbeit mit potenziellen
Arbeitgebern und den strategischen Partnern.
Das Betreuungsangebot und die erfolgreichen
Instrumente werden weiter entwickelt und
intensiviert. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
wird insbesondere unter dem Blickwinkel der
Folgen des demografischen Wandels und damit
zusammenhängender Aspekte verstärkt.
Als Unternehmen mit Weitblick 2007 hat
der Paktverbund die Sozialstation VERDI in
Braunschweig ausgewählt, die aus dem Projekt
50 TOP! eine Bürokauffrau eingestellt hat.
Aus der Erfahrung, dass sich Ältere besser auf
Hilfebedürftige einstellen können, werden in
der Sozialstation gerne Ältere beschäftigt.
NORD
OST
SÜD
WEST
NIEDERSACHSEN
Landkreis Emsland
Nachwachsende Rohstoffe als
zukunftsorientierter Beschäftigungsfaktor
Individuelles Coaching –
ein erfolgreicher Weg in Beschäftigung
»Die Berufs- und Lebenserfahrung, die
Routine, die Zuverlässigkeit, der Überblick
und die Ruhe unserer Mitarbeiter »50plus«
ist eine hervorragende Basis für ihre
Integration bei unseren Auftraggebern.«
Margrit Otten, Niederlassungsleiterin der Stegmann
Personaldienstleistung GmbH & Co. KG
Als zielführende Instrumente haben sich im
emsländischen Beschäftigungspakt unterschiedliche Aktivierungsformen und ein intensives
Coaching der Teilnehmerinnen und Teilnehmer
bewährt. Die enge Kooperation mit dem Fallmanagement und die Möglichkeit, in einer kreiseigenen Beschäftigungsgesellschaft berufliches
Können zu reaktivieren und zu erweitern, haben
maßgeblich zum Erfolg des Projektes beigetragen.
Bis Ende des dritten Quartals 2007 wurden
915 Langzeitarbeitslose aktiviert, davon 574
vorübergehend oder dauerhaft in eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitmarkt vermittelt. Die Erfahrungen aus der ersten Programmphase bestärken den Pakt, einen der künftigen
Schwerpunkte nach wie vor auf ein intensives
und individuelles Coaching der Arbeitsuchenden
zu setzen. Als Partnerregion wird der Landkreis
Grafschaft Bentheim den regionalen Kontext des
Beschäftigungspaktes erweitern.
Das Team der Stegmann Personaldienstleistung GmbH arbeitet
eng in der Vermittlungsarbeit mit dem Emsländer Beschäftigungspakt zusammen.
Das Unternehmen Stegmann Personaldienstleistung GmbH & Co. KG zeichnet sich durch eine
große Aufgeschlossenheit gegenüber älteren
Langzeitarbeitslosen aus. Im Unternehmen
sind 30 Prozent der Belegschaft über 50 Jahre
alt. Alle älteren Beschäftigten haben unbefristete
Arbeitsverträge gemäß tarifvertraglicher
Regelungen. Zudem werden allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, unabhängig vom Alter,
Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung
geboten. Das Unternehmen setzt sich dafür
ein, dass ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer qualifikations- und leistungsadäquate
Arbeitsmöglichkeiten bei den Auftragnehmern
von Personaldienstleistungen erhalten. Das
Engagement, die Erfahrung und die Leistungsfähigkeit Älterer ist für viele Entleihbetriebe
der ausschlaggebende Grund, ein Beschäftigungsangebot zu unterbreiten. Die Übernahmequote liegt bei über 30 Prozent.
Zwischen dem Beschäftigungspakt und
dem Unternehmen besteht eine erfolgreiche
Zusammenarbeit. Ein regelmäßiger Kontakt
zwischen dem Fallmanagement und dem Unternehmen ermöglicht eine zeitnahe Integration
von Langzeitarbeitslosen bei entsprechenden
Personalbedarfen.
13
Stegmann Personaldienstleistung GmbH & Co. KG
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Unternehmensgröße
150 Beschäftigte
www.
stegmann-personal.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
5,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.466
Einwohnerzahl
311.965
Hauptwirtschaftszweige
Maschinen- und Fahrzeugbau,
Schiffbau,
Energiewirtschaft
NORD
OST
SÜD
WEST
NIEDERSACHSEN
Landkreis Göttingen
50plus – Erfahrung zählt
Empowerment – ein erfolgreicher Ansatz zur
Integration von Langzeitarbeitslosen
Lünemann GmbH & Co. KG
Branche
Großhandel
Unternehmensgröße
80 Beschäftigte
»Kompetenz und profundes Know-how
unserer älteren Mitarbeiter sind die Basis
unseres Erfolges!«
Josef Petermann, Geschäftsführer der Lünemann GmbH
www.
luenemann.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Empowerment als methodisches Gestaltungselement der Arbeitsberatung und -vermittlung
unterstützt ältere Langzeitarbeitslose bei der
Entdeckung und Erschließung eigener Stärken.
Eine individuelle Begleitung und vielfältige Hilfestellungen ermöglichen es, Leistungsbereitschaft
und Leistungsfähigkeit weiterzuentwickeln.
Wichtigstes Ziel des Empowerments in der
Beratung und Vermittlung von älteren Arbeitslosen ist die Beseitigung von persönlichen Problemlagen, die der Wiedererlangung, dem Erhalt
oder der Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit entgegenstehen. Durch Stärkung der Motivation, der Eigeninitiative und der Kreativität
sowie durch die Einbindung in ein Netzwerk wird
die Grundlage geschaffen, Langzeitarbeitslose
aktiv am Vermittlungsprozess zu beteiligen und
sich selbst initiativ um eine Beschäftigung zu
bemühen.
Arbeitslosenquote
11,7%
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.315
Einwohnerzahl
265.000
Hauptwirtschaftszweige
verarbeitendes Gewerbe,
Messtechnik,
Forschung und Lehre
Belegschaft der Lünemann GmbH: Für das Unternehmen ist
das Arbeiten in altersgemischten Teams wichtig für den Erfahrungstransfer zwischen Jung und Alt.
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Im Rahmen des Beschäftigungspaktes
Göttingen wurden 1.029 Langzeitarbeitslose
aktiviert, davon 316 erfolgreich in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert.
Entsprechend den Erfahrungen in der ersten
Programmphase gilt die Prämisse, dass es für die
Zielgruppe keine universalen Lösungsansätze
gibt. Der künftige Beschäftigungspakt 50plus
– Erfahrung zählt in Südniedersachsen wird mit
den neuen Partnern, den ARGEn Northeim und
Landkreis Osterode, die bisherige erfolgreiche
Arbeit vertieft und ausgeweitet.
Die Unternehmensgeschichte der Firma
Lünemann GmbH & Co. KG reicht bis in das
Jahr 1783 zurück. Ursprünglich als Schmiede
gegründet, ist sie heute ein moderner Fachmarkt
für das Handwerk, den Häuslebauer und den
Heimwerker. Das Unternehmen hat sich mit
großem Engagement in die regionale Sensibilisierungs- und Marketingkampagne des Beschäftigungspaktes eingebracht und steht als wichtiger Multiplikator für die Ziele der Perspektive
50plus ein.
NORD
OST
SÜD
WEST
NIEDERSACHSEN
Arbeitsgemeinschaft Arbeit und Grundsicherung
des Landkreises Harburg
Logistik 50+ Reife Leistung
Logistik – eine Branche mit Zukunft
und großen Beschäftigungspotenzialen
»Personalsuche ist eine umfangreiche,
oft zeitaufwendige Aufgabe. Die Partner
von Logistik 50+ haben es mir mit ihrem
Service leicht gemacht, gute, erfahrene
und motivierte Mitarbeiter zu finden.«
Detlev Dose, geschäftsführender Gesellschafter der
STS - Sprinter Transport Service GmbH
Das Unternehmen hat über die Vermittlung des Beschäftigungspaktes mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt.
Der Harburger Beschäftigungspakt Logistik
50+ hat sich seit 2005 als unternehmensnaher
Personaldienstleister einen guten Namen in der
südlichen Metropolregion Hamburg gemacht.
Mittels vielfältiger Sensibilisierungsaktivitäten,
klarer Serviceorientierung und Instrumenten
wie der „begleiteten Integration“ ist es gelungen,
einen stetig wachsenden Kundenstamm unter
den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) des regionalen Logistiksektors aufzubauen. Aktuell wurden rund 260 Integrationen
bei 900 Aktivierungen erreicht.
Der Beschäftigungspakt knüpft in der
zweiten Programmphase an diese Erfolge an,
setzt aber künftig auf einen breiten Branchenmix. Jobscouts sollen durch ein systematisches
Erschließen von Beschäftigungspotenzialen und
eine Direktvermittlung von geeigneten älteren
Arbeitslosen im Landkreis Harburg und der
erweiterten Paktregion Landkreis Lüneburg dazu
beitragen, viele zusätzliche Integrationschancen
zu schaffen. Hierfür ist es erforderlich, weitere
prosperierende KMU aus der Region für den Paktverbund zu gewinnen.
Zum Beispiel das Unternehmen von Detlev
Dose: Die 1996 gegründete STS - Sprinter Transport Service GmbH gehört zu den Pakt-Partnern
der ersten Stunde im Landkreis Harburg. Bereits
im Frühjahr 2006 holte Detlev Dose einen der
ersten Logistik 50+ Absolventen als Fuhrparkbetreuer in seinen Betrieb. Zwei weitere Teilnehmende wurden für Tätigkeiten in der Lagerlogistik und im Gütertransport eingestellt.
Die Beschäftigung Älterer gehört bei STS
zur guten Praxis: Ein Viertel der inzwischen
27-köpfigen Belegschaft ist älter als 50 Jahre
alt. Herr Dose achtet darauf, in jeder Abteilung
zumindest einen seiner „Älteren“ als Pendant
zu den Jüngeren zu haben. In dieser Konstellation kommen Lebens- und Berufserfahrung
sowie Flexibilität und Vielseitigkeit älterer
Beschäftigter besonders zum Tragen. Eigenschaften, auf die das kleine Unternehmen mit
seiner breiten Dienstleistungspalette nicht
verzichten kann.
STS - Sprinter Transport
Service GmbH
Branche
Transport- und Logistik
Unternehmensgröße
27 Beschäftigte
www.
sts-sprinter.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
6,0 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
723
Einwohnerzahl
242.117
Hauptwirtschaftszweige
Bauwirtschaft,
Logistik,
Dienstleistungsgewerbe
15
NORD
OST
SÜD
WEST
NIEDERSACHSEN
Jobcenter Wilhelmshaven
Beschäftigungspakt Wilhelmshaven
Arbeit für Ältere – arbeitsmarkt50.de
Sensibilisierung, Beratung und Begleitung für
erfolgreiche Integrationen in den Arbeitsmarkt
Hydraulik-PneumatikKontor Jade GmbH (HPKJ)
Branche
Herstellung von
Metallerzeugnissen
Unternehmensgröße
72 Beschäftigte
www.
hpkj.de
»Für unser Unternehmen ist ein höheres
Alter kein Makel. Ganz im Gegenteil – wir
benötigen gerade das Know-how, das
nur erfahrene Ingenieure und Facharbeiter
mitbringen.«
Heiko Eibenstein, Geschäftsführer der HydraulikPneumatik-Kontor Jade GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
12,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
797
Einwohnerzahl
81.570
Hauptwirtschaftszweige
produzierendes Gewerbe,
Gastgewerbe,
Wohnungswirtschaft
Gemeinsam mit dem Beschäftigungspakt in Wilhelmshaven
setzte die Hydraulik-Pneumatik-Kontor Jade GmbH ein
Gesundheitsmanagement im Unternehmen um.
16
Der Beschäftigungspakt arbeitsmarkt 50.de
hat in der Region Wilhelmshaven-Friesland
viel erreicht. Eine hohe Resonanz bei den
Unternehmen erfuhren insbesondere die Teilprojekte „Qualifizierung und Sensibilisierung
älterer Arbeitnehmer (QuaSi)“ sowie „Gesund
arbeiten im Alter“. Allgemein ist die demografische Entwicklung mit ihren Folgen wesentlich stärker in das Blickfeld der regionalen Öffentlichkeit gerückt. Insgesamt wurden 807 ältere
Langzeitarbeitslose aktiviert, davon erfolgten
62 Vermittlungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt, davon 24 in die Selbstständigkeit und
82 in längerfristige Arbeitsgelegenheiten.
Das Projekt wird in der zweiten Programmphase als „Beschäftigungspakt Jade-WeserRegion“ mit dem Schwerpunkt der Integration
älterer Arbeitsuchender in den ersten Arbeitsmarkt fortentwickelt werden. Die Zielgruppe
umfasst 300 ältere Teilnehmerinnen und
Teilnehmer mit multiplen Vermittlungshemmnissen und hohem Qualifizierungsbedarf.
Neue Partnerregion ist der Landkreis Wesermarsch.
Die Hydraulik-Pneumatik-Kontor Jade GmbH
(HPKJ) hat schon vor Projektbeginn nach Wegen
zur Bewältigung der demografischen Herausforderung gesucht. Es wurden die vorhandenen
Ansätze konkretisiert und zu einem Gesamtpaket
alternsbezogener Personalentwicklung erweitert. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg
war neben einem vertrauensvollen Betriebsklima
das persönliche Engagement auf Geschäftsführungsebene, das im Unternehmen Zeichen
gesetzt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Ziele des Beschäftigungspaktes sensibilisiert und zur aktiven Teilnahme motiviert hat.
Als produzierendes Unternehmen im
Metallbereich ist die HPKJ Vorbild für die
Region. Es zeigt, dass sich eine alternsorientierte
Personalpolitik auch außerhalb des Dienstleistungssektors erfolgreich implementieren
lässt. Die HPKJ hat sich frühzeitig den Anliegen
von arbeitsmarkt50.de geöffnet, die Vielfalt
der Projektangebote umfassend genutzt und
sich auch an den Sensibilisierungsmaßnahmen
offensiv und für andere Unternehmen beispielgebend beteiligt.
NORD
OST
SÜD
WEST
MECKLENBURG VORPOMMERN
Jobcenter Güstrow
Top für Job 50+ Güstrow
Erfolgreiche Integrationen durch Qualifizierung
und passgenaue Vermittlung
»Durch eine gute Altersstruktur im Unternehmen wird es erst möglich, gut aufeinander abgestimmte Teams zu schaffen, in
denen jüngere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter von den älteren lernen und
umgekehrt.«
Roland König, geschäftsführender Gesellschafter der MKF
Metallbau GmbH
Der Beschäftigungspakt Top für Job 50+
hat sich der Herausforderung gestellt, in einer
strukturschwachen Region ältere Langzeitarbeitslose wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Der Erfolg des Projektes
basiert auf dem innovativen Konzeptansatz,
berufsfachliche Kompetenzen zu aktualisieren
und entsprechend den sich verändernden Anforderungen im jeweiligen Berufsfeld anzupassen.
Ein weiterer Bestandteil der Aktivierungsphase
ist die Stabilisierung und Weiterentwicklung
solcher sozialer Kompetenzen wie Teamfähigkeit
und Kundenorientierung.
Die Vermittlungserfolge sind in besonderem Maße auf eine zielführende individuelle
Beratung zurückzuführen. So wurden sowohl
Anforderungsprofile auf der Seite der Arbeitgeber als auch Leistungspotenziale auf der Seite
der Arbeitsuchenden differenzierter erfasst
und im Rahmen eines Matchingprozesses passgenauer zusammengeführt.
Roland König, geschäftsführender Gesellschafter, und
Enrico Tolksdorf, kaufmännischer Leiter, schätzen die Zusammenarbeit mit dem Beschäftigungspakt.
Während der Projektlaufzeit von zwei
Jahren wurden 1.610 Teilnehmende in das Projekt
aufgenommen. Die Integrationszahl Anfang
Oktober 2007 betrug 415. Hervorzuheben ist,
dass die Vermittlungen auf Grund der Aktivitäten
des Beschäftigungspaktes grundsätzlich ohne
Gewährung eines Eingliederungszuschusses
erfolgten. Das bisher erfolgreiche Konzept
weiter zu vertiefen und zu transferieren, ist die
Zielstellung für die Fortführung in der zweiten
Projektphase.
Das Unternehmen MKF Metallbau GmbH
steht der Einstellung älterer Beschäftigter offen
gegenüber. Es ist ein regionales Unternehmen
mit Tradition. Auf Grund der positiven wirtschaftlichen Entwicklung wird erwartet, dass sich neue
Beschäftigungspotenziale ergeben. Das Unternehmen weiß die Erfahrungen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schätzen und
nutzt diese wertvollen Ressourcen. Es zeichnet
sich durch ein positives Betriebsklima aus und
fördert die Zusammenarbeit von älteren und jüngeren Beschäftigten, um den Erfahrungstransfer
zu sichern. Zwischen dem Unternehmen und
dem Vermittlungsteam besteht eine sehr gute
Zusammenarbeit.
17
MKF Metallbau GmbH &
Co.KG
Branche
Herstellung von
Metallerzeugnissen
Unternehmensgröße
60 Beschäftigte
www.
mkf-guestrow.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
15,2 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.556
Einwohnerzahl
103.954
Hauptwirtschaftszweige
verarbeitendes Gewerbe,
Landwirtschaft,
Biotechnologie und
Medizintechnik
NORD
OST
SÜD
WEST
MECKLENBURG-VORPOMMERN
Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung für Arbeitsuchende
der Landkreise Ludwigslust und Parchim
Transit 50
Gesundheitsmanagement – ein wichtiger Baustein
zur Verbesserung von Beschäftigungsfähigkeit
Paul Schockemöhle
Pferdehaltung GmbH
Branche
Landwirtschaft
Unternehmensgröße
130 Beschäftigte
www.
gestuet-lewitz.de
»TRANSIT 50 ist unkompliziert: ein
schnelles und zielgenaues Arbeitskräfteangebot, Qualifizierung der neuen
Mitarbeiter am Arbeitsplatz, so stelle
ich mir Personalberatung vor.«
Paul Schockemöhle, Inhaber der PS Pferdehaltung GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
11,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.273
Einwohnerzahl
230.085
Hauptwirtschaftszweige
Landwirtschaft,
Nahrungsmittelindustrie,
Handel
Paul Schockemöhle baute nach seiner Sportkarriere eine der
größten Pferdezuchten in Deutschland auf und engagiert sich
heute für die über 50-Jährigen.
18
Durch den Beschäftigungspakt TRANSIT 50
wurde das Thema Arbeitslosigkeit Älterer in der
Region umfassend in die Öffentlichkeit gerückt.
Durch ein Bündel von Aktivitäten wurden 416
Integrationen erreicht (1.357 Aktivierungen).
Ein Netzwerk aus Arbeitgebern, Unternehmerverband, Politik, Medien und Arbeitsverwaltung
unterstützt die Projektumsetzung. Vorbehalte
bei Arbeitgebern gegenüber Älteren konnten
verringert werden. Integrationserfolge wurden
vor allem erreicht durch eine anspruchsvolle
Personalberatung für KMU und Beschäftigungsangebote im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung. TRANSIT 50 hat mit Hilfe der Aktivierungsangebote die Beschäftigungsfähigkeit
älterer Langzeitarbeitsloser verbessert sowie die
individuelle Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft gefestigt und erweitert.
Das von den ARGEn Ludwigslust und Parchim
getragene Projekt wird in der zweiten Programmphase gemeinsam mit dem Landkreis
Prignitz arbeiten. Besondere Aufmerksamkeit
gilt älteren Arbeitslosen, die auf Grund eingeschränkter Gesundheit nur eine reduzierte
Beschäftigungsfähigkeit aufweisen. Hier sind
spezielle Angebote im Bereich Gesundheitsmanagement vorgesehen. Erfolgreiche Ansätze
der Arbeitsplatzakquise bei Unternehmen in der
Region sowie Vermittlungs- und Coachingaktivitäten werden fortgesetzt und erweitert.
Das Unternehmen PS Pferdehaltung GmbH
hat durch Vermittlung des Beschäftigungspaktes vier ältere Langzeitarbeitslose eingestellt.
Zwischen dem Unternehmen und dem Beschäftigungspakt gibt es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das Unternehmen bietet Älteren die
Chance einer dauerhaften Beschäftigung. Der
Unternehmer Paul Schockemöhle, dreimaliger
Europameister und Olympiasieger im Pferdesport, wird auf Grund der Zusammenarbeit mit
TRANSIT 50 ein besonderes Fortbildungs- und
Schulungsprogramm zur Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit Älterer in der Pferdewirtschaft
erarbeiten und umsetzen. Es ist beabsichtigt,
diese Qualifizierungsmöglichkeit nach der regionalen Erprobung bundesweit einzuführen.
NORD
OST
SÜD
WEST
MECKLENBURG-VORPOMMERN
Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung
für Arbeitsuchende im Landkreis Müritz
Job – direkt 100
Direktvermittlung – ein erfolgreicher
Projektansatz in der Region
»Unsere Mitarbeiter legen täglich hunderte
Kilometer zurück und transportieren
wertvolle Fracht. Gerade Ältere bringen
die nötige Erfahrung für diese verantwortungsvolle Tätigkeit mit.«
Wolfram Kamprad, Prokurist der Arkona
Schnell-Lieferdienst GmbH
Der Beschäftigungspakt Job-direkt 100 wird
seit Herbst 2005 mit einem direkten, unbürokratischen und vermittlungsorientierten Ansatz
durchgeführt. Die Integrationserfolge wurden
durch die im Januar 2007 erfolgte Erweiterung
des Projektes um eine bewerberorientierte Vorgehensweise verbessert. Der Verbleib von zuvor
älteren Langzeitarbeitslosen in Unternehmen
wird im Bedarfsfall auch durch Qualifizierungen
„on the job“ unterstützt.
Durch den Ansatz des „Arbeitgeberprofiling“
mündeten von bislang über 1.600 aktivierten
Teilnehmenden 340 in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis ein, davon
sind 330 Verträge unbefristet. Die einstellenden
Unternehmen erhalten einen Eingliederungszuschuss in pauschalierter Höhe. Durch das Projekt
wurden regionale Unternehmen nachhaltig
für die Einstellung Älterer sensibilisiert, weitere
Netzwerkpartner wurden als Multiplikatoren für
die zukünftige Arbeit gewonnen.
Das mittelständische Unternehmen hat sechs Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter über 50 Jahre im letzten Jahr über den Beschäftigungspakt eingestellt.
Eine entscheidende Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung ist das Prinzip der Freiwillig-
keit. Dadurch wird die Motivation von älteren
Arbeitsuchenden deutlich erhöht. Mit der
intensiven und sehr effektiven Zusammenarbeit
zwischen ARGE und Projektdienstleister wurde
eine innovative Form des Public Private Partnership geschaffen.
In der zweiten Projektphase wird der stellenorientierte und auf Freiwilligkeit basierende
Ansatz fortgeführt. Job-direkt 100 wird um den
Nachbarlandkreis Demmin erweitert.
Das Unternehmen Arkona legt seit Jahren
großen Wert auf die Erfahrung Älterer und hat
durch deren besondere Loyalität eine höhere
Planungssicherheit. Angesichts des Fachkräftemangels in der Branche ist die Einstellung
Älterer aus Sicht des Unternehmens auch selbstverständlich. Von den aktuell 150 Beschäftigten
sind 27 Mitarbeiter 50 Jahre oder älter. Über
Job-direkt 100 wurden sechs Kraftfahrer in das
Unternehmen integriert. Seit diesem Jahr bildet
das Unternehmen auch aus (drei Auszubildende)
und wird diesen Bereich zukünftig weiter ausbauen.
19
Arkona Schnell-Lieferdienst
GmbH
Branche
Transportgewerbe
Unternehmensgröße
150 Beschäftigte
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
15 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
892
Einwohnerzahl
67.495
Hauptwirtschaftszweige
Landwirtschaft,
Gastgewerbe,
Tourismus
NORD
OST
SÜD
WEST
MECKLENBURG-VORPOMMERN
Arbeitsgemeinschaften Landkreis Nordwestmecklenburg
und Stadt Wismar
QuEo – Qualifizierung und Erfahrungsoffensive
in der Region Wismar und Nordwestmecklenburg
Potenziale älterer Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer erleben und erkennen
Klützer Holzbau und
Tischlerei GmbH
Branche
Holzgewerbe
Unternehmensgröße
8 Beschäftigte
»Durch die schrittweise Heranführung an
ältere Arbeitnehmer konnten Berührungsängste, die ich im Vorfeld hatte, nachhaltig
abgebaut werden.«
Lars Baumann, Inhaber Klützer Holzbau und
Tischlerei GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
14,0 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.772
Der Beschäftigungspakt QUEO – Qualifizierung und Erfahrungsoffensive in der Region
Wismar und Nordwestmecklenburg sieht seine
Erfolgsfaktoren in seinem Kernelement, d. h.
in der zusätzlichen intensiven Betreuung der
älteren Langzeitarbeitslosen durch Vermittler
bei den vier beauftragten Trägern. Hier wird die
sofortige Vermittelbarkeit der Bewerberinnen
und Bewerber geprüft und eine kompetente
Beratung bis hin zur bedarfsgerechten Qualifizierung gewährleistet. Langzeitpraktika unterstützen den Abbau von Vermittlungshemmnissen.
Der quantitative Erfolg des Beschäftigungspaktes zeigt sich in der Aktivierung von insgesamt 676 Teilnehmenden. Davon konnten bislang
238 Personen erfolgreich integriert werden.
Einwohnerzahl
164.544
Hauptwirtschaftszweige
Metallgewerbe,
Holzverarbeitung,
Landwirtschaft
Über den Beschäftigungspakt reicherte die Klützer Holzbau und
Tischlerei GmbH das Unternehmen mit Erfahrungswissen älterer
Handwerker an.
20
In der zweiten Projektlaufzeit wird die
ARGE der Landeshauptstadt Schwerin der neue
Projektpartner des Paktverbundes sein. Das
Aktivierungsmodul wird während der gesamten zweiten Programmphase durchgeführt und
bildet lediglich den Einstieg. Darauf aufgesetzt
erfolgen die individuellen intensiven Beratungs-
und Betreuungsmodule. Eine weitere Konzeptänderung besteht in der Zahlung von erfolgsorientierten Prämien an die Träger. Gemeinsam
mit allen Projektakteuren wird ein Erfolg versprechendes Netzwerk geschaffen, um über den
Verbund den Teilnehmenden eine langfristige
Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen.
Die Klützer Holzbau und Tischlerei GmbH
hat den Vorteil erfahrener Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, die über den Beschäftigungspakt vermittelt wurden, erkannt. Zu Beginn
des Projektes beschäftigte das Unternehmen
lediglich zwei jüngere Arbeitnehmer. Nachdem
die Geschäftsführer über die risikolose Praktikumszeit das Potenzial besonders der älteren
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erleben
und erkennen konnten, entschieden sie sich zur
Einstellung von fünf älteren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern. Damit wurde schließlich ein
ausgewogenes Beschäftigungsverhältnis von
fünf älteren zu drei jüngeren Arbeitnehmern
hergestellt.
NORD
OST
SÜD
WEST
MECKLENBURG-VORPOMMERN
Landkreis Ostvorpommern
Perspektive 50plus
für den Landkreis Ostvorpommern
Erfahrungen in andere Regionen tragen
– auch länderübergreifend
»Bei älteren Arbeitnehmern kann man
auf Erfahrung, Zuverlässigkeit und
die hohe Eigenverantwortung zählen.
Sie übernehmen gern eine Führungsrolle
im Team und optimieren Arbeitsabläufe.«
Nikolai Rogos, Betriebsleiter Landgut Stresow, Rogos GbR
Im Zentrum der Aktivitäten des Beschäftigungspaktes stehen Angebote zur Begleitung von Unternehmensgründungen. In einer
einerseits industriell strukturschwachen, doch
andererseits zunehmend touristisch geprägten
Region nimmt die Nachfrage nach Dienstleistungen zu.
Bis Ende August 2007 wurden 119 Unternehmensgründungen initiiert, begleitet und erfolgreich begonnen.
In einem zweiten Teilprojekt im Bereich der
Landwirtschaft haben 62 ältere Langzeitarbeitslose insbesondere im Ergebnis von bedarfsorientierten Qualifizierungsangeboten eine Beschäftigung gefunden. Insgesamt wurden bisher 750
ältere Langzeitarbeitslose aktiviert.
Ackerbau, Ökologie und Umweltschutz sind Bestandteil
der täglichen Arbeit. Dafür greift das Unternehmen auf die Erfahrungen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurück.
In der zweiten Programmphase werden die
Ziele und Aufgaben neu definiert. Die positiven
Erfahrungen aus dem Teilprojekt Landwirtschaft
werden übertragen auf andere Branchen und
Wirtschaftsbereiche. Damit ist eine inhaltliche
Grundlage gegeben, die künftige Zusammen-
arbeit mit der ARGE Greifswald, dem Job-Center
Uecker-Randow sowie dem Amt für Arbeit und
Soziales Miesbach (Bayern) zu gestalten.
Der Agrarsektor hat in Ostvorpommern
eine überdurchschnittliche Bedeutung. Große
Flächenausstattung und ein hoher Technisierungsgrad begründen eine hohe Arbeitsproduktivität. Als Unternehmen mit Weitblick 2007 im
Landkreis Ostvorpommern wurde das Landgut
Stresow, Rogos GbR, ausgewählt. Das Landgut
Stresow ist ein Marktfruchtbetrieb (u. a. Getreide,
Raps und Zuckerrüben), die Arbeitsorganisation
gestaltet sich nach den Wetterbedingungen
und Erfordernissen einer Agrarproduktion. Das
Unternehmen ermöglicht älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit einer hohen
Flexibilität in Bezug auf eine jahrebezogenen
Lage und Verteilung der Arbeitszeit eine berufliche Perspektive. Konventioneller Ackerbau,
Ökologie und Umweltschutz sind dem Unternehmen sehr wichtig und Bestandteil der täglichen
Arbeit.
21
Landgut Stresow,
Rogos GbR
Branche
Landwirtschaft
Unternehmensgröße
6 Beschäftigte
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
18,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.956
Einwohnerzahl
109.232
Hauptwirtschaftszweige
Landwirtschaft,
Tourismus,
Gesundheitswirtschaft
NORD
OST
SÜD
WEST
BRANDENBURG
Arbeitsgemeinschaft zur Grundsicherung
für Arbeitsuchende im Landkreis Dahme-Spreewald
STÄRKE LDS –
STandortfaktor Ältere im RegionalKErn Landkreis Dahme-Spreewald
Jüngere Beschäftigte partizipieren
an der Berufserfahrung Älterer
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
»Gerade der Erfahrungsschatz unserer
älteren Mitarbeiter stellt ein wichtiges
Kapital für unser Unternehmen
dar. Deshalb wollen wir mit unseren
Mitarbeitern bis zur Rente zusammenarbeiten.«
Arbeitslosenquote
10,5 %
Klaus-Dieter Grocholeske, Geschäftsführer der K & R
Baugesellschaft mbH
K & R Baugesellschaft mbH
Branche
Baugewerbe
Unternehmensgröße
84 Beschäftigte
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.227
In dem von klein- und mittelständischen
Unternehmen und einem starken Nord-SüdGefälle in der Arbeitsmarktstruktur geprägten
Landkreis Dahme-Spreewald ist es dem Beschäftigungspakt STandortfaktor Ältere im RegionalKErn Landkreis Dahme-Spreewald - STÄRKE-LDS
durch sehr individuelle Projektansätze und
finanzielle Anreize gelungen, die Unternehmen
der Region für die Belange der Älteren zu sensibilisieren.
Erfolgreiche Fördermodelle wie der Kombilohn oder der Förderscheck Ü50, geförderte Qualifizierungen nach der Arbeitsaufnahme, aber
auch der Ansatz einer speziellen Arbeitsvermittlung für die Zielgruppe, ermöglichten nachhaltige Integrationen Älterer in den Arbeitsmarkt.
In der zweijährigen Umsetzungszeit nutzten
1.194 ältere Langzeitarbeitslose die Angebote des
Beschäftigungspaktes. 437 Personen wurden in
den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert.
Einwohnerzahl
162.000
Hauptwirtschaftszweige
Luftfahrt,
Logistik,
Tourismus
Klaus Jedro hat über den Beschäftigungspakt STÄRKE LDS eine
Beschäftigung bei der K & R Baugesellschaft mbH gefunden.
22
In der zweiten Programmphase wird der Wirkungskreis des Paktes um den Landkreis TeltowFläming erweitert. Die Partnerschaft zwischen
den ARGEn begründet sich mit den regionalen
Gegebenheiten und der sich verstärkenden
Arbeits- und Fachkräftenachfrage in beiden
Regionen. Mit der Fortführung der erfolgreichen
Teilprojekte, der Entwicklung neuer, flexibler
Fördermöglichkeiten und dem verstärkten Einsatz spezieller Arbeitsvermittlerinnen und -vermittler sollen die Beschäftigungschancen Älterer
verbessert werden.
Das Unternehmen K&R Baugesellschaft mbH
ist seit 17 Jahren erfolgreich in der Region tätig.
Die Altersstruktur der Beschäftigten stellt ein
positives Beispiel für altersgemischte Belegschaften dar. Von den insgesamt 84 Beschäftigten sind 23 Personen 50 Jahre und älter. Die
Geschäftsführung nennt die Berufserfahrung
und Einsatzbereitschaft als besondere Vorzüge
der Beschäftigten über 50 Jahre und hebt die
guten Erfahrungen mit älteren Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern hervor. Die jüngeren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer profitieren von
der Berufserfahrung der Älteren. Das Unternehmen hat im Jahr 2007 zwei ältere Langzeitarbeitslose eingestellt.
NORD
OST
SÜD
WEST
BRANDENBURG
Jobcenter Elbe-Elster
Beschäftigungspakt 50plus
in der Region Elbe-Elster
Generationen gehen gemeinsam
– die Agrargenossenschaft Mühlberg e.G. zeigt wie
»Ausschlaggebend für die Zusammenarbeit
mit dem Beschäftigungspakt waren der
Eingliederungszuschuss für Ältere, ein persönlicher Ansprechpartner und die unbürokratische Hilfe durch den Pakt 50plus.«
Uve Gliemann, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Mühlberg e. G.
Geschäftsführer Uve Gliemann schätzt den ausgeprägten
Erfahrungsschatz älterer Beschäftigter, der in einem landwirtschaftlichen Unternehmen von großem Vorteil ist.
Kennzeichnend für den Beschäftigungspakt
50plus in der Region Elbe-Elster ist der aus dem
Pakt heraus entstandene Verein Generationen
gehen gemeinsam G3. Er begründet eine enge
und verbindliche Partnerschaft von unterschiedlichen Arbeitsmarktakteuren, die gemeinsam
sechs Teilprojekte umsetzen. Diese Kooperation
ist Grundlage für die Integrationserfolge bei
älteren Arbeitsuchenden.
Bisher wurden insgesamt 1.068 ältere
Langzeitarbeitslose aus der Region aktiviert
und 253 von ihnen (davon 90 Frauen) in eine
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
vermittelt. Neben der intermediären Rolle
des Vereins besteht eine Hauptaufgabe in der
intensiven Aktivierung von älteren Langzeitarbeitslosen in der Region. Das mit Zielvereinbarungen verbundene komplexe Coaching
der Arbeitsuchenden, bei dem u. a. auch der
Lebensweltbezug der Kunden wie auch die individuellen Aktivierungsfortschritte einbezogen
werden, ist ebenso erfolgreich wie die durch
zusätzliches Mentoring unterstützte Existenzgründungsbegleitung.
Zur Fortführung des Beschäftigungspaktes in
der zweiten Programmphase haben die Akteure
aus der Region Elbe-Elster eine Zusammenarbeit
mit der ARGE SGB II des Landkreises Wittenberg
auf den Weg gebracht. Geplant sind ein intensiver Austausch zwischen den Arbeitsmarktakteuren sowie die kooperative Nutzung der Potenziale in beiden Regionen zur Integration älterer
Langzeitarbeitsloser. Ziel ist die Integration von
210 älteren Langzeitarbeitslosen (davon 30 Existenzgründungen) pro Jahr innerhalb der zweiten
Programmphase.
Im Ergebnis der zweijährigen Projektumsetzung im Landkreis Elbe-Elster wurde unter
Berücksichtigung der ländlich geprägten Struktur der Region das landwirtschaftliche Unternehmen Agrargenossenschaft Mühlberg e. G. als
Unternehmen mit Weitblick 2007 ausgewählt.
Die Agrargenossenschaft Mühlberg e. G. mit
insgesamt 120 Beschäftigten hat sieben ältere
Arbeitsuchende aus der Region erfolgreich in
das Unternehmen integriert und ihnen wieder
eine berufliche Zukunft in der Region Elbe-Elster
geboten.
23
Agrargenossenschaft
Mühlberg e.G.
Branche
Landwirtschaft,
Tierproduktion
Unternehmensgröße
120 Beschäftigte
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
18,3 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.068
Einwohnerzahl
124.000
Hauptwirtschaftszweige
Metall- und Elektroindustrie,
Automobilzuliefererindustrie,
Nahrungsmittelindustrie
NORD
OST
SÜD
WEST
BRANDENBURG
Jobcenter Märkisch-Oderland
Regionaler Arbeitsund Wachstumsfonds
Die Mischung macht’s – Jüngere lernen von Älteren
Markon Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH
Branche
Grundstücks- und Wohnungswesen
Unternehmensgröße
12 Beschäftigte
www.
markon-bau.de
»Wir legen großen Wert auf eine gute
Mischung aus Jung und Alt. Dies trägt
zu einem guten Arbeitsklima bei,
fördert den Austausch von Erfahrungen
und gewährleistet Kontinuität in der
Entwicklung.«
Wilfried Marschner, Geschäftsführer der Markon Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH
Mit dem Investitionszuschuss bei Arbeitsplatzbeschaffung, dem Existenzgründungszuschuss,
dem Coaching- und Qualifizierungsfonds, der
Existenzgründerwerkstatt Re-Aktiv 50+ und
dem Lohnkostenzuschuss 50+ werden durch
den Regionalen Arbeits- und Wachstumsfonds
Märkisch-Oderland zielführende Förderinstrumente entwickelt und umgesetzt.
In der ersten Programmphase wurden
342 ältere Arbeitsuchende aktiviert, davon
324 Personen erfolgreich in den allgemeinen
Arbeitsmarkt integriert. 42 ältere ALG II-Bezieher haben eine eigene Existenz gegründet. In
Folge der Paktaktivitäten hat sich ein Netzwerk
zwischen den geförderten Unternehmen und
Existenzgründerinnen und Existenzgründern
ent wickelt, das zur weiteren wirtschaftlichen
Belebung der Region beiträgt.
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
14,1 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.384
Einwohnerzahl
192.131
Hauptwirtschaftszweige
Landwirtschaft,
Logistik,
Dienstleistungsgewerbe
Der Erfahrungstransfer zwischen Jung und Alt ist bei der
Markon Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH wichtig für
die Sicherung von Kompetenz und Know-how.
24
In der zweiten Programmphase werden
gemeinsam mit dem neuen Paktpartner ARGE
der Stadt Frankfurt (Oder) bewährte Förderinstrumente weitergeführt bzw. modifiziert. Der
Schwerpunkt liegt auch künftig in der gezielten
Entfaltung beschäftigungswirksamer Aktivitäten
in den Wachstumsbranchen Tourismus, Ernährung, Landwirtschaft, Gesundheit und Senioren
sowie im Dienstleistungsgewerbe und der Solarbranche. Die zwei beschäftigungspolitisch wichtigen Zielgruppen, die älteren Arbeitsuchenden
sowie die kleinen und mittelständischen Unternehmen, werden auch weiterhin unterstützt. In
Ergänzung der bisher durchgeführten Maßnahmen werden künftig zusätzlich ein Bewerbungsund Teilnehmenden-Coaching sowie eine Aktivierungsprämie angeboten.
Die Markon Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH wurde durch den Regionalen
Arbeits- und Wachstumsfonds als Unternehmen
mit Weitblick ausgewählt, weil bei einer Beschäftigtenzahl von zwölf Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern innerhalb der Beschäftigungsinitiative 50plus drei neue nachhaltige Arbeitsplätze für ältere Langzeitarbeitslose geschaffen
wurden. Damit besteht die Belegschaft zur Hälfte
aus älteren Beschäftigten über 50 Jahre, die ihre
Erfahrungen an die jüngeren Berufskolleginnen
und -kollegen im Unternehmen weitergeben.
NORD
OST
SÜD
WEST
BRANDENBURG
Jobcenter Oberspreewald-Lausitz
Perspektive50plus – Beschäftigungspakt
im Landkreis OSL »ALTERnativen«
Nutzung des Fachwissens und
der Arbeitserfahrung der Älteren
»Innerhalb des Beschäftigungspaktes
werden die neuen Mitarbeiter betriebsspezifisch qualifiziert und intensiv
gecoacht. Dadurch haben wir passgenaue
Arbeitskräfte mit sozialer Kompetenz
zur Verfügung.«
Thomas Kanig, Geschäftsführer der FK Solartechnik GmbH
Der Beschäftigungspakt ALTERnativen des
Job Centers Oberspreewald-Lausitz setzt mit
einer beim Landkreis angesiedelten Koordinierungsstelle und Akteuren der Arbeits- und
Beschäftigungsförderung vier Teilprojekte für
ältere Langzeitarbeitslose um. Das ursprüngliche
Ziel, 920 Personen zu aktivieren und 135 in den
allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren, wurde
mit bisher über 1.179 aktivierten und 441 integrierten Personen weit übertroffen.
Einerseits erfolgt eine intensive Akquisition
von Unternehmen und deren Sensibilisierung
für die Situation älterer Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer. Andererseits findet eine gezielte
Aktivierung und passgenaue Qualifizierung der
Arbeitsuchenden statt. Es erfolgt der Einsatz aller
verfügbaren Instrumente sowie eine individuelle
Arbeit mit dem Einzelnen.
In der Fertigung: Valeri Datzkov, eingestellter Projektteilnehmer,
Thomas Kanig, Geschäftsführer der FK Solartechnik GmbH und
Hartmut Weise, eingestellter Projektteilnehmer (v.l.n.r.)
Der Projektansatz für die zweite Programmphase ALTERnativen in der Lausitz wurde
gemeinsam mit der ARGE des Nachbarkreises
Spree-Neiße erarbeitet. Er sieht die Aktivierung
von 2.340 und die Integration von 663 Arbeit-
ALTERnativen
suchenden innerhalb der nächsten drei Jahre
vor. Zusätzlich zu den bisher schon erfolgreichen
Instrumenten und Strategien, wie Coaching und
Vermittlung in Praktika, wird verstärkt auf die
Eigeninitiative der Arbeitsuchenden durch den
Einsatz so genannter Förderschecks gesetzt.
Die Auswahl der FK Solartechnik GmbH
zur Auszeichnung als Unternehmen mit Weitblick 2007 erfolgte anhand von vier Kriterien
durch die Lenkungsgruppe des Paktes. Danach
zeichnet sich das Unternehmen durch die Nutzung des Fachwissens und der Arbeitserfahrung
der Älteren, eine ausgewogene Altersstruktur,
gute Qualifizierungsmöglichkeiten für Ältere
und einen Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit
durch hohe Arbeitszeitflexibilität aus.
Das Unternehmen, das im November 2007
sein zehnjähriges Firmenjubiläum beging,
arbeitet eng mit dem Beschäftigungspakt
zusammen. Bisher erhielten in dem flexiblen,
engagierten und altersgemischten Team vier
Personen einen Arbeitsvertrag, zwei davon
unbefristet.
25
FK Solartechnik GmbH
Branche
Solartechnik
Unternehmensgröße
16 Beschäftigte
www.
fksolar.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
18,2 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.224
Einwohnerzahl
129.000
Hauptwirtschaftszweige
Metall- und Elektroindustrie,
chemische Industrie,
Baugewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
BRANDENBURG
Landkreis Uckermark
Allianz für die Integration Älterer in der Uckermark
– Brücke der Erfahrung und Kompetenz
In der Uckermark engagieren sich Unternehmen
für die Integration Älterer
Unternehmensgröße
67 Beschäftigte
»Wenn auch nicht sofort eine Anstellung
möglich ist, so brauchen wir die
Kompetenzen der Älteren auch für das
bürgerschaftliche Engagement in unseren
strukturschwachen ländlichen Regionen.«
www.
volkssolidaritaet.de
Bärbel Glogau, Leiterin Geschäftsstelle Angermünde der
Volkssolidarität Brandenburg e.V.
Volkssolidarität
Brandenburg e.V.
Branche
Soziale Dienstleistungen
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
21,1 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.073
Einwohnerzahl
145.000
Hauptwirtschaftszweige
Herstellung von chemischen
Erzeugnissen,
Papiergewerbe,
Landwirtschaft
Die altersgemischte Belegschaft der Volkssolidarität Brandenburg e.V. vereint berufliche Kompetenz mit Lebenserfahrung.
26
Mit neuen, regional angepassten Konzepten
setzt der Beschäftigungspakt Uckermark auf
alternative Wege zur Integration Älterer in
Arbeit und Gesellschaft. Im Beschäftigungspakt
arbeiten Bildungsträger, Beschäftigungsgesellschaften, Vereine und Kommunen eng mit
Unternehmen und deren Interessenvertretungen
zusammen. Die Arbeitsschwerpunkte und
Handlungsfelder orientieren sich an den Potenzialen der Älteren, am gegenwärtigen und zu
erwartenden wirtschaftlichen Bedarf sowie an
den kommunalen und regionalen Entwicklungsperspektiven.
an im Pakt engagiert und eine alter(n)sgerechte
Arbeitsplatzgestaltung realisiert haben.
Ein wichtiges quantifizierbares Ergebnis der
Arbeit des Paktes spiegelt die Integrationszahl
wider: 144 Ältere wurden in den allgemeinen
Arbeitsmarkt integriert. Darüber hinaus wurden
330 Personen in unterschiedlichen Projekten
aktiviert, bis Jahresende 2007 wird sich diese Zahl
um weitere 150 Personen erhöhen. Das Ergebnis
basiert vor allem auf den engen Kontakten zu
den Unternehmen, Kammern und Verbänden.
Die Volkssolidarität Uckermark steht stellvertretend für die Unternehmen, die sich von Beginn
Mit der Paktarbeit sind regionale Strukturen
gefestigt und neu entstanden. Sie sorgen dafür,
dass die „Brücken zu den Unternehmen“ stabiler
werden, Arbeitsuchende eigene „zukunftsfähige
Brücken“ für Erwerbsarbeit oder Nebenerwerb
aufbauen und „Brücken zu neuen Handlungsfeldern“ für Beschäftigung entstanden sind. In
Zukunft wird die ARGE Mecklenburg-Strelitz
neuer programmgebietsübergreifender Partner
im Pakt.
Fragt man nach den qualitativen Wirkungen
des Paktes, so sind es erste Veränderungen im
Bewusstsein der Beteiligten selbst und im Denken
der Unternehmen. Eine wichtige Rolle spielt die
Korrektur von Altersbildern. Deshalb zählt zu den
bedeutsamsten Ergebnissen der Paktarbeit eine
gelungene Sensibilisierung von Unternehmen,
Vereinen und Verbänden und der Verwaltungen
auf breiter Ebene für das Thema Integration
Älterer in Arbeit und Gesellschaft.
NORD
OST
SÜD
WEST
BERLIN
JobCenter Neukölln
BÄN.AG – Beschäftigung für Ältere aus Neukölln
– Aktionsgemeinschaft
Berlin Neukölln: Integration von Älteren
durch intensive Betreuung
Ȁltere Arbeitnehmer sind hoch
motiviert, zeigen eine deutlich spürbare
Zuverlässigkeit, was Arbeitsqualität
und auch Arbeitsumfeld betrifft. Sie haben
kaum Fehlzeiten und sind bei Kunden
sehr gefragt.«
Stefan Redetzky, Niederlassungsleiter der ASIB
Wasserberg e.K. in Berlin
Stefan Redetzky, Niederlassungsleiter der ASIB Wasserberg e.K.
in Berlin, im Gespräch mit Kunden
In der BÄN.AG wurden 2.500 ältere Langzeitarbeitslose aktiviert und an den Arbeitsmarkt
herangeführt. In den allgemeinen Arbeitsmarkt
konnten 257 Kunden integriert werden. Zugleich
ist es gelungen, Berliner Unternehmen für die
Zielgruppe zu sensibilisieren und die Einstellungsbereitschaft gegenüber Älteren zu fördern.
Als Schlüssel zum Erfolg erweisen sich ein
gewachsenes Netzwerk, eine Projektstruktur
mit aufeinander abgestimmten Teilprojekten
sowie die Fortentwicklung der Ansätze. Eine
hohe Betreuungsdichte sorgt für eine kontinuierliche Beratung und die damit verbundene
Verbindlichkeit in der Aktivierung. Der Einsatz
von geschultem Personal, das zumeist aus der
Zielgruppe stammt, sichert eine vertrauensvolle
Beziehung zum Kunden und ermöglicht so
eine strukturierte Betreuung und aufeinander
aufbauende Aktivitäten: individuelle Beratung
– Bewerbungscoaching – passgenaue Qualifizierung – Arbeitserprobung – assistierte Bewerbung
und Vermittlung. Angesichts der schwierigen
Arbeitsmarktlage, eines überdurchschnittlich
hohen Anteils an Personen mit Migrationshinter-
grund sowie der Komplexität der Vermittlungshemmnisse sind Stabilität, Zuverlässigkeit und
Vertrautheit von Strukturen wesentlich.
Das Jobcenter Berlin Neukölln wird das
bewährte Projekt mit einer verstärkten Ausrichtung auf die Vermittlung in Zusammenarbeit
mit dem Jobcenter Berlin Treptow-Köpenick in
der zweiten Programmphase weiterführen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
BÄN.AG konnten viele Unternehmen davon überzeugen, ältere Arbeitsuchende einzustellen. Der
Personaldienstleister ASIB Wasserberg e. K. (Mitglied des IGZ, Interessensvertretung deutscher
Zeitarbeitsunternehmen) setzt gezielt auf ältere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, weil er deren
Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Erfahrung und
Qualität der Arbeit schätzt und für die Entwicklung des Unternehmens nutzen möchte. Jeder
vierte Beschäftigte im Unternehmen ist über
50 Jahre alt. Bisher fanden zwei ältere Langzeitarbeitslose der BÄN.AG über das Unternehmen
eine neue berufliche Perspektive.
27
ASIB Wasserberg e.K.
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Unternehmensgröße
1.100 Beschäftigte
www.
asib.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
16,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.520
Einwohnerzahl
302.000
Hauptwirtschaftszweige
Groß- und Einzelhandel,
Dienstleistungsgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
BERLIN
JobCenter Pankow
Berliner Betriebe nutzen die Kompetenzen Älterer
– Berliner BÄr
Ein breites Berliner Bündnis wird
zukünftig Ältere in Arbeit bringen
G.S.H. Gebäudeservice und
Versorgungstechnik GmbH
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Unternehmensgröße
12 Beschäftigte
»Es war gut, einmal einen ›Blick von außen‹
durch die SeniorConsulter auf das Unternehmen werfen zu lassen.«
Matthias Härtl, Geschäftsführer der G.S.H. Gebäudeservice
und Versorgungstechnik GmbH
www.
gsh-berlin.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
13,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.994
Einwohnerzahl
353.910
Hauptwirtschaftszweige
Handwerk,
Dienstleistungsgewerbe,
Biotechnologie
Die Geschäftsführer der G.S.H. Gebäudeservice und
Versorgungstechnik GmbH Matthias Härtl und Bernd Hauswirt
28
Das Projekt Berliner Betriebe nutzen die
Kompetenzen Älterer – Berliner BÄr zielt auf
die Integration älterer Langzeitarbeitsloser in
den Erwerbsprozess. Darüber hinaus werden
kleine und mittlere Handwerksbetriebe zur
Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit
durch Anpassung an den strukturellen Wandel
der regionalen Wirtschaftstruktur unterstützt.
Dazu wurden 66 SeniorConsulterinnen und
-Consulter zu Technischen Fachwirten ausgebildet, die bisher mit 200 Unternehmen
zusammengearbeitet haben. Zu den Beratungsschwerpunkten gehören nahezu alle betriebswirtschaftlichen Fragen. Ein Großteil der
ausgebildeten Beraterinnen und Berater
mündet in ein Beschäftigungsverhältnis auf
dem allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. geht in
die Selbstständigkeit.
Das Projekt wurde um ein „Vermittlungscoaching“ ergänzt, welches den Unternehmen
passgenaue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
vermittelt. Dies gelang vor allem durch individuelle Aktivierung, Motivation und Sozialcoaching
der Kunden, durch bewerberorientierte Vermitt-
lung und die persönliche Begleitung des Kunden.
Insgesamt wurden 178 Arbeitsuchende aktiviert,
davon 79 Personen integriert.
In der zweiten Programmphase wird die
Aktivierung und Vermittlung von älteren Langzeitarbeitslosen Schwerpunkt der Arbeit sein.
Die Erfahrungen des „Vermittlungscoachings“
werden in ein neues Projekt übertragen und
gemeinsam mit den neue Partnern, den JobCentern aus den Bezirken CharlottenburgWilmersdorf, Friedrichshain-Kreuzberg und
Marzahn-Hellersdorf, ab 2008 umgesetzt.
Die G.S.H. Gebäudeservice und Versorgungstechnik GmbH beschäftigt 12 Personen zwischen
26 und 62 Jahren. Besonders wichtig ist dem
Unternehmen die Schaffung von Arbeitsplätzen
für Behinderte. Die beiden Geschäftsführer – 39
und 62 Jahre alt – vertreten zwei Generationen:
Der Jüngere schätzt gerade die Lebenserfahrung
und die beruflichen Kenntnisse des Älteren.
Die SeniorConsulterinnen und -Consulter
erarbeiteten mit dem Unternehmen ein Marketing-Konzept, das gegenwärtig umgesetzt wird.
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN-ANHALT
Arbeitsgemeinschaft SGB II des Burgenlandkreises
Lebenswissen für eine starke Region Burgenlandkreis
Im Burgenlandkreis schätzen die Unternehmen
Erfahrung und Lebenswissen der Älteren
»Auf Grund der positiven Einstellung
und Zuverlässigkeit stellen unsere älteren
Mitarbeiter einen unverzichtbaren Baustein
unserer erfolgreichen Firmenentwicklung
dar.«
Axel Bielig, Geschäftsführer von Taxi - und Kurierdienst Bielig
Geschäftsführer Axel Bielig schätzt die Zusammenarbeit mit
älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Der Beschäftigungspakt Lebenswissen für
eine starke Region Burgenlandkreis begegnet
sowohl der Beschäftigungslosigkeit Älterer als
auch der demografischen Entwicklung in der
Region Burgenlandkreis. Das Projekt Lebenswissen hat bisher rund 2.000 älteren Langzeitarbeitslosen die Möglichkeit geboten, sich im
Rahmen der Findungsphase als integralem Teilprojekt einem Profiling zu stellen. Auf der Basis
der Ergebnisse gelangen die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer ggf. in die Teilprojekte Vermittlungszentrum oder Kompetenzzentrum, wo sie
eine intensivere Betreuung und Aktivierung
erfahren.
Auf der Grundlage einer tiefgründigen
Eingangsanalyse, einem individualisierten
Vermittlungscoaching, der Erarbeitung realistischer Integrationsstrategien sowie intensiv
assistierter Bewerbungsaktivitäten werden im
Vermittlungszentrum Vorurteile der Unternehmen gegenüber älteren Bewerberinnen und
Bewerbern abgebaut. Im Rahmen des Kompetenzzentrums werden Ältere durch entsprechende Unterstützung und Markterprobung auf
ARGE SGB II
Burgenlandkreis
eine eigene Existenzgründung vorbereitet. Im
erfolgreichen, zweijährigen Verlauf des Gesamtprojektes wurden 295 ältere Langzeitarbeitslose
in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert. Darüber hinaus wurden 722 ältere Arbeitsuchende
für Marktersatzmaßnahmen sowie weitere 285
für Qualifizierungen und Praktika aktiviert.
Das Projekt „Lebenswissen“ soll perspektivisch
in modifizierter Form als „Arbeitsfabrik 50plus“
weitergeführt werden. Darin werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in simulierten,
betrieblichen Abteilungen aktiver in das Integrationscoaching eingebunden und als Dienstleister füreinander tätig. Neue Pakt-Partner
sind der ehemalige Landkreis Weißenfels und
der Eigenbetrieb für Arbeit (Saalekreis).
Das Unternehmen Taxi - und Kurierdienst
Bielig hat einen Beschäftigungsanteil älterer
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von ca.
30 Prozent und nimmt damit eine Vorbildstellung in der Region ein. Über das Projekt „Lebenswissen“ konnten zwei ältere Langzeitarbeitslose
erfolgreich ins Unternehmen integriert werden.
29
Taxi- und Kurierdienst Bielig
Branche
Landverkehr
Unternehmensgröße
15 Beschäftigte
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
17,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.267
Einwohnerzahl
204.110
Hauptwirtschaftszweige
Nahrungsmittelindustrie,
Weinanbau,
Tourismus
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN-ANHALT
Arbeitsgemeinschaft SGB II Halle GmbH
Jahresringe Halle
Hohe Wertschätzung der sozialen
Qualitäten Älterer im Pflegebereich
Pflegedienst Wunschick
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Unternehmensgröße
25 Beschäftigte
»Wichtig für den Pflegedienst sind das
Verantwortungsbewusstsein, die psychische
Belastbarkeit, der Arbeitswille und die
Abgeklärtheit der älteren Beschäftigten.«
Marcel Wunschick, Inhaber Pflegedienst Wunschick
www.
meine-pflege.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
16,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.086
Einwohnerzahl
236.000
Hauptwirtschaftszweige
Maschinen- und Anlagenbau,
Informationstechnologien,
Dienstleistungsgewerbe
Sigrid Trinks (links) hat über den Beschäftigungspakt Halle eine
Tätigkeit im Bereich Altenpflege und betreutes Wohnen beim
Pflegedienst Wunschick gefunden.
30
Der Beschäftigungspakt Jahresringe Halle
zeichnet sich durch die Etablierung eines
dynamischen Netzwerkes aus, in dem die
Akteure des Paktes, Unternehmen – insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – und
deren Interessenvertretungsorgane sowie
Persönlichkeiten aus Politik und Verwaltung
zusammenarbeiten. Die zielorientierte Steuerung des Netzwerkes und die Unterstützung
der Aktivitäten der Teilprojekte erfolgt über eine
zentrale Projektkoordinierung. Wesentlich für
die realisierten Erfolge von 1.069 Aktivierungen
und 574 Integrationen sind zudem die neue
Mischung aus fall- und arbeitsplatzbezogenen
Aktivierungs- und Integrationsstrategien, neue
Formen und Instrumente der Arbeitgeberförderung sowie eine effiziente Öffentlichkeitsarbeit.
In der zweiten Programmphase wird
der Beschäftigungspakt seine Aktivitäten
gemeinsam mit der ARGE Bitterfeld und der
Agentur für Arbeit Halle SGB II Saalkreis
fortsetzen. Vorgesehen ist ein ganzheitlicher
Betreuungsansatz, die verstärkte Integration
durch teilprojektübergreifende Profilings
sowie eine stärkere Einbindung von Entscheidungsträgern.
Als Unternehmen mit Weitblick hat der
Beschäftigungspakt den Pflegedienst Wunschick
ausgewählt. Das 2004 gegründete Unternehmen
bietet umfangreiche Dienstleistungen hinsichtlich Beratung, Kranken- und Altenpflege, hauswirtschaftlicher Versorgung und des betreuten
Wohnens an. Als Alternative zum Pflegeheim
wird mit dem Auf- und Ausbau der Wohnanlage „Vita-Residenz“ eine zeitgemäße Form des
betreuten Wohnens mit differenzierten Wohnformen geschaffen.
Der Pflegedienst Wunschick beschäftigt
insgesamt 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
acht davon sind 50 Jahre und älter. Mit der Einstellung von sechs Personen aus dem Beschäftigungspakt Jahresringe Halle hat der Inhaber,
Herr Wunschick, bewusst einen wichtigen Beitrag zur Wiedereingliederung älterer Langzeitarbeitsloser geleistet. Er schätzt ihre fachlichen
Qualitäten und insbesondere ihre hohen sozialen
Kompetenzen für diesen Unternehmensbereich.
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN-ANHALT
Arbeitsgemeinschaft SGB II Mansfelder Land
Alter hat Zukunft
Dem demografischen Wandel begegnen
– in der Zukunftswerkstatt 50plus
»Die Sozialkompetenz älterer Arbeitnehmer hat Vorbildwirkung für jüngere
Beschäftigte, Auszubildende und Zivildienstleistende des Hauses. Es wird ein intensiver
Erfahrungsaustausch möglich.«
Undine Handschke, Einrichtungsleiterin im
Johanniter-Haus Mansfeld
Alter hat Zukunft(AhZ) hat sich die Aufgabe
gestellt, ein Netzwerk für die Belange des demografischen Wandels im Kontext von aktivem
Alter(n), Stärkung der Seniorenwirtschaft und
Arbeitsmarktintegration Älterer zu bilden. Die
entscheidende Erkenntnis des Paktes ist es, dass
demografischer Wandel ein äußerst vielschichtiges Thema darstellt, das nur in dieser Komplexität bewältigt werden kann. Die Verbindung von
effektiver Vermittlung und kontinuierlicher und
thematisch vielfältiger Netzwerkarbeit ist die
entscheidende Voraussetzung für Erfolg.
Auf diesem Wege wurden bisher 453 Ältere
aktiviert und 136 Personen in den allgemeinen
Arbeitsmarkt integriert. Als besonders erfolgreich erweist sich die nachträglich installierte
Zukunftswerkstatt 50plus. Dieser Ansatz zur
Integration älterer Langzeitarbeitsloser wird in
Kooperation mit den ARGEn Sangerhausen und
Quedlinburg in der zweiten Programmphase auf
weitere Regionen übertragen.
Mitarbeiterin im Johanniter-Haus Mansfeld – Insbesondere
ältere Beschäftigte haben die nötige Umsicht im Umgang mit
hilfebedürftigen Menschen.
Unternehmen auch bewusste Anstrengungen zur
Bewältigung des demografischen Wandels.
Ein Unternehmen, das in diesem Sinne
Weitblick beweist, ist das Johanniterhaus in
Mansfeld. Diese Einrichtung zur stationären und
ambulanten Betreuung Älterer versteht es, mit
einer ganzheitlichen, auf die Region gerichteten
Herangehensweise, übergreifende Angebote
zu schaffen. Sowohl die bewusste Auswahl der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – u. a. in einer
guten Mischung von Jung und Alt – als auch die
intensive Vernetzung der Einrichtung und ihrer
Bewohnerinnen und Bewohner mit der Region
ist der Kern des Erfolgskonzepts. Dies wird auch
durch die Einbindung des Ehrenamtes – für das
AhZ ein bewährtes Instrument zur Aktivierung
von älteren Arbeitsuchenden – deutlich. Hier
wird der Kontakt mit Menschen aus dem Ort vermittelt, das Gemeinschaftsgefühl gefördert und
gleichzeitig der Region die Verantwortung für
die Älteren stets vor Augen geführt.
Wesentliche Aspekte des Erfolges sind neben
einer offenen Haltung zur Einstellung Älterer im
31
Johanniter-Haus Mansfeld,
ein Betriebsteil der EPSG
GmbH
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Unternehmensgröße
29 Beschäftigte
www.
johanniter.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
18,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.637
Einwohnerzahl
160.149
Hauptwirtschaftszweige
Holzverarbeitung,
Metallbau,
Maschinen- und Anlagenbau
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN ANHALT
Jobcenter-Arbeitsgemeinschaft Magdeburg GmbH
Kompetenz und Erfahrung für die Region
Ein Unternehmen stützt
sich auf die Erfahrung Älterer
NOVAL Industriearmaturen
GmbH
Branche
Herstellung von Metallerzeugnissen
Unternehmensgröße
21 Beschäftigte
www.
noval.de
»Wir fanden die passgenaue Vorauswahl
der Praktikanten durch den Bildungsträger
sinnvoll und nutzten die Phasen der
Praktika zur intensiven Einarbeitung am
zukünftigen Arbeitsplatz.«
Michael Böttger, geschäftsführender Gesellschafter der
NOVAL Industriearmaturen GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
15,3 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.217
Einwohnerzahl
229.691
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Ernährungswirtschaft,
regenerative Energien
Martin Perrin, Geschäftsführer, Michael Böttger, Ingenieur im
Unternehmen und Olaf Berg, CNC-Dreher im Unternehmen
32
Im Rahmen des Bundesprogramms setzt
die ARGE Magdeburg in Kooperation mit
dem Technologie- und Berufsbildungszentrum
und der Handwerkskammer Magdeburg den
aus zwei Teilprojekten bestehenden Beschäftigungspakt Kompetenz und Erfahrung für
die Region um. Ziel ist es, die Wirtschaft für
das Beschäftigungspotenzial älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeiternehmer zu sensibilisieren, um ältere Langzeitarbeitslose in
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln. Bisher wurden
1.816 Ältere aktiviert, von denen 192 in den allgemeinen Arbeitsmarkt vermittelt wurden.
Als besonders integrationsfördernd
erwiesen sich in Magdeburg sowohl gestufte
Praktika als auch in enger Partnerschaft mit
den Hochschulen organisierte Entwicklungsbeschäftigungen. Diese bewährten Ansätze,
erweitert um eine intensivere zielgerichtete
Vorbereitungsphase, sollen gemeinsam mit
dem Job-Center ARGE Bördekreis in der zweiten
Programmphase umgesetzt und weiterentwickelt werden.
Das Unternehmen NOVAL Industriearmaturen
GmbH ging aus dem Armaturenbau des ehemaligen MAW Magdeburg im Jahre 1990 als eine
der ersten Neugründungen nach der politischen
Wende hervor. Kerngeschäft ist die europaweit
bedarfsgerechte Herstellung und Montage von
kompletten Industriearmaturen für den Chemie- und Anlagen- wie den Kraftwerksbau und
Raffinerien. Eine entsprechende Zertifizierung
ermöglicht die Fertigung im eigenen Hause
sowie die Komplettierung der Armaturen mit
Sicherheits- und Stelleinheiten für hohe Drücke
und alle Medien. Dazu stützt sich das Unternehmen vor allem auf die Erfahrungen älterer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was in einer
Beschäftigungsquote von über 60 Prozent älterer
Beschäftigter zum Ausdruck kommt.
Im Rahmen des Bundesprogramms ermöglichte das Unternehmen sieben älteren Langzeitarbeitslosen ein Praktikum in den Bereichen
Lager, Fertigung und Einkauf/Vertrieb, von
denen bis heute zwei Ingenieure und zwei ältere
Arbeitsuchende in der Produktion unbefristet
übernommen wurden.
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN-ANHALT
Arbeitsgemeinschaft SGB II im Landkreis Stendal
Netzwerk-Altmark-50++
Die Flexibilität lebenserfahrener Menschen
– ein Vorteil für das gesamte Unternehmen
»Durch eine gute Altersdurchmischung
können wir jüngeren Mitarbeitern
mit kleinen Kindern bei Spätdiensten
entgegenkommen. Wir schätzen
daher die Flexibilität unserer lebenserfahrenen Mitarbeiter.«
Hans-Peter Haase, Geschäftsführer der Lebenshilfe
ALTMARK - WEST gGmbH
Hans-Peter Haase, Geschäftsführer der Lebenshilfe
ALTMARK-WEST gGmbH
In der ehemals landwirtschaftlich geprägten
Region liegt die Arbeitslosigkeit bei den über
50-Jährigen deutlich über 20 Prozent. Zur
anspruchsvollen Zielstellung des Beschäftigungspaktes Netzwerk – Altmark 50++ gehört
die Integration älterer Langzeitarbeitsloser mit
geringen Qualifikationen. Hierbei kommen
Bewerbungstrainings, Profilings sowie Praktika
zum Einsatz. In der bisherigen Umsetzung erwies
sich insbesondere die Kombination aus Coaching
und Praktikum als hilfreicher Ansatz, Projektteilnehmende nach langen Jahren der Arbeitslosigkeit in eine sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung zu vermitteln.
Dieser Ansatz soll auch in der zweiten Programmphase unter Beteiligung der Partnerregion Halberstadt fortgesetzt werden. Mit
94 Integrationen bei 500 aktivierten älteren
Langzeitarbeitslosen im Gesamtgebiet des Netzwerkes wurden in der ersten Programmphase
20 Prozent aller Projektteilnehmenden in den
ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Es gehört zu den
eindrucksvollen Erfolgen des Projektes, dass
Unternehmen dabei immer wieder mehrere
ältere Langzeitarbeitslose eingestellt haben,
weil sie von den damit verbundenen Vorteilen
überzeugt sind. Dies ist umso bemerkenswerter,
als in der Region vorwiegend klein- und mittelständische Unternehmen mit geringer Personalfluktuation angesiedelt sind.
Die als Unternehmen mit Weitblick 2007
prämierte Lebenshilfe ALTMARK - WEST gGmbH
hat während der gesamten Projektlaufzeit
insgesamt drei ältere Langzeitarbeitslose eingestellt. Gerade dieses Unternehmen schätzt
die Mitarbeit Älterer und bereitet diese sehr
sorgfältig auf zukünftige Aufgaben vor. Dabei
werden die Gelassenheit der älteren Beschäftigten sowie die Bereitschaft zur Arbeit in den
Nachmittags- und Abendstunden besonders
geschätzt. Darüber hinaus werden die Projektteilnehmenden, die nicht von der Lebenshilfe
gGmbH übernommen werden, durch entsprechende Beurteilungen und Empfehlungen bei
der weiteren Arbeitsuche unterstützt.
33
Lebenshilfe ALTMARK-WEST
gGmbH
Branche
Soziale Dienstleistungen
Unternehmensgröße
205 Beschäftigte
www.
lebenshilfe-altmark-west.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
16,3 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.996
Einwohnerzahl
225.812
Hauptwirtschaftszweige
Landwirtschaft,
Ernährungsindustrie,
Automobilzuliefererindustrie
NORD
OST
SÜD
WEST
THÜRINGEN
Stadt Jena – jenarbeit –
COOP[+]
Firmenentwicklung durch die Nutzung
der beruflichen Erfahrung Älterer
BZ Holzbau GmbH
Branche
Baugewerbe
Unternehmensgröße
8 Beschäftigte
www.
bzholzbau.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Ȁltere Arbeitnehmer bringen viel
Erfahrung mit. Sie integrieren sich
problemlos im Team und agieren sicher
in neuen Arbeitssituationen. Sie haben
einen sehr respektvollen Umgang mit
unseren Kunden.«
Hans-Jürgen Bräunin, geschäftsführender Gesellschafter der
BZ Holzbau GmbH
Arbeitslosenquote
10,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
708
Einwohnerzahl
102.441
Hauptwirtschaftszweige
metallverarbeitende Industrie,
Optik,
Medizintechnik
Für das Unternehmen BZ Holzbau GmbH ist das Arbeiten in einer
altersgemischten Belegschaft wichtig.
34
Dem Beschäftigungspakt COOP[+] ist es
gelungen, durch gezielte individuelle Maßnahmen und persönliche Kontakte vor allem zu
klein- und mittelständischen Unternehmen im
Handwerks- und Dienstleistungsbereich über
200 ältere Langzeitarbeitslose in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Insgesamt
wurden 970 Personen der Zielgruppe aktiviert.
Als wesentliche Erfolgsfaktoren haben sich
der individuelle Ansatz der Aktivierungs- und
Integrationsstrategie – beginnend beim individuellen Coaching über arbeitsplatzorientierte
Qualifizierungen bis hin zum Coaching noch
nach der Einstellung – sowie die Absolvierung
von Praktika erwiesen. Bei Bedarf erfolgen auch
Beratungsgespräche mit den Arbeitgebern sowie
eine finanzielle Unterstützung für Arbeitgeber
während der Einarbeitungsphase.
Die gewonnenen Erfahrungen werden in
modifizierter Form in die zweite Programmphase
einfließen und gemeinsam mit den neuen Partnerregionen Saale-Holzland-Kreis und SaalfeldRudolstadt umgesetzt. Dabei kann Jena auf ein in
der ersten Programmphase aufgebautes stabiles
Netzwerk an Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern zurückgreifen. Die regionale
Ausdehnung erweitert dieses Netzwerk im Sinne
der Integration von älteren Langzeitarbeitslosen.
Das vom Beschäftigungspakt COOP[+] ausgewählte Unternehmen mit Weitblick 2007, die
BZ Holzbau GmbH, ist ein Unternehmen dieses
Netzwerkes. Der 1993 gegründete Handwerksbetrieb bietet verschiedene Dienstleistungen
im Baubereich wie Tischler-, Maurer-, Betonbauer-, Fliesenleger- und Trockenbauarbeiten
sowie Brandschutzmaßnahmen an. Dabei setzt
das Unternehmen auf die Erfahrungen älterer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Von den
insgesamt acht Beschäftigten sind vier über 50
Jahre. Zudem zeichnet sich der Handwerksbetrieb durch eine permanente marktorientierte
Qualifizierung der Beschäftigten aus. Ausschlaggebend für die Nominierung des Unternehmens
ist die Anzahl von drei Neueinstellungen aus dem
Beschäftigungspakt COOP[+].
NORD
OST
SÜD
WEST
THÜRINGEN
Arbeitsgemeinschaft für Arbeitsuchende
des Kyffhäuserkreises
Neue Chancen für Ältere
im Kyffhäuserkreis
Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit
– wesentliche Werte älterer Beschäftigter
»Wir können und wollen nicht auf die
Erfahrungswerte älterer Mitarbeiter verzichten. Ältere sind hundertprozentig
zuverlässig und verantwortungsvoll in der
Erledigung ihrer Arbeitsaufgaben.«
Britta Ronnenberg, Geschäftsführerin der Klostergut
Mostobst GmbH
Erhard Schlennstedt wurde als Maurer bei der Klostergut Mostobst GmbH, einem Tochterunternehmen der Raiffeisen Agil Leese
eG, über den Beschäftigungspakt im Kyffhäuserkreis eingestellt.
Der Beschäftigungspakt Neue Chancen für
Ältere im Kyffhäuserkreis zeichnet sich durch
eine intensive Netzwerkarbeit aus. Die Aktivitäten des Beirates und die kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit haben zu einer nachhaltigen
Sensibilisierung für die Beschäftigung Älterer
in der Region beigetragen. Bei der Unternehmensakquise erwies sich die direkte Ansprache
durch qualifiziertes Personal als besonders
erfolgreich. Die Unternehmen wurden insbesondere zu Einstellungsmöglichkeiten und finanziellen Eingliederungshilfen beraten.
Darüber hinaus sind in der Zusammenarbeit verschiedener Träger, die ältere Langzeitarbeitslose auf den Weg in den Arbeitsmarkt
begleiten, nachhaltige Strukturen gewachsen.
Hier bewährte sich insbesondere die langfristige Begleitung der Älteren. In der zweijährigen
Umsetzungszeit des Projektes erfolgte die Aktivierung von 1.120 langzeitarbeitslosen Älteren.
Die sich anschließende intensive Coachingund Vermittlungstätigkeit ermöglichte es,
277 Ältere in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu
integrieren.
In der zweiten Programmphase werden
die bewährten Ansätze gemeinsam mit dem
Grundsicherungsamt des Eichsfeldkreises als
neuem Paktpartner fortgeführt. Ein besonderes
Augenmerk soll auf die arbeitsplatzbezogene
Qualifizierung des Einzelnen gelegt werden,
um den Einstieg in das Arbeitsleben zu erleichtern.
Die Auszeichnung als Unternehmen mit
Weitblick erhielt die Klostergut Mostobst GmbH.
Sie baut Industrieobst an und führt in dem Klostergut Pflege- und Umbaumaßnahmen durch.
Das soziale Engagement des Unternehmens
zeigt sich in dem kontinuierlich guten Kontakt
zum Arbeitgeberservice sowie in der Anzahl
der älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Von den 46 Beschäftigten sind 16 Personen
über 50 Jahre, vier davon sind Frauen. Über den
Beschäftigungspakt erfolgte die Vermittlung von
drei älteren Langzeitarbeitslosen in ein befristetes Arbeitsverhältnis. Einer dieser Mitarbeiter
wurde als Maurer für Umbauarbeiten in dem
Klosterhof in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis
übernommen.
35
Klostergut Mostobst GmbH
Branche
Landwirtschaft
Unternehmensgröße
46 Beschäftigte
www.
moefi.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
16,0 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.451
Einwohnerzahl
87.491
Hauptwirtschaftszweige
Metall- und Elektroindustrie,
Fahrzeugbau,
Dienstleistungsgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
THÜRINGEN
Arbeitsgemeinschaften Stadt Eisenach, Landkreis Sonneberg, Landkreis Hildburghausen,
Stadt Suhl, Landkreis Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis
STABiL – Südwestthüringer Tourismusnetzwerk
für ältere Beschäftigte in Lohn
Von denen, die auszogen... – AGILe Ältere finden
auf der Wartburg eine neue Beschäftigung
Steigenberger Hotel
Thüringer Hof
Branche
Gastgewerbe
Unternehmensgröße
69 Beschäftigte
www.
eisenach.steigenberger.de
»Der Erfolg unseres Hauses definiert
sich über Persönlichkeit, Vertrauen
und Erfahrung im Miteinander und
Füreinander von Jung und Alt.«
Dr. Hans-Joachim Hook, Direktor im Steigenberger Hotel
Thüringer Hof in Eisenach
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
9,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.264
Einwohnerzahl
491.000
Hauptwirtschaftszweige
Metall- und Kunststoffverarbeitung,
Automobilzuliefererindustrie,
Tourismus
Dr. Hans-Joachim Hook, Geschäftsführer des Steigenberger
Hotel Thüringer Hof schätzt die Zusammenarbeit mit dem
Beschäftigungspakt Südwestthüringen.
36
Innerhalb der Region Südwestthüringen
wurden im Beschäftigungspakt STABiL 13
regionale Zentren errichtet, die einerseits
ältere Arbeitsuchende gezielt qualifizieren
und integrieren, andererseits die touristische
Infrastruktur in der Region pflegen und
attraktiver gestalten. Die Verbindung von
praktischer Arbeitserprobung und begleitender
assistierter Vermittlung erwies sich als ein
sehr wirksames Instrument.
Im Rahmen der Projektlaufzeit wurden 2.450
ältere Langzeitarbeitslose aktiviert, davon nahmen 786 an Qualifizierungen teil. Mit der Bilanz
von knapp 400 Integrationen im Voll-, Teilzeitund geringfügigen Bereich wurde die ursprüngliche Zielsetzung deutlich übertroffen. Zwei
paktinterne Evaluierungen in Zusammenarbeit
mit der Fachhochschule Schmalkalden begleiteten den Prozess und bewirkten inhaltliche
Modifizierungen. Das Netzwerk, bestehend aus
den sechs beteiligten ARGEn, den fünf Trägergesellschaften, der GFAW und weiteren Partnern,
setzte erfolgreich die vom Regionalbeirat Südwestthüringen beschlossenen Aufgaben um.
STABIL wird als AGIL - Aeltere gehen in Lohn
fortgeführt. Das bedeutet, dass die Konzentration auf den touristischen Bereich zu Gunsten
einer Ausweitung auf alle Wirtschaftsbereiche
verstärkt wird. Das neue Netzwerk wird neben
der ARGE SGB II Ilm-Kreis auch regionale Integrationsfachdienste, Rententräger, Krankenkassen, Bildungsträger und Kompetenzagenturen umfassen. Hier wird neben der regionalen
Ausdehnung auch die Erweiterung der einbezogenen Partner angestrebt.
Zum regionalen Unternehmen mit Weitblick
2007 wurde das Steigenberger Hotel Thüringer
Hof mit sechs erfolgreichen Vermittlungen auf
Grund seiner guten und langfristigen Zusammenarbeit mit STABIL ausgewählt. Hervorzuheben sind die Offenheit und die Einstellung,
die der Hoteldirektor und sein Team hinsichtlich
der Potenziale von älteren Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern vertreten. Deren Nutzung
und Entfaltung sind gewinnbringend sowohl
für das Unternehmen als auch für die älteren
Beschäftigten.
NORD
OST
SÜD
WEST
THÜRINGEN
Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung
Unstrut-Hainich-Kreis
Jobwerkstatt ALTERnativ
Firmenerfolg durch eine gute Mischung
aus jüngeren und älteren Beschäftigten
»Besonders hat mir die schnelle und
unbürokratische Hilfe bei der Besetzung
offener Stellen gefallen. Die Auswahl der
Bewerber war dabei an den Anforderungen
des Unternehmens ausgerichtet.«
Ulrich Krumbein, Geschäftsführer der CL
Maschinenbau GmbH
Geschäftsführer Ulrich Krumbein ist mit der Arbeitsleistung von
Peter Hermann (52) und Gerd Schumann (52), die er über die
>>Jobwerkstatt ALTERnativ<< eingestellt hat, sehr zufrieden.
Der Beschäftigungspakt >>Jobwerkstatt
ALTERnativ<< im Unstrut-Hainich-Kreis profitierte insbesondere von dem offenen Ansatz des
Bundesprogramms. Die Möglichkeit zur Erprobung von experimentellen Teilprojekten wie
„Training on the Job“ und das „Innovationsbüro“
haben wesentlich zu dem Erfolg von 274 Integrationen und 617 Aktivierungen beigetragen. Nicht
zuletzt wurde ein Prozess des Umdenkens in der
Personalpolitik vieler Unternehmen zu Gunsten
älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmer
angestoßen und forciert.
In der zweiten Programmphase wird der
Beschäftigungspakt mit der ARGE SGB II Landkreis Nordhausen kooperieren. Der Schwerpunkt soll dann stärker auf die Integration der
älteren Langzeitarbeitslosen in den allgemeinen
Arbeitsmarkt gelegt werden. Das neue Konzept
unterscheidet zwischen „Permanenter Basisaktivierung“ und „Temporärer Aktivierung“.
Die Permanente Basisaktivierung durch regelmäßige individuelle Beratungsgespräche wird
durch die Bausteine der Temporären Aktivierung
ergänzt. Die Bausteine besitzen modularen
>> Jobwerkstatt ALTERnativ <<
Charakter und werden mit den Voraussetzungen
der Teilnehmenden entsprechend kombiniert.
Das Unternehmen CL Maschinenbau GmbH
wurde 1994 gegründet und ist als Unternehmen
mit Weitblick 2007 ausgewählt worden. Der
Betrieb beschäftigt 34 Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer, von denen zehn älter als 50 Jahre
sind. Damit besteht die Belegschaft zu fast 30
Prozent aus älteren Beschäftigten. Das Unternehmen zeichnet sich aus durch eine kontinuierliche
Beschäftigung Älterer. Auch in Zukunft ist beabsichtigt, ältere Langzeitarbeitslose einzustellen.
Der Geschäftsführer Ulrich Krumbein hat vier
älteren Langzeitarbeitslosen aus dem Projekt
>>Jobwerkstatt ALTERnativ<< in seinem
Betrieb die Chance zum beruflichen Neubeginn
gegeben. Zwei von ihnen wurden unbefristet
eingestellt. Die mögliche finanzielle Förderung
der Langzeitarbeitslosen durch die Jobwerkstatt steht dabei nicht im Mittelpunkt. Ulrich
Krumbein schätzt vor allem den großen Erfahrungsschatz, das Qualitätsbewusstsein, die Ausgeglichenheit und die selbstständige Arbeitsweise
der über 50-Jährigen.
37
CL Maschinenbau GmbH
Branche
Maschinenbau
Unternehmensgröße
34 Beschäftigte
www.
cl-maschinenbau.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
13,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.129
Einwohnerzahl
115.100
Hauptwirtschaftszweige
Dachziegelproduktion,
Elektroindustrie,
Dienstleistungsgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN
Landkreis Bautzen, Amt für Arbeit und Soziales
Bautzen – Beschäftigungspakt für Ältere in den Regionen
Die Magnetech GmbH setzt auf eine altersgemischte
Belegschaft – der Bautzener Pakt hilft dabei!
Magnetech GmbH
Branche
Herstellung von
Metallerzeugnissen
Unternehmensgröße
24 Beschäftigte
www.
magnetech.de
»Die Zusammenarbeit mit dem Pakt
ermöglicht eine gezielte Integration von
älteren Langzeitarbeitslosen in den
Produktionsprozess. Insbesondere die
Lebenserfahrung als auch die Zuverlässigkeit der Älteren wird geschätzt.«
Andreas Bascha, Geschäftsführer der Magnetech GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
15 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.171
Einwohnerzahl
151.000
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Schienenfahrzeugbau,
Elektrotechnik
Die Magnetech GmbH zeichnet sich durch eine altersgemischte
Belegschaft aus.
38
Das Bautzener-Vier-Stufen-Modell (BVSM) ist
ein Ansatz, ältere Langzeitarbeitslose in den
allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren. Der
Grundgedanke des Modells besteht darin, dass
ALG-II-Empfänger nach einer Kompetenzbeurteilung (Stufe 1) über ein sechsmonatiges Einstiegspraktikum (Stufe 2) für zwölf Monate in einem
sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis,
degressiv bezuschusst, in einem Wirtschaftsunternehmen eingestellt werden (Stufe 3) und über
eine permanente, intensive Betreuung die Nachhaltigkeit der Beschäftigung (Stufe 4) angestrebt
wird.
Landkreis Bautzen. Das Unternehmen zeichnet
sich durch seine aktive Mitarbeit im Unternehmerverbund und durch die zuverlässige und
partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem
Beschäftigungspakt aus. Die Magnetech GmbH
fertigt für verschiedenste Automobilzulieferer
u. a. Lagerköpfe und andere Bauteile aus Magnesiumlegierungen im Warmkammer-Druckgussverfahren. Die innerbetriebliche Weiterbildung
für alle Beschäftigten in diesem technologieorientierten Unternehmen ist selbstverständlich
und ein wichtiger Faktor, um im Wettbewerb zu
bestehen.
Künftig wird das Bautzener-Vier-StufenModell gemeinsam mit dem Landkreis Kamenz
umgesetzt. Zielsetzung für die neue Partnerschaft ist es, die Integration von 180 älteren
Arbeitsuchenden über die Laufzeit von drei
Jahren zu sichern.
Seit dem Produktionsbeginn 2002 hat das
Unternehmen eine stetige Entwicklung zu
verzeichnen und beschäftigt heute 24 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einer ausgewogenen Altersstruktur. Das Vertrauen des
Geschäftsführers der Magnetech GmbH in die
Projektteilnehmenden des Paktes hat sich für
beide Seiten ausgezahlt. Bereits drei über 50-Jährige wurden ungefördert und unbefristet vom
Unternehmen übernommen. Eine weitere Teilnehmerin wurde befristet eingestellt.
Der Landkreis Bautzen honoriert das Unternehmen Magnetech GmbH (Bischofwerda) für
sein Engagement bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für Ältere und Langzeitarbeitslose im
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN
Arbeitsgemeinschaft Leipzig
Ideenwettbewerb Leipzig
Leipzig macht’s vor – neue Beschäftigungsfelder
im Gesundheitswesen
»Wir suchten Mitarbeiter, die Erfahrung
im Umgang mit Menschen haben und sich
durch eine hohe Sozialkompetenz auszeichnen. In der Generation 50plus haben
wir diese wertvollen Mitarbeiter gefunden.«
Prof. Dr. Karsten Güldner, Geschäftsführer der St. Georg
Unternehmensgruppe
Die St. Georg Unternehmensgruppe ist ein Partner des Leipziger
Beschäftigungspaktes, der bereits elf ältere Arbeitsuchende
einstellte.
Der Leipziger Beschäftigungspakt besteht
aus den beiden Teilprojekten JobFORMAT 50plus
und OPUS 50plus. Beiden gemeinsam ist das Ziel,
ältere Langzeitarbeitslose wieder in Beschäftigung zu bringen durch zielgruppengerechte
Vermittlungskonzepte. Kernidee von JobFORMAT
50plus ist der innovative Vermittlungsansatz
„Einsatz von Experten bzw. Expertenteams“ in
Unternehmen, ergänzt durch bedarfsgerechte
Qualifizierungen und intensive Betreuung. Die
bis zu dreimonatige Bearbeitung erfahrungsintensiver Aufgaben öffnet den Arbeitsuchenden
die Tür ins Unternehmen. OPUS 50plus erreicht
die Unternehmen u. a. über die Organisation von
Personalforen. Insbesondere KMU’s nehmen die
Serviceangebote wie gezielte Personalvorauswahl, progressive Einstellungszuschüsse und
Bildungsgutscheine zur Umsetzung arbeitsplatzbezogener Qualifizierungen gerne an.
Insgesamt wurden bislang 2.367 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiviert, davon 395
in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert.
In der neuen Programmphase werden die erfolgreichen Ansätze gemeinsam mit den neu hinzu-
gekommenen Regionen der ARGE Delitzsch und
der ARGE Leipziger Land umgesetzt und weiter
entwickelt.
Die Wirtschafts- und Logistikgesellschaft
mbH der St. Georg Unternehmensgruppe ist
das Unternehmen mit Weitblick 2007. Sie stellte
über JobFORMAT 50plus elf Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter ein, davon neun im Servicebereich als Menüdamen der Speisenversorgung.
Integriert in altersgemischte Teams mit jungen
Diätassistentinnen übernimmt jede bzw. jeder
Einzelne bei der Menüerfassung die Verantwortung für 100 Patienten. Die Belegschaft wie die
Patienten profitieren von diesem Modell. Das
Besondere ist, dass der Großteil der eingestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus ganz
anderen Berufsfeldern kommt. Ein vierwöchiger
Experteneinsatz mit eingeschlossener Schulung
vermittelte das notwendige Know-how in dem
neuen Fachgebiet. Wichtiger als einschlägige
Vorkenntnisse waren dem Unternehmen Erfahrungen im Umgang mit Menschen, ein hohes
Maß an Empathie und absolute Zuverlässigkeit.
39
St. Georg Unternehmensgruppe
Branche
Gesundheits- und Sozialwesen
Unternehmensgröße
2.850 Beschäftigte
www.
sanktgeorg.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
16,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
7.152
Einwohnerzahl
775.398
Hauptwirtschaftszweige
Verarbeitendes Gewerbe,
Groß- und Einzelhandel,
Kreditgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
SACHSEN
Arbeitsgemeinschaft Agentur für Arbeit –
Vogtlandkreis Grundsicherung für Arbeitsuchende
VITAL – Vogtländische Initiative
für Training und Arbeit Lebensälterer
VITAL ab 50 ist für die Älteren ein erfolgreicher
Türöffner auf dem Weg in den neuen Job
Unternehmensgröße
194 Beschäftigte
»Einen besonderen Nutzen sieht
das Unternehmen in der hohen
Einsatzbereitschaft und der
Erfahrung der Arbeitnehmer,
die über 50 Jahre alt sind.«
www.
bauerhin-trieb.de
Timo Altmann, Geschäftsführer
der Bauerhin - Wärme - Elektro GmbH
Bauerhin - Elektro - Wärme
GmbH
Branche
Metall- und Elektroindustrie
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
11,8 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.927
Einwohnerzahl
87.246
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Metallverarbeitung,
Textilindustrie
Betriebsleiter Sven Seidel (1. v.l.) der Bauerhin - Elektro - Wärme
GmbH mit zwei Arbeitnehmerinnen, die über den Beschäftigungspakt „VITAL ab 50“ eingestellt wurden.
40
Der Beschäftigungspakt VITAL ab 50
zielt darauf ab, die Potenziale von älteren
Langzeitarbeitslosen zu ermitteln und
mit dem Bedarf der regionalen Wirtschaft
abzugleichen. Die Potenzialermittlung
erfolgt nach der Methode der Kompetenzbilanzierung. Im Ergebnis werden individuelle
Integrationsstrategien erarbeitet und passgenaue Vermittlungsvorschläge abgeleitet.
Der projektbezogene Lohnkostenzuschuss
erwies sich als erfolgreicher „Türöffner“.
Die passgenauen Bewerbervorschläge, kurze
Reaktionszeiten, unbürokratisches Herangehen
und Transparenz werden besonders von KMU
und Handwerksbetrieben geschätzt. Dies führte
zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit
und einer hohen Anzahl von Integrationen.
Bisher wurden 561 Ältere in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert und 1.288
aktiviert. Projektteilnehmende werden durch
Empowermentansätze, selbsthilfe- und beschäftigungsorientierte Netzwerkansätze, gefordert,
gefördert und sozialpädagogisch begleitet. Das
Netzwerk aus Vertreterinnen und Vertretern der
regionalen Wirtschaft, Lokalpolitik, Kammern
und Verbänden unterstützt die Projektdurchführung.
In der zweiten Programmphase wird die Paktregion auf die ARGE Zwickau - Stadt ausgedehnt.
Bisherige Erfahrungen werden transferiert.
Der Projektschwerpunkt - die Integration von
älteren Langzeitarbeitslosen in den allgemeinen Arbeitsmarkt - wird beibehalten. Eine Fortführung erfahren die erfolgreichen Empowermentansätze, zukünftig partiell verknüpft mit
Elementen der Gesundheitsberatung.
Das Unternehmen Bauerhin - Wärme - Elektro
GmbH beschäftigt 194 Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer, davon 165 Frauen. 59
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind älter
als 50 Jahre. Für die Auswahl des Unternehmens
mit Weitblick waren Kriterien wie unbefristete Einstellung von Älteren im Unternehmen,
Beschäftigung von Frauen (Gender Mainstreaming) aber auch die Bereitschaft des Unternehmens zur Durchführung der Erstausbildung
bedeutsam.
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung Augsburg-Stadt
BIA 50plus –
Beschäftigungsinitiative Augsburg für Ältere
Das Augsburger Handwerk greift Chancen
beim Schopfe – Ältere und Kunden profitieren
»Unsere älteren Mitarbeiter kennen
durch ihre Erfahrung die Bedürfnisse und
Wünsche unserer Kunden besser. Zudem
ist ihre Vorbildfunktion für jüngere
Kollegen für unseren kleinen Handwerksbetrieb sehr wertvoll.«
Heinz Fleißner, Inhaber und Elektrotechniker-Meister der
Elektroinstallation Fleißner
Heinz Fleißner mit seinem Angestellten Herrn Riedenauer,
der vor einem Jahr wieder eine Beschäftigung im Unternehmen
gefunden hat.
BIA 50 plus - Beschäftigungsinitiative Augsburg für Ältere schaffte es, das Thema „Ältere
am Arbeitsmarkt“ auch zu einem Thema in
den Unternehmen der Region zu machen. Eine
Kooperation der Arbeitsgemeinschaft Augsburg-Stadt mit regionalen Bildungsträgern,
Wirtschaftsförderung, strategischen Partnern
(wie Kammern, Gewerkschaften etc.) und einem
wissenschaftlichen Institut erzielte über ihr
Zusammenwirken im Beschäftigungspakt bis
Ende September 2007 3.252 Aktivierungen und
409 Integrationen älterer Langzeitarbeitsloser.
Mehr als ein Fünftel der Integrationen waren
tragfähige Existenzgründungen, was aus Sicht
des Paktes einen besonderen Erfolg darstellt.
Zahlreiche Kontakte zu Unternehmen im
Wirtschaftsraum Augsburg förderten weiterhin
die Verbreitung des Themas alternsgerechter
Personalpolitik im demografischen Wandel.
Gerade bei älteren Langzeitarbeitslosen, mit
oftmals mehrfachen Vermittlungshemmnissen,
bedeutet Integration mehr als eine bloße Stellenbesetzung im ersten Arbeitsmarkt. Zur Erhöhung
der Nachhaltigkeit wird die Passgenauigkeit
der Vermittlung gewährleistet, die erst die Möglichkeit für die Bewerberin bzw. den Bewerber
schafft, dauerhaft auf der Stelle zu verbleiben.
Der Pakt wird sich zukünftig um die Augsburger Nachbarlandkreise Aichach-Friedberg
und Augsburg Land sowie um die Landkreise
Dillingen a. d. Donau, Donau-Ries, Günzburg
und Neu-Ulm zur Paktregion Nordschwaben
zusammenschließen. Die Kompetenzen werden
dabei in drei Initiativzentren 50plus gebündelt,
in denen vor Ort kontinuierlich mit den Kunden
gearbeitet wird.
Das prämierte Unternehmen Elektro Fleissner
ist Kooperationspartner des Paktes Augsburg
und wurde bei der Umsetzung einer alternsgerechten Personalpolitik unterstützt. Das große
Bewusstsein von Elektro Fleissner gegenüber den
Bedürfnissen einer alternden Gesellschaft zeigt
sich nicht nur darin, dass bei Stellenbesetzungen
gerade auch auf Ältere zurückgegriffen wird.
Elektro Fleissner ist darüber hinaus ein ausgezeichneter Fachbetrieb für seniorengerechte und
barrierefreie Elektrotechnik.
41
Elektroinstallation Fleissner
Branche
Elektrotechnik
Unternehmensgröße
11 Beschäftigte
www.
elektro-fleissner.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
8,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.313
Einwohnerzahl
262.512
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Handel,
Sozial- und Gesundheitswesen
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Verbund Aschaffenburg: Arbeitsgemeinschaften Stadt Aschaffenburg
und der Landkreise Miltenberg und Aschaffenburg
Leila 50plus
LEILA 50plus = Erfolgreiche Beratung
und Vermittlung plus regionale Kooperation
Adler Modemärkte GmbH
Branche
Einzelhandel
Unternehmensgröße
5.850 Beschäftigte
www.
adler.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
»Wir schätzen bei älteren Mitarbeitern
vor allem die Leistungsbereitschaft
und Motivation sowie das hohe Maß an
Loyalität, das sich aus ihrer Lebenserfahrung und langjährigen Firmenzugehörigkeit ergibt.«
Heinz Lindner, Bereichsleiter Personalverwaltung der Adler
Modemärkte GmbH
Arbeitslosenquote
4,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
932
Einwohnerzahl
375.338
Hauptwirtschaftszweige
Automobilzuliefererindustrie,
Logostik,
Mess- und Regeltechnik
Bei der Beglückwünschung : Firmenvertreter Heinz Lindner und
Annette Brinkmann, LEILA 50plus Integrationscoach im Beschäftigungspakt Aschaffenburg
42
LEILA 50plus ist der Beschäftigungspakt der
ARGEn Stadt Aschaffenburg und der Landkreise
Aschaffenburg und Miltenberg. Seit zwei Jahren
arbeiten hier öffentliche und private Vermittlerinnen und Vermittler, überwiegend im Alter
der Zielgruppe, erfolgreich Hand in Hand.
Arbeitsuchende und Unternehmen profitieren
von der unbürokratischen und innovativen
Arbeitsweise des Paktes. Die Erfolge von LEILA
50plus zeigen, dass gerade kleine und mittelständische Unternehmen der Region Ältere einstellen
und auf deren Erfahrungswissen setzen. Über
500 ältere Langzeitarbeitslose wurden mit Hilfe
des Beschäftigungspaktes in den allgemeinen
Arbeitsmarkt integriert.
In der bisherigen Projektlaufzeit hat sich
eine hervorragende Zusammenarbeit aus
wirtschaftsnahen, sozialen und kommunalen
Trägern entwickelt. LEILA 50plus ist ein Markenzeichen am Bayerischen Untermain und steht für
erfolgreiche Beratung und Vermittlung älterer
Arbeitsuchender. In der zweiten Programmphase
erweitert sich der Pakt um die Landkreise MainSpessart und Neckar-Odenwald.
Die Kontaktstellen für ältere Arbeitsuchende der Teilprojekte „Café fArbe“ und „Café fifty“
werden durch Jobbörsen erweitert. Neue Erfolgsbausteine sollen die Gesundheitsprävention, das
Gesundheitsmanagement und die Demografieberatung für KMU werden.
Das Unternehmen mit Weitblick 2007, die Adler
Modemarkt GmbH mit Stammsitz in Haibach
bei Aschaffenburg, gehört zu den großen TextilEinzelhändlern Deutschlands. Seit 1948 bietet
Adler ein breites Sortiment an aktueller Mode
für die ganze Familie. Auf Grund zahlreicher
Serviceleistungen und einem reichhaltigen
Angebot für Kunden ab Mitte 40 ist Adler auch
für diese Zielgruppe besonders interessant.
Insofern stellt Adler gern auch ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein, da sie die Bedürfnisse
der Kundschaft kennen. Von 5.850 Beschäftigten
sind nahezu die Hälfte über 50 Jahre alt. Aber
nicht nur im Verkauf, sondern auch im Einkauf
und in der Verwaltung setzt das Unternehmen
auf die Erfahrung und Kompetenz Älterer.
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaften der Stadt Ansbach und der Landkreise Ansbach
und Neustadt/ Aisch - Bad Windsheim
Perspektive 50plus –
Beschäftigungspakt Westmittelfranken
In der Region Westmittelfranken hat die
Perspektive 50plus gezündet
»Die richtige Mischung zwischen
jungen und älteren Mitarbeitern
zu finden, ist entscheidend für den
Unternehmenserfolg.«
Peter Fritz, Betriebsleiter der Loxxess Aurach GmbH
Die Arbeit in altersgemischten Teams ist wichtig für den
Erfahrungstransfer zwischen Jung und Alt bei der
Loxxess Aurach GmbH .
Im Beschäftigungspakt Westmittelfranken
ergänzen sich zwei unterschiedliche Ansätze,
die sich als besonders erfolgreich erwiesen
haben: Einerseits die dezentralen Bewerberpools
in insgesamt sechs „Initiativzentren“ mit ihrem
bewerberbezogenen Ansatz. Mittels Empowerment (Arbeitsfabrik und Forum Aktiv) wird hier
konsequent auf die Eigeninitiative und die persönlichen Stärken der Bewerberin/des Bewerbers
gesetzt. Andererseits das „Arbeitsmarkt-Dialogcenter“ und der Unternehmenskontakter mit
ihrem übergreifenden arbeitgeberbezogenen
Ansatz. Diese informieren Unternehmen der
Region telefonisch und persönlich, klären den
aktuellen Personalbedarf und akquirieren
zusätzliche Arbeitsangebote.
Ein Netzwerk und ein Beirat bieten eine funktionierende Struktur aller wichtigen Akteure
des Arbeitsmarktes in Westmittelfranken. Die
ARGEn der Region haben in Kooperation mit den
Wirtschaftsförderern die Broschüre „Westmittelfranken - Raum für soziale Kompetenz“ veröffentlicht, in denen Betriebe vorgestellt werden, die
eine beispielhafte Personalpolitik in Bezug auf
ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter praktizieren. Während der zweijährigen Umsetzungszeit wurden insgesamt 1.060 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer aktiviert. Insgesamt 499 Personen wurden in den allgemeinen Arbeitsmarkt
integriert.
In der zweiten Programmphase ist das Ziel,
die Qualität der Arbeitsmarktdienstleistungen
für die Zielgruppe 50plus weiterzuentwickeln
und die Nachhaltigkeit der Vermittlungen zu
intensivieren. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Unternehmen wie der Loxxess AG trägt
wesentlich zum Erfolg bei.
Die Loxxess AG, ein mittelständisches Unternehmen, das maßgeschneiderte Logistik- und
Fulfillment-Lösungen anbietet, unterstreicht ihre
vorausschauende Personalpolitik durch einen
deutlichen Anteil von älteren Beschäftigten. Sie
berücksichtigt in der Einstellungspolitik bewusst
den Bewerberkreis des Projektes, tritt aktiv in der
Öffentlichkeit für eine alternsgerechte Personalpolitik ein und nimmt so eine Vorbildfunktion in
der Region wahr.
43
Loxxess Aurach GmbH
Branche
Transport- und Logistik
Unternehmensgröße
41 Beschäftigte
www.
loxxess.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
4,46 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
561
Einwohnerzahl
322.954
Hauptwirtschaftszweige
Kunststoffverarbeitung,
Informationstechnologien,
Automobilzuliefererindustrie
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaften Regensburg Stadt
und Landkreis Regensburg
Arbeitsmarktprojekt 50+ der Arbeitsgemeinschaften
der Region Regensburg
Das Ohr am Kunden – den Unternehmen und den
älteren Arbeitsuchenden
Schmidt Hörgeräte
Branche
Medizinisch Technische
Dienstleistung im Bereich
Handwerk
Unternehmensgröße
10 Beschäftigte
www.
schmidt-hoergeraete.de
»Die Altersdiskrepanz zwischen Kunden
und Angestellten ist sehr gering, dadurch
ist eine bessere Kundenbindung möglich
und die Vertrauensbasis kann schneller
aufgebaut werden.«
Eberhardt Schmidt, Inhaber von Schmidt Hörgeräte
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
4,6 %
Das Regensburger Arbeitsmarktprojekt 50+
ist bei den Arbeitgebern von Stadt und Landkreis
inzwischen gut eingeführt und vor allem für
die örtlichen kleinen und mittleren Betriebe zu
einem anerkannten Partner geworden. Viele
Arbeitgeber kommen bei Stellenbesetzungen
von sich aus auf das Team 50+ zu. Zu den Verbundpartnern gehören HWK, IHK, das Amt für
Wirtschaftsförderung, die Agentur für Arbeit
sowie Stadt und Landkreis Regensburg.
Den quantitativen Erfolg weist die Integration von 157 älteren Langzeitarbeitslosen in den
allgemeinen Arbeitsmarkt aus. Der qualitative
Erfolg zeigt sich darin, dass es sich bei den
Integrationen überwiegend um unbefristete,
sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse handelt. Außerdem absolvierten 222
Teilnehmerinnen und Teilnehmer praxisorientierte Trainingsmaßnahmen direkt im Betrieb.
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.093
Einwohnerzahl
313.173
Hauptwirtschaftszweige
Fahrzeugbau,
Gesundheitswesen,
Dienstleistungsgewerbe
Eberhard Schmidt, Inhaber der Schmidt Hörgeräte, wurde
über den Beschäftigungspakt eine qualifizierte Mitarbeiterin
vermittelt.
44
In der kommenden Programmphase wird das
Vermittlungsteam nicht mehr zentral an einem
Standort tätig sein. Die Vermittlungskräfte werden direkt in die jeweilige Arbeitsgemeinschaft
integriert. Ab Januar 2008 erfolgt eine regionale
Ausdehnung des Projektes 50+ durch Einbeziehung des Grundsicherungsträgers Arbeitsgemeinschaft Landkreis Schwandorf. Somit umfasst
der Beschäftigungspakt den gesamten Bereich
der südlichen und mittleren Oberpfalz.
Mit Schmidt Hörgeräte, dem Spezialisten
für „Hörspaß nach Maß“, wird ein alt eingesessenes Regensburger Unternehmen als Unternehmen mit Weitblick 2007 ausgezeichnet. Von den
zehn Beschäftigten sind zwei älter als 50 Jahre,
eine Arbeitnehmerin wurde über das Projekt
50+ eingestellt. Diese neu geschaffene Stelle
wurde nicht öffentlich ausgeschrieben, sondern
ausschließlich und passgenau über das Projekt
50+ besetzt. Die Einarbeitung erfolgt über ein
Tutorensystem. Umfassende inner- und außerbetriebliche Schulungen der Belegschaft und ein
gutes Betriebsklima verschaffen dem Unternehmen intern eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit
und extern eine positive Medienpräsenz. Auch in
Zukunft wird sich Schmidt Hörgeräte bei Personalbedarf wieder an das Arbeitsmarktprojekt 50+
wenden.
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaften der Stadt Bamberg
und der Landkreise Bamberg und Forchheim
Individuelles Eingliederungsmanagement für
berufserfahrene Arbeitsuchende – EMA – 50plus
Langjährige Erfahrung und Einsatzbereitschaft
nutzen – von älteren Beschäftigten profitieren!
»Handwerkliches Können und Mitdenken
beim Produktionsprozess sind bei uns
sehr wichtig. Dabei profitieren wir von
der langjährigen Erfahrung und Einsatzbereitschaft unserer älteren Mitarbeiter.«
Markus Braun, Produktionsleiter von braun electronic
Mathilde Bischoff wurde über den Pakt in eine Festanstellung
vermittelt. Sie ist als Löterin eingesetzt und übernimmt bei
braun electronic auch anderen Arbeiten.
Ältere Arbeitsuchende haben auf Grund ihrer
langen Biografie spezifische Anforderungen an
die Arbeitsvermittlung. Das Projekt Individuelles
Eingliederungsmanagement für berufserfahrene
Arbeitsuchende – ema 50plus des Beschäftigungspaktes der Region Bamberg/Forchheim trägt
diesem Anspruch Rechnung. Die Arbeitsvermittlerinnen und Arbeitsvermittler, die selbst jahrelange Berufserfahrung besitzen, können sich auf
Grund eines niedrigen Betreuungsschlüssels Zeit
für die Beratung nehmen. Sie machen Mut, stärken die Eigeninitiative der Bewerberinnen und
Bewerber und bauen individuelle Vermittlungshemmnisse ab. Erfolgreiche Methoden sind u. a.
individuelle Qualifizierungen und arbeitsplatzbezogene Praktika. Außerdem profitieren die
Teilnehmenden von den Arbeitgeberkontakten
der Vermittlerinnen und Vermittler. Der Erfolg
gibt dieser Strategie Recht: Am Projekt nahmen
324 Arbeitslose teil, 156 wurden in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert.
bezirkes Bayreuth fortgeführt. Die von den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern gelobte
individuelle Stärkung und Qualifizierung wird
beibehalten, ebenso der Aufbau guter Unternehmenskontakte zu den regionalen, meist
mittelständischen Unternehmen, die die Beschäftigungserfolge erst möglich machen.
Ein gutes Beispiel stellt dabei die Firma braun
electronic dar, die mit ihren Produkten (Beschallungsanlagen, Wasserspender, Tafelwasseranlagen) am Puls der Zeit ist. Das Unternehmen nutzt
den Erfahrungsschatz der Älteren und hat seine
Arbeitsorganisation angepasst: individuelle
Arbeitszeiten und rollierende Arbeitsplätze, die
einseitige Belastungen verhindern, sind selbstverständlich. Hochwertige Produkte entstehen
durch zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Arbeit gerne machen und lange beim
Unternehmen bleiben. Dies bestätigt auch die
neue Mitarbeiterin, die aus ema 50plus heraus
eingestellt wurde.
Handlungsbedarf besteht weiterhin. Der
Beschäftigungspakt ema 50plus wird gemeinsam
mit den Arbeitsgemeinschaften des Agentur-
45
braun electronic
Branche
Elektrotechnik
Unternehmensgröße
17 Beschäftigte
www.
fresh-point.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
5,3 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
930
Einwohnerzahl
328.000
Hauptwirtschaftszweige
Automobilzuliefererindustrie,
Verkehr & Logostik,
Gastgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Verbund Coburg: Jobcenter Stadt Coburg
und der Landkreise Coburg, Kronach und Lichtenfels
50+ in Oberfranken
Leitunternehmen + regionale Partnerschaft
+ Engagement
Unternehmensgröße
350 Beschäftigte
davon 300 in Deutschland
»Der Pakt sucht den Erfahrungsaustausch
mit Unternehmen, um Ältere gezielt fit
für die Anforderungen in der Wirtschaft
zu machen. Wir schätzen es, dass unser
Rat nicht nur gefragt ist, sondern auch
umgesetzt wird.«
www.
lasco.de
Friedrich Herdan, Geschäftsführer LASCO
Umformtechnik GmbH
LASCO Umformtechnik
GmbH
Branche
Herstellung von Metallerzeugnissen
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
6,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.177
Einwohnerzahl
277.010
Hauptwirtschaftszweige
Metallverarbeitung,
Maschinenbau,
Kunststoffverarbeitung
In der LASCO Umformtechnik GmbH schätzt man den
ausgeprägten Erfahrungsschatz älterer Beschäftigter, der im
technischen Bereich von großem Vorteil ist.
46
Der Beschäftigungspakt 50plus in Oberfranken zeichnet sich durch ein effektives Netzwerk
von Wirtschaft, Bildungsträgern, Arbeitsvermittlung und Kommunen aus. Dieser Zusammenarbeit entspringen Ideen, Initiativen und Projekte
für die Reaktivierung Älterer in der Arbeitswelt.
Vor allem die Unternehmen des Netzwerkes
unterstützen den Pakt auf vielfältige Weise.
Auf Großflächenplakaten wird mit der „Leistung
ohne Alterslimit“ für altersgemischte Teams
geworben. Auf diesem Weg werden die projektinternen Job-Scouts bei der Akquise von Stellen
unterstützt. Projekte wie Ingenieure 50plus – mit
einer Integrationsquote von über 30 Prozent –
sind Beispiele für eine enge Einbindung der
Unternehmen in den Pakt. Auf diese Weise gelingen zugleich die Erprobung neuer effektiver
Integrationsmodelle und eine verbesserte
Deckung des Fachkräftebedarfs der Unternehmen durch Ältere.
Die Fortsetzung des Beschäftigungspaktes
wird auf den Erfahrungen und den gewonnenen
2.500 Firmenkontakten der ersten Programm-
phase basieren. Die erprobten Methoden und
Instrumente wird man gemeinsam mit den
Nachbarpakten der Metropolregion Nürnberg
weiter verfeinern. Neuer Partner ist die Region
der Arbeitsagentur Hof.
Die LASCO Umformtechnik GmbH unterstützt den Beschäftigungspakt intensiv von der
ersten Stunde an. Als Leitunternehmen für Stadt
und Landkreis Coburg wirbt die Firma seit mehr
als zwei Jahren gegenüber Unternehmen und
Öffentlichkeit dafür, die Leistungspotenziale
Älterer zu erkennen. Die Aussagen des Maschinenbauers haben auch deshalb eine hohe Glaubwürdigkeit, weil im Unternehmen annähernd
jeder Dritte Beschäftigte 50 Jahre und älter ist.
Das Unternehmen blickt auf über 140 erfolgreiche Geschäftsjahre zurück. LASCO produziert
Werkzeugmaschinen, Anlagen und Automatisierungstechnik für die Metallmassiv- und
Blechumformung, die Pulvermetallurgie
und die Baustoffherstellung. Die Erzeugnisse
werden von mehr als 1.000 Anwendern in
über 60 Ländern der Erde eingesetzt.
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Stadt Erlangen – GGFA Erlangen AöR
Fifty up
Gassmann Innovations goes fifty up
– eine gelungene Kooperation
»Von fifty up erhalten wir immer geeignete
und motivierte Mitarbeiter. Die Leute sind
gut vorbereitet und wollen arbeiten – dabei
helfe ich gerne.«
Tanja Gippert, Vertriebsdisponentin der Gassmann
Innovations GmbH
Das GGFA-Projekt fifty up des Paktes Erlangen
hat bis September 2007 insgesamt 203 Menschen
in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert und
456 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiviert.
Die GGFA ist als kommunale Anstalt des öffentlichen Rechts hoheitlich mit der Integration der
Erlanger Langzeitarbeitslosen beauftragt.
Zahlreiche Kamingespräche, die Verleihung
des GGFA fifty up Awards, ein eigener Newsletter
und als Höhepunkt ein gemeinsamer Kongress
mit vier anderen Pakten der Metropolregion
Nürnberg mit Minister Franz Müntefering bildeten den Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit.
Die Jobfabrik, ein zentrales Angebot des
GGFA-Projektes, hat sich in der ersten Programmphase als effektives Profiling-, Aktivierungs- und
Integrationsinstrument herausgebildet.
Bei der regionalen fifty up Award Verleihung v.l.n.r:
Renate Schmidt, MdB ehem. Familienministerin, mit Axel Lindner,
fifty up Projektverantwortlicher, und Tanja Gippert, Vertriebsdisponentin Gassmann Innovations GmbH
In der zweiten Programmphase, Ingolstadt
wird dabei der neue 50plus-Partner sein, werden
die bisherigen Ansätze zur Integration in den
ersten Arbeitsmarkt durch ein spezielles Frauencoachangebot erweitert. Die bereits guten Unter-
nehmenskontakte sollen durch einen eigenen
“Unternehmenskümmerer” verstärkt werden.
Gassmann Innovations
GmbH
Unternehmen mit Weitblick 2007 ist
Gassmann Innovations, die Personaldienstleistungseinheit der Gassmann Group, einem
Hersteller von hochwertigen Kunststoffteilen.
Der Personaldienstleister ist spezialisiert auf
Unternehmen der Kunststofffertigung. Die
bislang gelungene Kooperation mit fifty up in
Verbindung mit sozialem Anspruch hat hervorragende Chancen für die Beschäftigung älterer
Arbeitsuchender eröffnet. Menschen, die nach
langer Arbeitslosigkeit ihr Selbstbewusstsein
teilweise verloren hatten, wurde in Zusammenarbeit mit Gassmann Innovations die Angst vor
einem beruflichen Neuanfang genommen. Dafür
sorgten gestufte Betriebspraktika, teils gestützt
durch Fahrdienste, die zur Vollzeitanstellung zu
fairen Konditionen für alle Beteiligten führten.
Die hohe Verbleibsquote und regelmäßige Übergänge in die Zielfirmen runden den positiven
Eindruck ab.
47
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Unternehmensgröße
75 Beschäftigte
www.
gassmann.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
4,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
359
Einwohnerzahl
104.141
Hauptwirtschaftszweige
Forschung- und Entwicklung,
Medizintechnik,
Gesundheitswesen
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung München GmbH
KompAQT –
Kompetenznetzwerk für Arbeit,
Qualifizierung und Transfer
ILF: Anspruchsvolle Ingenieurkunst, weltweit
innovativ und erfolgreich, mit 50plus
Unternehmensgröße
297 Beschäftigte
»Das Wissenskapital in den Köpfen unserer
erfahrenen Mitarbeiter gepaart mit den
Innovationsimpulsen unserer jungen Mitarbeiter ist ein unverzichtbares Element
unseres stets lernenden Unternehmens.«
www.
ilf.com
Andreas Kohler, Geschäftsführer ILF Beratende
Ingenieure ZT GmbH, München
ILF Beratende Ingenieure
ZT GmbH
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
5,0 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
7.544
Einwohnerzahl
1.337.000
Hauptwirtschaftszweige
Baugewerbe,
verarbeitendes Gewerbe,
Dienstleistungsgewerbe
Firmenmitbegründer A. H. Feizlmayr (links) ist als Beiratsmitglied
mit 70 Jahren immer noch am Ball. Die ILF Beratende Ingenieure
ZT GmbH wurde in einem regionalen Wettbewerb als Unternehmen mit Weitblick ausgewählt.
48
Der Schlüssel zum Erfolg im Münchener
Beschäftigungspakt KompAQT ist eine intensive
Betreuung, bei der die individuelle Situation
der Kunden in den Blick genommen werden
kann. Die Kunden werden in einer moderierten
„kick-off“-Veranstaltung über die Angebote
informiert und entscheiden danach freiwillig
über eine Teilnahme. Zur persönlichen Standortbestimmung hat sich eine individuelle
Kompetenzbilanz bewährt. Bei Bedarf wird
in Zusammenarbeit mit der Ludwig-Maximilian-Universität München eine psychologische
Einzelberatung zur Bewältigung belastender
Lebenssituationen angeboten. Ein dreimonatiges
Aktivierungs- und Aufbautraining bereitet die
Langzeitarbeitslosen gezielt auf die Anforderungen der Arbeitswelt vor. Unterstützt werden
die Aktivitäten des Paktes durch eine enge
Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberservice
und externen Vermittlungsstellen.
Mit Stand September 2007 wurden auf diese
Weise 3.285 Aktivierungen und 713 Arbeitsaufnahmen in den allgemeinen Arbeitsmarkt
erzielt.
In der zweiten Programmlaufzeit werden
neben den integrativen Ansätzen die bisherigen
Netzwerkaktivitäten mit öffentlichen und
privaten Einrichtungen intensiviert. Der Pakt
wird sich durch die Kooperation mit den ARGEN
der umliegenden Landkreise München, Dachau,
Starnberg, Fürstenfeldbruck sowie dem Jobcenter Weilheim-Schongau in den gesamten
Münchener Wirtschaftsraum ausdehnen. Der
Betreuungsschlüssel soll auf 1:100 reduziert,
die Kunden für maximal ein halbes Jahr betreut
werden.
Als Unternehmen mit Weitblick 2007
wurde die ILF Beratende Ingenieure ZT GmbH
ausgezeichnet, ein Ingenieur- und Beratungsunternehmen, das bedeutende Industrie- und
Infrastrukturprojekte realisiert. Fast 24 Prozent
der Belegschaft sind über 50 Jahre, von den
Neueinstellungen der letzten zwölf Monate sind
über 28 Prozent älter als 50 Jahre. Gesundheitsmanagement, Ergonomie, Umweltschutz und
Weiterbildung beschreiben Ausschnitte der
innovativen und bereits realisierten Ideen zum
Thema 50plus.
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaft der Stadt Nürnberg
Pakt 50 für Nürnberg
Pakt50 für Nürnberg und ING-DiBa
– eine erfolgreiche Kooperation
»Ein Team mit gutem Altersmix
ermöglicht Chancen für Jung und Alt,
die Stärken gemeinsam einzusetzen.
Wir haben das Potenzial älterer
Mitarbeiter erkannt.«
Birgit Mogler, Ressortleiterin Aus- und Weiterbildung,
ING-DiBa AG
Die Mitarbeiterinnen der ING-DiBa AG in Nürnberg: Christa Louis,
Evelyn Fink, Birgit Mogler, Ressortleiterin Aus- und Weiterbildung,
Gisela Ruppert, qualifiziert und vermittelt über den PaktNürnberg
Ein wichtiger Erfolg des Pakt50 für Nürnberg
ist der gelungene Aufbau einer Kooperation
verschiedener Arbeitsmarktpartner in einem
übergreifenden Netzwerk. Hervorzuheben ist
dabei der dreidimensionale Projektansatz.
Unter der Zielsetzung, ältere Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren,
arbeitet der Pakt auf den Ebenen Person, Organisation und Region. Der Pakt50 für Nürnberg
setzt einerseits mittels Beratung, Coaching und
gezielter Qualifizierung direkt bei den Arbeitsuchenden an, bezieht aber andererseits auch
die Arbeit mit regionalen Organisationen, d. h.
öffentlichen Institutionen und Wirtschaftsunternehmen, mit ein. Als innovative Vermittlungsdienstleistung sind beispielhaft die Vermittlungsworkshops im Teilprojekt mit der ING-DiBa
zu nennen, bei denen sich potenzielle Arbeitgeber und Arbeitsuchende barrierefrei kennenlernen können. Auf konzeptioneller Seite haben
sich neue Modelle wie die „Aktivfirma“, die durch
die bfz gGmbH umgesetzt wird, bewährt. In einer
Aktivfirma wird der Vermittlungsprozess durch
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst in
einer Art Unternehmensstruktur gestaltet, was
zum Empowerment beiträgt und Vermittlungserfolge befördert.
Während der zweijährigen Umsetzungszeit
konnten 940 ältere Langzeitarbeitlose aktiviert
und 264 in den Arbeitsmarkt integriert werden.
In der neuen Programmlaufzeit sollen insbesondere die Aktivfirmen und die Coaching-Ansätze
fortgeführt werden, wobei der Pakt50 dann mit
der Partnerregion ARGE Fürth zusammenarbeiten wird.
Die ING-DiBa als Unternehmen mit Weitblick
2007 der Region hat nicht nur im Rahmen des
Paktes mehrere ältere Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter qualifiziert und eingestellt, sondern
achtet generell darauf, einen ausgewogenen
Altersmix bei der Neueinstellung zu realisieren
und altersgemischte Teams in ihren Call-Centern
einzusetzen. Zudem ist das Engagement der
Qualifizierungsleiter der ING-DiBa bei der
Betreuung der zukünftigen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter im Unternehmen als vorbildlich
zu würdigen.
49
ING-DiBa AG, Standort
Nürnberg
Branche
Kreditgewerbe
Unternehmensgröße
2.500 Beschäftigte
www.
ing-diba.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
10,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.648
Einwohnerzahl
499.113
Hauptwirtschaftszweige
unternehmensnahe
Dienstleistungen,
Gesundheitswesen,
Einzelhandel
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Stadt Schweinfurt – Stabsstelle Beschäftigung und Grundsicherung
fünfzigPlusarbeit
Dienstleistungen im Gesundheitswesen
– eine junge Branche für Ältere
Unternehmensgröße
150 Beschäftigte
»Neben dem Wunsch, den regionalen
Arbeitsmarkt zu unterstützen, spielte vor
allem die Gewinnung motivierter, belastbarer und verantwortungsvoller Mitarbeiter
mit Lebenserfahrung eine wichtige Rolle.«
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Adrian Schmuker, Geschäftsführer des Leopoldina Krankenhauses und deren Servicegesellschaft Leo-Service GmbH
Leo-Service GmbH
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Arbeitslosenquote
7,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
159
Einwohnerzahl
53.646
Hauptwirtschaftszweige
Metallverarbeitende
Industrie,
Dienstleistungsgewerbe
Geschäftsführer Adrian Schmuker mit den Mitarbeiterinnen
Waltraud Popp-Krech, Kobra Falahian und Mitarbeiter
Volker Röder der Leo-Service GmbH (v.l.n.r.)
50
Der Schweinfurter Beschäftigungspakt
fünfzigPLUSarbeit zielt auf die Integration
Arbeitsuchender über 50 Jahre durch eine
individuelle und passgenaue Förderung.
Der bisherige Erfolg dieses Projektes basiert
auf der Kombination von intensiver Betreuung
der über 50-Jährigen durch externe Arbeitsund Sozialcoaches, einem Zielgruppen-Fallmanagement beim SGB II-Träger und einer
gezielten aktiven Vermittlung. Eine wirksame
Ergänzung bilden regionale Imagekampagnen
und weitere Veranstaltungen.
In der zweiten Programmphase wird der
Beschäftigungspakt regional ausgeweitet.
Die ARGEn Landkreis Schweinfurt, Haßberge,
Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld werden
gemeinsam mit der ARGE Stadt Schweinfurt die
erfolgreich erprobten Konzepte für etwa 3.200
erwerbsfähige Hilfebedürftige über 50 Jahre, von
denen ca. 1.600 als Langzeitarbeitslose erfasst
sind, zugänglich machen. Die Hauptziele für die
neue Programmphase bleiben die Integration
älterer Arbeitsuchender und die Sensibilisierung
der regionalen Unternehmen.
Bislang wurden 765 ältere Langzeitarbeitslose
der Stadt Schweinfurt – 81 Prozent der zu Projektbeginn zur Zielgruppe gehörenden Älteren –
auf die Vermittlung in den allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereitet. 262 ältere Arbeitslose wurden
erfolgreich in den allgemeinen Arbeitsmarkt
integriert. Davon begannen 183 Personen ein
sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis,
73 Personen nahmen eine geringfügige Beschäftigung auf und zwei Personen wagten den Schritt
in die Selbstständigkeit.
Der Unternehmer mit Weitblick, Adrian
Schmuker, Geschäftsführer des Leopoldina
Krankenhauses und deren Servicegesellschaft
Leo-Service GmbH, Schweinfurt, hat im Zuge der
wirtschaftlichen Sanierung des Krankenhauses
im Bereich der Dienstleistungen neue Arbeitsplätze für Servicekräfte geschaffen und bei der
Personalauswahl insbesondere auch ältere Frauen über 50 Jahre eingestellt. Von 40 Neueinstellungen im Jahr 2007 aus dem Leistungsbezug
SGB II waren 18 Personen über 50 Jahre alt.
NORD
OST
SÜD
WEST
BAYERN
Arbeitsgemeinschaft Integration Traunstein
und Arbeitsgemeinschaft Integration
in den Arbeitsmarkt Berchtesgadener Land
Unternehmenspatenschaften 50+ Traunstein
Bayern Vital – Jung und Alt
in der Tourismusbranche
»Ich würde mir wünschen, dass meine
Berufskollegen Institutionen wie dem
bfz mehr vertrauen und enger mit ihnen
zusammenarbeiten, weil es die Auswahl
neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
erheblich erleichtert.«
Uwe J.A. Schnitzer, Hotelleitung Hotel Bayern Vital
Hotelleiter Uwe J.A. Schnitzer mit Mitarbeiterinnen des Beschäftigungspaktes und zwei Projektteilnehmerinnen (stehend), die
eine Beschäftigung im Hotel Bayer Vital gefunden haben
Das Projekt Unternehmenspatenschaften 50+
des Paktverbundes der Arbeitsgemeinschaften
der Landkreise Berchtesgadener Land und
Traunstein soll dazu beitragen, ältere Langzeitarbeitslose wieder für die Anforderungen des
allgemeinen Arbeitsmarktes fit zu machen. Die
Beruflichen Fortbildungszentren der Bayerischen
Wirtschaft gGmbH (bfz Traunstein) haben im
Auftrag der Arbeitsgemeinschaften optimale
Integrationslösungen für ältere Arbeitsuchende
entwickelt, um die Generationsbalance zwischen
Jung und Alt nachhaltig zu sichern. Besonders
erfolgreich hierbei ist die enge Zusammenarbeit
mit regionalen Patenunternehmen.
In dem Projekt wurden in zwei Jahren
372 Langzeitarbeitslose aktiviert, davon konnten
179 Teilnehmende in Arbeit integriert werden.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Patenunternehmen wird zukünftig fortgeführt werden; noch mehr Wert wird auf arbeitsmarktnahe
Qualifizierungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gelegt. Das Projekt wird ab 2008 um die
benachbarten Regionen Rosenheim Stadt und
Rosenheim Land erweitert.
Im Hotel Bayern Vital – das Unternehmen
mit Weitblick 2007 – sind qualifizierte und vor
allem motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr gefragt. Es ist der Hotelleitung
wichtig, sowohl jüngere als auch ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in einem ausgewogenen Verhältnis zu beschäftigen, um eine
optimale Verbindung aus Erfahrung und Innovation zu schaffen und somit höhere Effizienz zu
erzielen. Dies ist für sie ein wichtiger Beitrag zur
kontinuierlichen Geschäftsentwicklung.
Die Zusammenarbeit mit Herrn Schnitzer
war effektiv und vertrauensvoll. Dadurch konnten schon zwei Teilnehmerinnen aus Unternehmenspatenschaften 50+ erfolgreich als
Mitarbeiterinnen integriert werden, eine dritte
durchläuft zurzeit eine Patenschaft im Hotel.
Aus einem weiteren Integrationsprojekt hat das
Hotel eine Spätaussiedlerin eingestellt, und aus
einer Jugendmaßnahme erhielt ein Jugendlicher
die Möglichkeit für eine Kochausbildung. Die
Hotelleitung steht der Zusammenarbeit mit
dem Projekt sehr aufgeschlossen gegenüber.
51
Hotel Bayern Vital
Branche
Gastgewerbe
Unternehmensgröße
37 Beschäftigte
www.
hotel-bayern-vital.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
3,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
845
Einwohnerzahl
270.000
Hauptwirtschaftszweige
Industrie,
Handel,
Tourismus
NORD
OST
SÜD
WEST
BADEN-WÜRTTEMBERG
Arbeitsgemeinschaft Job-Center Mannheim
Neue Jobs in der Wohnungswirtschaft
Erfahrungen Älterer nutzen – gemeinsam für Arbeit
Volz Elektrotechnik GmbH
Branche
Elektronikgewerbe
Unternehmensgröße
134 Beschäftigte
www.
volz-elektronik.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
»Ich schätze die Loyalität der älteren
Arbeitnehmer gegenüber dem Unternehmen. Das hohe Maß an Verlässlichkeit ist
ein enormer Stabilitätsfaktor. Sie sind eine
wertvolle Stütze bei der Vermittlung von
Fachwissen an jüngere Kollegen.«
Walter Tschischka, Geschäftsführer der Volz
Elektrotechnik GmbH
Arbeitslosenquote
7,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.975
Einwohnerzahl
324.713
Hauptwirtschaftszweige
Baugewerbe,
Fahrzeug- und Maschinenbau,
Pharma- und Medizintechnik
Walter Tschischka, Geschäftsführer der Volz Elektrotechnik GmbH,
schaut als Unternehmer auf 60 Jahre Dienstleistungserfahrung
zurück.
52
Inzwischen konnte die Projektidee bundesweit
bekannt gemacht werden mit dem Ziel, die Einrichtung weiterer derartiger Beschäftigungsverhältnisse zu unterstützen.
Für die zweite Programmphase hat sich eine
regionale Partnerschaft aus der ARGE Mannheim,
dem Rhein-Neckar-Kreis und der ARGE Heidelberg gegründet. Damit kooperiert bei der Integration älterer Langzeitarbeitsloser zukünftig die
gesamte Metropolregion in einem gemeinsamen
Beschäftigungspakt. Konzeptionell wird ein
Perspektivenwechsel von einem branchenbezogenen Strukturprogramm auf ein breites flächendeckendes Job-Integrationsprogramm 50 Plus
vollzogen. Der Fokus liegt auf der unmittelbaren
Arbeitsmarktintegration Älterer durch dezentrale Job-Börsen mit einem passgenauen Matching
bei der Vermittlung und einer Intensivierung der
Betreuungsdichte. Regionale Beschäftigungsträger mit einem dichten Netz an Arbeitgeberkontakten, Stadtteilaktivitäten und flankierenden
sozialen Dienstleistungen werden als operative
Partner in die Umsetzung einbezogen.
Im Mannheimer Projekt wurden 53 Arbeitsplätze geschaffen. Die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer durchliefen als Vorbereitung auf ihre
neue Tätigkeit umfassende Qualifizierungsmaßnahmen.
Die Volz Elektrotechnik GmbH – das Unternehmen mit Weitblick 2007 – hat einen hohen
Anteil älterer Beschäftigter, die der Geschäftsführer, Walter Tschischka, wegen ihres reichen
Know-hows so lange wie möglich halten möchte.
Mit dem Projekt Neue Jobs in der Wohnungswirtschaft ging der Beschäftigungspakt Mannheim neue Wege. Gemeinsam mit der GBG
Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH
wurden sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse für ältere Langzeitarbeitslose
geschaffen, die den Belangen dieser Personengruppe, aber auch den Anforderungen der Wirtschaft umfassend Rechnung tragen. Mit dieser
modernen Form der Wohnbetreuung wurde ein
neues Beschäftigungsfeld entwickelt, das großes
Zukunftspotenzial besitzt. Für die ältere Mieterschaft wurden passende Dienstleistungsangebote entwickelt.
NORD
OST
SÜD
WEST
BADEN-WÜRTTEMBERG
Landkreis Ortenau – Kommunale Arbeitsförderung Ortenaukreis
50plus – Es kommt auf die richtige Einstellung an
50plus im Ortenaukreis – die richtige Einstellung
fördern durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit
»Bei den Mitarbeitern des Projektes 50plus
hat man Ansprechpartner gefunden, die auf
die Wünsche des Unternehmens eingehen,
Lösungsvorschläge erarbeiten und diese
auch längerfristig verfolgen.«
Raimund Kiefer, Leiter des operativen Bereiches der A 2000
Industrie-Elektronik GmbH
Gemeinsam mit A2000 wurde ein Qualifizierungskonzept entwickelt, nach dessen Absolvierung drei ältere Langzeitarbeitslose
in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen wurden.
Der Ortenauer Pakt hat neben der erfolgreichen Integration älterer Langzeitarbeitsloser
in den allgemeinen Arbeitsmarkt eine intensive
Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Mit kontinuierlicher Präsenz in den Medien wurde über Ziele
und Arbeit des Projektes informiert. Das Bild
der älteren Arbeitsuchenden konnte nachhaltig
verbessert und ihre Stärken aufgezeigt werden.
Aus vielen Gesprächen mit Unternehmern, Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und
Wirtschaft ist ein Netzwerk entstanden, das
gute Informationen über die Personalbedarfe
in den Betrieben liefert. Es ist eine Vertrauensbasis gewachsen, in der man sich offen über
fachliche und persönliche Anforderungen an
die Bewerberinnen und Bewerber austauscht.
Neben Maßnahmen zur Weiterentwicklung der
beruflichen Kenntnisse und Qualifikationen steht
die Stärkung des Selbstvertrauens der Arbeitsuchenden im Mittelpunkt der Aktivitäten. Zahlreiche Kursangebote werden von Teilnehmenden
selbst organisiert und ein Programm zur Gesundheitsförderung wird angeboten.Während der
zweijährigen Laufzeit wurden 1.085 Menschen
betreut und beraten. Für 402 ältere Langzeitar-
beitslose hat sich eine neue berufliche Perspektive ergeben, 349 haben eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen,
23 den Weg in die Selbstständigkeit gewählt.
Für die neue Programmlaufzeit hat die
Kommunale Arbeitsförderung des Ortenaukreises mit der Partnerregion ARGE Landkreis
Emmendingen einen Paktverbund gebildet.
Ein neuer Schwerpunkt wird dabei die intensive
Vorbereitung der Arbeitsuchenden auf die
Erfordernisse des Arbeitsmarktes sein.
Mit dem Unternehmen A 2000 IndustrieElektronik GmbH wurden gemeinsame Qualifizierungsmaßnahmen entwickelt. Dadurch ist es
möglich, dem Mangel an Fachpersonal entgegenzutreten und älteren Arbeitsuchenden eine
Chance in einem neuen Tätigkeitsfeld zu geben.
Die Kombination der menschlichen Stärken und
des technischen Könnens zeichnet dieses Unternehmen aus und hat den Ausschlag für die Wahl
zum Unternehmen mit Weitblick gegeben.
53
A 2000
Industrie-Elektronik GmbH
Branche
Elektronikgewerbe
Unternehmensgröße
87 Beschäftigte
www.
a2000elektronik.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
4,2 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.694
Einwohnerzahl
417.523
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Logistik,
Dienstleistungsgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
BADEN-WÜRTTEMBERG
Arbeitsgemeinschaft Jobcenter Stadt Pforzheim
Silverstars
Unternehmen profitieren von Kompetenzen,
Lebenserfahrung und Know-how der Silverstars
Sparkasse Pforzheim Calw
Branche
Kreditgewerbe
Unternehmensgröße
2.096 Beschäftigte
www.
sparkasse-pforzheim-calw.de
»Die Erfahrungen unserer älteren Mitarbeiter sind ein Schatz – für die Sparkasse,
für die jüngeren Kollegen und noch mehr
für unsere Kunden.«
Dr. Müller, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse
Pforzheim Calw
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
7,3 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
564
Einwohnerzahl
119.156
Hauptwirtschaftszweige
Metallverarbeitung,
Schmuck- und Uhrenindustrie,
Versandhandel
Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Müller zusammen mit Margrit
Barth, erfahrene Kundenberaterin der Filialdirektion Neuenbürg
54
Die Erprobung und Einführung eines
speziellen Profilingverfahrens 50plus im Rahmen
des Pforzheimer Beschäftigungspaktes Silverstars hat sich bewährt. Dabei handelt es sich um
ein wissenschaftlich getestetes Verfahren zur
Potenzialanalyse und zur Förderung der Kompetenzerweiterung der Teilnehmenden, das sich
zur Übertragung auf andere Zielgruppen eignet.
In einem Kompetenzzentrum mit einem Ideenbüro wurde die Entwicklung von freiberuflicher
Tätigkeit, Selbstständigkeit und zusätzlicher
Beschäftigung gefördert. Gemeinsam mit der
IHK und der Hochschule Pforzheim wurde eine
Erfindermesse veranstaltet. In einem weiteren
Teilprojekt erfolgte eine Weiterbildung älterer
Langzeitarbeitsloser zu ‚Bildungsranger‘. Diese
vermittelten von Arbeitslosigkeit bedrohten
jungen Menschen berufsorientierte, praxisnahe
Lerninhalte.
Bis September 2007 wurden insgesamt
272 ältere Langzeitarbeitslose aktiviert und
150 in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert.
Außerdem konnten drei Existenzgründungen
auf den Weg gebracht werden.
In der zweiten Programmphase setzt
Silverstars auf nachhaltige Wirkungen für
die Zielgruppe. Die Vermittlung in Arbeit soll
durch die Beachtung der individuellen Lebensund Problemlagen und darauf ausgerichtete
Beratungs-, Betreuungs- und Qualifizierungsangebote unterstützt werden. Insbesondere
die Unterstützung der Selbsthilfepotenziale
der Teilnehmenden soll eine persönlich wie
beruflich nachhaltige Basis für den Integrationserfolg schaffen. Ihre direkte Einbeziehung in
die Umsetzung von Projektaktivitäten soll
zur Stärkung der Handlungsfähigkeit und
sozialen Kompetenz führen. Als neue Partnerregion wird sich die ARGE Landkreis Esslingen
an der Projektumsetzung beteiligen.
Die Sparkasse Pforzheim Calw zeichnet
sich durch einen besonders hohen Anteil von
Beschäftigten über 50 Jahre aus. Der Direktor
der Sparkasse, Herr Dr. Müller, schätzt die älteren
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegen ihrer
Vorbildwirkung.
NORD
OST
SÜD
WEST
RHEINLAND-PFALZ
Verbund Region Trier: Arbeitsgemeinschaften Stadt Trier,
Landkreise Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich,
Jobcenter Landkreis Daun
Perspektive 50plus Region Trier
Paktverbund Trier: „...und es geht doch!“
»Speziell im Metzgerhandwerk legen
unsere Kunden Wert auf Qualität,
Wissen und Erfahrung. Diese Attribute
werden vielfach von älteren Mitarbeitern
im besonderen Maße abgedeckt.«
Kai Leonhardt, Inhaber der Fleischerei Martin
Die Fleischerei Martin ist ein familiengeführtes Unternehmen
und legt auf eine ausgewogene Altersstruktur großen Wert.
Die neun Vermittlungszentren der Region
Trier haben nach dem Motto „Stellen vermitteln,
Trainieren, Aktivieren, Reintegrieren und
Kompetenz fördern“ ein Konzept umgesetzt,
das die einzelnen Personen mit ihrem ganz
individuellen Unterstützungsbedarf in den
Vordergrund stellt. Das vorrangige Ziel ist die
Integration der älteren Langzeitarbeitslosen in
den ersten Arbeitsmarkt. Selbst Personen mit
multiplen Vermittlungshemmnissen werden
mit Hilfe eines differenzierten Zuschussmodells
integriert. Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor
ist der sehr geringe Betreuungsschlüssel (1:10).
Darüber hinaus erwies sich die Übernahme von
Patenschaften für die Vermittlungszentren durch
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in
manchen Fällen als „Türöffner“ bei den Unternehmen. In der zweijährigen Umsetzungsphase
wurden über 2.000 Personen aktiviert und knapp
650 integriert, wovon über die Hälfte in unbefristete Arbeitsverhältnisse erfolgte.
zu tragen, entsteht ein bundeslandübergreifender Pakt Rheinland-Pfalz - Saarland mit insgesamt zwölf Grundsicherungsträgern aus den
Regionen Montabaur, Koblenz, Bad Kreuznach,
Trier, Saarbrücken und Saarlouis.
Als Unternehmen mit Weitblick 2007 wird
die Fleischerei Martin ausgezeichnet. Mit der
Übernahme im Jahr 2000 sicherte Kai Leonhardt
insgesamt 17 Arbeitsplätze in der Region. Aktuell
werden 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
beschäftigt. Auch Projektteilnehmende konnten
u. a. durch das Vermittlungszentrum der HWK
Trier in unbefristete Arbeitsverhältnisse vermittelt werden. 40 Prozent der Belegschaft ist über
50 Jahre alt. Weitere Einstellungen aus dem Personenkreis der älteren Langzeitarbeitslosen sind
auf Grund einer Betriebserweiterung geplant.
Darüber hinaus sichert Herr Leonhardt mit einer
„Kollegenbörse“ weitere Arbeitsplätze in der
Region Trier und fungiert als Multiplikator für
den regionalen Beschäftigungspakt.
In der zweiten Programmphase werden mit
gleicher Zielsetzung die Umsetzungsansätze und
-abläufe optimiert. Um das Konzept in die Breite
55
Fleischerei Martin,
Inh. Kai Leonhardt
Branche
Ernährungsgewerbe
Unternehmensgröße
22 Beschäftigte
www.
fleischerei-martin.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
4,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.400
Einwohnerzahl
511.000
Hauptwirtschaftszweige
verarbeitendes Gewerbe,
Handel,
Gesundheitswesen
NORD
OST
SÜD
WEST
HESSEN
Landkreis Marburg-Biedenkopf
Kompetenzzentrum
ComeBack@50
Der Beschäftigungspakt ComeBack@50
– ein Partner für passgenaue Vermittlungen
Pfeifer und Seibel GmbH
Branche
Elektronikgewerbe
Unternehmensgröße
70 Beschäftigte
www.
ps-leuchten.de
»Die Besetzungsvorschläge durch
ComeBack@50 sind für uns eine
Arbeitserleichterung – und wir
gewinnen erfahrene Mitarbeiter.«
Horst Seibel, Geschäftsführer der Pfeifer & Seibel GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
9,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.010
Einwohnerzahl
252.792
Das Projekt ComeBack@50 ist eng an das KreisJobCenter Marburg-Biedenkopf angebunden.
In Zusammenarbeit mit dem Fallmanagement
und dem Arbeitgeberpersonalservice werden die
Kunden intensiv betreut, weiterqualifiziert und
vermittelt. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Anforderungen der Unternehmen
in der Region gelegt. Durch Umfragen und
direkte Kontakte zu den potenziellen Arbeitgebern des Kreises hat das Projekt seine Vermittlungsarbeit an den jeweiligen Bedürfnissen der
Wirtschaft orientiert. Der Arbeitgeberkontakt
wurde durch eine auf Unternehmen ausgerichtete Marketingaktion in den IHK-Zeitschriften
im Landkreis und darüber hinaus gestützt.
Das Projekt hat bisher über 880 Personen
betreut. Bis Ende September konnten nach knapp
zweijähriger Projektlaufzeit über 280 ältere
Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit gebracht
werden.
Hauptwirtschaftszweige
Metall- und Kunststoffverarbeitung,
Dienstleistungsgewerbe
Mitarbeiterin in der Produktion der Pfeifer und Seibel GmbH.
56
In der zweiten Programmphase wird das Projekt auf die ARGE des Nachbarkreises, die LahnDill-Arbeit, ausgeweitet und im Hinblick auf ein-
heitliche Arbeitsprozesse an beiden Standorten
weiter professionalisiert. In enger Kooperation
sollen die älteren Langzeitarbeitslosen beider
Regionen in Beschäftigung gebracht werden.
Zugleich wird das Ziel verfolgt, beide ARGEn als
Partner für die passgenaue Vermittlung bei den
Unternehmen zu etablieren. Mit den Worten
eines Arbeitsvermittlers des JobCenters ausgedrückt, bedeutet Qualität, wenn der Arbeitgeber
wieder kommt, der Arbeitslose aber nicht.
Das diesjährige Unternehmen mit Weitblick
wurde entsprechend dieses Leitsatzes ausgewählt: Die Pfeifer und Seibel GmbH beschäftigt
bereits drei Projektteilnehmende und wird
voraussichtlich einen weiteren einstellen. Bei
der Auswahl spielt für ComeBack@50 auch
die Verankerung des Unternehmens in seiner
Region eine Rolle. Die Pfeifer und Seibel GmbH
entwickelt und produziert individuelle Beleuchtungssysteme unter Anwendung komplexer
Fertigungstechniken. Als größerer Arbeitgeber in
einem stark ländlich geprägten Gebiet des Landkreises kommt dem Unternehmen eine Leuchtturmfunktion zu.
NORD
OST
SÜD
WEST
HESSEN
Landkreis Fulda
Beschäftigungspakt für Ältere in der Region Fulda
Vorausdenken-gestalten-handeln
Ein Beschäftigungspakt für die Menschen
der Region Fulda
Ȁltere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
bringen neben Berufserfahrung auch Lebenserfahrung mit. Diese sozialen Kompetenzen
sind in der Betreuung pflegebedürftiger
Menschen durch nichts zu ersetzen.«
Dr. Stefan Arend, Geschäftsführer der Mediana
Unternehmensgruppe
Dr. Stefan Arend, Geschäftsführer der Mediana Unternehmensgruppe, mit Karin Klog, die eine Ausbildung zur Präsenzmitarbeiterin absolviert hat.
Das Amt für Arbeit und Soziales Fulda hat
im Rahmen des Projektes Perspektive 50plus
– Beschäftigungspakt im Landkreis Fulda
umfangreiche Aktivitäten zur Aktivierung,
Qualifizierung und Beschäftigung älterer
Langzeitarbeitsloser in der Region umgesetzt.
Mit Unterstützung der IHK und der Kreishandwerkerschaft wurde der Dialog mit den regionalen Unternehmen besonders aktiv gestaltet.
So entstand eine tragfähige Zusammenarbeit
hinsichtlich gezielter Qualifizierung und
passgenauer Integration. Besonders erfolgreich sind die Qualifizierungen, die partnerschaftlich direkt am Arbeitsplatz im Unternehmen durchgeführt werden.
In der Projektlaufzeit wurden ca. 1.326
Arbeitsuchende aktiviert, von denen 447 in
den ersten Arbeitsmarkt integriert werden
konnten. Projekte wie der „Bürgerservice“
des Regionalforums Fulda-Südwest und der
„Arbeitskräftepool Handwerk“ der Kreishandwerkerschaft Fulda verfolgen das Ziel, die
Langzeitarbeitslosigkeit nachhaltig zu minimieren und die Region zu stärken.
Für die zweite Phase des Bundesprogramms
erweitert sich der Fuldaer Pakt durch die
benachbarten Landkreise Hersfeld-Rotenburg
und Vogelsbergkreis. Dafür spricht unter anderem auch die Tatsache, dass zu beiden Nachbarn
Übergangsräume bestehen, in denen Landkreisgrenzen für die wirtschaftliche Struktur und die
des Arbeitsmarktes kaum eine Rolle spielen.
Als Unternehmen mit Weitblick 2007
zeichnet der Fuldaer Pakt die Unternehmensgruppe Mediana aus, zu der das Wohn- und
das Pflegestift Mediana, die Seniorenresidenz
Seniana und die Mediana Akademie gehören.
Die Personalpolitik des Unternehmens fördert
und berücksichtigt gezielt die Beschäftigung
Älterer. Während des gesamten Projektverlaufes
hat Mediana kontinuierlich Personen aus dem
Projekt 50plus eingestellt. Besonders hervorzuheben ist das Engagement des Unternehmens
bei der Konzipierung und Durchführung von
Qualifizierungen an der Mediana Akademie
für bislang ca. 30 Langzeitarbeitslose in drei
mehrmonatigen Lehrgängen zum Alltagsbegleiter.
57
Mediana Unternehmensgruppe
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Unternehmensgröße
410 Beschäftigte
www.
mediana.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
5,7 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
852
Einwohnerzahl
219.000
Hauptwirtschaftszweige
produzierendes Gewerbe,
Handwerk,
Dienstleistungsgewerbe
NORD
OST
SÜD
WEST
HESSEN
Verbund Kassel:
Arbeitsförderung Kassel Stadt und Arbeitsförderung Landkreis Kassel
Ältere Arbeitnehmer – Ressource der Wirtschaft
„Alt und Jung“ gemeinsam in der
Wachstumsbranche Logistik
Ullrich GmbH
Branche
Logistik
Unternehmensgröße
1.500 Beschäftigte
www.
ullrich-gruppe.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
»Die Ullrich-Gruppe nutzt die kreativen
Ideen und Anregungen aus dem Programm
»Perspektive 50plus« für die Entwicklung
der Personalstrategien »Jung und Alt« und
für die Weiterbildung der Mitarbeiter.«
Samantha-Nicole Hagedorn, Prokuristin und Personalchefin
bei der Ullrich GmbH
Arbeitslosenquote
9,3 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.415
Die entscheidenden Erfolgsfaktoren des
Beschäftigungspaktes für Ältere in der Region
Kassel sind einerseits die vielfältigen Ansätze
zur Förderung, Betreuung und Vermittlung
der älteren Langzeitarbeitslosen und andererseits das durchgängige Konzept zur Unternehmensansprache durch Netzwerkbildung und
Öffentlichkeitsarbeit. Zusätzlich hat der Pakt
den Schwerpunkt seiner Vermittlungsaktivitäten auf die regionalen Wachstumsbranchen
regenerative Energien, Lager und Logistik sowie
Handel und Dienstleistungen gelegt.
Seit Anfang 2006 wurden im Rahmen von
vier Teilprojekten 1.939 ältere Langzeitarbeitslose
aktiviert. Hiervon wurden 710 Personen in den
ersten Arbeitsmarkt integriert, davon wiederum
288 in Mini-Jobs, und 86 gingen in die Selbstständigkeit.
Einwohnerzahl
437.000
Hauptwirtschaftszweige
verarbeitendes Gewerbe,
Groß- und Einzelhandel,
Gesundheitswesen
Wolfgang Krause, seit 15 Monaten bei der Ullrich GmbH im
Bereich Disposition und Qualitätssicherung, mit Samantha-Nicole
Hagedorn, Prokuristin und Personalchefin, und Michael Schulze,
Leiter der beruflichen Weiterbildung der Ullrich Akademie GmbH
58
In der zweiten Programmphase werden
die erfolgreichen Teilprojekte stabilisiert und
weiterentwickelt. Wesentlich ist die Intensivierung der Aktivierungsstrategien im Rahmen
des Coachings und der individuellen Betreuung,
um Integrationsfortschritte zu erzielen. Als neue
Partnerregion erweitert der Landkreis WerraMeißner den Kasseler Pakt. Dort werden bereits
Ansätze zur Bewältigung des demografischen
Wandels verfolgt, so dass die Regionen Kassel
und Werra-Meißner sich wertvoll ergänzen. Ziel
ist es, die Integration älterer Langzeitarbeitslosen
zu erhöhen.
Die Ullrich-Gruppe ist mit rund 1.500
Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber im
Landkreis Kassel im Bereich Logistik/Spedition.
Das seit 1966 familiengeführte Unternehmen
stellte im letzten Jahr zwei ältere Langzeitarbeitslose aus dem Beschäftigungspakt ein, einer
von ihnen aus dem Qualifizierungsprojekt Solar.
Im Ausbildungsbereich werden bewusst „AltJung-Teams“ gebildet. Zum Ausbildungsbeginn
2008 sollen gezielt Auszubildende „50plus“
eingestellt werden. Unter Berücksichtigung der
demografischen Entwicklung ist geplant, in der
firmeneigenen Ullrich Akademie einen Lehrgang
„50plus“ zum Erwerb eines LKW-Führerscheins
einzurichten.
NORD
OST
SÜD
WEST
HESSEN
Arbeitsgemeinschaft MainArbeit GmbH
Chance 50 plus – Leistung zählt
Leistung zählt! – Offenbacher Unternehmen
profitieren von motivierten älteren Beschäftigten
»Bei der Suche von qualifiziertem
Personal werden mir vom Beschäftigungspakt der Stadt Offenbach gute und
zuverlässige Leute empfohlen.«
Klaus Rössner, Geschäftsführer der R&F PharmPlast GmbH
Klaus Rössner ist Geschäftsführer der beiden Unternehmen
Schimmel und R&F PharmPlast GmbH und schätzt eine ausgewogene Altersstruktur im Unternehmen.
Der Beschäftigungspakt der Stadt
Offenbach Chance 50plus - Leistung zählt
führt seinen Erfolg im Wesentlichen zurück
auf ein konzeptionell abgestimmtes und
enges Zusammenwirken unterschiedlicher
sich ergänzender Teilprojekte zur Aktivierung
der Kunden. Aktivierungen wurden über ein
breites Angebotsspektrum erreicht, wie intensives Profiling, Arbeitsgelegenheiten, ehrenamtliche Tätigkeit, Bewegung und Ernährung
sowie Existenzgründungsbegleitung. Darüber
hinaus wurde ein erfolgreich arbeitender
Job-Club installiert. Im Projektzeitraum ist
es bisher gelungen, von 1.484 aktivierten
Kunden 596 in den ersten Arbeitsmarkt zu
integrieren. Hierzu zählen auch 175 Mini-Jobs
und 38 Existenzgründungen.
Ergänzend zu den erfolgreichen Teilprojekten soll zukünftig eine „Fortlaufende
Integrationsbegleitung“ (FIB) für zwischenzeitlich gut aktivierte Vermittlungskunden
installiert werden. Als neue Partnerregion
wird die ARGE Groß-Gerau in den Verbund
Chance 50plus eintreten.
Das Offenbacher Unternehmen mit Weitblick
2007, der Kunststoffspritzgussproduzent R&F
PharmPlast GmbH, zeigt hohes Interesse an den
Bewerbervorschlägen des Beschäftigungspaktes.
Aus diesem Grund erhielten ältere Arbeitsuchende die Chance, durch fachliche Kompetenz,
Zuverlässigkeit und hohe Flexibilität (Schichtarbeit) zu überzeugen. Mittlerweile sind drei der
zwölf beschäftigten Mitarbeiter älter als 50 Jahre
und auf Vermittlungsvorschlag des Beschäftigungspaktes unbefristet eingestellt worden.
Die R&F PharmPlast GmbH ist ein Partnerunternehmen der Johann W. Schimmel GmbH Technischer Fachgroßhandel. Die beiden Unternehmen werden in einer Hand und an einem
Ort unter der Leitung des Geschäftsführers Klaus
Rössner geführt. Auf Grund der positiven Erfahrung mit älteren Beschäftigten und mit der
Unterstützung durch den Beschäftigungspakt
wurde ein weiterer älterer Langzeitarbeitsloser
aus dem Projekt als Fahrer und Lagerist bei
der Johann W. Schimmel GmbH eingestellt,
die derzeit 33 Beschäftigte hat.
59
R&F PharmPlast GmbH
Branche
Großhandel
Unternehmensgröße
45 Beschäftigte
www.
schimmel-gmbh.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
8,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.322
Einwohnerzahl
118.000
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Gesundheits-, Veterinär- und
Sozialwesen
NORD
OST
SÜD
WEST
HESSEN
Kreis Offenbach
ProArbeit 50PLUS
Chancen für Ältere dank alter(n)sgerechter
Arbeitsplatzgestaltung
Unternehmensgruppe ABKSysteme GmbH / EFiS AG
Branche
Kreditgewerbe
Unternehmensgröße
69 Beschäftigte
www.
efis.de
www.
abk.de
»Der Vorteil in der Zusammenarbeit
mit dem Projekt ProArbeit 50PLUS
wird vor allem in der »punktgenauen
Vorauswahl von Bewerbern« gesehen.
Der Kontakt ist dadurch sehr vertrauensvoll und konstruktiv.«
Jürgen Ortmann, Vorstand bei EFiS und Geschäftsführer
bei ABK
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
4,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.932
Einwohnerzahl
337.409
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Elektrotechnik,
Datenverarbeitung
Armin Gerhardt, Vorstand bei ABK und Geschäftsführer
bei EFiS (links), und Jürgen Ortmann, Vorstand bei EFiS und
Geschäftsführer bei ABK (rechts)
60
Das Projekt ProArbeit 50PLUS im Kreis
Offenbach verzeichnet gute Erfolge bei der
Vermittlung von älteren Langzeitarbeitslosen
und bei der Entwicklung und Umsetzung
innovativer Beratungs- und Aktivierungsinstrumente. Dazu gehören in erster Linie
die Gruppenveranstaltungen zum Abschluss
effektiver Eingliederungsvereinbarungen,
ein arbeitsmarktnahes Profilingkonzept
sowie spezielle 50plus-Schulungs- und
Trainingsmaßnahmen. So konnten bisher
408 Ältere in den allgemeinen Arbeitsmarkt
integriert werden. Zusätzlich wurden 88
Ältere in Marktersatzmaßnahmen aktiviert,
und rund 700 Personen nahmen an mehrwöchigen bis mehrmonatigen Qualifizierungen teil.
Für die neue Programmlaufzeit ist eine
Kooperation mit der Kreisagentur für Beschäftigung Darmstadt-Dieburg vereinbart.
Mit der Zielsetzung, die Aktivierung als Basis
für bessere Vermittlungschancen zu intensivieren und die bewährten Instrumente zur
Integration gezielt zu optimieren und weiter-
zuentwickeln, soll sich das Know-how beider
Partner im gemeinsamen Konzept ergänzen.
Als Unternehmen mit Weitblick 2007
wurde die Unternehmensgruppe ABK-Systeme
GmbH / EFiS-AG (EDI Finance Service) mit Sitz
in Dreieich ausgewählt. Sie ist Anbieterin von
Komplettlösungen für den nationalen und
internationalen elektronischen Zahlungsverkehr. Zielsetzung der Personalpolitik ist es,
dass sich innerhalb der Belegschaft Erfahrung,
Branchenpraxis und Qualifikation optimal
ergänzen. Für die Geschäftsleitung spielt
dabei der Einsatz älterer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter eine besondere Rolle. Die
Förderung altersgemischter Teams zeigt,
wie sich im Wissenstransfer zwischen Älteren
und Jüngeren Erfahrung und aktuelles Knowhow ideal ergänzen und so die Kompetenz
des Unternehmens wächst. Flexible, individuelle Arbeitszeitmodelle, Weiterbildung für
alle Altersgruppen und ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sind weitere Komponenten der
Personalpolitik des Unternehmens.
NORD
OST
SÜD
WEST
HESSEN
Rhein-Main Jobcenter GmbH, Frankfurt/Main
Jobs für best!agers/Rhein Main Jobcenter
Junges Dienstleistungsunternehmen
setzt auf best!agers
»Wir arbeiten sehr schnell und
unbürokratisch mit dem Team Jobs für
best!agers zusammen. Die Zusammenarbeit
soll ausgebaut werden, da wir in vier
Jahren ca. 500 neue Arbeitsplätze schaffen
wollen.«
Christian Haug, Geschäftsführer der handling counts GmbH
Im Frankfurter Beschäftigungspakt Jobs für
best!agers wurden 500 regionale Unternehmen
für das Thema „Beschäftigung Älterer“ sensibilisiert. Wichtige regionale Entscheidungsträger
sichern im Pakt nachhaltige Strukturen. Mit den
Arbeitsuchenden werden in siebenwöchigen Ideenworkshops individuelle berufliche Perspektiven entwickelt. Darüber hinaus stehen modulare
Qualifizierungs- sowie Sport- und Gesundheitsangebote zur Verfügung. Erfolgsfaktoren sind
ein intensiver Betreuungsschlüssel, eine hohe
Kontaktdichte sowie die enge Zusammenarbeit
zwischen Jobcenter und kooperierenden Partnerschaften.
1.143 ältere Langzeitarbeitslose wurden bisher
aktiviert, davon 326 in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert, zumeist ohne zusätzliche
Arbeitgeberförderung.
Projektteilnehmer Helmut Schwartzenberg aus dem Projekt
„Jobs für best!agers“ mit Sabine Fried, Personalleiterin bei der
handling counts GmbH
Die Rhein-Main Jobcenter GmbH plant
zusammen mit der ARGE der Wissenschaftsstadt
Darmstadt eine Fortführung in der zweiten
Programmphase. Die räumliche Nähe im Wirtschaftsraum Rhein-Main wird zusätzliche Inte-
grationschancen eröffnen. Die Einrichtung mehrerer Integrationszentren ist geplant, in denen
die Arbeitsuchenden in dreimonatigem intensiven Vollzeitcoaching auf eine Arbeitsaufnahme
vorbereitet werden. Die bisherige Kampagne
wird fortgeführt und ergänzt.
Die Jury des Beschäftigungspaktes hat sich für
die handling counts GmbH (HC), ein Tochterunternehmen der Lufthansa Cargo AG, entschieden.
HC besteht seit Januar 2007 und hat die ersten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im März 2007
eingestellt. Aktuell arbeiten ca. 75 Beschäftigte
im Unternehmen; in den nächsten drei bis vier
Jahren sollen 500 neue Arbeitsplätze geschaffen
werden. Der Dienstleister verfügt somit über
ein großes Arbeitskräftepotenzial. HC hat sich,
gegenläufig zur gängigen Altersstruktur dieser
Branche, bewusst für eine ausgewogene Altersstruktur entschieden. Bisher wurden zwei ältere
Langzeitarbeitslose aus dem Pakt eingestellt,
einer von ihnen ist mit 64 Jahren der älteste
Kunde. Zwölf weiteren Personen wurde ein
Arbeitsplatz angeboten. HC bietet auch Einstiegsqualifizierungen.
61
handling counts GmbH
Branche
Lager und Logistik
Unternehmensgröße
75 Beschäftigte
www.
handling-counts.com
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
9,5 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
5.149
Einwohnerzahl
663.000
Hauptwirtschaftszweige
Kreditgewerbe,
Handel,
Handwerk
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
Verbund Arbeitsgemeinschaften Stadt und Kreis Aachen
krass – Kontaktstelle zur Reintegration
älterer Arbeitsloser in Schlüsselbranchen
krass – Ältere erschließen in Wachstumsbranchen
neue Geschäftsfelder
Unternehmensgröße
410 Beschäftigte
»Erst die professionelle Unterstützung
durch den Aachener Beschäftigungspakt
hat uns in die Lage versetzt, die notwendigen Hürden zu nehmen, um das
neue Geschäftsfeld der haushaltsnahen
Dienstleistungen zu erschließen.«
www.
caritas-aachen.de
Bernhard Verholen,
Geschäftsführer Aachener Caritasverband
Mit offensiver Markterschließung, ausgewählten Qualifizierungen, aktivierendem
Job-Coaching, gezielter Öffentlichkeitsarbeit und
dem Aufbau einer funktionierenden Netzwerkstruktur hat sich das Aachener Projekt krass in
der zweijährigen Projektlaufzeit als erfolgreich
erwiesen. Rund 40 Prozent der insgesamt 617
aktivierten Personen konnten wieder in Arbeit
gebracht werden.
Bernhard Verholen, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die
Regionen Aachen-Stadt und Aachen-Land e.V., Heinrich-Andreas
Rebbe, tätig im neuen Geschäftsbereich der haushaltsnahen
Dienstleistungen, und Herbert Schaber, Referat Ambulante
Pflegedienste des Caritasverbandes (v.l.n.r.)
Ein spezifischer Ansatz von krass besteht
darin, die Integrationsbemühungen an Wachstumsbranchen auszurichten. Dies folgt der Logik:
Wo Wachstum stattfindet, fällt Integration
leichter. Stellvertretend für eine solche Wachstumsbranche steht die Seniorenwirtschaft, in der
sich Versorgungslücken und Marktpotenziale
bei der Altersgruppe zeigten, die noch nicht
pflege-, aber bereits hilfebedürftig ist. Zusammen mit dem Aachener Caritasverband konnte
krass in diesem Projektsegment das Konzept der
haushaltsnahen Dienstleistungen erarbeiten
und umsetzen. Auf diese Weise konnten bereits
drei qualifizierte Projektteilnehmende eine neue
Arbeit finden.
Caritasverband der
Regionen Aachen-Stadt und
Aachen-Land e.V.
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
10 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
5.188
Einwohnerzahl
562.000
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Informationstechnologien,
Gesundheits- und Seniorenwirtschaft
62
Für die zweite Projektphase wird neben den
bisher beteiligten Projektregionen, Aachen Stadt
und Kreis, die Optionskommune Düren in das
Konzept integriert. Um die Ergebnisse ab 2008
weiter zu verbessern, wird die Projektstruktur
dezentralisiert. Das Fördern und Fordern der
Projektteilnehmenden soll intensiviert werden.
Der Aachener Caritasverband ist ein regionaler Dienstleister, der mit 410 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern an insgesamt 20 Standorten
Menschen in verschiedenen Problemlagen mit
Rat und Tat zur Seite steht. Das Engagement im
Bereich des demografischen Wandels spiegelt
sich jedoch nicht nur im Alter der Kunden wider.
Fünfundzwanzig Prozent der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt. Sie erleben
die Caritas als einen verantwortungsbewussten
und verlässlichen Arbeitgeber. Diese Einstellung
und die Kooperationsleistung beim Entwickeln
neuer Berufsfelder kennzeichnen den regionalen
Caritasverband als Unternehmen mit Weitblick
2007.
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
JobAgentur Ennepe-Ruhr-Kreis
Beschäftigungspakt für Ältere
im Ennepe-Ruhr-Kreis
Gesundheitsvorsorge erhöht die Chancen älterer
Arbeitsuchender auf dem Arbeitsmarkt
»Die Lebenserfahrung und das größere
Biografieverständnis unserer Alltagsbegleiterin verschafft uns am Markt einen
Wettbewerbsvorteil, wenn sich die Qualität
unserer Dienstleistung herumspricht.«
Mariandl Bartz-Swienty, Hausleitung der Boecker-Stiftung
gGmbH
Senioren werden von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Wohngemeinschaften oder stationärer Pflege begleitet
und betreut.
Die Erfolgsfaktoren des Beschäftigungspaktes der JobAgentur EN sind u. a. die gezielte
Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit, mit dem
Ergebnis, dass im Landkreis Ennepe-Ruhr die
Stärken älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangten. Hinzu kommen die Erfolge der
einzelnen Projekte mit einem Instrumentenmix
wie Vermittlungsbegleitung, individuelle und
fachliche Qualifizierung, Bewerberservice,
Praktika, Leiharbeit, Aushilfsagentur und Lohnkostenzuschüsse.
Beispielhaft sind die JobCoaches zu nennen, die in den Regionalstellen der JobAgentur
EN eine umfassende und zielgruppengerechte
Beratung und Begleitung anbieten. Das Projekt
TRANSIT fördert die geistige und physische Mobilität der Teilnehmenden und bewährte sich als
eine der erfolgreichsten Aktivierungsmethoden.
Das Querschnittsmodul „Fifty Fit“ bietet Gesundheitsvorsorge für ältere Arbeitsuchende mit dem
Ziel, Arbeitsfähigkeit zu schaffen bzw. zu erhalten. Hiermit hat der Beschäftigungspakt den 1.
Platz beim “Gesundheitspreis NRW 2007” erzielt.
Die Erfolge lassen sich auch an den
Zahlen ablesen: Bis Ende September 2007
wurden 1.205 Aktivierungen und 344 Integrationen verzeichnet. In der Fortführung des
Beschäftigungspaktes mit dem Kommunalen
JobCenter Hamm, der ARGE Unna und der
ARGE Märkischer Kreis liegt das Hauptaugenmerk auf einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit,
der Ausweitung des JobCoach-Systems, der
verstärkten Vermittlung durch Dritte auch im
Rahmen der internationalen Arbeitsvermittlung
sowie auf Gesundheitsvorsorge und Mobilisierung bzw. Mobilität und Empowerment der
Zielgruppe.
Die Boecker-Stiftung bietet konsequent
Service für Senioren durch Ältere an sowie eine
Vielfalt an Begleitkonzepten in Seniorenmietwohnungen, stationärer Pflege sowie Begleitung
und Betreuung in Wohngemeinschaften. Über
den Beschäftigungspakt werden gezielt Ältere
eingestellt. Als Vorbereitung dienen Praktika,
um den Einstieg in dieses Arbeitsmarktsegment
zu erleichtern.
63
Boecker-Stiftung gGmbH
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Unternehmensgröße
75 Beschäftigte
www.
boecker-stiftung.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
8,4 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.374
Einwohnerzahl
343.719
Hauptwirtschaftszweige
Herstellung von Metallerzeugnissen,
Gesundheits- und Sozialwesen,
Tourismus
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (IAG)
Best Ager Gelsenkirchener Beschäftigungspakt
für Ältere
BEST AGER Gelsenkirchen – Im Revier ist man mit
50 Jahren noch kein altes Eisen
APD Ambulante
Pflegedienste
Gelsenkirchen GmbH
Branche
Gesundheits- und
Sozialwesen
Unternehmensgröße
120 Beschäftigte
www.
apd.de
»Das APD-Pflegeteam ist ein Mix aus Jung
und Alt. Gerade die älteren Mitarbeiter
können ihren jungen Kollegen wertvolle
Lebenserfahrungen vermitteln, die es in
keinem Ausbildungsplan gibt.«
Claudius Hasenau, Geschäftsführer der APD Ambulante
Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
16,3 %
Um in Gelsenkirchen die Arbeitsmarktsituation älterer Langzeitarbeitsloser zu verbessern,
haben sich im regionalen Beschäftigungspakt
BEST AGER acht wirtschaftsnahe Institutionen
und Berufsbildungsträger zusammengeschlossen. Das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen (IAG) ist als Träger der Grundsicherung
der zentrale Kooperationspartner und Kofinanzierer des komplexen Arbeitsmarktnetzwerkes,
das von der GAFÖG Arbeitsförderungsgesellschaft koordiniert wird.
Das Herzstück von BEST AGER bilden zwei
Job-Clubs als zentrale Dienstleistungszentren für
Arbeitsuchende über 50 Jahre und Unternehmen. Dort werden ältere Arbeitsuchende zielgruppenspezifisch und umfassend beraten. Die
Unternehmen erhalten, neben wichtigen Tipps
und Hilfestellungen für die Beschäftigung älterer
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, geeignete
Bewerbervorschläge.
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
3.267
Einwohnerzahl
269.064
Hauptwirtschaftszweige
produzierendes Gewerbe,
Handel,
Dienstleistungsgewerbe
Nicole Bertlings (links), examinierte Altenpflegerin, arbeitet als
Pflegefachkraft in der Wohngemeinschaft für dementiell erkrankte Menschen, und Kriemhild Skorupa (rechts), Alltagsbegleiterin,
arbeitet als Alltagsbegleiterin in der Wohngemeinschaft.
64
Dass man ab 50 nicht zum alten Eisen gehören
muss, zeigen die Ergebnisse: Seit Dezember 2005
haben über 3.500 ältere Langzeitarbeitslose die
Beratungsangebote der Job-Clubs in Anspruch
genommen. Fast 800 Kunden haben erfolgreich
an arbeitsmarktnahen Qualifizierungsmaßnahmen oder betrieblichen Schulungsveranstaltungen teilgenommen. Bislang wurden 333 Kunden
unmittelbar in sozialversicherungspflichtige
Beschäftigungsverhältnisse vermittelt. Weitere
31 Kunden nahmen einen Mini-Job auf und zehn
beschritten den Weg in die Selbstständigkeit.
Ab 2008 soll BEST AGER als DER BESCHÄFTIGUNGSPAKT FÜR ÄLTERE IM REVIER mit drei
weiteren Job-Clubs auch in den Städten Bottrop,
Gladbeck und Oberhausen vertreten sein.
Die 1993 gegründete Firma APD Ambulante
Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH ist ein herausragendes Beispiel für Unternehmen, die mit
BEST AGER konstruktiv und erfolgreich zusammenarbeiten. Im höchst sensiblen Bereich der
Pflegedienstleistungen schätzt APD gerade bei
älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deren
Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit
und Leistungsbereitschaft, gepaart mit einem
hohen Maß an Lebenserfahrung.
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
Hochsauerlandkreis
Kompetenznetzwerk 50plus
Bündelung von Leistungsträgern und Kompetenzen
schafft Arbeit für ältere Arbeitsuchende
»Das Vertrauen, welches wir durch
die aktive Einbindung der Arbeitgeberund Arbeitnehmervertreter in unser
Unternehmen gewinnen konnten,
erhöht die Vermittlungsaussichten
älterer Arbeitsloser.«
Volker Nelle, Geschäftsführer der TraQ GmbH
Mit dem Kompetenznetzwerk 50plus werden
die Erfahrungen der auf dem regionalen Arbeitsmarkt tätigen Bildungsträger zur Integration
älterer Langzeitarbeitsloser im Hochsauerlandkreis gebündelt. Diese Synergie bildet neben
dem progressiven Lohnkostenzuschuss (LKZ) die
Grundlage für das Übertreffen der ursprünglich geplanten Integrationszahlen um über 40
Prozent. Es hat sich während der Projektlaufzeit
gezeigt, insbesondere die professionelle Betreuung der älteren Langzeitarbeitslosen durch ein
intensives Coaching der Schlüssel zur erfolgreichen Integration ist.
Seit Ende 2005 wurden durch das Kompetenznetzwerk 50plus 558 ältere Langzeitarbeitslose
aktiviert, davon 217 in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert. Beachtlich ist, dass von den
Integrationen 208 in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse erfolgten.
123 ältere Arbeitsuchende erhielten einen
unbefristeten Arbeitsplatz.
Volker Nelle, Geschäftsführer der TraQ GmbH mit einer
Mitarbeiterin im Gespräch.
In der zweiten Phase des Bundesprogramms
soll das erfolgreiche einzelfallbezogene Coa-
ching fortgesetzt werden. Unterstützt werden
die Vermittlungsbemühungen der Netzwerkpartner durch einen gestaffelten LKZ. Gleichzeitig wird die Vergütung für das Coaching über
Vermittlungsprämien erfolgsorientiert ausgerichtet. Als neue Partnerregion tritt der Kreis
Nordfriesland dem Kompetenznetzwerk 50plus
bei, um in den nächsten drei Jahren gemeinsam
die Integration älterer Arbeitsloser voranzutreiben.
Die TraQ GmbH aus Meschede ist seit Beginn
von Kompetenznetzwerk 50plus an zentraler
Stelle vertreten. Aufgabe der TraQ GmbH ist es,
die Vermittlungsbemühungen der Coaches zu
koordinieren und gezielt Arbeitgeber für die
Einstellung von älteren Langzeitarbeitslosen
zu gewinnen. Als Personaldienstleister verfügt
die TraQ GmbH über gute Kontakte zu den
Arbeitgebern der Region. Gleichzeitig ist das
Unternehmen selbst Vorbild bei der Integration
von Älteren. Inzwischen haben zehn ältere
Langzeitarbeitslose im Unternehmen einen
neuen Arbeitsplatz gefunden.
65
TraQ GmbH
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Unternehmensgröße
510 Beschäftigte
www.
traq-personal.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
6,1 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.375
Einwohnerzahl
275.522
Hauptwirtschaftszweige
Herstellung von Metallerzeugnissen,
Einzelhandel,
Gesundheits- und Sozialwesen
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
Kreis Kleve
„50fit“ – der arbeitspakt für silberfüchse
Von Europa lernen – euregionale Integrationsstrategien am Niederrhein
Unternehmensgröße
367 Beschäftigte
Ȁltere Mitarbeiter sind mit ihrem Erfahrungsschatz und mit ihrer Identifikation
mit dem Arbeitsplatz unverzichtbar für
uns und auch in vielfacher Hinsicht Vorbild
für die jüngeren Mitarbeiter.«
www.
muehlhoff.de
Hans-Jürgen Mülders, Geschäftsführer der Mühlhoff
Umformtechnik GmbH
Mühlhoff Umformtechnik
GmbH
Branche
Maschinenbau
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
6,6 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
1.337
Einwohnerzahl
308.331
„50fit“ – der arbeitspakt für silberfüchse wurde
während der Programmlaufzeit im Kreis Kleve
zu einem Synonym für die Umsetzung innovativer Strategien auf den drei Ebenen Mensch,
Unternehmen und Gesellschaft. Ältere Arbeitsuchende wurden aktiviert, motiviert und stabilisiert. Hervorzuheben sind hier ein spezifisches
Förderassessment und eine auf den euregionalen
Arbeitsmarkt ausgerichtete Strategie. Unternehmen wurden mit attraktiven Fördermitteln und
einer breit angelegten Kommunikationskampagne für die Ziele der „Silberfüchse“ gewonnen.
Als Erfolgsbilanz können die Partner 1.013 Aktivierungen und 301 erfolgreiche Integrationen
in den ersten Arbeitsmarkt vorweisen.
Die konzeptionelle Ausrichtung auf den
euregionalen Arbeitsmarkt wird auf Grund
der gemeinsamen besonderen Situation als
Grenzregion zu den Niederlanden mit der ARGE
Viersen fortgesetzt und weiterentwickelt.
Hauptwirtschaftszweige
Handel,
Logistik,
Tourismus
Mitarbeiter der Mühlhoff Umformtechnik GmbH: Für das
Unternehmen ist das Arbeiten in altersgemischten Teams wichtig
für den Erfahrungstransfer zwischen Jung und Alt.
66
Die Mühlhoff Umformtechnik GmbH ist
ein traditionsreiches Unternehmen mit einer
großen Standorttreue und einer besonderen
Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter. Als Kupferschmiede im Jahre
1832 gegründet, ist Mühlhoff heute ein leistungsfähiges mittelständisches Unternehmen der
Umformtechnik für die Automobilindustrie.
Im nicht immer leichten Markt der Automobilzulieferindustrie hat es die Firma in den letzten
zehn Jahren durch stetige Innovation und
eine hohe Mitarbeitermotivation geschafft,
ihre Marktposition kontinuierlich auszubauen.
So ist im Laufe der Zeit die Mitarbeiterzahl von
ca. 100 auf heute 367 Beschäftigte gestiegen.
Das Unternehmen nimmt seine Verantwortung für Mensch und Natur ernst und stellt
deshalb hohe Anforderungen an Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Dabei legt Mühlhoff
großen Wert auf die Erfahrungen der älteren und
langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Etwa ein Viertel der Belegschaft ist älter als
50 Jahre. Bereits seit längerer Zeit existiert ein
betriebliches Gesundheitsmanagement das
fester Bestandteil der Unternehmenspolitik ist.
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
Verbund Ostwestfalen-Lippe (OWL):
Arbeitsgemeinschaften: Stadt Bielefeld, Kreise Herford,
Höxter, Paderborn, Gütersloh, Lippe
Generation Gold: Potenziale für den Arbeitsmarkt OWL
GENERATION GOLD: Maßgeschneiderte Unterstützung für Arbeitsuchende und Unternehmen
»Viele ältere Arbeitnehmer identifizieren
sich eher mit dem Unternehmen. Man
erkennt die »alte Schule«. Sie denken auch
mal mit und machen sich so das Leben
einfacher.«
Norbert Hunke, Inhaber und Geschäftsführer der Möbelwerkstätten Hunke GmbH
Der Beschäftigungspakt GENERATION GOLD
wird von sechs ARGEn der Region OstwestfalenLippe (OWL) getragen. Er ist durch seinen sehr
individualisierten Ansatz in den Bereichen
Coaching und Aktivierung sowie mit einem teilnehmerbasierten Vertriebskonzept in der Vermittlung besonders erfolgreich. Eine vertrauensvolle, offene Partnerschaft unter den Akteuren
trägt zu guten Integrationszahlen bei.
Insgesamt 2.500 Teilnehmende wurden aktiviert, davon über 700 in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert. In der zweiten Förderphase
wird das erfolgreiche Konzept fortgesetzt und
ein weiterer Partner einbezogen, so dass sich der
ganze Regierungsbezirk OWL vernetzen wird.
Altersgemischte Belegschaft der Möbelwerkstätten Hunke GmbH:
Für das Unternehmen ist eine ausgewogene Altersstruktur kennzeichnend.
Das Unternehmen Möbelwerkstätten Hunke
GmbH aus Schloß Holte-Stukenbrock wurde ausgewählt, weil es den demografischen Wandel
bereits seit mehreren Jahren erlebt. Der Betrieb
wurde vor 50 Jahren gegründet; 1987 übernahm
Norbert Hunke die Geschäftsführung von seinem
Vater. Mit hochwertigen Lackfronten hat sich
das Unternehmen einen Namen als exklusiver
Partner der Möbelindustrie gemacht. Im Unternehmen werden 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen 20 und 58 Jahren beschäftigt.
Der Kontakt zum Beschäftigungspakt
GENERATION GOLD besteht seit über einem Jahr.
Von Vorteil erwies sich hier die Arbeit im Verbund mehrerer Kreise. Das Unternehmen liegt
im Kreis Gütersloh. Den ersten Kontakt nahmen
die Kolleginnen aus Lippe auf, weil für einen
54-jährigen Tischlermeister eine neue Stelle
gesucht wurde – und es klappte im Nachbarkreis.
Der seit zwei Jahren arbeitslose Tischlermeister
passte ins Unternehmen. Sein Alter war dabei
kein Hinderungsgrund, vielmehr überzeugte
er durch seine Motivation und seine guten
Fachkenntnisse. Herr Hunke investiert regelmäßig in die Weiterbildung aller Beschäftigten
und plant, ein betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen. Beim Aufbau von Kontakten zu Krankenkassen und bei der geplanten
Personalaufstockung im Unternehmen erhält
das Unternehmen Unterstützung von
GENERATION GOLD.
67
Möbelwerkstätten Hunke
GmbH
Branche
Möbelproduktion und
-handel
Unternehmensgröße
27 Beschäftigte
www.
hunke-gmbh.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
9%
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
10.156
Einwohnerzahl
2.067.495
Hauptwirtschaftszweige
Maschinenbau,
Möbelindustrie,
Gesundheitswesen
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
aha Arbeit Hellweg Aktiv
Arbeitsgemeinschaft im Kreis Soest
Den demografischen Wandel nutzen!
Verringerung des Fachkräftemangels durch die
Qualifizierung älterer Arbeitsuchender
OHRMANN Montagetechnik
GmbH
Branche
Maschinenbau
Unternehmensgröße
114 Beschäftigte
www.
ohrmann.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
»Durch langjährige Mitarbeit im Unternehmen haben sich die Mitarbeiter über
50 ein hervorragendes Know-how und
Qualitätsbewusstsein angeeignet. Dies gilt
es zu erhalten und an jüngere Mitarbeiter
weiterzugeben.«
Friedrich Jülicher, Geschäftsführer und Gesellschafter der
OHRMANN Montagetechnik GmbH
Arbeitslosenquote
8,1 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.051
Einwohnerzahl
307.790
Der Beschäftigungspakt des Kreises Soest
konzentriert sich auf die regionale Metallund Elektrobranche. Um dem dortigen Fachkräftemangel entgegenzuwirken, werden ältere
Langzeitarbeitslose aus der Branche zielgerichtet
praxisnah qualifiziert. Der Kontakt zu den Unternehmen wurde über das Angebot von Demografieberatungen aufgebaut. Die kostenlose
Leistung erwies sich als guter Türöffner für den
Aufbau von Unternehmenskontakten und für die
Akquisition freier Stellen. Seit dem 1. September
2007 ist der Beschäftigungspakt organisatorisch
in die ARGE Arbeit Hellweg Aktiv eingemündet.
Dort werden die älteren Langzeitarbeitslosen
zentral in einem Team betreut.
Durch die Arbeit des Beschäftigungspaktes
konnten 658 ältere Langzeitarbeitslose durch
Beratungs- und Qualifizierungsmaßnahmen aktiviert und 120 in den allgemeinen Arbeitsmarkt
integriert werden.
Hauptwirtschaftszweige
Metallerzeugung und
-verarbeitung,
Elektrotechnik,
Gesundheitswesen
V. l. n. r.: Detlef Schulze (Konstruktion Elektro), Franz Hannig
(Meister Montage), Hermann Konetzke (Vertrieb), Marian Hahn
(Montage), Franz Hütt (Leiter Einkauf), Friedrich-Wilhelm Jülicher
(geschäftsführender Gesellschafter).
68
In der zweiten Programmphase soll auf Basis
der erfolgreichen Bausteine „Demografieberatung“ und „betriebsnahe Qualifizierung“ der
Schwerpunkt auf die Steigerung der Integrationszahlen gelegt werden. Hierzu wird die
Arbeit Hellweg Aktiv mit der ARGE Bonn einen
Paktverbund eingehen. Neue Themenfelder sind
die Gesundheitsförderung Älterer, individuelle
Kompetenzbilanzierungen und zielgruppengerechte Gruppencoachings. Integrationen
sollen durch Schaffung eines Vermittlungspools
u. a. verstärkt im Bereich der Zeitarbeit erfolgen.
Existenzgründungen werden durch qualifizierte
Gründungsberatung unterstützt.
Ohrmann Montagetechnik GmbH, eines
der führenden Unternehmen im Bereich der
automatischen Montage von Dichtungskomponenten, wurde auf Grund der erfolgreichen
Zusammenarbeit zum Unternehmen mit Weitblick 2007 gewählt. Eine Demografieberatung
hat die Geschäftsführung veranlasst, durch
Personalentwicklungsmaßnahmen einem
„Verrenten des Fachwissens“ entgegenzuwirken.
Die Arbeit in altersgemischten Teams, 25 Prozent der Beschäftigten sind über 50 Jahre, zeigt,
dass das Unternehmen die Chancen des demografischen Wandels zu nutzen weiß.
NORD
OST
SÜD
WEST
NORDRHEIN-WESTFALEN
Arbeitsgemeinschaft Kreis Wesel
INISS – Initiative Niederrhein
Innovation Senior Services
Unternehmen des Kreises Wesel haben den Nutzen
altersgemischter Belegschaften erkannt
»Unser Ansprechpartner bei INISS hat uns
sofort die Mitarbeiter empfehlen können,
die zu uns passen. Und ich glaube auch
heute noch, dass wir mit unserer Entscheidung genau die Richtigen gefunden haben.«
Ralf Preischel, Geschäftsführer der FTS Preischel GmbH
Ralf Preischel, Geschäftsführer der FTS Preischel GmbH, und
Herr Loy, ein Projektteilnehmender des Beschäftigungspaktes
Kreis Wesel
Im Rahmen des Beschäftigungspaktes INISS
(Initiative Niederrhein Innovation Senior
Services) wurden vier Kompetenzzentren 50+
eingerichtet. Seit dem Frühjahr 2006 haben
sowohl ältere Arbeitsuchende als auch Unternehmen der Region einen festen Ansprechpartner. „Service aus einer Hand“ ist das Motto der
Kompetenzzentren.
Heute haben mehr als 1.500 Arbeitsuchende
ihren Weg in die Kompetenzzentren gefunden
und vielfältige Angebote der Aktivierung, von
Kompetenzanalysen über Qualifizierungsangebote bis hin zur Erstellung videogestützter
Bewerbungsunterlagen, wahrgenommen.
Inzwischen sind die Kompetenzzentren etablierte Anlaufstellen, unterstützt durch das besondere Engagement von Landrat, Abgeordneten
und Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern
des Kreises sowie einer kreisweiten Öffentlichkeitsarbeit in der lokalen Presse und Rundfunk.
Bisher sind über 350 Personen in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert worden. Zukünftig
wird der Beschäftigungspakt um das JobCenter
Essen regional erweitert.
Hauptfaktoren für die Vermittlungserfolge
sind zum einen die Nähe, welche die INISS-Teams
zu den kleinen Unternehmen in der Region und
deren Bedarfslagen hergestellt haben, und zum
anderen der Service für regionale Unternehmen.
Hierzu zählen u. a. die Hilfe bei der Besetzung
freier Stellen, die adäquate kreisweite Vorauswahl geeigneter Bewerberinnen und Bewerber
sowie die kompetente Beratung und Unterstützung bei zeitnaher Gewährung von Zuschüssen
während der Einarbeitung. Es ist eine wichtige
Erfahrung, dass einer langfristig angebahnten
Vermittlung, die sich für das Unternehmen
bewährt hat, oft eine kurzfristige zweite folgt.
Das regionale Unternehmen mit Weitblick
FTS Preischel GmbH ist ein wichtiger Paktpartner.
Das inhabergeführte Unternehmen, das vorurteilsfrei gegenüber dem Merkmal „Alter“ auf die
Kompetenzen der Bewerberinnen und Bewerber schaut, verfolgt konsequent das Motto „Die
Mischung macht’s“. Das Unternehmen hat den
Nutzen altersgemischter Belegschaften erkannt.
69
FTS Preischel GmbH
Branche
Dienstleistungsgewerbe
Unternehmensgröße
40 Beschäftigte
www.
fts-preischel.de
Zur Wirtschaftsstruktur
der Region
Arbeitslosenquote
7,9 %
Anzahl der ALG II
Empfänger/-innen
über 50 Jahre
2.718
Einwohnerzahl
490.474
Hauptwirtschaftszweige
produzierendes Gewerbe,
Handel,
Gastgewerbe
Programmgebiet
Nord
Schleswig-Holstein
• Arbeitsgemeinschaft Flensburg
• Arbeitsgemeinschaft SGB II
im Kreis Pinneberg
Hamburg
• team.arbeit.hamburg
– Hamburger Arbeitsgemeinschaft
SGB II
Bremen
• Arbeitsgemeinschaft der
Stadt Bremen für Integration
und Soziales – BAgIS
Niedersachsen
• Arbeitsgemeinschaften
Braunschweig, Salzgitter,
Landkreis Wolfenbüttel
• Landkreis Emsland
• Landkreis Göttingen
• Arbeitsgemeinschaft Arbeit
und Grundsicherung des
Landkreises Harburg
• Jobcenter Wilhelmshaven
70
Mecklenburg-Vorpommern
• Jobcenter Güstrow
• Arbeitsgemeinschaft zur
Grundsicherung für Arbeitsuchende
der Landkreise Ludwigslust und
Parchim
• Arbeitsgemeinschaft zur
Grundsicherung für Arbeitsuchende
im Landkreis Müritz
• Arbeitsgemeinschaften
Landkreis Nordwestmecklenburg
und der Stadt Wismar
• Landkreis Ostvorpommern
Programmgebiet
Ost
Brandenburg
• Arbeitsgemeinschaft zur
Grundsicherung für Arbeitsuchende
im Landkreis Dahme-Spreewald
• Jobcenter Elbe-Elster
• Jobcenter Märkisch-Oderland
• Jobcenter Oberspreewald-Lausitz
• Landkreis Uckermark
Berlin
• JobCenter Neukölln
• JobCenter Pankow
Sachsen-Anhalt
• Arbeitsgemeinschaft SGB II
des Burgenlandkreises
• Arbeitsgemeinschaft SGB II
Halle GmbH
• Arbeitsgemeinschaft SGB II
Mansfelder Land
• Jobcenter-Arbeitsgemeinschaft
Magdeburg GmbH
• Arbeitsgemeinschaft SGB II
im Landkreis Stendal
Thüringen
• Stadt Jena – jenarbeit –
• Arbeitsgemeinschaft für
Arbeitsuchende des Kyffhäuserkreises
• Arbeitsgemeinschaften
Stadt Eisenach,
Landkreis Sonneberg,
Landkreis Hildburghausen,
Stadt Suhl,
Landkreis Schmalkalden-Meiningen,
Wartburgkreis
• Arbeitsgemeinschaft Grundsicherung
Unstrut-Hainich-Kreis
Programmgebiet
Süd
Sachsen
• Landkreis Bautzen, Amt für Arbeit
und Soziales
• Arbeitsgemeinschaft Leipzig
• Arbeitsgemeinschaft Agentur für
Arbeit – Vogtlandkreis
Grundsicherung für Arbeitsuchende
Bayern
• Arbeitsgemeinschaft für
Beschäftigung
Augsburg-Stadt
• Verbund Aschaffenburg:
Arbeitsgemeinschaften Stadt
Aschaffenburg und der Landkreise
Miltenberg und Aschaffenburg
• Arbeitsgemeinschaft der
Stadt Ansbach und der Landkreise
Ansbach und Neustadt/
Aisch-Bad Windsheim
• Arbeitsgemeinschaften Regensburg
Stadt und Landkreis Regensburg
• Arbeitsgemeinschaften der
Stadt Bamberg und der Landkreise
Bamberg und Forchheim
• Verbund Coburg: Jobcenter
Stadt Coburg und der Landkreise
Coburg, Kronach und Lichtenfels
• Stadt Erlangen – GGFA Erlangen AöR
• Arbeitsgemeinschaft für
Beschäftigung München GmbH
• Arbeitsgemeinschaft der
Stadt Nürnberg
• Stadt Schweinfurt – Stabsstelle
Beschäftigung und Grundsicherung
• Arbeitsgemeinschaft Integration
Traunstein und
Arbeitsgemeinschaft Integration
in den Arbeitsmarkt
Berchtesgadener Land
Baden-Württemberg
• Arbeitsgemeinschaft
Job-Center Mannheim
• Landkreis Ortenau – Kommunale
Arbeitsförderung Ortneaukreis
• Arbeitsgemeinschaft Jobcenter
Stadt Pforzheim
Programmgebiet
West
Rheinland-Pfalz
• Verbund Region Trier:
Arbeitsgemeinschaften Stadt Trier,
Landkreise Trier-Saarburg,
Bitburg-Prüm, Bernkastel-Wittlich,
JobCenter Landkreis Daun
Hessen
• Landkreis Marburg-Biedenkopf
• Landkreis Fulda
• Verbund Kassel:
Arbeitsförderung Kassel Stadt,
Arbeitsförderung Landkreis Kassel
• Arbeitsgemeinschaft
MainArbeit GmbH
• Kreis Offenbach
• Rhein-Main Jobcenter GmbH,
Frankfurt/Main
Nordrhein-Westfalen
• Verbund Arbeitsgemeinschaften
Stadt und Kreis Aachen
• JobAgentur Ennepe-Ruhr-Kreis
• Integrationscenter für Arbeit
Gelsenkirchen (IAG)
• Hochsauerlandkreis
• Kreis Kleve
• Verbund Ostwestfalen-Lippe:
Arbeitsgemeinschaften
Stadt Bielefeld, Kreise Höxter,
Paderborn, Herford, Lippe
• aha Arbeit Hellweg Aktiv
Arbeitsgemeinschaft im Kreis Soest
• Arbeitsgemeinschaft Kreis Wesel
71
Ergebnisse der bundesweiten Evaluation
zum Bundesprogramm
Der zweijährige Umsetzungszeitraum
des Bundesprogramms ist im Rahmen einer
Evaluation wissenschaftlich begleitet worden.
Ziel der Evaluation ist es, Ansätze, Vorgehensweisen, Aktivierungs- und Vermittlungsstrategien zu identifizieren, die einen nachhaltigen
Beitrag zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit älterer Langzeitarbeitsloser leisten.
Darüber hinaus wird untersucht, inwieweit die
Zusammensetzung, Einbindung und das Zusammenwirken regionaler arbeitsmarktpolitischer
Akteure Einfluss auf die Umsetzung der Beschäftigungspakte genommen hat.
Alle 62 Beschäftigungspakte waren in
die bundesweite Evaluation einbezogen. Eine
vertiefende Evaluation erfolgte in 20 ausgewählten Fallstudienregionen durch Interviews
sowohl auf der Akteurs- als auch Teilnehmerebene, beispielweise in Gruppendiskussionen
mit Teilnehmenden sowie Expertengesprächen
mit betrieblichen Personalverantwortlichen.
Die Evaluation wird vom Institut Arbeit und
Qualifikation (IAQ) der Universität DuisburgEssen durchgeführt.
72
In der ersten Programmphase des Bundesprogramms wurden bis einschließlich Oktober
2007 mehr als 76.500 ältere Arbeitsuchende über
50 Jahre aktiviert, von denen über 21.200 in den
allgemeinen Arbeitsmarkt integriert wurden.
Zur Analyse der Teilnehmerstruktur sind Daten
von etwa 67.000 Teilnehmenden erfasst. Danach
liegt das Durchschnittsalter der Teilnehmenden
in den 62 Beschäftigungspakten bei knapp
54 Jahren, nur etwa fünf Prozent der Teilnehmenden sind 59 Jahre und älter. Davon sind rund
42 Prozent Frauen und 58 Prozent Männer.
Über 18 Prozent der Teilnehmenden wurden
erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert.
Rund 60 Prozent der Integrierten konnten auf
eine Stelle vermittelt werden, die dem Niveau der
letzten Tätigkeit entsprach, ein Fünftel konnte
sogar auf Stellen mit einem höheren Niveau vermittelt werden.
Innovationen im Bereich der Aktivierung
Bei fast 71 Prozent der Teilnehmenden am
Bundesprogramm lag die letzte Tätigkeit zwei
Jahre und länger zurück, bei über 44 Prozent
sogar länger als vier Jahre.
Ganzheitliche Aktivierungsmaßnahmen
haben sich als Erfolg versprechender Weg
erwiesen, ältere Langzeitarbeitslose wieder an
die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes
heranzuführen. Dabei nahmen flankierende
Förderangebote vor allem aus dem Bereich
der Gesundheitsfürsorge und -beratung eine
besondere Rolle ein. Darüber hinaus wurden
praxis- und arbeitsplatzorientierte Sprachtrainings für Personen mit Migrationshintergrund
entwickelt. Zur Unterstützung der räumlichen
Mobilität wurden flexible, einzelfallorientierte
Förderinstrumente wie ein Führerschein und
Kfz-Darlehen, und Mobilitätstraining in Gruppen
angeboten.
Der Schwerpunkt der Aktivierungsmaßnahmen liegt auf der Stabilisierung und Hebung
der Beschäftigungsfähigkeit in Abstufung zur
individuellen Arbeitsmarktferne. Dabei haben
sich mehrstufige, kontinuierliche Aktivierungsansätze ganz besonders bewährt. Empowerment-Ansätze wie beispielsweise Initiativzentren
unterstützten die Stärkung der Selbsthilfekompetenzen älterer Langzeitarbeitsloser und die
Grafik 1
• Integrationen in den allgemeinen Arbeitsmarkt
nach verschiedenen Branchen und Geschlecht
Bildung beschäftigungsorientierter und sozial
stabilisierender Netzwerke unter den Teilnehmenden.
Grafik 2
• Integrationen in den allgemeinen Arbeitsmarkt
nach verschiedenen Branchen und Programmgebiet
WEIBLICH
NORD
8.8 %
2.8 %
6.0 %
14.4 %
5.9 %
9.3 %
22.8 %
2.1 %
Neue Wege der Unternehmensansprache und
Sensibilisierung für das Thema „Integration und
Beschäftigung Älterer“ mittels breit angelegter
Unternehmensbefragungen zu Personalbedarfen
und Beschäftigungspotenzialen bildeten eine
wichtige Grundlage für passgenaue Vermittlungen sowie bedarfsorientierte Qualifizierungsmaßnahmen.
8.2 %
5.5 %
5.7 %
25.0 %
24.2 %
OST
5.9 %
7.9 %
12.4 %
14.5 %
15.9 %
9.1 %
27.3 %
37.8 %
6.6 %
7.4 %
14.5 %
SÜD
3.3 %
9.6 %
9.6 %
7.6 %
MÄNNLICH
5.6 %
Regionale Netzwerke, in denen die
„klassischen“ Arbeitsmarktdienstleister – die
Kammern und Verbände, die Wirtschaftsförderung sowie lokalpolitische Akteure eingebunden
sind, erweisen sich für die Umsetzung innovativer Arbeitsmarktprogramme wie Perspektive
50plus förderlich. Paktverbünde von Grundsicherungsträgern stehen als positives Beispiel für die
Erweiterung des engen räumlichen Zuschnitts
kommunaler Arbeitsmärkte.
31.6 %
11.7 %
9.9 %
6.1 %
16.9 %
22.3 %
WEST
12.5 %
3.1 %
28.4 %
12.8 %
11.8 %
10.4 %
6.7 %
24.1 %
5.5 %
9.2 %
7.0 %
12.7 %
0%
10 %
21.7 %
20 %
30 %
40 %
0%
10 %
20 %
30 %
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei
Bergbau, verarbeitendes Gewerbe
Bauwirtschaft
Infrastruktur, Transport
unternehmensnahe Dienstleistungen
Handel, Finanzen, Immobilien
Politik, Verwaltung, Organisation
HH-nahe und personenbezogene Dienstleistungen
Quelle: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen
73
Impressum
Herausgeber
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
10117 Berlin
Bundesprogramm „Perspektive 50plus – Beschäftigungspakte für Ältere in den Regionen“
www.perspektive50plus.de
Gestaltung
www.studioadhoc.de
Druck
DMP – Digital Media Production
Der Leuchtturm auf dem Titel und das Foto auf Seite 24
istockphoto
Stand
November 2007
74
www.perspektive50plus.de