MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11

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63. Jahrgang
Anno 2011
Nr. 6
I.R.
I.R.
ITEINANDER
INSIEME
Vers. im P. A. lt. Art. 2 ABS 20/C, Gesetz 662/96 - Zweigstelle Bozen
Spedizione in a. p. art. 2 comma 20/C, legge 662/96 - Filiale di Bolzano
Chiesa Evangelica Luterana in Italia
Evangelisch-Lutherische Kirche
in Italien
Collage aus Fotos von/Collage con foto di F. Audenino, A. Hagels-Bludau, S. Wolters
… käme Jesus heute zur Welt?
… nascerebbe Gesù oggi?
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I N H A LT S V E R Z E I C H N I S • I N D I C E
»Blick zurück und Blick nach vorn
Weihnachten 2011« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195
«Uno sguardo al passato ed uno al futuro
Natale 2011» . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195
ELKI • CELI
Pfarrer Maier stellt sich vor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
»Anfänger/innen« … mit »fortgeschrittenen«
Ideen zur Zukunft ihrer Gemeinden . . . . . . . . . . . . . . 197
EKD-Ratsvorsitzender Nikolaus Schneider zu
Besuch in der Gemeinde Venedig . . . . . . . . . . . . . . . . 199
Brief an die Lutherische Gemeinde in Venedig . . . . . 200
Ein neues Gesicht im Dekanat – Diana Cecere . . . . . . 202
Idelmo Poggioli (1911 / 2011) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
»Von Walfischen, Seemännern und Angsthasen« . . . 203
Reformationsgottesdienst im sizilianischen Mandanici . 203
Il Pastore Maier si presenta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 196
«Principianti»… con idee «avanzate»
per il futuro delle loro comunità . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197
Il presidente del consiglio dell’EKD fa visita
alla comunità di Venezia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199
Lettera alla Comunità luterana di Venezia . . . . . . . . . . . 200
Un nuovo volto al Decanato – Diana Cecere . . . . . . . . . . 202
Idelmo Poggioli (1911 / 2011) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202
«A proposito di balene, marinai e fifoni» . . . . . . . . . . . . 203
Culto della Riforma a Mandanici (ME) . . . . . . . . . . . . . . 203
LEBENSBILDER • VITA UMANA
Die neunte Friedensnobelpreisträgerin 1997
Jody Williams, USA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
La nona detentrice del Premio Nobel per la pace 1997
Jody Williams, USA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205
GLAUBE • FEDE
Haben oder Sein: Überlegungen . . . . . . . . . . . . . . . . 209
Warum Protestant? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
Und wenn er wirklich wiederkäm‘ . . . . . . . . . . . . . . . 213
Avere o Essere: Riflessioni . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
Perché protestante? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212
E se tornasse veramente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213
BLICK ÜBER DEN TELLERRAND • NON SOLO NOI
Das MOO-Projekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
Il progetto MOO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
FRAUENNETZWERK• LA RETE DELLE DONNE
FrauenKirchenKalender 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217
Die rätselhaften Frauen der Reformationszeit . . . . . 218
Treffpunkt Triest . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
Die neue Pressereferentin des Frauennetzwerks
stellt sich vor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
FrauenKirchenKalender 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217
Le donne enigmatiche della Riforma . . . . . . . . . . . . . . . 218
Punto d’incontro Trieste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
La nuova addetta stampa della Rete
delle donne si presenta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 228
MEDIEN • MEDIA
Foto: Okapia
Der Feste-Burg-Kalender 2012 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231
194
Risorgimento e chiese cristiane . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
Abramo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229
La prima formalizzazione del
messaggio della Riforma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
Un giorno una parola . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
Il vangelo secondo Harry Potter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230
La fede cristiana evangelica . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231
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»Blick zurück und Blick nach
vorn – Weihnachten 2011«
«Uno sguardo al passato ed
uno al futuro – Natale 2011»
Das Jahr 2011 geht zu Ende. Es war bei uns in Italien das Jahr,
in dem mit vielen Worten und vielen Begegnungen der Einigung Italiens gedacht wurde. Mit der Proklamation des Königreiches durch Vittorio Emmanuele II. im März 1861 fand
ein historischer Prozess seinen Anfang, mit dem auch die Geschichte unserer Kirche verbunden ist.
Durch die Einheit Italiens gab es Einigung und Freiheit in vielen gesellschaftspolitischen Bereichen, wozu
auch die freie Religionsausübung gehört. Im
nahe liegenden Österreich ist 1861 das Protestantenpatent zur Gleichstellung der Evangelischen im Lande verabschiedet worden.
Die diesjährige 150. Wiederkehr dieses Ereignisses ist ein Grund für den Besuch der Kirchenleitung der ELKI bei unserer Partnerkirche in Wien im November.
Die Gründung der evangelischen Gemeinden
in den damals österreichischen Gebieten Italiens, beziehungsweise ihre Verfestigung und
ihr Aufbau durch die Errichtung von Kirchengebäuden, waren ebenfalls ein Ausdruck der
neu errungenen Toleranz. In Meran konnte
deshalb des 150jährigen Bestehens der Gemeinde gedacht werden.
Der Sinn der Feierlichkeiten zum Gedenktag
der italienischen Einheit ist es nach den Worten des Staatpräsidenten Giorgio Napolitano,
nach vorn zu schauen. Und dies natürlich mit
dem Ziel, weiterhin Einheit zu stiften, Verbindungen zu schaffen und dem Gedanken der Freiheit und der Solidarität neue
Bedeutung und Kraft zu geben. Ich sehe darin eine Einladung
an unsere evangelischen Kirchen in Italien. Besonders auch an
die Evangelisch Lutherische Kirche. Es wächst etwas in unserer Kirche. Es wachsen Vertrauen und Selbstbewusstsein, es
wachsen neue Ideen, Kontakte und Möglichkeiten zum Ausbau. Momente der Verbundenheit stärken unsere Gemeinschaft und unsere Partnerschaften. Gerade zum Weihnachtsfest ist es schön, wenn man den Erfolg des Wachstums bemerken darf, wenn man spürt, dass den neuen Generationen
von Gemeinden eine Zukunft verheißen ist. Zwei Regionen in
Italien haben in diesem Jahr davon profitieren können, dass
die Synode den Gemeindeaufbau besonders fördern will.
Nach über 100 Jahren fand in Bari wieder eine lutherische
deutschsprachige Taufe statt, die als ein Ergebnis des dort erfolgten Gemeindeaufbaus gesehen werden darf. In Sardinien
wurde im September Pfarrerin Thiele ordiniert und zum
Dienst am Gemeindeaufbau in Cagliari und auf der Insel Sardinien berufen. Das sind starke Zeichen, die unsere Kirche
weiter nach vorn tragen helfen. Kleine Zeichen, die in ihrem
Wert weit hinter dem großen Zeichen des aufgehenden
Sterns über Betlehem zurück bleiben, aber immer in seinem
Glanz stehen, von ihm beschienen werden und unter seiner
Wegweisung sind, so wie wir alle in den vielfältigen Situationen und Diensten vor Ort.
Ich danke allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer
Kirche für ihren treuen Dienst und wünsche ein gesegnetes
Weihnachtsfest und ein glückliches neues Jahr 2012
Ihr Dekan Holger Milkau
Il 2011 volge alla fine. Per noi, in Italia, è stato l’anno in cui –
con tante parole e con tanti incontri - è stata commemorata
l’unità della nazione. Con la proclamazione del regno tramite
Vittorio Emanuele II nel marzo del 1861 iniziò un processo
storico che ha a che fare anche con la nostra chiesa.
Tramite l’unità dell’Italia fu possibile l’unione e la libertà in diversi campi sociopolitici, fra questi anche il campo religioso.
Nella vicina Austria il 1861 è
l’anno del riconoscimento dell’uguaglianza dei protestanti
nel paese. Il 150° anniversario
di questo avvenimento è alla
base della visita di novembre
della direzione ecclesiastica
della CELI alla nostra chiesa
partner a Vienna.
La fondazione delle comunità
evangeliche nei territori allora
soggetti all’Austria, o anche il
solo radicamento e rafforzamento tramite la costruzione
delle chiese, l’espressione della
nuova tolleranza conquistata.
Per questa ragione si è celebrato a Merano il 150° anniversario della comunità.
Il senso dei festeggiamenti in
occasione dell’unità d’Italia,
secondo le parole del Presidente della Repubblica, Giorgio Napoletano, è quello di guardare verso il futuro. E ciò – naturalmente – nel senso di continuare ad approfondire l’unità, creare legami e dare più forza e significato all’idea della libertà e
della solidarietà. In ciò vedo un invito alle nostre comunità
evangeliche in Italia. Specialmente alla nostra chiesa evangelica luterana. Qualcosa sta crescendo nella nostra chiesa, crescono fiducia ed autocoscienza, nascono nuove idee, contatto
e possibilità di espansione. Momenti di solidarietà rafforzano
la nostra unione ed il legame con i nostri partner. Proprio a
Natale è bello notare il successo della crescita accorgendoci
che promettiamo un futuro ad una nuova generazione di
comunità. Due regioni in Italia hanno avuto quest’anno la
possibilità di trarne profitto, sostenute in modo specifico dal
Sinodo.
Dopo più di 100 anni ha avuto luogo a Bari un battesimo luterano in lingua tedesca, cosa che può essere considerata
come il risultato del successo avuto nell’edificazione della comunità. In Sardegna, a settembre, è stata ordinata la pastora
Thiele e chiamata a costituire a Cagliari e sull’isola una comunità. Questi sono segni che aiutano a condurre la nostra chiesa verso il futuro. Piccoli segni che, nel loro valore, restano
sempre molto indietro rispetto alla stella che sorgeva su Betlemme, ma che vivono nella sua luce, da essa vengono illuminati e guidati sul cammino, come del resto tutti noi nelle nostre diverse situazioni ed i nostri compiti.
Ringrazio tutte le collaboratrici ed i collaboratori della nostra
chiesa per il loro servizio fedele ed auguro un Natale benedetto dal Signore ed un felice anno nuovo 2012.
Vostro Decano Holger Milkau
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ELKI • CELI
Pfarrer Maier stellt sich vor
Il Pastore Maier si presenta
Seit Herbst 2011 ist die reformierte Pfarrstelle
in Mailand neu besetzt worden. Pfarrer
Robert Maier stellt sich auch im
MITEINANDER/INSIEME kurz vor:
Dall’autunno 2011 la Comunità di Milano ha
nuovamente un pastore riformato fisso. Il pastore
Robert Maier si presenta brevemente alle lettrici e
ai lettori di MITEINANDER/INSIEME:
Ich wurde Ende 1960 in Nürnberg geboren und bin in der
damals im Entstehen begriffenen Trabantenstadt »NürnbergLangwasser« aufgewachsen. Seit meiner Konfirmandenarbeit
war ich in der 1967 dort gegründeten jungen Gemeinde ehrenamtlich tätig, was auch den Grund für meinen späteren
beruflichen Weg legte. Nach dem Abitur begann
ich mein Theologiestudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, das ich
auch dort abschloss. Dazwischen lag in den Jahren
1985/86 ein Studienjahr an der Facoltà Valdese di
Teologia in Rom, wo ich die Spielarten protestantischer Theologie in Italien und das Selbstbewusstsein protestantischer Minderheitenkirchen dort
kennen- und schätzen lernte. Die zweieinhalb
Jahre meines Vikariates führten mich fort aus der
Großstadt und den städtischen Ballungsräumen in
eine kleine Dorfgemeinde ins Fichtelgebirge an
der Grenze zur damaligen ČSSR (Tschechoslowakei) und zur DDR. Hier konnte ich Gemeinde im
ländlichen Raum und in den Jahren 1990 bis 1992
hautnah den Prozess der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten zusammen mit den direkt
betroffenen Menschen erleben.
1992 führte mich mein Weg nach Süden in eine
der großen Diasporagemeinden Oberbayerns
nördlich der Alpen nach Weilheim, wo ich meine
Stelle im Pfarramtlichen Probedienst antrat, um
anschließend die 3. Pfarrstelle dort zu bekleiden.
Vor fünf Jahren trat ich neben dem dort ansässigen Dekan die
zweite Pfarrstelle an, der die Aufgabe der pfarramtlichen Geschäftsführung obliegt. Auf den verschiedenen Positionen
dieser sehr vielschichtigen Gemeinde konnte ich alle Facetten
der Arbeit als Gemeindepfarrer ausgiebig kennenlernen und
reichhaltige Erfahrungen sammeln. Der Blick über den Tellerrand spielte hier in ökumenischer und auch in kultureller Hinsicht immer eine wichtige Rolle. Wichtig war mir stets der
Versuch, Kirche in der Zeit und mit den Menschen dieser Zeit
zu gestalten und zu leben im Blick auf Schrift und Bekenntnis
sowie die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theologischen Ansätzen und Frömmigkeitsstilen. Dies spielte in den
vergangenen Jahren auch eine wesentliche Rolle beim Aufbau
einer zeitgemäßen Konfirmandenarbeit zusammen mit den
Kolleginnen und Kollegen.
Privat sind meine Interessen sehr vielseitig sowohl im künstlerisch-kulturellen wie auch im sportlichen Bereich. So haben es
mir die Berge sehr angetan, und ich bin unter anderem
Sporttaucher mit der Qualifikation eines Tauchlehrers. Zudem
bin ich gerne in der Welt unterwegs, arbeite gern mit Menschen zusammen und interessiere mich sehr für das Miteinander der Menschen über kulturelle Grenzen hinweg. Daraus
Sono nato nel 1960 a Norimberga e cresciuto nel sobborgo
«Nürnberg Langwasser». Dai miei tempi da confermando ho
svolto volontariato nella giovane comunità locale (fondata nel
1967). Questo è stato anche il motivo per il mio orientamento professionale. Dopo la maturità ho studiato e mi sono laureato in teologia presso
l’Università di ErlangenNürnberg. Durante lo studio ho trascorso un anno
accademico alla Facoltà
Valdese di Teologia a Roma
(1985/86), dove ho conosciuto e imparato ad apprezzare le varie espressioni della teologia protestante in Italia e l’orgoglio delle
chiese protestanti nella diaspora. I due anni e mezzo
del mio vicariato mi hanno
portato via dalla grande
città in una piccola comunità rurale in montagna vicino alla Cecoslovacchia ed
alla Germania dell’est. Lì
ho conosciuto la vita di una
comunità rurale e negli
anni 1990 – 1992 ho vissuto personalmente il processo della riunificazione della Germania insieme alle persone
direttamente coinvolte.
Nel 1992, la mia strada mi ha portato al sud della Germania
in una delle grandi comunità di diaspora nella Baviera superiore al nord delle Alpi a Weilheim, dove ho iniziato il servizio
parrocchiale, prima come periodo di prova per poi coprire la
sede III. Cinque anni fa ho preso il posto della sede II che comprende anche il compito di amministrazione e gestione parrocchiale. Svolgendo varie attività in questa comunità molto
complessa ho conosciuto e approfondito tutti i vari aspetti del
lavoro di pastore traendone ricche esperienze. Di grande importanza è stato sempre di non limitarsi al proprio orticello per
quanto riguarda gli aspetti ecumenici e culturali. Per me è
stato sempre fondamentale di tentare di formare e vivere la
chiesa nel tempo attuale e con le persone della nostra epoca,
orientandosi alla scrittura e la confessione, considerando i diversi approcci e stili di fede. Negli ultimi anni questo ha rivestito un ruolo centrale nella costruzione di un lavoro moderno
con i confermandi insieme ai miei colleghi.
Nel ambito privato i miei interessi spaziano dall’area artistica
e culturale all’area sportiva. Sono appassionato della montagna e sono tra l’altro subacqueo con patente da istruttore.
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entwickelte sich in den vergangenen zwölf Jahren auch ein
erfolgreiches Begegnungsprogramm zwischen jungen Menschen in Tansania und in Deutschland.
Es gäbe noch Vieles mehr von mir zu berichten, aber dazu
wird, denke ich, in Zukunft noch sehr viel Gelegenheit sein.
Zunächst werde ich all meine Energie dazu verwenden, mich
in der Gemeinde und der Stadt einzuleben und meine recht
eingerosteten Italienischkenntnisse aufzubessern. Ich freue
mich darauf, Ihnen zu begegnen, und ich freue mich auf die
gemeinsame Zeit, in der wir miteinander Gemeinde gestalten
werden.
Ihr Pfarrer Robert Maier, Mailand
Mi piace girare per il mondo, mi piace lavorare con le persone e mi interesso molto della convivenza delle persone superando le barriere culturali: negli ultimi dodici anni si è sviluppato un programma di incontro tra giovani in Tanzania e in
Germania.
Tante cose si potrebbero ancora raccontare, ma ci sarà occasione più avanti. Intanto impegnerò tutta la mia energia per
ambientarmi nella comunità e nella città, e per migliorare le
mie conoscenze ormai arrugginite dell’italiano. Sono felice di
poterVi incontrare per poter formare e plasmare insieme a voi
la comunità di Milano.
Vostro Pastore Robert Maier, Milano
»Anfänger/innen«
«Principianti»
… mit »fortgeschrittenen« Ideen zur Zukunft
ihrer Gemeinden
… con idee «avanzate» per il futuro delle loro
comunità
Am 21.-22. Oktober 2011 fand in Rom der erste Fortbildungskurs für Mitglieder der Kirchenvorstände statt.
Anwesend waren neu ernannte Vorsitzende von Kirchenvorständen, Schatzmeister, aber auch Kirchenvorsteherinnen.
Genauso wie in den Gemeinden waren auch hier die Frauen
in der Mehrzahl!
Bozen, Florenz, Genua, Ispra-Varese, Meran, Rom, Sanremo,
Trieste und Venedig waren jeweils mit einer Person vertreten,
Turin war durch Krankheit kurzfristig ohne Vertreterin, während die neu gegründeten Gemeinden Verona und Sizilien jeweils zwei KV-Mitglieder entsenden durften.
Dass dieses Seminar von Dekan Holger Milkau persönlich geleitet wurde, war sicherlich einerseits ein Signal für die Bedeutung, die die ELKI dieser Veranstaltung beimisst, und andererseits für jeden Teilnehmer die Genugtuung, dass die Schulung für seine ehrenamtliche Tätigkeit einen hohen Stellenwert hat.
Die meisten von uns waren noch nie im Dekanat gewesen und
lernten somit außer den Räumlichkeiten auch die dort arbeitenden Mitarbeiterinnen zum ersten Mal persönlich kennen.
Nach einem Begrüßungsimbiss und einer kurzen Andacht
galt es sich untereinander vorzustellen. Trotz unterschiedlichster Lebensläufe, Altersklassen und Herkunftsorte stellte
sich bald heraus, dass uns allen die eigene Gemeinde sehr am
Herz liegt und dass sich die Probleme der verschiedenen Gemeinden erstaunlich ähnlich sind!
Auch beim Vergleich zwischen der ursprünglichen Gründungsmotivation vor 100, 200, 300 und mehr Jahren, und
den Zielen, die wir im 21. Jahrhundert für unsere Gemeinden
erreicht sehen möchten, waren - trotz unterschiedlicher Gewichtung - Parallelen deutlich zu erkennen.
Il 21 e 22 ottobre 2011 si è svolto a Roma il primo corso di
aggiornamento per i membri dei Consigli di Chiesa.
Erano presenti i nuovi presidenti eletti dei Consigli di Chiesa, i tesorieri, ma anche le presidenti dei Consigli di Chiesa.
Proprio come nelle comunità anche qui le donne erano in
maggioranza!
Bolzano, Firenze, Genova, Ispra-Varese, Merano, Roma,
Sanremo, Trieste e Venezia avevano un rappresentante
ognuna, mentre la nuova comunità di Verona e la Sicilia
avevano potuto inviare entrambe due membri del Consiglio di Chiesa. Torino era rimasta senza rappresentante
perché la sua presidente si era ammalata.
Il fatto che questo seminario sia stato diretto personalmente dal Decano Holger Milkau è stato sicuramente da
una parte un segnale dell’importanza che la CELi attribuisce a questa iniziativa e dall’altra ha dato ad ogni partecipante la soddisfazione di sapere che viene riconosciuto un
valore elevato alla formazione per la sua attività di volontariato.
La maggior parte di noi non era ancora stata nel Decanato e quindi oltre agli spazi abbiamo potuto conoscere personalmente anche le collaboratrici che vi lavorano.
Dopo uno spuntino di benvenuto ed una breve funzione ci
siamo presentati a vicenda. Nonostante i curriculum, l’età
e i luoghi di origine diversi è risultato presto che ognuno di
noi tiene molto alla propria comunità e che i problemi delle
diverse comunità sono sorprendentemente simili!
Anche confrontando le differenti motivazioni che 100,
200, 300 e più anni fa hanno portato a fondare le varie
comunità e gli obiettivi che vorremo vedere realizzati nel
XXI secolo per le nostre comunità, nonostante valutazioni
diverse erano chiaramente riconoscibili dei parallelismi.
Hier nur drei Beispiele dieser aktuellen Zielsetzungen:
Cito solo tre esempi di questi obiettivi attuali:
• Anwerbung neuer Mitglieder
• Verstärkte Öffnung in Richtung italienisch sprechender
Menschen
• Bessere Darstellung unserer Gemeinden nach außen (die
Gemeinde Venedig stellte einen sehr gut gemachten InfoProspekt in mehreren Sprachen vor!)
• Acquisizione di nuovi membri
• Maggiore apertura nei confronti degli italofoni
• Migliore rappresentazione delle nostre comunità all’esterno
(la comunità di Venezia presenta una brochure in varie lingue realizzata molto bene!)
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Beim gemeinsamen Abendessen am Freitagabend wurde die angefangene Diskussion in lockeren Gesprächen fortgesetzt.
Der Samstag begann mit einer kurzen Morgenandacht. Obwohl
sicherlich unbeabsichtigt, entwickelte sich aus der kurzen Ansprache, die Dekan Milkau hielt, eine Frage zu einem aktuellen
Problem, das uns dann länger beschäftigte als erwartet:
»Wie verhalten wir uns gegenüber der wachsenden Zahl Hilfe
suchender Menschen, die auch unsere Gemeinden aufsuchen?«
Hier wiederum exemplarisch einige der Ideen aus dem Teilnehmerkreis:
Alla cena comune di venerdì sera abbiamo continuato la discussione in maniera informale.
Il sabato è iniziato con una breve funzione mattutina. Anche
se sicuramente non volutamente, dal breve discorso tenuto
dal Decano Milkau si è sviluppata una discussione su un problema attuale che ci avrebbe impegnato più a lungo del previsto:
«Come dobbiamo comportarci nei confronti del numero crescente di persone che cercano aiuto anche nelle nostre comunità?»
Cito come esempio alcune idee dei partecipanti:
• Ausgabe von Essensgutscheinen (aus OPM-Mitteln und/oder
Kollekten finanziert)
• Armenspeisung, wie schon in den Gemeinden Varese und
Rom praktiziert!
• Finanzielle Unterstützung örtlicher caritativer Einrichtungen
(aus OPM-Mitteln oder aus Kollekten), an die man dann die
Hilfe Suchenden verweisen kann.
Auch die Erläuterung einer langen Reihe von Begriffen, wie
FCEI, Leuenburger Konkordie, LWB, GAW, GEKE, INTESA,
OPM, Entsendung von Pfarrern und nicht zuletzt Hintergrundinformationen zur Bedeutung der Abkürzung ELKI gehörten zu
unserem Lernprogramm.
Zum Abschluss teilten wir uns in zwei Gruppen auf, die nochmals über die notwendigsten Zielsetzungen in unseren Gemeinden diskutierten.
• Emissione di buoni pasto (finanziati dai mezzi OPM e/o
dalle collette)
• Dar da mangiare ai poveri, come viene già fatto nelle comunità di Varese e Roma!
• Sostegno finanziario di istituzioni locali di carità (da mezzi
OPM o dalle collette), a cui si possono indirizzare le persone che cercano aiuto.
Il nostro programma didattico includeva anche la spiegazione
di una lunga serie di termini come la FCEI, la concordia di
Leuenburg, la FLM, il GAW, la CCPE, l‘intesa, l‘OPM, l’invio dei
pastori e non per ultimo le informazioni dettagliate sul significato dell’acronimo CELI.
Al termine ci siamo divisi in due gruppi che hanno continuato a discutere sugli obiettivi più importanti nelle nostre comunità.
Stichpunktartig einige der Ergebnisse:
In sintesi alcuni dei risultati:
• Mehr Aktivitäten auf Italienisch, um natürlich Italiener, aber
auch Protestanten aus anderen nordeuropäischen Ländern
anzuziehen
• Kindergottesdienste
• »Knackige« Events
• Werbung in den Konsulaten
• die Kirche sichtbarer machen
• Maggiori attività in italiano, per attrarre oltre agli italiani
(ovvio!) anche protestanti dagli altri paesi nordeuropei
• Culti per bambini
• Eventi «spettacolari»
• Pubblicità nei consolati
• Rendere la Chiesa più visibile
Ich bin sicher, dass wir nach dem gemeinsamen Mittagessen
mit einer Fülle neuer Ideen und Gedanken in unsere Heimatgemeinden zurückgekehrt sind.
Im Sinne einer besseren Qualifikation der ehrenamtlich Tätigen
wäre es wichtig, dass ähnliche Seminare auch in Zukunft angeboten würden.
Jörn A. Lahr, Florenz
Sono certo che dopo il pranzo comune siamo tornati tutti nelle
nostre comunità di origine ricchi di nuove idee e riflessioni.
Per avere una qualificazione migliore dell’attività di volontariato sarebbe importante offrire seminari simili anche in futuro.
Jörn A. Lahr, Firenze
Traduzione: Maria Clara Finetti
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EKD-Ratsvorsitzender
Nikolaus Schneider zu Besuch
in der Gemeinde Venedig
Il presidente del consiglio
dell’EKD fa visita alla
comunità di Venezia
Am 25. Oktober dieses Jahres führte eine private Urlaubsreise
Il 25 ottobre Nikolaus Schneider, presidente del consiglio
den Ratsvorsitzenden der EKD, Nikolaus Schneider, nach Vedelle chiese evangeliche in Germania (EKD) e successore di
nedig. Bei dieser Gelegenheit besuchte er unsere Gemeinde,
Margot Käßmann, è venuto a Venezia per una visita non
die sich zu diesem Anlass im Gemeindesaal der Kirche zusamufficiale ma in forma privata presso la nostra comunità che
menfand. An diesem Vortragsabend mit anschließender Dissi è riunita per l’occasione nella sala sotto la chiesa.
kussion nahmen auch der ehemalige Ministerpräsident von
Con lui erano presenti anche Reinhard Höppner, ex miniSachsen-Anhalt, Reinhard Höppner, und ELKI-Dekan Holger
stro del Land Sassonia-Anhalt e il decano della CELI Holger
Milkau teil.
Milkau.
Der Abend begann mit einer kurDopo una breve
zen Vorstellung des Gastes durch
presentazione fatta
unseren Gemeindepfarrer Bernd
dal nostro pastore
Prigge. Anschließend hielt Pastor
Bernd Prigge ha
Nikolaus Schneider seinen Vortrag.
preso la parola NiDarin ging er auf die aktuelle Bekolaus Schneider
deutung der Reformation in
che ha parlato del
Deutschland ein, auf die 500jährige
significato della riJubiläumsfeier und den Beginn der
forma oggi in GerReformation mit Luthers Anschlag
mania, della prossider 95 Thesen in Wittenberg. Pasma ricorrenza dei
tor Schneider berichtete zudem
500 anni dall’inizio
von seiner Begegnung mit Papst
della riforma coBenedikt XVI. im Augustinerkloster
minciata con l’affiszu Erfurt, in welchem Luther von
sione delle 95 tesi,
1505 bis 1511 lebte und arbeitete.
del suo incontro con
Die Gemeindemitglieder waren fasil papa Benedetto
ziniert von den einfachen, direkten
XVI in visita presso
und mehrfach etwas ironischen
il monastero agostiWorten Schneiders. Der EKD-Ratsniano a Erfurt in Tuvorsitzende antwortete offen auf Nikolaus Schneider zu Gast in der Gemeinde Venedig /
ringia dove Martin
Lutero visse da moalle an ihn gewendeten Fragen und Nikolaus Schneider ospite presso la Comunità di Venezia
naco e studiò dal
brachte seine Perplexität zum Aus1505 al 1511.
druck, gerade hinsichtlich des kurzen Papstbesuchs in Erfurt und dessen vermeintlicher ÖffTutti i membri della comunità sono rimasti affascinati dalle
parole di Schneider semplici, dirette e, a volte, con tratti di
nung im ökumenischen Dialog, von der die Protestanten alvelata ironia. Ha risposto a tutte le domande che gli sono
lerdings etwas enttäuscht waren.
state poste con franchezza esternando perplessità in partiIn Bezug auf die Situation in Deutschland sprach er ein von
colare sulla breve visita del papa a Erfurt e sulla sua previelen katholisch-evangelischen Ehepaaren, die fast ein Drittel
sunta apertura al dialogo ecumenico che ha invece un po’
aller Paare in der Bundesrepublik ausmachen, tief empfundedeluso i protestanti.
nes Problem an. Trotz aller Bemühungen im ökumenischen
Sulla situazione in Germania ha parlato di un problema
Dialog und aufgrund der nicht erfolgten gegenseitigen Anermolto sentito dalle numerose coppie miste cattolico-protekennung der Sakramente können diese Eheleute nicht gestanti, che costituiscono quasi un terzo dei matrimoni nel
meinsam die Eucharistie empfangen. Diese Situation führt
paese e nonostante gli sforzi fatti nel dialogo ecumenico e
dazu, dass sich viele dieser Ehepaare von der Kirche entfernen
a causa del mancato riconoscimento dei sacramenti non
und zahlreiche Katholiken sich daher im Grunde ihres Herpossono di fatto frequentare il culto o la messa domenicazens als Protestanten fühlen.
le e ricevere insieme la comunione. Questo stato di cose
Der Ratsvorsitzende Schneider bezeichnete bei der Begegporta, purtroppo, queste coppie ad allontanarsi dalla chienung mit dem Papst einen freien und unbehinderten Euchasa e numerosi cattolici si sentono per questo protestanti nel
ristieempfang in naher Zukunft als segensreich und wünprofondo del loro cuore. Schneider ha affermato durante
schenswert. Auch hat er Papst Benedikt XVI. eingeladen,
l’incontro con il papa che sarebbe una benedizione se si
2017 gemeinsam das 500jährige Jubiläum der Reformation
potesse raggiungere, in un prossimo futuro, una comuniozu feiern.
ne eucaristica libera e priva di impedimenti. Ha anche inviAuf den Vortrag folgte eine Diskussion mit zahlreichen Fragen
tato il papa a celebrare insieme il 500esimo anniversario
und Beiträgen der venezianischen Gemeindemitglieder zu didella riforma nel 2017 ma non ha avuto alcuna risposta.
versen Themen, wie zum Beispiel das Verhältnis zwischen ReIl dibattito è poi proseguito con numerose domande e inligion und Politik und die Modernität der protestantischen
terventi fatti dai membri della comunità veneziana su vari
Einstellung im Vergleich zu der eher konservativen Haltung
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der Katholiken. Dabei ging hervor, dass die Lage vieler in Italien lebenden Deutschen der Situation im Heimatland nicht
unähnlich ist, sich in Italien sogar noch schwieriger gestaltet,
da deutsche Frauen in Italien größtenteils mit katholischen
Italienern verheiratet sind, deren Traditionen tief verwurzelt
sind. Ihre Kinder sind katholisch getauft und erhalten in der
Schule auch katholischen Religionsunterricht, weil zwischen
dem Vatikan und dem italienischem Staat ein Konkordat besteht.
Im Unterschied zur katholischen Kirche, die einen Staat (den
Vatikanstaat) bildet und sogar Botschaften unterhält, so
Schneider, besteht für die Protestanten die Kirche aus den
Männern und Frauen einer selbstständigen, freien Gemeinschaft. Es ist die Gemeinde mit ihren Mitgliedern, die eine Kirche bildet.
Der Vortragsabend endete mit einem gemeinsamen Abendessen in einem Lokal in einer der wunderschönen, malerischen Gassen Venedigs.
Pietro Vittorini, Venedig
Übersetzung: Kerstin Gros
Foto: Eva Dünow
temi che spaziavano tra i rapporti tra religione e politica e
sulla modernità di vedute degli evangelici rispetto ai più
conservatori cattolici.
È stato anche evidenziato che la situazione di molti tedeschi che vivono in Italia è molto simile a quella descritta in
Germania ma è ancora più difficile in quanto sono in maggioranza donne tedesche sposate con Italiani cattolici con
tradizioni molto radicate. I loro figli sono stati battezzati
cattolici e a scuola studiano, tra le varie materie, anche religione che è solo cattolica a causa del concordato stipulato tra lo stato Italiano e il Vaticano.
Schneider ha detto che a differenza della chiesa cattolica,
che si identifica come uno stato (stato del Vaticano) con
tanto di ambasciate, per gli evangelici la chiesa è fatta di
persone, uomini e donne, membri di una comunità autonoma e libera. È la comunità con i suoi membri che fa una
chiesa.
La serata si è poi conclusa con una cena tra le splendide e
suggestive calle di Venezia.
Pietro Vittorini, Venezia
Foto: Eva Dünow
Brief an die Lutherische
Gemeinde in Venedig
Lettera alla Comunità luterana
di Venezia
Liebe Gemeindeglieder,
liebe Schwestern und Brüder,
Cari membri della Comunità,
cari fratelli e sorelle,
um einen Vortrag zur Bedeutung der Reformation bat mich
Pfarrer Prigge, denn er wusste, dass ich mich in Venedig aufhielt. Ein paar Tage Urlaub wollte ich machen, vor den Reden
und Feiern zum Reformationsfest und der EKD-Synode – und
Pfarrer Prigge war so freundlich, bei der Quartiersuche zu
helfen. Und weil Ratsvorsitzende genau wie Pfarrer privat
und dienstlich nie sauber unterscheiden können, bin ich seiner Anfrage gerne gefolgt.
Neugierde gab es nicht allein bei den Gemeindegliedern und
Gästen, es gab sie auch bei mir! Wie wird die Gemeinde sein,
wie die Räumlichkeiten, was beschäftigt sie, wie wird Ökumene in Venedig gelebt? – um nur einige wenige Fragen zu
nennen.
Beeindruckt hat mich das zentral gelegene Kirchengebäude.
Der schlichte Gottesdienstraum. Aber »ein Tizian« hängt dort
und ein Bild Martin Luthers von Lukas Cranach. 2 Briefe hat
Luther (!) an die evangelisch Gesinnten in Venedig geschrieben. So weit gehen die Ursprünge der Gemeinde zurück.
Welch eine bedeutsame Geschichte – und welch eine Verpflichtung für die Heutigen! Ich muss bekennen: Das alles
war mir nicht bekannt und hat mich überrascht, ich hatte
eine solche lutherische Geschichte in Venedig nicht erwartet.
il pastore Prigge mi ha pregato di tenere una relazione sull’importanza della Riforma perché sapeva che mi sarei trovato a
Venezia, dove volevo passare qualche giorno di vacanza prima
dei discorsi e delle celebrazioni per la Festa della Riforma e del
Sinodo della EKD ed è stato così gentile da aiutarmi a trovare
un alloggio.
Dato che i presidenti del consiglio così come i pastori non
sanno mai distinguere nettamente il privato dal pubblico ho
accolto volentieri la sua richiesta.
C’era curiosità non solo da parte dei membri della comunità e
degli ospiti ma anche da parte mia! Come sarà la comunità,
come saranno gli spazi, di cosa si occupano, come si vive l’ecumene a Venezia? - per citare solo alcune domande che mi ero
posto.
Mi ha colpito l’imponente e centrale edificio della chiesa, la
sala dove si celebra il culto, semplice, ma dove sono appesi «un
Tiziano» e un ritratto di Martin Lutero di Lukas Cranach. Lutero ha scritto 2 lettere (!) alla comunità evangelica di Venezia.
Le origini della comunità risalgono a quei tempi. Che storia importante e che responsabilità per i membri attuali della comunità! Devo riconoscerlo: non sapevo tutto ciò e mi ha sorpreso,
non mi sarei aspettato una tale storia luterana a Venezia.
Von der Bedeutung der Reformation an diesem Ort zu sprechen, hat mir umso mehr Freude gemacht: Luthers Erkenntnisse »lagen in der Luft« – damals vor 500 Jahren -, denn
Parlare dell’importanza della Riforma in questo luogo mi ha
fatto ancora più piacere: le conclusioni di Lutero «erano nell’aria», 500 anni fa, perché della necessità della Riforma della
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über die Notwendigkeit der Reformation der Kirche an
Haupt und Gliedern wurde schon lange diskutiert. Er hatte
Vorläufer, wie etwa Petrus Waldes oder Jan Hus. Er trat in den
Konvent der Augustiner-Eremiten in Erfurt ein. Deren Theologie in Aufnahme augustinischer Vorstellungen etwa über
die Gnade Gottes haben seine reformatorischen Erkenntnisse
vorangebracht. Anders ist es nicht zu erklären, dass die
Ideen der Reformation sich wie ein Lauffeuer in ganz Europa
verbreiteten. Dafür haben auch seine Weggefährten gesorgt,
Philipp Melanchthon etwa, der große systematische Denker
und umfassend gebildete Gelehrte.
testa e delle membra della Chiesa intera si parlava già da
lungo tempo. C’erano stati dei precursori, come ad esempio Petrus Waldes o Jan Hus. Lutero entrò nel convento degli eremiti
Agostiniani a Erfurt. La loro teologia permeata delle idee agostiniane come quelle sulla grazia divina ha portato avanti le
sue conclusioni riformatrici.
Non si spiega altrimenti come le idee della Riforma si siano diffuse in un battibaleno in tutta Europa. A questo hanno contribuito anche i suoi compagni di viaggio. Filippo Melantone, ad
esempio, il grande pensatore sistematico e studioso di ampia
cultura.
Konkreter Anlass für Luthers Aufbegehren war seine Empörung über den Ablasshandel. Ablass bedeutet: Die Kirche hat
die Möglichkeit, die Zeit der Strafen für die Sünden, die
Menschen im Gericht Gottes für ihr Leben erhalten, zu verkürzen. Dazu greift sie auf den Schatz der guten Werke zurück, den die Heiligen angesammelt haben und der von der
Kirche verwaltet werden kann. Und solche »Schätze« konnte jeder Mensch von der Kirche kaufen. Luther hielt dagegen: Zur Vergebung der Sünden gehört Reue, die Umkehr
des ganzen Lebens. Vergebung ohne Reue geht gar nicht!
Und dann gilt: Wer umkehrt, wer Reue zeigt, der braucht keinen Ablass zu kaufen. Der Glaube an das versöhnende Handeln Gottes in Kreuz und Auferstehung Jesu Christi und die
Lebensumkehr des einzelnen Menschen sind entscheidend
für die Befreiung von Strafe und Schuld!
Die kirchlichen Autoritäten seiner Zeit waren über das Aussprechen dieser biblischen Erkenntnisse überhaupt nicht erfreut. Die kirchliche Autorität nahm dadurch Schaden und
ein einträgliches Geschäftsmodell war am Ende. Und dann
hat die Reformation die Gemeinde als Trägerin der Kirche
entdeckt. Die Gemeinde war in jener Zeit passiv, irgendwie
anwesend, aber nicht von Bedeutung für das geistliche Geschehen. Dafür waren die geweihten Priester allein zuständig. Gemeindegesang war unbekannt – die Leute konnten ja
auch nicht schreiben und lesen.
Ein gar nicht zu überschätzender Bildungsschub ging von
der Reformation aus. Denn die Gemeinde sollte die Schrift
lesen und verstehen können, ihren Glauben auch verantworten können und sich nicht auf den Gehorsam gegenüber
dem kirchlichen Lehramt zurückziehen.
Die Freiheit der Christenmenschen, die Luther neu entdeckte, war auch eine Freiheit zu Mündigkeit und Verantwortung
für die Gemeinde. Weitere wichtige Folgen der reformatorischen Erkenntnisse Luthers wurden an diesem Abend angesprochen, aber die Wertschätzung der Gemeinde war mir
besonders wichtig.
Il motivo concreto della ribellione di Lutero è stata la sua indignazione per il commercio delle indulgenze. Indulgenza significa: la Chiesa ha la possibilità di ridurre il tempo delle punizioni che il giudizio di Dio infligge alle persone per i peccati commessi nella loro vita. Per far questo ricorre al tesoro delle buone
opere che i santi hanno accumulato e che può essere ‚gestito‘
dalla Chiesa. Ognuno poteva comperarsi tali «tesori» dalla
Chiesa.
Lutero al contrario affermava che per il perdono dei peccati c’è
bisogno del pentimento, un ripensamento dell’intera vita. Il
perdono senza il pentimento non è possibile! Al contrario vale:
chi dimostra di pentirsi, non ha bisogno di comperarsi l’indulgenza. La fede nell’azione riconciliatrice di Dio nella Croce, la
Resurrezione di Gesù Cristo e il ripensamento della vita della
singola persona sono decisivi per liberarsi dalla punizione e
dalla colpa!
Le autorità ecclesiastiche del suo tempo non si rallegravano per
niente dell’espressione di queste conclusioni bibliche: l’autorità
ecclesiastica ne veniva danneggiata e veniva posta fine ad un
modello commerciale redditizio.
E poi la Riforma ha scoperto la comunità come forza motrice
della Chiesa. La comunità a quel tempo era passiva, presente
in qualche modo ma non determinante per gli eventi religiosi.
Di questi erano responsabili solo i preti ordinati. Il canto comunitario era sconosciuto, la gente non sapeva né leggere né scrivere.
Dalla Riforma si diffuse una spinta culturale da non sottovalutare. Perché la comunità doveva saper leggere e comprendere
la Scrittura, per poter essere responsabile della propria fede e
non ritirarsi dietro all’ubbidienza al magistero ecclesiastico.
La libertà dei cristiani, che Lutero ha riscoperto, era anche una
libertà per una comunità matura e responsabile. Quella sera
sono state affrontate ulteriori importanti conseguenze delle
conclusioni della Riforma di Lutero, ma quello che per me era
particolarmente importante era l’apprezzamento della comunità.
Denn eine mündige Gemeinde habe ich in Venedig erlebt,
ganz wie Luther sich die Gemeinden wünschte.
Nach einer anregenden Aussprache konnten wir die Gemeinschaft mit einem Kreis von Menschen aus der Gemeinde genießen, bei anregenden Gesprächen und einem wunderbaren Essen. Wir, das waren das Ehepaar Höppner (Frau Höppner ist Pfarrerin in Magdeburg, Herr Höppner war Präses der
Synode der Kirchenprovinz Sachsen und nach der Wende
Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt) und meine Frau
Anne.
In unser aller Namen kann ich nur sagen: Danke für die Einladung und unsere Gemeinschaft!
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Nikolaus Schneider
Perché ho vissuto una comunità matura a Venezia, proprio
come Lutero desiderava fossero le comunità.
Dopo una stimolante discussione noi, cioè i coniugi Höppner
(la signora Höppner è pastora a Magdeburg, il signor Höppner
era Presidente del Sinodo della provincia ecclesiastica della
Sassonia e dopo la caduta del Muro di Berlino primo ministro
della Sassonia-Anhalt) e mia moglie Anne, abbiamo potuto goderci la compagnia di un gruppo di membri della comunità,
con cui abbiamo continuato a discutere e con cui abbiamo partecipato ad una splendida cena.
A nome di noi tutti posso solo dire: grazie dell’invito e della nostra comunione!
Cordiali saluti
Vostro Nikolaus Schneider
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Ein neues Gesicht im
Dekanat – Diana Cecere
Un nuovo volto al Decanato –
Diana Cecere
Die morgendlichen Lichter erleuchten die ELKI in Rom. Wenn
ich im Garten vom Gebäude in der Via Aurelia Antica ankomme, fühle ich mich von Licht und Wärme empfangen. Während
ich durch die Parkwege laufe und mir das Leben in der ELKI
vorstelle, wird mein Gedankenfluss durch die
Ankunft einer Katze unterbrochen. Sie kommt
hüpfend zu mir und streicht um meine Fußgelenke. Ich lächle und die Idee, in diesem zauberhaften Ort zu arbeiten, begeistert mich
sehr. Eine Friedensoase, wo Ideen, kulturelle
Initiativen, Konferenzen und Publikationen erblühen. Ein Reichtum, den ich gründlich studieren und kennenlernen will.
Ich heiße Diana Cecere und ich freue mich,
künftig für die ELKI zu arbeiten.
Die deutsche Sprache habe ich an der Universität studiert und dabei ergab sich für mich die
Möglichkeit, durch Studium in Berlin und Arbeit in Frankfurt meine Sprachkenntnisse zu Diana Cecere
vertiefen. In Frankfurt habe ich Kindern von
italienischen Einwanderern Unterricht in italienischer Sprache
und Kultur erteilt. Die deutsche Kultur und Sprache, das deutsche Volk und seine Geschichte, seine Dichtkunst und Philosophie haben mich von Anfang an fasziniert.
Als ich nach Rom zurückkam, habe ich lange nach einer Stelle
gesucht, bei der ich meine sprachlichen Kenntnisse nutzen und
meine Kompetenzen anwenden könnte. Ich habe einige Jahre
als Sekretärin und Empfangsdame gearbeitet, aber ich fühlte
Sehnsucht nach Deutschland und ich suchte eine Arbeit, wo ich
Deutsch sprechen und schreiben konnte.
Nun ist mein lang gehegter Wunschtraum in Erfüllung gegangen.
Ich freue mich sehr, in der ELKI-Welt arbeiten zu können und zu
ihrer Arbeitsweise beizutragen.
Mit Begeisterung bedanke ich mich
bei Ihnen für diese Chance.
Sono le prime luci del mattino ad illuminare la CELI a Roma.
Quando arrivo nel giardino dell’edificio di via Aurelia Antica
mi sento accolta in un turbinio di luce e calore. Mentre cammino per i viali e immagino la vita nella CELI il flusso dei miei
pensieri viene interrotto dall’arrivo di
un gattino che saltellando mi viene incontro e inizia ad acciambellarsi intorno alle caviglie.
Sorrido e mi emoziona l’idea di lavorare in questo posto incantevole, un’oasi
di pace dove fioriscono idee, iniziative
culturali, conferenze e pubblicazioni.
Un patrimonio ricco che ho voglia di
studiare e di conoscere a fondo.
Sono Diana Cecere e sono qui oggi a
lavorare anch’io per la CELI.
Mi presento un po’. Ho studiato il tedesco all’università e ho avuto la possibilità di approfondire la conoscenza di
questa lingua grazie ad un’esperienza
di studio a Berlino e poi grazie ad un’esperienza di lavoro a
Francoforte. In questa città ho insegnato nelle scuole elementari la lingua e la cultura italiana ai bambini nati da genitori
italiani emigrati in Germania. Ho sempre avuto la passione
per la cultura tedesca, la lingua e le sue origini, il popolo e la
sua storia, la poesia e la filosofia.
Una volta tornata a Roma ho cercato per molto tempo un
posto dove poter applicare le mie conoscenze linguistiche e
mettere a frutto le mie competenze. Ho lavorato diversi anni
come segretaria e addetta al ricevimento, ma sentivo nostalgia della Germania e soprattutto cercavo un lavoro che mi
permettesse di scrivere e parlare in tedesco.
Ed oggi sono qui a vivere un sogno che è diventato realtà.
Sono lieta di poter lavorare nella realtà della CELI e contribuire al suo funzionamento.
Con entusiasmo vi ringrazio.
Idelmo Poggioli (1911 / 2011)
Am 20. Dezember wäre der
Gründer der italienisch-sprachigen lutherischen Gemeinden am Golf von Neapel, Pastor Idelmo Poggioli (1911 –
1983), 100 Jahre alt geworden.
An seinem Geburtstag wird
eine Gedenkkonferenz stattfinden; eine zweisprachige
Schrift, in der sein Leben und
Wirken gewürdigt wird, ist in
Vorbereitung.
MITEINANDER wird in der
Februar/März-Ausgabe 2012
einen ausführlichen Bericht
von der Veranstaltung bringen.
202
Il 20 Dicembre ricorrerà la
data del centenario della
nascita del Pastore Idelmo
Poggioli (1911-1983),
fondatore delle comunità
luterane di lingua italiana
sul golfo di Napoli.
In questa occasione verrà
fatta una conferenza
commemorativa e sarà
pubblicato uno scritto, in
italiano e tedesco, sulla
sua persona.
INSIEME riporterà nel numero di Febbraio/Marzo
2012 un particolareggiato articolo sull'evento.
MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 203
»Von Walfischen, Seemännern
und Angsthasen«
«A proposito di balene, marinai
e fifoni»
Familienfreizeit auf Elba im
August 2012
Campo estivo per famiglie sull’isola d‘Elba
ad agosto 2012
Strand und Sonne auf Elba: Genau der richtige Ort für die nächste Familienfreizeit / Spiaggia e sole sull’isola d’Elba: giusto il posticino per il prossimo campo estivo
Vom 24. bis 31. August 2012 wollen wir die Familienfreizeit der
ELKI auf Elba verbringen. Dabei wollen wir miteinander spielen
und gemeinsame Ausflüge unternehmen, wir wollen uns gegenseitig kennenlernen, Zeit für andere und Zeit für uns selber
finden. Eingeladen sind alle: insbesondere Familien mit Kindern, Alleinerziehende, Großeltern mit Enkeln, aber auch jüngere und ältere Singles.
Thematisch wollen wir uns mit dem Propheten Jona beschäftigen,
uns mit ihm auf den Weg ins Neue machen und so dem wagemutigen Angsthasen Jona auf die Spur zu kommen.
Wir werden im Gästehaus der Waldenserkirche in dem kleinen
Dörfchen Rio Marina zu Gast sein, 5 Minuten vom Meer.
Für Unterkunft und Halbpension bezahlen Erwachsene ca. 350 €,
das 1. Kind ca. 150 €, das 2. Kind ca. 100 €, das 3. Kind ca. 50 €
- weitere Kinder und Kinder bis 4 Jahre sind frei.
Die Leitung haben die Pastoren Bernd Prigge (Venedig), Ulrike
Hesse und Uwe Habenicht (Ispra-Varese).
Eine genauere Beschreibung der Familienfreizeit und den Anmeldebogen wird es in der nächsten MITEINANDER-Ausgabe geben.
Wer sich schon jetzt anmelden oder den Anmeldebogen direkt zugeschickt haben möchte, kann sich an das Leitungsteam wenden.
Weitere Infos und Anmeldung:
Pfarramt Venedig/Abano Terme:
[email protected], Tel. 049/8668929
Pfarramt Ispra/Varese:
[email protected], Tel. 0332/700371
Per il campo estivo per famiglie sull’isola d’Elba abbiamo previsto il periodo dal 24 al 31 agosto 2012. Sarà l’occasione per
giocare insieme, intraprendere delle gite, conoscerci a vicenda,
trovare del tempo per noi stessi e per gli altri. L’invito si rivolge
a tutti, in particolar modo a famiglie con bambini, genitori
single, nonni con nipoti, ma anche single di tutte le età.
Filo conduttore sarà il profeta Giona, che ci farà da guida verso
nuove sponde, portandoci alla scoperta del fifone coraggioso
Giona.
Saremo ospiti della foresteria della Chiesa Valdese nel paesello
di Rio Marina, a 5 minuti a piedi dal mare.
Per pernottamento e trattamento di mezza pensione, gli adulti pagheranno circa 350 €, il primo bambino della famiglia
circa 150 €, il secondo bambino circa 100 €, il terzo bambino
circa 50 € - ulteriori figli e bambini fino a 4 anni non pagano.
Il campo estivo viene organizzato dai pastori Bernd Prigge (Venezia), Ulrike Hesse e Uwe Habenicht (Ispra-Varese).
Una descrizione più dettagliata nonché il modulo d’iscrizione
saranno inseriti nel prossimo numero di INSIEME.
Chi volesse già iscriversi fin d’ora oppure ricevere direttamente
il modulo d’iscrizione, può rivolgersi al team organizzativo.
Per ulteriori informazioni e l’iscrizione:
Ufficio pastorale Venezia/Abano Terme:
[email protected], Tel. 049/8668929
Ufficio pastorale Ispra/Varese:
[email protected], Tel. 0332/700371
Reformationsgottesdienst
im sizilianischen Mandanici
Culto della Riforma a
Mandanici (ME)
Gedenken an die lutherischen Inquisitionsopfer
des 16. Jahrhunderts
Confronto storico in un luogo dove i luterani
erano vittime dell’Inquisizione
Am 31. Oktober 1517 schlug Luther seine 95 Thesen an die Tür
der Schlosskirche zu Wittenberg und gab damit den Anstoß zur
Reformation. Die lutherische Gemeinde in Sizilien gedachte dieses
historischen Ereignisses in Mandanici. Die Auswahl des Ortes war
nicht zufällig, weil es gerade hier schon im 16. Jahrhundert Anhänger der lutherschen Lehre gab. Wie es dazu kam, dass so kurz
nach dem Beginn der Reformation schon Lutheraner/innen in
Il 31 Ottobre del 1517 sulla porta della cattedrale di Wittemberg, Lutero affisse le 95 tesi, che di fatto dettero inizio alla riforma. La comunita luterana di Sicilia ha voluto ricordare questo evento storico a
Mandanici. La scelta non è stata occasionale, perchè in questo luogo
già nel sedicesimo secolo si registra la presenza di seguaci di Lutero.
Non sono chiare le ragioni della presenza di luterani a Mandanici, in
un periodo così prossimo all'inizio della Riforma. Pur trattandosi di un
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MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 204
Mandanici lebten, ist ungeklärt. Obwohl es sich nur um eine kleine Gruppe handelte, ging der Repressionsapparat der katholischen Kirche gegen sie vor. Im Laufe der Gegenreformation
wurde Giovan Battista Impellizzeri zum Ketzer erklärt und 1553
durch die sogenannte Heilige Inquisition auf dem Scheiterhaufen
verbrannt. Einige Jahre später folgten weitere dramatische Ereignisse in der Religionsgeschichte, denn 1556 wurden 12 Lutheraner/innen wegen Ketzerei bei lebendigem Leibe verbrannt.
Nach 458 Jahren kehrte die lutherische Gemeinde in Sizilien an
den Ort der Verfolungen zurück, und wollte damit nicht nur der
schmerzhaften historischen Geschehnisse gedenken. Es sollte
auch die seither erfolgte positive Entwicklung gefeiert werden,
die die hiesige evangelische Gemeinde durch ihre Teilnahme am
ökumenischen Prozess aktiv unterstützt.
Der Gottesdienst, zu dem zahlreiche und nicht nur lutherische
Gläubige kamen, wurde von Petra Dorau musikalisch begleitet.
Dadurch erhielten die von Pfarrerin Wolf gewählten Lieder eine
besondere Intensität.
Um der Gastfreundlichkeit des Ortes gerecht zu werden, möchten wir den Lesern auch etwas den landschaftlichen und geschichtlichen Hintergrund von Mandanici beschreiben. Es handelt sich um einen kleinen Ort in der Provinz von Messina mit
640 Einwohnern. Mandanici wurde höchstwahrscheinlich von
griechischen Siedlern gegründet und liegt im Tal am Fuße des
Berges Pizzoluci, der zum Peloritani-Gebirge gehört. Besonders
erwähnenswert ist das »vicus munitissimus« genannte Kloster Basiliano di S. Maria Annunziata, das Großherzog Ruggero im Jahr
1100 errichten ließ. Es liegt an einer antiken Straße, die einst das
ionische mit dem tyrrhenischen Meer verband und militärisch
von strategischer Bedeutung war.
Großherzog Ruggeri übertrug den byzantinischen S.BasiliusMönchen das Kloster samt Kirche und Feudalbesitz als Schenkung. Im 16. Jahrhundert wurde das Kloster dann dem Archimandrit* des SS. Salvatore übergeben. 1886 wurde es säkularisiert und von den Mönchen verlassen. Heute wird es von der
Ortsgemeinde instandgehalten.
Im Anschluss an den Gottesdienst ging es in das Restaurant am
Ort, wo typische sizilianische Spezialitäten serviert wurden. Nach
dem Mittagessen kamen die Gottesdienstbesucher in den Genuss
eines geführten Rundgangs durch die historischen Gebäude von
Mandanici. Mario Carpo, Fremdenführer in Mandanici, erzählte
allerhand historisch Wissenswertes und beantwortete geduldig
alle Fragen.
Giovanni Toscano und Marusca Granatelli, Catania
Übersetzung: Kerstin Gros
* Archimandrit in der östlich-orthodoxen Kirche Vorsteher eines Klosters, der hierarchisch eine Stufe höher steht als der Hegumen, in etwa vergleichbar mit dem
Abt eines römisch-katholischen Klosters. (Auszug aus Wikipedia)
Mario Carpo und Christa Wolf beim Austausch von Geschenken. Rechts das
Apfelbäumchen, das der Dorfgemeinschaft überreicht wurde und in Zukunft
ein Schild mit dem berühmten Lutherzitat erhalten soll.
Mario Carpo e Christa Wolf scambiano i doni. A destra il melo donato agli abitanti di Mandanici; è prevista un’insegna con la famosa citazione di Lutero.
esiguo numero attirò la repressione della chiesa cattolica. Quì nel
1553, durante la controriforma affidata alla santa Inquisizione,
venne dichiarato eretico e condannato al rogo Giovan Battista Impellizzeri e nel 1556 si ripetè l'episodio, drammatico per la storia religiosa, con la condanna al rogo di altri 12 eretici luterani.
Dopo 458 anni la comunità luterana di Sicilia torna su un luogo
della persecuzione non solo per ricordare il dolore dei passati accadimenti, ma anche per dare rilievo al cambiamento la cui massima
espressione si registra nella volontà della comunità evangelica di partecipare attivamente al processo ecumenico in atto già da tempo.
Tutto ciò deve aver ponderato la pastora Christa Wolf, scegliendo di
celebrare in questo luogo il culto, seguito da molti fedeli, non solo luterani, accorsi gioiosamente.
L'accompagnamento musicale di Petra Dorau ha dato maggiore intensità ai canti scelti dalla pastora.
Riteniamo giusto, per onorare meglio l'accoglienza ricevuta, dare ai
nostri lettori qualche notizia più precisa sia storica che paesaggistica
su Mandanici. Esso è un piccolo paese in provincia di Messina con
640 abitanti registrati. Nasce, forse fondato da coloni greci, nella
valle alle falde di Pizzoluci ai piedi della catena dei Peloritani. Storicamente interessante per la presenza del Monastero Basiliano di S.
Maria Annunziata, fu voluto dal conte Ruggero nel 1100 e venne denominato «vicus munitissimus» che trovandosi sulla strada che intercettava le vie ionica e tirrenica, era di rilevante importanza militare.
Il monastero, comprendente la chiesa ed il possedimento feudale di
Mandanici, fu donato ai monaci bizantini di S.Basilio. Nel sedicesimo
secolo esso passò all'Archimandriato* del SS. Salvatore. Nel 1886
dopo gli eventi che maturarono l'unità d'Italia venne secolarizzato ed
i monaci lasciarono il luogo.Oggi è affidato alle cure del Comune.
Dopo il rito religioso, gli ospiti sono stati simpaticamente ricevuti
presso il ristorante principale del paese, dove hanno gustato specialità siciliane.Terminato il pranzo, il Sig. Mario Carpo, guida ufficiale
del comune, ha voluto personalmente accompagnare gli ospiti mostrando loro i palazzi notabili e fornendo spontaneamente, o rispondendo a domande, notizie sulle rilevanze storiche di Mandanici.
Giovanni Toscano e Marusca Granatelli, Catania
Historischer Rundgang mit Mario Carpo / La Mandanici storica illustrata da
Mario Carpo
204
* L’Archimandrita del SS. Salvatore fu considerato "Pater et Prelatus abbatum", padre
e capo degli egumeni(abati) dei monasteri affiliati. L'Archimandrita assumeva a tutti
gli effetti la guida di una diocesi con una giurisdizione iniziale su oltre 60 monasteri situati su entrambe le sponde dello Stretto di Messina. Era l’unico superstite della tradizione bizantina del monachesimo italo-greco in Sicilia. (tratto da Wikipedia)
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L E B E N S B I L D E R • V I TA U M A N A
Die neunte Friedensnobelpreisträgerin 1997
Jody Williams, USA
La nona detentrice del Premio
Nobel per la pace 1997
Jody Williams, USA
Wenn der Krieg zu Ende ist, ist er noch lange
nicht zu Ende!
Quando la guerra finisce non è
ancora finita!
Die Tatsachen:
I fatti:
Alle zwanzig Minuten tritt ein Mensch auf eine Landmine.
Jedes Jahr sterben fünfundzwanzigtausend Menschen durch
Minen, bedeutend mehr werden verstümmelt.
Schätzungsweise liegen laut UNO im Moment etwa hundertzehn Millionen Minen in über 60 Staaten, vor allem der Dritten Welt. Die häufigsten Einsatzgebiete sind: Afghanistan,
Kambodscha, Nicaragua, Iran, Angola und Mozambique. Allein in Kambodscha z.B. liegen laut UNICEF vier bis sechs Millionen nicht explodierter Minen.
Etwa 250 Millionen Minen lagern in den Militärdepots von
zirka hundertfünf Ländern, dabei stehen China und Russland
an erster Stelle: In China sind es an die 110 Millionen, in Russland 60 – 70 Millionen.
Ogni venti minuti una persona mette il piede su una mina terrestre. Ogni anno muoiono venticinquemila persone a causa
delle mine, e molte di più rimangono mutilate.
Secondo l’ONU attualmente ci sono all’incirca centodieci milioni di mine in più di 60 stati, soprattutto nel terzo mondo. Le
più importanti zone in cui vengono impiegate sono: Afghanistan, Cambogia, Nicaragua, Iran, Angola e Mozambico. Secondo le stime dell’UNICEF, nella sola Cambogia ci sono dai
quattro ai sei milioni di mine inesplose.
Circa 250 milioni di mine sono immagazzinate nei depositi
militari di circa centocinque paesi, fra cui la Cina e la Russia si
trovano al primo posto: in Cina sono circa 110 milioni, in Russia 60 – 70 milioni.
Jährlich werden etwa zwei Millionen neue Minen versenkt. Sie
werden aus Helikoptern abgeworfen oder von der Artillerie
gelegt. Moderner als die alten, sind sie mit Mikrochips und
Sensoren ausgestattet. Die Minenräumer hingegen verfügen
fast alle nur über die traditionellen Metalldetektoren und die
langen Nadeln, mit denen sie auf dem Bauch rutschend versuchen, die Minen aufzuspüren. Solche Werkzeuge sind im
Kampf gegen Plastikminen ziemlich nutzlos. Außerdem können auf diese Weise nur etwa 100.000 pro Jahr unschädlich
gemacht werden. Dabei fallen pro Jahr etwa 5% der Minenräumer ihrer Arbeit zum Opfer. Im Jahre 1996 hat ein deutscher Ingenieur die «Krohnsche Fräse« entwickelt, mit der er
in Mozambique innerhalb von 2 Monaten sechzehntausend
Minen entschärfen konnte. Doch belaufen sich die Kosten für
die Räumung einer einzigen je nach Typ auf 300 bis 1000
Dollar. Das sind Summen, welche die Länder der Dritten Welt
nicht aufbringen können. Laut UNICEF würde die weltweite
Minenräumung etwa 33 Milliarden Dollar kosten.
Ogni anno vengono interrate circa due milioni di nuove mine.
Vengono lanciate dagli elicotteri o sparate dall’artiglieria. Più
moderne delle vecchie, sono fornite di microchips e sensori.
Gli sminatori invece dispongono quasi tutti solo di metal-detector tradizionali e di lunghe sonde, con cui strisciando sulla
pancia cercano di scoprire le mine. Tali attrezzature sono abbastanza inutili nella lotta contro le mine di plastica. Inoltre in
questo modo se ne possono disinnescare solo circa 100.000
all’anno. Ogni anno circa il 5% degli sminatori rimangono vittime del proprio lavoro. Nel 1996 un ingegnere tedesco ha
creato la «Krohnsche Fräse» (fresa di Krohn) con cui in Mozambico è riuscito a disinnescare sedicimila mine nel giro di
due mesi. Tuttavia i costi per disinnescare una singola mina a
seconda del tipo si aggirano dai 300 fino ai 1000 dollari.
Queste sono somme che i paesi del terzo mondo non possono
permettersi. Secondo l’UNICEF il costo per rimuovere tutte le
mine nel mondo si aggirerebbe sui 33 miliardi di dollari.
205
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Verschiedene Minentypen:
Tipologie diverse di mine:
UNICEF verzeichnet mehr als 350 verschiedene Minentypen,
die in ca. 55 Ländern produziert werden.
Manche haben recht romantische Namen wie z.B. black
widow, butterfly oder green parrot.
Um eine Vorstellung zu bekommen, sollen hier nur die Gängigsten genannt werden:
Da sind die altbewährten Stabminen. Sie wurden schon im
ersten Weltkrieg eingesetzt und explodieren durch Stolperdrähte. Ihr Wirkungsbereich liegt bei 25 m.
Dann gibt es die Plastikminen, die vor der Explosion einen
Meter hochspringen, um den Streubereich der Splitter zu
vergrößern. Es gibt auch solche, die auf Funkbefehl ausgelöst
werden können, und andere, die sich ihrem Opfer entgegen
neigen. Eine amerikanische Neuheit sind Minen, die beim
Räumen weiterhüpfen und sich einen neuen Platz suchen.
Zwar sind auch Minen entworfen worden, die mit einer Automatik zur Selbstzerstörung versehen sind. Sie werden jedoch
wenig verwendet, da sie zu teuer sind.
Eine ganz verheerende Wirkung haben Überschwemmungskatastrophen wie z.B. in Mozambique, da die unter der Erde
schlummernden Minen heraus geschwemmt werden und an
der Oberfläche liegen bleiben.
L‘UNICEF registra più di 350 tipi diversi che vengono prodotti
in circa 55 paesi.
Alcune hanno dei nomi romantici come ad esempio black
widow, butterfly o green parrot.
Per potersene fare un’idea citeremo solo le più comuni:
ci sono le collaudate mine utilizzate già nella Prima Guerra
Mondiale che esplodono attraverso dei fili di ferro. La loro gittata è di 25 m. Poi ci sono le mine di plastica, che prima di
esplodere saltano in aria all’altezza di un metro per aumentare il raggio d’azione dei frammenti. Ci sono anche quelle che
possono essere fatte esplodere via radio, e altre che si orientano secondo la vittima. Una novità americana sono mine che
nello sminamento saltano in avanti e si trovano un posto
nuovo.
Sono state progettate anche delle mine provviste di un sistema
automatico per autodistruggersi. Tuttavia vengono utilizzate
poco dato che sono troppo care.
Un effetto estremamente devastante è quello prodotto dalle
inondazioni, come ad esempio in Mozambico, dato che le
mine nascoste sotto terra vengono portate a galla.
Die Opfer:
In guerra il senso delle mine terrestri non è solo quello di uccidere i soldati, ma anche di desertificare intere zone del paese
nemico e di terrorizzare
la popolazione. Spesso le
mine vengono poste
prima di attaccare un
paese, così che le persone che scappano non
hanno altra scelta che
passare per la zona minata. Anche se un padre
di famiglia dopo la guerra avesse la fortuna di
avere a disposizione un
pezzo di terra da coltivare deve fare i conti che
non solo è inutilizzabile
ma che gli può anche
costare la vita. In tempo di pace infatti sono soprattutto i contadini nei campi che rimangono vittime delle mine e naturalmente i bambini che giocano. In alcuni paesi, come ad esempio in Bosnia, a scuola vengono messi in guardia contro questo pericolo. Esiste un’organizzazione, la «handicap international», che pubblica delle brochures al riguardo. Ma questo
non succede nella maggior parte dei paesi. I bambini ci giocano inconsapevolmente finchè non saltano in aria.
Tuttavia muoiono molto più animali che persone, fra cui
specie rare come gli elefanti (Sri Lanka), i gorilla delle montagne (Ruanda), gli orsi bruni (Croazia), le gazzelle (Libia),
i leopardi delle nevi (confine fra l’India e la Cina), i bufali e
le antilopi.
Im Krieg ist der Sinn der Landminen
ja nicht nur, Soldaten zu töten, sondern auch ganze Gegenden des
feindlichen Landes zu verwüsten
und die Bevölkerung zu terrorisieren.
Oft werden die Minen vor einem
Angriff um ein Dorf gelegt, so dass
die fliehenden Menschen keine andere Wahl haben, als durch das verminte Gebiet zu entkommen. Sollte
ein Familienvater nach dem Krieg
das Glück haben, dass ihm ein Stück
Land zum Bebauen zur Verfügung
gestellt wird, dann muss er damit
rechnen, dass es nicht nur unbenutzbar, sondern sogar lebensgefährlich ist. Im Frieden fallen deshalb den Minen vor allem die
Bauern auf den Feldern zum Opfer und natürlich spielende
Kinder. In manchen Ländern, wie z. B. in Bosnien, werden sie
in den Schulen auf diese Gefahr aufmerksam gemacht. Es
gibt eine Organisation, »handicap international«, die sogar
Broschüren darüber herausbringt. In den meisten Ländern ist
dies jedoch nicht der Fall. In Unwissenheit spielen die Kinder
mit Minen, bis diese explodieren.
Doch sterben weitaus mehr Tiere als Menschen, darunter seltene Arten wie Elefanten (Sri Lanka), Berggorillas (Ruanda),
Braunbären (Kroatien), Gazellen (Libyen), Schneeleoparden
(indisch-chinesisches Grenzgebiet), Büffel und Antilopen.
Die medizinische Versorgung der Opfer:
Le vittime:
L’assistenza medica alle vittime:
In Afghanistan verbluten acht von zehn Verletzten, bevor sie
medizinische Hilfe erhalten. Zwischen 1991 und 1992 mussten in fast 40% aller Fälle Amputationen an beiden Beinen
vorgenommen werden. Hilfsorganisationen wie »medical international« fordern seit langem mehr Geld für die Behand-
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In Afghanistan muoiono dissanguati otto feriti su dieci, prima
di ricevere cure mediche. Fra il 1991 e il 1992 in quasi il 40%
di tutti i casi si è dovuto ricorrere all’amputazione di entrambe le gambe. Organizzazioni umanitarie come «medical inter-
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lung der Opfer. Die Krankenhausbehandlung eines Verletzten
in Afghanistan wird auf etwa 5000 Schweizer Franken geschätzt. Eine einfache Prothese kostet um die 100 Franken bei
einem monatlichen Einkommen von 10 Franken, und sie hält
im Schnitt 2 – 4 Jahre.
national» richiedono da tempo più soldi per la cura delle vittime. La cura ospedaliera di un ferito in Afghanistan viene stimata intorno ai 5000 franchi svizzeri. Una semplice protesi
costa intorno ai 100 franchi a fronte di un redditto mensile di
10 franchi, e dura in media dai 2 ai 4 anni.
Schlagzeilen aus dem Internet 2011:
Titoli da internet 2011:
• Deutsche Investoren finanzieren Streubomben!
• Schweiz verbietet die Finanzierung von Streumunition!
• Deutsche Bank soll Investitionen zur Streubombenherstellung stoppen!
• Landminen im Sudan!
• Landminen in Libyen!
• Keine Landminen mehr in Nepal!
• US-amerikanische und europäische Finanzanleger finanzieren Streubomben!
• Internationale Aktionstage: Stopp explosive Investitionen in
Streubomben!
• Investitori tedeschi finanziano bombe a grappolo!
• La Svizzera vieta il finanziamento di bombe a grappolo!
• La Deutsche Bank deve fermare gli investimenti nella produzione di bombe a grappolo!
• Mine terrestri in Sudan!
• Mine terrestri in Libia!
• Niente più mine terrestri in Nepal!
• Investitori americani ed europei finanziano bombe a grappolo!
• Giornate di azione internazionale: fermiamo gli investimenti esplosivi nelle bombe a grappolo!
Jody Williams:
Jody Williams:
Sie wird 1950 in Brattleboro
(Vermont, USA) geboren.
Sie studiert Englisch und Spanisch und lehrt in Mexiko, London und Washington.
Von 1984 bis 1986 arbeitet sie
als Koordinatorin eines »Nicaragua-Honduras-Lehrprogramms«. Danach wird sie Vizedirektorin der »Medizinischen Hilfe für El Salvador«.
Im Herbst 1991 erhält Jody
Williams einen Anruf von Robert Muller, dem Präsidenten
der Stiftung »Amerikanische Vietnamveteranen«. Robert Muller lenkt ihre Aufmerksamkeit
in andere Bahnen. Er macht sie
auf die verheerende Wirkung
der verbliebenen Landminen
in ehemaligen Kriegsgebieten
aufmerksam. Sein Ziel ist es,
die Regierungen dazu zu bringen, die Landminen zu räumen. Der Anruf wird richtungsweisend für Jody Williams. Sie
schließt sich Muller an. Zusammen gründen sie die »International Campaign to Ban Landmines« (ICBL). Schon 1991
bringen sie ihr Konzept heraus, in dem präzise Forderungen
formuliert sind: » Der Einsatz, die Produktion, der Handel
und die Lagerung von Antipersonenminen müssen verboten werden - die finanzielle Unterstützung von Seiten der
Regierungen für die Minenräumung muss aufgestockt
werden - die unzureichende Hilfe für die Opfer muss dringend verbessert werden.« (aus der Nobelpreisrede).
Nasce nel 1950 a Brattleboro (Vermont,USA).
Studia inglese e spagnolo
e insegna in Messico, a
Londra e a Washington.
Dal 1984 al 1986 lavora
come coordinatrice di un
«programma didattico
per il Nicaragua e
l’Honduras». Poi diventa
vicedirettrice degli «Aiuti
sanitari per El Salvador».
Nell’autunno del 1991
Jody Williams riceve una
telefonata da Robert
Muller, il presidente della
fondazione
«Veterani
americani del Vietnam».
Robert Muller attira la
sua attenzione su nuove
realtà, facendole notare
l’effetto devastante delle
mine terrestri rimaste
negli ex territori di guerra. Il suo obiettivo è quello di convincere i governi a rimuovere le mine terrestri. La telefonata rappresenta una svolta per
Jody Williams. Si associa a Muller e insieme fondano la «International Campaign to Ban Landmines» (ICBL). Già nel 1991
lanciano il loro progetto, in cui vengono formulate richieste
precise: «Devono essere vietati l'uso, l'immagazzinamento, la
produzione e la vendita di mine anti-uomo – deve essere incrementato il sostegno finanziario da parte dei governi per la
bonifica dei campi minati – deve essere urgentemente migliorata la carente assistenza alle vittime.» (dal discorso durante
la consegna del Premio Nobel).
1992 wird Jody Williams Koordinatorin der ICBL. Innerhalb
von knapp 6 Jahren entstehen 1000 Mitgliedsorganisationen
in 60 Ländern, die eine entscheidende Wende im Kampf
gegen Landminen herbeiführen. Ebenfalls 1992 erzielen sie
schon einen ersten Teilerfolg. Senator Patrick Leahy bringt ein
Gesetz durch, das den amerikanischen Minenexport ächtet.
Nel 1992 Jody Williams diventa coordinatrice dell‘ICBL. Nel
giro di soli 6 anni nascono 1000 organizzazioni membro in
60 paesi, che realizzano una svolta decisiva nella lotta contro
le mine terrestri. Sempre nel 1992 ottengono già un primo
successo parziale. Il senatore Patrick Leahy fa passare una legge
207
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Mutig und beharrlich arbeitet sich Jody Williams zusammen
mit ihren Mitarbeitern durch das Dickicht politischer und finanzieller Interessen. Unerschrocken legt sie sich mit den
Staatschefs der ganzen Welt an. Medienwirksame Hilfe erhalten sie durch die entsprechenden Auftritte von Prinzessin
Diana in Angola und Bosnien.
Im Dezember 1997 kann die Organisation ihren größten
Erfolg verbuchen. Im Vertrag von Ottawa verpflichten
sich 122 Staaten
• ihre Lagerbestände an Minen innerhalb von 4 Jahren zu vernichten
• vermintes Gelände innerhalb von 10 Jahren zu räumen
• keine Minen mehr zu produzieren
• einen jährlichen Lagebericht zu liefern
Weitere 60 Staaten ratifizieren den Vertrag später.
Aber die wichtigsten Herstellerländer sind nicht dabei.
Trotz Bill Clintons Sympathiebezeugungen fehlen die USA.
Trotz Boris Jelzins Versprechungen fehlt Russland. Es fehlt
China, und es fehlen Indien, Pakistan, Irak, Iran, Israel, Ägypten, Libyen, Nord- und Südkorea und die Türkei. Sie alle begründen ihre Abwesenheit damit, ihr Land vor Angriffen
schützen zu müssen.
Der Kampf von Jody Williams und ihrer Organisation ist deshalb noch lange nicht zu Ende. Als internationale Botschafterin für das ICBL und Mitglied des Koordinationskomitees, inzwischen ausgezeichnet mit der Ehrendoktorwürde der Universität von Vermont, wird sie nicht ruhen, bis alle Länder
unterzeichnet haben.
Dorothea Kraiss-Vinciguerra
Quellen:
Wikipedia: »Frauen leben für den Frieden« (Reutter/Rueffer)
Fotos: www.sowieso.de, Terry Ballard, diverse Institutionen
RADIO
Ogni domenica mattina,
alle 7.30, su RAI Radiouno, «Culto Evangelico»
propone una
predicazione, notizie dal
mondo evangelico, appuntamenti e
commenti di attualità.
Le trasmissioni possono essere riascoltate
collegandosi al sito di RAI Radiouno,
attraverso il link alla pagina
www.fedevangelica.it/servizi/ssrtv031.asp
208
che mette al bando l’esportazione americana delle mine. Con
coraggio ed ostinazione Jody Williams insieme ai suoi collaboratori si fa strada attraverso la giungla degli interessi politici e
finanziari. Intrepidamente attacca briga con i capi di Stato di
tutto il mondo. A livello mediatico vengono aiutati dalla presenza della principessa Diana in Angola e in Bosnia.
Nel dicembre 1997 l’organizzazione registra il suo maggiore successo. Con il trattato di Ottawa 122 stati si impegnano a
• distuggere le loro giacenze di mine entro 4 anni
• bonificare terreni minati entro 10 anni
• non produrre più mine
• fornire un resoconto annuale della situazione
Altri 60 paesi ratificano il trattato.
Ma i paesi produttori più importanti non hanno aderito. Nonostante le manifestazioni di solidarietà di Bill Clinton mancano gli USA. Nonostante le promesse di Boris Jelzin manca la
Russia. Manca la Cina e mancano l’India, il Pakistan, l‘Irak,
l‘Iran, Israele, l’Egitto, la Libia, la Corea del Nord e del Sud e la
Turchia. Tutti questi paesi motivano la loro mancata adesione
con il fatto di dover tutelare il paese da degli attacchi.
La battaglia di Jody Williams e della sua organizzazione non è
quindi ancora terminata. In quanto ambasciatrice internazionale dell’ICBL e membro del comitato di coordinamento, nel
frattempo insignita della Laurea honoris causa dall’Università
del Vermont, non si fermerà finché non avranno sottoscritto
tutti i paesi.
Dorothea Kraiss-Vinciguerra
Traduzione: Maria Clara Finetti
Fonti:
Wikipedia: «Le donne vivono per la pace»(Reutter/Rueffer)
Foto: www.sowieso.de, Terry Ballard, istituzioni varie
Sempre buone notizie?
www.bollutnet.org invia
ogni mese «informazioni
sulla teologia e la chiesa
luterana». E cosa c’è di più
bello che riflettere su Dio
e la sua rivelazione?
www.luterani.it è un sito
per aver informazioni di
base su teologia, storia,
vita quotidiana, feste,
citazioni di Lutero, opinioni
dei grandi italiani su
Lutero etc.
MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 209
GLAUBE • FEDE
Haben oder Sein:
Überlegungen
Avere o Essere:
Riflessioni
Nachfolgend möchte ich einige Überlegungen formulieren,
die sich mit dem Thema »Haben oder Sein« befassen. Die
wichtigste Grundlage ist mir dabei das 1976 veröffentliche
Buch von Erich Fromm mit dem gleichnamigen Titel.
Desidero formulare alcune riflessioni, che riguardano la tematica «Avere o Essere». Come fonte più importante mi baso sul
libro di Erich Fromm pubblicato nel 1976, con il medesimo titolo.
Was bedeutet »Sein«? Wie lässt sich das bewusst erleben?
Lässt sich das in Worte fassen?
Che cosa significa «essere»? Come lo si può sperimentare in
modo consapevole? Lo si può descrivere a parole?
Eines der größten menschlichen Bedürfnisse besteht darin,
sich zu vereinen – eins zu werden mit anderen Menschen,
der Natur oder Gott. Der Wunsch, dem Kerker des eigenen
Ego zu entfliehen, ist ein zutiefst menschlicher Wunsch, und
es gibt zahllose Anleitungen aus verschiedensten Kulturen,
wie dieses Ziel zu erreichen sei.
Warum ist das so? Nun, ich glaube, dass der Verlust des Paradieses darin besteht, dass wir Menschen uns zunehmend individuell erleben und die Fähigkeit, uns als Teil des Ganzen zu
fühlen, verloren wurde. Fromm kommentiert das so: Mit der
Verherrlichung von Vernunft als Ablösung von Fühlen und
Emotion haben wir Menschen unsere ursprüngliche Einheit
mit der Natur verloren.
Um die Dimension des »Seins« bewusst erleben zu können,
müssen wir hingegen Vereinigung, also den Anderen, in
dem wir uns reflektieren und der sich in uns reflektiert, suchen. Daher stammt das immense menschliche Bestreben
sich mitzuteilen, zu interagieren, dazu zu gehören und auf
der anderen Seite die gewaltige Angst vor der Isolation
(Nicht-Dazugehören), welche noch größer ist als die Angst
vor dem Tod.
Gemeinsamkeit erleben wir im Gespräch, bei gemeinsamen
Mahlzeiten, bei Sport, Gottesdienst, Treffen und Konferenzen, beim Singen im Chor, Wandern usw. Der Vorgang des
Verliebens ist ein besonders eindrückliches Beispiel des gegenseitigen Erlebens.
Die Existenzweise des Seins, um die es hier geht, zeichnet
sich also durch das Interagieren und Kommunizieren aus. Sie
ist voller Aktivität, und zwar produktiver Aktivität. Hier geht
es um Aktivitäten, die unseren Anlagen, Talenten, Eigenschaften und Kräften Ausdruck verleihen. Es geht um Aktivitäten,
die helfen, uns zu erneuern, zu wachsen, uns zu verströmen –
bewusst zu leben und nicht nur zu existieren. Produktiv ist in
diesem Sinne zu verstehen, und die genannte Aktivität darf
nicht mit Geschäftigkeit verwechselt werden, diese ist nicht
produktiv.
In der Existenzweise des Seins werden wir emotional lebendig, zwischen uns und unserer Aktivität besteht eine gefühlsmäßige Bindung. Wir sind nicht kalt rational, sondern »hängen mit dem Herzen« an dem, was uns beschäftigt. Liebe ist
die treibende Kraft in der Existenzweise des Seins.
Als Christen sind wir vertraut mit dem Gebot der Nächstenliebe
und sogar mit dem Gebot der Feindesliebe. Einander zu vergeben, ist ein inniger Akt der Liebe.
Die Existenzweise des Seins ist der Weg zu Gott, den uns Jesus
von Nazareth gezeigt hat. Nur im Sein und in der Loslösung
L’uomo risente un bisogno profondo: unirsi ad altri uomini,
alla natura, a Dio. Il desiderio di evadere dal carcere del proprio ego ha radici profonde nell’esistenza umana, e non
mancano proposte da varie culture su come raggiungere
questo traguardo.
Perché succede questo? Credo che la perdita del paradiso si
spieghi con il fatto che noi umani viviamo sempre più la nostra vita come individui isolati e perdiamo l’abilità di sentirci come parte di un tutto. E Fromm lo commenta cosi: Grazie alla combinazione di una progressiva perdita di istinto e
al contempo di un progressivo predominio dell’ intelletto,
noi umani abbiamo perso la nostra originaria unità con la
natura.
Invece per vivere la condizione di «essere» in modo consapevole, è necessario unirsi, riflettersi nel prossimo, che a sua
volta si riflette in noi. Per questo motivo una grande aspirazione umana è quella di condividere la propria esperienza,
interagire e vivere l’appartenenza; e d’altra parte per lo
stesso motivo esiste una paura, che supera addirittura la
paura della morte, quella di rimanere isolati, di non fare
parte.
L’unione viene vissuta durante il dialogo, i pasti comuni, lo
sport di squadra, i culti religiosi, gli incontri e le conferenze,
il cantare in coro, le passeggiate insieme e così via. L’atto
dell’innamoramento è un esempio particolarmente impressionante del vivere l’un l’altro. Quindi la modalità esistenziale dell’essere di cui parliamo, è caratterizzata dall’interagire e dal comunicare. È piena attività e più precisamente
attività produttiva. Si tratta di attività che ci permettono di
esprimere le nostre caratteristiche, i nostri talenti, le nostre
forze, ci aiutano a rinnovarci, a crescere, ad espanderci, a
vivere in modo consapevole e non meramente esistere. La
«produttività» è da intendersi in questo senso e l’attività
stessa non va confusa con l’indaffaratezza che produttiva
non è.
In questo modo di agire non siamo freddamente razionali,
ma ci leghiamo con tutta la nostra anima a quello che ci occupa: l’amore ne è la forza propulsiva. Come cristiani conosciamo bene i comandamenti di amare: amare il prossimo e
perfino il nemico. E anche il perdono è un atto profondo di
amore.
Essere attraverso l’amore è la via per raggiungere Dio indicataci da Gesù di Nazareth.
Solo nell’essere e nel distacco da noi stessi possiamo sperare di vivere la presenza di Dio, sperare di unirci di nuovo con
il Tutto della creazione. Sarebbe ritrovare il paradiso.
209
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von uns selbst können wir hoffen, Gott zu erleben, können wir hoffen, wieder vereint zu
werden mit dem Ganzen. Es wäre die Rückkehr ins Paradies.
Wir können deshalb zusammenfassen,
dass sich das Sein nicht mit Worten beschreiben lässt, sondern erlebt werden
will, besonders erlebt in der Vereinigung
mit den Anderen. Es entspricht einem tief
menschlichen Wunsch, ist voller Aktivität
und Liebe.
Und das Haben?
Wir finden es bei Fromm als Gegenstück
zur Existenzweise des Seins. Wir brauchen ein Dach über dem Kopf, Nahrung,
Kleidung, Heizung usw., um leben zu Sein - Essere
können. Haben beschreibt das Erwerben
und das Besitzen von Objekten. Wir erwerben, sammeln
und besitzen Materielles und auch Nicht-Materielles, um
zu leben und möglichst angenehm zu leben.
Fromm unterscheidet zwischen existenziellem Haben und
einem weitergehenden, – wie er es nennt – charakterbedingten Haben. Für das erste nennt er beispielsweise die
Nomaden in der Wüste, die sich mit einem Minimum an
Haben begnügen, um ihre Beweglichkeit und Freiheit
nicht zu gefährden. Haben, das über dieses Niveau hinausgeht, dient der weiteren Verbesserung der Lebensqualität,
verursacht aber gleichzeitig auch eine wachsende Abhängigkeit des Habenden von seinem eigenen Besitz. Ein
Haus, Auto oder Boot brauchen Pflege und Einsatz. Der
Habende besitzt Objekte und die Objekte besitzen ihn.
Haben bezieht sich also auf Objekte oder macht auch Lebendiges zu Objekten. Wenn ich eine Familie habe anstatt
eine Familie zu sein, besteht das Risiko, die Familie als Objekt, als mein Besitztum zu erleben.
Dabei wollen wir nicht verkennen, dass ohne ein gewisses
Haben kaum Gelegenheit besteht, bewusst das Sein zu erleben. Wer hungrig im Regen steht, kann schwerlich sich
verströmen, sich mitteilen und sich bewusst erleben. Satt
und trocken sind wir bestimmt besser hierzu befähigt.
Haben und Sein sind deshalb als komplementär zu betrachten: Beide werden benötigt, um die wichtigen Ziele
im Leben zu erreichen. Warum aber stellt dann Fromm die
Frage nach Haben oder Sein? Haben ist ganz gewiss nicht
das Gegenteil von Sein, und das Eine schliesst das Andere
nicht aus! Haben und Sein sind nicht unbedingt Gegner,
sondern Rivalen. Beide Existenzweisen konkurrieren um
die Zeit, unsere Lebenszeit und unsere Energien. Diejenige
Zeit, die ich investiere, um Lebensgrundlagen zu schaffen
(Haben), wird mir fehlen, um im Sein zu leben, also bewusst zu leben.
Seit der industriellen Revolution hat die westliche Zivilisation Güter und Wohlstand produziert, die zuvor unvorstellbar waren. Hungersnöte gab es in den letzten 100 Jahren
in Europa nicht mehr. Es gibt ausreichend Nahrung, viele
von uns wohnen in ihren eigenen vier Wänden, und es ist
ein weitverteilter Reichtum an Freizeit entstanden, der
noch vor 60 Jahren nicht einmal geahnt werden konnte.
Viel Haben ist geschaffen worden. Arbeitsprozesse, die in
der Vergangenheit Stunden benötigten, haben sich auf
210
Cosi possiamo concludere che l’essere non si presta ad una
descrizione a parole, ma va vissuto e soprattutto vissuto tramite l’unione con gli altri. Corrisponde ad una aspirazione
umana profondissima, è pieno di attività e di amore.
E l’avere?
Presso Fromm lo troviamo come l’opposto della modalità esistenziale dell’essere.
Abbiamo bisogno di un tetto sopra la nostra testa, di cibo, di
abbigliamento, di riscaldamento e così via. L’avere descrive
l’ottenere e il possedere oggetti. Compriamo, raccogliamo e
possediamo materiale e non, per vivere e vivere il più confortevolmente possibile.
Fromm distingue tra l’avere di carattere esistenziale e un
avere che va al di là di questo livello che lui chiama un avere
caratterologico. Per il primo nomina come esempio i nomadi
nel deserto, che sanno accontentarsi con un minimo di
avere per non compromettere la loro mobilità e libertà.
Il secondo tipo serve per migliorare ulteriormente la qualità
della vita, ma allo stesso tempo causa una crescente dipendenza del possessore dalle sue proprietà. Auto, casa o barca
richiedono cura e impegno. Il proprietario possiede gli oggetti, ma al tempo stesso è posseduto da loro.
L’avere si riferisce ad oggetti e trasforma in oggetto anche
ciò che è vivo. Se ho una famiglia, invece di essere una famiglia, c’è il rischio di considerare la famiglia come oggetto,
come mia proprietà.
Però cerchiamo di non fraintendere: senza un certo grado di
avere, ci saranno poche opportunità di vivere l’essere in
modo consapevole. Chi ha fame e sta sotto la pioggia, difficilmente può vivere consapevolmente ed esprimere se stesso.
Sazi e asciutti, siamo sicuramente più capaci di farlo.
Avere ed essere sono quindi da considerarsi complementari,
entrambi sono necessari per raggiungere gli obbiettivi importanti della vita. Perché, allora, Fromm formula la domanda
avere oppure essere? Avere certamente non è l’opposto di essere e l’uno non esclude l’altro! Avere ed essere non sono necessariamente nemici, ma rivali. Entrambe le modalità si
contendono il nostro tempo e la nostra energia. Il tempo che
investo per crearmi le infrastrutture della mia vita (modalità
avere)… mi mancherà per vivere la dimensione dell’essere.
Dalla rivoluzione industriale, la civiltà occidentale ha prodot-
MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 211
Minuten reduziert. Wir stellen fest, dass eine enorme Einsparung an Zeit und Energie stattgefunden hat. Diese Zeit
und Energie stehen uns heute zur Verfügung.
Wie nun soll dieser Gewinn an Zeit und Kraft genutzt werden? Frühere Generationen haben oft beklagt, dass es an
Zeit fehle, sich dem Schönen, dem Guten, der Liebe oder
dem Wissen zu widmen. Frei sein für das, was wirklich
zählt! Stattdessen mussten sie um das nackte Überleben
ringen.
Und heute, da wir von diesem Überlebenskampf befreit
sind? Nutzen wir diese gewonnene Zeit, um unseren
Menschheitstraum vom Leben im Sein zu verwirklichen?
Oder sind wir in der Phase des Habens steckengeblieben?
Soll ich immer mehr Objekte besitzen… und von ihnen besessen werden? Benötige ich wirklich ein weiteres Auto,
Haus oder Reisen?
Oder ist jetzt endlich die Zeit angebrochen, zu sein: Singen, Spielen, Meditieren, Lieben, Beten, Tanzen…? Wollen
wir wirklich unsere Sonntage opfern, um noch mehr zu arbeiten? Wollen wir auf der Ebene der Logistik unseres Lebens verharren? Oder schlimmer noch! Wollen wir die gewonnene Zeit durch blinde Geschäftigkeit und sinnlose Tätigkeiten »totschlagen«?
Fromm befindet, dass das menschliche Verlangen, ein Gefühl des Einseins mit anderen zu erleben, eine der stärksten Antriebskräfte des menschlichen Verhaltens darstellt.
Wir haben unsere ursprüngliche Einheit mit der Natur verloren. Um uns nicht vollkommen isoliert zu fühlen und
damit dem Wahnsinn zu verfallen, müssen wir eine neue
Einheit – mit unseren Mitmenschen und mit der Natur –
entwickeln. Lasst uns endlich aufsteigen in die Dimension
des Seins.
Haben und Besitzen hingegen sieht Fromm als eine Kraft,
die ihre Stärke dem biologisch verankertem Wunsch nach
Überleben verdankt. Aus der Existenz dieser beiden gegensätzlichen Anlagen in jedem Menschen ergibt sich, dass
wir selbst darüber entscheiden müssen, welches von beiden Potentialen wir bevorzugen und entwickeln wollen.
Wenn wir in der Existenzweise des Habens verharren, anstatt zum Sein weiterzugehen, besteht das Risiko, dass wir
Herz und Seele an Objekte hängen. Wir unterwerfen uns
den Objekten und werden von ihnen beherrscht. Wir laufen Gefahr, in diesen Götzendienst gezogen zu werden,
das goldene Kalb immer wieder neu zu erschaffen, ihm zu
dienen und es anzubeten.
Die Warnung des ersten Gebotes: »Du sollst keine anderen
Götter neben mir haben«, ist deshalb hochaktuell. Und im
neuen Testament?
Als Jesus das hörte, sagte er zu ihm: »Eines fehlt Dir noch:
Verkauf alles, was Du hast und verteile das Geld an die
Armen, so wirst Du bei Gott einen unverlierbaren Besitz
haben. Und dann komm und folge mir!« Als der Mann das
hörte, wurde er sehr traurig, denn er war überaus reich.
Jesus sah ihn so dastehen und sagte: »Wie schwer haben
es doch die Besitzenden, in die neue Welt Gottes zu kommen! Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein
Reicher in Gottes neue Welt.«
Welche Existenzweise sollte in unserem Leben dominieren, Haben oder Sein? Die wichtigsten Ziele unseres Lebens erreichen wir in der Dimension des Seins oder des
Habens?
Ralf Ruffmann, Mailand
to beni e ricchezze, che prima erano inimmaginabili. Le carestie sono scomparse negli ultimi 100 anni in Europa. Vi è abbondanza di cibo, molti di noi vivono nella propria casa e c’è
una ricchezza di tempo libero, che solo 60 anni fa nessuno
poteva minimamente immaginare. Molto avere è stato creato! Processi di lavoro che in passato richiedevano ore, si sono
ridotti a minuti. Quindi una enorme quantità di tempo ed
energia personale sono stati salvati ed ora sono disponibili.
Come, allora, questi guadagni di tempo e di energia sarebbero da utilizzare? Le generazioni precedenti si sono spesso
lamentate del fatto che non c’era tempo da dedicare al
bello, al buono, all’amore oppure al sapere. Essere cioè liberi per ciò che veramente conta! Loro invece dovevano lottare per la sopravvivenza.
E noi oggi, che non siamo più costretti a lottare? Lo usiamo
questo tempo guadagnato per realizzare il sogno di una vita
nella dimensione dell’essere? O siamo rimasti bloccati nella
fase dell’avere? Devo veramente possedere sempre più oggetti ... e venir ossessionato da loro? Ho davvero bisogno di
un’altra casa, un’altra macchina o un altro viaggio?
Oppure è finalmente arrivato il tempo per vivere l’essere:
cantare, suonare, meditare, giocare, pregare, amare, ballare? Vogliamo davvero sacrificare le nostre domeniche per lavorare di più? Vogliamo interessarci solo della logistica della
nostra vita? O peggio! Vogliamo «ammazzare» il tempo
guadagnato con mera indaffaratezza?
Fromm costata che l’aspirazione umana a vivere in unione
costituisce uno dei moventi più importanti del comportamento di tutti noi. Abbiamo perso la nostra originaria unità con
la natura! Per non sentirci completamente isolati, cosa che ci
condannerebbe alla follia, dobbiamo trovare una nuova
unione sia con i nostri simili che con la natura. Vogliamo finalmente salire alla dimensione dell’ essere!
L’avere e il possedere invece, secondo Fromm, in ultima analisi devono la propria forza a un fattore biologico: il desiderio
di sopravvivere. Da queste due aspirazioni contraddittorie,
presenti in ogni essere umano, deriva che siamo chiamati
noi a decidere quale potenziale vogliamo privilegiare e coltivare.
Se rimaniamo nella modalità esistenziale dell’avere invece di
proseguire all’essere, corriamo il rischio di legare anima e
cuore ad oggetti. Ci sottomettiamo agli oggetti e subiamo il
loro dominio. Rischiamo di venir trascinati in questa idolatria, di creare il vitello d’oro, di servirlo e di venerarlo. L’avvertimento del primo comandamento: «Non avrai altri dèi
oltre a me», è quindi di una attualità bruciante.
Così nell’Antico Testamento, e nel Nuovo Testamento?
Udito ciò, Gesù gli disse: «Una cosa ancora ti manca: vendi
tutto quello che hai, distribuiscilo ai poveri e avrai un tesoro
nei cieli; poi vieni e seguimi». Ma quegli, udite queste parole, divenne assai triste, perché era molto ricco. Quando Gesù
lo vide, disse:
«Quant’è difficile, per coloro che possiedono ricchezze, entrare nel regno di Dio. È più facile per un cammello passare
per la cruna di un ago che per un ricco entrare nel regno di
Dio!».
Quale modalità esistenziale dovrebbe dominare la nostra
vita: Avere oppure Essere? Gli obbiettivi più importanti
della nostra vita si raggiungono nella dimensione dell’essere o in quella dell’avere?
Ralf Ruffmann, Milano
Traduzione: Elisabetta Mattei
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Warum Protestant?
Perché protestante?
Weithin steinig war der fast 500 Jahre lange Weg der
Evangelischen Kirche in Österreich – umso wertvoller ist
es ProtestantInnen jetzt, seit 1961 als »freie Kirche in
einem freien Staat« zu leben…
Per lo più irto di ostacoli è stato il lungo cammino di quasi
500 anni della Chiesa Evangelica in Austria – tanto più prezioso è per i protestanti ora vivere dal 1961 come «libera Chiesa in libero Stato»…
Jörg Mauthe, Stadtrat und Schriftsteller, antwortet in seinem
letzten Buch »DEMNÄCHST oder Der Stein des Sisyphos« seinem Sohn Philipp auf die Frage »Warum hast du so viel Wert
darauf gelegt, Protestant zu sein? Und dass auch wir welche sind?« Und Mauthe antwortet ihm mit einem Hinweis auf die Geschichte und sagt dann: »Es wäre
ihnen besser gegangen, wenn sie sich angepasst,
auf Priester statt auf Pastoren gehört, wenn sie sich
eine andere Sprache zugelegt hätten. Das haben
sie nicht getan, und wozu hätten sie all das auf
sich genommen, würdet ihr, meine Söhne, es
jetzt abstreifen, mehr oder weniger leichthin,
weil so was heute ja keine große Rolle mehr
spielt und die Frage, ob das Abendmahl in dieser
oder jener Form verabreicht werden sollte, ja
wirklich ein fast schon skurriler Anachronismus
ist? Ihr würdet das Leid und die Hoffnung und die
Erduldungen unserer Vorfahren im Nachhinein
sinnlos machen und ein Muster aus dem Teppich
der Geschichte tilgen.«
Die Muster im Teppich der Geschichte: Zuerst mit und
nach der Reformation ein blühendes Kirchenwesen,
dann ab 1576 zwei Jahrhunderte, also 4 oder 5 Generationen Gegenreformation, erst ab 1781-83 die Toleranzpatente:
Duldung. Am Fleischmarkt in Wien, gegenüber dem Griechenbeisl, ist auf dem Haus Nr. 18 über dem dritten Stock die folgende Inschrift zu sehen: »Vergänglich ist dies Haus, doch Josephs
Nachruhm nie. Er gab uns Toleranz, Unsterblichkeit gab sie!«
Endlich konnten die »Akatholiken«, Lutheraner und Reformierte,
endlich konnten sie wieder den »richtigen« Gottesdienst feiern,
ohne dafür verfolgt, bestraft, deportiert, getötet zu werden.
Endlich frei, endlich wieder den Gottesdienst, endlich wieder
Abendmahl mit Brot und Wein, die Wegzehrung ins Himmelreich!
Es war freilich eine kleine Freiheit: Erlaubt waren nur Privatgottesdienste, Bethäuser mussten sich unscheinbar in das Stadtbild
einfügen, Zugang zum Betsaal nur über den Hof, kein Turm,
keine Glocken. Am Haus Nr. 18 in der Dorotheergasse, der Lutherischen Stadtkirche, ist das heute noch zu sehen: Zugänge
nur über die Seitenhöfe rechts und links. Aber: Sie haben nicht
aufgegeben, diese Protestanten. Viele waren 1848 bei der Revolution mit dabei. Mit dem Protestantenpatent von 1861 haben
sie (fast) volle Gleichberechtigung erreicht. Das wurde überall
gefeiert, endlich konnte sich die Evangelische Kirche entfalten.
Allerdings die staatliche Genehmigung war erforderlich für die
Gründung von Gemeinden, den Kirchenbau, die Errichtung von
Schulen, die Bestellung von Pfarrern, von Senioren und Superintendenten und für die Einberufung der Synoden und der Generalsynode.
Erst 1961 hat das Protestantengesetz von Heinrich Drimmel die
volle Freiheit gebracht, die freie Kirche im freien Staat. Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte, ein überall anerkanntes Erfolgsmodell, dieser Geschichtsteppich, ein Grund zum Feiern allemal.
Mit einem solchen Teppich kann man Verschiedenes tun:
Man kann sagen: »Alles passt« und ihn ins Museum hängen.
Man kann auch trefflich darauf schlafen. Besserwisser können
Jörg Mauthe, assessore e scrittore, nel suo ultimo libro «PROSSIMAMENTE o la pietra di Sisifo» risponde alla domanda di
suo figlio Filippo: «Perché è stato così importante per
te essere protestante? E che anche noi lo fossimo?»
Mauthe replica con un riferimento storico e afferma: «Le cose sarebbero loro andate meglio se si
fossero adattati, se avessero ascoltato i preti
invece che i pastori, se avessero imparato
un’altra lingua. Questo non l’hanno fatto, e
a quale scopo si sarebbero fatti carico di
tutto questo se adesso voi, i miei figli ve ne
doveste liberare, più o meno come se niente fosse, perché ciò oggi non ha più importanza e la questione se la Santa Cena
venga somministrata in questo o in quel
modo rappresenta quasi un anacronismo
bizzarro? Rendereste inutili a posteriori la
sofferenza e la speranza e le sopportazioni
dei nostri antenati e cancellereste un disegno
del tappeto della storia.»
I disegni nel tappeto della storia: prima un fiorire della Chiesa, con e dopo la Riforma, seguito
dopo il 1576 da due secoli, quindi 4 o 5 generazioni,
di Controriforma, solo a partire dal 1781-83 la patente di
tolleranza: tolleranza, quindi. Al mercato della carne di Vienna, di fronte al Griechenbeisl, al terzo piano della casa al n.
18 si legge la seguente scritta: «Questa casa è effimera, ma
non la gloria postuma di Giuseppe. Ci ha dato la tolleranza,
che gli ha reso l’immortalità!» Finalmente gli «acattolici», i luterani e i riformati, potevano celebrare il culto «giusto»,
senza essere perseguitati, puniti, deportati, uccisi per questo:
finalmente liberi, finalmente di nuovo il culto, finalmente di
nuovo la Santa Cena con pane e vino, il viatico per il regno
dei cieli!
Era naturalmente una piccola libertà: erano permessi culti privati, i luoghi di preghiera dovevano inserirsi in maniera anonima nell’immagine cittadina, l’accesso alla sala di preghiera
era solo attraverso il cortile, niente campanili, né campane. Al
n. 18 della Dorotheergasse, dove si trova la Chiesa luterana
della città, lo si può vedere ancora oggi: gli accessi sono solo
dai cortili laterali a destra e sinistra. Ma questi protestanti
non hanno rinunciato. Molti hanno partecipato alla rivoluzione del 1848. Con la patente dei protestanti del 1861 hanno
ottenuto l’equiparazione (quasi) totale. Si è festeggiato ovunque, finalmente la Chiesa evangelica poteva svilupparsi.
Tuttavia era necessario il permesso statale per fondare delle
comunità, costruire chiese e scuole, nominare pastori, decani
e sovrintendenti, per convocare Sinodi e il Sinodo generale.
Soltanto nel 1961 la legge sui protestanti di Heinrich Drimmel
ha portato la piena libertà, la libera Chiesa in libero Stato.
Un’incredibile storia di successo, un modello vincente riconosciuto ovunque, questo tappeto della storia, un motivo
senz’altro per festeggiare.
Con un tappeto simile si possono fare diverse cose: si può dire:
«va tutto bene» e attaccarlo in un museo. Ci si può anche
dormire sopra in maniera eccellente. Dei saccenti possono
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verlangen, dass Manches umgewebt werden muss, dass andere Quasten dran müssen - man nennt das »Änderung der
Kirchenverfassung«. Zugegeben, manche Muster sind noch
nicht ganz fertig, noch sind in den Synoden viel zu wenig
»Laien«, da gehören deutlich mehr hinein. Jedenfalls aber
kann man, können wir, ihn auch als fliegenden Teppich verwenden, als Ausgangsbasis für die Zukunft: Wahlen stehen
an, Besatzungen für den Teppich werden gebraucht! Der
Teppich, das Webmuster unserer Geschichte, gibt dazu Mut,
also auf!
MMag. Robert Kauer jun. ist evangelischer Theologe und
Jurist und war bis 2006 juristischer Oberkirchenrat der
Evangelischen Kirche in Österreich.
Quelle: Magazin »Evangelisches Wien«,
Ausgabe September 2011, Seite 6/7
Und wenn er wirklich
wiederkäm‘
pretendere che qualcosa debba essere tessuto di nuovo, che
altri debbano porvi mano, questo viene chiamato «modifica
dello statuto della Chiesa». Ammettiamo che alcuni disegni
non sono ancora del tutto finiti, nei Sinodi ci sono ancora
troppo pochi «laici», ce ne vogliono molti di più. Tuttavia si
può, possiamo utilizzarlo anche come tappeto volante, come
base di partenza per il futuro: ci sono le elezioni, abbiamo bisogno di equipaggio per il tappeto! Il tappeto, la trama della
nostra storia ci infonde coraggio, allora andiamo!
MMag. Robert Kauer jun. è teologo evangelico e giurista e
fino al 2006 è stato Oberkirchenrat giuridico della Chiesa
Evangelica in Austria.
Fonte: Rivista «Evangelisches Wien»,
Edizione settembre 2011, pag. 6/7
Traduzione: Maria Clara Finetti
E se tornasse
veramente
Und wenn er wirklich wiederkäm’
Und wär’ nicht so wie wir,
hätt’ and’re Haut und and’res Haar
als unsre Leute hier.
E se tornasse veramente
e non fosse come noi,
se avesse la pelle e i capelli
diversi da quelli della nostra gente.
Wer gäbe ihm zuerst die Hand
Und wollte mit ihm gehen,
und auch in seiner schwersten Nacht
noch immer zu ihm stehn?
Chi gli darebbe per primo la mano
e vorrebbe seguirlo
e rimanere al suo fianco
anche nella sua notte più buia?
Wer würde ohne Zweifel ihm
Und seinem Wort vertrau’n,
und reinen Herzens, wie ein Kind,
in seine Augen schau’n?
Chi crederebbe senz’alcun dubbio
alle sue parole,
e con il cuore puro, come quello di un bambino,
lo guarderebbe negli occhi?
Und wenn er wirklich wiederkäm’,
zu uns auf diesen Stern,
er wär’ doch auch, wie eh und je,
unendlich nah – und fern.
E se tornasse veramente
da noi su questa stella,
sarebbe come sempre
infinitamente vicino e lontano.
Advent – Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten, jedes Jahr
aufs Neue. Und letztes Jahr, auf der CD meiner Kinder mit Liedern von Rolf Zuckowski, dieses… und wenn er wirklich wiederkäm? - Die Wiederkunft Christi, die wir als Christen ja alle erwarten, habe ich mir doch immer anders vorgestellt, nie mit
Weihnachten in Verbindung gebracht. Klar, hier fängt es an,
ein kleines Kind in Betlehem, und zieht sich durch unser Kirchenjahr bis nach Ostern und weiter. Aber ein Fest für die Wiederkunft gibt es nicht – die steht ja auch noch aus.
Und wenn er wirklich wiederkäm – in der Adventszeit, zu Weihnachten, und wär nicht so wie wir? Kein Europäer, sondern einer
von den vielen Flüchtlingen, die dieses Land und andere überfluten. Dunkelhäutig, anderssprachig, fremd. Nicht das niedliche Kind in der Krippe, das leise lächelt – sondern der unheimliche Fremde, der uns Angst macht, nur weil er anders ist. Der
nicht lächelt, sondern uns in Frage stellt. Den wir gar nicht verstehen, weil er unsere Sprache ja nicht gelernt hat.
Avvento – Tempo di prepararsi al Natale, ogni anno di
nuovo. L’anno scorso nel CD dei miei figli con le canzoni di
Rolf Zuckowski, ascoltavamo questa canzone…e se tornasse veramente? Il ritorno di Cristo, che noi tutti in
quanto cristiani ci aspettiamo, me lo sono immaginato in
maniera diversa, non l’ho mai associato al Natale. Certo
qui inizia con un neonato a Betlemme e continua con l’anno liturgico fino a Pasqua. Ma non c’è una festa per il ritorno, manca ancora.
E se tornasse veramente – nel periodo dell’Avvento, a Natale, e non fosse come noi? Non fosse un europeo, ma uno dei
molti profughi che invadono questo ed altri paesi. Con la
pelle scura, che parla un’altra lingua, straniero. Non il neonato carino che sorride nella culla, ma lo straniero inquietante, che ci fa paura, solo perché è diverso. Che non sorride ma ci pone delle domande. Che non capiamo, perché
non ha imparato la nostra lingua.
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Wer gäbe ihm zuerst die Hand und wollte mit ihm gehen – Nachfolge auch anders, in den Sprachkurs begleiten, die Ämter abklappern, viel Zeit investieren, um eine Zukunft zu eröffnen für diesen Fremden. Essen einkaufen, zusammen kochen und essen,
einfach mal da sein und sich kümmern.
Wer wollte auch in seiner schwersten Nacht noch immer zu ihm
stehn? Karfreitag ist oft gar nicht so weit von Weihnachten entfernt, aber wir denken es nicht zusammen. Nicht nur der Flüchtling und Fremde fühlt sich allein – so viele Menschen in unserer
nahen Umgebung, selbst in unseren Familien, fühlen gerade in
dieser Zeit, wo alle zusammen rücken, die Einsamkeit noch
schwerer als sonst. Die Sterberate steigt….
Chi gli darebbe per primo la mano e vorrebbe seguirlo – Seguirlo anche in maniera diversa, accompagnarlo al corso di lingua, fare il giro degli uffici, investire molto tempo ed aprire un
futuro a questo straniero. Fare la spesa, cucinare e mangiare
insieme, semplicemente esserci e prenderci cura di qualcuno.
Chi vorrebbe rimanere al suo fianco anche nella sua notte
più buia? Il Venerdì Santo spesso non è così lontano dal Natale, ma non lo associamo. Non solo il profugo e lo straniero si
sentono soli, ci sono così tante persone vicino a noi, anche
nelle nostre famiglie, che proprio in questo periodo, dove tutti
si avvicinano l’uno all’altro, sentono ancora di più la solitudine.
Il tasso di mortalità aumenta….
Na ja, sagen Sie jetzt
Beh, forse direste voi,
vielleicht – wenn es Jesus
se fosse Gesù, allora
wäre, dann würde ich
lo riconoscerei e lo
ihn schon erkennen und
guarderei
negli
ihm in die Augen schauocchi, lo seguirei e
en, mit ihm gehen und
sentirei la gioia della
die Freude seiner Gesua presenza. Gesù
genwart spüren. Jesus ist
non è uno straniero,
doch kein Fremder, wir
lo seguiamo da anni,
folgen ihm seit Jahren,
ci prepariamo alla
bereiten uns auf ihn vor
sua venuta e sentiaund spüren seine Gemo la sua presenza
genwart in besonderen
in momenti particoMomenten.
lari.
»Denn ich bin hungrig
«Poiché ebbi fame e
gewesen, und ihr habt
mi deste da mangiamir zu essen gegeben.
re, ebbi sete e mi
Ich bin durstig gewesen,
deste da bere; fui found ihr habt mir zu trinrestiero e mi accoken gegeben. Ich bin ein
glieste. (…)
Fremder gewesen, und
Tutte le volte che
ihr habt mich aufgel'avete fatto ad uno
nommen. (…) Was ihr
di questi miei minimi
getan habt einem von
fratelli, l'avete fatto
diesen meinen geringsa me». Così è scritto
ten Brüdern, das habt
in
Matteo
25,
ihr mir getan.« So steht
35+40a.
es in Mt. 25, 35+40a.
Non è proprio un
Eigentlich kein weihtesto natalizio, epnachtlicher Text – und
pure:
dennoch:
Se tornasse veraWenn er wirklich wiedermente, se ci fosse vikäm, uns ganz nah auf
cinissimo? Apriremmo la porta, spalanden Leib rückte? MaErkennst Du Jesus? / Riconosci Gesù? By GospelMath
cheremmo i portoni
chen wir die Tür auf, die
per farlo entrare?
Tore weit, um ihn einzuQuanto mi faccio avvicinare da Gesù, lo faccio entrare nella
lassen? Wie nah lass ich Jesus an mich ran, lass ich ihn in mein
mia vita, affinché possa prendere forma per trasformare me
Leben ein, damit er darin Gestalt annehmen kann, um mich
e il mio quotidiano?
und meinen Alltag zu verwandeln?
Quando quest’anno durante l’Avvento sentirò questa canzoWenn ich dieses Jahr im Advent fast täglich dieses Lied höre
ne quasi ogni giorno (perché i miei figli amano questo CD),
(denn meine Kinder lieben die CD), dann werden mich diese
allora mi porrò nuovamente queste domande.
Fragen wohl auch wieder begleiten.
A Natale festeggiamo l’incarnazione di Dio, un miracolo,
An Weihnachten feiern wir die Menschwerdung Gottes, ein
magnifico e grandioso che rappresenta allo stesso tempo
Wunder, herrlich und großartig, und zugleich den Anspruch
l’esigenza di Dio di avvicinarsi a noi. Ci vuole accompagnare
Gottes, uns damit ganz nah zu kommen. Durch Höhen und
negli alti e bassi, affinché anche noi possiamo diventare acTiefen will er uns begleiten, damit auch wir zu Begleitern von
compagnatori di chi ne ha bisogno. In questo senso auguro a
denen werden können, die es nötig haben. In diesem Sinne
tutti noi un Buon Natale, in cui Gesù, nostro Signore, possa
wünsche ich uns allen ein gesegnetes Weihnachtsfest in dem
avvicinarsi molto a noi.
uns Jesus, unser Herr, ganz nahe kommen möge.
Pastora Kirsten Thiele, Cagliari
Pastorin Kirsten Thiele, Cagliari
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BLICK ÜBER DEN TELLERRAND • NON SOLO NOI
Das MOO-Projekt
Il progetto MOO
Durch Pastorin Maike Bendig, die bis zum Sommer 2011
in den ELKI-Gemeinden Genua und Sanremo tätig war,
wurden wir auf ein Jugendprojekt aufmerksam, das auch
für unsere Großstadtgemeinden zur Nachahmung in
Frage kommen könnte.
La pastora Maike Bendig, attiva nelle comunità della CELI di
Genova e Sanremo fino all’estate del 2011, ci ha segnalato un
progetto giovanile che potrebbe essere ripreso anche dalle nostre comunità nelle grandi città.
Im März 2011 gewinnt ein Jugendprojekt, in dem sich junge
Menschen um gesellschaftliche Außenseiter kümmern, den
»Lübecker Ehrenamts-Oscar«, den Förderpreis der Rotary-Stiftung für »Beispielhaftes jugendliches Ehrenamt«. Drei große
weiße Buchstaben stehen auf der Rückseite ihrer braunen Jacken: »M-O-O«... MOO steht für »Menschen ohne Obdach«,
ein Jugendprojekt der ev.-luth. Kirchengemeinde in St. Jürgen
in Kooperation mit der Vorwerker Diakonie, das es bereits seit
März 2005 gibt. Insgesamt 18 Jugendliche bzw. junge Erwachsene von 14 bis 22 Jahren aus St. Jürgen sind im sozial-diakonischen Bereich der Wohnungslosenhilfe ehrenamtlich tätig.
Jeden zweiten Montag trifft sich das Jugendteam zum sogenannten »Montagstreff« in der Zentralen Beratungsstelle für
Wohnungslose (ZBS). Dort wird mit Mitarbeitern des Hauses
unter der Leitung von Udo Blankenstein, zuständig in St. Jürgen
für die Kinder- und Jugendarbeit, und unter Mithilfe der Besucher des Montagstreffs ein gemeinsames Essen zubereitet.
Neben dem Aspekt der frischen und gesunden Zubereitung
einer Mahlzeit steht vor allem das gemeinschaftlich-kommunikative Tun zwischen Jugendlichen und Menschen in Armut im
Mittelpunkt. Gemeinsam wird mit den zwischen 25 und 45
Gästen des Montagstreffs das Essen begonnen, wobei die Jugendlichen am Tresen der Eingangshalle das Essen und Getränke ausgeben.
Bei Tisch ergeben sich weitere Gespräche untereinander. Die
Wahrnehmung der jeweils unterschiedlichen Lebenswelten beeindruckt Jugendliche sowie Hilfesuchende gleichermaßen, mit
dem Resultat, dass trotz aller Verschiedenheit das Gemeinsame
entdeckt wird. (…) In diesem Jugendprojekt müssen keine Themen künstlich aufbereitet werden, die Fragen an das Leben,
und den Sinn allen Strebens, Fragen, die jeden Heranwachsenden beschäftigen, stellen sich im MOO-Projekt durch die Begegnung mit Menschen, die die Schattenseiten im Leben nur
zu gut kennen. Und auch der Tod des Stammgastes Olli, der im
Winter 2010 in einem Straßengraben erfroren aufgefunden
wurde, hat neben der Trauer und Bestürzung im Team zu vielen
Gesprächen über Leben und Tod und unser Verhältnis zu den
Montagstreff-Besuchern geführt.
Ein zweimal im Jahr stattfindender Supervisionstag unter professioneller Anleitung dient den Jugendlichen des Projektes
dazu, ihre Erlebnisse zu reflektieren, eigene Ängste oder Probleme wahrzunehmen und an Lösungen zu arbeiten. (…) Seit
September 2008 wird der Montagstreff auch von Konfirmanden der St.-Jürgen-Gemeinde freiwillig besucht und unterstützt. Die 13-14jährigen profitieren dabei ebenfalls von den
positiven Erfahrungen und werden behutsam an die Themenfelder »Armut«, »Wohnungslosigkeit« und »Diakonische Arbeit«
herangeführt. Aus dem vergangenen Jahrgang blieben gleich
zehn Konfirmierte dem MOO-Projekt als Teamer erhalten!
Quelle: www.moo-projekt.de
Gekürzt von Sabine Wolters
A marzo del 2011 un progetto giovanile in cui i giovani si
occupano di emarginati sociali ha ricevuto l‘«Oscar del volontariato di Lubecca» il premio di sostegno della fondazione Rotary per il «volontariato giovanile esemplare». Sul retro
delle loro giacche marroni si stagliano tre grandi lettere
bianche: «M-O-O»... MOO è l’acronimo di «Menschen ohne
Obdach», «persone senza tetto», un progetto giovanile della
comunità ecclesiastica evangelica luterana di St. Jürgen in
cooperazione con il lavoro diaconico che esiste già dal
marzo 2005. 18 in totale fra ragazzi e giovani adulti di St.
Jürgen dai 14 ai 22 anni fanno lavoro di volontariato nel
campo sociale diaconico dell’aiuto ai senza tetto. Ogni due
lunedì il gruppo di giovani si incontra per il cosiddetto «incontro del lunedì» nel consultorio centrale per i senza tetto.
Lì, insieme ai collaboratori del centro e sotto la direzione di
Udo Blankenstein, responsabile a St. Jürgen del lavoro con i
bambini ed i giovani e con l’aiuto dei partecipanti all’incontro del lunedì viene preparato un pasto comune. Accanto all’aspetto positivo della preparazione di un pasto fresco e
sano al centro dell’attenzione si pone soprattutto la comunicazione fra i giovani e le persone in condizioni di povertà.
Insieme agli ospiti dell’incontro del lunedì, in numero da 25
a 45, si inizia il pranzo, con i giovani che distribuiscono i
pasti e le bevande al bancone della sala d’ingresso.
A tavola si continua a parlare. La percezione delle vite diverse colpisce allo stesso modo sia i giovani che gli ospiti, con il
risultato che nonostante tutte le diversità si scoprono le cose
in comune. (…) In questo progetto giovanile non c’è bisogno di trattare artificialmente dei temi, le questioni riguardanti la vita e il senso di ogni ricerca, le questioni che si
pone ogni giovane nel progetto MOO vengono affrontate
attraverso l’incontro con persone che conoscono fin troppo
bene la parte oscura della vita. Anche la morte del nostro
ospite fisso Olli, che nell’inverno del 2010 è stato trovato
morto assiderato in un fosso, accanto al lutto e allo sgomento ha sollevato nel gruppo molte questioni sulla vita e sulla
morte, e sul nostro rapporto con i partecipanti all’incontro
del lunedì.
Una giornata di supervisione con cadenza semestrale e
sotto una guida professionale serve ai giovani del progetto
per riflettere sulle loro esperienze, percepire alcune paure o
problemi e lavorare alle soluzioni. (…) Da settembre del
2008 l’incontro del lunedì viene seguito volontariamente e
sostenuto anche dai confirmandi della comunità di St.-Jürgen. I ragazzi di 13 e 14 anni approfittano anche delle
esperienze positive e vengono avvicinati con delicatezza ai
temi della «povertà», dei «senza tetto» e del «lavoro diaconico». Ben dieci confermandi dell’anno scorso sono rimasti
anche quest’anno nel gruppo del progetto MOO!
Fonte: www.moo-projekt.de
Accorciato da Sabine Wolters – Traduzione: Maria Clara Finetti
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Einige Stimmen der MOO-Teamer:
Alcune voci del gruppo MOO:
Anne: Ich finde es gut, wenn man in seiner Freizeit etwas Sinnvolles unternimmt; und anderen Menschen zu helfen, finde ich
wichtig. Dementsprechend fahre ich jedes Mal nach der Schule
von Bad Segeberg aus, was 7, 8 Euro hin- und zurück kostet, mit
dem Bus nach Lübeck, da ich es anders zeitlich nicht hinbekommen würde. Dies ist zwar ein langer Tag, da ich schließlich von 620 Uhr unterwegs bin, aber ich habe das Gefühl, dass mir die investierte Zeit und das Geld wieder zurückgegeben wird, wenn
ein »Obdachloser« zu mir »danke« sagt. Manchmal sind unsere
Besucher auch etwas aggressiv und nicht sehr freundlich, was
wahrscheinlich an ihrer Lebenssituation liegt, und darum nehme
ich es auch nicht persönlich. Das heißt: ich mache weiter! (solange es mir die Schule erlaubt)
Basti: Es bringt einen menschlich ungemein weiter, da man mal
‘nen anderen Eindruck von der Welt bekommt, und man merkt,
dass es einem doch ganz schön gut geht... Und dass man den
Tag nutzen sollte wie er ist, und die alltäglichen
Meckereien und Frustrationen einfach mal hinter
sich lässt.
Daniel: Besonders toll finde ich die Verknüpfung
von so vielen Sachen. Wir kochen, wir bringen
Jung und Alt zusammen, wir schaffen Kontakt
zwischen Gruppen, die sonst nie Unterhaltung
führen würden. Es ist das Ganze, was uns voran
bringt, nicht nur für die Jugendlichen, sondern
auch für die Besucher.
Laura: Das MOO-Projekt bringt mich mit Leuten
zusammen, bei denen ich mich nicht getraut
hätte, sie auf offener Straße anzusprechen. Es
bietet die Begegnung mit Menschen, die es mir
wert sind, mich jede Woche aufs Fahrrad zu
schwingen und mit Vorfreude loszufahren. Außerdem ist die Live-Musik von Mathias tausendmal besser als Musik aus der Anlage.
Leo: Ich sehe jetzt wirklich den Menschen hinter
seinem Äußeren. Das hat mich sehr beeindruckt.
Lisa Marie: Wenn man erst mal mit ihnen ins
Gespräch kommt, merkt man, dass sie manchmal sogar die gleichen Interessen haben wie
man selbst. Außerdem habe ich gemerkt, dass
der Weg in die Obdachlosigkeit viel schneller
gehen kann, als ich vermutet habe. Die Besucher
sind alle immer freundlich, auch wenn manche
aufgrund von Drogen-/Alkoholproblemen ein wenig neben der
Spur sind. Es scheint auch viele Freundschaften und Bekanntschaften unter den Besuchern zu geben.
Lisabeth: Zwar kann man nicht das Leben der Armen und Obdachlosen retten, aber mit einem warmen Essen und einem Gespräch tut man schon was Gutes.
Marisa K.: Die Geschichten der Menschen, die ganz unten sind,
zu hören und zu verstehen, haben mir dabei geholfen, meine
Vorurteile zu überwinden.
Robert: Es sind »Menschen wie du und ich«, die im Leben vielleicht einfach an einer Stelle mal ziemliches Pech hatten. Da sind
dann auch mal sehr niederschmetternde Geschichten dabei.
Und immer wieder ist auch von Sucht die Rede. Da denke ich mir
dann schon:»Trink bloß nicht so viel Alkohol und lass die Finger
von den Drogen, du siehst, wohin das führen kann«. Das beschäftigt mich schon, und es ist gut, dass wir da im Team auch
immer nochmal drüber sprechen, was wir so gehört und erlebt
haben mit den Besuchern.
Anne: Penso che sia un bene fare qualcosa di sensato durante il
proprio tempo libero e penso che sia importante aiutare delle persone. Per questo dopo la scuola vado con il bus da Bad Segeberg a
Lubecca, il biglietto di andata e ritorno mi costa 7, 8 Euro, dato che
in altro modo non riuscirei a fare in tempo. È una lunga giornata,
perché in fin dei conti sono in giro dalle 6 alle 20, ma ho la sensazione che mi vengono ridati indietro sia il tempo che i soldi investiti quando un «senza tetto» mi dice «grazie». A volte le persone
sono anche aggressive e non molto gentili, il che dipende forse
anche dalla loro situazione di vita e per questo non me la prendo in
maniera personale. Ciò significa: vado avanti! (finché la scuola me
lo permette)
Basti: Dal punto di vista umano ti porta moltissimo avanti, dato
che ti fai un’altra idea del mondo, rendendoti conto che, dopotutto, siamo dei privilegiati. … e poi capisci che dovresti prendere la
giornata così come viene, lasciando perdere tutte le solite lamentele e frustrazioni.
Daniel: Trovo particolarmente
positiva l’associazione di così
tante cose. Cuciniamo, mettiamo in contatto i giovani con
gli anziani, facciamo incontrare gruppi che altrimenti non si
parlerebbero mai. È il tutto che
ci porta avanti, non solo noi
giovani, ma anche gli ospiti.
Laura: Il progetto MOO mi
mette in contatto con persone
con cui non avrei mai avuto il
coraggio di parlare per strada.
Mi permette di incontrare persone a cui tengo e ogni settimana inforco con gioia la bicicletta per raggiungerli. Inoltre
la musica dal vivo di Mathias è
mille volte meglio della musica
trasmessa da un impianto.
Leo: Vedo finalmente la persona dietro la sua apparenza.
Questo mi ha molto colpito.
Lisa Marie: Quando si inizia a
parlare con loro si nota che a
volte hanno persino i nostri
stessi interessi. Inoltre ho notato che il percorso per diventare un
senza tetto può essere molto più veloce di quanto abbia supposto.
Gli ospiti sono sempre gentili, anche se alcuni a causa di problemi
legati all’alcool e alle droghe sono un po‘ sconvolti. Sembra che ci
siano anche molte amicizie e conoscenze fra gli ospiti.
Lisabeth: Anche se non posso risolvere la vita dei poveri e dei senza
tetto, con un pasto caldo e una chiacchiera si può già fare qualcosa di buono.
Marisa K.: Ascoltare e capire le storie di quelli che si trovano in
basso mi ha aiutato a superare i miei pregiudizi.
Robert: Sono «persone come noi» che nella vita forse semplicemente a un certo punto hanno avuto abbastanza sfortuna. A volte ci
sono anche delle storie molto sconvolgenti. Molto spesso si tratta di
dipendenze. Allora penso: «Non bere cosi tanto alcool e lascia stare
le droghe, perché vedi dove possono portare». Questo mi fa riflettere ed è un bene parlarne anche nel gruppo, di quello che abbiamo
sentito e sperimentato con gli ospiti.
Traduzione: Maria Clara Finetti
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»Hohes Alter bei guter
Gesundheit ist eine Gnade.
Haben Sie über eine
Patientenverfügung
nachgedacht, falls das Leben
für Sie anders verlaufen sollte
als gewünscht?«
«Riuscire ad arrivare ad un‘età
avanzata in buona salute
rappresenta una grazia del
Signore.
Avete già considerato il
testamento biologico se la vostra
vita andasse diversamente di
quanto avevate programmato?»
FRAUENNETZWERK • LA RETE DELLE DONNE
Enzner-Probst, Brigitte /Ladner, Gertraud (Hg.)
FrauenKirchenKalender 2012
256 Seiten Paperback 10 x 16,5 cm
€(D): 9.90 €(A): 10.20 sFr: 14.90
ISBN 978-3-532-62716-7
1. Auflage Mai 2011
• Spirituelle Begleitung für das ganze Jahr
• Ökumenisch ausgerichtet
• Ein attraktives Geschenk für Mitarbeiterinnen in der Gemeinde
Gotteslehrerinnen sind das Thema des FrauenKirchenKalenders 2012 – haben doch Frauen aller Zeiten wie Diotima,
die Wüstenmütter, die Frauen von Port Royal, Elisabeth
Schmitz, Niki de Saint Phalle und Mary Daly ihre eigenen
Zugänge zu Gott auch anderen vermittelt. Die Biografien,
Segenstexte, Gebete, Rituale, Gedichte und Impulse in diesem Kalender, aber auch politische Informationen laden ein,
einen persönlichen Zugang zu Gott zu finden. Ein attraktiver Taschenkalender, der das ganze Jahr über immer wieder
Kraft und Weisheit schenkt.
»Dieser Kalender ist im Frauennetzwerk eine kleine Institution.
Er bietet eine Fülle von Adressen, beinhaltet den liturgischen
Alternativleseplan und hat immer ein (Frauen)Jahresthema.«
Gisela Salomon,
Nationalreferentin des Frauennetzwerks.
Liebe Frauen, liebe Schwestern,
während unserer Jahrestagung in Augsburg vom 20.-23. Februar hat unsere Mitgliedsfrau PD Dr. Brigitte Enzner-Probst für
den FrauenKirchenKalender geworben. Der FrauenKirchenKalender feierte in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen mit
einem Festakt am Samstag, dem 19.3.2011, in München.
Das Gute: frau muss nicht nachdenken, was sie im letzten
Jahr geschenkt hat. Der Kalender kommt jedes Jahr neu!!
Cornelia Schlarb,
Theologische Referentin bei der Evangelischen Frauenarbeit
in Deutschland in Frankfurt am Main, seit 2009 Koordinatorin
des Studiengangs »Intercultural Theology« an der Georg-August-Universität Göttingen
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Die rätselhaften
Frauen der Reformationszeit
Als die Bibliothekarin Adelheid M. gerade ein Werk über die
Reformation vom Regal holen wollte, fielen ihr einige lose
Blätter und Bilder entgegen. »Wenn ich nur wüsste, welches
Bild zu welcher Lebensgeschichte gehört!«, rief sie entsetzt
aus. Wer kann ihr bei der Zuordnung helfen, damit sie ihren
verdienten Feierabend antreten kann?
Nehmen Sie evtl. die Zeittafel auf der übernächsten Seite zur
Hilfe.
2
7
Katharina von
Bora
*29.01.1499
†20.12.1552 in
/a Torgau
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Olympia Fulv rrara
*1526 in/a Fe delberg
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† 26.10.155
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Elisabeth Cruci
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1500 in/a Mes
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†02.05.1535 in
/a Wittenberg
Anna Maria van
Schuurman
*05.11.1607 in
Köln/a Colonia
†04.05.1678 in
/a Wieuwerd,
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*
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Maria Sybilla M
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*02.03.1647 in
/ad Amsterdam
†13.01.1717 in
MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 219
Le donne enigmatiche
della Riforma
Mentre la bibliotecaria Adelaide M. stava prendendo un’opera
sulla Riforma dallo scaffale, le caddero dei fogli e delle immagini volanti. «Se solo sapessi quale immagine corrisponde a
quale biografia!», esclamò disperata. Chi può aiutarla a fare
queste associazioni, permettendole di smontare dal lavoro?
Per aiutarvi potete utilizzare la tabella cronologica nelle pagine successive.
10
8
5
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Anna zu S lberg (Harz)
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*28.01.15 4.03.1574
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*1504 in Basel/a Basil
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†01.11.1
Elisabeth I.
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*07.09.1533 in/a Green
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† 24.03.1603 in/
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† 1554
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Fonti delle immagini: vedi pagina 224
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MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 220
Geboren wurde sie als Kind reformierter Eltern.
Sie blieb unverheiratet. Sie sprach und schrieb
zehn Sprachen: Niederländisch, Französisch, Deutsch,
Englisch, Italienisch, Lateinisch, Griechisch, Hebräisch,
Syrisch/Aramäisch und Äthiopisch. Zudem war sie erfahren in der Stickerei, der Glasmalerei, der Holzschneiderei
und Kupferstechkunst, arbeitete als Malerin besonders
als Porträtistin, ist eine Virtuosin in der Musik, Dichterin,
Geographin, Astronomin, Theologin, Pädagogin, Historikerin, Linguistin und Philosophin.
E
Frauen, so erklärte sie, haben die Fähigkeit, das Recht
und die Pflicht, sich mit den Geistes- und Naturwissenschaften zu beschäftigen und sie zu studieren. Ihr selber
war ausnahmsweise gestattet worden, an der Universität
in Utrecht Vorlesungen zu hören. Allerdings hatte sie in
einer extra Kabine hinter einem Vorhang verborgen zu
sitzen, so dass die männlichen Studenten sie nicht sehen
konnten.
Ein Zitat von ihr zum Thema »Unsichtbarkeit von Frauen«: »Daher kommt es, dass bei der Lektüre historiographischer Werke über weite Zeitläufte hinweg von den
Spuren der Frauen nicht mehr erscheint als von den
Spuren eines Schiffes im Meer.« (1638)
Als 10-jährige bekam sie von ihrem Vater eine
deutsche Bibel geschenkt, aus der sie Zeit ihres Lebens in ihren Schriften zitierte. Sie erwarb sich eine bemerkenswerte Bibelkenntnis und argumentierte mit
Schriftzitaten. Sie las zahlreiche Schriften von Martin Luther und stand mit ihm in regem Briefwechsel.
C
1523 trat sie mit einem Brief an die Universität in Ingolstadt für einen jungen Magister der Theologie ein, welcher bei Philipp Melanchthon in Wittenberg studiert
hatte und für die Reformation warb, was in Bayern verboten war. Demzufolge war der junge Mann zum Widerruf gedrängt und verbannt worden. Da auf reformatorischer Seite kein Mann dem Bedrängten beisprang, griff
sie zur Feder. Selbstbewusst forderte sie in ihrer Streitschrift die Gelehrten der Universität auf, mit ihr öffentlich über die strittigen Thesen des Magisters zu diskutieren. Da auch Jesus sich mit Frauen unterhalten habe, sollen die Professoren dies auch tun.
Die Universität würdigte sie keiner Antwort; doch wurde
ihre mutige Schrift als Flugschrift gedruckt und enorm
verbreitet (innerhalb von 2 Monaten erschienen 13 Auflagen).
In einem weiteren Schreiben brachte sie ihren Brief dem
Landesherrn Herzog Wilhelm von Bayern zur Kenntnis
und forderte von ihm einen selbstverantworteten Glauben. »Es ist nicht genug, so wir sagen: Ich glaube, was
meine Eltern geglaubt haben.« Ein Christ sei der Obrigkeit Gehorsam schuldig. Aber die Obrigkeit ihrerseits sei
an die Heilige Schrift gebunden und nicht befugt, das
Wort Gottes zu verbieten. Auch der Landesherr antwortete ihr nicht auf ihren Brief. Jedoch entließ er zur Strafe
für ihre öffentlich vertretenen reformatorischen Ansichten ihren Mann aus seinen Diensten. Grund: Er habe
seine Frau nicht gehindert, solche Briefe zu schreiben.
Für die Gelehrten des Mittelalters war die Natur,
die sie umgab, kaum der Beachtung wert. In dieser Hinsicht übernahmen sie, was aus der Antike überliefert war.
B
Zu ihrer Zeit erhielt die Anglikanische Kirche ihre
endgültige Ausprägung.
Ihre Mutter wurde zwar hingerichtet, dennoch identifizierte sie sich in der Öffentlichkeit stets mit ihrem Vater
Heinrich, doch spricht vieles dafür, dass sie privat auch
das Andenken an ihre Mutter pflegte.
Obwohl von königlichem Blut, wurden sie und ihre katholische Halbschwester von der Thronfolge ausgeschlossen. So sollte die protestantische Thronfolge gesichert werden. Nach dem Tod des Regenten konnte
Maria ihren rechtmäßigen Anspruch auf den englischen
Thron durchsetzen. Am 3. August 1553 zog sie zusammen mit ihrer Halbschwester triumphierend in London
ein.
Schon bald kam es zum Zerwürfnis zwischen den
Schwestern. Maria war eine überzeugte Katholikin und
wollte die Protestantin zu ihrem Glauben bekehren.
Nach dem Tod der Schwester wurde sie Königin.
Sie machte sich zuerst daran, den von ihrer Schwester
wieder eingeführten Katholizismus zurückzudrängen.
1563 wurden die 39 Anglikanischen Artikel verabschiedet, die gemäßigt reformatorisch formuliert waren.
Damit trennte sie sich endgültig von der katholischen
Kirche. Es ist jedoch festzuhalten, dass sie nicht in den im
Zeitalter der Glaubenskriege oft praktizierten religiösen
Fanatismus verfiel.
Im Vorwort zu ihrem berühmten Spätwerk über die Surinamesischen Insekten (Metamorphosis insectorum Surinamensium) schrieb sie rückblickend: »Ich habe mich
von Jugend an mit der Erforschung der Insekten beschäftigt. Zunächst begann ich mit Seidenraupen in
meiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Danach stellte
ich fest, dass sich aus anderen Raupen viel schönere Tagund Eulenfalter entwickelten als aus Seidenraupen. Das
veranlasste mich, alle Raupen zu sammeln, die ich finden
konnte, um ihre Verwandlung zu beobachten. Ich entzog mich deshalb aller menschlichen Gesellschaft und
beschäftigte mich mit diesen Untersuchungen.«
220
Im benachbarten Männerkloster wirkt der spätere Reformator und Freund Luthers Johannes Bugenhagen und
verbreitet Luthers Theologie. Ihm folgen der Abt des
Klosters und einige Mönche nach Wittenberg. Das bewegt auch sie zum Verlassen ihres Klosters. Bei Bugenhagen in Wittenberg findet sie Zuflucht. 1524 heiratet sie
einen jungen Theologen aus Leipzig, der dann Professor
und Prediger an der Schloßkirche zu Wittenberg wird.
Die Trauung wird von Martin Luther vollzogen. Sie gehört zu der ersten Generation protestantischer Pfarrfrauen, die eine neue Frauenrolle gestalten, mit praktischen
und geistlichen Anforderungen als Hausfrau und Mutter
und Mitgestalterin kirchlichen Lebens. Die Tochter Elisabeth heiratete Martin Luthers Sohn Hans Luther.
Sie gilt als erste Kirchenliederdichterin der evangelischen
Kirche. Sie hat nachweislich mehrere geistliche Lieder
verfasst. Immerhin eins ist erhalten und findet sich in
dem Evangelischen Gesangbuch (Nr. 67 »Herr Christ,
der einig Gotts Sohn«).
Durch ihre Mutter lernte sie in Wittenberg Martin
Luther kennen. Sie ließ sich am 7. April 1538 den
Laienkelch reichen und bekundete damit öffentlich ihre
Zugehörigkeit zum lutherischen Glauben, was ihr katholisch gebliebener Mann tolerierte. Am 6. Oktober setzte
sie den Landgrafen Philipp von Hessen über ihren Übertritt in Kenntnis und holte mit dessen Hilfe den evangelischen Pfarrer und Reformator Antonius Corvinus aus
dem nahen Witzenhausen nach Münden.
A
Was für ein Leben! Ihr Vater war Feldhauptmann
in kaiserlichen Diensten, ihre Mutter entstammte
einer angesehenen Bürgerfamilie in Basel. Viermal war
sie verheiratet, viermal wurde sie Witwe. Elf Kinder hat
sie geboren; fünf von ihnen starben noch im Kindesalter.
In Basel, Straßburg und Cambridge hat sie gelebt. Am
Auf und Ab der reformatorischen Bewegung war sie unmittelbar beteiligt. Drei ihrer Ehemänner wirkten als Reformatoren in Basel und Straßburg. Alle drei waren bedeutend älter als sie und von ihrem Wesen her ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie hat als »Frau an seiner Seite« dem neu entstehenden Rollenbild einer evangelischen Pfarrfrau Profil gegeben. Es galt, den Mann in
seinem Dienst zu unterstützen und ihm den Rücken freizuhalten, d.h. vor allem, den Pfarrhaushalt effizient und
sparsam zu führen, denn nicht bloß Mann und Kinder
waren zu versorgen. Das protestantische Pfarrhaus war
von Beginn an Zufluchtsort für Glaubensflüchtlinge und
Hilfesuchende überhaupt, war Herberge für lernbegierige Studenten, zahlungsfähige und mittellose, sowie
gastfreies Haus für durchreisende Fachkollegen. Wie zunächst das Erstarken der Reformation am Oberrhein
wirkten auch die sich verschärfenden Auseinandersetzungen mit der katholischen Seite und die machtpolitischen Rückschläge direkt in ihr Leben hinein. Als ihr 4.
Ehemann seines Amtes enthoben und aus Straßburg
ausgewiesen wurde, folgte sie ihm ins englische Exil.
Nachdem er dort gestorben war, kehrte sie nach Straßburg zurück, übersiedelte infolge einer Pestepidemie
nach Basel, wo sie noch elf Jahre lebte. Sie starb 60-jährig an der Pest. Aus Achtung vor ihr begruben die Basler
sie nicht in einem Massengrab der Pestopfer, sondern
bestatteten sie an der Seite ihres zweiten Mannes.
D
G
Die christliche Kirche betrachtete Insekten als »Teufelsgeziefer«. Schlichte, fromme Naturen glaubten zum Beispiel, Hexen könnten sich in Gestalt von »Butterfliegen«
an Rahm und Butter satt essen. Mit ihrem speziellen Interesse begab sich die jugendliche Forscherin also auf
ungewisses Gebiet. Sie aber hielt die Metamorphosen
der Schmetterlinge und ihr typisches Umfeld in ihrem
Skizzenbuch fest, beobachtete ihre Insekten aber nicht
allein mit sachlich forschendem Blick, sondern auch mit
religiöser Ehrfurcht vor dem, was sie als Wunder der
Schöpfung erlebte. Diese beiden Aspekte, verbunden
mit künstlerischer Intensität, kennzeichnen ihr ganzes
Lebenswerk und finden sich auch in den Begleittexten
ihrer Bücher wieder.
Über ihr Leben ist nicht viel überliefert. Nicht einmal ihr genaues Geburtsdatum ist bekannt. Vermutlich entstammt sie einer pommerschen oder polnischen Adelsfamilie. Bereits als Kind wird sie in dem Kloster Marienbusch bei Treptow an der Rega aufgenommen
und nutzt die ihr dort gebotenen Bildungsmöglichkeiten.
F
Sie erwirbt in jungen Jahren humanistische Bildung. Bereits mit 15 Jahren dichtet sie in Griechisch und Latein, sorgt als weibliches Wunderkind für
Aufsehen. Angeregt durch ihren Vater und dessen
Freund, der sich für die reformatorische Lehre begeistert,
liest sie das Neue Testament im griechischen Urtext und
die in lateinischer Sprache erschienenen theologischen
Schriften der Reformatoren.
H
Sie heiratet einen evangelisch gesinnten deutschen Arzt.
Dieser vertont ihre Psalmdichtungen und gibt sie als
Liedsammlung heraus.
In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen
der katholischen und der evangelischen Seite büßt sie
die wertvolle Bibliothek ihres Vaters ein und muss mit
ihrer Familie aus der belagerten Stadt fliehen. Bald darauf erhält ihr Mann eine medizinische Professur in Heidelberg. Auch ihr wird eine Lehrtätigkeit für griechische
Sprache angeboten, die sie jedoch aufgrund ihres frühen
Todes nicht mehr antreten kann. Ein späterer Chronist
schreibt: »Ihr Tod … hat Heidelberg um den Ruhm gebracht, mit der Emancipation der Frauen späteren Jahrhunderten vorangegangen zu seyn.«
Nach ihrem Tod gibt der Freund ihres Vaters ihre Werke
(Reden, Gedichte, Briefe) heraus. In einem vorangestellten Gedenkblatt an die Verstorbene heißt es: »…von Gestalt ein Weib, an Geist aber größer als ein Mann, mit
einem Herzen, das allein Christus fassen wollte.«
So lebte das Ehepaar bis zum Tode des Mannes Erich in
ihren beiden letzten gemeinsamen Jahren in einer gemischt-konfessionellen Ehe. Nach dessen Tod führte sie
als Regentin anstelle ihres unmündigen Sohnes in ihrem
Herzogtum 1542 die Reformation ein und erließ eine
Kirchenordnung. In einem »Sendbrief an die Untertanen« verfasste sie eine evangelische Ethik, in ihrem mütterlichen Testament zum Regierungsantritt ihres Sohnes
äußerte sie sich zu Fragen der Staatsethik. Erhalten geblieben sind von ihr auch ein Ehestandsbuch zur Hochzeit einer ihrer Töchter und ein Witwentrostbuch.
Sie kam mit 10 Jahren nach dem Tod der Mutter
ins Kloster. Mit 16 Jahren legte sie die Gelübde ab.
Anfang der 1520er Jahre gelangten die ersten Lutherschriften ins Kloster. Sie und einige Mitschwestern nahmen die reformatorischen Gedanken begeistert auf und
flohen aus dem Kloster nach Wittenberg. Dort lebte sie
einige Zeit im Hause des Malers Lucas Cranach und seiner Frau Barbara. Die ehemalige Nonne heiratete den
prominentesten der Reformatoren.
J
»Morgenstern von Wittenberg« – so nannten ihr Mann
und ihre Freundinnen und Freunde sie anerkennend
dafür, dass sie von früh bis spät um den großen Haushalt
mit Gästebetrieb bemüht war. Oft waren bis zu 40 Personen zu beköstigen. Vieles von dem, was sie auf den
Tisch brachte, produzierte sie selbst, z.B. braute sie Bier.
Respekt erwarb sie sich nicht allein mit ihrer hauswirtschaftlichen Tüchtigkeit, sondern auch mit ihren geistreichen und schlagfertigen Beiträgen zu den Tischgesprächen. Sie überlebte ihren Mann um sechs Jahre und
wurde knapp 54 Jahre alt.
Sie wurde knapp 13-jährig zur Äbtissin der Abtei
von Quedlinburg gewählt, von Papst Leo X. und
Kaiser Maximilian bestätigt und am 5.11.1516 feierlich
eingeführt. Bis zu ihrem Tode wirkte sie als Äbtissin in
Quedlinburg. Sie war die erste Äbtissin in Quedlinburg,
welche die lutherische Lehre annahm.
I
Sie sympathisierte mit der neuen Glaubenslehre Luthers.
Nach dem Tode des Herzogs Georg von Sachsen 1539,
der sich allen reformatorischen Bestrebungen strikt widersetzt hatte, schloss sie sich offen der Lehre Luthers an
und setzte reformatorische Veränderungen in Stift und
Stadt Quedlinburg durch. Einige ihrer Maßnahmen,
etwa auf dem Gebiet der Schulen, haben sich bis in die
jüngste Vergangenheit erhalten. Im Jahre 1540 veranlasste sie die erste nachweisbare Kirchenvisitation in
Quedlinburg. Das Protokoll dieser Visitation hat sich erhalten und ist eine wertvolle Quelle für die frühe Reformationsgeschichte.
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Zeittafel zur Reformationszeit
(aus: Sonja Domröse: Frauen der Reformationszeit, Göttingen 2010, S. 149f., bearbeitet von Gisela Petersen)
10.11.1483 Martin Luther in Eisleben geboren
zwischen 1491 und 1495
Ursula von Münsterberg als Enkelin des böhmischen Königs
Georg Podiebrad geboren
1492
Argula von Grumbach auf der Burg Ehrenfels in Franken als
Argula Reichsfreiin von Stauff geboren
1495
Marie Dentière in Tournai geboren, reformierte Theologin
und Reformationshistorikerin
um 1497
Katharina Zell in Straßburg als Katharina Schütz geboren
29.1.1499 Katharina von Bora auf Gut Lippendorf südl. Leipzig geboren
um 1500
Elisabeth Cruciger im Grenzgebiet zwischen Pommern und
Polen als Elisabeth von Meseritz geboren
1501
Martin Luther beginnt sein Studium an der Universität Erfurt
1502
Eintritt Martin Luthers in das Augustiner-Eremiten-Kloster in
Erfurt
um 1504
Ursula Weyda in Altenburg als Ursula von Zschöpperitz
geboren
1504
Wibrandis Rosenblatt in Säckingen geboren
28.1.1504 Anna zu Stolberg geboren
1510/11
Reise Luthers nach Rom
24.8.1510 Elisabeth von Calenberg-Göttingen in Cölln als Elisabeth von
Brandenburg geboren
1511
Beginn der Vorlesungen Luthers an der Universität in Wittenberg
1514
Luther wird Prediger an der Stadtkirche in Wittenberg
1517
Martin Luther veröffentlicht in Wittenberg seine 95 Thesen;
Ablassstreit; Anzeige in Rom
1517
Anna zu Stolberg wird 13-jährig zur 28. Äbtissin des Reichsstifts von Quedlinburg gewählt
1518
Einleitung des Ketzerprozesses gegen Luther; Verhör in Augsburg und Entlassung Luthers aus der Gehorsamspflicht des
Augustinerordens; Berufung Philipp Melanchthons an die
Universität Wittenberg
1519
Ulrich Zwingli, Pfarrer am Großmünster in Zürich; Tod Kaiser
Maximilians I. und Wahl Karls V. zum neuen Kaiser des
Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
1520
Luther schreibt seine reformatorischen Hauptschriften;
Bannandrohungsbulle und Verbrennungen von Luthers
Schriften; Verbrennung der Bulle und des kanonischen Rechts
durch Luther
1521
Verhängung des Bannes über Luther; Vorladung vor den
Reichstag zu Worms; Wormser Edikt: Verhängung der Reichsacht gegen Luther und Verbot seiner Lehre und Schriften
1521/22
Luther hält sich auf der Wartburg auf und übersetzt das Neue
Testament, Unruhen in Wittenberg
1522
Rückkehr Luthers von der Wartburg
1523
Einführung der Reformation in Zürich; Verbrennung der
ersten evangelischen Märtyrer in Brüssel
1523/24
Veröffentlichung von insgesamt sieben Flugschriften Argula
von Grumbachs, darunter u. a. ihr Sendbrief an die Universität in Ingolstadt
1524
Katharina Zell veröffentlicht ihre »Entschuldigung für Matthäus Zell« sowie einen Trostbrief an die Frauen in Kenzingen
1524
Ursula Weyda veröffentlicht ihre Streitschrift gegen einen
katholischen Abt
1524
Beginn der Auseinandersetzungen mit den Schwärmern
1524
Elisabeth Cruciger schreibt ihr Kirchenlied »Herr Christ, der
einig Gotts Sohn«
1524/25
Bauernkrieg; Tod Thomas Müntzers; Hochzeit des ehemaligen Mönchs Martin Luther mit der ehemaligen Nonne
Katharina von Bora
1526
1. Reichstag zu Speyer mit Aussetzung des Wormser Edikts:
Reichsstände verantworten vor Gott und Kaiser die Religionszugehörigkeit
1526
Olympia Fulvia Morata in der italienischen Stadt Ferrara
geboren
1528
Ursula von Münsterbergs Rechtfertigung zum Verlassen ihres
Klosters erscheint mit einem Nachwort von Martin Luther
1529
2. Reichstag zu Speyer: Protest der evangelischen Minderheit
(»Protestanten«) gegen die Absicht Kaiser Karls V., das Wormser Edikt wieder einzusetzen, wodurch die evangelische Seite
durch Mehrheitsbeschluss zur katholischen Konfession hätte
zurückkehren müssen; Marburger Religionsgespräche: Auf
Einladung Philipps von Hessen treffen sich u. a. Luther,
Melanchthon, Zwingli, Bucer und Oekolampad
1530
Reichstag zu Augsburg; Die lutherische Seite hält im Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) gegenüber Kaiser
Karl V. ihre grundlegenden Überzeugungen fest, die einen
Teil der lutherischen Bekenntnisschriften bilden; Luther auf
der Veste Coburg
1531
Tod Ulrich Zwinglis und Johannes Oekolampads
1534/35
Reich der Wiedertäufer in Münster
1534
Katharina Zell gibt ein Liederbuch heraus
nach 1534 Ursula von Münsterberg in Gernrode gestorben
2.5.1535
Elisabeth Cruciger in Wittenberg gestorben
1539
Anna zu Stolberg entscheidet sich für die lutherische Lehre
und wirkt für die Durchführung der Reformation in Quedlinburg
1541
Einführung der Reformation in Genf durch Johannes Calvin;
Tod von Wolfgang Capito in Straßburg
1542
Elisabeth von Calenberg-Göttingen führt in ihrem Gebiet die
Reformation ein und erlässt eine Kirchenordnung, für die sie
selber ein Vorwort schreibt
1545
Elisabeth von Calenberg-Göttingen verfasst zu dessen Regierungsantritt ein Buch für ihren Sohn Erich II.
1546
18. Februar: Tod Luthers in Eisleben; Beginn des Schmalkaldischen Krieges: Kaiser Karl V. kämpft gegen den Schmalkaldischen Bund, ein Bündnis protestantischer Landesfürsten und
Städte, um die Anerkennung des Protestantismus zu verhindern
1547
Niederlage der Protestanten gegen Kaiser Karl V. im Schmalkaldischen Krieg
1548
Reichstag in Augsburg mit Annahme des Augsburger Interims: Bis auf das Zugeständnis des Laienkelchs und der Priesterehe an die Protestanten Wiedereinführung der katholischen Auffassung in Lehre und Brauch
1550
Elisabeth von Calenberg-Göttingen verfasst für ihre Tochter
Anna Maria ein Ehestandsbuch
1550
Olympia Fulvia Morata reist von Italien nach Deutschland
1551
Tod von Martin Bucer in Cambridge
1552
Fürstenverschwörung gegen den Kaiser und Sieg über Karl V.;
im Passauer Vertrag wird den Protestanten ein Stillstand
gewährt
1552
Katharina von Bora am 20.12. in Torgau gestorben
1553
Schlacht von Sievershausen
1554
Argula von Grumbach auf Schloss Zeilitzheim bei Schweinfurt gestorben
1555
Augsburger Religionsfrieden: besiegelt die konfessionelle
Spaltung des Deutschen Reiches
26.10.1555 Olympia Fulvia Morata in Heidelberg gestorben
1556
Kaiser Karl V. dankt ab
1557
Katharina Zell veröffentlicht ihren Briefwechsel mit Ludwig
Rabus
25.5.1558 Elisabeth von Calenberg-Göttingen in Ilmenau gestorben
1558
Katharina Zell veröffentlicht eine Auslegung des Vaterunsers
sowie des 51. Psalms
1558
Die Werke u. Briefe Olympia Fulvia Moratas erscheinen in Basel
1561
Marie Dentière in Genf gestorben
5.9.1562
Katharina Zell in Straßburg gestorben
1.11.1564 Wibrandis Rosenblatt in Basel gestorben
um 1570
Ursula Weyda in Altenburg gestorben
4.3.1574
Anna zu Stolberg gestorben
221
MITEINANDER 6_11_Miteinander 3_11 21.11.11 12:50 Seite 222
E
Nasce figlia di genitori riformati. Non si sposa.
Parlava e scriveva in dieci lingue: olandese,
francese, tedesco, inglese, italiano, latino, greco, ebraico, siriaco/armeno ed etiope. Inoltre era esperta nel ricamo, nella pittura su vetro, nella xilografia e nell’incisione su rame, lavorava come pittrice e soprattutto
come ritrattista, era una virtuosa della musica, poetessa, geografa, astronoma, teologa, pedagoga, storica,
linguista e filosofa.
Le donne, così affermava, hanno la capacità, il diritto e
il dovere di occuparsi e di studiare le scienze umane e
naturali. A lei stessa era stato permesso eccezionalmente di ascoltare le lezioni all’università di Utrecht. Tuttavia doveva restare seduta nascosta da una tenda in
una cabina, così da non poter essere vista dagli studenti maschi.
Una sua citazione sul tema dell’«invisibilità delle
donne»: «Ecco perché nella lettura delle opere storiografiche per lunghi periodi di tempo delle tracce delle
donne non appare niente di più che delle tracce lasciate nel mare da una nave.» (1638)
C
A dieci anni suo padre le regalò una Bibbia in tedesco da cui citerà nei suoi scritti per tutta la sua
vita. Acquisì una notevole conoscenza della Bibbia ed
argomentava con citazioni. Lesse numerosi scritti di
Martin Lutero con cui intrattenne un’intensa corrispondenza.
Nel 1523 scrive una lettera all’università di Ingolstadt
per difendere un giovane teologo che aveva studiato
con Filippo Melantone a Wittenberg e che faceva propaganda per la Riforma, cosa che in Baviera era vietata. Per questo il giovane era stato sollecitato a ritrattare e messo al bando. Dato che da parte dei riformati
non gli venne in aiuto nessuno fra gli uomini si armò lei
stessa di penna. Sicura di se nel suo pamphlet esortò gli
studiosi dell’università a discutere pubblicamente con
lei sulle discusse tesi del giovane teologo. Dato che
anche Gesù aveva dialogato con le donne, avrebbero
dovuto farlo anche i professori.
L’università non la degnò di una risposta, ma il suo
scritto coraggioso venne stampato come volantino e
diffuso ovunque (nel giro di 2 mesi vennero fatte 13 ristampe).
In un altro scritto informò il sovrano duca Guglielmo di
Baviera della sua lettera esigendo da lui una fede responsabile: «Non basta dire: credo in quello a cui
hanno creduto i miei genitori.» Un cristiano deve obbedire all’autorità, ma l’autorità da parte sua è legata
alla Sacra Scrittura e non è autorizzata a vietare la Parola di Dio. Anche il sovrano non rispose alla sua lettera. Tuttavia egli per punizione a causa delle sue idee riformate espresse pubblicamente licenziò suo marito.
Motivazione: non aveva impedito a sua moglie di scrivere tali lettere.
B
Durante la sua epoca la Chiesa anglicana assunse
la sua forma definitiva.
Sua madre era stata decapitata, lei in pubblico si identificava sempre con suo padre Enrico, ma ci sono tanti motivi per pensare che in privato onorasse anche il ricordo di
sua madre.
Nonostante fosse di sangue blu, lei e la sua sorellastra
cattolica vennero escluse dalla successione al trono. In
questo modo si sarebbe potuto garantire la successione
al trono protestante. Dopo la morte del reggente Maria
poté far valere il suo diritto legittimo al trono inglese. Il 3
agosto 1553 entrò trionfante a Londra insieme alla sua
sorellastra.
Già presto si giunse alla rottura fra le sorelle. Maria era
una cattolica convinta e voleva convertire la sorella protestante alla sua fede. Dopo la morte della sorella divenne regina.
Per prima cosa si apprestò a respingere il cattolicesimo
reintrodotto da sua sorella.
Nel 1563 vennero pubblicati i 39 articoli anglicani che
erano stati formulati in maniera moderatamente riformata. In questo modo si separava definitivamente dalla
Chiesa cattolica. Va constatato tuttavia che non cadde
preda del fanatismo religioso spesso praticato durante
l’epoca delle guerre di religione.
La Chiesa cristiana considerava gli insetti come «bestie
diaboliche». Le persone semplici e religiose pensavano
ad esempio che le streghe sotto forma di «mosche del
burro» potessero saziarsi di panna e burro. La giovane
ricercatrice con il suo interesse specifico si muoveva
quindi su di un terreno incerto. Lei tuttavia riprendeva
le metamorfosi delle farfalle e il loro ambiente tipico nel
suo blocco da disegno non solo con sguardo obiettivo
scientifico ma anche con riverenza religiosa per ciò che
considerava un miracolo della creazione. Questi due
aspetti, legati ad un’intensità artistica, caratterizzano
tutta la sua opera e si ritrovano anche nei testi illustrativi dei suoi libri.
Nella prefazione alla sua celebre opera della Metamorfosi degli insetti del Suriname (Metamorphosis insectorum Surinamensium) scrisse: «In gioventù mi dedicai a
ricercare insetti: cominciai con i bachi da seta nella mia
città natale di Francoforte sul Meno. Osservai poi che
essi, come altri bruchi, si trasformavano in belle farfalle notturne e diurne. Questo mi spinse a raccogliere
tutti i bruchi che potevo trovare per osservarne la trasformazione. Mi sono pertanto allontanata dalla compagnia umana occupandomi di queste analisi».
222
Non ci è stato tramandato molto sulla sua vita.
Nemmeno la sua data di nascita precisa. Presumibilmente proviene da una famiglia nobile di origine pomerana o polacca. Già da bambina viene accolta nel convento
di Marienbusch a Treptow sulla Riga dove sfrutta le possibilità offertole di farsi una cultura. Nel vicino convento
maschile si trova il futuro riformatore e amico di Martin
Lutero Johannes Bugenhagen che diffonde la teologia di
Lutero. L’abate del convento ed alcuni monaci lo seguono
a Wittenberg. Questo induce anche lei a lasciare il convento. Trova rifugio da Bugenhagen a Wittenberg. Nel 1524
sposa un giovane teologo di Lipsia, che diventerà poi professore e predicatore della chiesa del castello di Wittenberg. Il matrimonio viene celebrato da Martin Lutero. Appartiene alla prima generazione di mogli di pastori protestanti, creando un nuovo ruolo della donna, che fa fronte a
impegni pratici e spirituali come donna di casa e moglie e
cogestrice della vita ecclesiastica. La figlia Elisabeth sposerà il figlio di Martin Lutero Hans Lutero.
È considerata la prima scrittrice di canti liturgici della Chiesa evangelica. È dimostrato che ha scritto diversi canti liturgici di cui ce ne è stato tramandato solo uno che si
trova nell’innario evangelico (n.67 «Cristo Signore, unico
figlio di Dio»)
A
D
Che vita! Suo padre era capitano al servizio
dell’imperatore, sua madre proveniva da una rinomata famiglia borghese di Basilea. Si sposò quattro volte
e rimase vedova quattro volte. Ebbe 11 figli di cui cinque
morirono ancora bambini. Visse a Basilea, Strasburgo e
Cambridge. Era direttamente coinvolta nelle alterne vicende del movimento della Riforma. Tre dei suoi mariti
erano attivi come riformatori a Basilea e Strasburgo.
Erano tutti e tre notevolmente più anziani di lei e con personalità molto diverse. Ha dato al nuovo ruolo di moglie
evangelica del pastore il profilo della «donna al suo fianco».
Bisognava sostenere il marito nel suo lavoro e coprirgli le
spalle, cioè soprattutto gestire in maniera efficace e parsimoniosa il bilancio della casa del pastore perché non bisognava occuparsi solo del marito e dei figli. La casa del
pastore protestante era fin dall’inizio un rifugio per profughi religiosi e persone bisognose d’aiuto in generale, era
rifugio per studenti desiderosi di imparare, con o senza
mezzi, ed era una casa per ospitare colleghi di passaggio.
Così come dapprima il consolidarsi della Riforma nell’alto
Reno anche l’acuirsi degli scontri con la parte cattolica e
le ripercussioni politiche si riflettevano direttamente nella
sua vita. Quando il suo quarto marito venne sospeso dal
servizio ed espulso da Strasburgo, lei lo seguì nell’esilio inglese. Dopo la morte del marito tornò a Strasburgo si
trasferì a Basilea a causa di un’epidemia di peste, dove
visse per altri undici anni. Morì a 60 anni di peste. Gli
abitanti di Basilea per rispetto non la seppellirono in una
fossa comune per le vittime della peste, ma accanto al
suo secondo marito.
G
Per gli studiosi del Medioevo la natura che li circondava non era quasi degna di osservazione. Per
questo riprendevano quello che era stato loro trasmesso dall’antichità.
F
H
Acquisisce fin da giovane una cultura umanistica.
Già a 15 anni scrive poesie in greco e latino, destando scalpore come bambina prodigio. Spinta da suo
padre e da un suo amico appassionato della dottrina riformata, legge il Nuovo Testamento nel testo originale
greco e gli scritti teologici dei riformatori pubblicati in
lingua latina.
Sposa un medico tedesco di fede evangelica che mette in
musica le sue poesie e le pubblica come raccolta di canti.
Negli scontri armati fra i cattolici e gli evangelici perde
la preziosa biblioteca del padre e deve scappare con la
sua famiglia dalla città assediata. Poco dopo suo marito
ottiene una cattedra di medicina a Heidelberg. Anche a
lei viene proposta una cattedra per la lingua greca, che
a causa della sua morte repentina non riesce ad assumere. Un cronista in epoca più tarda scrive di lei: «La
sua morte…ha dato a Heidelberg la fama di avere anticipato l’emancipazione delle donne dei secoli successivi.»
Dopo la sua morte l’amico di suo padre pubblica le sue
opere (discorsi, poesie, lettere). In una prefazione commemorativa si legge: «…aveva la figura di una donna,
ma di spirito era più grande di un uomo, con un cuore,
che solamente voleva comprendere Cristo.»
Conobbe Martin Lutero a Wittenberg attraverso
sua madre. Il 7 aprile 1538 si fece porgere il calice
manifestando così ufficialmente la sua conversione alla
fede luterana, tollerata dal marito rimasto cattolico. Il 6
ottobre informò il conte Filippo di Sassonia della sua
conversione e con il suo aiuto portò il pastore evangelico e riformatore Antonius Corvinus a Münden dalla vicina Witzenhausen.
La coppia visse per due anni fino alla morte del marito
Erich in un matrimonio di confessione mista. Dopo la
morte del marito divenne reggente al posto di suo figlio
ancora minorenne, introdusse la Riforma nel suo ducato
nel 1542 ed emanò un ordinamento ecclesiastico. In
una «lettera inviata ai sudditi» redasse un’etica evangelica, nel suo testamento materno per l’ascesa al trono di
suo figlio si espresse su questioni di etica statale. Di lei ci
sono stati tramandati un libro sul matrimonio scritto per
una delle sue figlie ed un libro di consolazione per le vedove.
J
A dieci anni, dopo la morte della madre entrò in
convento. A 16 anni prese i voti. All’inizio del 1520
arrivarono i primi scritti di Lutero nel convento. Lei e alcune delle sue consorelle abbracciarono con entusiasmo la
dottrina riformata e scapparono dal convento a Wittenberg. Li visse per un periodo a casa del pittore Lucas Cranach e di sua moglie Barbara. L’ex monaca sposò il più
importante dei Riformatori.
«Stella mattutina di Wittenberg», cosi veniva chiamata
con riconoscenza da suo marito e dai suoi amici, dato
che si occupava della casa e dei molti ospiti dal mattino
alla sera. Spesso doveva dare da mangiare fino a 40 persone. Molto di quello che portava a tavola lo produceva
lei stessa, ad esempio la birra.
Si guadagnò il rispetto non solo per le sue capacità casalinghe, ma anche per la sua conversazione brillante a tavola e le sue battute di spirito. Sopravvisse sei anni a suo
marito e morì a 54 anni appena compiuti.
Appena tredicenne venne eletta badessa dell’Abbazia di Quedlinburg, confermata nel suo incarico
da Papa Leone X e dall’Imperatore Massimiliano ed insediata solennemente il 5.11.1516. È stata badessa
dell’Abbazia di Quedlinburg fino alla sua morte e la
prima badessa di Quedlinburg ad abbracciare la fede luterana.
I
Simpatizzava con la nuova fede di Lutero. Dopo la morte
del duca di Giorgio di Sassonia nel 1539, che si era fermamente opposto ai movimenti riformatori aderì apertamente alla dottrina di Lutero e realizzò cambiamenti legati alla Riforma sia nel convento che nella città di
Quedlinburg. Alcune delle sue misure, ad esempio nel settore scolastico, si sono mantenute fino al recente passato. Nel 1540 dispose la prima visitazione ecclesiastica
documentabile di Quedlinburg. Il verbale di questa visitazione si è conservato e rappresenta una fonte preziosa
per la prima storia della Riforma.
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Tabella cronologica dell’epoca della Riforma
(da: Sonja Domröse: Donne nell’epoca della Riforma, Göttingen 2010, pag. 149 sg., riveduto da Gisela Petersen)
10.11.1483
Martin Lutero nasce a Eisleben
Fra il 1491 e il 1495
nasce Ursula von Münsterberg come nipote del re boemo
Georg Podiebrad
1492
nasce Argula von Grumbach a Burg Ehrenfels in Franconia
come Argula Reichsfreiin von Stauff
1495
nasce Marie Dentière a Tournai, teologa riformata e storica
della Riforma
1526
nasce Olympia Fulvia Morata a Ferrara
1528
La giustificazione di Ursula von Münsterberg per lasciare il
suo convento appare con una postfazione di Martin Lutero
1529
Seconda Dieta di Spira: protesta della minoranza evangelica
(«protestanti») contro l’intenzione di Carlo V di reintrodurre
l’Editto di Worms, con cui la parte evangelica per decisione
presa a maggioranza avrebbe dovuto rientrare nella confessione cattolica. Colloqui di religione a Marburgo: su invito di
Filippo di Sassonia si incontrano fra gli altri Lutero, Melantone, Zwingli, Bucer e Oekolampad
1530
Dieta di Augusta; i luterani nella Confessione di Augusta
(Confessio Augustana) espongono le proprie convinzioni fondamentali contro Carlo V che rappresentano una parte degli
scritti confessionali luterani; Lutero nella fortezza di Coburgo
1531
Morte di Ulrich Zwingli e di Johannes Oekolampad
Intorno al 1497 nasce Katharina Zell a Strasburgo come Katharina Schütz
29.1.1499
nasce Katharina von Bora a Gut Lippendorf a sud di Lipsia
Intorno al 1500 nasce Elisabeth Cruciger nella zona di confine fra la Pomerania e la Polonia come Elisabeth von Meseritz
1501
Martin Lutero inizia i suoi studi all’università di Erfurt
1502
Martin Lutero entra nel convento degli eremiti agostiniani ad
Erfurt
1534/35
Regno degli anabattisti a Münster
Intorno al 1504 nasce Ursula Weyda ad Altenburg come Ursula von
Zschöpperitz
1534
Katharina Zell pubblica un innario
Dopo il 1534
morte di Ursula von Münsterberg a Gemrode
1504
nasce Wibrandis Rosenblatt a Säckingen
2.5.1535
morte di Elisabeth Cuciger a Wittenberg
28.1.1504
nasce Anna zu Stolberg
1539
1510/1511
Viaggio di Lutero a Roma
Anna zu Stolberg abbraccia la dottrina luterana e si adopera
per la diffusione della Riforma a Quedlinburg
24.8.1510
nasce Elisabeth von Calenberg-Göttingen a Cölln come
Elisabeth von Brandenburg
1541
Introduzione della Riforma a Ginevra attraverso Giovanni
Calvino; morte di Wolfgang Capito a Strasburgo
1511
Inizio delle lezioni di Lutero all’universita di Wittenberg
1542
1514
Lutero diventa predicatore nella chiesa della città di Wittenberg
Elisabeth von Calenberg-Göttingen introduce la Riforma nel
suo territorio ed emana un ordinamento ecclesiastico per cui
scrive una prefazione
1517
Martin Lutero pubblica le sue 95 tesi a Wittenberg; disputa
sulle indulgenze; denuncia a Roma
1545
Elisabeth von Calenberg-Göttingen pubblica un libro per
l’ascesa al trono di suo figlio Enrico II
1517
Anna zu Stolberg all’età di 13 anni viene eletta 28a badessa
dal capitolo di Quedlinburg
1546
1518
Inizio del processo per eresia contro Lutero; interrogatorio ad
Augusta ed esonero di Lutero dall’obbligo di ubbidienza
all’ordine degli agostiniani; incarico di Filippo Melantone
all’università di Wittenberg
18 Febbraio: morte di Lutero a Eisleben; inizio della Guerra
contro la Lega di Smalcalda: l’imperatore Carlo V lotta contro
un’alleanza di principi e città protestanti, la Lega di Smalcalda, per evitare il riconoscimento del protestantesimo.
1547
Sconfitta dei protestanti nella Guerra tra la Lega di Smalcalda e l’imperatore Carlo V
1548
Dieta di Augusta con approvazione dell’interim di Augusta:
concessione ai protestanti della distribuzione del calice ai laici
e del matrimonio degli ecclesiastici e reintroduzione della concezione cattolica nella dottrina e nell’uso
1550
Elisabeth von Calenberg-Göttingen pubblica per sua figlia
Anna Maria un libro sul matrimonio
1550
Olympia Fulvia Morata si trasferisce dall’Italia in Germania
1519
Ulrich Zwingli diventa pastore al Grossmünster di Zurigo;
morte dell’imperatore Massimiliano I ed elezione di Carlo V a
nuovo imperatore del Sacro Romano Impero della Nazione
Germanica
1520
Lutero scrive i suoi testi principali sulla Riforma; bolla di minaccia di scomunica; gli scritti di Lutero vengono arsi nelle
piazze; Lutero brucia la bolla papale e i testi del diritto
canonico
1551
Morte di Martin Bucer a Cambridge
Congiura dei principi contro l’imperatore e sconfitta di Carlo V;
il trattato di Passau rappresenta una tregua per i protestanti
1521
Proclamazione della scomunica di Lutero; invito a comparire
davanti alla Dieta a Worms; Editto di Worms: proclamazione
della condanna contro Lutero, la sua dottrina e i suoi scritti
1552
1552
Katharina von Bora muore il 20 Dicembre a Torgau
1521/22
Lutero soggiorna alla Wartburg e traduce il Nuovo Testamento, disordini a Wittenberg
1553
Battaglia di Sievershausen
1554
Argula von Grumbach muore a Schloss Zeilitzheim vicino a
Schweinfurt
1522
Ritorno di Lutero dalla Wartburg
1523
Introduzione della Riforma a Zurigo; rogo dei primi martiri
evangelici a Bruxelles
1555
Pace religiosa di Augusta: la divisione confessionale del Regno
germanico
1523/24
Pubblicazione di sette volantini di Argula von Grumbach, fra
cui la lettera all’università di Ingolstadt
26.10.1555
Olympia Fulvia Morata muore a Heidelberg
1524
Katharina Zell pubblica la sua «Scusa per Matthäus Zell» e
una lettera di consolazione per le donne di Kenzingen
1556
L’imperatore Carlo V abdica
1557
Katharina Zell pubblica il suo epistolario con Ludwig Rabus
1524
Ursula Weyda pubblica il suo pamphlet contro un abate
cattolico
25.5.1558
Elisabeth von Calenberg-Göttingen muore a Ilmenau
1558
Katharina Zell pubblica un’interpretazione del Padre nostro e
del 51˚ Salmo
Le opere e lettere di Olympia Fulvia Morata vengono pubblicate a Basilea
1524
Inizio degli scontri con gli Schwärmer (i fanatici)
1524
Elisabeth Cruciger scrive il suo canto liturgico «Cristo Signore,
unico figlio di Dio»
1558
1524/25
Guerra dei contadini; morte di Thomas Müntzer; matrimonio
dell’ex monaco Martin Lutero con l’ex monaca Katharina von
Bora
1561
Marie Dentière muore a Ginevra
5.9.1562
Katharina Zell muore a Strasburgo
1.11.1564
Wilbrandis Rosenblatt muore a Basilea
Prima Dieta di Spira con sospensione dell’Editto di Worms:
ogni regione del Sacro Romano Impero della Nazione Germanica ha la libertà di fare una scelta autonoma che possa essere responsabilmente sostenuta davanti a Dio e all’Imperatore
Intorno al 1570 muore Ursula Weyda ad Altenburg
1526
4.3.1574
muore Anna zu Stolberg
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Zusammengestellt von Gisela Petersen und Carmen Jäger auf
der Grundlage des Buches von Sonja Domröse: Frauen der Reformationszeit, Göttingen 2010 sowie einiger Wikipedia-Artikel.
Mit dem Quiz »Frauen der Reformationszeit« hat der Konvent
evangelischer Theologinnen in der BRD e.V. beim 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden für die Reformationsdekade geworben. Besucherinnen und Besucher erkannten Frauen wie Katharina von Bora, entdeckten aber vor allem
bisher unbekannt gebliebene Frauen der Reformationszeit
wie Argula von Grumbach oder Wibrandis Rosenblatt.
Testi raccolti e composti da Gisela Petersen e Carmen Jäger sulla
base del libro di Sonja Domröse »Donne della Riforma«, Gottinga
2010 nonché alcuni articoli su wikipeda. Con il quiz »Donne della
Riforma« in occasione della 33° Giornata della Chiesa Evangelica in
Germania a Dresda 2011, il «Convento delle teologhe tedesche
nella Repubblica Federale associazione registrata» ha dato il suo
contributo al Decennio della Riforma. Visitatrici e visitatori hanno
avuto modo di riconoscere donne famose come Katharina von Bora,
ma anche e soprattutto di scoprire donne della Riforma finora rimaste nell’ombra, come Argula von Grumbach o Wibrandis Rosenblatt.
Bildrechte:
Diritti per le immagini:
1
Mit freundlicher Genehmigung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg
2
Lucas Cranach d. Ä., Werkstatt Dyptichon [Rechte
Tafel:] Katharina von Bora 1529 Hessisches Landesmuseum Darmstadt
3, 5, 6, 8, 9 »public domain«
4
Kirchenordnung für das Fürstentum Calenberg; Klosterkammer Hannover/Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Signatur th2938
7
Mit freundlicher Genehmigung des Universitätsarchivs
Heidelberg
10 Mit freundlicher Genehmigung der Städtischen Museen
Quedlinburg / Schlossmuseum
Spannende Lektüre über diese so modern anmutenden Frauen
aus dem 16. Jahrhundert wird das Frauennetzwerk die Zeit der
Lutherdekade über begleiten. Frauen, die sich mit Leib und
Seele den Ideen der neuen kirchlichen Bewegung verschrieben
hatten, gab es nicht nur in Deutschland. Im Buch von Roland
H. Bainton, Donne della Riforma, Claudiana Editrice, Torino
1992, wird über 6 bedeutende italienische Frauen aus dem Reformationszeitalter berichtet (Giulia Gonzaga, Caterina Cibo,
Vittoria Colonna, Isabella Bresegna, Renata di Ferrara, Olympia
Morata). Außerdem sammelt das Frauennetzwerk Berichte und
Interviews von reformbewegten Frauen der ELKI, die in den
letzten 50 Jahren durch ihr Engagement die Gemeinden unterstützt und mitgetragen haben. In einigen Gemeinden sind wir
schon fündig geworden. Wir freuen uns über zugesandte Beiträge, die wir in einer Mappe zusammenstellen werden.
Gisela Salomon,
Nationalreferentin des Frauennetzwerks
1
Con gentile concessione del Germanisches Nationalmuseum, Norimberga
2
Lucas Cranach il Vecchio, Laboratorio, dittico, [lato destro:] Katharina von Bora, 1529 Museo Regionale dell’Assia, Darmstadt
3, 5, 6, 8, 9 «public domain»
4
Ordinamento di Chiesa per il Principato di Calenberg;
Klosterkammer Hannover/Biblioteca del Principe Augusto, Wolfenbüttel, Codice th2938
7
Con gentile concessione dell’Archivio Universitario di
Heidelberg
10 Con gentile concessione dei Musei Municipali di Quedlinburg / Museo del Castello
Letture accattivanti sulle donne già moderne nel ‘500, che seguivano con anima e corpo le idee del nuovo movimento della chiesa, accompagneranno la Rete delle Donne per tutto il Decennio
della Riforma. Nel suo libro Donne della Riforma, Claudiana Editrice, Torino 1992, Roland H. Bainton racconta di sei donne importanti per l’epoca della Riforma in Italia (Giulia Gonzaga, Caterina Cibo, Vittoria Colonna, Isabella Bresegna, Renata di Ferrara, Olympia Morata). Dato che la Riforma non è soltanto un processo storico, ma vivo fino ad oggi, la Rete delle Donne sta raccogliendo inoltre testimonianze di e interviste con donne che con
lo spirito della Riforma all’interno della CELI sono state «colonne
portanti» del lavoro svolto nelle comunità dell’ultimo mezzo secolo. In alcuni casi abbiamo già trovato delle indicazioni utili.
Siamo liete di ogni ulteriore contributo dalle comunità da inserire nella nostra documentazione.
Gisela Salomon,
referente nazionale della Rete delle Donne
www.chiesaluterana.it
www.chiesaluterana.it
Schauen Sie doch mal
auf die Homepage der ELKI – CELI.
Sulla homepage
della ELKI – CELI
Hier finden Sie u.a. die wichtigsten
Informationen über unsere Kirche,
Beiträge von der Synode in Gesamtlänge,
zur Theologie und zu aktuellen Themen,
Veranstaltungshinweise, Pressemitteilungen,
MITEINANDER/INSIEME
in deutscher Sprache.
troverete le informazioni dettagliate
sulla nostra chiesa, i rapporti completi
su Sinodo, teologia e temi attuali,
notizie su manifestazioni,
comunicati stampa e
MITEINANDER/INSIEME
in lingua italiana
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FRAUENNETZWERK • LA RETE DELLE DONNE
Treffpunkt Triest
Punto d’incontro Trieste
Frauennetzwerk-Seminar über die
Patientenverfügung
Seminario della Rete delle donne sul
testamento biologico
Es war noch ganz schön heiß, als wir, Margret Marocchini
und ich, am Samstag, den 24. September 2011 in den
Zug stiegen und von Verona gen Osten fuhren. Im Zug
stießen wir dann auch bald auf zwei andere Frauen aus
unserer Gemeinde, die mit uns auf dem Weg nach Triest
waren, um an einem Wochenende des Frauennetzwerkes
teilzunehmen. Unsere Regionalreferentin Heidi Leers war
schon einen Tag früher gefahren, da das nationale Treffen
der Referentinnen des Frauennetzwerkes vorher stattfand.
Unsere Veranstaltung war für alle interessierten Frauen aus
der Region Nord-Ost geplant, und das Thema, über das
wir informiert werden und das wir diskutieren wollten,
war »Patientenverfügung« bzw. »Testamento biologico«.
Kein einfaches Thema… Und heimlich schaute ich mir ein
bisschen neidisch die Touristen an, die in Mestre den Zug
Richtung Venedig nahmen, während wir in der Hitze auf
unseren Anschlusszug warteten, den wir vor lauter »chiacchiere« dann auch noch verpassten, was uns eine weitere Stunde Aufenthalt bescherte.
In Triest wurden wir dann schon sehnlichst erwartet, da
die anderen Frauen nicht einfach ohne uns anfangen
wollten. Wir wurden abgeholt, mit Kaffee und Kuchen gestärkt, und dann ging es auch schon los.
Faceva ancora molto caldo, quando Margret Marocchini ed
io siamo salite sul treno sabato 24 settembre 2011 a Verona in direzione est. In treno abbiamo incontrato anche
altre due donne della nostra comunità che stavano andando a Trieste per partecipare al week-end organizzato dalla
Rete delle donne. La nostra referente regionale Heidi Leers
era partita già il giorno prima per prendere parte all’incontro nazionale delle referenti della Rete delle donne. La nostra iniziativa era stata programmata per tutte le donne interessate della regione nordorientale ed il tema su cui saremmo state informate e su cui volevamo discutere era il
«testamento biologico». Non un tema semplice e di nascosto guardavo con un po’ di invidia i turisti che a Mestre
prendevano il treno per Venezia, mentre noi nel gran caldo
aspettavamo la coincidenza, che a forza di molte «chiacchiere» abbiamo anche perso, restando così ancora un’ora
in stazione.
Zuerst sprach Diakonin Katja Krummacher aus Rom. Sie
führte uns in das Thema ein und erklärte, in welchem
Spannungsfeld sich die Problematik »Lebensende« befindet: dem Auftrag des Arztes, Leben zu retten und dem
Recht des Patienten, eigene Entscheidungen zu treffen.
Als Deutsche, die in Italien lebt, hat Frau Krummacher sowohl die deutsche rechtliche Situation, als auch die italienische erläutert, wobei letztere gerade in Veränderung begriffen ist, da im Moment ein Gesetzesentwurf (D.D.L.
»Calabrò«) diskutiert wird, der die Möglichkeiten des einzelnen Arztes, lebensverlängernde Maßnahmen einzuschränken, verhindern soll. Es führt zu weit, hier den ganzen Inhalt des Vortrages wiederzugeben, und ich verweise
auf den Artikel von Frau Krummacher in der MITEINANDER-Ausgabe 5/2011, aber eine Gedankenanregung, die
mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, möchte ich
hier doch anführen. Mir wurde bewusst, wie stark die
Sprache die Einstellung zu einem Thema beeinflusst. Während in Italien vor allem von »eutanasia« gesprochen
wird, was doch sehr stark nach »töten« klingt und vor
allem uns Deutsche an das 3. Reich erinnert, spricht man
in Deutschland vorwiegend von »Sterbehilfe«, ein Wort,
in dem zwei Bedeutungen anklingen: einerseits die Hilfe
zum Sterben, andrerseits Hilfe im Sinne von Sterbebegleitung.
Der zweite Vortrag wurde von der waldensischen Pastorin
Caterina Griffante gehalten. Sie beleuchtete das Thema
von einem theologischen Gesichtspunkt. Der Wunsch zu
sterben, ist aus protestantischer Sicht keine Auflehnung
A Trieste ci aspettavano già con trepidazione dato che le
altre donne non volevano iniziare senza di noi. Sono venute a prenderci, siamo state rifocillate con dolce e caffé per
poi finalmente cominciare.
Per prima ha parlato la diacona Katja Krummacher di
Roma. Ci ha introdotto nel tema e ci ha spiegato quale
conflittualità sorge dalla problematica della «fine della
vita»: da una parte c’è il compito del medico di salvare vite
e dall’altra il diritto del paziente di prendere le proprie decisioni. In quanto tedesca che vive in Italia la signora
Krummacher ha illustrato sia la situazione giuridica tedesca che quella italiana, quest’ultima in fase di modifica,
dato che al momento viene discusso il disegno di legge
(D.D.L. «Calabrò») che dovrebbe impedire al singolo medico le possibilità di limitare misure atte a prolungare la vita.
225
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gegen Gott, sondern die Auflehnung gegen den Schmerz,
der uns das Leben nicht mehr als Gottes Geschenk empfinden lässt. Wir haben nicht nur das Recht zu leben, sondern auch das Recht zu sterben, und unsere Aufgabe ist
es, uns des Sterbens anzunehmen und es nicht einfach
auszugrenzen. Das Leiden als Weg zum Paradies war jahrhundertelang und ist auch heute noch ein Gedanke, der
die katholisch geprägte Kultur beeinflusst. Dahingegen
lässt der protestantische Glaube an die Gnade Gottes, die
an eine persönliche Beziehung zu Gott und nicht an unsere »Werke« gebunden ist, dem Menschen mehr Freiheit
und eine größere Verantwortung, über sich selbst zu bestimmen. Die italienische Pastorin wies darauf hin, dass
die italienische Rechtslage sehr stark von der Sicht der katholischen Kirche beeinflusst ist, die sich vor allem in letzter Zeit zunehmend der Themen des Lebensanfangs und
des Lebensendes bemächtigt. Gleichzeitig nützen opportunistische Politiker die starke Position der katholischen
Kirche, um politischen Konsens zu finden, indem sie sich
auf deren Seite stellen und mit plakativen Slogans eine differenzierte Diskussion des Themas verhindern.
Den Vorträgen folgte eine intensive Diskussion, bei der
klar wurde, dass vor allem diejenigen, die schon Angehörige auf dem letzten Weg begleitet hatten, einen wichtigen Beitrag leisten konnten, da das Thema eigentlich
nicht abstrakt diskutiert werden kann, sondern immer von
den vielen einzelnen Fällen, die auftreten können, ausgegangen werden muss. Aber auch das Bewusstsein, in
einem Staat zu leben, in dem dieses Problem anders geregelt wird, als es unserem Empfinden entspricht, hat viele
von uns betroffen gemacht. Schon während des Seminars
führte diese Betroffenheit zu konkretem Handeln: Nachdem Beppe Englaros Leidensweg in den Vorträgen als Beispiel angesprochen worden war, schlug eine der Teilnehmerinnen spontan vor, ihm einen Solidaritätsbrief zu schicken, was dann am nächsten Tag auch in die Tat umgesetzt wurde.
Sarebbe troppo lungo riportare per intero il contenuto
della relazione e rimando pertanto all’articolo della signora Krummacher apparso in MITEINANDER/INSIEME-edizione 5/2011, ma vorrei citare uno spunto di riflessione
che mi ha particolarmente colpito. Mi sono resa conto di
quanto la lingua possa fortemente influenzare l’opinione
che possiamo farci su un tema. Mentre in Italia si parla soprattutto di «eutanasia», che suona molto come «uccisione» e che soprattutto noi tedeschi associamo con il Terzo
Reich, in Germania si parla prevalentemente di «Sterbehilfe», un termine in cui risuonano due significati, da una
parte l’aiuto nel morire e dall’altra l’aiuto nel senso dell’accompagnamento nel morire.
La seconda relazione è stata tenuta dalla pastora valdese
Caterina Griffante che ha illustrato il tema dal punto di
vista teologico. Il desiderio di morire dal punto di vista protestante non è una ribellione nei confronti di Dio, ma nei
confronti del dolore, che non ci fa più percepire la vita
come un dono di Dio. Non abbiamo soltanto il diritto di vivere, ma anche il diritto di morire ed è nostro compito accettare la morte e non escluderla semplicemente. La sofferenza come cammino verso il Paradiso è stato per secoli ed
è ancora oggi un pensiero che influenza la cultura cattolica. Al contrario la fede protestante nella grazia di Dio, che
è legata ad una relazione personale con Dio e non alle nostre «opere», dà alle persone maggiore libertà e maggiore
responsabilità per l’autodeterminazione. La pastora italiana ha segnalato che la situazione giuridica italiana è fortemente influenzata dall’opinione della Chiesa cattolica che
soprattutto negli ultimi tempi si è sempre più occupata dei
temi dell’inizio e della fine della vita. Allo stesso tempo politici opportunisti hanno sfruttato la forte posizione della
Chiesa cattolica per trovare un consenso politico mettendosi dalla sua parte ed evitando con slogan ad effetto una
discussione differenziata sull’argomento.
Alle relazioni è seguito un intenso dibattito in cui è risultato chiaro che soprattutto chi aveva già accompagnato i
propri parenti nella fase terminale della vita poteva dare
un importante contributo, dato che il tema non può essere trattato in maniera astratta, ma va sempre affrontato
partendo dai tanti singoli casi che possono presentarsi.
Anche la consapevolezza di vivere in uno stato in cui il
problema è regolato in modo diverso da quanto corrisponda alla nostra sensibilità, ha colpito molte di noi. Già durante il seminario questa consapevolezza ha portato ad
un’azione concreta: dopo che nelle relazioni era stato
preso come esempio il calvario di Beppe Englaro, una delle
partecipanti ha proposto spontaneamente di inviargli una
lettera di solidarietà, cosa che è stata realizzata il giorno
successivo.
Wir hätten wohl stundenlang weiterdiskutiert, wenn unsere Organisatorinnen nicht dazu gedrängt hätten, uns auf
den Weg zu unserem Abendessen zu machen. Sie hatten
Tische in einer Pizzeria reservieren lassen, in der wir im
Freien auf einem wunderschönen Platz essen konnten.
Und jetzt hatten wir auch die Gelegenheit, mit Frauen anderer Gemeinden ins Gespräch zu kommen. Es ist erstaunlich, wie viele Gemeinsamkeiten man als deutsche evan-
226
Avremmo continuato a discutere ancora per ore se le nostre organizzatrici non ci avessero sollecitato a metterci in
cammino per andare a cena. Avevano prenotato dei tavoli in una pizzeria in cui abbiamo potuto cenare all’aperto
in una piazza meravigliosa. Così abbiamo avuto anche
l’opportunità di parlare con donne di altre comunità. È sorprendente quante cose in comune abbiamo come donne
evangeliche tedesche in Italia, quanti temi su cui possiamo
confrontarci e in che maniera diversa, personale e creativa
ognuna di noi si confronti con la propria realtà.
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gelische Frauen in Italien hat, wie viele Themen, über die
man sich austauschen kann und wie unterschiedlich, individuell, kreativ jede mit ihrer Situation umgeht.
Nach dem Essen ging es ins Hotel. Vor dem Schlafen hielt
Andrea Burgenmeister aus Meran eine kleine Andacht:
Wie schön, diesen intensiven Tag dankbar in Gottes Hand
zurückzulegen!
Am
nächsten
Morgen
herrschte schon ein bisschen Aufbruchstimmung.
Einige Frauen, die als Regionalreferentinnen auch zu
dem oberitalienischen Treffen geblieben waren, mussten sich auf den Weg machen, um ihre weit entfernten Wohnorte zu erreichen.
Wer blieb, durfte an einem
ganz besonderen Gottesdienst teilnehmen. Der Pfarrer aus Triest war beruflich
unterwegs, und so wurde
der Gottesdienst von uns
Frauen selbst gehalten. Die
lokale Predigerin Gudrun
Martini gestaltete die Liturgie, die nationale Referentin des Frauennetzwerkes Gisela
Salomon hielt die Predigt, andere Frauen lasen den Bibeltext oder die Fürbitten. Von »Konsumenten« des Gottesdienstes wurden wir zu »Akteurinnen«. Für mich war dieser Gottesdienst Höhepunkt des Wochenendes. Sehr stark
habe ich dabei empfunden, was es heißt Gemeinschaft zu
sein, eine Gemeinschaft, die sich physisch nur für kurze
Zeit zusammengefunden hat, aber spirituell weiterbesteht, vielleicht schon vorher bestanden hat und auf unserem gemeinsamen Glauben beruht.
Nach einem gemütlichen Beisammensein in der Kirche
mit Mitgliedern der Ortsgemeinde führte uns Gudrun
durch das sommerlich heiße und strahlend schöne Triest.
Wir füllten unsere Lungen mit Meeresluft, unsere Augen
mit Mittelmeerbläue, und dann war es Zeit, uns wieder
auf den Heimweg zu machen, müde, aber voller Gedanken und Bilder, die mich, aber sicherlich auch alle anderen
Frauen, noch lange begleiten werden.
Dopo cena siamo tornate in albergo. Prima di andare a
dormire Andrea Burgenmeister di Merano ha tenuto una
piccola funzione: che bello poter riporre con gratitudine
nelle mani di Dio questa giornata così intensa!
La mattina dopo c’era già una certa aria di smobilitazione
dato che alcune donne che erano rimaste come referenti regionali anche all’incontro
dell’Italia del Nord,
dovevano ripartire per raggiungere i loro luoghi di
residenza lontani. Chi è rimasta
ha potuto partecipare ad un
culto molto particolare. Il pastore
di Trieste era
fuori città per lavoro e cosi il
culto è stato celebrato da noi
donne. La predicatrice locale Gudrun Martini ha
celebrato la liturgia, la referente nazionale della Rete delle
donne Gisela Salomon ha tenuto la predica, altre donne
hanno letto il testo della Bibbia o le invocazioni. Da «consumatrici» del culto siamo diventate «attrici». Per me questo
culto è stato il clou del week-end. Ho potuto sentire intensamente cosa significhi essere una comunità, una comunità
che si è incontrata fisicamente solo per un breve periodo
ma che continua a sussistere spiritualmente e che forse esisteva già prima e che si basa sulla nostra fede comune.
Dopo un piacevole incontro nella chiesa con altri membri
della comunità ospitante Gudrun ci ha accompagnato attraverso la bella e soleggiata Trieste. Abbiamo riempito i
nostri polmoni dell’aria di mare, i nostri occhi con il blu del
Mediterraneo e poi è giunta l’ora di tornare a casa, stanche, ma piene di pensieri ed immagini che mi faranno compagnia cosi come sicuramente anche alle altre donne ancora per molto tempo.
Christine Schenk, Verona, September 2011
Fotos: Heidi Leers
Christine Schenk, Verona, settembre 2011
Foto: Heidi Leers
Traduzione: Maria Clara Finetti
Redaktion • Redazione
MITEINANDER–INSIEME ist ein Informationsorgan des Konsistoriums der ELKI und wird von diesem herausgegeben. Kreative Mitarbeit von vielen ist erwünscht und wichtig. Beiträge können per E-Mail unter der Adresse [email protected]
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der eingegangenen Artikel kann nicht übernommen werden.
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importante, una collaborazione creativa da parte di tanti. Gli scritti possono essere inviati per e-mail alla redazione utilizzando
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227
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Elvira Henni Angela
Ackermann
Elvira Henni Angela
Ackermann
Die neue Pressereferentin des Frauennetzwerks
stellt sich vor
La nuova addetta stampa della Rete delle donne si
presenta
Ich habe am 12. Juni 1964 in Hamburg das Licht der Welt erblickt. Meine Mutter ist Italienerin (Agrigent) und mein Vater,
der leider schon im Jahre 1985 an Krebs starb, war Deutscher
(Cuxhaven). Ich habe nach dem Fachabitur an der Fremdsprachenschule Hamburg das Miramar College in
San Diego (USA) besucht, wo ich einige Jahre englisch studierte und die
»neue» Welt kennenlernte. Nach
dem Tod meines Vaters bin ich meiner Mutter nach Livorno (Toskana)
gefolgt, wo ich die letzten 20 Jahre
überwiegend verbracht habe. Ich
hatte das Glück, unsere wunderbare
Erde mehrmals zu umreisen und
habe in den USA, in der Südsee und
in Neuseeland gearbeitet.
Am 20. Mai 2003 hat mir Gott das
größte Geschenk bereitet: Mein
Sohn Filippo Sebastião kam zur Welt!
Vor vier Jahren habe ich im Chianti
meinen gegenwärtigen Lebensgefährten Mirko Spuri kennengelernt
und seit zwei Jahren leben wir glücklich und zufrieden in Genua, wo
unser Sohn seit September 2009 die
Deutsche Schule besucht. In den ersten Jahren meines Berufslebens arbeitete ich in der Tourismusbranche.
Nach einem 3-jährigen Studium
legte ich 1995 erfolgreich meine Sommelière-Prüfung ab und
arbeite seitdem mit Leidenschaft in der Weinbranche. Heute
bin ich, zusammen mit meiner besseren Hälfte Mirko, Besitzerin einer Vinothek (Enoteca Squillari) im Westen Genuas.
Sono nata il 12 giugno 1964 ad Amburgo. Mia madre è italiana (di Agrigento) e mio padre, che purtroppo è morto di cancro già nel 1985 era tedesco (di Cuxhaven). Dopo la maturità
al Liceo linguistico di Amburgo
ho frequentato il Miramar College a San Diego (U.S.A.) dove ho
studiato l’inglese per alcuni anni
e ho conosciuto il «nuovo»
mondo. Dopo la morte di mio
padre ho seguito mia madre a
Livorno (in Toscana) dove ho
passato la maggior parte degli
ultimi 20 anni. Ho avuto la fortuna di viaggiare in lungo e in
largo per il nostro meraviglioso
mondo e ho lavorato negli
U.S.A., nei mari del Sud e in
Nuova Zelanda. Il 20 maggio
2003 Dio mi ha donato il regalo
più grande con la nascita di mio
figlio Filippo Sebastião! Quattro
anni fa nel Chianti ho conosciuto il mio attuale compagno
Mirko Spuri e da due anni viviamo insieme felicemente a Genova dove nostro figlio dal settembre del 2009 frequenta la Scuola Germanica di Genova. Nei
primi anni della mia vita professionale ho lavorato nel settore
del turismo. Dopo un corso di studi di 3 anni nel 1995 ho superato con successo l’esame di Sommelière e da allora lavoro
con passione nel settore vinicolo. Oggi, insieme alla mia dolce
metà Mirko, sono proprietaria di una vinoteca (Enoteca Squillari) nella parte occidentale di Genova.
Seit ungefähr einem Jahr bin ich Kirchenvorstandsmitglied
der Gemeinde Genua, in der ich mich sehr wohl fühle. Ich
habe besonders gern mit unserer ehemaligen Pastorin Maike
Bendig gearbeitet und hoffe nun auf eine fruchtreiche Zusammenarbeit mit unserem neuen Pastor Jakob Betz. Ich
möchte auch in Zukunft einen Teil meiner (begrenzten) Zeit,
meiner Ideen und meiner angeborenen Lebensfreude in die
Gemeindearbeit einbringen.
Da circa un anno sono membro del Consiglio di chiesa della
comunità di Genova in cui mi sento molto a mio agio. Ho lavorato con molto piacere con la nostra ex pastora Maike Bendig e spero di poter avere ora una collaborazione fruttuosa
con il nostro nuovo pastore Jakob Betz. Anche in futuro vorrei
mettere al servizio della comunità parte del mio tempo (ridotto), delle mie idee e della mia gioia di vivere innata.
Vor einigen Monaten trat Gabi Schmidt, die damalige Genueser Delegierte des Frauennetzwerkes, zurück. Zusammen mit
meiner italienischen Kollegin Simona Ageno habe ich Gabis
Posten übernommen. Während des Referentinnentreffens in
Triest (23.-25.09.2011) wurde ich offiziell von der Nationalreferentin, Frau Gisela Salomon, und den anwesenden Referentinnen zur »Pressefrau« des Frauennetzwerkes erklärt. Ich
habe meine neue Aufgabe mit Engagement und Freude begonnen und hoffe, einen aktiven Beitrag zur Kommunikation
zwischen den Frauen unseres Netzwerkes und der ELKI leisten
zu können.
Alcuni mesi fa Gabi Schmidt, l’ex delegata della Rete delle
donne della comunità di Genova si è dimessa. La mia collega
italiana Simona Ageno ed io abbiamo preso il posto di Gabi.
Nel corso dell’incontro delle referenti a Trieste (23.25.09.2011) sono stata ufficialmente nominata «addetta
stampa» della Rete delle donne dalla referente nazionale, la
signora Gisela Salomon, e dalle referenti presenti. Ho iniziato
il mio lavoro con gioia ed impegno e spero di poter dare un
contributo attivo alla comunicazione fra le donne della nostra
Rete e della CELI.
Traduzione: Maria Clara Finetti
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MEDIEN • MEDIA
Giorgio Tourn
Risorgimento e chiese cristiane
Editrice: Claudiana
216 pagine
Euro: 13,50
Piccola collana moderna, vol. 138
Cod. 978-88-7016-867-9
In queste pagine lo storico Giorgio Tourn riflette sull'esperienza
religiosa vissuta nel quadro del
Risorgimento da quegli italiani
che, collegati al cristianesimo
evangelico, si inserirono in
modo attivo nel progetto unitario al punto da farlo proprio,
benché in modo specifico e non
acritico.
L'ottica con cui gli evangelici
guardavano all'Italia risorgimentale era particolare: non
era quella carbonara, mazziniana, garibaldina, repubblicana, moderata o radicale, ma,
appunto, quella «evangelica», ovvero aveva carattere religioso. Calandosi nel processo storico, gli evangelici non si identificavano con esso, che né risolveva né realizzava il loro ideale,
e d'altra parte, pur distanziandosene, non se ne dissociavano.
Giorgio Tourn
Alcune citazioni dall’introduzione:
«Volendo ricorrere a un’immagine paradossale, che, va subito
detto, essi non usarono mai, potremmo dire che guardavano
alla realtà del paese immaginando di essere in compagnia di
Gesù e dei suoi discepoli. La loro dimestichezza con il testo biblico li induceva a identificarsi con quelli e guardare le città e
le campagne italiane come la Galilea, la Giudea, Gerusalemme e Capernaum del testo biblico, e l’interrogativo di fondo,
che muoveva la loro ricerca e ogni loro ragionamento, era scoprire che cosa avrebbero detto e fatto Pietro, Giovanni e Matteo al posto loro.
L’Italia risorgimentale, come la Palestina del Nuovo Testamento, era profondamente religiosa e tutta la predicazione di
Gesù e degli apostoli era stata determinata da questa religiosità dell’ambiente, quella dei sacerdoti politicanti e dei farisei
bigotti. Il racconto evangelico in quest’ottica non era il fossile
religioso trasmesso nei secoli dall’istituzione e neppure il suo
archivio dogmatico, ma la filigrana che soggiace alla realtà e
ne svela il senso.»
«Modesto saggio il nostro che, non avendo intendimenti storiografici ma divulgativi, si limita a fornire al lettore poco informato notizie su pagine della storia patria, meritevoli peraltro di qualche attenzione, mentre agli evangelici desidera ricordare esperienze di profonda vita spirituale del loro passato
e figure esemplari di credenti.»
L’autore
Giorgio Tourn (1930), pastore valdese, ex presidente della Società di studi valdesi e del Centro culturale valdese a Torre Pellice, è studioso di Giovanni Calvino di cui ha tradotto alcune
opere, in particolare l’Istituzione della Religione cristiana (Torino, Utet, 1971), e curato l’edizione del De aeterna Dei praedestinatione (Torino, Claudiana, 2011).
Tra le sue opere: I protestanti, una rivoluzione, vol. 1: Dalle
origini a Calvino (1993); I protestanti, una società, vol. 2: Da
Coligny a Guglielmo d’Orange (2007); saggi di cultura biblica
e teologica quali Elia (2005) e La predestinazione nella Bibbia
e nella storia (2008), tutti pubblicati da Claudiana.
Tommaso D’Incalci
Abramo
Editrice Claudiana
48 pagine
Euro 10,00
Formato 20,5 x 22,5 cm
ISBN 978-88-7016-848-8
«Hai mai pensato di
contare tutte le stelle
del cielo?» gli chiese il
Signore con un tono di
sfida. Abramo non capiva il senso di quella
domanda: «Un’intera
vita non mi basterebbe, sono infinite…»
seppe solo dire. «Proprio come sarà la tua
discendenza!» concluse
il Signore.
• Abramo e la promessa divina di un figlio che non arriva
• Agar e la nascita di Ismaele
• Il figlio di Sara, Isacco, e la richiesta del suo sacrificio
Il volume sarà tradotto e pubblicato in lingua tedesca durante l’anno 2012.
Tommaso D’Incalci
vive e lavora a Ravenna. Ha studiato scenografia presso l’Accademia di Belle Arti di Torino. Nel 2005 è stato selezionato
per la mostra degli illustratori alla Fiera del libro per ragazzi di
Bologna con un progetto tratto dal libro della Genesi. Ha collaborato e collabora con le editrici Elledici, Ave, ADPS London,
Il pozzo di Giacobbe, Loescher, Hamlin Publishing, Edizioni
Messaggero di Padova, Edizioni San Paolo di Milano, Edizioni
Paoline di Roma, Theatre de la Grande Ourse di Montpellier
ed Editore Moruzzi di Bologna.
Per Claudiana ha illustrato Gesù di Nazaret, uno straordinario
viaggiatore (2009), Davide (2009), e ha pubblicato L’Arca di
Noè (2010).
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Filippo Melantone
La confessione augustana (1530)
La prima formalizzazione del messaggio della
Riforma
a cura di Paolo Ricca
Postfazione di Holger Milkau
Collana Melantone - Opere scelte, 2
Testo originale a fronte
326 pagine + 8 pagine di illustrazioni
Formato 14,5 x 21 cm cartonato
Euro 32,00
Cod. 978-88-7016-762-7
Scritta da Filippo Melantone, amico e collaboratore
di Lutero, letta pubblicamente nella Dieta di Augusta del 1530 alla presenza
dell’imperatore Carlo V, la
Confessione augustana è il
primo «manifesto» della
cristianità protestante e la
prima presentazione organica della fede evangelica
nei suoi contenuti essenziali. Con questo documento
la Chiesa della Riforma luterana fa per la prima volta
la sua apparizione sul palcoscenico politico d’Europa. Al centro della Confessione c’è
l’Evangelo della grazia gratuita, immeritata e incondizionata
di Dio e la riscoperta della libertà cristiana, compresa quella di
riformare la Chiesa.
Lutero ne scrisse: «Mi piace davvero molto; non saprei correggere o modificare nulla», mentre il teologo cattolico Daniel
Olivier l’ha definita «il bilancio coscienzioso di dieci anni di riforma della Chiesa, nel nome dell’Evangelo».
Paolo Ricca
pastore valdese, è stato docente di Storia del cristianesimo
(1976-2002) presso la Facoltà valdese di Teologia di Roma. È
professore ospite del Pontificio Ateneo Sant’Anselmo di Roma.
Presso Claudiana ha pubblicato, fra l’altro: Le 95 Tesi di Lutero e la cristianità del nostro tempo (con G. Tourn, 1998), Gli
evangelici e Maria (con G. Tourn, 2005), Il cristiano davanti
alla morte (2005), Grazia senza confini (2006), Paolo Ricca
risponde (2007), Davanti a Dio. Leggendo i Salmi (2008),
Come in cielo, così in terra. Itinerari biblici (2009), Le ragioni
della fede (2010). Direttore della Collana «M. Lutero - Opere
scelte», ha curato i seguenti volumi: Gli articoli di Smalcalda.
I fondamenti della fede (1537-38) (1992), La libertà del cristiano (1520) (2005) e Alla nobiltà cristiana della nazione tedesca (1520) (2008).
• Le idee che nel Cinquecento cambiarono la storia d’Europa
• I capisaldi della fede protestante
• Da una nuova comprensione dell’evangelo a una nuova definizione del ruolo della comunità cristiana nel mondo e
nella storia
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A cura della Federazione delle Chiese Evangeliche
in Italia - Introduzione di Paolo Ricca
Un giorno una parola
Letture bibliche quotidiane per il 2012
284 pagine + 12 ill. a colori
Formato 12 x 16 mm
10,00 Euro
ISBN: 978-88-7016-853-2
Le famose Losungen, testi biblici
e meditazioni giornaliere, preparate ogni anno, a partire dal
1731, dalla Chiesa evangelica
dei Fratelli Moravi (Unità dei Fratelli di Herrnhut). La presente edizione, tradotta e adattata per il
lettore italiano, è la 282a.
Paolo Ricca ha insegnato Storia
del cristianesimo presso la Facoltà valdese di Teologia di Roma.
La Facoltà di Teologia di Heidelberg gli ha conferito la laurea honoris causa. È spesso ospite
della trasmissione di Radio 3 Uomini e profeti.
• Un invito alla lettura quotidiana della Bibbia
• Uno strumento di comunione spirituale intorno al testo biblico
• Un lezionario ecumenico di passi biblici e meditazioni giornaliere
Peter Ciaccio
Il vangelo secondo Harry Potter
La cultura cristiana nella serie di Harry Potter
Come affrontare la vita con la Bibbia in una
mano e la bacchetta magica nell’altra
Prefazione di Dario E. Viganò
112 pagine
Euro 10,00
Nostro tempo, 112
Formato 14,5 x 21 cm
ISBN 978-88-7016-871-6
dorso 8 mm
Il vangelo secondo Harry Potter
non è un apocrifo neotestamentario da poco ritrovato in un
mercatino mediorientale, bensì
un’analisi teologica – ma anche
psicologica, esistenziale, politica e sociale – delle tematiche
spirituali, nei molteplici sensi del
termine, che affiorano nella
saga fantasy di J.K. Rowling.
Benché diversi credenti, e non
solo, considerino il ciclo di Harry
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Potter un veicolo di modelli negativi, se non addirittura satanici, molti altri vi trovano invece, tra le altre, significative tracce
della cultura ebraico-cristiana.
Peter Ciaccio propone così una lettura che mette in luce i parallelismi tra il mondo della teologia, quello della fantasia e
quello reale.
Evidenzia molte questioni chiave della vita umana e della fede
cristiana nonché numerose analogie, una delle più straordinarie delle quali è quella tra Dolores Umbridge, diligente funzionaria del Ministero della Magia, e Adolf Eichmann, organizzatore della «soluzione finale» nella Germania nazista.
Paolo Ricca
• Spiritualità e teologia cristiana nella serie di J.K. Rowling
• Il maghetto di Hogwarts e le questioni fondamentali della
fede cristiana
• La vocazione, il potere, la predestinazione, la morte, l’escatologia, l’amore...
Commissionato nella seconda metà del Cinquecento dall’Elettore Federico III
del Palatinato, il Catechismo di Heidelberg del 1563
è un classico della fede cristiana riformata, di cui
offre uno dei compendi meglio riusciti.
Spiegando con rara chiarezza che cos’è il cristianesimo, il suo rigoroso discorso teologico è tuttavia animato, cosa assai rara in un
catechismo, da un afflato
di viva pietà.
Il teologo Paolo Ricca lo illustra punto per punto evidenziando
la sua attualità nelle complessità del mondo contemporaneo.
Peter Ciaccio
Pastore metodista, si è laureato alla Facoltà valdese di Teologia con una tesi sui modelli pastorali nel cinema di Ingmar
Bergman. Si occupa del rapporto tra fede cristiana e cinema,
con incursioni nella letteratura, ed è tra i fondatori dell’Associazione protestante cinema «Roberto Sbaffi».
Geschenkidee für Weihnachten
Der Feste-Burg-Kalender 2012
200 evangelisch-lutherische
Pfarrer verfassen jährlich für
den Feste-Burg-Kalender
Andachten und Gebete. Für
jeden Tag finden Sie eine
knappe
Bibelauslegung
nach der Jahresbibelleseordnung sowie ein Gebet.
Der Feste-Burg-Kalender
hilft, im Alltag innezuhalten
und auf Gottes Wort zu
hören. Er ist klein, handlich
und dank der großen
Schrift gut lesbar.
Der Kalender erscheint
2012 im 91. Jahrgang. Es
war Pastor Richard Kabitz (23. März 1877 bis 14. Januar
1956), damals tätig in Gemünden im Westerwald, der den
Kalender erstmals für das Jahr 1922 ins Leben gerufen hat.
Kabitz, von 1927 bis 1939 im schlesischen Schwirz (Kreis
Namslau) und ab 1939 im Schwarzwald im Warthegau, wo
ihm das Superintendentenamt übertragen wurde, behielt
den Kalender als Herausgeber bis zu seinem Tod in der Hand,
auch als er 1945 nach der Flucht wieder nach Gemünden zurückkam. Der letzte von ihm redigierte Jahrgang ist der von
1957.
Hier einige Infos zum neuen Kalender für das Jahr 2012:
Herausgeber: Probst Gert Kelter, Görlitz
Gesamtherstellung: Freimundverlag, Neuendettelsau
ISBN: 978-3-86540-101-4
Preis: 9.50 € + Versandkosten bei Bestellung im Internet unter
http://www.feste-burg-kalender.de
La fede cristiana evangelica
Un commento al Catechismo di Heidelberg
Editrice Claudiana
284 pagine
19,00 Euro
I libri di Paolo Ricca, 6
Formato 14,5 x 21 cm
ISBN: 978-88-7016-668-2
• Domande e risposte per l’insegnamento della dottrina riformata
• Una sintesi felice di fede, dottrina e pietà
• «Una riproduzione geniale della sostanza dell’intera Riforma»
Paolo Ricca
ha insegnato Storia del cristianesimo presso la Facoltà valdese
di Teologia di Roma. La Facoltà di Teologia di Heidelberg gli ha
conferito la laurea honoris causa.
Die MITEIANDER-Redaktion wünscht
allen Leserinnen und Lesern ein
gesegnetes Weihnachtsfest und
einen guten Rutsch in ein gesundes und
glückliches Neues Jahr 2012!
La Redazione di INSIEME augura
a tutti i lettori e a tutte le lettrici
un Buon Natale e un
Felice Anno Nuovo 2012 pieno di salute
e benedetto dal Signore!
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No bandiere
No bandiere, vivi ancora
madre di un’idea non tremare
nei campi umidi di ostilità
lacrima il piombo che và
Colora i fucili e poi, contro i capi poi
spara l’amore che hai
perché non sei nato per fare il soldato
Per chi non c’è mai.
Nasce un uomo, cambia il mondo
e anche lui non fa più ritorno
madre di pace e di tenera età
Spingi quel freno pietà
Stringiamoci uniti noi, contromano e poi
Diamogli il senso che ha
La vita davvero è un dono sincero
Non perderlo mai. No bandiere.
(Umberto Tozzi, 1996)
Foto: Micniosi (public domain)
MITEINANDER
ist das Organ der
»Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien«
INSIEME
è l’organo della «Chiesa Evangelica
Luterana in Italia»
mit Sitz im Dekanat in Rom • con sede a Roma nel Decanato
Via Aurelia Antica, 391, 00165 Roma, Tel. 06 66 03 01 04, Fax 06 66 01 79 93,
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BIC GENODEF1EK1, Verwendungszweck / causale: Miteinander/Insieme
Autor. Trib. Bolzano 26/11/1968, n° 39/49
Stampa • Druck: Ferrari-Auer, Bolzano • Bozen - Copie • Auflage: 3000 - n. 6-2011 - Siap.n.s. 50 %