und Lernimpulse Weihnachtszicklein

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und Lernimpulse Weihnachtszicklein
Das Weihnachtszicklein
Themenbuch
Lernimpulse – Spiel-Aktivitäten –
Basteltipps zur Weihnachtszeit
Inhaltsverzeichnis
1. DAS WEIHNACHTSZICKLEIN
1.1.
Kurze Inhaltsangabe
1.2.
Begriffserklärung „Pashmina“
1.3.
Die Angoraziege
1.4.
Natur und Sachbegegnung
2. WEIHNACHTEN MIT PASHMINA: BASTELANGEBOT
2.1.
Weihnachtsbild aus Märchenwolle
2.2.
Adventskalender mit Wichtelzwergen aus Wolle
2.3.
Zicklein aus Tonkarton und Märchenwolle
2.4.
Ziegen und andere Krippentiere
2.5.
Krippenfiguren aus Filz und Wolle
2.6.
Filzen von Pashmina Zicklein
2.7.
Pashminas Weihnachtsbaum schmücken
2.8.
Weihnachtliche Fadenbilder – Klappbild
2.9.
Faltstern basteln
3. VON DER WOLLE ZUM PULLOVER
3.1.
Wollverarbeitung
3.2.
Besuch einer Spinnerei oder Weberei
3.3.
Weben mit Naturmaterial
3.4.
Fadenzähler
3.5.
Materialbild zum Fühlen
4.
VON DER MILCH ZUM KÄSE
4.1.
Wie kommen die Löcher in den Käse?
4.2.
Schmeckspiel
4.3.
Rezept mit Käse
4.4.
Hüpf-Spiel: Löcher im Käse
5.
UM DIE ZIEGE HERUM
5.1.
Erlebnisturnen: Die Zicklein auf dem Berge
5.2.
Winterrätsel zur Bilderbuchgeschichte
5.3.
Sprachspiel
5.4.
Zungenbrecher
5.5.
Fingerspiel und Vers
5.6.
Der Bauernhof
5.7.
Der Sockenstopf-Rap
5.8.
Spiellied: Wer will die fleißigen Handwerker sehn
1. DAS WEIHNACHTSZICKLEIN
Als Einführung machen wir einen kleinen Zeitsprung von etwa 5000 Jahren in die
Vergangenheit. So weit lässt sich nämlich die Entstehung und Verwendung der Mohairwolle
zurückverfolgen. An dieser Stelle stoßen wir auf eine kleine mystische Geschichte:
Sie spielt im Himalaya. Erstmals versuchten Menschen dort zu leben.
Eines Tages kamen Ziegen, die unseren heutigen Angoraziegen entsprechen, von oben
herab aus den Wolken zu ihnen auf die Erde. Die Menschen fürchteten sich nicht, sondern
sahen diese Ziegen als ein Geschenk des Himmels.
Wie ein Geschenk des Himmels erscheint auch unser Weihnachtszicklein am Anfang der
Geschichte...
1.1. Kurze Inhaltsangabe
Weihnachten rückt näher und in jedem Haus wird das Fest vorbereitet. Bei Manouk und
Kayla aber herrscht Sorge: Was werden wir zur Feier essen? Außer Kartoffeln und Bohnen
ist nichts mehr da. Als ihr Vater ein verlorenes Zicklein im Schnee findet, freut sich der
Nachbar : »Ein leckerer Weihnachtsbraten!«, meint er. Aber... sollen sie die kleine Ziege
wirklich essen? »Niemals!« rufen Manouk und Kayla entsetzt!
Diese Entscheidung werden sie nicht bereuen, denn Pashmina ist keine gewöhnliche Ziege.
Wie dieser Weihnachtsabend das Leben der Familie überraschend ändern wird, erzählt
diese herzerwärmende Geschichte...
1.2. Begriffserklärung „Pashmina“
In der Geschichte wird die kleine Ziege von den Kindern “Pashmina“ getauft – was in dem
Fall ein reiner Fantasie-Name ist. Das schöne Wort erinnert uns aber an etwas...
An sich gibt es weder Pashmina-Ziegen noch Pashmina-Wolle.
Pashmina, so heißen eigentlich die kostbaren großen Schals, die aus Kaschmirwolle
gefertigt werden – also aus dem Brustflaum der Kaschmir-Ziege. Diese Fasern, die per Hand
ausgekämmt werden, sind so dünn, dass sie kaum sichtbar sind. Für einen einzigen Schal
braucht man den Flaum von drei bis vier Tieren.
Je höher das Weideland der Ziegen, je kälter es dort ist, desto wertvoller die Wolle. Aufgrund
des rauhen, unbeständigen Klimas und der harten, langen Winter hat die Ziege im Lauf der
Evolution ein einzigartig warmes und dichtes Fell entwickelt. Dieses bietet optimale
Voraussetzungen für höchste Wollqualitäten – so vor allem in der Mongolei oder auf dem
Hochland von Ladakh in Tibet.
Die teilweise nomadenhafte Bevölkerung des Himalaya Gebirges lebt in kleinen familiären
Dorfgemeinschaften hauptsächlich von der Haltung der hiesigen Schafe, Ziegen und Yaks.
All diese Tiere bieten beste Wollqualitäten für das schwierige Überleben in diesem harten,
unwegsamen Gebiet unserer Erde. Ist die Qualität wirklich gut, so kann man das große, sehr
leichte aber warme Tuch durch einen Ehering ziehen!
In sehr aufwendiger Art und Weise werden kleine Fasern zwischen den Haaren des
Chyangra meist im Frühjahr gezupft. Das Zupfen der Fasern bedeutet hier nicht etwa
Unangenehmes für die Ziege, sie wird im Gegenteil somit von ihrem enorm wärmenden
Kleid, ähnlich wie bei der Schafschur, befreit. Hunderttausende einzelne Fasern werden
dann aufwendig, in mühevoller Handarbeit, richtungsgleich zu einem Vlies gekämmt.
Leider werden jetzt viele unechte Pashmina-Schals auf dem Markt verkauft, die aus
Kunstfasern bestehen und nichts mit der schönen Kashmir-Wolle zu tun haben.
1.3. Die Angoraziege
Die kleine Pashmina der Geschichte ist eine Angoraziege, wie sie inzwischen auch in
Europa gezüchtet wird. Wenn sie klein sind, ähnelt sie sehr einem Lämmchen.
Modell für unser Weihnachtszicklein stand eine kleine Ziege des Hofes „Mohair von der
Schäbischen Alb“ aus Beimerstetten (www.alb-mohair.de).
Ursprünglich aus dem Tibet stammend, so sagt man, breitete sich die Angoraziege nach
einem weiten Weg bis nach Anatolien aus. Aus dieser Heimat kommt auch ihr Name –
Angora – aus der Provinz Ankara abgeleitet. Dort wurde ihre Wolle (nach dem alten
arabischen Wort „Mukhayyar“ Mohair genannt) zu einem der wertvollsten Stoffe des Landes.
Sie ist so war, haltbar, formstabil, fest und gleichzeitig traumhaft weich. Jahrhunderte lang
durfte kein einziges Tier das Osmanische Reich verlassen. Sultane ließen ihre Paläste
großzügig mit Mohair-Webereien ausschmücken.
Erst Anfang des letzten Jahrhunderts gelangen die Ziegen nach Südafrika und den
Vereinigten Staaten. Sie mögen trockene, milde Sommer und kalte, schneereiche Winter. So
fühlen sie sich zum Beispiel auch sehr wohl in Lesotho, dieses kleine Nachbarland
Südafrikas, das inzwischen hauptsächlich vom Export der Mohairwolle lebt. (Info dazu:
www.podi-mohair.de, eine Handelsorganisation, die den fairen Handel mit diesem Land
unterstützt).
Mittlerweile fühlen sich die Angoraziegen auch bei uns zu Hause. Zweimal im Jahr werden
die Tiere geschoren, wobei jede Ziege pro Schur bis zu 2000 Gramm Haar liefert. Je jünger
sie ist, desto feiner ist ihr Haar, umso weicher die Wolle. Am besten ist die Qualität, die man
von Ziegen im Alter von fünf bis sechs Monaten gewinnt, „Superkid“ genannt. Kein Wunder,
dass Pashmina traumhaft kuschelig war...
Quelle: Filati-Journal, (Ausgabe 2, August 1991)
herausgegeben von Lana Grossa (www.lanagrossa.de)
Weitere Informationen zu Mohair bzw. Angoraziegen:
www.mohair.de (Seite der International Mohair Association in Wuppertal, die ein sehr
informatives Mohair-Video zusammengestellt hat als „Dokumentation über den
Herstellungsweg von Mohair-Velours, angefangen von der Mohairziege und deren Haltung
bis hin zu den modernen Einsatzmöglichkeiten.“ Herzlichen Dank an sie für ihre
Hilfsbereitschaft und ihre Unterstützung bei der Suche nach Informationsmaterial!
Danke auch an die Raumausstattung Larissa Ruths in Frankfurt sowie an Frau Gaillard,
Züchterin auf Belle-Ile (Frankreich) für Bilder, Information usw.
www.lemohairdesfermesdefrance.com (auf Französisch, aber mit schönen Bildern)
www.bergers-cathares.com (Internetseite auf Französisch und Deutsch, auch hier mit
wunderbaren Bildern)
Zum Schluss noch dies:
Verwirrend aber wahr: Die Angoraziege hat nichts nichts mit der Angorawolle zu tun! Diese
stammt wiederum vom Angorakaninchen.
Die Angoraziege ist nur eine der vielen Ziegenrassen, die wir in Europa finden. Manche, so
wie ist, werden nur für ihre Wolle gezüchtet, andere für ihre Milch, aus der leckeren Käse
erzeugt wird.
Eins ist sicher: alle Ziegen sind goldig, schlau und frech!
1.4. Natur und Sachbegegnung
Am besten besucht man die Tiere beim Ziegenbauern oder im Streichelzoo.
Fotoapparat mitnehmen!
Tiere beobachten und füttern, Ziegenrassen kennenlernen, Gespräche führen über Nutzung
von Wolle und Milch usw.
Wir fotografieren die jungen Zicklein ... eine Fotoausstellung zu Hause oder im Kindergarten
regt die Kinder an, über die Ziegen zu sprechen und Ziegen zu zeichnen.
Eine Liste der Ziegenhöfe in ihrer Nähe finden Sie in Internet
(für Deutschland: www.bundesverband-ziegen.de)
2. WEIHNACHTEN MIT PASHMINA: BASTELANGEBOT
2.1.Weihnachtsbild aus Märchenwolle
Für Kinder ab 3 Jahre
Material:
Rohwolle in verschiedenen Farben (Märchenwolle im Bastelbedarf erhältlich)
Karton oder Filzbögen (in verschiedenen Farben und Größen erhältlich)
Wir nehmen uns eine Seite des Buches als Anregung und besprechen das Bild. Die Wolle
wird zurechtgezupft und auf einen Karton aufgeklebt oder auf den Filz gelegt.
Weihnachtsbild, Winterlandschaft, Berge, Täler, Wolken ,Wiesen, Haus, Steine, Bäume...
Kann als Gruppenarbeit auf großen Papierbahnen oder auch als eigene Geschichte gestaltet
werden.
Eine Kindergruppe kann alle Szenen aus dem Buch als Leporello nachgestalten.
Es können natürlich auch Bilder mit anderen Motiven und zu allen Jahreszeiten angefertigt
werden!
2.2. Adventskalender mit Wichtelzwergen aus Wolle
Für Kinder ab 3 Jahre
Material: Märchenwolle in verschieden Farben, Watte, Tannenzweige, Zapfen,
Rindenstücke, Moos je nach Phantasie.
In der Vorweihnachtszeit können kleine Wollwichtel hergestellt werden.
24 verschiedenen Wichtelzwerge in verschiedenen Größen oder Farben.
Wir gestalten eine Winterlandschaft nach der Bilderbuchgeschichte. Täglich kommt ein
Wichtel hinzu mit einem Rätsel ,Gedicht oder einer weihnachtlichen Geschichte.
Eine Stück Rohwolle wird zurechtgezupft und mit einen Faden in Bauchhöhe abgebunden.
Beispiel
2.3. Zicklein aus Tonkarton und Märchenwolle
Für Kinder ab 3 Jahre
Material: Tonpapier in grau oder creme, weiße Märchenwolle, Schere, Klebstoff
Das vorgezeichnete Zicklein auf doppelt gefaltetes Tonpapier übertragen und (mit der
offenen Seite nach unten) ausschneiden. Leicht auffalten, so kann das Zicklein stehen. Ein
Gesicht aufzeichnen und den Körper mit Märchenwolle bekleben. Der Schwanz kann aus
gezwirbelter Wolle angefertigt werden.
2.4. Ziegen und andere Krippentiere
Für Kinder ab 3 Jahre
Material: Knete, Modelliermehl oder Ton, kleine Holzperlen für die Augen, Knetmesser zum
Einritzen des Gesichts
Tipp: Weitere Tiere kneten oder modellieren und eine Weihnachtskrippe gestalten.
2.5. Krippenfiguren aus Filz und Wolle
Material: Filz (als dünne fertige Bögen im Handel)
Rohwolle, Faden
Filz nach dem Muster (Anlage 1) schneiden.
A mit B zusammennähen.
Faden waagerecht durchziehen.
Die Figur aus Rohwolle formen und in den Mantel stecken.
So entstehen kleine Figuren (brauner Filz für Joseph, blau für Maria usw.)
Sie können auch als Zwerge für den Adventskalender benutzt werden.
2.6. Filzen von Pashmina Zicklein
Für Kinder ab 6 Jahre
Wolle von Merinoschafen hat ideale Filzeigenschaften!
Materialbedarf:
Messbecher
Schmierseife
Schneebesen
Metallschüssel
Herd oder Tauchsieder
Thermometer
Automatte aus Gummi
Luftpolsterfolie
Handtücher
Wäschesprenger
Abdeckfolie
(Brief)Waage
Naturfarbige Wollen (ca. 3g für den Kopf, 5g für den Körper) lange Nadel (Achtung: Kinder
nicht unbeaufsichtigt lassen!) und Faden, bei Bedarf Perlen für die Augen
Bei den meisten Arbeitsmaterialien ist es einfach, denn diese sind in den meisten
Haushalten im Bestand.
Der Arbeitsplatz wird folgendermaßen vorbereitet.
Die Gummimatte auf einen Tisch legen und darauf die Luftpolstermatte platzieren. Um das
Ganze eingerollte, alte Handtücher legen. Diese saugen den Wasserfluss auf.
Mit trockenen Händen die Wolle zurechtzupfen.
Jetzt muss die Schmierseifenlösung vorbereitet werden.
Dazu 1 Esslöffel Schmierseife in einem Liter heißem Wasser (60°C) auflösen. Auf 40°C
abkühlen lassen.
Kopf und Körper des Pashmina Zickleins werden in Eiform geknödelt. Dazu die vorbereitete
gezupfte Wolle bereitlegen.
Der Kern, für die erste Grundform(Körper), muss aus gerollter Wollflocke, die in der Mitte
verknotet wird, hergestellt werden. Die losen Enden um den Kern wickeln und in die
Seifenlauge tauchen. Nun Wollwolke für Wollwolke schrittweise um den Kern legen. Dabei
den Ball immer drehen und nach jeder neuen Wolke in die Seifenlauge tauchen. Die Form
etwas oval rollen. Das zweite kleinere Oval für den Kopf nach dem selben Prinzip formen
und vor dem Trocknen beide Körperteile der Pashmina Ziege zusammensetzten. An der
Stelle, an der später der Kopf sitzt, sanft eine Mulde einmassieren. Trocknen lassen. Für die
Ohren eine kleine Rolle in Form von einer Schupfnudel formen. Die Wolle in die Hand
nehmen und rollend zu einer kleinen Schnur filzen. In der Mitte etwas flach drücken. dann
mit der Schere in der Mitte durchschneiden.
Die Einzelteile werden aneinander angepasst und mit wenigen Nadelstichen angenäht. Wer
möchte kann dem Zicklein noch Perlenaugen annähen.
Mehrere Zicklein filzen, eine ganze Familie oder eine Herde... viel Spaß!
Beispiel
Tipp: Hier können auch einfache Kugeln gefilzt werden und als Weihnachtskugeln
dienen.
Es können auch Formen ausgeschnitten werden: kleine Kreise als Schneeflocken,
Sterne, Tannen und weitere Weihnachtsmotive.
2.7. Pashminas Weihnachtsbaum schmücken
Seite aus dem Buch ausdrucken (Anlage 2), wenn möglich auf Din A 3 vergrößern.
Material: Glitzerfolien, Goldpapier, Tonpapierreste, Klebstoff, Scheren,
Sterne, Girlanden und Kugeln filzen, malen, falten, ausschneiden und aufkleben.
Den Weihnachtsbaum aus der Geschichte damit schmücken.
2.8. Weihnachtliche Fadenbilder—Klappbild
Für Kinder ab 3 Jahre
Material: Papier Din A4,Cromar oder Acrylfarben, Wollfadenreste, Kleber, Tonkarton oder
Wellpappe in verschiedenen Farben, Glitzerpuder (gold, silber, bunt..)
Ein Blatt in der Mitte falten. Die eine Seite sparsam mit flüssiger Farbe betropfen. Ein
Wollfaden wellenförmig oder eingerollt, schlangenförmig usw. auf das Blatt legen . Das
Ende des Fadens sollte dabei heraushängen. Das Blatt zusammenfalten und den Wollfaden
vorsichtig am Ende herausziehen .Dabei unbedingt das Blatt mit der Handfläche leicht
andrücken. Aufklappen...ein Bild mit Überraschungseffekt. Experimentieren mit Farben und
verschiedenen Fäden ! Nach dem Trocknen der Bilder einige Stellen mit Kleber bestreichen
und Glitzerpuder aufstreuen.
Schöne, farbig passende Rahmen dazu wählen oder aus farbiger Wellpappe und Tonkarton
selbst herstellen und eine kleine Galerie gestalten!
2.9. Faltstern basteln
3 VON DER WOLLE ZUM PULLOVER
3.1.Wollverarbeitung
Scheren, Waschen, Kardieren (Kämmen von Wolle), Spinnen, Stricken...
Ob Ziegenwolle oder Schafswolle: Der Weg von der Schur bis zum Garn ist lang.
Als Anlage 3 und 4 finden sie dazu eine sehr schöne Beschreibung, die vom Ingenhammshof
in Duisburg-Meiderich zusammengestellt wurde, und die uns dieser Lernbauernhof und
Zentrum der Umweltbildung netterweise zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank!
Alle Etappen werden einzeln beschrieben, mit Zeichungen, die alle Geräte zeigen (Webstuhl,
Spinnrad usw.)
Siehe separaten Download: Vom Schaf zum Pullover
Siehe separaten Download: Wolle
Dazu sei auch auf folgendes Buch hingewiesen:
Vom Schaf zum Pullover. Eine Werkstatt. Ab Klasse 3 (Lernmaterialien)
Von Sabine Choinsi, Gabriela Krümmel
Verlag An der Ruhr (Januar 2002)
Kurzbeschreibung (www.amazon.de): Frisst ein Schaf Lakritzbonbons? Oder woher kommen
die kleinen schwarzen Klümpchen, die Schafe auf der Wiese hinterlassen? Haben Schafe
das Wort "mähen" erfunden? Und wie wird aus dem abgeschorenen Wollvlies ein
kuscheliger Pullover? In dieser fächerübergreifenden Werkstatt verfolgen die Kinder den
Weg der Wolle: vom genügsamen Paarhufer über die Schur und Verarbeitung bis hin zum
fertigen Kleidungsstück. Sie filzen Rasselbälle, basteln mit Märchenwolle und lernen, was
sich auf "sheep" reimt. Beim Schäfchenzählen sind die Kinder garantiert hellwach: Sie finden
heraus, wie schwer ein Wollvlies ist und wie viele Tiere ein australischer Schafscherer in
einer Stunde von der Haarpracht befreit. Und wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Kinder
plötzlich anfangen zu spinnen: Ab jetzt wird natürlich das Garn selbst gesponnen. "Vom
Schaf zum Pullover" - damit bringen Sie Ihre Schäfchen ins Trockene.
3.2. Besuch einer Spinnerei oder Weberei
Bildmaterial aus dem Internet oder aus Büchern suchen.
Kreis- oder Landesbildstellen haben auch Material zum Thema.
Gibt es solche Handwerksbetriebe noch ?
Vergleich früher-heute:
Früher saßen unsere Urgroßmütter oft am Spinnrad wie auf diesem Bild:
Wie ist es heute?
Wie ist es bei anderen Kulturen?
Gespräch mit den Kindern.
Dieses Bild könnte Anlass zum Gespräch und zum Probieren sein.
Das Spinnen selbst ausprobieren. Dazu Rohwolle zwischen den Fingern zwirbeln...
Es können kleine Schlangen entstehen. Diese mit Goldschnur aneinander binden und als
Weihnachtsdekoration verwenden.
3.3. Weben mit Naturmaterial
Kinder ab 5 Jahre
Material: 4 gleichlange Holzstöckchen ( gesammelt oder aus dem Garten), Bastschnur,
verschiedene Wollsorten oder Stoffreste in Streifen geschnitten, Reste von
Geschenkbändern oder Schleifen
3.4. Fadenzähler
Für Kinder ab 4Jahren
Material: Lupe, Stoffrest, Papierflechtzubehör aus dem Bastelbedarf.
Mit einer Lupe das Gewebe eines groben Stoffes genau untersuchen. Die einen Fäden
liegen quer die anderen längs. Auf Papier nachzeichnen und besprechen.
Vorgefertigte Papiere und gleichmäßige bunte Streifen zum Flechten/Weben aus dem
Bastelbedarf ermöglichen den Kindern das Weben zu erlernen... Was passiert wenn ich nicht
abwechselnd auf und ab webe?
Kleine bunte Papierteppiche entstehen...
3.5. Materialbild zum Fühlen
Kinder ab 3 Jahren
Materialbedarf: festeres Papier oder Pappe, Kleber, Wolle, Schnüre, Seile, Garnarten,
Märchenwolle, Stoffe, Strickwarenreste....
Die Materialien werden nach Lust und Laune kunterbunt auf feste Pappe geklebt.
Mit geschlossenen Augen das Bild erfühlen...wo ist es weich, wo ist es rau? Fühlt man die
Formen?
Die Materialien können auch nach verschiedenen Vorgaben aufgeklebt werden (Alles
eingerollt, gewickelt, alles rund, alles eckig, nur rau und weich...)
4 VON DER MILCH ZUM KÄSE
Der zweite große Reichtum von Ziege und Schaf ist die Milch, aus dem Käse erzeugt wird.
Die Geschichte des Käses beginnt mit der Wandlung des Menschen vom Jäger und
Sammler zum Ackerbauer und Viehzüchter.
Mit der Zucht und Haltung von Ziegen, Schafen und Rindern konnte mit der gewonnenen
Milch Käse hergestellt werden. Die ersten Darstellungen reichen 3000 Jahre zurück. Der
erste Käse wurde aus Ziegenmilch hergestellt. Die Angoraziege allerdings eignet sich nur zur
Wollgewinnung, sie gibt nur wenig Milch.
Für Kinder ab 5 Jahren
Material:
Ein Stück Käse und/oder Bildmaterial
4.1. Wie kommen die Löcher in den Käse?
Ist doch klar - hineingebohrt werden sie! Oder nicht?
Schwierige Frage... die sollte man mal von Anfang an untersuchen.
Die einzelnen Schritte könnten mit Bildmaterial interessanter gestaltet werden.
1. Die Ziegen sind gemolken. Die Milch wird in die Käserei gebracht.
2. Dann schüttet der Käsemeister sie in einen großen Kübel.
3. Dann kommen Bakterien dazu. Damit diese sich vermehren, muss die Milch ganz warm
sein.
4. Lab kommt hinzu und lässt die Milch gerinnen ( fest werden).
5. Danach entsteht Quark und Hüttenkäse (Käsebruch).
6. Dieser körnige Käsebruch wird in runde Formen gefüllt und ausgepresst. Die Flüssigkeit
(Molke) tritt aus.
7. Anschließend badet man den Käse in Salzwasser, so bekommt er seine Rinde.
8. Jetzt wird das Geheimnis der Löcher im Käse gelüftet...
Im Käse befinden sich nämlich Bakterien. Bakterien sind winzige Organismen, die leben.
Diese müssen sich ernähren, um zu leben. Im Käse gibt es jede Menge leckeren
Milchzucker. Die Bakterien essen den Milchzucker und verdauen auch... Ab und zu lässt so
eine Bakterie auch einen Pubs.. Furz!( Entschuldigung!) Dieser Furz ist wie die Bläschen im
Mineralwasser, ein Gas, das im Käse die Blasen (die Löcher ) verursacht. Beim
Mineralwasser können die Bläschen raus: sie steigen nach oben. Beim Käse geht das nicht,
denn der ist zu fest.
Wenn die Bakterien ordentlich gearbeitet haben reift der Käse und es entstehen viele
Löcher.
Lecker....
Die Kinder könnten die einzelnen Schritte selbst illustrieren... für die Kinder ab 5 Jahren.
4.2. Schmeckspiel
Wir probieren diverse Käsesorten (verschiedene in Würfel geschnittene Käsesorten zum
Probieren bereitstellen)
Wie schmeckt er? Die Kinder beschreiben lassen... cremig, salzig, mild, würzig, eklig,
lecker... ein Gespräch über individuelles Geschmacksempfinden kann entstehen.
Experiment: Die Nase isst mit!
Gleiche Käsesorten probieren aber dabei die Nase zuhalten oder mit einer Wäscheklammer
zuklemmen. Wir schmecken keinen Unterschied... warum?
4.3. Rezept mit Käse
Kinder mögen gerne geschmolzenen Käse.
Toast Hawaii
Zutaten: Toastbrot, Butter, Kochschinken, Ziegenschmelzkäse, Ananas frisch oder aus der
Dose, Tomaten, Kiwis.
Backpapier
Toastbrotscheiben nach Kinderzahl bemessen, gleiche Anzahl Kochschinken und
Schmelzkäsescheiben.
Die Tomaten, Kiwis oder Ananas in Scheiben schneiden.
Die Toastscheiben auf einem Backblech verteilen, jedes Brot mit Butter bestreichen, eine
Scheibe Schinken und eine Scheibe Käse drauflegen, danach nach Herzenslust mit
Ananasscheiben, Tomatenscheiben oder Kiwischeiben belegen.
Im Backofen bei 175°C ca.15 Minuten backen.
4.5. Hüpf-Spiel: Löcher im Käse
Für Kindergruppen ab 3 Jahre
Dieses Spiel ist im Freien zu spielen. Die Kinder können mit Straßenkreide Kreise auf den
Boden malen ( = Die Löcher im Käse). In die Kreise zeichnet man Punkte. Diese werden
genauso angeordnet wie Würfelaugen eines Spielwürfels. Jetzt geht es darum, in die Kreise
zu hüpfen und Punkte zu sammeln. Die Kinder können schon selbst zählen und versuchen
bestimmte Zahlen zu überschreiten oder nur in die Sechser ohne abzusetzen oder nur die
Zahlen die teilbar sind usw.
Variation: auf einem Bein hüpfen, abwechselnd oder mit geschlossenen Beinen hüpfen...
Schwierigkeit je nach Alter der Kinder variieren.
5 UM DIE ZIEGE HERUM
5.1. Erlebnisturnen: Die Zicklein auf dem Berge
Schwerpunkte: Klettern und Springen
Turnstunde für 10-12 Kinder von 3-8 Jahren
Turnhalle mit Großgeräten (Sprossenwand, Schwebebalken, Kasten, Matten, Langbank)
Vorbereitung des Raumes
Erlebnisturnen“ Die Zicklein auf dem Berge“
Schwerpunkte Klettern und Springen
Turnstunde für 10-12 Kinder von 3-8 Jahren
Turnhalle mit Großgeräten ( Sprossenwand, Schwebebalken, Kasten, Matten, Langbank)
Vorbereitung des Raumes
Raumorientierung :
Alle Kinder sind heute kleine Pashmina Zicklein, die im Hochlandgebirge leben... heute ist
ein schöner Tag und die Zicklein dürfen draußen sein.
Sie springen hoch, weit, werfen die Hinterbeine in die Luft...
Die Kinder bewegen sich im Raum sehr ausgelassen und fröhlich, meckern herzhaft und
fühlen sich in die kleinen Zicklein ein, die endlich springen dürfen ... Bewegungsimpulse
geben.
1. Übung (erste Station, s. Abbildung1)
Die Zicklein klettern auf einen kleinen Felsen
Von der Matte auf den Kasten und zurück: hochklettern, -steigen, -hangeln... und auf der
anderen Seite herunterspringen.
Bewegungsideen der Kinder mit aufnehmen.
Kinder zeigen wie sie auf den (Kasten) Felsen klettern und wie sie herunterspringen.
2. Übung (Abb. 2)
Ziegen sind Meister im Klettern...
Kinder klettern die Sprossenwand hoch, um auf der anderen Seite abzuspringen. Jedes
Kind prüft für sich, welche Höhe angemessen ist. Der Sprung auf die weiche Turnmatte
macht Spaß!
Mehrere Durchgänge. Auch in der Höhe variieren.
3. Übung (Abb. 3)
Die Zicklein entdecken eine Rutsche im Schnee... juhuu!!
(Die Langbank wird an der Sprossenwand angehängt, sie dient als Rutsche)
Mehrere Durchgänge.
Auf der Sprossenseite hochklettern und auf der Langbank vorwärts, bäuchlings,
rückwärts, mit und ohne Schwung rutschen. Kinder experimentieren lassen.
Variation: Das Ganze umkehren und die Langbank hoch laufen, sich hoch ziehen, hoch
klettern, im Vierfüßlerstand, im Bärengang... und an der Sprossenwand zurückklettern
oder abspringen.
Die Zicklein sind ganz schön müde geworden und gehen zurück in den Stall.
5.2. Winterrätsel zur Bilderbuchgeschichte
Es fällt vom Himmel, ist weiß wie ein Schimmel, ist wie ein Bettchen so weich, zerfließt zu
Wasser gleich. Und macht dann nass. Was ist wohl das?
Läuft im Frühling in den Fluss, liegt im Winter auf dem Acker. Weißt du wie er heißt du
Racker?
In meinen Händen halte ich einen runden Ball. Er ist nass und kalt, und ich frier überall. Was
kann das wohl sein? Komm, rate mal.
Die Felder weiß, auf Flüssen Eis. Es weht der Wind. Was ist das Kind?
Meistens hat er einen Topf auf, lacht nicht, singt nicht, hat kein Haus, kann nicht laufen und
nicht springen, doch im Frühling reißt er aus.
Sie steht im Stall und schreit meck, meck, meck! Schließt schnell die Tür sonst ist sie weg.
(Lösungen nach der Reihenfolge: Schneeflocke, Der Schnee, Ein Schneeball, Im Winter, Der
Schneemann, Die Ziege)
5.3. Sprachspiel
Für Kinder ab 4 Jahre
(Wörter mit Z)
Guten Morgen Frau Ziege...
Frau Zunge... Herr Zahn... weiter was fängt alles mit „Z“ an?
Die Kinder suchen im Raum Dinge die mit „Z“ anfangen.
Ziege, Zug, Zahnstocher, Zielscheibe, Zebra aus Plüsch, usw.
Variation: Kim Spiel... Die Gegenstände liegen auf dem Tisch. Ein Kind schaut weg, welcher
Gegenstand fehlt?
Oder stimmt die Reihenfolge noch? Je nach Alter der Kinder im Schwierigkeitsgrad steigern.
5.4. Zungenbrecher
Für Kinder ab 5 Jahre
Zehn zottelige zwei Zentner Ziegen ziehen zwei ziemlich zaghafte zierliche Zeugen zum Zug.
Weitere „Ziegensätze“ von den Kindern selbst erfinden lassen und notieren.
Dazu können auch lustige Zeichnungen als Illustration entstehen.
5.5. Fingerspiel und Vers
Freches Zicklein... meck meck meck
Friss mir den Salat nicht weg
Lass auch meine Rüben stehn
Sonst musst du nach Hause gehen...
5.6. Der Bauernhof
Linke Hand, die ist der Stall
Die Finger sind die Tiere all.
Dieses dicke Däumelein
Ist ein kleines rosa Schwein
Zeigefinger ist das Pferd,
Ist dem Reiter lieb und wert.
Mittelfinger ist die Kuh,
Hört nur wie sie schreit... muh... muh!
Ringfinger ist der Ziegenbock,
Hat ’nen langen Zottelrock.
Und das kleine Fingerlein soll mein liebes Schäfchen sein.
Tiere laufen im Galopp
Über Stock und Stein hopp, hopp,
Alle in den Stall hinein,
Denn es bricht die Nacht herein.
Die linke Hand liegt leicht geöffnet auf dem Tisch und bildet den Stall, am Ende finden alle
Tiere dort Unterschlupf (danach Faust schließen).
Aus: Der Daumen Knuddeldick, Ravensburger Verlag
5.7. Der Sockenstopf-Rap
Ich trage nur wollene Socken,
Am liebsten in dunkelblau.
Aber wenn dann mal eine ’n Loch hat,
Dann ärgere ich mich grün und blau.
Meine schönen blauen Socken!
Wegen so ’nem kleinen Loch
Kann ich doch nicht einfach wegwerfen!
Das fehlte grade noch.
Ganz einfach: Ich nehme mir Farbe
Und male den Zehen blau an.
So kann ich die Socken noch tragen
Und niemand nimmt Anstoß daran.
Aber irgendwie ist’s nicht gemütlich.
Der Zeh guckt raus und wird kalt.
Und außerdem scheuert’s beim Laufen,
Das ist keine Lösung. Halt!
Jetzt hab ich’s. Ich nehm eine Kordel
Und bind das Loch einfach zu!
Dann ist Schluss mit Scheuern und Frieren,
und fertig ist das im Nu.
Aber irgendwie auch dumm gelaufen,
Jetzt passt die Socke nicht mehr.
Mit dem Ding da lauf ich mir Blasen,
Ein neuer Einfall muss her.
Meine Oma, die hatte ein Stopfei,
Das steckte sie hinter das Loch.
Eine Nadel und einen Faden,
Die brauchte die Oma dann noch.
Sie nahm den Faden aus Wolle
Und nähte ums Loch außen rum
Einen Kreis, dann reißt das nicht weiter,
Die Idee ist wirklich nicht dumm.
Dann mit dem Faden immer runter und Rauf,
So dicht beieinander, wie’s geht.
Und damit das ganze stabil wird,
Den Faden hinterm Kreis eingenäht.
War das dann schließlich erledigt,
Das gleiche noch mal hin und her,
Mal drüber, mal drunter, wie beim Weben
Liegen die Fäden dann kreuz und quer.
Zum Schluss noch das Ende verknoten,
dann hält das ,die Oma war schlau.
Und damit man nicht sieht ,wo das Loch war,
Macht ich nun alles noch blau.
Gerettet sind meine Socken,
Gemütlich ist’s auch und nicht kalt.
Ein kleines Loch kann man stopfen.
Ich hoffe, wir werden zusammen noch alt.
Der Sockenstopf-Rap wird einfach rhythmisch gesprochen und geübte Kinder können durch
Klatschen, Stampfen oder mit Percussion Instrumenten den Sprechgesang begleiten.
Aus: Das Mausbuch, Verlag Zabert Sandmann GmbH
5.8. Spiellied: Wer will die fleißigen Handwerker sehn
Bewegungen werden besprochen und mitgemacht.
Wer will die fleißigen Handwerker sehn,
Der muss zu uns Kindern gehen.
Spinne fein, spinne fein,
Die Wolle wird bald fertig sein.
Wer will die fleißigen Handwerker sehn,
Der muss zu uns Kindern gehen.
Sammle ein, sammle ein,
Die Kräuter für das Zicklein klein.
Wer will die fleißigen Handwerker sehn,
Der muss zu uns Kindern gehen.
Stricke fein, stricke fein,
Mein Schal, der wird bald fertig sein.
Wer will die fleißigen Handwerker sehn,
Der muss zu uns Kindern gehen.
Webe schnell, webe fein,
So wird ein Stoff bald fertig sein.
Kann beliebig erweitert werden...
(Text zum Teil überliefert)
Texte: Carmen Medini, Erzieherin (Teil 2-5)
Géraldine Elschner (Teil 1)