Fischers Fritz fischt zu viele Fische!

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Fischers Fritz fischt zu viele Fische!
Lehrerkommentar
Fischers Fritz fischt zu
viele Fische!
Thema
mit IconKonsum
Bewusster
Stufe
Kurzbeschrieb
(Mittelstufe)
Stufe
Oberstufe
Mit Hilfe eines Spiels, mit Videosequenzen und mit Zeitungsberichten erfahren die
SuS mehr zum Thema Überfischung der Weltmeere und entdecken zudem, wie ein
bewussteres und nachhaltigeres Konsumverhalten gefördert werden kann.
Zeit
Zeit
Zeit
2 Lektionen
Material
Material
Material
Blaue A3- oder A4-Blätter
Salzige Knabberfische Lehrplan
21
oder Spielsteine
M1 Spielanleitung
Angaben
AB1 Mensch und Fisch
AB2 Infoblatt A
AB3 Infoblatt B
AB4 Das will ich tun
L1 Lösungen AB1
Videosequenzen
Computer und Beamer
Lehrplan 21
NMG.9.3g:
SuS können verstehen,
dass unterschiedliche
Sichtweisen von Vergangenheit mit aktuellen
Interessen in Zusammenhang stehen.
WAH.3.2b:
SuS können ökon., ökol.
oder soz. Folgen des
Konsums aus versch.
Perspektiven betrachten.
WAH.4.5c:
SuS setzen sich mit
Fragen der zukünftigen
Ernährungssicherung
einer steigenden Bevölkerung auseinander.
© 2015 pusch.ch/schule
Unterrichtsverlauf
Einführung
–– Als Einführung, «Fischers Fritz fischt frische Fische» spielen.
–– Dabei übernimmt die Lehrperson die Moderation des Spiels und lässt die SuS
eigenständig herausfinden, welche Auswirkungen ihr Fangverhalten auf die Fischpopulation hat.
–– Am Schluss wird das Spiel ausgewertet, indem erklärt wird, welche Kriterien erfüllt
werden mussten, um zu gewinnen.
Erarbeitung
–– Den SuS das Arbeitsblatt AB1 austeilen und ihnen die Videosequenz «Dem Dorsch
geht’s gut, dem Kabeljau schlecht» zeigen. Die SuS beantworten dazu die Fragen
1–6.
–– Die SuS bilden 2er- oder 3er-Gruppen und lösen zusammen Aufgabe 7.
–– Die SuS sehen sich die Reportage «Kampf um den Fisch» NDR, (ca. 6 min) an, am
Ende beantworten sie die Fragen 8–10 dazu.
–– Die Klasse in 2er-Gruppen aufteilen. Jeweils 1 Person liest das Infoblatt A (AB2),
die andere das Infoblatt B (AB3). Danach führen sie zu zweit ein Interview und
stellen sich gegenseitig die Fragen 11 a–d, resp. 12 a–d und notieren die Antworten auf das Arbeitsblatt AB1.
Abschluss
–– Mit der Klasse eine abschliessende Diskussion zum Thema Fischerei, Wildfang und
Fischzucht führen.
–– Um den Bezug zum Einführungsspiel herzustellen, sollen die SuS das Merkblatt
AB4 ausfüllen und damit definieren, wie man als Gruppe das Spiel gewinnen kann.
So werden nämlich die wichtigsten Punkte der Doppellektion gleich aufgegriffen
und gesichert.
Bewusster Konsum I Fischers Fritz
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Information
Arbeitsanweisung
Austauschen
Hintergrundinformationen
Auch in einem Binnenland wie der Schweiz nimmt der Fisch- und Meeresfrüchtekonsum
kontinuierlich zu. Die Nachfrage, nach «gesundem» Eiweiss wächst und Ernährungswissenschaftler schwärmen immer wieder von Omega-3-Fettsäuren oder von Fischölkapseln. Lange Zeit wurden aber die Auswirkungen der starken Überfischung der Weltmeere
ignoriert oder gar missachtet. Nachhaltige Fischerei ist erst seit wenigen Jahren ein aktuelles Thema. Wenn in der Schweiz die Konsumentinnen und Konsumenten Salzwasserfische den einheimischen Süsswasserarten vorziehen, müssen sie notwendigerweise auf
importierte Produkte zurückgreifen. Genau dort können Herr und Frau Schweizer etwas
bewirken, indem sie Produkte aus nachhaltigem Fischwildfang oder aus umwelt- und
tierfreundlicher Fischzucht kaufen. Mit der Unterstützung des WWF oder von anderen
Umweltschutzorganisationen wurden Labels und Zertifikate ins Leben gerufen, um die
Fischerei und die Zucht auf globaler Ebene so zu reglementieren, dass eine nachhaltige
Nutzung der Meeresressourcen möglich ist. Zu diesen Labels gehören u.a. das MSC- und
das ASC-Zertifikat. Ersteres, das Label der Organisation Marine Stewardship Council MSC,
gilt als eines der strengsten, wenn es um den Wildfang von Fisch geht. Dabei werden
mehrere Kriterien standardmässig reglementiert, wie beispielsweise die Menge gefangener Fische, die Schonung des Ökosystems, die Art der Fischerei, die Vermeidung von
Beifang etc..Das von der Organisation Aquaculture Stewardship Council ASC herausgegebene Zertifikat kontrolliert hingegen die Fischzucht von Fischen und Meeresfrüchten.
Damit eine Fischzucht das ASC-Siegel vorweisen darf, muss sie beispielsweise Fischmehl
als Futter für die Zuchtfische aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen beziehen, sie darf
Antibiotika nur bei kranken Individuen und nicht als wachstumsförderndes Mittel einsetzen und sie muss die Wasserqualität periodisch kontrollieren. Selbstverständlich geraten
beide Organisation immer wieder in die öffentliche Kritik, weil zum Beispiel der Wildfang
mit Grundschleppnetzen für ein MSC-Label nicht grundsätzlich verboten ist oder weil
auch in ASC-Fischzuchten Fischmehl oft als Hauptnahrungsquelle dient, da die meisten
Zuchtfische Raubarten sind. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, den SuS aufzuzeigen, dass wir
beim Kauf von Salzwasserfischen oder Meeresfrüchten solchen Labels Beachtung schenken müssen – nach dem Prinzip: ein Label ist besser als kein Label!
Weiterführende Informationen
Überlegen
Quellen
www.labelinfo.ch
www.msc.org
www.wwf.ch/de/projekte/wirtschaft/labels/msc/
www.asc-aqua.org/index.cfm?lng=5
Erkenntnis
www.greenfacts.org/de/fischerei/
Faktenblatt Überfischung WWF: assets.wwf.ch/downloads/wwf_faktenblatt_ueberfischung_de_091028.pdf
www.worldoceanreview.com
Pressemitteilung MSC: www.msc.org/presseraum/pressemitteilungen/skipjack-echter-bonito-aus-angelrutenfischerei-der-malediven-mit-msc-siegel
Angelrutenfischerei: ipnlf.org/about-pole-and-line/how-to-fish-pole-line/
Handlungsabsicht
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Verwendete Videos und Zeitungsartikel
Dem Dorsch geht’s gut, dem Kabeljau schlecht
www.3sat.de/mediathek/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=33680
Kampf um den Fisch
www.youtube.com/watch?v=ceWTy46-DwM
Thema mit Icon
Information
Zeitungsartikel Migros für Infoblatt A (AB2)
www.migros.ch/mediaObject/GenM/docs/de/Reportage-aus-den-Malediven/original/Reportage+aus+den+Malediven.pdf
Stufe
Zeitungsartikel Tagesanzeiger für Infoblatt B (AB3)
Stufe
www.tagesanzeiger.ch/leben/essen-und-trinken/Der-Billigfisch-/story/31768484
Weitere interessante Videos
Zeit
Zeit
Arbeitsanweisung
Die Überfischung der Meere
www.youtube.com/watch?v=PD00Z6Yqxy0
Nachhaltige Fischerei am Beispiel Norwegen
Material
www.youtube.com/watch?v=Qg-PBpRDhXA
Material
Pole and Line tuna Fishing
www.youtube.com/watch?v=jGmKO4CQ56c
Lehrplan 21
Austauschen
Angaben
Catching tuna Maldivian style – Englisch
www.youtube.com/watch?v=HP6rYThJWUg
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Erkenntnis
Handlungsabsicht
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Spielanleitung für die Lehrperson
Spiel: Fischers Fritz fischt frische Fische
Worum geht es?
Thema mit Icon
Information
Stufe
Stufe
Zeit
Zeit
Arbeitsanweisung
Material
Material
Lehrplan 21
Austauschen
Angaben
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Erkenntnis
Jede Gruppe innerhalb der Klasse stellt eine Fischergemeinschaft dar, welche an
einem See lebt und die Fischerei als hauptsächliche Erwerbsquelle nutzen soll. Ohne
den SuS genauer zu erklären, was aus ökologischer Perspektive geschieht, sollen sie
selber herausfinden, welche Auswirkungen ihr Fangverhalten auf die Fischgemeinschaft im See hat. Nach einer bestimmten Anzahl Fangjahre wird gezählt, wie viele
Fische von jedem SuS gefangen wurden und wie viele im See übrig geblieben sind.
Am Schluss wird den SuS erklärt, dass es keinen individuellen Gewinner gibt. Die
Gruppe, welche am nachhaltigsten gefischt hat, erhält einen Preis. So wird ihnen
aufgezeigt, dass alle Beteiligten kooperieren müssen, um langfristig die Fischpopulationen aufrechterhalten zu können.
Vorbereitung
Die Klasse wird in 4er-Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe erhält ein blaues A4- oder
A3-Blatt, welches den See darstellen soll. Der See wird auf einen Tisch oder auf den
Boden gelegt. Die Lehrperson legt 20 Fische in den See (Knabberfische oder Spielsteine).
Spielverlauf
Die Lehrperson übernimmt die Moderation des Spiels, indem Sie den Spielstart
angibt. So fängt das Szenario im ersten Fangjahr an: Die Fischerinnen und Fischer
dürfen vorerst einmal so viele Fische fangen, wie sie wollen. Wichtig: Während des
gesamten Spiels dürfen die einzelnen Fischer nicht miteinander reden! Nachdem alle
Fischerinnen und Fischer ihren Fang getätigt hat, kündigt die Lehrperson eine kurze
Pause an, bei der keine weiteren Fänge gemacht werden dürfen. Die Lehrperson
geht unterdessen von einer Gruppe zur nächsten und verdoppelt die Anzahl übrig
gebliebener Fische im jeweiligen See, wobei allerhöchstens 20 Fische im See «Platz»
haben. Wichtig: Die SuS wissen vor dem Spielstart nicht, dass die Fische nach jedem
Fangjahr verdoppelt werden! Es kann somit durchaus sein, dass bei einigen Gruppen
der See bereits nach dem ersten Fangjahr leergefischt ist. Diese Gruppen hätten
dann bereits nach einem simulierten Jahr verloren, da sie im darauf folgenden verhungern würden.
Als konkretes Beispiel: wenn nach dem ersten Fangjahr eine Gruppe noch 6 Fische
übrig hat, verdoppelt die Lehrperson deren Anzahl auf 12. Wenn bei einer anderen
Gruppe noch 13 Fische übrig sind, werden hingegen lediglich 7 neue Fische dazugelegt, da der See maximal 20 Fische beherbergen kann.
Nach der Verdoppelung fängt das zweite Fangjahr an, bei dem die Lehrperson zwei
Varianten ausprobieren kann:
Handlungsabsicht
1.
Die Fischerinnen und Fischer dürfen weiterhin so viele Fische einfangen, wie sie
möchten.
2.
Jeder und jede darf nur eine bestimmte Anzahl Fische einfangen, bspw. max. 4
pro Person.
Nach erfolgtem Fang werden die Fischbestände erneut aufgestockt und das nächste
Fangjahr kann beginnen. So geht es dann weiter, idealerweise
4–6 Mal insgesamt.
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M1a I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
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Thema mit Icon
Information
Stufe
Stufe
Spielabschluss und Auswertung
Nach dem letzten Fangjahr dürfen die einzelnen Fischerinnen und Fischer ihren Fang
aufsummieren und mit den anderen innerhalb der Gruppe vergleichen. An diesem
Punkt interveniert die Lehrkraft und zeigt den SuS auf, dass es keinen individuellen
Gewinner gibt! Es spielt also keine Rolle, welche Fischerin oder welcher Fischer am
meisten gefangen hat. Vielmehr wird es eine Gewinner-Gruppe geben. Ausschlaggebend sind dabei folgende Kriterien:
3.
Je mehr Fische im See übrig geblieben sind, desto nachhaltiger wurde gefischt.
4.
Je ausgeglichener die gefangenen Fische innerhalb der Gruppe verteilt wurden,
desto fairer wurde mit dem Fischfang umgegangen. Eine Gruppe, bei der z.B.
eine Person viele Fische gesammelt hat und die anderen nur einen Bruchteil
davon, wird nicht als Gewinnergruppe aus dem Spiel hervorgehen.
Weiterer Unterrichtsverlauf
Zeit
Zeit
Arbeitsanweisung
Material
Anknüpfend an dieses Spiel und an die daraus gewonnen Erkenntnissen zeigt die
Lehrperson den SuS die Videosequenz «Dem Dorsch geht’s gut, dem Kabeljau
schlecht». Die SuS erhalten dazu das Arbeitsblatt AB1 und sollen gleich nach der
Videosequenz die Fragen auf dem Arbeitsblatt beantworten.
Material
Lehrplan 21
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Angaben
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Erkenntnis
Handlungsabsicht
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M1b I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Arbeitsblatt
Fischers Fritz
fischt zu viele Fische!
Nordeuropa
e
2. Wer ist der hauptsächliche Feind von
Dorsch und Kabeljau?
Nordsee
Os
tse
1. Wo kommt der Kabeljau vor?
Und wo kommt der Dorsch
vor? Zeichne das Verbreitungsgebiet beider Fischarten auf der Karte ein
(benutze die Farbe blau für den Kabeljau
und die Farbe rot für den Dorsch).
www.worldatlas.com
Du hast soeben mit Hilfe des Spiels «Fischers Fritz fischt frische Fische» mit eigenen
Augen erlebt, was es heisst, wenn eine natürliche Ressource wie Fische in einem See
oder in den Weltmeeren übermässig ausgenutzt werden. Dabei kann das Verhalten
der Menschen massive Unterschiede bei den Fischbeständen verursachen, so wie
bei den verschiedenen Gruppen des Spiels beobachtet werden konnte. Um solche Phänomene
besser verstehen zu können, darfst du nun die kurze Videosequenz «Dem Dorsch geht’s gut, dem
Kabeljau schlecht» anschauen und danach folgende Fragen beantworten:
EugeneZelenko, CC
3. Kabeljau und Dorsch wurden schon
immer als beliebte Speisefische gefischt.
Früher war das auch kein Problem, die
Bestände konnten die Fischerei Jahrhunderte lang gut verkraften. Aus welchem Grund ist dies heute nicht mehr so?
Der Kabeljau sieht seinem «Bruder» aus
der Ostsee sehr ähnlich.
4. Aus dem Titel des Videos lesen wir bereits: dem Kabeljau geht’s schlecht - aber warum?
Nenne 2 Gründe:
a)
b)
5. Wie viele Tonnen Kabeljau sterben jährlich als Beifang?
AB1a I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
6. Warum geht es dem Dorsch, dem Bruder des Kabeljaus, deutlich besser? Nenne 3 Gründe:
a)
b)
c)
Warum ist Fisch so wichtig für uns Menschen und wie steht es um die heutigen Fischbestände?
7. Fisch als Nahrungsquelle ist bereits seit Jahrtausenden kaum aus dem Speiseplan
von Millionen von Menschen wegzudenken. Zudem gilt die Fischerei als einer der ältesten Handelsberufe überhaupt. Wenn sich Herrn und Frau Schweizer über den Einkauf eines
Filets an der Fischtheke des Supermarkts freuen, haben die Fischer aus fernen Ländern in
Afrika, Asien oder Südamerika hart gearbeitet, um diese Köstlichkeit für uns einzufangen. Um
die Bedeutung der Fische und der Fischerei besser aufzuzeigen, findet ihr hier einige beeindruckende und interessante Fakten rund um das Thema. Und hier noch einige Bemerkungen
zum Auftrag:
–– Die Fakten sind etwas durcheinander geraten! Wenn sie nämlich in der richtigen Reihenfolge
wären, hätten wir einen zusammenhängenden Leitfaden, der uns erklärt, weshalb es zur
Überfischung der Weltmeere gekommen ist.
–– Hilf also mit! Zu jeder Information gehört ein kleines rundes
Kästchen – schreib die Zahl 1 zu der Information, die deiner
Meinung nach am Anfang steht, die Zahl 2 bei der Information, die sich von der ersten ableiten lässt, die Zahl 3 bei der
Information, die sich von der zweiten ableiten lässt etc.
Als Beispiel: die Information «Die Blume braucht Wasser um
zu blühen» erhält die Nummer 1, «Das Mädchen gibt der
Blume Wasser» erhält die Nummer 2 und «die Blume blüht»
erhält dementsprechend die Nummer 3. Eine andere Reihenfolge wäre unlogisch. Los geht’s!
Von den zusammenhängenden Fakten aus Aufgabe 7 hast du
gelernt, dass Kleinfischerbetriebe von grossen Industriefangschiffen verdrängt werden. Schau dir die NDR-Reportage «Kampf um
den Fisch» an und beantworte folgende Fragen:
AB1b I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Fischmarkt mit verschiedenen Fischsorten
8. Warum fischen die grossen europäischen Hochseeflotten in den Gewässern vor West-afrika?
9. Weshalb ist das ein Problem?
AB1c I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
10. Wie geht es den einheimischen Kleinfischern an der Küste Mauretaniens?
Interview
Du weisst nun also, wie es um die Fischbestände in unseren Weltmeeren steht und
welche Rolle dabei der Mensch gespielt hat oder immer noch spielt. Die dringende
Frage dabei ist somit ziemlich klar: Was können wir also tun?
Um das herauszufinden, werdet ihr in Zweiergruppen arbeiten. Eine Person befasst
sich mit dem Infoblatt A und die andere mit dem Infoblatt B. Danach führt ihr zu zweit ein Interview und informiert euch so gegenseitig.
11. Falls du das Infoblatt A gelesen hast, willst du nun mehr über Infoblatt B erfahren. Stelle also
deiner Mitschülerin oder deinem Mitschüler folgende Fragen und notiere die Antworten:
a) Was heisst ASC und was ist das genau?
b) Welche Kriterien müssen für eine ASC-Zertifizierung erfüllt werden?
c) Was gilt als Hauptkritik gegenüber der Aquakultur?
AB1d I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
d) Worauf sollten wir Pangasius-Esser achten, wenn wir einkaufen gehen?
12. Falls du das Infoblatt B gelesen hast, willst du nun mehr über Infoblatt A erfahren. Stelle also
deiner Mitschülerin oder deinem Mitschüler folgende Fragen und notiere die Antworten:
a) Was heisst MSC und was ist das genau?
b) Welche 3 Kriterien muss ein Fischer erfüllen, um ein MSC-Zertifikat zu erhalten?
1.
2.
3.
c) Warum haben die Malediver im Kampf gegen die Überfischung die Nase vorn?
d) Was können wir als Fischkonsumentinnen und -konsumenten tun, um die Fischbestände unserer Weltmeeren nachhaltiger zu nutzen?
AB1e I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Arbeitsblatt
Fischers Fritz
fischt zu viele Fische!
Marine Stewardship Council
Fische und Meeresfrüchte aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei
Ali Areef ist ein junger Fischer aus den Malediven im Indischen Ozean.
Seit Generationen verdienen Mitglieder seiner Familie mit dem Fang von
Thunfischen ihren Lebensunterhalt. Nun möchte er seine Produkte mit
der MSC-Zertifizierung verkaufen können. Was muss er dafür tun? Folgende Kriterien muss er durch seine Fischerei erfüllen:
1. Schutz der Fischbestände
Ali muss sicher stellen, dass er die Fischbestände nicht überfischt, damit
noch genügend Exemplare für die Zukunft übrig bleiben. Zu kleine Individuen darf er beispielsweise nicht einfangen, da sich diese noch fortpflanzen könnten.
2. Umwelt schonen
Durch die Fischerei soll Ali möglichst wenig negative Auswirkungen auf die Meeresumwelt verursachen. Andere Tiere wie Meeressäuger oder Wasservögel muss er schonen.
3. Regeln befolgen
Selbstverständlich muss Ali sowohl die lokalen als auch die internationalen Regeln und Gesetze
befolgen, um das MSC-Zertifikat behalten zu dürfen.
Ali ist ein richtiger Musterschüler, er erfüllt nämlich alle oben genannten Kriterien. Trotzdem muss
er sich noch etwas gedulden. Die Bewertung einer Fischerei nach MSC-Standard ist nämlich mit
grossem Zeitaufwand verbunden. Wissenschaftler kontrollieren regelmässig, wie Ali die Thunfische einfängt, und einmal pro Jahr gibt es sogar eine Prüfung.
Endlich hat er es geschafft: Ali hat die MSC-Zertifizierung erhalten! Finde heraus, weshalb wir
Konsumentinnen und Konsumenten MSC-zertifizierten Thunfisch kaufen können. Lies dazu auf der
zweiten Seite einen Teil des Zeitungsartikels aus der Migros-Zeitung vom 11. März 2013.
AB2a I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
MSC, CC
Der Marine Stewardship Council (MSC) wurde im Jahre 1997 vom WWF und vom
Lebensmittelkonzern Unilever gegründet, um eine nachhaltige Fischerei zu ermöglichen und diese mit festgelegten Regeln zu kontrollieren. Heute ist der MSC eine
unabhängige, gemeinnützige, internationale Labelorganisation, welche als eine der
strengsten gilt.
Arbeitsblatt
Fischers Fritz
fischt zu viele Fische!
Fischen wie einst die Väter
Im Kampf gegen die Überfischung der Meere haben die Malediver die Nase vorn, denn sie
fischen ausschliesslich mit der Angelrute. Das Migros-Magazin
begleitete die Fischer beim nachhaltigen Fang des besonders
beliebten rosa Thunfischs.
Ali Areef, stolzer und umweltbewusster Fischer auf den
Malediven
Trotz später Stunde ist es immer noch heiss bei fast 30 Grad. Der
sternenklare Himmel verspricht den rund 20 Fischern, die an Bord
des Schiffes auf die Ausfahrt warten, eine ruhige Nacht auf dem
Indischen Ozean. Sobald die Leinen
gelöst sind, wollen wir mehr über
die Arbeit dieser Männer erfahren,
die sich stets geweigert haben, die
Meeresgründe mit Fangtechniken auszubeuten, die zwar äusserst
rentabel sind, aber gleichzeitig auch die Fischbestände stark
belasten.
Ausschnitt Zeitungsartikel und Bilder: migros.ch
Im kleinen Hafen von Koodoo, zwei Flugstunden südlich von Malé,
der Hauptstadt der Malediven, herrscht mitten in der Nacht geschäftiges Treiben. «Wir laden gerade das Eis, mit dem wir unseren Fang
frisch halten werden», erläutert der erste Offizier des Schiffes, Ali
Areef, der Migros-Delegation. Sie wird 20 Stunden auf See verbringen, um mit eigenen Augen zu sehen, wie die Malediver den echten
Bonito mit seinen typischen Streifen auf
der Bauchseite, bei uns besser bekannt
als rosa Thunfisch, umweltverträglich
fangen werden.
Seit je haben die Malediver der Angelrutenfischerei den Vorzug
gegeben vor der sogenannten Ringwadenfischerei, bei der riesige
Maledivische Fischer bei der
Netze auch Delfine, Haie oder Schildkröten mitschleppen und
Angelrutenfischerei.
Meeresboden und Korallenriffe beschädigen. Bei der Angelrutenfischerei gilt die einfache Lösung: Ein Mann, eine Angel, ein Fisch. Diese
handwerkliche Methode, die einen zehnmal höheren Arbeitsaufwand erfordert als die industrielle
Variante, gibt annähernd 20'000 Inselbewohnern Arbeit. Und sie bietet den Vorteil, dass wirklich
ausschliesslich Thunfisch gefangen wird. Ein weiterer positiver Aspekt: Die selektive Fischerei mit
der Angelrute lässt Delfine und Haie zur grossen Freude der Touristen in Ruhe.
AB2b I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Arbeitsblatt
Fischers Fritz
fischt zu viele Fische!
Wir brauchen mehr Ressourcen, als uns eigentlich zur Verfügung stehen würden.
Das gilt nicht nur für Ackerland, Erdöl oder Wasser - das gilt auch für die Fische. Aus
diesem Grund hat der Mensch die Aquakultur entwickelt, eine kontrollierte Aufzucht
von Meeresbewohnern, die dann gefangen und verwertet werden. Genau so wie der
Wildfang von Fischen sollten auch Aquakulturen kontrolliert werden, da sonst Tierschutzgesetze nicht eingehalten werden oder die Umwelt unter den künstlichen Aufzuchtbedingungen leidet. So wurde im 2010 vom WWF und von der IDH (der «Sustainable Trade Initiative»
aus Holland) der Aquaculture Stewardship Council (ASC) gegründet. Diese unabhängige, gemeinnützige Organisation verwaltet weltweit die Standards für
eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Aufzucht
von Meerestieren. Einem Betrieb, welcher diese Standards einhält, wird die ASC-Zertifizierung verliehen. Mit
Hilfe dieses Labels können Konsumentinnen und Konsumenten bewusst entscheiden, Meeresfrüchte und Fische
aus Zuchten zu kaufen, welche die Tiere, die Umwelt und
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schonend behandeln.
Ein wichtiger Kritikpunkt gegenüber Zuchtkulturen ist die Herkunft des Futters, welches für die
Fischzucht eingesetzt wird. In den allermeisten Fällen werden nämlich Raubfische gezüchtet,
welche ihrerseits auf andere Fische angewiesen sind. Diese «Futterfische» stammen aber aus
Wildfang. Das Problem der Überfischung der Meere ist somit noch lange nicht gelöst.
Hier sind die wichtigsten Kriterien aufgelistet, welche für eine ASC-Zertifizierung erfüllt werden
müssen:
–– Der Standort der Aquakultur muss sich für die Fischzucht eignen.
–– Das Wasser muss eine gute Qualität aufweisen.
–– Antibiotika dürfen nur bei kranken Tieren eingesetzt werden.
–– Die Behandlung von kranken Tieren muss nach Vorschrift erfolgen.
–– Der Wildfang von Fischfutter muss nachhaltig sein und rückverfolgt werden können.
–– Die als Fischfutter eingefangenen Fische müssen für die gezüchtete Art geeignet sein.
AB3a I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
labelinfo.ch
Aquaculture Stewardship Council
Arbeitsblatt
Fischers Fritz
fischt zu viele Fische!
Pangasius - der Billigfisch
Für Feinschmecker ist Pangasius ein Schimpfwort, bei den Konsumenten ist er der Renner. Unter
dem Preisdruck verschlechterten sich die Zuchtbedingungen. Jetzt zeichnet sich die Wende ab.
«Auf vielen Farmen ist die Situation noch nicht zufriedenstellend.» Allerdings stehen die Chancen
heute besser denn je, dass sich das ändert. «Die Bemühungen, die Situation zu verbessern, sind
heute breit abgestützt», sagt Schefer. DKSH setzt sich seit Jahren für Nachhaltigkeit auf vietnamesischen Fischfarmen ein und hat als erste Firma eine Pangasius-Produktion mit dem Label «Friend of the Sea» zertifizieren lassen – einem
der ersten Standards für Zuchtfische. Ein Winkelzug des WWF gibt
der Nachhaltigkeitsbewegung nun zusätzlichen Schub: Im Oktober
setzte die Organisation den vietnamesischen Pangasius in ihrem
Einkaufsführer auf die Rote Liste. Begründung: Die Fische würden zu
dicht gehalten, Medikamente in
grossen Mengen eingesetzt und
das Abwasser ungeklärt in den
Fluss geleitet. Die vietnamesische
Regierung reagierte umgehend
Fischzuchtanlage
und drohte damit, die Organisation des Landes zu verweisen.
Pangasianodon hypophthalmus
Daraufhin einigten sich WWF und Regierung auf einen
Kompromiss: Der WWF passte seine Einstufung von rot auf
«Zucht in Umstellung» an. Und im Gegenzug stellte die Regierung sicher, dass bis 2015 mindestens 50 Prozent der Fischzuchten den Richtlinien eines neuen Labels namens ASC folgen.
ASC soll analog dem Label MSC für Wildfang den bislang strengsten Standard für nachhaltige
Aquakulturen etablieren. Die Richtlinien legen für jede Fischart einzeln den Einsatz von Antibiotika
fest, den Umgang mit Abwasser oder die Anforderungen ans Futter. Aber auch soziale Standards
werden vorgeschrieben. Kritiker monieren, die Besatzdichte, also die Intensität der Zucht, sei nach
wie vor nicht geregelt. Schefer, der bei der Ausarbeitung der Pangasius-Kriterien dabei war, beurteilt sie als bedeutenden Fortschritt. «Wir investieren in Vietnam viel Geld, um die Fischfarmen
auf den ASC-Standard aufzurüsten», sagt Schefer.
Im Vergleich zum Ausland steht die Schweiz übrigens gut da. Migros und Coop verkaufen ausschliesslich Pangasius, der globale Standards erfüllt. Das trifft in Vietnam laut WWF nur auf 10 bis
20 Prozent der Produktion zu.
AB3b I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Staticd, CC
Vesna2dm , CC
Pangasius gilt als Paradebeispiel für Ware aus Fischzuchten, auch hier in der Schweiz. Lies diesen Artikel aus dem Tages Anzeiger vom 09.03.2011 und informiere dich über die Situation des
«Billig-Fisches»:
Arbeitsblatt
Fischers Fritz fischt zu viele Fische!
Wie gewinnen wir als Gruppe das Spiel?
Was ich jetzt tun werde:
AB4 I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Lösungen
Fischers Fritz fischt
zu viele Fische!
1. Wo kommt der Kabeljau vor? Nordsee
Und wo kommt der Dorsch vor? Ostsee
2. Wer ist der hauptsächliche Feind von Dorsch und Kabeljau? Mensch
3. Kabeljau und Dorsch wurden schon immer als beliebte Speisefische gefischt.
Früher war das auch kein Problem, die Bestände konnten die Fischerei Jahrhunderte lang gut verkraften. Aus welchem Grund ist dies heute nicht mehr so?
Einführung der Industriefischerei
4. Aus dem Titel des Videos lesen wir bereits: dem Kabeljau geht’s schlecht - aber
warum? Nenne 2 Gründe:
a. Klimaerwärmung - in den letzten 40 Jahren ist die durchschnittliche Temperatur der Nordsee um 1,5 °C gestiegen, Kabeljaue leiden darunter.
b. Raubfische, die sich von Jungkabeljauen ernähren, profitieren von der erhöhten Wassertemperatur und fressen mehr Kabeljaue.
c. Überfischung durch den Menschen
d. Beifang beim Fischen anderer Fischarten
5. Wie viele Tonnen Kabeljau sterben jährlich durch Beifang? 12‘000 t
6. Warum geht es dem Dorsch, dem Bruder des Kabeljau, deutlich besser? Nenne
3 Gründe:
a. 2007 wurde in Polen der Raubbau von Dorschen verboten.
b. Dorsche hatten einige geburtenstarke Jahre und konnten sich sehr gut erholen.
c. Fluchtfenster in Netzen, damit kleine Dorsche entkommen können, sind
Pflicht in der Ostsee.
d. Dorsche sind als Beifang in der Ostsee äusserst selten.
e. Fischerbiologen und Politiker achten genau auf die Bestände, um Überfischung zu vermeiden.
L1a I Bewusster Konsum I Fischers Fritz
Lösung zu Frage 7
L1b I Bewusster Konsum I Fischers Fritz