Text zum Vortrag am 20.03.2011 im Alten Rathaus in Birkenau PDF

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Text zum Vortrag am 20.03.2011 im Alten Rathaus in Birkenau PDF
Birkenau neu beleben!
Ein Konzept zur Steigerung der Attraktivität von Birkenau
Text zum Vortrag am 20.3.2011 im Alten Rathaus
Die Einwohnerzahl der Großgemeinde Birkenau hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, wie die Studie
der Bertelsmannstiftung bestätigt. Sie prophezeit unserer Gemeinde den größten
Bevölkerungsrückgang im Weschnitztal bis 2025 und weist Birkenau als „Gemeinde mit Geringer Dynamik“ aus.
Die Herausforderungen, die sich daraus für unsere Kommune ergeben, sind vergleichbar mit denen eines Unternehmens. Beide müssen, um zukunftsfähig zu
bleiben, Strategien entwickeln, die in der Lage sind, die Stammkunden (Bürger)
zu halten und neue Kunden zu gewinnen.
Neue Kunden bringen Umsatz und damit Geld in das Unternehmen. Neue Bürger bringen Geld in die Gemeindekasse in Form von Schlüsselzuweisungen aus
dem Land und Anteilen aus der Einkommensteuer. Dies ist für die Gemeinde
eine der wichtigsten Einnahmequellen, die es zu sichern gilt.
Neukunden gewinnt ein Unternehmen dann, wenn es innovative, attraktive und
marktgerechte Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringt, welche die
individuellen Bedürfnisse der Menschen besser befriedigen als die Angebote der
Mitbewerber. Bedürfnisgerechte Angebote allein reichen jedoch heute nicht mehr
aus. Sie müssen auch professionell in den Markt kommuniziert werden. Diese
Aufgabe übernimmt in der Wirtschaft das Marketing. Es transportiert die Vorteile
und Nutzen des Angebots an ausgewählte Empfänger. Die Botschaft muss rational, emotional und zielgruppenorientiert ausgerichtet sein. Für eine Gemeinde
gilt diese Vorgehensweise analog.
Birkenau braucht, um aus seinem Schattendasein herauszukommen ein Produkt,
das Aufmerksamkeit im Markt erzeugt und so attraktiv ist, dass es Menschen
motiviert, Birkenau kennen zu lernen. Das ist in etwa mit einer Partnersuche
vergleichbar. Um seinen möglichen Lebenspartner kennen zu lernen braucht es
zunächst einen Anlass oder Auslöser. Um ihn aber schätzen und lieben zu lernen, benötigt es Begegnungen, Austausch, gemeinsame Erlebnisse und Zeit, die
man miteinander verbringt. Ähnlich verhält es sich mit potenziellen Neubürgern.
Ihre Liebe zu unserer Gemeinde wird selten spontan entstehen. Sie muss wachsen und dazu braucht es Anlässe, die dazu beitragen, die Stärken und Schönheiten von Birkenau schätzen und lieben zu lernen und die inneren Werte der Gemeinde zu entdecken. Erst dann kann es zu einer Entscheidung kommen, die wir
alle sehr begrüßen würden: hier zu wohnen, zu leben und vielleicht auch arbeiten.
Solche Anlässe gilt es zu schaffen. Damit sie eine Wirkung haben, müssen sie
marktgerecht, d. h. auf die Bedürfnisse der Menschen im Markt ausgerichtet
sein. Der wichtigste Markt für Birkenau ist die Metropolregion Rhein-Neckar mit
ihren 2,5 Mio. Bewohnern. Alle diese Menschen haben eine Menge unterschiedDipl.-Kfm. Ralf Strambach Im Herrengarten 13 69488 Birkenau Tel. 06201/962170 www.strambach-consulting.de
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licher Probleme, Bedürfnisse, Ziele, Sehnsüchte und Wünsche. Welche davon
könnte Birkenau lösen oder befriedigen?
Eine gute Antwort darauf erfordert etwas Vorarbeit, denn die Stärken und Potenziale von Birkenau müssen eine möglichst große Schnittmenge mit den Bedürfnissen unserer Zielgruppen ergeben.
Was Birkenau in diesem Zusammenhang zu bieten hat, wissen wir alle. Herausragend sind seine Lage, die reizvolle Landschaft und die vielfältige noch weitgehend intakte Natur, um nur einige Aspekte zu nennen. Welche Bedürfnisse wir
damit befriedigen können erfordert allerdings eine fundierte Analyse. Dabei kann
uns die Trendforschung helfen. Sie ist inzwischen zu einem unverzichtbaren Instrument geworden, wenn es darum geht, strategische Entscheidungen zukunftsorientiert abzusichern. Die Trendforscher geben uns Auskunft darüber, welche
Werte, Lebensstile und Bedürfnisstrukturen sich in einer Gesellschaft entwickeln
und wie sie das Verhalten der Konsumenten beeinflussen und steuern.
Welche Trends und gesellschaftliche Entwicklungen könnten für Birkenau
relevant sein?
„Downshifting“: ¹
Die Sehnsucht nach der neuen Einfachheit. Weniger ist mehr!
Entschleunigung, weniger Stress, mehr Lebensqualität.
„Authentic-Trend“:¹
Das Bedürfnis nach Authentizität, Echtheit und Ehrlichkeit. Nachgefragt werden
Produkte und Dienstleistungen mit Historie, Integrität, Persönlichkeit und Nähe.
Regionale Produkte und authentische Erlebnisse in unverbrauchter Natur haben
eine hohe Präferenz.
„Glokalisierung“:¹
Globalisierung + Lokalismus
In unserer globalisierten Welt wächst das Bedürfnis nach regionaler Identität:
Wer über das Internet weltweit vernetzt ist und als Weltbürger agiert, für den wird
als Gegenpol die Gemeinde, das Stadtviertel, die Strasse und die Region immer
wichtiger.
Wenn um uns herum alles globaler, komplexer, unübersichtlicher, unsicherer,
schneller und virtueller wird, dann entsteht bei vielen Menschen eine Sehnsucht
nach mehr Einfachheit, Berechenbarkeit, Natürlichkeit, Nähe und Entschleunigung. Viele große Trends, die überwiegend in den Metropolen entstehen lösen
deshalb auch immer wieder Gegentrends aus, von denen, wie in unserem Falle
auch der ländliche Raum profitieren kann.
Zu ergänzen sind in diesem Zusammenhang noch die Themen ganzheitliche
Gesundheit und Nachhaltigkeit, die sich in folgenden Trends ausdrücken:
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Megatrend Gesundheit:1
Bereich Wellness/Selfness.
Bewegung, Entspannung, gesunde Ernährung.
Wohlbefinden, d. h. Körper, Geist und Seele in Balance bringen.
LOHA-Trend:¹
Lifestyle of Health and Sustainability
Ein Lebensstil der sich an Gesundheit und Nachhaltigkeit orientiert, lebensbejahend, lust- und erlebnisorientiert nach dem Motto: „Do good with your money!”
Der Wertewandel im Urlaubs- und Freizeitverhalten
Inzwischen ist der Freizeittourismus zum größten Konkurrenten des Urlaubstourismus geworden. Das eröffnet besonders ländlichen Regionen neue Handlungsspielräume. Ein Drittel der Bevölkerung wird in Zukunft ständig im Kurzurlaub sein oder Wochenendfahrten unternehmen. Es gibt einen Trend zum hoch
qualifizierten Nah-Urlaub (M. Horx) mit den Zielen: weg aus dem Alltag, abschalten, Energie tanken und hin zu mehr Wohlbefinden, Genuss, Gesundheit und
Lebensqualität. Bei entsprechenden Angeboten spielen Atmosphäre, Ambiente
und Erlebnis als Mehrwert eine wichtige Rolle. Laut einer Forsa-Umfrage haben
Menschen folgende Erwartungen an ihren Urlaub:
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Natur genießen
87%
Stress abbauen
74%
Ruhe
73%
Zeit für den Partner 68%
Nur Spaß haben 65%
Sport treiben
46%
Die Chancen und Gefahren für Birkenau
Die Trends lassen erkennen, dass Produkte, welche die Bereiche Freizeit, Natur
und Gesundheit bedienen, gute Aussichten auf Erfolg haben. Einen Beweis dafür, dass solche Angebote funktionieren, haben wir quasi vor der Haustür. Mit der
Sommerrodelbahn hat der Überwald ein Objekt geschaffen, das besonders Menschen aus der Metropolregion anzieht. Die bisherigen Besucherzahlen haben die
Erwartungen übertroffen. Mit der Eröffnung der Draisinenbahn wird die Attraktivität des Überwaldes weiter steigen. Weitere „Leuchtturmprojekte“ sind mit dem
Baumwipfelpfad und einem Kletterwald in Planung. Sie sollen die Kreidacher
Höhe mit Blick auf die Metropolregion zu einem Touristenzentrum entwickeln.
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Zukunftsinstitut
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Für Birkenau ist diese Entwicklung besorgniserregend. Denn die Besucher aus
den Ballungszentren werden in Zukunft noch häufiger an Birkenau vorbei fahren
und damit auch ihre Kaufkraft. Birkenau wird dadurch noch weiter ins Abseits
geraten und mit zusätzlichem Individualverkehr, Lärm und Abgasen belastet.
Vor diesem Hintergrund wird es immer dringender ein Konzept zu entwickeln,
das auf umweltverträgliche Weise das gesamte Weschnitztal für die Naherholung professionell erschließt und attraktiv macht. Dabei gilt es, dem zentralisierten Angebot des Überwaldes ein Konzept entgegen zu setzen, das den dezentralen und aktiven Naturtourismus fördert unter Einbeziehung der natürlichen
Gegebenheiten sowie der regionalen Akteure. Birkenau kommt dabei eine
Schlüsselrolle zu, da die Gemeinde das Tor zum Weschnitztal ist und das Verbindungsscharnier zur Rheinebene und zur Metropolregion.
Wenn es gelänge ein Produkt zu entwickeln, dass alle Angebote und Sehenswürdigkeiten des Tals integrieren und miteinander vernetzen würde, dann wären
alle Gewinner. Dabei muss sich das zu entwickelnde Produkt von den Projekten
des Überwaldes unterscheiden bzw. sie ergänzen. Es ist also die Frage zu stellen: was haben wir, dass der Überwald nicht hat?
Die Antwort liegt auf der Hand: Wir haben einen Fluss, die Weschnitz. Sie hat
über viele Jahrtausende hinweg unser Tal geschaffen und geprägt. Sie ist die
Lebensader unserer Kulturlandschaft. Wasser hat Menschen schon immer angezogen, denn Wasser ist Leben und es wird in Zukunft immer kostbarer werden.
Fragt man die Leute, wo sie gerne ihren Urlaub verbringen, dann antworten die
meisten: am Wasser oder in den Bergen. Wir haben beides! Auch wenn unsere
Berge nicht so spektakulär sind, wie die der Alpen, so haben sie für die Menschen aus der Ebene doch einen besonderen Reiz. Für sie zeigt sich das
Weschnitztal an seinem Eingang von seiner wilden und imposantesten Seite.
Gleich hinter den bizarren Felswänden des Steinbruchs beginnt der SechsMühlen-Weg. Hier ist das Tal noch eng und schluchtenartig. Der Weg folgt der
rauschenden und manchmal schäumenden Weschnitz und führt den Wanderer
durch eine unverwechselbare und wildromantische Natur, die schnell den Alltag
vergessen lässt. Hier sehe ich den Ausgangspunkt für den neuen Fluss- und Erlebniswanderweg Weschnitztal. Er wäre im Odenwald und im Geo-Park ein Novum und als touristische Innovation mit dem Nibelungenpfad vergleichbar. Dieser
Weg hätte meines Erachtens das Potenzial ein Markenzeichen für das gesamte
Weschnitztal zu werden. Er erschließt dem Besucher aktiv das Tal mit seinen
unterschiedlichen Orten, Sehenswürdigkeiten und Angeboten. Von ihm aus können die schönen Seitentäler erkundet werden oder die vielen Rundwanderwege,
die in verschiedene Vegetationszonen führen und unterschiedliche Anforderungen an den Wanderer oder Natursportler stellen. In Mörlenbach stellt der Flussund Erlebniswanderweg die Verbindung zum Startpunkt der Draisinenbahn her
und über einen Shuttleservice die Anbindung an die Angebote des Überwaldes,
so dass der Individualverkehr möglichst klein gehalten werden könnte. Dazu
würde auch ein Freizeitticket beitragen, mit dem die Menschen aus der MetropolDipl.-Kfm. Ralf Strambach Im Herrengarten 13 69488 Birkenau Tel. 06201/962170 www.strambach-consulting.de
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region Rhein-Neckar und der Wissenschaftsregion Darmstadt über Weinheim
das Weschnitztal per öffentlichen Nahverkehr erreichen können. Vom Bahnhof
Weinheim aus folgt man der Weschnitz flussaufwärts bis zum Einstieg ins Tal bei
der Hildebrandtschen Mühle, wobei zu hoffen ist, dass der Betreiber des Steinbruches willens ist, den alten Weg, der durch sein Gelände führt, wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sollte der Steinbruch eines Tages stillgelegt
werden, würden sich damit ganz neue Perspektiven für ein Naturerlebnis der
besonderen Art eröffnen.
Der Sechs-Mühlen-Weg ist ein bereits voll erschlossener und attraktiver Themen-Wanderweg, der die Bereiche Historie, Natur, Kultur, Technik und Gastronomie auf ideale Weise verbindet und die erste Etappe des Fluss- und Erlebniswanderweges markiert. Die Stadlermühle wäre geeignet für ein Besucherzentrum und für ein Informationszentrum des Geo-Parks, das für unser Tal schon
lange überfällig ist.
Für die Strecke bis nach Birkenau ließen sich Angebote für aktive und authentische Naturerlebnisse entwickeln, welche den Naturgegebenheiten angepasst
sind. Zum Beispiel ein Barfuss-Pfad, ein Sinnes-Parcours, ein KindererlebnisWald oder eine mobile Baumkletterstation. Für die sportlich ambitionierten Besucher eine Nordic-Walking-Route, ein Cross-Country-Trail oder eine MountainBike-Route. Picknick-Möglichkeiten am Fluss und weitere Themen-Wege wie z.
B. die Sonnenuhren-Route oder eine Bauernhof-Route, für die Pläne und Ansätze bereits existieren, würden das Erlebnisspektrum erweitern. Die Investitionen
dafür wären überschaubar.
Der Fluss- und Erlebniswanderweg führt den Besucher weiter entlang der
Weschnitz über die Straße Am Brückenacker in die Untergasse und damit in das
gefühlte und gewachsene Zentrum von Birkenau. Hier kann er wählen, ob er über den Schlosspark mit seinen alten Bäumen und dann über die Geschäfte der
Hauptstrasse wieder zurück zur Weschnitz gelangen will oder lieber den Weg
über die Kreuzgasse und Kirchgasse nimmt um z. B. das gastronomische Angebot zu nutzen. Ziel in diesem Zusammenhang muss es sein, das Traditions-Café
Eberle wieder zu eröffnen und einen neuen und geeigneten Pächter für den
Gasthof Zur Krone zu finden. Dabei gilt: Geeignete Pächter und Investoren werden nur dann zu finden sein, wenn die Besucher- und Kundenfrequenz in Birkenau signifikant ansteigt. Durch den Fluss-und Erlebniswanderweg soll diese Belebung auf natürliche Weise bewirkt werden. Dies hätte auch einen großen Vorteil für unsere Landwirte mit ihren regionalen Produkten und Spezialitäten. In der
Vergangenheit scheiterte die Vermarktung immer am Aufwand und an den Kosten, die Produkte an die relevanten Zielgruppen zu bringen, die sich zum größten
Teil außerhalb des Tals befinden. Das würde sich jetzt umkehren, denn durch
den Fluss- und Erlebniswanderweg kommen jetzt vermehrt Menschen nach Birkenau, für die aufgrund ihrer Einstellung und ihres Bewusstseins die einheimischen Produkte aus Feld und Stall attraktiv sind. Denn artgerechte Tierhaltung,
Transparenz, Frische, selbst produziertes Futter etc. haben für sie einen hohen
Stellenwert und Zusatznutzen.
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Der Fluss- und Erlebniswanderweg würde neben den Landwirten auch den örtlichen Handel, die Gastronomie und die Vermieter von Ferienwohnung stärken,
ebenso die Vereine, die gezielte Angebote für Sport und Erlebnisse in der Natur
anbieten oder gemeinsam attraktive Feste und Events veranstalten könnten.
Über die Hornbacher Strasse führt der Weg weiter entlang der Weschnitz und
geleitet den Wanderer dann über die Fußgängerbrücke und über den Parkplatz
des Freibades bis zum Tennisclub. Gleich hinter dem Club-Gebäude könnte der
Weg wieder direkt an die Weschnitz geführt werden und von dort entlang der
Schrebergärten bis er in den Parkplatz der Firma Möbel-Jäger mündet auf dem
das Jägerstübchen zu einer kurzen Rast einlädt.
Weiter geht es vorbei am Gasthaus „Zum Weschnitztal“ um danach rechts in die
Neugasse einzubiegen. Sie findet an der Brücke vor dem alten Rathaus in Reisen ihr Ende. Von dort kann der Weg nach Mörlenbach fortgesetzt werden oder
per Bahn nach Weinheim zurückgekehrt werden. Die Weschnitztalbahn ist dafür
ein ideales Verkehrsmittel. Mit ihr kann man ganz individuell unterschiedliche
Ausgangspunkte für Wander- bzw. Rundwanderwege und andere Sehenswürdigkeiten im gesamten Tal ansteuern. Allein die Bahnfahrt ist ein Erlebnis für sich
und ganz besonders für Menschen aus der Großstadt. Beim Blick aus dem Fenster kann es leicht passieren, dass die Sehnsucht nach der guten alten Zeit wieder erwacht. Denn im ersten Abschnitt bis Birkenau geht es durch urige Tunnels
und über schmale Brücken durch das enge Tal, vorbei an den alten Mühlen und
im weiteren Verlauf vorbei an alten Fachwerkhäusern, Bauernhöfen, Wiesen und
Feldern mit Kühen, Schafen und Pferden. Es ist in der Tat eine romantische
Bahnfahrt, die wir Weschnitztäler viel zu wenig schätzen, weil wir meistens mit
dem Auto unterwegs sind. Für Menschen aus der Metropolregion und besonders
für Familien mit Kindern kann die Bahnfahrt in Verbindung mit einer Wanderung
im Weschnitztal zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden, das nach Wiederholung rufen wird.
Ob der Fluss- und Erlebniswanderweg Weschnitztal in Zukunft zu einem Markenzeichen für unser Tal werden wird, hängt wesentlich davon ab, wie stark sich
die Bewohner mit ihm identifizieren. Das fängt bei den politischen Akteuren an
und hört bei den Mitbürgern auf, die ihren Vorgarten oder ihr Haus auf Vordermann bringen, um den Anspruch und die Ziele des Projekts zu unterstützen.
Deshalb gilt es in einem ersten Schritt alle ausführlich zu informieren und danach
Strukturen zur Verfügung zu stellen, innerhalb derer engagierte Bürgerinnen und
Bürger zusammen mit Vertreter aus Politik, Verwaltung, Sport und Gewerbe zielgerichtet aktiv werden können. Viele Birkenauer haben aus dem Agenda 21Prozess bereits Erfahrungen mit dieser Art der Zusammenarbeit. Sie könnte eine
Grundlage für die Planung dieses Entwicklungsprozesses sein, der in der Lage
sein muss, bei allen Beteiligten synergetisches Zusammenwirken, Kreativität und
Selbstorganisation zu erzeugen. Dabei darf nicht vergessen werden, funktionierende Schnittstellen zum Thema Ortsentwicklung einzurichten.
Für die spätere Vermarktung gibt es bereits jetzt gute Voraussetzungen. Es stehen mehrere Internetplattformen zur Verfügung, die mit wenig Aufwand und beDipl.-Kfm. Ralf Strambach Im Herrengarten 13 69488 Birkenau Tel. 06201/962170 www.strambach-consulting.de
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grenzten Kosten als Marketing-Instrumente genutzt werden können. Auf so wichtigen Webseiten wie die des Nibelungenlands, des Geoparks, der Metropolregion
oder des deutschen Wanderverbandes ist Birkenau so gut wie nicht vertreten.
Das muss sich schnellstens ändern!
Zusammenfassend hier noch einmal die wichtigsten Vorteile des Fluss- und Erlebniswanderwegs Weschnitztal:
•
Er bedient aktuelle und zukünftige Bedürfnisse der Menschen in der Metropolregion und erzeugt dadurch Sogwirkung.
•
Er fördert den dezentralen und aktiven Tourismus unter Einbeziehung der
natürlichen Gegebenheiten und der regionalen Akteure.
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Er schont die Ressourcen, mindert den Individualverkehr und bringt die Stärken des Tals marktgerecht zur Geltung.
•
Er stärkt die Identifikation der Bewohner mit ihrem Tal.
•
Er eröffnet einen neuen Handlungsspielraum, in dem alle zielgerichtet aktiv
und kreativ werden können.
•
Er ist finanzierbar und in einer ersten Ausbauphase schnell realisierbar, weil
viele Elemente bereits vorhanden sind.
•
Er erhöht die Besucherfrequenz, bringt Kaufkraft in unsere Gemeinde und
stärkt Gastronomie und Handel.
•
Er bringt Menschen aus der Metropolregion über die Themen Natur, Freizeit
und Erholung in einen positiven Kontakt mit Birkenau. Dies ist eine gute
Chance, neue Mitbürger zu gewinnen.
Wenn Sie weitere Informationen wünschen, Anregungen haben oder aktiv an
diesem Projekt mit arbeiten wollen, dann freue ich mich, wenn Sie Kontakt mit
mir aufnehmen. Tel. 06201-962170, e-mail: [email protected]
Birkenau, den 23.03.2011
Ralf Strambach
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