AUG/SEPT - Musikfest Bremen

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AUG/SEPT - Musikfest Bremen
AUG/SEPT
2016
VOM 20. AUGUST BIS 10. SEPTEMBER 2016
1|1
GLOCKE Vokal 2016/17
27. MUSIKFEST BREMEN
INHALT
GRUSSWORTE
2 – 3
MUSIKALISCHE GESELLSCHAFT
51
EINE GROSSE NACHTMUSIK
4 – 9
POLKA, LÄNDLER, TANGO & CO.
52 – 53
Eröffnungsfest mit diversen Künstlern an neun Spielstätten rund um den Marktplatz
MAGIC PIANO & THE CHOPIN SHORTS
Carel Kraayenhof/Bandoneon & Ensemble, Merlin Ensemble Wien
10
Dinara Klinton/Klavier
OPEN UP!
KAMMER-KONZERT
11
12 – 13
ROMEO UND JULIA
14 – 15
SPANISCHE VARIATIONEN
16 – 17
© Decca / Uli Weber
18 – 19
Bremer Philharmoniker, Ray Chen/Violine, Markus Poschner/Dirigent
THE MUSIC OF ENRICO PIERANUNZI
NEAPOLITANISCHE FESTMUSIK
Concerto De’ Cavalieri & Solisten, Marcello Di Lisa/Leitung
KLAVIERABEND
26 – 27
DUO FURIOSO
SCHLOSSMUSIK IN JEVER
28 – 29
30 – 31
GRUBINGER & FRIENDS
32 – 34
42 – 43
MusicAeterna & Solisten, Teodor Currentzis/Dirigent
44 – 45
46 – 47
67 – 69
70 – 71
72 – 73
74 – 75
FÖRDERPREIS DEUTSCHLANDFUNK
76 – 77
PROGRAMMÜBERSICHT
78 – 79
TICKETSERVICE
79
BILDNACHWEIS/IMPRESSUM/TEAM
81
SPIELSTÄTTEN, BUS-SHUTTLE
82 – 83
48 – 50
Metropole Orkest, Christian Scott aTunde Adjuah/Trompete, Snarky Puppy, Jules Buckley/
Leitung
Die Hauptsponsoren und -förderer
des Musikfest Bremen 2016:
KANTATEN ZUM MICHAELISFEST
THE INDIAN QUEEN
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Thomas Hampson/Bariton, Kristjan Järvi/
Dirigent
MUSIKFEST GOES OVERSEAS
METROPOLE ORKEST & KURT ELLING
35 – 41
Jean Rondeau/Cembalo
AMERICAN SPIRIT
THE SOUND OF LIGHT
Collegium Vocale Gent & Solisten, Philippe Herreweghe/Leitung
Martin Grubinger jun., Martin Grubinger sen., Alexander Georgiev/Schlagzeug
CEMBALISSIMO!
66
Metropole Orkest, Kurt Elling/Gesang, Jules Buckley/Leitung
Accademia Bizantina & Solisten, Ottavio Dantone/Dirigent
MUSIKFEST SURPRISE
64 – 65
MusicAeterna, Robin Johannsen/Sopran, Teodor Currentzis/Dirigent
Jean Rondeau/Cembalo & Ensemble
TANCREDI
62 – 63
Gautier Capuçon/Violoncello, Frank Braley/Klavier
Fauré Quartett
BACH & SÖHNE
60 – 61
Brussels Jazz Orchestra, Bert Joris/Trompete, Enrico Pieranunzi/Klavier
20 – 25
Daniil Trifonov/Klavier
58 – 59
Orquestra de Cadaqués, Gabriela Montero/Klavier, Jaime Martín/Dirigent
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL
Ferzan Önder, Ferhan Önder/Klavier
Ticket-Service in der Glocke Tel. 0421- 33 66 99 | www.glocke.de
WESER-KURIER Pressehaus Tel. 0421- 36 36 36 | www.nordwest-ticket.de
Emmanuel Pahud/Flöte, Marie-Pierre Langlamet/Harfe
Il Giratempo & Philipp Mathmann/Sopran, Margriet de Moor/Lesung, Kristina Maidt-Zinke/
Konzept und Moderation
ROMANTIK IN VOLLENDUNG
20.00 Uhr
56 – 57
LITERARISCH-MUSIKALISCHES KABINETT
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Jacquelyn Wagner/Sopran, Vladimir Jurowski/Dirigent
Montag
21. November 2016
SCHLOSSMUSIK AUF GÖDENS
Kelemen Quartet, Andreas Ottensamer/Klarinette
ALSO SPRACH ZARATHUSTRA
& Les Musiciens du Prince
»Händel Heroines«
54 – 55
L’Arpeggiata & Solisten, Christina Pluhar/Leitung und Theorbe
Europa Galante & Solisten, Fabio Biondi/Dirigent
Cecilia Bartoli
L’ORFEO
Das 28. MUSIKFEST BREMEN findet vom 19.08.–09.09.2017 statt.
CHANCE.«
DR. CARSTEN SIELING
YEHUDI MENUHIN (1916 –1999)
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das Musikfest Bremen stellt seit
über zwei Jahrzehnten einen Höhepunkt im reichen Kulturleben
unserer Stadt dar. Drei Wochen
lang geben international renommierte Künstlerinnen und Künstler Konzerte mit ungewöhnlichen
Programmen in Bremen und im
Umland. Das Spektrum ist beachtlich, es reicht von Alter Musik
bis zu zeitgenössischen Klängen. In diesem Jahr nimmt die Oper
einen besonderen Stellenwert ein, daneben werden wieder Auftritte
von Spezialistenensembles, namhaften Orchestern, das ArpSchnitger-Festival, Jazzkonzerte, Crossover-Projekte und vieles
mehr angeboten. Erwartet werden weltberühmte Solistinnen und
Solisten, aber auch Geheimtipps, Künstlerinnen und Künstler, die
schon des Öfteren eingeladen waren und solche, die zum ersten
Mal teilnehmen. Kontinuität und Wandel zeichnen das Musikfest
seit jeher aus, bei den Konzerten und den Auftrittsorten. Ich
freue mich, dass in diesem Jahr eine Aufführung in Bremen-Nord
stattfindet, im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus. Bremen ist stolz
auf dieses Festival, das auch überregional wahrgenommen wird
und den Ruf der Stadt als kulturelles Zentrum festigt.
Das Musikfest ist ein wichtiger Bestandteil im musikalischen
Profil der Stadt, deren zwei hervorragende Orchester, die Bremer
Philharmoniker und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen,
in das Festival eingebunden sind. Sie wie auch die Hochschule für
Künste und die vielen Akteurinnen und Akteure aus dem Jazz-,
Pop- und Rockbereich tragen dazu bei, dass die Musikszene der
Stadt ebenso vielfältig wie umfangreich ist.
Indem das Musikfest Bremen neben den hiesigen
Konzerten auch zahlreiche Veranstaltungen in Niedersachsen und ein Konzert in Groningen anbietet,
unterstreicht es die Brückenfunktion der Hansestadt
als Oberzentrum der Metropolregion im Nordwesten.
Es verbindet Regionen und Menschen, die gemeinsam
etwas Wundervolles erleben. Allein die Eröffnung des
Festivals mit der Großen Nachtmusik rund um den
stimmungsvoll beleuchteten Markplatz führt jedes
Jahr Tausende Besucher und Besucherinnen im Herzen
unserer Stadt zusammen.
Das alles ist nur möglich, weil sich neben der Stadt Bremen viele Unternehmen für das Musikfest engagieren,
wofür ich mich bedanken möchte. Danken möchte ich
auch dem Intendanten des Musikfestes, Prof. Thomas
Albert, und seinem Team für ihre engagierte Arbeit.
Ihr
Bürgermeister Dr. Carsten Sieling,
Präsident des Senats und Kultursenator
PROF. THOMAS ALBERT
» MUSIK
DIE
SPRICHT FÜR SICH ALLEIN.
VORAUSGESETZT,
WIR GEBEN IHR EINE
Verehrte Musikfest-Freunde,
herzlich willkommen zum Musikfest Bremen, das auch in seiner 27. Ausgabe gemäß seines
Namens zuallererst ein Fest
für alle Besucher und Künstler
sein soll! Das heißt bei der Programmzusammenstellung, dass
wir Prozesse im internationalen
Musik­leben aufmerksam verfolgen und Entwicklungen von Künstlern begleiten, um Ihnen am Ende in den drei Festival-Wochen eine
Perlenkette von Besonderheiten zu bieten, die Sie mit hoffentlich
vielen neuen und anregenden Impulsen konfrontiert.
Zum Beispiel mit unseren Opernaufführungen! In diesem Jahr
können Sie an jedem Wochenende eine Oper erleben, und das
in Besetzungen, die Sie mehrheitlich deutschlandweit exklusiv
nur bei uns erleben können. Wir starten mit Fabio Biondi und
seinem Originalklang-Ensemble Europa Galante, die bereits im
letzten Jahr mit Rossinis »La Cenerentola« gezeigt haben, wie
erfrischend temperamentvoll und vital sie Belcanto-Opern neues
Leben einhauchen. Das werden sie in diesem Jahr mit Bellinis
Liebesdrama »I Capuleti e i Montecchi« fortsetzen, übrigens mit
der als Cenerentola gefeierten Vivica Genaux in der Hosenrolle
des Romeo. Rossinis »Tancredi« ein Wochenende später bietet
ein Wiedersehen mit unseren Musikfest-Preisträgern von 2014,
Ottavio Dantone und seiner Accademia Bizantina. Für die drei
Hauptrollen kommen mit Olga Peretyatko, René Barbera und
Marianna Pizzolato drei ausgewiesene Rossini-Spezialisten zum
Einsatz, die weltweit für ihre beeindruckenden Gesangskünste
gefragt sind. In Monteverdis »L’Orfeo« ein Wochenende später
gibt dann Tenor Rolando Villazón sein Rollendebüt in der Titelpartie.
Für Monteverdis »Recitar cantando«, jenes von der Sprache
ausgehende Singen, kann ich mir kaum einen besseren Interpreten
vorstellen als diesen Sängerdarsteller par excellence mit seinem
zupackenden Deklamationston. Und last but not least, wird der
Opern-Reigen am Schlusswochenende komplettiert durch eine
neue Fassung von Henry Purcells »The Indian Queen«. Mit Teodor
Currentzis und seinem Orchester MusicAeterna sind dann erneut
die Künstler zu Gast, die bei ihrem Debüt in der letztjährigen
Eröffnung in der Glocke begeistert gefeiert wurden. Currentzis und
seine Musiker sind zwei Tage zuvor auch schon mit ihrem RameauProjekt »The Sound of Light« zu erleben, für das sich dann auch die
Konstanze aus unserer »Entführung aus dem Serail«-Produktion
im vergangenen Jahr, Sopranistin Robin Johannsen, dazu gesellt.
Doch diese Opern sind nur ein Schwerpunkt im Gesamtprogramm, das selbstverständlich noch mit genügend
anderen Akzenten aufwartet! Schwelgerische sinfonische Höhepunkte mit Meisterwerken von Mozart und Richard Strauss locken beim Rundfunk-Sinfonieorchester
Berlin und seinem designierten Chefdirigenten Vladimir
Jurowski. Die Bremer Philharmoniker widmen sich unter
der Leitung von Markus Poschner Bruckners monumentaler dritter Sinfonie und Brahms’ Violinkonzert mit dem
jungen Geiger Ray Chen. Und während sich Die Deutsche
Kammerphilharmonie Bremen und Thomas Hampson
mit Kristjan Järvi am Pult amerikanischen Klängen verschreiben, rückt das Orchestra de Cadaqués spanische
Komponisten in den Mittelpunkt und begleitet daneben
die phänomenale Pianistin Gabriela Montero in Ravels
Klavierkonzert. Im Bereich der Kammermusik können
Sie mit den Debüts von Klarinettist Andreas Ottensamer,
Pianist Daniil Trifonov und Cembalist und Pianist Jean
Rondeau (der übrigens in diesem Jahr bei uns mit dem
Förderpreis Deutschlandfunk ausgezeichnet wird),
gleich drei spannende Vertreter der jungen Generation
entdecken. Das Arp-Schnitger-Festival setzen wir genauso fort wie die Reihe »Musikfest Surprise« in der
Überseestadt, die ebenfalls auch wieder Schauplatz
unserer langen Jazz-Nacht mit dem Metropole Orkest
ist, das dieses Mal auf den Jazz-Trompeter Christian
Scott aTunde Adjuah und die Fusion-Funk-Jazz-Band
Snarky Puppy trifft. Das sind aus Platzgründen jetzt
nur einige angeschnittene programmatische Aspekte,
die Sie bei der Lektüre des Magazins ganz nach Ihrem
individuellen Gusto noch vertiefen können.
Ein so facetten- wie umfangreiches Programm auf
die Beine zu stellen, wäre ohne die Unterstützung
aus öffentlicher und privater Hand nicht denkbar. Ich
bedanke mich daher abschließend ganz herzlich für
die Zuwendungen der Freien Hansestadt Bremen und
vor allem für das Engagement und die Unterstützung
unserer Sponsoren und Förderer sowie Medienpartner.
Ich würde mich freuen, wenn auch Sie die diesjährige
Festival-Ausgabe als treue Weggefährten begleiten
und mit uns neugierig den Konzerten entgegenfiebern!
Ihr
Prof. Thomas Albert
Intendant Musikfest Bremen
4|5
EINE GROSSE
NACHTMUSIK
DER ERÖFFNUNGSABEND RUND UM
DEN MARKTPLATZ
3 AUS 27
27 Konzerte an 9 Spielstätten in 3 Zeitschienen –
es ist wieder angerichtet! Das reich gefüllte Büffet,
aus dem Sie sich als perfekten Einstieg nach der
Sommerpause ein musikalisches Drei-Gänge-Menü
nach Ihren Vorlieben komponieren. Zur Auswahl
steht eine erlesene Mischung aus Epochen, Stilrichtungen, Genres und Künstlern, die den Reichtum der Musik faszinierend widerspiegelt. Passend
dazu hüllt Lichtdesigner Christian Weißkircher mit
seinen Illuminationen die Spielstätten rund um
Bremens UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland in
ein verführerisch strahlendes Gewand und macht
den Abend auch visuell zu einem Genuss.
20
08
präsentiert von
SA / 20. AUG / AB 19.30 UHR
TICKETS: 78,- EUR (ERM. 60,-)
9 Spielstätten rund um den Marktplatz
EINE GROSSE NACHTMUSIK
Details siehe Übersicht Seite 6 – 9
6|7
LIEBE MUSIKFREUNDE,
auch in diesem Jahr sorgt das Musikfest
Bremen für drei musikalische Wochen zwischen Ems, Weser und Elbe. Bereits zum
27. Mal findet das Festival statt und nimmt
seine Besucher mit auf eine Reise durch
die Welt der klassischen Musik. Zahlreiche
Musikfest-Konzerte bieten Klassikliebhabern
vom 20. August bis zum 10. September klangvolle Momente in Bremen und umzu.
So begeistert das Musikfest Bremen mit
Konzerten an zahlreichen Spielstätten im
Nordwesten. Ich freue mich, dass es auch im
Oldenburgischen Staatstheater eine Veranstaltung geben wird. Am 21. August wird hier
mit Vincenzo Bellinis Belcanto-Meisterwerk
»I Capuleti e i Montecchi« die berühmte
Romeo-und-Julia-Tragödie aufgeführt. Ebenso
vielfältig wie die Veranstaltungsorte sind
die vertretenen Musiker und ihre Stile. Das
Klassik-Festival zeigt sich facettenreich: Ob
Jazz, Oper oder Sinfonik, Ensembles oder
Solisten – zahlreiche Musiker aus verschiedenen Genres kommen für die Veranstaltung
zusammen und lassen das Publikum an ihrer
Leidenschaft für die Musik teilhaben.
Entdecken Sie das Musikfest Bremen und
erleben Sie ein Stück klassische Musikkultur.
Ich wünsche allen Gästen viel Vergnügen und
ein tolles musikalisches Erlebnis.
Ihr
Matthias Brückmann
Vorsitzender des Vorstandes der EWE AG
DIE KÜNSTLER
DER »GROSSEN
NACHTMUSIK«
EINE GROSSE
NACHTMUSIK MIT OHB
Andreas Ottensamer
Quatuor Ebène
Roy Hargrove
Die OHB SE mit ihrem Hauptsitz im Bremer
Technologiepark ist der erste börsennotierte Technologie- und Raumfahrtkonzern
Deutschlands. Wir haben 35 Jahre Erfahrung
im Bereich Hochtechnologie. Unser Know-how
bündeln wir gezielt, sodass wir heute zu den
wichtigsten unabhängigen Kräften in der europäischen Raumfahrtindustrie zählen. Traditionell arbeiten wir mit führenden nationalen
und internationalen Unternehmen zusammen,
um projektspezifische Kompetenzen gezielt
zu vereinen. Deshalb sind wir sowohl für die
Europäische Raumfahrtagentur ESA, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR als
auch für öffentliche und private Auftraggeber
ein geschätzter Projektpartner mit derzeit
gut 2.000 hochqualifizierten und engagierten
Mitarbeitern.
Das 1990 von Geiger Fabio Biondi gegründete Orchester Europa Galante
kostet mit lodernden Farben und geschärftem Klangsinn kleinste Details
in den Partituren aus und begeistert mit facettenreichen Interpretationen
voller Frische, Lebendigkeit und Musizierlust. Als Solisten gesellen sich
der argentinische Pianist Nelson Goerner, 1986 Gewinner des Franz-LisztWettbewerbs, für Chopins 1. Klavierkonzert und die virtuose amerikanische
Mezzosopranistin Vivica Genaux für ein Feuerwerk an Vivaldi-Arien dazu.
Mit geradem, aber emotional durchdrungenem Klang und spannungsgeladenem Ausdruck schöpfen die Sänger und Instrumentalisten von Gli Angeli
Genève die dramatische Bandbreite der Musik voll aus. Diese Qualitäten
versprechen bei sakralen Meisterwerken von Bach und Rosenmüller Wiedergaben von großer Eindringlichkeit.
Europa Galante
Stephan MacLeod
Gothic Voices
Das französische Quatuor Ebène zählt zu den weltweit führenden Streichquartetten. Ob Wiener Klassik oder Jazz, die vier Franzosen begeistern
mit Vitalität, Spielfreude, traumwandlerischer Homogenität und einer ausdrucksintensiven Musizierweise.
Der für seinen warmen, biegsamen und gefühlvollen Ton gefragte Klarinettist
Andreas Ottensamer, seit 2011 Solo-Klarinettist der Berliner Philharmoniker,
und das für sein elektrisierendes und flexibles Spiel gepriesene Kelemen
Quartet zeigen, dass die »Entdeckung« der Klarinette bei Mozart eine späte,
aber große Liebe war.
Gli Angeli Genève
Kelemen Quartet
Wir freuen uns, kulturelles Engagement für ein
ebenso anspruchsvolles wie unterhaltsames
Programm beim 27. Musikfest Bremen zeigen
zu können und wünschen allen Besuchern
einen unvergesslichen Abend rund um den
Bremer Marktplatz.
Seit über 30 Jahren gilt Gothic Voices aus England als eines der innovativsten
Ensembles für Vokalmusik des Mittelalters. Ihr Programm »Maria – Stern der
Meere« verwebt spannungsreich mittelalterliche Gesänge über die Jungfrau
Maria mit zeitgenössischen Vertonungen.
Dem Klavierspiel von Olga Scheps bescheinigt die Kritik musikalische
Intensität, eine staunenswerte Palette dynamischer Nuancen und ein
beeindruckendes Klangfarbenspektrum – Vorzüge, die sie bei Werken von
Chopin und Satie bestens einbringen kann!
Pianist Bill Laurance, Gründungsmitglied von Snarky Puppy, und seine
Mitspieler hebeln mit unbändiger Freude am Spiel zwischen den Genres die
Grenzen zwischen Klassik und Jazz aus und mischen noch eine aufregende
Prise 70er Fusion hinzu!
Simone Rubino
Laurène Durantel
Signum Saxophone Quartet
Vivica Genaux
Der afroamerikanische Trompeter Roy Hargrove gehört zur Weltspitze der
Virtuosen auf seinem Instrument. Mit seinem Quintett widmet er sich höchst
kreativ und elegant dem Erbe des Hardbop-Jazz und unterzieht ihn einer
subtilen Verjüngungskur.
Experimentierfreude und Vielseitigkeit zeichnen das Signum Saxophone
Quartet aus. Mit jugendlicher Leidenschaft, originellen Programmen und
atemberaubender Virtuosität bringt es frischen Wind auf die internationalen
Konzertbühnen!
Carsten Preisler
Teodor Currentzis
Nelson Goerner
Bill Laurance
Olga Scheps
8 |9
PROGRAMM
3 AUS 27
BUNTE WIE EDLE
VISITENKARTE
DER STADT
Das Musikfest Bremen – unendliche Weiten.
Mit diesem von einem anderen Langzeitereignis ausgeliehenen Motto lässt sich auch die
27. Auflage dieses viele musikalische Pfade beschreitenden Festivals erneut beschreiben. Vom
20. August bis zum 10. September laden Intendant Thomas Albert und sein Team zu einem Reigen von 37 Veranstaltungen an 27 Spielstätten.
Die befinden sich längst nicht nur in Bremen; das
Festival hat sich in den vergangenen Jahren in
die Metropolregion hinein ausgedehnt und ist
wieder zu Gast im niederländischen Groningen.
Der WESER-KURIER fördert dieses herausragende Festival seit Jahren, weil es eine ebenso
edle wie kunterbunte Visitenkarte der Stadt ist.
Denn auf musikalische Grenzziehungen wird
beim Musikfest gepfiffen und zwar laut. Das
beginnt schon mit der »Großen Nachtmusik«,
die das Musikfest am 20. August eröffnet. Wenn
es sie nicht gäbe, man müsste sie erfinden:
27 Konzerte, neun Spielstätten, drei Zeit­schie­
nen, ein Sommerabend rund um den illuminierten Marktplatz, erfüllt von Neugier und dem
Schwelgen in Musik. Und das ist erst der Anfang:
Zum ersten Mal ist an jedem Wochenende eine
konzertante Opernproduktion zu hören. Tenor
Rolando Villazón singt Monteverdis »L’Orfeo«
und Teodor Currentzis widmet sich mit seinem
Orchester MusicAeterna Henry Purcells »The
Indian Queen« – ein Schlusspunkt, den Thomas Albert nicht besser hätte setzen können.
Aufspielen werden der Weltklasse-Pianist Daniil
Trifonov und der Perkussionist Martin Grubinger,
der Cembalist Jean Rondeau und die beiden
Bremer Orchester, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und die Bremer Philharmoniker.
In der Reihe »Musikfest Surprise« kann man
sich auf erfrischende Neuentdeckungen freuen
und im Arp-Schnitger-Festival erlebt man die
wunderbaren Orgeln des Nordwestens in all
ihrer Klangfülle. Das Musikfest Bremen – es
versammelt Musikfreunde in Sälen, Kirchen,
Museen, Bürgerhäusern und sogar auf Schlössern. Drei Wochen lang. Man sieht sich – zum
gemeinsamen Hören!
Iris Hetscher
Ressortleiterin Kultur WESER-KURIER
DIE GLOCKE
Großer Saal
Stellen Sie sich nach Ihren Wünschen eine musikalische Route zusammen und
wählen Sie je ein Konzert um 19.30 Uhr, um 21.00 Uhr und um 22.30 Uhr. Sie
müssen bei Ihrer Wahl nur Folgendes beachten: Ein Konzert in Ihrer Zusammenstellung muss im St. Petri Dom oder im Großen Saal der Glocke stattfinden
sowie mindestens ein Konzert an einem der anderen sieben Orte. Die einzelnen
Konzerte haben eine Länge von ca. 45 Minuten, so dass Ihnen zwischen den Konzerten jeweils genügend Zeit bleibt, den nächsten Veranstaltungsort aufzusuchen.
Tickets: Einheitspreis 78,- EUR (Erm. 60,-)
19.30 UHR
21.00 UHR
EUROPA GALANTE
FABIO BIONDI/Dirigent
EUROPA GALANTE
EUROPA GALANTE
NELSON GOERNER /Klavier (Erard, 1837) VIVICA GENAUX /Mezzosopran
FABIO BIONDI/Dirigent
FABIO BIONDI/Dirigent
Gioacchino Rossini: Ouvertüre aus »Il Signor Bruschino«
Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11
ST. PETRI DOM
SO FUNKTIONIERT’S
Frédéric Chopin: Klavierkonzert
Nr. 1 e-Moll op. 11
22.30 UHR
»Pyrotechnics«: Arien und Instrumentalwerke
von Antonio Vivaldi
GLI ANGELI GENÈVE
STEPHAN MACLEOD/Bass und Leitung
GLI ANGELI GENÈVE
GLI ANGELI GENÈVE
STEPHAN MACLEOD/Bass und Leitung STEPHAN MACLEOD/Bass und Leitung
Werke von Johann Sebastian Bach
und Johann Rosenmüller
Werke von Johann Sebastian Bach
und Johann Rosenmüller
QUATUOR EBÈNE
LAURÈNE DURANTEL /Kontrabass
QUATUOR EBÈNE
QUATUOR EBÈNE
LAURÈNE DURANTEL /Kontrabass
HAUS DER
BÜRGERSCHAFT
KELEMEN QUARTET
ANDREAS OTTENSAMER /Klarinette
KELEMEN QUARTET
ANDREAS OTTENSAMER /Klarinette
KELEMEN QUARTET
ANDREAS OTTENSAMER /Klarinette
UNSER LIEBEN
FRAUEN KIRCHE
GOTHIC VOICES
GOTHIC VOICES
GOTHIC VOICES
HAUS SCHÜTTING
OLGA SCHEPS/Klavier
OLGA SCHEPS/Klavier
OLGA SCHEPS/Klavier
ATLANTIC GRAND HOTEL
BILL LAURANCE GROUP
BILL LAURANCE GROUP
BILL LAURANCE GROUP
LANDGERICHT
ROY HARGROVE QUINTET
ROY HARGROVE QUINTET
ROY HARGROVE QUINTET
BLB
SIGNUM SAXOPHONE QUARTET
SIGNUM SAXOPHONE QUARTET
SIGNUM SAXOPHONE QUARTET
Werke von Johann Sebastian Bach
und Johann Rosenmüller
RATHAUS BREMEN
Obere Halle
Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento
F-Dur KV 138 (125c)
Claude Debussy: Streichquartett g-Moll op. 10
Innenhof
Innenhof
Innenhof
Wolfgang Amadeus Mozart:
Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Béla Bartók: Streichquartett
Nr. 3 cis-Moll SZ 85
»Maria – Stern der Meere«: Anonyme mittelalterliche
Kompositionen und Werke von John Dunstaple,
Andrew Smith, Joanne Metcalf u. a.
Frédéric Chopin: Sonate Nr. 3 h-Moll op. 58
und Werke von Erik Satie
»Aftersun«
»Earfood«
Werke von George Gershwin, Astor Piazzolla,
Thierry Escaich und Dizzy Gillespie
Joseph Haydn: Streichquartett
Nr. 32 C-Dur op. 20/2 Hob. III:32
und Jazz-Titel (arr. Quatuor Ebène)
Wolfgang Amadeus Mozart:
Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Béla Bartók: Streichquartett
Nr. 3 cis-Moll SZ 85
»Maria – Stern der Meere«: Anonyme
mittelalterliche Kompositionen und
Werke von John Dunstaple, Andrew Smith,
Joanne Metcalf u. a.
Frédéric Chopin: Sonate Nr. 3 h-Moll op. 58
und Werke von Erik Satie
»Aftersun«
»Earfood«
Werke von George Gershwin, Astor Piazzolla,
Thierry Escaich und Dizzy Gillespie
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur D 956
Wolfgang Amadeus Mozart:
Klarinettenquintett A-Dur KV 581
Béla Bartók: Streichquartett
Nr. 3 cis-Moll SZ 85
»Maria – Stern der Meere«: Anonyme
mittelalterliche Kompositionen und
Werke von John Dunstaple, Andrew Smith,
Joanne Metcalf u. a.
Frédéric Chopin: Sonate Nr. 3 h-Moll op. 58
und Werke von Erik Satie
MUSIKFEST ON AIR
Das Nordwestradio von Radio Bremen liefert
täglich einen intelligenten und unterhaltsamen Mix mit dem Wichtigsten aus Politik,
Kultur und Gesellschaft und einem Fokus
auf Bremen und den Nordwesten. Das Musikformat mit Lust am Entdecken präsentiert
Singer/Songwriter, Popmusik und Soul jenseits
des Mainstream, Jazz und Klassik am Abend
und am Wochenende – handgemacht und
entspannt. Dazu gibt es Musikerporträts, Gespräche, aktuelle Musikberichterstattung und
Live-Performances im Studio von Künstlern,
die in der Region unterwegs sind.
Das Musikfest Bremen gehört mit seinen
hochkarätigen Konzerten aus Klassik und
Jazz zu den festen Bestandteilen des Nordwestradios. Die Programmmacher informieren
über die wichtigen musikalischen Ereignisse
des Festivals, porträtieren Stars, sprechen
mit prominenten Gästen und Newcomern,
übertragen Konzerte.
Live ist das Nordwestradio mit einer mehrstündigen Sendung bei der »Großen Nachtmusik«
dabei, wenn das Festival an ausgewählten
Spielorten rund um den Bremer Markplatz am
20. August eröffnet wird. Ein schillerndes und
stimmungsvolles Radioereignis mit Konzertübertragungen und Live-Talks mit Musikern
des Abends.
Die Musikredaktion ist das ganze Jahr über in
Bremen und der Nordwestregion unterwegs,
um Konzerte zu präsentieren und aufzunehmen. So werden die Konzerte nicht nur
übertragen, sondern festgehalten und für die
Nachwelt im Archiv dokumentiert. Moderne
Technologie ermöglicht perfekten Hörgenuss.
Die schönsten Konzerte des Festvials und
Künstlergespräche sendet das Nordwestradio in der »Klassikwelt« (sonnabends
18 – 22 Uhr) und in der Reihe »In Concert«
(täglich ab 22.05 Uhr).
Alles Gute für die Ohren – viel Vergnügen!
»Aftersun«
»Earfood«
Werke von George Gershwin, Astor Piazzolla,
Thierry Escaich und Dizzy Gillespie
HINWEIS: Der Verkauf von Restkarten für die Eröffnung erfolgt am Veranstaltungsabend ausschließlich über
den Ticket-Service in der Glocke und die eigens eingerichtete zentrale Kartenverkaufsstelle auf dem Grasmarkt
zwischen Rathaus und St. Petri Dom.
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08
MAGIC PIANO
DAS VERMITTLUNGSPROGRAMM DES MUSIKFEST
BREMEN FÜR JUNGE MENSCHEN – UNTERSTÜTZT VON
DER SWB-BILDUNGSINITIATIVE.
EIN OSCAR®-NOMINIERTER ANIMATIONSFILM
UND MUSIK VON CHOPIN
DINARA KLINTON
Die junge Pianistin Dinara
Klinton stammt aus der ukrainischen Stadt Charkow, begann dort ihre Ausbildung,
wechselte ans Staatliche Konservatorium nach Moskau
und schloss ihr Studium 2012 am Royal College of Music ab.
Als Solistin trat sie u. a. mit dem Philharmonia Orchestra,
Luzerner Sinfonieorchester oder den Sankt Petersburger
Philharmonikern auf und konzertierte in vielen Staaten Europas sowie in Japan und den USA. Sie trat bei Festivals wie La
Roque d’Anthéron, Rheingau Musik Festival, Cheltenham
Music Festival und den Aldenburgh Proms auf. Anlässlich
ihrer im März 2016 erschienenen zweiten CD mit den »Études d’exécution transcendante« von Franz Liszt sagte Sir
András Schiff über sie: »Sie ist eine wahre Virtuosin, eine
geborene Pianistin, eine echte Naturbegabung«.
SO / 21. AUG / 16 UHR
TICKETS: ERW. 18,- EUR (ERM. 12,-), KINDER 6,- EUR
FAMILIENPASS (4 PERSONEN, MAX. 2 ERW.) 33,- EUR
Die Glocke, Bremen
FAMILIENKONZERT
MAGIC PIANO & THE CHOPIN SHORTS
DINARA KLINTON Klavier
Animationsfilme »Magic Piano« und »The Chopin Shorts«
Klavierbegleitung mit Musik von Frédéric Chopin
Empfohlen für Kinder ab 6 Jahren
Die Trickfilme »Magic Piano« und »The Chopin
Shorts«, die erstmals in Deutschland gezeigt
werden, und die Musik von Frédéric Chopin gehen in
diesem Familienkonzert eine wundervolle Verbindung ein. Der rund 30-minütige Hauptfilm »Magic
Piano« war 2012 in der Kategorie »Bester animierter Kurzfilm« für den Academy Award nominiert.
Das Werk des mehrfach preisgekrönten Film- und
Animationsstudios Break Thru Films erzählt die
Geschichte der zehnjährigen Anna, deren Vater
seine Heimat Polen verlassen musste, um im fernen
London Arbeit zu suchen. Zurückgelassen bei ihrer
Tante und ihrem Cousin Chip-Chip, vermisst Anna
ihn so sehr, dass sie beschließt, wegzulaufen und
ihn zu suchen. Dicht gefolgt von dem ihr auf die
Nerven gehenden Cousin landet Anna im Innenhof
eines Wohnhauses und findet dort einen alten, zertrümmerten Flügel. Wie durch Zauberhand erwacht
der Flügel plötzlich und verwandelt sich in eine
Flugmaschine. Die nimmt Anna und Chip-Chip mit
auf eine farbenprächtige Reise, die sie durch ganz
Europa führen wird. Die Zuschauer begleiten die
beiden auf ihrer magischen Reise und tauchen in
eine Geschichte ein, die zugleich zu Tränen rührt und
ein Lächeln auf die Gesichter zaubert.
Die live dazu gespielte Musik basiert auf einer
Auswahl von Chopins Etüden und auch die vier vorausgehenden Filme der rund 15-minütigen KurzfilmSammlung »The Chopin Shorts« (»Fat Hamster«,
»Pl.ink!«, »Hamster Heaven« und »Papa’s Boy«)
werden von je einer parallel dazu live aufgeführten
Etüde Chopins begleitet.
OPEN UP!
SCHULKLASSEN
OPEN UP öffnet wieder die Türen zum Konzertsaal:
Ungekünstelt und leidenschaftlich, mitreißend und
berührend, spannend und überraschend – so kann ein
junges Publikum klassische Musik im Musikfest Bremen
live erleben! Ob Kinder mit Eltern, Schüler mit Lehrern,
Studenten und Freunde: Die Angebote von OPEN UP
sind eigens für euch gemacht. Hier kommen die Details:
Für Schulklassen mit ihren Lehrern: Konzertbesuch
mit Begleitprogramm.
Kontakt: Musikfest Bremen, Annabel Brown,
Tel. 0421 / 33 66 784, [email protected]
Tickets: 6 EUR
KINDER UND JUGENDLICHE
Diese Angebote gelten, Verfügbarkeit vorausgesetzt,
für alle Konzerte außer »Eine große Nachtmusik«
am 20.08.2016.
In Begleitung von Erwachsenen
Tickets: Erwachsene zahlen den Normalpreis,
Kinder und Jugendliche 6 EUR
SCHÜLER, STUDIS, AZUBIS, FSJler
Für Schüler, Auszubildende, Freiwilligendienst­
leistende und Studenten bis 25 Jahre
Tickets: 30 Minuten vor Konzertbeginn an der
Abendkasse nach Verfügbarkeit, 12 EUR
FAMILIEN KONZERT »MAGIC PIANO«
SO / 21. AUG / 16 Uhr / Die Glocke, Bremen
Tickets: Erwachsene 18 EUR (erm. 12 EUR), Kinder 6 EUR,
Familienpass (4 Personen, davon max. 2 Erwachsene) 33 EUR
Weitere Informationen zum Bildungssponsoring
der swb unter www.swb-bildungsinitiative.de
Carsten Preisler
12|13
KAMMERMUSIK IM SAAL
DER HANDELSKAMMER
IN BREMERHAVEN
Bremen und Bremerhaven – die beiden Kommunen des Bundeslandes Bremen – stehen gemeinsam für einen starken Wirtschaftsstandort. Seit dem 1. Januar 2016 sind die IHK Bremerhaven und
die Handelskammer Bremen zur Handelskammer Bremen – IHK für
Bremen und Bremerhaven zusammengegangen. Sie steht für eine
starke Interessenvertretung für die Unternehmen im Land Bremen.
In Bremen wie auch in Bremerhaven gehört das konstruktive
Miteinander von Wirtschaft und Kultur seit vielen Jahren zum
Selbstverständnis. Die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen
und Bremerhaven knüpft daher 2016 in Bremerhaven an die
Zusammenarbeit mit dem Musikfest Bremen an und unterstützt
im Kammergebäude an der Friedrich-Ebert-Straße das Musikfest
Bremen durch ein »Kammer-Konzert«.
Das Konzert präsentiert am Sonntag, 21.08.2016, 17.00 Uhr, den
jungen österreichischen Klarinettisten Andreas Ottensamer mit
dem 2010 in Budapest gegründeten Kelemen Quartet. Gemeinsam
widmen sie sich Werken von Franz Schubert und Johannes Brahms.
Die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven
vertritt im Bundesland Bremen über 52.000 Mitgliedsunternehmen.
Aus diesem Kreis engagieren sich mehr als 4.000 Personen ehrenamtlich in der Handelskammer – in Arbeitskreisen, Ausschüssen
und anderen Gremien sowie als Prüfer und Sachverständige. Die
Handelskammer ist Impulsgeber für einen prosperierenden Wirtschaftsstandort im Land Bremen. Sie bietet als serviceorientierter
Dienstleister ein breites Spektrum an Informationen, Hilfestellungen
und Beratungen für den betrieblichen Alltag. Und sie übernimmt eine
Vielzahl von hoheitlichen Aufgaben von der Ausbildungsberatung
und Abnahme von Prüfungen bis hin zu Zollangelegenheiten.
Kontakt:
Dr. Stefan Offenhäuser
Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven
Standort Bremen: Am Markt 13, 28195 Bremen
Standort Bremerhaven: Friedrich-Ebert-Straße 6, 27570 Bremerhaven
Tel. 0471 92460-0, Fax 0471 92460-90
www.handelskammer-bremen.de
Eigentlich hatte Brahms sein Schaffen schon
für beendet erklärt. Doch dann hörte er 1891
den Meininger Klarinettisten Richard Mühlfeld,
dessen Spiel ihn so begeisterte, dass er sich
noch einmal ins Komponieren stürzte. Und so
bereicherte Brahms mit einem Klarinettentrio,
dem Klarinettenquintett op. 115 und zwei Sonaten
die romantische Klarinettenliteratur mit Werken,
die zu den wundervollsten ihres Genres gehören.
Zuvor in erster Linie konzertant und solistisch eingesetzt, erhielt die Klarinette gerade durch diese Werke
einen festen Platz auch in kammermusikalischen
Schöpfungen der Folgezeit. Kompositorisch stellen
diese Spätwerke die Quintessenz Brahmsschen
Schaffens dar. Das Klarinettenquintett wird mitunter
sogar als eine seiner tiefsten und dichtesten Kompositionen bezeichnet. Und sie ist bis heute eine
seiner beliebtesten: mit ihrer schwer begrifflich zu
bestimmenden, verinnerlichten und abgeklärten
Ausdruckstiefe und mit ihrer großen handwerklichen
Kunst, mit der Brahms das ganze Werk aus einem
viertaktigen Motto sich entfalten lässt und es zu
diesem wieder zurückführt.
Im Gegensatz zu Johannes Brahms hatte Franz
Schubert, als er mit 27 Jahren sein Streichquartett
»Der Tod und das Mädchen« komponierte, keineswegs einen Grund, sein Schaffen für beendet zu
erklären. Dennoch zählt man es zu den »Spätwerken« des Komponisten, der vier Jahre später mit
nur 31 Jahren starb. Und tatsächlich birgt es ganz
ähnliche Merkmale wie die späte Kammermusik
von Brahms: nämlich den Kompositionsprozess und
die Verklammerung des Werkes aus einer zen-tralen
Idee heraus. Seine Freunde verstörte Schubert mit
seinen Spätwerken, die sie als »schaurige Gesänge«
bezeichneten, aufs Tiefste. Zu diesen zählen insbesondere die letzten drei ausladenden Klaviersonaten, der Liederzyklus »Die Winterreise« und das
d-Moll Streichquartett. Im Zentrum dieses Quartetts
steht der zweite Teil des kurzen Liedes »Der Tod und
das Mädchen« D 531, das Schubert nach einem Text
von Matthias Claudius vertonte. Das Bild des vom
Tod umgarnten jungen Mädchens: Es fasst alles
zusammen, was das Spätwerk Schuberts, ja eine
Grundstimmung der Romantik überhaupt ausmacht:
die Spannung zwischen Sein und Vergehen, der
unaufgelöste Widerstreit zwischen der Erfahrung
des bitteren Todes einerseits und erlösende Todessehnsucht andererseits. Zwischen diesen Polen,
ins rein musikalische transferiert, gelingt Schubert
ein Streichquartett, das an Ausdrucksintensität und
gleichzeitiger kompositorischer und motivischer
Dichte einmalig ist.
Ulrich Matyl
KAMMERKONZERT
MIT KLARINETTE
21
08
KELEMEN QUARTET
2010 war es, als sich die vier
jungen Ungarn zum Kelemen
Quartet zusammenschlossen.
Und es dauerte nur kurze Zeit,
bis sich Barnábas Kelemen
(Violine), Katalin Kokas, Gábor
Homoky (beide Violine und Viola) und László Fenyö (Violoncello) einen hervorragenden Ruf erspielten, der 2014 in den
Sieg beim renommierten Streichquartettwettbewerb Premio
Borciani in Reggio Emilia gipfelte. Bereits 2011 wurde ihnen
im damaligen Wettbewerb viel Aufmerksamkeit zuteil, kurz
darauf gewannen sie gleich drei Preise beim Internationalen
Kammermusikwettbewerb in Melbourne. Längst sind sie
weltweit unterwegs, folgen den Einladungen großer Konzerthäuser und unternehmen ausgedehnte Tourneen rund um
den Globus. Ihre Diskographie umfasst inzwischen drei CDs,
auf denen sie Werke von Mozart, Bartók, Schubert und
Brahms einspielten.
ANDREAS OTTENSAMER
Mit nur 27 Jahren hat Andreas Ottensamer viel erreicht: Er ist
Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker, ECHO-Preisträger und Exklusiv-Künstler bei der Deutschen Grammophon.
In Wien geboren und in einer österreichisch-ungarischen
Musikerfamilie aufgewachsen, lernte er Klavier, Violoncello
und Klarinette und ist als Solist und Kammermusiker auf der
ganzen Welt gefragt.
Andreas Ottensamer bei den Bremer Philharmonikern:
In der Saison 2016/17 wird Andreas Ottensamer im
9. Philharmonischen Konzert, dirigiert von Miguel HarthBedoya, (19. und 20.03.2017) und im 4. »5nachsechs Afterwork Konzert« (22.03.2017) mit Konzerten von Louis Spohr
und Carl Stamitz zu Gast sein.
SO / 21. AUG / 17 UHR
TICKETS: 33,- EUR (ERM. 25,-)
Großer Saal der Handelskammer Bremen, Standort Bremerhaven
KAMMER-KONZERT
KELEMEN QUARTET
ANDREAS OTTENSAMER Klarinette
Franz Schubert: Streichquartett Nr. 14 d-Moll D 810
(»Der Tod und das Mädchen«)
Johannes Brahms: Klarinettenquintett h-Moll op. 115
14|15
21
08
ROMEO
UND JULIA
BELLINIS ERGREIFENDES
BELCANTO-MEISTERWERK
präsentiert von
SO / 21. AUG / 19.30 UHR
TICKETS: 53,- / 43,- / 33,- / 20,- EUR (ERM. 20 %)
Oldenburgisches Staatstheater
ROMEO UND JULIA
EUROPA GALANTE
VIVICA GENAUX Romeo VALENTINA FARCAS Giulietta
DAVIDE GIUSTI Tebaldo FABRIZIO BEGGI Lorenzo
UGO GUAGLIARDO Capellio
CHOR DES MUSIKFEST BREMEN
FABIO BIONDI Dirigent
Vincenzo Bellini: »I Capuleti e i Montecchi« (konzertant)
Nach der triumphalen Uraufführung von Vincenzo
Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« (im Untertitel
»Lyrische Tragödie«) am 11. März 1830 in Venedig
war in der Zeitschrift »Leco« zu lesen, dass »die
Begeisterung keine Zurückhaltung mehr kannte
und die Wonne dieser traurigen und wahrhaft
philosophisch durchdachten Musik demjenigen,
der sie hört, die Tränen mit solcher Kraft in die
Augen schießen läßt, dass man fast möchte, dieser
Todeskampf möchte noch anhalten, damit auch
jene zarten Empfindungen noch länger dauerten«.
Bellinis Verehrer Richard Wagner bescheinigte ihm,
er habe eine »ganze Leidenschaft mit allen Nebengefühlen und Nebenempfindungen mit einem
festen Strich in eine klare und fassliche Melodie«
gebracht. Und 1837 sagte der deutsche Komponist:
»Der Bellinische Gesang hat in dieser Zeit selbst im
hochgelehrten Deutschland ein solches Aufsehen
erregt und einen solchen Enthusiasmus entflammt,
dass schon diese Erscheinung an und für sich wohl
einer näheren Untersuchung wert wäre (…)«. Denn
Wagner befand auch über die Instrumentation und
Harmonik Bellinis, er sei ein »armer Musiker, der
die Ressourcen der Musik gar nicht gekannt« hätte.
»Wenn Gedanken erklingen, klingen sie sehr hoch«,
befand der italienische Komponist Salvatore Sciarrino über die Behandlung der Singstimmme in den
Opern des Sizilianers Bellini (1801-1835). Über die
Opern von Gaetano Donizetti und Vincenzo Bellini
sagt der italienische Musikwissenschaftler Massimo
Mila: »Das ganze Schaffen dieser beiden Opernkomponisten ist eine unendliche Variation über das
Thema ›Romeo und Julia‹«. Die Meisterschaft Bellinis bestand sicher im Erfinden von angemessenen
Melodien für alle Stimmungen.
»I Capuleti e i Montecchi«, das Drama der berühmten
Familienfehde, das Liebesdrama der Jugendlichen
Romeo und Julia aus dem 13. Jahrhundert in Verona,
wurde für das »Teatro la Fenice« geschrieben. Entgegen allgemeiner Meinung ist nicht das Drama von
Shakespeare die Grundlage, sondern das italienische
Theaterstück »Luigi Scevola« (1818), dessen Basis
wiederum eine Renaissanceversion von Luigi de
Porto (1530) ist, die ihrerseits eine Grundlage für
Shakespeares Drama war. Bellini nutzte Musik aus
seiner zwei Jahre zuvor vollkommen durchgefallenen »Zaira« (nach Voltaire), nicht um Zeit zu sparen,
sondern um die seiner Meinung nach so wertvolle
Musik zu retten.
Mit »Il Pirata« 1827 war er über Nacht weltberühmt
geworden. Unvorstellbar die damaligen Produktionsbedingungen: Am 20. Januar 1830 begann Bellini mit
der Komposition, am 11. März war die triumphale
Uraufführung. Die Rolle des Romeo ist eine Hosenrolle. Absoluter Primat ist die Melodie. »Far piangere
cantando«, »mit Gesang zum Weinen bringen« war
sein Ehrgeiz.
»Diese Klangseligkeit, dieser Klangrausch zeichnet
Bellini als Romantiker aus, der der Stimmung des
romantischen Weltschmerzes, die in ganz Europa in
der Luft lag, einen überzeugenden Ausdruck verlieh«
(Friedrich Lippmann). In diesem Sinne wurde seine
1831 entstandene »Norma«, eine der schwierigsten
Partien der gesamten Opernliteratur, zum Inbegriff
der musikalischen Tragödie, der allerdings Giuseppe
Verdi »Armut in der Instrumentation«, aber »reich an
Gefühl und einer Melancholie von eigenem individuellen Zauber« bescheinigte.
Ute Schalz-Laurenze
EUROPA GALANTE & FABIO BIONDI
1990 gründete der Geiger
Fabio Biondi das Orchester mit
dem Ziel, das barocke und
klassische Repertoire auf Originalinstrumenten zu interpretieren. In nur wenigen Jahren gelang den Musikern ein anhaltend internationaler
Erfolg. Die Besetzung ist variabel, so dass auch das Streicherrepertoire des 17. Jahrhunderts gespielt werden kann.
Den Schwerpunkt bilden die Opern von Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi. Aber auch für das frühe neunzehnte
Jahrhundert interessiert sich das Orchester, so wird dem
diesjährigen Bellini in der nächsten Spielzeit Rossinis »Barbier von Sevilla« folgen. Fabio Biondi dirigiert zudem Orchester wie die Academia Nazionale di Santa Cecilia Rom, das
Mozarteum Orchester Salzburg, das Zürcher Kammerorchester und das Mahler Chamber Orchestra. Für die nächste
Spielzeit plant er u. a. die Arbeit mit dem Stuttgarter Kammerorchester und dem Chicago Sinfonieorchester.
DIE SOLISTEN
Mit Vivica Genaux hat sich
eine herausragende Mezzosopranistin in der europäischen
Musikszene etabliert, die gleichermaßen im Barockgesang
wie im Belcanto überzeugt
und das Bremer Musikfestpublikum zuletzt 2015 in Rossinis
»Cenerentola« bezauberte.
Die Sopranistin Valentina Farcas hat sich nach ausgezeichneten Studien in Bukarest
und Essen ein umfangreiches
Opernrepertoire aufgebaut
und ist auch als Konzert- und
Oratoriensängerin erfolgreich
und international gefragt. Ugo Guagliardo studierte Philosophie, Klavier und Gesang in seiner Heimatstadt Palermo. Er
vertiefte sein Können an der Accademia Rossiniana in Pesaro und ist im Belcanto- und Barockrepertoire einer der
führenden Bassisten unserer Zeit. Der Tenor Davide Giusti
studierte Gesang und Kammermusik am Konservatorium in
Fermo und debütierte 2009 als Tamino in Mozarts »Zauberflöte« Es folgten u. a. Partien in »Le nozze di Figaro«, »Così
fan tutte« und in Opern von Verdi, Bellini und Rossini. Zu den
ersten Rollen des Tenors Fabrizio Beggi zählte die des Leporello in Mozarts »Don Giovanni«. 2012 gewann er den Toti
Dal Monte Preis und debütierte daraufhin in Domenico Cimarosas »Matrimonio segreto« in Treviso, Ferrara and Rovigo.
16|17
24
08
VOM AUFGANG
DER SONNE
BIS ZU IHREM
UNTERGANG
Mit dem »Sonnenaufgang« aus seiner sinfonischen Dichtung »Also sprach Zarathustra«
hat Richard Strauss eine jener unverwüstlichen
Klassik-Hymnen geschrieben, die spätestens
seit Stanley Kubricks Film »2001 – Odyssee im
Weltraum« oder der Werbung für eine Biermarke
musikalisches Allgemeingut geworden sind.
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der
Leitung von Vladimir Jurowski eröffnet nun die Gelegenheit, auch die restlichen 28 Minuten dieser 1896
in Frankfurt uraufgeführten sinfonischen Dichtung
zu erleben, die sich in ihrer programmatischen Folge
auf das gleichnamige Werk von Friedrich Nietzsche
bezieht. Insbesondere die Tatsache, dass Strauss,
der zu dieser Zeit ein konsequenter Verfechter der
Programmmusik war, Nietzsche vertonte, galt seinen
Zeitgenossen als absolute Ungeheuerlichkeit. Der
Komponist selbst verstand seinen »Zarathustra«
aber auch als Protest gegen die christliche Religion: So schätzte er Nietzsches Schriften nicht
zuletzt wegen ihres polemischem Umgangs mit dem
Christentum, was ihm aus dem Herzen gesprochen
haben muss.
JACQUELYN WAGNER
MI / 24. AUG / 20 UHR
TICKETS: 78,- / 68,- / 53,- / 38,- / 20,- EUR
(ERM. 20 %)
»Das deutsche Repertoire
liegt mir«, äußerte US-Sopranistin Jacquelyn Wagner, die
mitunter auch als ShootingStar gefeiert wird, in einem Interview. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Manhattan School of Music und an der
Oakland University of Michigan. Ihr Durchbruch gelang ihr
2013 an der Oper Köln in Puccinis »Suor Angelica«. Auch mit
Strauss’ »Vier letzten Liedern« wurde sie in der Domstadt
gefeiert.
Mehr als 50 Jahre später – 1948 – komponierte
der 84-jährige Richard Strauss in der Schweiz seine
»Vier letzten Lieder«. Der Zyklus gilt als einer der
schönsten, der überhaupt für die Gattung Lied
geschrieben worden ist. In den Vertonungen von drei
Gedichten Hermann Hesses (»Frühling«, »September« und »Beim Schlafengehen«) sowie eines (»Im
Abendrot«) von Joseph von Eichendorff setzt sich
der Komponist mit den Themen Tod und Abschied
auseinander – nicht nur vor dem Hintergrund des
gerade zu Ende gegangenen Weltkrieges, sondern
auch im Hinblick auf das eigene Abschiednehmen
von der Welt. Dabei begegnet Strauss dem Tod
durchaus mit der Zuversicht, dass seine Werke
weiterleben werden. Kurz vor seinem Tod schickte er
die Partituren der norwegischen Sopranistin Kirsten
Flagstadt, die den Zyklus 1950 unter der Leitung
von Wilhelm Furtwängler in London uraufgeführt
hat. Seitdem haben zahlreiche große Sängerinnen
die »Vier letzten Lieder« in ihr Repertoire aufgenommen.
Den Abend eröffnet aber zunächst die »Prager« Sinfonie Nr. 38 KV 504 von Wolfgang Amadeus Mozart,
die er im Dezember 1786 schrieb. Sinfonien waren
zu dieser Zeit nicht Mozarts »Kerngeschäft« – das
waren die Klavierkonzerte und natürlich die Opern.
Und so weist die »Prager« deutliche Bezüge zu den
Opern auf, die in dieser Zeit entstanden sind. Der
Kopfsatz, übrigens einer der längsten Sätze, die
Mozart je geschrieben hat, nimmt in vielen Passagen
schon die »Don Giovanni«-Ouvertüre vorweg, die
wenig später entstand. Und das Presto enthält
Motive aus »Figaros Hochzeit«, jener Mozart-Oper,
die kurz vor der Uraufführung der Sinfonie in Prag
zu hören war. Darüber hinaus herrscht in dem Werk
ein unüberhörbar dramatischer Ton, womit Mozart
die Gefühlswelt der Oper auf die Sinfonie überträgt.
Dass er in dem nur dreisätzigen Werk auf das übliche
Menuett verzichtet hat, war dabei offenbar volle
künstlerische Absicht.
SIKORA PRÄSENTIERT:
»ALSO SPRACH ZARATHUSTRA«
Über den eigenen Horizont hinausdenken – als Global Player ist
das für SIKORA selbstverständlich. Das beginnt bei der sozialen
Verantwortung, der Forschung und Entwicklung von zukunftsweisenden Technologien, die umweltschonend Materialien und
Ressourcen einsparen, und reicht bis zu unserem Engagement für
soziale und kulturelle Projekte, die wir in Bremen am Stammsitz
des Unternehmens und in der Region Norddeutschland fördern. Aus
diesem Grund präsentiert SIKORA auch in diesem Jahr mit Freude
ein Konzert des Musikfest Bremen.
Bei der 27. Ausgabe des Festivals fiel die Entscheidung auf ein
Konzert, das sich aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart
und Richard Strauss zusammensetzt und vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter seinem designierten Chefdirigenten
und Künstlerischen Leiter Vladimir Jurowski dargeboten wird.
Erneut setzen wir mit dieser Auswahl unser Augenmerk auf ein
traditionelles, nationales Orchester mit internationaler Bedeutung.
Wie die SIKORA ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin tief in
Deutschland verwurzelt, gleichzeitig aber auch weltweit präsent.
Kreativität, Präzision und Teamgeist sind die Stärken, die für den
SIKORA Unternehmensalltag wie auch für die Darbietung eines
Meisterwerks von entscheidender Bedeutung sind.
Die SIKORA AG ist ein international führendes Unternehmen in der
Herstellung von Mess-, Regel-, Inspektions-, Analyse- und Sortiertechnologie mit einem umfassenden Produktportfolio. Die SIKORAProdukte werden zur Qualitätssicherung in der Kabel-, Rohr- und
Schlauch- sowie Kunststoffindustrie eingesetzt. Entwickelt und
gefertigt werden die Produkte ausschließlich am Hauptsitz in
Bremen. Von dort aus wird das Unternehmen mit weltweit mehr
als 200 Mitarbeitern geführt.
Jochen Brünner
Die Glocke, Bremen
VLADIMIR JUROWSKI
ALSO SPRACH ZARATHUSTRA
RUNDFUNK-SINFONIEORCHESTER BERLIN
JACQUELYN WAGNER Sopran
VLADIMIR JUROWSKI Dirigent
Wolfgang Amadeus Mozart: Sinfonie Nr. 38 D-Dur KV 504 »Prager«
Richard Strauss: Vier letzte Lieder, »Also sprach Zarathustra« op. 30
Der russische Dirigent Vladimir Jurowski, der lange in
Berlin gelebt hat, zählt zu den
gefragtesten Dirigenten seiner Generation und ist zurzeit
noch Chefdirigent des London
Philharmonic Orchestra. 2017 wird er das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in dieser Funktion übernehmen, was
Szenekenner als echten Coup gewertet haben.
RUNDFUNK-SINFONIEORCHESTER
BERLIN
Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin wurde bereits
1925 gegründet. Hatte es das Ensemble im Wettbewerb
mit der Staatskapelle und den Berliner Philharmonikern
in der öffentlichen Wahrnehmung lange nicht leicht, ist es
inzwischen mit einem Altersdurchschnitt von knapp über
40 Jahren und einem hohen Anteil von Frauen zu einem der
jüngsten und inspirierendsten Klangkörper der Hauptstadt
geworden.
18|19
VON ADAGIO BIS DISAGIO
ROMANTIK IN
VOLLENDUNG
In der Welt der Musik ist es wie in der Wirtschaftswelt: Man sollte
die gesamte Klaviatur beherrschen. Wir begleiten unsere Mandanten seit über 90 Jahren umfassend bei der Ausgestaltung und
Optimierung ihrer geschäftlichen Möglichkeiten. Und manchmal
auch zu einem Konzert. Denn Erfahrung ist dann wertvoll, wenn
man sie gemeinsam teilt.
Wir glauben, dass Wirtschaft und Kultur jeweils auf ihre Weise die
Lebensqualität einer Region beeinflussen. Daher fühlen wir uns
als Partner der Wirtschaft auch der Kunst und Kultur besonders
verpflichtet – so auch als langjähriger Sponsor dem Musikfest
Bremen.
Wir freuen uns auf einen exzellenten Konzertabend mit Werken
von Johannes Brahms und Anton Bruckner, dargeboten von den
Bremer Philharmonikern und dem jungen Violinisten Ray Chen
unter der Leitung von Markus Poschner.
www.fides-treuhand.de
Der 1833 geborene Johannes Brahms hat nur
wenige Solokonzerte geschrieben: zwei Klavierkonzerte, ein Violinkonzert und ein Konzert für
Violine, Cello und Orchester. Das Violinkonzert
schrieb er im Sommer 1878 am Wörthersee in einer
für ihn sehr glücklichen Ferienzeit, inspiriert von
der Natur.
Die neuartige und schwierige Violintechnik bezüglich
Treffsicherheit und Spannweite der Hände entwickelte er im Kontakt mit seinem Freund Joseph
Joachim, einem der größten Geiger des 19. Jahrhunderts. Brahms hat allerdings nur wenige von
Joachims Vorschlägen umgesetzt. Dass es kein
Virtuosenkonzert ist, sondern ein Dialog mit dem
Orchester nach dem Vorbild von Ludwig van Beethovens Violinkonzert, wurde ihm gerade von Geigern
vorgeworfen: »Es ist eine Zumutung, mit der Geige
in der Hand zuzuhören, wie die Oboe dem Publikum
die einzige Melodie des ganzen Stücks vorspielt«
(Pablo de Sarasate). Der Dirigent Hans von Bülow
meinte, es sei ein »Konzert gegen die Violine«. Der
Brahms-Apologet Eduard Hanslick: »Brahms’ Violinkonzert darf wohl von heute ab das bedeutendste
heißen, was seit dem Beethovenschen und dem
Mendelssohnschen erschien«. Tatsächlich ist es
das Konzert schlechthin in der zweiten Hälfte des
Jahrhunderts. Den ästhetischen Kampf, der damals
seit ca. 1860 tobte, nämlich Brahms auf der einen,
der »konservativen« Seite, und Richard Wagner,
Franz Liszt und Anton Bruckner auf der anderen,
der Seite der »Zukunftsmusik«, zeigt dieses Konzertprogramm in aufregender Weise.
In Wien lebten Brahms und Bruckner zwanzig Jahre
sozusagen nebeneinander und nahmen voneinander keine Kenntnis. Die Musik von Bruckner sei
»Schwindel«, meinte Johannes Brahms, »der in
zwei Jahren erledigt sein wird«. Kein Komponist
war so skrupulös selbstkritisch und leicht zu verunsichern wie Bruckner, der in Wien berühmte Organist
und zunächst eher verlachte Komponist: Jegliche
Kritik veranlasste ihn zu neuen Fassungen für seine
insgesamt neun Sinfonien. Die dritte Sinfonie, die
Bruckner dem »Meister Richard Wagner in tiefster
Verehrung« gewidmet hat, erfuhr eine Kürzung um
mehr als 15 Minuten, die weitgehende Tilgung der
zahlreichen Wagner-Zitate und zehn Jahre später
eine weitere Fassung: Keine andere Sinfonie hat so
viele Umarbeitungen erlitten. Der Komponist Dieter
Schnebel bemerkte 1977: »Eine der schönsten Stellen in Bruckners Sinfonik überhaupt ist jene Musik im
Finale der Dritten, wo eine Polka fast blasphemisch
und bäuerlich verschmitzt von einem Choral begleitet wird. Weltliches und Geistliches, Lebensfreude
und Frömmigkeit, Zuwendung zur Wirklichkeit und
Innerlichkeit, Gesellschaftliches und Individuelles,
Natur und Mensch, Sinnlich-Seelisches und Geistiges
gehören zusammen, weil nur so der Reichtum des
einen, die Einheit der Mannigfaltigkeit den Menschen
zugute zu kommen vermag«.
RAY CHEN
Geboren 1989 in Taiwan, aufgewachsen in Australien, im
Alter von 15 Jahren bereits
Student am berühmten Curtis
Institute of Music in Philadelphia/USA: Der junge Violinist
Ray Chen beschreitet einen rasanten Weg, der ihn in große
Konzertsäle führt und Publikum und Presse gleichermaßen
beeindruckt. Er gewann den Yehudi Menuhin Wettbewerb
(2008), den renommierten Queen-Elisabeth-Wettbewerb
(2009) und hatte die Ehre, als jüngster Solist anlässlich der
Nobelpreisverleihung in Stockholm zu spielen (2012). Er
konzertierte mit großen internationalen Orchestern und hat
bereits drei Alben bei Sony veröffentlicht, das Debüt-Album
führte zum Gewinn des ECHO Klassik. Seit Juni 2014 spielt
Ray Chen die »Joachim«-Stradivari von 1715, eine Leihgabe
der Nippon Music Foundation. Auf ihr brachte schon der namensstiftende Geiger Joseph Joachim das ihm gewidmete
Violinkonzert von Johannes Brahms zur Uraufführung.
25
08
Ute Schalz-Laurenze
BREMER PHILHARMONIKER
1855 verhalfen die Bremer Philharmoniker dem 22-jährigen
Pianisten Johannes Brahms zu seinem ersten öffentlichen
Auftritt. Das Orchester spielte auch 1868 dessen Uraufführung des »Deutschen Requiems«. Nach der politischen
Umwandlung des staatlichen Orchesters in eine GmbH mit
26 % verantwortlicher Eigenbeteiligung leistet das Orchester
heute ca. 175 Opernvorstellungen und 24 Sinfoniekonzerte
pro Jahr, darüber hinaus rund 30 Sonderveranstaltungen
und Kammerkonzerte und engagiert sich verstärkt für Kinder und Jugendliche.
DO / 25. AUG / 20 UHR
TICKETS: 73,- / 63,- / 53,- /38,- / 20,- EUR (ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
MARKUS POSCHNER
Seit 2007 ist Markus Poschner Bremens Generalmusikdirektor. 2017 verlässt er die Hansestadt, um das Bruckner
Orchester Linz zu leiten. Gastspiele führten ihn in den vergangenen Jahren u. a. an die Komische Oper Berlin, zu den
Dresdner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern,
den Münchner Philharmonikern oder den Opern von Köln
und Frankfurt. Als erfolgreicher Jazz-Pianist profiliert er sich
neben dem Repertoire von der Klassik bis zur klassischen
Moderne mit grenzüberschreitenden interdisziplinären
Projekten.
ROMANTIK IN VOLLENDUNG
BREMER PHILHARMONIKER
RAY CHEN Violine
MARKUS POSCHNER Dirigent
Johannes Brahms: Violinkonzert D-Dur op. 77
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3 d-Moll WAB 103
(Urfassung von 1873)
20|21
ARPSCHNITGERFESTIVAL
MEISTER DER
NORDDEUTSCHEN
ORGELSCHULE
DER BEDEUTENDSTE
EUROPÄISCHE
ORGELBAUER
DER BAROCKZEIT
Sie gelten als die Stradivaris unter den Orgeln: Die
Instrumente des aus der Wesermarsch stammenden legendären Orgelbaumeisters Arp Schnitger
(1648–1719). Bereits zu Lebzeiten der Orgelbauer
mit der umfangreichsten Werkliste und der weitesten geographischen Verbreitung seiner Instrumente,
kommt seinem Erbe im Orgelparadies rund um
Bremen eine singuläre Stellung zu. Seine heute noch
erhaltenen Instrumente sind durch Nachbauten in
aller Welt und durch die Verbreitung ihrer Klänge
auf Tonträgern herausragende Beispiele für die
einmalige nordeuropäische Orgelkultur im Barock.
Der auf Initiative des Festivals gegründete ArpSchnitger-Kulturerbe e.V. prüft derzeit die Möglichkeit einer Antragstellung auf Aufnahme der heute
noch weltweit erhaltenen Orgeln und Prospekte
Schnitgers als erstes interkontinentales Projekt in
die Liste des UNESCO-Welterbes.
DIE KONZERTE
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL I
DO / 25. AUG / Kirche St. Nicolai,
Cuxhaven-Altenbruch
(Klapmeyer-Orgel)
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL II
DO / 25. AUG / Kirche St. Jacobi,
Cuxhaven-Lüdingworth
(Wilde-Schnitger-Orgel)
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL III
FR / 26. AUG / Kirche St. Peter und Paul, Cappel
(Schnitger-Orgel)
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL IV
SA / 27. AUG / Der Aa-Kerk, Groningen (NL)
(Schnitger-Orgel)
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL V
SO / 28. AUG / St. Cyprian- und Corneliuskirche,
Ganderkesee
(Schnitger-Orgel)
25
08
DIE KLAPMEYER-ORGEL
IN ALTENBRUCH
Mit der Altenbrucher Orgel ist Krzysztof Urbaniak
schon vertraut: Er hat das über Jahrhunderte
gewachsene und 1727-30 von Johann Hinrich Klapmeyer in seine jetzige Form gebrachte Instrument
kennen gelernt, als er 2010 am Arp-SchnitgerOrgelwettbewerb teilnahm – und mit dem 1. Preis
ausgezeichnet wurde. Nun stellt er ein Programm
vor, das den Blick auch auf weniger bekannte
Meister der Norddeutschen Orgelschule und die
Hansestadt Danzig lenkt.
Die Zeitumstände brachten es mit sich, dass »Norddeutschland« im Zusammenhang mit der Orgelmusik des 17. und 18. Jahrhunderts geographisch eher
als »Nordwestdeutschland« interpretiert wurde,
obwohl das damalige Organisten-Netzwerk sich
rund um die Ostsee erstreckte. Danzig mit seinen
sechs Hauptkirchen war ein musikalisches Zen­
trum ersten Ranges. Ein verschollenes Kronjuwel
seiner Orgelgeschichte, nämlich eine Sammlung
von Choralzyklen des Bach-Zeitgenossen Daniel
Magnus Gronau, wurde von Krzysztof Urbaniak und
Martin Rost (Stralsund) vor kurzem in einer Fotodokumentation wiederentdeckt. Gronaus Manuskript
gibt mit exakten Registrierungsanweisungen einen
einzigartigen Einblick in die Spielpraxis des mittleren
18. Jahrhunderts. Mit den Variationen über »Wer nur
den lieben Gott lässt walten« präsentiert Krzysztof
Urbaniak diesen Sensationsfund.
Auch Andreas Neunhaber, um 1640-1660 in Danzig
tätig, dürfte den meisten Hörern unbekannt sein.
Auf der Altenbrucher Orgel lässt sich seine »auff 3
Clavier« komponierte Choralfantasie über »Ich ruf
zu dir, Herr Jesu Christ« in idealer Weise darstellen.
Mit Johann Nicolaus Hanffs Orgelchoral »Erbarm
dich mein o Herre Gott« führt die musikalische Reise
nach Eutin, wo Hanff als Schlossorganist eine Schnitger-Orgel spielte. Weiter geht es nach Schloss Gottorf
und Lübeck, zu den Wirkungsstätten Franz Tunders,
der mit der Orgelbearbeitung einer ursprünglich für
Violen gesetzten »Sinfonia« vertreten ist. Natürlich
darf Tunders Schwiegersohn und Amtsnachfolger
Dieterich Buxtehude nicht fehlen: Ein Echo seines
virtuosen Praeludiums ex d BuxWV 140 findet sich
noch in Johann Sebastian Bachs Toccata, Adagio und
Fuge C-Dur BWV 564, einer Komposition, in der Bach
sich sowohl mit der norddeutschen Toccata als auch
mit der italienischen Konzertform auseinandersetzt.
Denn ohne Austausch mit dem Süden ist auch die
Norddeutsche Orgelschule nicht denkbar – dafür
steht die Fantasia des Frescobaldi-Schülers Johann
Jacob Froberger am Beginn des Konzerts.
Dorothea Schröder
DO / 25. AUG / 17 UHR / 15,- EUR (ERM. 12,-)
Kirche St. Nicolai, Cuxhaven-Altenbruch
KRZYSZTOF URBANIAK
Nachdem er sein Orgel- und
Cembalostudium an der Musikhochschule Warschau mit
Auszeichnung abgeschlossen
hatte, setzte Krzysztof Urbaniak seine Ausbildung in Stuttgart fort und legte dort sein Konzertexamen ab. 2012 in
Krakau promoviert, arbeitet er zur Zeit als Assistenzprofessor in Krakau und Lodz. Der Preisträger mehrerer Orgelwettbewerbe und Artist in residence der Artur-Rubinstein-Philharmonie Lodz engagiert sich neben seiner internationalen
Konzerttätigkeit in der Forschung zum historischen Orgelbau und zur Aufführungspraxis.
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL I:
MEISTER DER NORDDEUTSCHEN ORGELSCHULE
KRZYSZTOF URBANIAK Orgel
Johann Jacob Froberger: Fantasia sopra Ut-Re-Mi-Fa-Sol-La FbWV 201
Johann Nicolaus Hanff: Erbarm dich mein o Herre Gott
Franz Tunder: Sinfonia à 7 »Muttedt Da pacem domine«
Andreas Neunhaber: Ich ruf zu Dir, Herr Jesu Christ
Dieterich Buxtehude: Praeludium ex d BuxWV 140
Daniel Magnus Gronau: Wer nur den lieben Gott lässt walten
Johann Sebastian Bach: Toccata, Adagio und Fuge C-Dur BWV 564
22|23
25
08
DEUTSCHNIEDERLÄNDISCHE
STILVERBINDUNGEN
DIE WILDE-SCHNITGER-ORGEL
IN LÜDINGWORTH
Als Arp Schnitger 1682/83 die Orgel der Lüdingworther Kirche erbaute, bezog er das qualitätvolle
Vorgängerinstrument von Antonius Wilde (1599) in
sein Konzept ein. Die Baudaten der Orgel bzw. die
Jahreszahlen 1600 – 1700 ergeben den Rahmen
für Jérôme Mondéserts Programm: Mit Orgelwerken
aus dem gesamten 17. Jahrhundert stellt er drei
Generationen von deutschen und niederländischen
Komponisten vor, die größtenteils durch LehrerSchüler-Beziehungen untereinander verbunden
sind.
DO / 25. AUG / 20 UHR / 15,- EUR (ERM. 12,-)
KOMBITICKET FÜR BEIDE KONZERTE IN CUXHAVEN
25,- EUR (ERM. 20,-)
Zur ersten Generation gehören Jan Pieterszoon
Sweelinck, berühmtester Orgellehrer der Zeit um
1600 in Nordeuropa, und Michaël Praetorius. Beide
starben im Jahr 1621. Während Sweelincks Ruhm
nie verblasste, ist Praetorius als Orgelkomponist
noch zu entdecken: Er ließ 1609 einige der frühesten
Choralfantasien drucken; sie beeindrucken durch
kunstvolle Kontrapunktik und bis dahin nicht gekannte Dimensionen.
Anthoni Van Noordt, dessen Tabulatuur-boeck (Amsterdam 1659) lange als verschollen galt, belegt mit
seinem Werk das Weiterleben der Sweelinck-Tradition
in den Niederlanden. Er repräsentiert die zweite
Generation, ebenso wie Heinrich Scheidemann, der
nach dem Studium bei Sweelinck fast 40 Jahre lang
an der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen tätig
war. Sein jüngerer Kollege Matthias Weckmann,
ausgebildet bei Heinrich Schütz und dem SweelinckSchüler Jacob Praetorius d. J., brachte als Organist
der St. Jacobi-Kirche und Gründer eines Collegium
musicum internationales Flair nach Hamburg – er
kannte das mitteldeutsche Repertoire ebenso wie
den modernen italienischen Stil und stand als Freund
von Johann Jacob Froberger mit Süddeutschland in
Verbindung.
Auch Dieterich Buxtehude, der für die dritte Generation steht, machte sich als Jugendlicher mit Werken
der Sweelinck-Schule vertraut. Dass er eine Zeit lang
in Hamburg lebte, um Unterricht bei Scheidemann
zu nehmen, ist nicht gesichert, aber aufgrund stilistischer Merkmale durchaus wahrscheinlich. Man
weiß jedoch, dass sein Klangideal durch die Orgeln
Arp Schnitgers verkörpert wurde: 1687 besichtigte er
in Hamburg die Orgel in St. Nikolai und lud Schnitger
1689 nach Lübeck ein, um einen Orgelneubau in
der Marienkirche zu diskutieren. Obwohl das Projekt
scheiterte, gibt uns diese Begegnung die Gewissheit,
dass Buxtehudes Musik auf einem Instrument wie
der Lüdingworther Orgel in authentischer Weise
erklingt.
DIE SCHNITGER-ORGEL IN CAPPEL
Für das Bauerndorf Cappel im Land Wursten war
es eine Tragödie, als 1810 die Kirche abbrannte.
Für die Orgelgeschichte wurde daraus ein Glücksfall: 1816 kaufte die Gemeinde in Hamburg ein
gebrauchtes Instrument für ihre neue Kirche: die
1680 von Arp Schnitger gebaute Orgel der ehemaligen Klosterkirche St. Johannis. Pieter van Dijk
widmet der hervorragend erhaltenen »Jubilarin«
ein klangprächtiges Festkonzert.
Es beginnt mit der virtuosen Brillanz von Dieterich
Buxtehudes Toccata ex F BuxWV 156, einem Musterbeispiel des »stylus phantasticus« mit seinen
effektvollen Kontrasten zwischen freien und kon­
tra­punktischen Abschnitten. Ruhiger, stellenweise
geradezu meditativ wirkt dagegen die Passacaglia
ex d BuxWV 161 des Lübecker Meisters, die den Hörer
durch kunstvolle Variationen der Oberstimmen über
einer vielfach wiederholten Ostinato-Melodie im Bass
in den Bann zieht.
Ihre poetischen, kammermusikalischen Töne kann
die Cappeler Orgel in Variationen über »When Daphne
did from Phoebus fly« präsentieren. Auf der Liste
der beliebtesten Weisen der frühen Barockzeit steht
dieses englische Lied weit oben; hier erklingt es
in der Version aus dem um 1650 in den Niederlanden entstandenen Camphuysen-Manuskript.
Ein Vokalwerk war auch die Vorlage für Heinrich
Scheidemanns Motettenintavolierung »Dic nobis
PIETER VAN DIJK
JÉRÔME MONDÉSERT
Jan Pieterszoon Sweelinck: Erbarme dich mein, o Herre Gott SwWV 303
Michaël Praetorius: O Lux beata Trinitas (Hymnus in festo trinitatis),
Christ unser Herr zum Jordan kam (Choralfantasia)
Anthoni Van Noordt: Psalm XXIV
Heinrich Scheidemann: Gailliarda ex d
Matthias Weckmann: Canzon II ex c, Nun freut euch, lieben Christen gmein
Dieterich Buxtehude: Praeludium ex C BuxWV 136
26
08
Maria« WV 51: Der in Amsterdam ausgebildete, protestantische Hamburger Organist bearbeitete dafür
ein vielstimmiges Werk des Venezianers Giovanni
Bassano, das für den katholischen Gottesdienst
im Markusdom geschrieben worden war – Musik
überschritt eben schon immer spielend Länder- und
Konfessionsgrenzen.
Nach zeitgenössischen Quellen zu urteilen, war der
1655 an die Hamburger St. Jacobi-Kirche berufene
Matthias Weckmann ein begnadeter Orgelvirtuose.
Sein Magnificat II. toni steht stellvertretend für die repräsentative Musik der hanseatischen Stadtorganisten. Er spielte jedoch noch nicht auf der berühmten
Schnitger-Orgel, die erst 1689–93 entstand und die
Stelle an St. Jacobi so attraktiv machte, dass Johann
Sebastian Bach sich 1720 um sie bewarb. Drei seiner
Orgelwerke sind in Pieter van Dijks Konzert zu hören:
der große Orgelchoral Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’
BWV 662 aus den »Achtzehn Chorälen« (Leipzig, um
1740), die beschwingte, als Übestück für den Sohn
Wilhelm Friedemann entstandene Triosonate IV in
e-Moll BWV 528 und die in Weimar um 1710–1715
komponierte Fantasie und Fuge in c-Moll BWV 537.
Dorothea Schröder
präsentiert von der
Dorothea Schröder
Kirche St. Jacobi, Cuxhaven-Lüdingworth
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL II:
DEUTSCH-NIEDERLÄNDISCHE STILVERBINDUNGEN
JÉRÔME MONDÉSERT Orgel
200 JAHRE
SCHNITGER-ORGEL
IN CAPPEL
Ausgebildet u. a. bei Jean
Boyer, Harald Vogel und
Huguette Dreyfus, lehrt
Jérôme Mondésert Cembalo
und Continuospiel am Conservatoire Régional Nancy und
ist als Titularorganist an zwei Straßburger Kirchen tätig: In
Sainte Aurélie spielt er eine Orgel von Andreas Silbermann,
während ihm in der Reformierten Kirche Bouclier ein neues
Instrument im thüringischen Stil der Bach-Zeit zur Verfügung steht. Nicht nur als Solist, sondern auch als Ensemblespieler hat Jérôme Mondésert sich bei den bedeutendsten
französischen Festivals für Alte Musik einen Namen gemacht.
Als Organist der Sint Laurens­
kerk Alkmaar betreut Pieter
van Dijk zwei der wertvollsten
Orgeln Europas: die Kleine
Orgel des Jan van Covelens
und die 1639–46 von Galtus
van Hagerbeer erbaute, 1723–25 von Arp Schnitgers Sohn
Frans Caspar erweiterte Hauptorgel. Mit historischen Instrumenten bestens vertraut, ist er auch als Orgelforscher und
Berater tätig; u. a. war er an der Aufsehen erregenden
Rekons­truktion der Orgel in der Hamburger Katharinenkirche
beteiligt. Pieter van Dijk unterrichtet das Fach Orgel an der
Hochschule für Musik und Theater Hamburg sowie am Conservatorium Amsterdam und nimmt Gastprofessuren in
mehreren Ländern wahr. Konzertreisen führen ihn durch
Europa, nach Japan und in die Vereinigten Staaten.
FR / 26. AUG / 19 UHR / 15,- EUR (ERM. 12,-)
Kirche St. Peter und Paul, Cappel
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL III:
200 JAHRE SCHNITGER-ORGEL IN CAPPEL
PIETER VAN DIJK Orgel
Dieterich Buxtehude: Toccata ex F BuxWV 156,
Passacaglia ex d BuxWV 161
Camphuysen MS: Drei Variationen über »Daphne«
Heinrich Scheidemann: Dic Nobis Maria WV 51 (nach Giovanni Bassano)
Matthias Weckmann: Magnificat II. toni
Johann Sebastian Bach: Allein Gott in der Höh’ sei Ehr’ BWV 662,
Triosonate in e-Moll BWV 528, Fantasie und Fuge in c-Moll BWV 537
24|25
27
08
REISE DURCH DIE
JAHRHUNDERTE
DIE SCHNITGER-ORGEL IN DER DER AA-KERK
Die Orgel in der Der Aa-Kerk gehört zu den wenigen
Instrumenten, die originale Register aus mehreren
Jahrhunderten enthält und eine »Reise durch
die Jahrhunderte« mit authentischen Klängen
ermöglicht. Hinzu kommt die vorzügliche Akustik
der großen hanseatischen Stadtkirche, die durch
die Einbauten vor dem Chor und den Holzfußboden
einen angenehmen Nachhall besitzt und alle musikalischen Linien transparent wiedergibt.
Die Variationen von Jan Pieterszoon Sweelinck gehören zu den bekanntesten frühen Werken dieses
Genres. Die Liedmelodie »Mein junges Leben hat ein
End« hat den ausdrucksvoll klagenden Charakter
von vielen in der Renaissance verbreiteten Liedern
und hat wahrscheinlich dazu beigetragen, dass
gerade diese Variationen zu den populärsten Werken
des Amsterdamer Meisters gehören.
Die Toccata ex F BuxWV 156 gehört zu den experimentellen Kompositionen Dieterich Buxtehudes
und zeigt eine Fülle von stilistischen Elementen, die
ihr Vorbild in den Werken von Matthias Weckmann
haben. Die »große« Toccata in F-Dur ist weniger
bekannt als die weniger umfangreiche »kleine«
Toccata in der gleichen Tonart (BuxWV 157). Sie stellt
eine große Herausforderung für die Interpreten und
auch für die Zuhörer dar.
Die Fantasie G-Dur – auch bekannt unter der Bezeichnung »Pièce d’Orgue« – gehört zu den Orgelwerken
Johann Sebastian Bachs, die als Eigenschöpfung
ohne Vorbilder sind.
Johann Christian Kittel gehörte zusammen mit
Johann Gottfried Müthel zu den letzten Schülern
Johann Sebastian Bachs und fasste die Grundsätze
der Bachschule in seiner umfangreichen Orgelschule
»Der angehende praktische Organist« zusammen.
Die Sammlung der »Großen Praeludien für die Orgel«
enthält Werke in allen Tonarten von C-Dur bis g-Moll.
Johann Gottfried Müthel stammte aus Mölln, südlich
von Lübeck, und wurde nach den »Bachischen
Grundsätzen« in den letzten Lebensmonaten Bachs
und danach von Bachs Schwiegersohn Johann Christoph Altnikol in Naumburg ausgebildet. Die Fantasie
g-Moll von Müthel ist gekennzeichnet durch große
musikalische Gesten, die in ihrem Duktus an Beethoven erinnern, das Vorbild des Bachstils ist jedoch
unverkennbar.
Die sechs Orgelsonaten von Felix Mendelssohn gehören zu den herausragenden Orgelwerken aus der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mendelssohn
vereinigte in ihnen viele früher entstandene Einzelsätze und erreichte dadurch eine große stilistische
und formale Vielfalt.
Harald Vogel
SA / 27. AUG / 20 UHR / 15,- EUR (ERM. 12,-)
Der Aa-Kerk, Groningen (NL)
DAVID HIGGS
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL IV:
REISE DURCH DIE JAHRHUNDERTE
DAVID HIGGS Orgel
Jan Pieterszoon Sweelinck: »Mein junges Leben hat ein End«
(6 Variationen)
Dieterich Buxtehude: Toccata ex F BuxWV 156
Johann Sebastian Bach: Pièce d’Orgue BWV 572
Johann Christian Kittel: Praeludium VII Es-Dur und Praeludium VIII
es-Moll aus »16 große Praeludien«
Johann Gottfried Müthel: Fantasie g-Moll
Felix Mendelssohn Bartholdy: Andante D-Dur mit Variationen,
Sonate f-Moll op. 65/1
Der in New York geborene
David Higgs gilt als einer der
führenden Organisten Amerikas und leitet den Fachbereich Orgel an der Eastman
School of Music an der University of Rochester. In New York war er u. a. Künstlerischer Leiter und Organist der Park Avenue Christian Church. 1986
wurde ihm die gleiche Position an der St. Mark’s Episcopal
Church in Berkeley/San Fransisco überantwortet. Seine Konzertaktivitäten, auch mit Ensembles wie Empire Brass, Orpheus Ensemble oder Chanticleer, erstrecken sich weit über
die USA hinaus und er ist an Inaugurationen vieler bedeutender Orgeln beteiligt gewesen, etwa im Wiener Stephansdom.
David Higgs Auftritte, seine Lehrtätigkeiten und Jurymitgliedschaften führen ihn in die ganze Welt.
»Die Orgel hat und begreift alle anderen Instrumenta musica, groß und klein, wie sie Namen
haben mögen, alleine in sich. Willst du eine Trompete, Posaune, Zinken, Blockflöte, Querpfeife,
Pommern, Schalmeien, Dulziane, Rankette, Sordune, Krummhörner, Geigen, Leiern etc. hören, so
kannst du dieses alles und noch mehr in diesem
künstlichen Werk haben.« Was Michaël Praetorius
in seinem »Syntagma musicum II« (1619) anregt,
haben Stephan MacLeod und sein Ensemble in ein
einzigartiges Konzertprogramm umgesetzt.
Die Schnitger-Orgel von Ganderkesee mit ihren 22
Registern erklingt nicht nur als Solistin, sondern
auch – barocker Praxis entsprechend – als ContinuoInstrument und als Stellvertreterin der Lübecker
Instrumentalisten, die unter Dieterich Buxtehudes
Leitung in der Marienkirche musizierten. So darf die
Orgel in Buxtehudes Kantate »Mein Gemüth erfreuet
sich« ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen, wenn
darin die vom Menschen erfundenen Instrumente
und die Vögel Gottes Lob anstimmen. In eine andere
emotionale Sphäre führt dagegen »Mit Fried und
Freud«, das wohl persönlichste Werk Buxtehudes:
Er publizierte es als Trauermusik für seinen 1674
verstorbenen Vater.
Zu den repräsentativen Orgelwerken Buxtehudes, die
Francis Jacob interpretiert, gehören drei Choralbearbeitungen. Sie werden durch Vokalversionen ergänzt,
so dass das Wiedererkennen der Liedmelodie im
GLI ANGELI GENÈVE
Von dem Bassisten Stephan
MacLeod als Ensemble für vokale und instrumentale Musik
des 17. und 18. Jahrhunderts
gegründet, gaben Gli Angeli
Genève 2003 ihr erstes Konzert. Seitdem haben Gastauftritte die Schweizer Gruppe, die
in variabler Besetzung musiziert, nach Deutschland, Frankreich, Belgien und in die Niederlande geführt; u. a. war sie im
Frühjahr 2016 bei den Thüringer Bachwochen und dem Musikpodium Stuttgart zu hören.
FRANCIS JACOB
Der Titularorganist von Saessolsheim (Elsass) und Orgelprofessor am Konservatorium Straßburg erhielt 1997 den
1. Preis im Orgelwettbewerb des Festivals Musica Antiqua
Brügge. Francis Jacob, der auch mit dem Ricercar Consort,
Le Concert Royal u. a. arbeitet und als Solist internationales
Renommee genießt, hat mehrere CD-Aufnahmen mit Werken
von Buxtehude, J. S. Bach und anderen Komponisten des 17.
und 18. Jahrhunderts eingespielt. Er ist auch als Orgelbauer
in der Werkstatt von Bernard Aubertin tätig.
EIN FEST FÜR
BUXTEHUDE
28
08
DIE SCHNITGER-ORGEL
IN GANDERKESEE
Orgelsatz leichter fällt. Gleichzeitig entsteht ein
Klangeindruck, der an die Jahrhunderte lang in der
Kirchenmusik übliche Alternatim-Praxis anknüpft,
den Musikvortrag im Wechsel von Singstimmen
und Orgel. Mit dem Praeludium e-Moll BuxWV 142,
der Toccata F-Dur BuxWV 157, der Passacaglia d-Moll
BuxWV 161 und dem abschließenden Magnificat
primi toni BuxWV 203 erklingen darüber hinaus vier
der populärsten Werke des großen Marienorganisten. Ihre Frische, ihre lebensfrohe Ausstrahlung
ist immer noch so überzeugend wie vor über 300
Jahren, als der junge Johann Sebastian Bach im
Winter 1705/06 die anstrengende Wanderung von
Arnstadt nach Lübeck auf sich nahm, um Buxtehude
zu »behorchen«.
präsentiert von
Dorothea Schröder
SO / 28. AUG / 19 UHR / 28,- EUR (ERM. 20,-)
St. Cyprian- und Corneliuskirche, Ganderkesee
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL V:
EIN FEST FÜR BUXTEHUDE
GLI ANGELI GENÈVE:
ALEKSANDRA LEWANDOWSKA Sopran
CARLOS MENA Alt STEPHAN MACLEOD Bass & Leitung
FRANCIS JACOB Orgel
Dieterich Buxtehude: Mein Gemüth erfreuet sich BuxWV 72, Mit Fried
und Freud BuxWV 76, Praeludium e-Moll BuxWV 142, Toccata F-Dur BuxWV
157, Passacaglia d-Moll BuxWV 161, Ach Gott und Herr BuxWV 177,
Gelobet seist du, Jesu Christ BuxWV 189, In dulci jubilo BuxWV 197,
Magnificat primi toni BuxWV 203
26|27
PARTNER WELTWEIT –
IN BREMEN SEIT 1871
Die Deutsche Bank war bereits im ersten Jahr nach ihrer Gründung
am Standort Bremen präsent. In der Hansestadt, über die vor mehr
als 140 Jahren ein wesentlicher Teil des deutschen Überseehandels lief, eröffnete die Bank 1871 ihre erste Inlandsfiliale.
Kundenzufriedenheit ist damals wie heute höchstes Maß und
Ziel. Als verlässlicher Partner steht die Deutsche Bank dabei ihren
Kunden weltweit bei Finanz- und Strategiefragen mit Rat und Tat
zur Seite.
Der Heimatmarkt hat für die Deutsche Bank auch in Bezug auf das
gesellschaftliche Engagement einen besonderen Stellenwert. Die
Bank nimmt ihre Verantwortung als Unternehmensbürger sehr
bewusst wahr: Mit einem Fördervolumen von rund 83 Millionen
Euro fokussiert sich die Deutsche Bank auf die Handlungsfelder
Nachhaltigkeit, Corporate Volunteering, Soziales, Bildung sowie
Kunst und Musik. Dabei begleitet sie seit Jahrzehnten vielversprechende Nachwuchskünstler und eröffnet gleichzeitig einem
breiten Publikum den Zugang zu Kunst und Musik.
Das Musikfest Bremen ist ein fester Bestandteil des kulturellen
Lebens im Norden und ein Höhepunkt des gesellschaftlichen
Engagements der Deutschen Bank in Bremen. Wir freuen uns
gemeinsam mit unseren Kunden, auch in diesem Jahr Partner
des Musikfest Bremen zu sein, und wünschen allen Teilnehmern
einen unvergesslichen Konzertabend.
»Ich würde glauben, Dir nichts so Amüsantes
geschickt zu haben, wie heute – wenn Deine Finger
das Vergnügen aushalten«, schrieb Johannes
Brahms im Juni 1877 an Clara Schumann. »Die
Chaconne«, die Rede ist von dem Schlusssatz der
berühmten Bachschen d-Moll-Partita BWV 1004
für Violine solo in dem von Brahms angefertigten
Klavierarrangement für die linke Hand, »ist mir
eines der wunderbarsten, unbegreiflichsten Musikstücke. Auf ein System, für ein kleines Instrument
schreibt der Mann eine ganze Welt von tiefsten
Gedanken und gewaltigsten Empfindungen.«
Zweifellos sprengt das Werk den üblichen Rahmen
einer Suite: »Der Hörer«, schrieb bereits Philipp
Spitta in seiner 1873 erstmals erschienenen BachBiographie, »steht dieser Ciacone gegenüber wie
einer elementaren Erscheinung, welche in ihrer
unbeschreiblichen Großartigkeit entzückend, begeisternd wirkt und zugleich schwindelerregend und
sinnverwirrend. […]; am Schlusse des Dur-Satzes
strömt es wie Orgelklang, zuweilen glaubt man wenigstens einen ganzen Chor von Geigen zu hören.«
Schwindelerregend – hinsichtlich ihrer pianistischen Virtuosität – fielen auch Brahms’ »Variationen
über ein Thema von Paganini« aus, die selbst einer
Virtuosin wie Clara Schumann Schwierigkeiten bereiteten, wie sie dem Komponisten im Juli 1864
gestand: »[…] je mehr ich […] daran studire, desto
schwerer finde ich sie […].« Kein Wunder, wartet
das Werk doch mit einer schier atemberaubenden
Klavierakrobatik auf, zu der die kontrastierenden
lyrischen Passagen hinsichtlich ihrer Wirkung keinesfalls abfallen dürfen.
In Franz Schuberts G-Dur-Klaviersonate D 894 sucht
man ausgeprägte Brillanz vergeblich, wenngleich
das Finale des groß dimensionierten Werks »Spieler
und Zuhörer kaum zu Atem kommen« lässt und »viel
schwerer auszuführen« ist, »als es beim Durchblättern scheint« (Allgemeine musikalische Zeitung).
Klavieristische Grenzen werden erst wieder in Sergei
Rachmaninows monumentaler Sonate Nr. 1 d-Moll op.
28 ausgelotet, der »ein Programm, eine Leitidee zugrunde liegt, die mich führte«, wie der Komponist in
einem Brief offenbarte, » – die drei gegensätzlichen
Charaktere eines literarischen Werkes«. Die Rede
ist von Goethes »Faust«, an dem Rachmaninow
Fausts Verzweiflung an der Begrenztheit menschlichen Strebens, die Begegnung mit Margarete als
Symbol der Reinheit und Mephistos Dämonie als
Verkörperung des absoluten Geistes besonders
faszinierte. Von Zweifel und Resignation ist das
Thema des alternden Faust bestimmt, mit dem das
Werk beginnt, während Auerbachs Keller und die
»Hexenküche« Rachmaninow ebenfalls zu mancher
pianistischer »Hexerei« inspirierten …
Harald Hodeige
ATEMBERAUBENDE
KLAVIERAKROBATIK
26
08
DANIIL TRIFONOV
»Was er mit seinen Händen
anstellt, ist technisch unglaublich. Dazu kommt aber auch
sein Anschlag – er hat die Zartheit ebenso wie das dämonische Element. So etwas habe
ich noch nie vorher gehört«. Diese Einschätzung des russischen Nachwuchspianisten Daniil Trifonov stammt nicht von
irgendwem, sondern von Martha Argerich, der Grande Dame
des Klavierspiels. Ihr junger Kollege, der 2011 sowohl den
13. Internationalen Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv
als auch den 14. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb
in Moskau für sich entscheiden konnte, habe »einfach
alles« – eine Ansicht, die auch von zahlreichen begeisterten
Rezensenten geteilt wird. So konnte man etwa in der Süddeutschen Zeitung lesen: »Derzeit gibt es keinen Pianisten,
der Daniil Trifonov rein spieltechnisch das Wasser reichen
könnte«. Daniil Trifonov wurde 1991 in Nischni Nowgorod
geboren und absolvierte seine Pianistenausbildung bei Tatiana Zelikman am legendären Moskauer Gnessin-Institut, wo
er auch Komposition studierte. Anschließend wechselte er
ans Cleveland Institute of Music in die Klasse von Sergei Babayan und studierte dort bis 2011. Seitdem debütierte er bei
den Wiener Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Mariinsky-Orchester, dem Israel Philharmonic und dem New York Philharmonic und arbeitete mit Dirigenten wie Valery Gergiev, Lorin
Maazel, Zubin Mehta und Alan Gilbert zusammen. Zu seinen
Kammermusikpartnern gehören Nicholas Angelich, Renaud
Capuçon, Gautier Capuçon, Yuri Bashmet und Vilde Frang.
FR / 26. AUG / 20 UHR
TICKETS: 63,- / 53,- / 43,- / 33,- / 20,- EUR
(ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
KLAVIERABEND
DANIIL TRIFONOV Klavier
Johann Sebastian Bach: Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll für
Violine solo BWV 1004 (Klavierfassung für die linke Hand
von Johannes Brahms)
Franz Schubert: Klaviersonate Nr. 18 G-Dur (Fantasie) op. 78 D 894
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Paganini
op. 35 (Heft 1)
Sergei Rachmaninow: Sonate Nr. 1 d-Moll op. 28
28|29
26
08
MEISTERWERKE
DER GATTUNG
KLAVIERQUARTETT
präsentiert von
in Zusammenarbeit mit dem
FR / 26. AUG / 18 UND 20 UHR
TICKETS: 30,- / 25,- EUR (ERM. 20 %)
Schlossmuseum, Jever
SCHLOSSMUSIK IN JEVER
FAURÉ QUARTETT:
DIRK MOMMERTZ Klavier ERIKA GELDSETZER Violine
SASCHA FRÖMBLING Viola
KONSTANTIN HEIDRICH Violoncello
Wolfgang Amadeus Mozart: Klavierquartett g-Moll KV 478
Johannes Brahms: Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60
FAURÉ QUARTETT
Seit über 20 Jahren spielen sie in unveränderter Besetzung,
sie haben sich Gabriel Fauré zum Namensgeber gewählt und
gelten als das weltweit Maßstab setzende Klavierquartett.
Für ihre Homogenität, Transparenz, rhythmische Dynamik
und Ausdrucksintensität wurden Dirk Mommertz (Klavier),
Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola) und
Konstantin Heidrich (Violoncello) mit zahlreichen deutschen
und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter zwei
ECHO Klassik und der Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Das Fauré Quartett gastierte in fast allen wichtigen
Häusern der internationalen Konzertwelt. Als »Quartet in
Residence« sind die Musiker der Musikhochschule in Karlsruhe eng verbunden, sie geben internationale Meisterkurse
und unterrichten an den Kunsthochschulen in Berlin, Essen
und Nürnberg. Mit der Deutschen Grammophon entstanden
Aufnahmen mit Werken von Mozart, Brahms, Mendelssohn
Bartholdy und darüber hinaus ein Album mit Popsongs von
Peter Gabriel bis Steely Dan.
Mit der Komposition und substantiellen Begründung der Gattung Klavierquartett zeigt Wolfgang
Amadeus Mozart einmal mehr seine kompositorische Unabhängigkeit von den Konventionen, den
Bedürfnissen und Erwartungen seines Umfeldes.
Nur zwei Werke in dieser Gattung komponierte
er, aber sie wurden stilbildend für das ganze 19.
Jahrhundert.
Aber so weit war es noch nicht. Standardbesetzung
für das häusliche Musizieren zu Mozarts Zeit bildete
vorwiegend das Klaviertrio. Die Erweiterung zum
Klavierquartett aber bot mit einem Mal ganz andere
Möglichkeiten, denn nun stand dem Klavier eine
komplette Streichergruppe mit fast dem gesamten
Ambitus des Klaviers gegenüber. Dies ermöglichte
ein konzertantes Gegenüberstellen von Klavier und
Streichern. So rückte das Klavierquartett einerseits
in die Nähe des Klavierkonzertes, andererseits
konnte dem Streicherensemble die satztechnische
Dichte des Streichquartettes übertragen werden.
Und tatsächlich zeichnen sich Mozarts Klavierquartette durch ihre virtuosen Züge im Klavier aus.
Andererseits versuchte Mozart hier die Vorzüge der
Kammermusik zu nutzen und unabhängiger von Publikumserwartungen seine musikalische Sprache zu
entfalten. Eine Sprache, die allerdings für damalige
Verhältnisse so befremdend wirkte, dass sein Verleger nach Vorlage des g-Moll Quartetts auf weitere
Klavierquartette – abgemacht waren drei – dankend
verzichtete. Die fast gewalttätige Moll-Eröffnung
im Unisono-Forte, das mit schnellen Begleitfiguren
durchsetzte Andante, das unruhige, formal unübersichtliche Rondo: zu schwer, zu kompliziert, mit
einem Wort: unverkäuflich. Das vorgeschossene
Honorar durfte Mozart behalten.
Die Mozart unmittelbar nachfolgende Komponistengeneration wusste zunächst kaum einen Umgang
mit dieser neuen Gattung. Erst Johannes Brahms
war es, der Mitte der 1850er Jahre die Komposition
gleich dreier Klavierquartette in Angriff nahm. Motor
war wohl der Reiz, Kammermusik aus seinem Instrument heraus, dem Klavier zu entwickeln. Brahms
geht dabei weit über Mozart, ja selbst die Grenzen
des Kammermusikalischen hinaus: auf vier Sätze
erweitert, schwingen sich seine Klavierquartette
zu fast sinfonischer Größe auf. Die ersten beiden
übergab Brahms recht bald der Öffentlichkeit; für das
dritte, das c-Moll Klavierquartett op. 60, bedurfte es
noch 20 Jahre, bevor er ihm eine endgültige Form zu
geben vermochte. Es zählt zu seinen persönlichsten
Kompositionen – und zu seinen unbekanntesten.
Ironische Andeutungen von Brahms selber, die das
Quartett mit Goethes »Werther« in Verbindung
bringen, und vor allem die außergewöhnliche dunkle
Tonsprache, lassen in diesem Werk einen Reflex der
unglücklichen Liebe zu Clara Schumann vermuten.
LANDKREIS FRIESLAND
Ein Strandspaziergang am Weltnaturerbe Wattenmeer: Klares
Licht, klare Nordseeluft. Entspannung für Familien, malerische
Küstenorte, Kultur für Städteurlauber. Der Landkreis Friesland,
das sind 608 Quadratkilometer voller Entspannung, Erholung
und Gastfreundlichkeit. Acht Städte und Gemeinden bilden den
Landkreis: Von der Insel Wangerooge ganz im Norden über die
Gemeinde Wangerland, die Städte Jever und Schortens und die
Gemeinde Sande bis zu den Gemeinden Zetel und Bockhorn sowie
der Stadt Varel im Süden.
Lange Reden haben die Friesen zwar nicht gerade erfunden –
manchmal reicht eben eine dampfende Tasse Tee und der Blick
aufs Meer. Aber beharrlich sind wir. Und wir halten zusammen.
Unternehmen von internationalem Rang genauso wie kleine und
mittlere Betriebe haben bei uns viele attraktive Arbeitsplätze
geschaffen. Aus Friesland kommen Innovationen, die ganze Branchen prägen, zum Beispiel im Flugzeugbau. Aber auch bekannte
Dienstleister der Kommunikationsbranche gehören zu den wichtigsten Arbeitgebern im Landkreis. Der Tourismus sichert tausende
Arbeitsplätze, genauso wie eine moderne Landwirtschaft, die
weithin das Bild des Landkreises prägt.
In Friesland ist Bildung einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren.
Weg von Zuständigkeiten, hin zu Verantwortung – unter diesem
Motto wachsen zahlreiche Behörden, Kommunen und Institutionen
zu einer Bildungsregion zusammen, in der kein Kind zurückgelassen wird. Friesland sagt ja zu Familien und deren Förderung.
Friesland ist attraktiv für Fachkräfte, die nach mehr suchen als
nur nach einem Job.
Gesundheit spielt in Friesland eine doppelt wichtige Rolle. Menschen, die hier leben, profitieren von einem starken Netzwerk
leistungsfähiger Gesundheitseinrichtungen. Auch unsere Gäste
nutzen das heilsame Nordseeklima für ihre Gesundheit, zum Beispiel bei einem Strandspaziergang im Weltnaturerbe Wattenmeer:
Erholung für Körper und Geist!
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Ulrich Matyl
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27
08
JEAN RONDAEAU
Er »widmet sich Bach nicht nur spielfreudig und hochvirtuos, sondern vor allem hochmusikalisch« (Süddeutsche
Zeitung): Jean Rondeau, der mit seinen 25 Jahren bereits
auf sensationelle Wettbewerbserfolge zurückblicken kann,
wurde zehn Jahre lang am Cembalo von Blandine Verlet
unterrichtet, bevor er ans Pariser Konservatorium ging.
Er erhielt zudem Unterricht in Generalbass, Orgel, Klavier,
Komposition, Jazz und Improvisation und schloss seine weiterführenden Studien in Paris sowie an der Guildhall School
of Music and Drama in London mit Auszeichnung ab. Jean
Rondeau tritt regelmäßig in ganz Europa und den Vereinigten Staaten auf. Er ist Mitglied des Quartetts »Nevermind«,
das sich mit unvergleichlicher Brillanz dem barocken Repertoire widmet. Jean Rondeau ist außerdem Gründer des
Jazz-Ensembles »Note Forget«, das ihm als Plattform für
seine Jazzkompositionen und -improvisationen dient; 2012
wurde die Formation mit dem unter Jazz-Künstlern begehrten Preis »Trophées du Sunside« ausgezeichnet. Im März
2016 erschien in Deutschland Jean Rondeaus Debütalbum
»Bach – Imagine« mit Werken von Johann Sebastian Bach
bei Erato/Warner Classics; in Frankreich wurde bereits sein
zweites Album »Vertigo« mit Musik von Jean-Philippe Rameau und Joseph-Nicolas-Pancrace Royer vorgestellt.
Eine Veranstaltung der Benefiz-Konzertreihe
»Grundton D« des Deutschlandfunks in Zusammenarbeit
mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
SA / 27. AUG / 20 UHR
TICKETS: 43,- / 35,- / 28,- / 23,- EUR (ERM. 20 %)
Unser Lieben Frauen Kirche, Bremen
BACH & SÖHNE
JEAN RONDEAU Cembalo FREDRIK FROM Violine
ANTHONY MARINI Violine FANNY PACCOUD Viola
LOUNA HOSIA Violoncello
LUDOVIC COUTINEAU Kontrabass
REISE DURCH DEN
MUSIKALISCHEN KOSMOS
DER BACH-FAMILIE
In die musikalische Ausbildung seines erstgeborenen Sohnes Wilhelm Friedemann scheint Johann
Sebastian Bach viel Zeit und Mühe investiert zu
haben: Unter seiner Anleitung entwickelte er sich
zu einem überragenden Orgel- und Cembalovirtuosen sowie zu einem versierten Komponisten,
dessen unverwechselbarer Personalstil sich durch
die Kombination von strenger Kontrapunktik und
galanter Melodik auszeichnet.
Dass ihm letztendlich der Erfolg versagt blieb – nach
Anstellungen als Organist an der Dresdner Sophienkirche sowie an der Marienkirche in Halle fand er
keine feste Anstellung – lag nicht an mangelndem
Talent, sondern daran, dass er Zugeständnisse
an den Geschmack des Publikums ablehnte.
Das Cembalokonzert f-Moll, das von großer Dramatik geprägt ist, könnte daher
durchaus aus Wilhelm Friedemanns
Feder stammen, wie es auf einer
Partiturabschrift von unbekannter Hand vermerkt wurde; inzwischen weist die Bach-Forschung
jedoch Johann Christian Bach als
Verfasser aus, den »Mailänder«
oder »Londoner Bach«, dessen
Schaffen die epochenübergreifende Verbindung zwischen der
Bach-Familie und den Klassikern deutlich macht. Carl Philipp
Emanuel Bach, in seiner Zeit der erfolgreichste und bekannteste der vier
komponierenden Bach-Brüder, bewegte sich im
Gegensatz zu seinem vier Jahre älteren Bruder in
gesicherten Bahnen – zunächst als Hofmusiker
Friedrichs II. am Berliner Hof und anschließend als
Musikdirektor an den Hamburger Hauptkirchen. Ihn
bezeichnete man frühzeitig als »Originalgenie«,
und der originelle Stil seiner zahlreichen Sonaten,
Konzerte und Sinfonien wurde schon bald zum Paradigma der Empfindsamkeit. Sein Cembalokonzert
d-Moll Wq. 23 entstand 1748 in Potsdam, allerdings
dürfte es kaum der gefälligen und gepflegten Unterhaltung des Preußenkönigs gedient haben, da
die leidenschaftliche Musik im Sinne des »Sturm
und Drang« mit energischem Ausdruckswillen aufwartet – mit weiten Intervallsprüngen, die immer
wieder ihre Richtung ändern, während dynamische
Kontraste die Überraschungen auf die Spitze treiben. Natürlich orientierten sich die Bach-Söhne an
den Cembalokonzerten ihres Vaters, der das Genre
pflegte, indem er aus der Not eine Tugend machte:
Als ihm für die Aufführung früherer Instrumentalkonzerte durch das Leipziger Collegium Musicum immer
wieder die Solisten fehlten, arbeitete er die Werke für
Tasteninstrument um und setzte sich kurzerhand
selbst ans Cembalo. So ist zu erklären, dass sich
unter Bachs 13 überlieferten Konzerten für Cembalo
nur eine einzige Originalkomposition nachweisen
lässt (BWV 1061); die Cembalokonzerte d-Moll BWV
1052 und f-Moll BWV 1056 basieren auf verschollenen und heute rekonstruierten Violinkonzerten.
Harald Hodeige
Johann Sebastian Bach: Cembalokonzert Nr. 1 d-Moll BWV 1052,
Cembalokonzert Nr. 5 f-Moll BWV 1056
Wilhelm Friedemann Bach: Cembalokonzert f-Moll
Carl Philipp Emanuel Bach: Cembalokonzert d-Moll Wq. 23
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08
ACCADEMIA BIZANTINA &
OTTAVIO DANTONE
TANCREDI
ROSSINIS MELODIENREICHES KRIEGS- UND
LIEBESDRAMA
präsentiert von der
gefördert durch die
SO / 28. AUG / 18 UHR
TICKETS: 98,- / 83,- / 68,- / 53,- / 30,- EUR (ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
TANCREDI
ACCADEMIA BIZANTINA
OLGA PERETYATKO Amenaide RENÉ BARBERA Argirio
MARIANNA PIZZOLATO Tancredi
ROMINA TOMASONI Isaura MARIANO BUCCINO Orbazzano
JANA KURUCOVA Roggiero
CHOR DES MUSIKFEST BREMEN
OTTAVIO DANTONE Dirigent
Gioacchino Rossini: »Tancredi« (konzertant)
Seit ihrer Gründung in Ravenna im Jahr 1983 konzentriert
sich die Accademia Bizantina auf die historische Aufführungspraxis der italienischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und zählt hierin seit mehr als zwei Jahrzehnten
zu den führenden Ensembles in Europa. Seit 1996 wird die
Accademia Bizantina gemeinsam von Ottavio Dantone und
dem Konzertmeister Stefano Montanari geleitet. Die italienischen Barockspezialisten sind regelmäßig zu Gast auf
den renommierten Festivals in Salzburg, Luzern, Bremen,
Schleswig-Holstein, Cervantino u. a. sowie unterwegs auf
Konzertreisen durch Europa, Israel, Mexiko, Südamerika,
die USA und Japan. Das Spektrum der Accademia Bizantina
reicht von Monteverdi bis Spontini, und ihre Konzerte und
CDs werden weltweit gefeiert. Im Jahr 2005 erhielten die
Musiker den begehrten Preis Diapason d’or; für ihre Aufnahmen von Werken Henry Purcells mit dem Countertenor
Andreas Scholl waren das Ensemble 2012 für den Grammy
nominiert. Noch in bester Erinnerung sind die gefeierten
Darbietungen des Ensembles mit Ottavio Dantone und exzellenten Solisten in den vergangenen Musikfest-Jahren:
Händels »Giulio Cesare« (2011) und »Alcina« (2014),
Caldaras »Maddalena ai piedi di Cristo« (2012) und Vivaldis
»L’incoronazione di Dario« (2013). 2014 wurde die Accademia Bizantina zusammen mit Ottavio Dantone mit dem
Musikfest-Preis ausgezeichnet und im vergangenen Jahr
präsentierte das Ensemble Schätze der englischen Barockmusik.
OLGA PERETYATKO
Sie ist eine der meistgefragtesten Sopranistinnen unserer
Zeit: Olga Peretyatko, aufgewachsen in St. Petersburg, Russland, studierte Gesang an der Hochschule für Musik Hanns
Eisler Berlin. Sie gehörte dem Opernstudio der Staatsoper
Hamburg an und wurde 2007 beim Internationalen Wettbewerb Operalia ausgezeichnet. Internationale Aufmerksamkeit zog Olga Peretyatko 2010 in der Titelrolle von Strawinskys »Rossignol« in der gefeierten Inszenierung von
Robert Lepage auf sich. Zahlreiche internationale Debüts
folgten und auf Begeisterung bei Presse und Publikum stieß
auch ihr kurzfristiges Einspringen in Donizettis »L’elisir
d’amore« an der Seite von Rolando Villazón während der
Pfingstfestspiele 2012 in Baden-Baden. 2013 überzeugte
die Sopranistin erstmals das Publikum im Musikfest Bremen
als Giunia in Mozarts Oper »Lucio Silla«, 2014 gestaltete
sie mit der Accademia Bizantina und Ottavio Dantone Werke
von Mozart und Rossini. Im selben Jahr debütierte sie u. a.
an der Mailänder Scala als Marfa in Rimski-Korsakows »Die
Zarenbraut«, am Opernhaus Zürich als Gilda in Verdis »Rigoletto« und an der Metropolitan Opera in New York als Elvira
in Bellinis »I Puritani«, eine Rolle, die sie 2015 ebenfalls mit
großem Erfolg an der Wiener Staatsoper sang. Anfang 2016
gestaltete Olga Peretyatko einen Abend mit Rossini-Arien in
Paris am Théâtre des Champs-Élysées mit der Accademia
Bizantina und Ottavio Dantone.
In der Geschichte der Musik gibt es wohl kaum
einen vergleichbaren Fall: Da versetzt ein Komponist ganz Europa durch seine Opern in einen
unbeschreiblichen Enthusiasmus, um im Alter von
38 Jahren nach der Komposition der letzten von
40 Opern (»Guillaume Tell«) nicht nur endgültig
das Komponieren aufzugeben, sondern auch noch
(nach einem Bericht des belgischen Musikologen
François-Joseph Fétis 1841) zu behaupten, dass
er »niemals das Verlangen nach Musik gehabt
habe«.
Gioacchino Rossini, 1792 geboren, fühlte sich nicht
auf der Höhe seiner Zeit. Aus heutiger Sicht gehörte
er eher in das 18. Jahrhundert. 1810 hat er versucht,
die »Opera seria« wieder zu beleben und leitete
eine Reform des Koloraturgesangs ein, 1854 hat er
sich selbst als den »letzten Klassiker« bezeichnet.
Mit »Tancredi« gelang ihm 1813 der Durchbruch
auf europäischer Ebene im Alter von nur 21 Jahren.
Das melodienreiche Kriegs- und Liebesdrama nach
einem Trauerspiel von Voltaire spielt im Jahr 1005
KONTAKTE ZUR KUNST
Unter diesem Slogan fördern wir, die Bremer Landesbank (BLB),
Kunst und Kultur: Ausstellungen zeitgenössischer internationaler
Kunst, herausragende Inszenierungen des Musiktheaters sowie
hochkarätige Konzerte klassischer Musik mit Solisten und Ensembles von Weltniveau. Das Musikfest Bremen unterstützen wir seit
1991 kontinuierlich. Auch 2016 sind wir einer der Hauptsponsoren.
In diesem Jahr präsentieren wir:
Arp-Schnitger-Festival III: »200 Jahre Schnitger-Orgel in Cappel«
Pieter van Dijk/Orgel
Werke von Dieterich Buxtehude, Heinrich Scheidemann u. a.
Freitag, 26.08.2016, 19 Uhr, Kirche St. Peter und Paul, Cappel
»Tancredi«
Accademia Bizantina & Solisten, Ottavio Dantone
Gioacchino Rossini: »Tancredi« (konzertant)
Sonntag, 28.08.2016, 18 Uhr, Die Glocke, Bremen
»Neapolitanische Festmusik«
Concerto de’ Cavalieri & Solisten, Marcello Di Lisa
Werke von Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti
Dienstag, 06.09.2016, 20 Uhr, St. Laurentius-Kirche, Langförden
Die Bereicherung des kulturellen Angebots ist für uns ein Selbstverständnis. Ebenso unser Bekenntnis als Bank zur Region. Mit mehr
als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Bremen und Oldenburg und einem Geschäftsvolumen von 32 Milliarden Euro gehört
unsere Bank zu den führenden Kreditinstituten im Nordwesten.
Seit jeher pflegen unsere Spezialisten die Nähe zu den Menschen
und dem Markt. Sie verfügen in den Schlüsselbranchen in und um
Bremen und Oldenburg über eine langjährige Expertise. Und auch
wenn es um das private Vermögen geht, stehen sie ihren Kunden
mit detaillierter Beratung und zeitgemäßen Investitionsformen zur
Seite. Als einziges Kreditinstitut der Region mit eigenem Handelszentrum bieten wir unseren Kunden außerdem einen exklusiven
Zugang zu den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten.
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im sizilianischen Syrakus. Nach jahrelanger Fehde
verbünden sich die Familien des Argirio und des
Orbazzano gegen die Sarazenen und Argirio bietet
seinem ehemaligen Gegenspieler die Hand seiner
Tochter Amenaide. Diese liebt jedoch heimlich Tancredi, den bei ihrem Vater in Ungnade gefallenen und
verbannten Edelmann. Die Liebe wird im politischen
Kalkül zerrieben. Der schier überwältigende Reichtum an Melodien und der Koloraturgesang lassen
nichts anderes zu, als über die geheimnisvollen
Zauberkräfte nachzudenken, über die wohl kein Instrument, sondern einzig und allein die menschliche
Stimme verfügt.
Der französische Dichter Stendhal, der 1823 die
Biographie »La vie de Rossini« geschrieben hat,
lobte an dieser Romeo-und-Julia-Geschichte vor
allem das »noch jungfräuliche Genie, das rechte
Mass an Reichtümern und Luxus, das die Schönheit
ziere, ohne ihr zu schaden und ohne sie mit zusätzlichen Verzierungen zu überladen«. Und Heinrich
Heine berichtet im dritten Teil seiner »Reisebilder«
1830: »Dem armen geknechteten Italien ist ja das
Sprechen verboten und es darf nur durch Musik die
Gefühle seines Herzens kundgeben. All sein Groll
gegen fremde Herrschaft, seine Begeisterung für
die Freiheit, sein Wahnsinn über das Gefühl der
Ohnmacht, seine Wehmut bei der Erinnerung an
vergangene Herrlichkeit, dabei sein leises Hoffen,
sein Lauschen, sein Lechzen nach Hülfe, all dies
verkappt sich in jene Melodien, die von grotesker Lebenstrunkenheit zu elegischer Weichheit
herabgleiten, und in jene Pantomimen, die von
schmeichlerischen Karessen zu drohendem Ingrimm überschnappen«. Und an anderer Stelle
spricht er sogar von »staatsgefährlichen Trillern und
revolutionärrischen Koloraturen«.
Ute Schalz-Laurenze
MARIANNA PIZZOLATO
DODENHOF IST NORDDEUTSCHLANDS GRÖSSTES SHOPPINGCENTER
Die Mezzosopranistin Marianna
Pizzolato schloss ihr Gesangsstudium in ihrer Heimatstadt
Palermo mit Auszeichnung ab.
Vor allem in Opern Rossinis
zählt sie heute zu den gefragtesten Interpretinnen ihres Fachs und feiert an renommierten
Bühnen auf der ganzen Welt Erfolge. Zur Partie des Tancredi hat
sie eine ganz besondere Beziehung, gab sie mit der Rolle doch
2002 ihr Operndebüt in Piacenza. Neben Belcanto-Rollen gilt
Marianna Pizzolatos Liebe auch zahlreichen Partien des
Barock­faches. Ein Beispiel dafür ist ihre Mitwirkung an der Seite
von Anna Netrebko an der vielbeachteten Einspielung des
»­Stabat Mater« von Giovanni Battista Pergolesi unter der Leitung von Antonio Pappano.
So wie das Musikfest Bremen für das Besondere, für Vielfalt und
Qualität steht, so dürfen Besucher von dodenhof, Norddeutschlands größtem Shopping-Center, ebenfalls immer ein bisschen
mehr erwarten. Mehr Auswahl, mehr Service, mehr Marken und vor
allem: ein ganz besonderes Einkaufserlebnis für die ganze Familie.
ROMINA TOMASONI
Die italienische Mezzosopranistin Romina Tomasoni erhielt
ihre Ausbildung am Konservatorium von Brescia. 2010 gewann sie den 1. Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb für geistliche Musik in Rom und 2011 den 3. Preis beim
Internationalen Cesti-Wettbewerb für Barockoper in Innsbruck. Seitdem hat sie vor allem in Opern von Mozart, Verdi
und Puccini Erfolge an den Opernhäusern von Florenz, Sevilla,
Rom, Catania und Parma gefeiert und dabei mit Dirigenten wie
Riccardo Muti, James Conlon, Zubin Mehta, Seiji Ozawa und
Lorin Maazel gearbeitet.
MARIANO BUCCINO
Der junge aus Neapel stammende Bass Mariano Buccino
wurde 2012 ins Opernstudio der Accademia di Santa Cecilia
in Rom aufgenommen, wo Renata Scotto seine Lehrerin war.
Erste Bühnenerfahrung sammelte er an der Opera Lombardia
und an den Bühnen von Piacenza, Modena und Ravenna.
Zuletzt sang er Verdis Messa da Requiem in Rom und den
Colline in Puccinis »La Bohème« im Teatro Lirico di Cagliari.
Zukünftige Engagements umfassen seine Debüts am Teatro Massimo in Palermo als Zuniga in Bizets »Carmen« und
am Teatro Liceu in Barcelona als Commendatore in »Don
­Giovanni«.
RENÉ BARBERA
JANA KURUCOVA
Der aus Texas stammende und
am Ryan Opera Center der
Lyric Opera of Chicago ausgebildete Tenor gewann 2011
­Placido Domingos »Operalia«Wettbewerb und erhielt daneben auch noch den Publikumspreis und den Preis für die
beste Zarzuela-Interpretation. Seitdem hat er sich als einer
der führenden Belcanto-Tenöre seiner Generation etabliert.
Nachdem Barbera bereits an renommierten Bühnen wie San
Francisco Opera, Los Angeles Opera, Opéra National de Paris,
Teatro Massimo in Palermo, Teatro San Carlo in Neapel oder
Teatro Comunale in Bologna erfolgreich gastiert hat, steht im
Oktober sein Debüt an der Metropolitan Opera New York als
Lindoro in Rossinis »L’Italiana in Algeri« an.
Die Mezzosopranistin Jana Kurucova studierte am Konservatorium von Banska Bystrica in ihrer slowakischen Heimat
und danach an der Musikhochschule Graz. Nach der Saison
2005/06 am Opernstudio der Bayerischen Staatsoper München wechselte sie ans Theater Heidelberg und gehört seit
der Spielzeit 2009/10 dem Ensemble der Deutschen Oper
Berlin an, wo sie vor allem in Mozart- und Rossini-Partien
Erfolge feiert. Daneben führten sie Gastspiele bisher u. a. an
die Opernhäuser von Dresden, Sevilla, Oslo, Prag, Bratislava,
Bari und Peking sowie an das Festspielhaus Baden-Baden.
UNKONVENTIONELL
FRISCH
AUFREGEND
MUSIKFEST SURPRISE – das ist die bunt schillernde
Wundertüte des Festivals! Als Laboratorium für
unkonventionelle Experimente, die sich konsequent jeder eindeutigen Kategorisierung entziehen.
Mit Programmen, die Musik vergangener Epochen
mit zeitgenössischen Klängen verbinden und die
europäische Musiktradition anderen Kulturen gegenüberstellen. In der Bremer Überseestadt, wo
früher Schiffe aus aller Welt einliefen und das
Aufeinandertreffen verschiedener Nationen und
Mentalitäten zum Alltag gehörte, greift MUSIKFEST
SURPRISE grenzüberschreitende Einflüsse auf und
vermittelt ein globales Musikbewusstsein. Und um
den bewussten Stilbruch zu komplettieren, wird
auch die klassische Konzertform aufgebrochen:
keine traditionelle Reihenbestuhlung, sondern ungezwungener Lounge-Charakter mit kleinen Tischen,
Stühlen und Getränkeausschank.
Auf 120.000 Quadratmetern präsentiert das Familienunternehmen eindrucksvoll die dodenhof Produktwelten von Mode über
Wohnen, Sport, Technik bis zur GenießerWelt sowie eine Shop-Mall
mit zahlreichen Anbietern aus den Bereichen Mode, Lifestyle
und Gas-tronomie. Neben der beeindruckenden Größe und der
faszinierenden Produkt- und Themenauswahl steht dodenhof
aber auch für erlebnisreiches Shoppen. Das beginnt schon bei
der bequemen Anfahrt (dodenhof liegt direkt an der A1, Abfahrt
Posthausen) mit Pkw oder öffentlichen Verkehrsmitteln und den
mehr als 5.000 kostenlosen Parkplätzen. Während die Großen
beim Bummeln durchs Center das riesige Angebot und zahlreiche
Events erleben, fühlen sich die Kleinen in dodis Spielparadies mit
großem Abenteuerspielplatz, Streichelzoo und allerlei spannenden
Indooraktivitäten rundherum wohl. Und weil Shoppen und Spielen
hungrig machen, bietet die ShoppingWelt allein 14 verschiedene
gastronomische Angebote auf dem Centergelände.
dodenhof freut sich über die erneute Partnerschaft in 2016 mit
dem Musikfest Bremen und auf außergewöhnliche Konzertabende
in der Bremer Überseestadt bei Musikfest Surprise.
Die ShoppingWelt
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Telefon: 04297/3-0
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29
08
ORIENT UND
OKZIDENT
IM JAZZ
VERBUNDEN
KOSMOPOLITISCHE
RHYTHMS OF RESISTANCE
präsentiert von
präsentiert von
MO / 29. AUG / 21 UHR / 36,- EUR / (ERM. 26,-)
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST SURPRISE I: ORIENT TRIFFT OKZIDENT
NAÏSSAM JALAL & RHYTHMS OF RESISTANCE:
NAÏSSAM JALAL Flöte, Nay
MEHDI CHAÏB Tenorsaxophon, Sopransaxophon, Perkussion
KARSTEN HOCHAPFEL Gitarre, Violoncello
MATYAS SZANDAI Kontrabass
ARNAUD DOLMEN Schlagzeug, Perkussion
Werke von der aktuellen CD »Osloob Hayati«
Die Begegnung zwischen europäischer und arabischer Musik könnte man leicht für eine Entwicklung heutiger Tage halten. Der multikulturelle
Austausch, der sich auch in diversen Weltmusikspielarten widerspiegelt, scheint den Grundstock
dafür gelegt zu haben, dass sich arabische Metrik
und europäische Harmonik begegnen konnten.
Aber dieser Kontakt ist weit älter, reicht bis zur
maurischen Herrschaft in Spanien im Mittelalter
zurück, durch die die Entwicklung der frühen europäischen Musik ihren entscheidenden Anstoß durch
die arabischen und jüdischen Musiktraditionen
erhielt. Heute hat sich eine fast kurios zu nennende
Umkehr des Weges ergeben, denn nun kehren in
Europa ausgebildete Musiker mit sogenanntem
Migrations-Hintergrund zurück in die Länder ihrer
Eltern, um deren Musik zu studieren. Das hat auch
die französisch-syrische Flötistin Naïssam Jalal
getan. Zunächst als klassische Flötistin ausgebildet,
wandte sie sich entschieden der Jazzimprovisation
zu, bereiste Syrien und Ägypten und erlernte in Damaskus das Spiel auf der Nay. Diese außerordentlich
schwer zu spielende schnabellose Längsflöte ist in
Ägypten schon seit der Zeit der Pharaonen belegt
und in weiten Teilen der arabischen Welt anzutreffen.
Aber Naïssam Jalal begnügte sich nicht damit, nach
ihren eigenen musikalischen Wurzeln zu suchen.
Vom Jazz kommend, interessierte sie sich auch für
die marokkanische Gnawa-Trancemusik, spielte mit
diversen schwarzafrikanischen Musikern, arbeitete
aber auch mit Jazzspezialisten wie dem Saxophonisten Michael Blake oder dem Schlagzeuger
Hamid Drake. Schließlich gründete die Flötistin ihr
Quintett Rhythms of Resistance, in dessen Musik
die ganze Vielfalt ihrer musikalischen Erfahrungen
zusammenfließt. Die durchweg mit in Frankreich lebenden Musikern besetzte Formation vereint dessen
ungeachtet verschiedene musikalische Kulturen
in sich: Der Gitarrist und Cellist Karsten Hochapfel
ist Deutscher, der unter anderem kurze Zeit in der
kreativen deutschen Band Embryo verbracht hat.
Der Tenor- und Sopransaxophonist Mehdi Chaïb ist
Franzose mit marokkanischen Wurzeln und hat sich
folgerichtig intensiv mit der Gnawa-Musik beschäftigt. Kontrabassist Matyas Szandai ist gebürtiger
Ungar, und Schlagzeuger Arnaud Dolmen ist zwar
in Paris geboren, aber überwiegend in Guadeloupe
aufgewachsen. Dem entsprechend vielfarbig schillert die Musik des Quintetts, in dem Naïssam Jalal
die klassische Böhmflöte bläst, aber eben auch,
deutlich am rauschenden Ton der beidseitig offenen
Flöte zu hören, die Nay. Auf der Debüt-CD »Osloob
Hayati« von Naïssam Jalal & Rhythms of Resistance
ist zu hören, wie expressive Jazzimprovisation,
vorsichtige Rockmotive, gewisse Minimal-Ketten
und arabische Metrik und Harmonik wie selbstverständlich zusammenfließen.
NAÏSSAM JALAL
Naïssam Jalal wurde in Paris als Tochter syrischer Eltern
geboren und bekam schon als Sechsjährige klassischen
Flötenunterricht am Konservatorium. Mit siebzehn Jahren
erhielt sie ihr Diplom, entdeckte aber gleichzeitig die Jazzimprovisation für sich. Sie spielte einige Zeit in einer Brassband
Funkjazz, reiste nach Damaskus und Kairo, wo sie bei renommierten Lehrern klassische arabische Musik studierte.
In alle stilistischen Richtungen offen, arbeitete die Flötistin
aber auch mit einem Rapper wie dem Libanesen Rayess Bek
zusammen, mit Oud-Virtuosen und schwarzafrikanischen
Perkussionisten. Seit 2011 spielt sie mit ihrem kosmopolitschen Quintett Naïssam Jalal & Rhythms of Resistance auf
den großen Festivals und in zahlreichen Clubs in Paris und
der Welt. 2015 legten sie zusammen ihre Debüt-CD vor.
BREMER UNTERNEHMENSGRUPPE
TEAM NEUSTA
IT- UND KOMMUNIKATION
AUS DER ÜBERSEESTADT
Mit der Unternehmensgruppe team neusta GmbH ist Geschäftsführer Carsten Meyer-Heder außerordentlich erfolgreich: Selbstverantwortung, Vertrauen und Herausforderungen lassen aus
einem agilen Schwarm an Softwareentwicklern, IT-Consultants
und Experten ein großes Ganzes werden – eben das team neusta.
Der Bereich Softwareentwicklung und IT-Beratung ist der Nukleus
der Holding und nach wie vor der wichtigste Umsatzgenerator.
Hier finden die größten Projekte statt. Hier pulsiert das Netzwerk
am stärksten, von dem die übrigen Tochterfirmen partizipieren.
Resultat: 2015 weist team neusta einen Umsatz von 97 Millionen
Euro auf.
Strategisch geplant hat Geschäftsführer Meyer-Heder diese Entwicklung nicht. Mit Anfang 20 spielte er Schlagzeug, begann ein
Studium der Wirtschaftswissenschaften, bis er feststellte, dass ihn
die damals in den Kinderschuhen steckende IT mehr interessierte
als alles andere. Diese Begeisterung an der Arbeit ist ein roter
Faden, der sich bis heute durch die gesamte Unternehmensgruppe
zieht.
1993 begann die Firmengeschichte. neusta entwickelte eine
Datenbankschnittstelle für einen Kunden und bekam vom Tourismuskonzern TUI einen der ersten Aufträge. 1994 wurde der
erste Mitarbeiter eingestellt – Umsatz zu jener Zeit: ungefähr
150.000 DM. Stetig wuchs das Unternehmen. Der Umsatz stieg
zur Jahrtausendwende auf circa 1,5 Millionen DM.
Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Aufträge wurden komplexer, die
Kunden größer – vom mittelständischen Handwerksunternehmen
bis zum international agierenden Konzern ist bis heute alles dabei.
Allein in der Zeit von 2006 bis 2012 stieg die Mitarbeiteranzahl von
80 auf 400, während im gleichen Zeitraum verschiedene neue
Gesellschaften gegründet wurden. Heute beschäftigt team neusta
u. a. an den Standorten in Bremen, Hamburg, München, Berlin, Köln
und Toulouse rund 800 Angestellte und beauftragt 400 Freiberufler. Der Unternehmensverbund bietet von Softwareentwicklung
über Design, eCommerce, Marketing, App und mobile bis hin zu
Unternehmenskommunikation ein breites Dienstleistungsspektrum aus einer Hand.
Christian Emigholz
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30
08
DUELLE
ZWISCHEN
SAXOPHON UND
VIBRAPHON
Die Besetzung mit Altsaxophon, Vibraphon, Kontrabass und Schlagzeug ist eher ungewöhnlich für
eine Jazzformation. Zumeist wird das Vibraphon
lieber mit einem Piano kombiniert, weil seine
flirrende Klangfarbe dazu gut passt. Die britische Band Empirical ist aber erst in zweiter Linie
an warmen Melodien interessiert, das Quartett
setzt vielmehr auf harte Staccati und melodische
Kürzel, die dann allmählich im Gruppengeflecht
aufgelöst werden.
Die Band orientiert sich damit lose an einer Jazz­
entwicklung, die von Protagonisten wie Ornette
Coleman, Wayne Shorter und Eric Dolphy zu Beginn
der 1960er Jahre eingeleitet wurde. Diese begannen auf unterschiedlichen Wegen den Jazz von
überkommenen Strukturen zu befreien, bis Ornette
Coleman schließlich mit seinem Album »Free Jazz«
dieser Entwicklung einen Namen gab. Auf ihrem
zweiten Album »Out’n’In« beschäftigt sich Empirical
intensiv mit der Musik des 1964 – mit gerade einmal
36 Jahren – verstorbenen Altsaxophonisten und
Bassklarinettisten Eric Dolphy. Dolphy hatte auf
seinem Album »Out to Lunch« mit einer ähnlichen
präsentiert von
DAS BRITISCHE
JAZZQUARTETT
EMPIRICAL
Besetzung experimentiert (allerdings war mit Freddie Hubbard noch ein zweiter Bläser dabei).
Die 2007 gegründete Band Empirical begann
zunächst in klassischer Hardbop-Besetzung mit
Trompete, Saxophon, Piano, Bass und Schlagzeug.
Erst ein Jahr später fand sich das bis heute so existierende Quartett mit der spannenden Gegenüberstellung von Altsaxophon und Vibraphon zusammen.
Nach einigen Experimenten mit weiteren Musikern
und auch einem Streichquartett auf ihren beiden
nachfolgenden Alben, hat Empirical auf dem in diesem Jahr erschienenen Album »Connection« ganz
puristisch nur auf die Quartettbesetzung gebaut.
Altsaxophonist Nathaniel Facey lässt hier seinen
klaren, immens schneidenden, vibratolosen Ton
sich wirkungsvoll mit den keineswegs nur feinsinnigen, mitunter offensiv fordernden und auch hart
dazwischenfunkenden Schlägen des Vibraphonisten
Lewis Wright reiben. Das geschieht mal in Parallel- und Unisonopassagen, mal führen die beiden
Instrumentalisten auch regelrechte Duelle auf. Bei
Empirical herrscht Gleichberechtigung, so dass Bassist Tom Farmer und Schlagzeuger Shaney Forbes
keine »Rhythmusknechte« sind, sondern immer
wieder eigene Ideen in die Stücke einfügen können.
In seiner von kompromissloser Ruppigkeit und
von ebenso radikalen wie fragilen Umschwüngen
geprägten Spielweise, der aber auch ein sinnlichlyrischer Gestus gegenübersteht, ist Empirical eine
der aufregendsten Bands Englands.
Christian Emigholz
DI / 30. AUG / 21 UHR / 36,- EUR / (ERM. 26,-)
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
EMPIRICAL
MUSIKFEST SURPRISE II: CONNECTION
EMPIRICAL:
NATHANIEL FACEY Saxophon
LEWIS WRIGHT Vibraphon
TOM FARMER Bass
SHANEY FORBES Schlagzeug
Werke von der aktuellen CD »Connection«
Empirical wurde 2007 gegründet und veröffentlichte im
selben Jahr sein Debütalbum, das vom Saxophonisten
Courtney Pine produziert wurde. Ebenfalls 2007 gewann die
Band die Jazz Competition der EBU (European Broadcasting
Union), seitdem folgten diverse weitere Auszeichnungen.
2009 veröffentlichte das Quartett die CD »Out’n’In«. 2011
erschien »Elements of Truth« und 2013 das Doppelalbum
»Tabula Rasa«, bei dem Empirical mit den Streichern vom
Benyounes Quartet zusammenarbeitete. In diesem Jahr erschien das Album »Connection«, dessen Material die Band
beim Musikfest Bremen vorstellen wird.
Einen Abend vor dem Auftritt im BLG-Forum ist
Jean Rondeau, Spezialist für Tasteninstrumente,
beim Musikfest Bremen noch als Cembalist mit
einem Barockmusikprogramm unter dem bezeichnenden Titel »Cembalissimo!« zu erleben. An
diesem Abend aber zeigt der junge Franzose sein
anderes, vom Jazz begeistertes Gesicht, und
man könnte das Konzert – ein wenig ironisch –
»Pianissimo!« überschreiben, denn hier stellt
er sich mit seinem Quartett Note Forget und am
Konzertflügel vor.
Jean Rondeau ist keineswegs der erste Musiker der
sogenannten E-Musik, der sich auch für den Jazz
begeistert, es gibt berühmte Beispiele, die in diesem Metier mehr oder minder grandios gescheitert
sind (viele davon ausgebildete Opernsänger und
-sänger­innen). Es gibt aber auch andere, die sich
mehr als ordentlich in diesem Bereich geschlagen
haben. Erwähnt sei in diesem Zusammenhang
nur der Pianist Friedrich Gulda, der mit diversen
US-amerikanischen Jazzgrößen gearbeitet, und
auch das Kunststück hinbekommen hat, einen
eigenen Blues mit der d-Moll-Fantasie von Mozart
zu verknüpfen. Bei Jean Rondeau liegt der Fall noch
etwas anders, denn der 25-Jährige ist eigentlich
ein ausgesprochener Spezialist für Barockmusik
in einer Bandbreite von Bach bis Rameau und ein
schon in seinen jungen Jahren hoch dekorierter
Cembalist, der mit 21 Jahren als jüngster Gewinner
im Cembalo-Wettbewerb des Musica Antiqua Festival
von Brügge siegte. Auf der anderen Seite betreibt
er seit mehreren Jahren sein Jazzquartett mit dem
Namen »Note Forget« (also: Vergiss die Noten!), mit
dem er sich in einer vielleicht typisch französischen
Art und Weise mit Jazz auseinandersetzt, nämlich
mit einem entspannt fließenden, harmonischen
Spiel, bei dem auch schon mal in den Flügel gegriffen
wird, aber eigentlich das fließende Moment eines
zeitlosen Modern Jazz von größerer Bedeutung ist.
Eine von Rondeaus Kompositionen trägt beispielsweise den Titel »Ming & us«. Wenn man dabei
das »&« weglässt, gemahnt es an den großen
Jazzbassisten Charles Mingus, an den das Quartett
bei seinem Spiel wohl erinnern möchte. Bei anderen
Titeln verwendet er unüberhörbar Motive des italienischen Pianisten Enrico Pieranunzi (ebenfalls zu
Gast beim diesjährigen Musikfest), auch er macht
zwischen Jazz und sogenannter E-Musik keinen
großen Unterschied, sondern ist selbst mit E-MusikVeröffentlichungen hervorgetreten. Übrigens könnte
der Abend tatsächlich »Pianissimo!« überschrieben
sein, denn Rondeau liegt eher das Verspielte und
Geläufige als große Lautstärke.
Christian Emigholz
NOTE FORGET
31
08
Experimentierhungrig und voller Tatendrang hat der junge
Cembalist Jean Rondeau ein Projekt ins Leben gerufen, das
sich nicht einordnen lassen will, vielmehr gelernte Muster
aufbricht, um sie neu zu arrangieren. Mit seiner enthusiastischen, ausgefallenen Herangehensweise erprobt Jean
Rondeau, jüngster Gewinner des Cembalo-Wettbewerbs des
Musica Antiqua Festivals in Brügge, mit dem Jazz-Ensemble
Note Forget seine eigenen Kompositionen und spielt Klavier.
Note Forget mit Virgile Lefebvre am Saxophon, Sébastien
Grenat am Schlagzeug und Erwan Ricordeau am Bass ist in
den zahlreichen Jazz-Clubs von Paris ebenso zu entdecken
wie bei renommierten Festivals und wurde 2012 mit dem
französischen Jazzpreis »Trophées du Sunside« ausgezeichnet.
Mehr Informationen zu Jean Rondeau finden Sie auch auf
Seite 30.
DAS JAZZ-GESICHT
EINES CEMBALO‑STARS
EXPERIMENTE MIT NOTE FORGET
präsentiert von
MI / 31. AUG / 21 UHR / 36,- EUR (ERM. 26,-)
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST SURPRISE III:
IMPROVISATIONSTALENTE
NOTE FORGET:
JEAN RONDEAU Klavier
VIRGILE LEFEBVRE Saxophon
SÉBASTIEN GRENAT Schlagzeug
ERWAN RICORDEAU Bass
Werke von Jean Rondeau und Improvisationen
40|41
01
09
TIGRAN HAMASYAN
YEREVAN STATE CHAMBER CHOIR
Tigran Hamasyan wurde 1987 in Leninakan, Armenien,
geboren. Schon als Kind erhielt er klassischen Klavierunterricht. Im Alter von zehn Jahren gewann er erste Musikwettbewerbe. Im Jahr 2000 hörte der US-Pianist Chick Corea
den Teenager beim Jazzfestival in Jerewan. 2003 gewann
Hamasyan den Wettbewerb des Montreux Jazzfestivals und
2006 den Thelonious Monk Jazzwettbewerb. Er hat bisher
insgesamt sieben Alben veröffentlicht. Zurzeit arbeitet er
an einem Projekt mit den norwegischen Jazzmusikern Arve
Henriksen, Eivind Aarset und Jan Bang.
Der Yerevan State Chamber Choir wurde 1996 von Harutyun
Topikyan unter dem Namen Yerevan Chamber Choir gegründet. Seit dem Jahr 2009 wird der Chor staatlich gefördert,
was zu seinem heutigen Namen führte. Der Chor hat insgesamt zehn CDs veröffentlicht, die sich vor allem den Werken
armenischer Komponisten wie Komitas, Aram Khachaturyan
und Tigran Mansuryan widmen. Der Chor ist bei zahlreichen
Chorfestivals in aller Welt aufgetreten.
Die BLG wurde 1877 von 65 Bremer Kaufleuten gegründet.
Erstmals erfolgte damit die Bündelung von Güterumschlag und
Lagerung in einem Seehafen. Das Erfolgsmodell hat sich im
Zuge der Globalisierung vom lokalen Hafenunternehmen zur BLG
LOGISTICS GROUP entwickelt und ist heute weltweit aktiv. In über
100 Niederlassungen in Europa, Nord- und Südamerika, Afrika
und Asien arbeiten einschließlich aller Beteiligungen mehr als
16.000 Menschen für die Unternehmensgruppe.
MEDITATIONEN
ÜBER ALTE
ARMENISCHE
MUSIK
DAS »LUYS I LUSO«-PROJEKT
präsentiert von
präsentiert von
DO / 01. SEPT / 21 UHR / 36,- EUR (ERM. 26,-)
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST SURPRISE IV: VOM LICHT ZUM LICHTE
TIGRAN HAMASYAN Klavier
YEREVAN STATE CHAMBER CHOIR
DIE BLG IM WANDEL
Geschäftsbereich Automobillogistik
Betrieb von Autoterminals an der See, an großen Flüssen und im
Binnenland, Transporte per Schiene, Straße und Wasser sowie
technische Dienstleistungen. 2013 wurden 7,5 Millionen Fahrzeuge
betreut. Damit ist die BLG Marktführer in Europa.
Bei seinem Auftritt im Rahmen des Jazzfestes
Berlin im vorigen Jahr spielte der armenische Pia­
nist Tigran Hamasyan ein ebenso faszinierendes
wie zutiefst beeindruckendes Set mit seinem
Trio: Ein junger Wellenreiter, der wild durch die
Stile pflügte, indem er Jazz, HipHop, Rock und
armenische Folklore wie selbstverständlich miteinander verwebte und geradezu kraftmeierisch
den Flügel traktierte.
Etwas mehr als ein Jahr zuvor hatte der Pianist
etwas völlig anderes gemacht, und vollkommen
anders gespielt: In der armenischen Hauptstadt
Jerewan nahm Hamasyan sein erstes Album für
das Label ECM auf, das in Stilistik und musikalischer
Sensitivität in eine völlig andere Richtung weist.
Gemeinsam mit dem Yerevan State Chamber Choir
hat er dort sakrale Hymnen und liturgische Gesänge
aus Armenien eingespielt. Tigran Hamasyan hat
dazu eine Auswahl aus der armenischen Sakralmusik des 5. bis 20. Jahrhunderts von weitgehend
bei uns unbekannten Komponisten (einzig der
Priester, Musikwissenschaftler und Komponist Komitas dürfte Interessierten bekannt sein) getroffen
und speziell für Kammerchor und Klavier, das stellenweise präpariert ist, arrangiert. »Luys i Luso«
(Vom Licht zum Lichte) ist das CD-Resultat betitelt.
Das ungewöhnliche Projekt lässt ein wenig an die
legendären »Officium«-Aufnahmen des Jazzsaxophonisten Jan Garbarek mit dem Hilliard Ensemble
denken, zugleich weckt die Aufnahme gewisse
Erinnerungen an die spezielle vibratolose Singweise
der Bulgarian Voices Angelite, eine Gesangsform,
die sich in ähnlicher Form auch in Armenien findet.
Tigran Hamasyan nähert sich dieser überwiegend
alten und ältesten Musik – lediglich die Werke des
bereits erwähnten Komitas stammen aus dem 19.
und beginnenden 20. Jahrhundert, wobei sich dieser
oft auf alte Vorlagen bezieht – überaus behutsam
und wird dem meditativen Charakter der Musik
auch in seinem sehr sensiblen Klavierspiel gerecht,
das immer wieder mit vorsichtigen Jazzharmonien
und motivischen Fragmenten operiert, die mitunter
gewisse Bach-Anklänge besitzen. So entsteht aus
dem Zusammenklang des häufig zerbrechlichen
Chorgesangs und Tigran Hamasyans Pianomustern
eine meditative, dem sakralen Charakter der Texte
entsprechende Wirkung.
Geschäftsbereich Kontraktlogistik
Logistiksysteme für Autoteile-, Industrie- und Produktionslogistik,
Handels- und Distributionslogistik, Seehafenlogistik und Logistik
für Offshore-Windenergieanlagen. Die BLG arbeitet für renommierte
Kunden wie BMW, Mercedes, VW, Tchibo, Bosch, Siemens, Konica
Minolta oder IKEA.
Geschäftsbereich Containerlogistik
Das Gemeinschaftsunternehmen EUROGATE ist Marktführer in
Europa. Das Netzwerk umfasst Terminals in Bremerhaven, Hamburg, Lissabon, Gioia Tauro, La Spezia, Ravenna, Salerno, Cagliari,
Tanger, Ust Luga und Wilhelmshaven. 2013 wurden 14,2 Millionen
Standardcontainer (TEU) umgeschlagen. Damit ist EUROGATE der
führende europäische Terminalbetreiber.
Christian Emigholz
»Luys i Luso«: Hymnen und Scharakane sowie Choräle von Grigor
Narekatsi, Nerses Shnorhali, Mesrop Mashtots, Mkhitar Ayrivanetsi,
Grigor Pahlavuni, Komitas und Makar Yekmalyan arrangiert für Klavier
und Vokalensemble
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08
GRUBINGER &
FRIENDS
FAMILIENTREFFEN
MIT FREUNDEN
MARTIN GRUBINGER JUN.
Schlagzeug und Martin Grubinger – das steht in der Konzertbranche synonym. Der Österreicher, Jahrgang 1983, hat sich
durch sein Talent und seine Spielenergie zum namhaftesten
Schlagzeuger und Marimbaphonspieler seiner Generation
entwickelt. Ganz nebenbei ist Grubinger ein begnadeter
Vermittler dieser Kunst. So moderiert er im Fernsehen abwechselnd mit der Cellistin Sol Gabetta das Klassik-Magazin
»KlickKlack« des Bayerischen Rundfunks.
MARTIN GRUBINGER SEN.
Salzburg ist seine große Liebe, hier hat Martin Grubinger sen.
Schlagwerk studiert, und hier unterrichtete er auch selbst –
unter anderem seinen Sohn. Als Interpret feierte Grubinger
sowohl in Solistenauftritten bei großen Orchestern wie den
Berliner Philharmonikern Erfolge wie auch mit seinen Ensembles Strings and Percussion, Art Percussion und The
Percussive Planet.
DI / 30. AUG / 20 UHR
TICKETS: 63,- /53.- /43,- /33,- /20,- EUR (ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
GRUBINGER & FRIENDS
MARTIN GRUBINGER JUN. Schlagzeug
MARTIN GRUBINGER SEN. Schlagzeug
ALEXANDER GEORGIEV Schlagzeug
FERZAN und FERHAN ÖNDER Klavier
Béla Bartók: Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug Sz 110
Fazil Say: »Gezi Park 1« (arr. Martin Grubinger sen.)
Steve Reich: Quartet für zwei Klaviere und Vibraphon
Tan Dun: »Tears of Nature« (arr. Martin Grubinger sen.)
ALEXANDER GEORGIEV
Der 1990 geborene Bulgare Alexander Georgiev steht am
Anfang seiner Karriere, die er mit großer Energie und Resonanz nach seinem Studienabschluss im Jahr 2013 startete.
Im Bruckner-Orchester der Stadt Linz ist er als SchlagwerkAkademist engagiert.
FERZAN UND FERHAN ÖNDER
Neben den Schwestern Labèque gehören Ferzan und Ferhan Önder zu den führenden »geborenen« Klavierduos der
Welt. Aufgewachsen in Ankara, zog es die Zwillinge 1985
nach Wien. Seitdem haben die Önder-Schwestern auf allen
Kontinenten durch ihr gleichermaßen individuelles wie auch
perfekt aufeinander eingestimmtes Spiel die Kunst des Klavierduos auf ein eigenes Niveau gehoben.
Wer geglaubt hatte, das Klavier sei ein Tasten­
instrument, muss sich vom großen Igor Strawinsky
eines Besseren belehren lassen: Nein, es sei
natürlich ein Perkussionsinstrument, dekretierte
der Komponist und Meister der »Martellano«, der
harten, stechenden Tonrepetition.
Auch Béla Bartók sah dies nicht anders, seine Sonate
für zwei Klaviere und Schlagzeug (Sz 110) belegt die
Verbrüderung von Tasten und Schlägeln eindrücklich.
1938 in Basel uraufgeführt, stellt sie ein Feuerwerk
perkussiver Kunst dar, bei der die Klaviere ein ganzes
Arsenal an Schlagwerk ergänzen. Bartók schrieb
sogar die genaue Aufstellung der Instrumente vor,
um die Balance der Melodien und Rhythmen in dem
komplexen Werk zu halten.
Diese fluide Harmonie spielt auch im Quartett für
zwei Klaviere und Schlagzeug des US-Amerikaners
Steve Reich eine entscheidende Rolle. Seine Musik
hat sich seit den Anfängen Mitte der 1960er Jahre
von den Automatismen des orthodoxen Minimalismus befreit, wie man auch im 2014 uraufgeführten
Quartett für zwei Klaviere und Schlagzeug erleben
kann. Reich selbst bezeichnete es einmal als eines
seiner technisch aufwändigsten Werke. Der Fluss
der Melodien wird häufig unterbrochen, die Harmonien und Tonalitäten verändern sich kontinuierlich.
Die Einzelstimmen verweben sich dabei zu einem
erregten und erregenden Gewirr der Töne.
»Die Musik von Tan Dun ist genau diejenige, die wir
heute brauchen, wo der Osten und der Westen zu unserer einen gemeinsamen Heimat verschmelzen.«
Wer auf diese Weise von John Cage gelobt wurde,
darf sich zu Recht geschmeichelt fühlen. Es ist ein
treffender Kommentar zur Musik des in New York
lebenden, chinesischen Tonsetzers Tan Dun, dessen
umfangreiches Werk sich aus so vielen musikalischen Traditionen speist. In »Tears of Nature« ist es
dreimal die Auseinandersetzung des Menschen mit
Naturkatastrophen, die er in Musik übersetzt. Das
große Erdbeben 2008 in China, der tödliche Tsunami
in Südostasien und ein Sturm über New York bieten
ihm das Tableau für ein musikalisches Naturereignis.
Musikalische Beschreibungen ganz anderer Art
liefert »Gezi Park 1« des türkischen Pianisten und
Komponisten Fazil Say. In seinem dreisätzigen
Werk kommentiert er die Ereignisse im Istanbuler
Gezi Park Ende Mai 2013 mit großer Sympathie für
die Demonstranten, die den Park schützen wollten und in der Folge Meinungsfreiheit und mehr
Demokratie einforderten. »Gezi Park 1« changiert
zwischen westlicher Tonalität mit deutlichen JazzEinflüssen, traditioneller türkischer Melodik und
lautmalerischen Elementen. Es ist eine musikalische
Erzählung über die gesellschaftlichen Verhältnisse
in der Türkei. Fazil Say weiß, wovon er spricht; 2013
wurde der Komponist zu zehn Monaten Haft auf
Bewährung verurteilt – wegen vermeintlich antireligiöser Äußerungen.
BERENBERG PRÄSENTIERT
»GRUBINGER & FRIENDS«
Berenberg wurde 1590 gegründet und gehört heute mit den
Geschäftsbereichen Private Banking, Investment Banking, Asset
Management und Corporate Banking zu den führenden europäischen Privatbanken. Das Bankhaus mit Sitz in Hamburg wird von
persönlich haftenden Gesellschaftern geführt, hat eine starke
Präsenz in den Finanzzentren Frankfurt, London, New York sowie
Zürich und verfügt insgesamt über 19 Standorte in Europa, Amerika
und Asien. Mit festem Bezug zu unserer Tradition tragen mehr als
1.300 Mitarbeiter unseren Geschäftserfolg in die Zukunft.
Der Ursprung der Bank geht auf das Jahr 1590 zurück, als die
Brüder Hans und Paul Berenberg ihre Firma in Hamburg gründeten.
Das Unternehmen war damals im Tuchhandel tätig. In Ermangelung eines funktionierenden Bankensystems übernahmen die
Kaufleute bald selbst die Finanzierung der Warengeschäfte. Sie
gewährten ihren Kunden Kredite und bevorschussten die Sendungen ihrer Lieferanten. So erfolgte der Wandel vom Kaufmann
zum Bankier.
Die seit 17 Jahren in Bremen beheimatete Niederlassung von
Berenberg freut sich, das Musikfest Bremen auch in diesem Jahr
wieder zu unterstützen und damit einen Beitrag zur kulturellen
Vielfalt und Entwicklung der Stadt zu leisten. Es erwartet Sie ein
besonderes Musikerlebnis und ein unvergesslicher Konzertabend
mit »Martin Grubinger & Friends« in der Glocke, worauf wir uns
mit Ihnen sehr freuen.
Stephan Cartier
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08
FASZINATION
FÜR DAS
CEMBALO
JEAN RONDEAU VERJÜNGT EIN
HISTORISCHES INSTRUMENT
»So lange als man uns nichts als die bloße Möglichkeit des Daseyns noch besserer Organisten
und Clavieristen entgegen setzen kann«, heißt es
in dem 1754 erschienenen »Nekrolog auf Johann
Sebastian Bach«, »so wird man uns nicht verdenken können, wenn wir kühn genug sind, immer
noch zu behaupten, daß unser Bach der stärckste
Orgel- und Clavierspieler gewesen sey, den man
jemals gehabt hat«.
Johann Nikolaus Forkel berichtete über die Fingertechnik des Thomaskantors und deren physiologische Grundlagen, Bach habe bei der Entwicklung
seines Fingersatz-Systems den »Daumen zum
Hauptfinger« gemacht, was der Musikforscher als
revolutionären Ansatz würdigte – eine Methode, die
auch François Couperin in seiner Abhandlung »L’Art
de toucher le Clavecin« vertrat, die allerdings erst
erschien, als Bach »schon über 30 Jahre alt« war.
Dabei scheint sich Bach in seiner Fantasie c-Moll
BWV 906 neben Scarlatti auch auf Jean-Philippe
Rameaus »Pièces de clavecin avec une méthode
pour la mécanique des doigts« von 1724 bezogen
zu haben, da er in diesem einzigartigen Experiment
chromatischer Kontrapunktik von der bei Rameau
erstmals dokumentierten Technik vom virtuosen
Überschlagen der Hände reichlich Gebrauch machte.
Ohnehin hatte Bach die französische Musik bereits
als Jugendlicher kennengelernt, was sich später
präsentiert von
DI / 30. AUG / 20 UHR
TICKETS: 25,- EUR (ERM. 18,-)
Jagdschloss Clemenswerth, Sögel
CEMBALISSIMO!
JEAN RONDEAU Cembalo
Johann Sebastian Bach: Präludium aus der Suite c-Moll BWV 997,
Fantasie c-Moll BWV 906, Französische Suite Nr. 2 c-Moll BWV 813,
Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Violine solo BWV 1004 (transkr.
Johannes Brahms)
Jean-Philippe Rameau: Prélude und Suite in a-Moll aus dem
»Premier Livre de Pièces de Clavecin«
Joseph-Nicolas-Pancrace Royer: »Les Tambourins« und
»La Zaïde« aus den »Pièces de Clavecin« (Premier Livre)
in Werken wie der Suite c-Moll BWV 997 und der
Französischen Suite Nr. 2 c-Moll BWV 813 niederschlug. Bereits Philipp Spitta vermutete, dass Bach
die Cembalowerke Rameaus kannte – Werke, wie
dessen »Premier Livre de Pièces de Clavecin« von
1706: Eine von einem metrisch frei gestalteten Prélude eingeleitete Tanzfolge, in der der französische
Komponist den Stil seiner Heimat mit italienischen
Einflüssen verband. Anzuführen wäre hierfür u. a.,
dass Rameau die traditionellen Tänze Allemande,
Courante, Sarabande, Gigue, Gavotte und Menuet
durch eine Véntilienne erweiterte, was wie eine
Hommage an den vom »goût italien« beeinflussten André Campra anmutet, dessen Ballett-Oper
»Carnaval de Venise« von 1699 ein Zwischenspiel
mit zwei Véntiliennes enthält. Mehr als 20 Jahre
nach Rameau wurde Joseph-Nicolas-Pancrace Royer
geboren, dessen »Pièces de Clavecin« von 1746
die französischen Satztechniken auf individuelle
Weise weiterspinnen, wobei der als brillanter Virtuose bekannte Musiker (ähnlich wie Rameau) auch
Teile aus eigenen Opern transkribierte: Das zweite
Stück der harmonisch überaus reizvollen Sammlung, »La Zaïde«, stammt aus dem gleichnamigen
Bühnenwerk, mit dem der französische Komponist
1739 seinen größten Erfolg hatte, während »Les
Tambourins« dem Ballet héroïque »Le pouvoir de
l’amour« von 1743 entnommen ist.
Harald Hodeige
JEAN RONDEAU
Eine Biografie von Jean Rondeau finden Sie auf Seite 30.
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08
DER
GUTE GEIST
AMERIKAS
MI / 31. AUG / 20 UHR
TICKETS: 83,- /73,- /58,- /43,- /25,- EUR /(ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
AMERICAN SPIRIT
DIE DEUTSCHE KAMMERPHILHARMONIE BREMEN
THOMAS HAMPSON Bariton
KRISTJAN JÄRVI Dirigent
Samuel Barber: Essay Nr. 1 op. 12
Aaron Copland: Old American Songs, Four dance episodes from »Rodeo«
Michael Daugherty: »Letters from Lincoln« für Bariton und Orchester
Angenommen, Star-Bariton Thomas Hampson wäre
Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Würde er seine Ansprachen dann auch singen?
Genau das tut er nämlich in den »Letters from
Lincoln«, zwar nicht seine eigenen Worte, sondern die vertonten Notizen, Briefe und Reden
des legendären US-Präsidenten Abraham Lincoln
(1809-1865): Von dessen Autobiografie über den
»Brief an Mrs. Bixby«, die fünf Söhne im Krieg
verloren hat, bis hin zur berühmten »Gettysburg
Address«, in der Lincoln das demokratische Selbstverständnis der USA auf den Punkt gebracht hat.
Michael Daugherty (geboren 1954), einer der zehn
meistgespielten zeitgenössischen Komponisten
der USA, hat Thomas Hampson den entsprechenden Liedzyklus im Jahr 2009 aus Anlass des
200. Geburtstages Lincolns quasi auf den Leib
geschrieben. Sieben Jahre später widmet sich
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit
diesem Programm unter der Leitung des weltmusikerfahrenen Dirigenten Kristjan Järvi nicht nur
dem »American Spirit«, sondern liefert gleichzeitig
einen außergewöhnlichen, originellen und künstlerisch hochwertigen Beitrag zum gegenwärtigen
Präsidentschaftswahlkampf in den USA.
Samuel Barber (1910-1981) ist vor allem für sein
»Adagio for Strings« bekannt, das sich als eine der
bekanntesten und meist gespielten Beerdigungsmusiken überhaupt etabliert hat. Im gleichen Jahr
1938, als er das »Adagio« komponiert hat, entstand
auch das First Essay op. 12, ein etwa acht Minuten
langer Orchestersatz. Beide Werke erlebten ihre
Uraufführung im November des gleichen Jahres
unter der Leitung des berühmten Arturo Toscanini
in New York. Für den jungen Komponisten war das
eine große Ehre, zumal Toscanini nur selten Werke
zeitgenössischer oder amerikanischer Komponisten
ins Programm nahm.
Nachdem Aaron Copland (1900-1990) 1938 mit
»Billy the Kid« den ersten Western der Ballettgeschichte komponiert hatte, ließ er sich vier Jahre
später von Agnes de Mille, Leiterin der »Ballets
russes de Monte Carlo«, nur widerwillig überreden,
ein weiteres »Cowboy-Ballett« zu schreiben. Doch
nicht zuletzt aufgrund des Charmes ihrer Hauptdarstellerin wurde »Rodeo« ein so großer Erfolg,
dass die Darsteller bei der Premiere nicht weniger
als 22 Vorhänge bekamen. Das Stück erzählt die
Geschichte eines »hässlichen Entleins«, das später
als burschikoses Cowgirl die Blicke der Männer auf
sich zieht. 1945 arbeitete Copland das Material dann
zu einer Orchestersuite um, wobei die Anordnung der
»vier Tanzepisoden« an die Form einer klassischen
Sinfonie angelehnt ist.
THOMAS HAMPSON
Eine Nonne war es, die
dem Jura-Studenten Thomas
Hampson einst den Weg zur
professionellen Musik geebnet hat. Heute zählt der USBariton sowohl an den Opernhäusern als auch auf den Konzertpodien zu den gefragtesten
Sängern weltweit und gilt als einer der wichtigsten Botschafter des Liedes. Im Laufe seiner Karriere hat Hampson mehr
als 150 Alben eingespielt, vier Mal wurde er mit dem ECHO
Klassik geehrt. Im Januar 2016 war er in der Bayerischen
Staatsoper München als Roald Amundsen in der Uraufführung von Miroslav Snrkas Oper »South Pole« zu erleben.
KRISTJAN JÄRVI
Mit seinem Absolute Ensemble hat der Este Kristjan Järvi
beim Musikfest Bremen zahlreiche Akzente im Bereich
der Weltmusik gesetzt. Inzwischen ist er u. a. Chefdirigent
des MDR Sinfonieorchester Leipzig sowie Musikalischer Direktor des Baltic Sea Youth Philharmonic (BYP), das er 2008
gründete. Weltweit stand Kristjan Järvi am Pult großer Orchester, darunter das London Symphony Orchestra, Orchestre National de France, Orchestre de Paris, Accademia
Nazionale di Santa Cecilia Rome, National Symphony Orchestra (Washington D.C.), Minnesota Orchestra, NHK Symphony
Japan und die Berliner Philharmoniker.
DIE DEUTSCHE KAMMERPHILHARMONIE BREMEN
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen zählt zu den
weltweit führenden Orchestern. Seit vielen Jahren ist sie
eine feste Konstante im Programm des Musikfest Bremen.
Bisheriger Höhepunkt der Zusammenarbeit mit dem Künstlerischen Leiter Paavo Järvi war das Beethoven-Projekt, gefolgt
von einem Schumann-Schwerpunkt. Zurzeit widmet sich das
Ensemble insbesondere den Sinfonien von Johannes Brahms.
PARTNER UND FÖRDERER
DER MUSIKSTADT BREMEN
Schon seit mehr als 190 Jahren ist die Sparkasse Bremen
untrennbar mit ihrem Geschäftsgebiet an der Weser verbunden.
Nicht Gewinnmaximierung ist ihr Ziel, sondern der Nutzen für ihre
Kunden und für Bremen.
Rund vier Millionen Euro jährlich investiert die Sparkasse wieder in
die Lebensqualität vor Ort: für gemeinwohlorientierte Zwecke vom
Kindergarten über den Sportverein bis hin zu großen kulturellen
Highlights wie dem Musikfest Bremen. Jeder Kunde der Sparkasse
Bremen verbessert so gleichzeitig die Lebensqualität vor Ort und
trägt zur gesellschaftlichen Vielfalt bei.
Vor diesem Hintergrund ist es fast schon selbstverständlich und
gute Tradition, dass die Sparkasse auch die Musikstadt Bremen
in all ihren Facetten von Jazz bis Klassik tatkräftig fördert. Die
Spannweite ist groß: Das Musikfest Bremen genauso wie den
Sommer in Lesmona, die jazzahead! oder den Europäischen
Klavierwettbewerb Bremen. Auch die Reihe »sparkasse in concert« – eine Kooperation mit Nordwestradio – bereichert mit
international renommierten Interpreten aus Jazz, Blues und World
Music die Bremer Kulturlandschaft.
So ist die Sparkasse Förderer des Musikfest Bremen – von Beginn
an – und fester Partner der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, die den musikalischen Ruf Bremens so erfolgreich in die weite
Welt trägt. Auf diese Weise haben sich aus Sponsoring-Aktivitäten
kreative Partnerschaften mit innovativen Projekten entwickelt:
zum beiderseitigen Nutzen und zur Freude des Publikums!
Jochen Brünner
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02
09
präsentiert von
präsentiert von
IM RAUSCH
VON JAZZROCK
UND FUNK
MERCEDES-BENZ WERK BREMEN:
REKORDSCHMIEDE MIT DEM
STERN
LANGE JAZZNACHT IN
DER ÜBERSEESTADT
Was passiert, wenn eine amtliche Jazz- und FunkBand auf ein Orchester mit Bigband und Streichersatz trifft? Dann gibt es umgehend einen Grammy!
In diesem Fall handelt es sich um zwölf Musiker
der amerikanischen Jazzrock-Band Snarky Puppy
und über fünfzig Musiker des niederländischen
Metropole Orkest.
Solch ein Riesenprojekt mit über sechzig Beteiligten ist nicht ohne Risiko, manch eine Jazz- oder
Rockband ist schon an ähnlichen Versuchen mit
Orchester gescheitert. Aber das Metropole Orkest
hat immer wieder musikalische Herausforderungen
gesucht und zeichnet sich durch hohe Spielkultur
und große Experimentierfreude aus. Kein Wunder,
dass zahllose Weltstars den Kontakt zum Orchester gesucht haben. Mit Snarky Puppy haben die
Niederländer nun ein Meisterstück abgeliefert. Die
außergewöhnliche Band bediente sich lange Zeit aus
einem Pool von rund vierzig Musikern und variierte
ihre Besetzungsstärke. Mittlerweile hat sich ein harter Kern von zwölf bis dreizehn Musikern gebildet,
der nun nicht mehr vom texanischen Denton aus
sich selbst organisiert, sondern Brooklyn, New York
zum Zentrum hat. Gegründet aus purer Begeisterung
für Jazz und Funk machte sich die wilde Horde
schnell einen Namen, begleitete Popstars wie Justin
Timberlake, die Soulsängerin Erykah Badu oder
FR / 02. SEPT / 19 UHR
TICKETS: PARKETT 68,- / 58,- EUR,
TRIBÜNE 43,- / 25,- EUR (ERM. 20 %)
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST GOES OVERSEAS
METROPOLE ORKEST & RIK MOL Trompete
CHRISTIAN SCOTT ATUNDE ADJUAH Trompete
SNARKY PUPPY
JULES BUCKLEY Leitung
den Rapper Snoop Dogg. Der Sound von Snarky
Puppy ist dabei ein ganz spezieller, denn neben
Gitarren, Bläsern und sattem Rhythmusapparat
plündert die Band gerne das Keyboard-Museum
mit Instrumenten wie Moog-Synthesizer, FenderRhodes-Piano, Wurlitzer-Orgel oder Clavinett, und
knüpft damit stilistisch an die frühen JazzrockExkurse der siebziger Jahre an. Mit dem Metropole
Orkest hat Snarky Puppy 2015 das Album »Sylva«
aufgenommen, das in geradezu fabelhafter Weise
die Stärken beider Ensembles vereint. Es finden sich
auf der einen Seite lyrische Passagen, bei denen
das immense Klangspek­trum der Musikerinnen
und Musiker deutlich wird, und diese gehen über
in rhythmisch zupackende Positionen, bei denen
das Ensemble in einem Rhythmusrausch fast zu
explodieren scheint. Das Bemerkenswerte ist aber
die ungemeine Dichte, mit der Orchester und Band
aufeinander eingestimmt sind: Hier handelt es sich
um eine wirkliche Kooperation und nicht einfach um
eine Band, die von einem Orchester begleitet wird.
Aber das ist noch nicht alles an diesem pulsierenden
Musikfest-Abend in der Bremer Überseestadt, denn
neben den New Yorkern wird auch ein Mann aus
New Orleans mit dem Metropole Orkest zu hören
sein: Christian Scott aTunde Adjuah ist Trompeter
und er liebt außergewöhnlich geformte, wenn man
so will, verbogene Trompeten. Die sehen natürlich
hip aus, und hip ist auch die Musik, die Christian
Scott spielt. Er nennt sie »Stretch Music«, womit
er meint, dass seine Idee von Jazz ebenso in der
historischen Tradition von Jazz wurzelt wie sie auch
die Gegenwart von HipHop, Fusion-Jazz und Rock
einbezieht. Mit der Tradition wiederum meint Scott
die Zeitspanne vom New Orleans Jazz bis Bebop
und schließlich zu Miles Davis, der Christian Scotts
großes Vorbild ist: »Stretch Music« ist also, wie der
Name schon sagt, sehr dehnbar.
Christian Emigholz
Das Pkw-Werk von Mercedes-Benz in Bremen gehört zu den
großen Produktionsstandorten der Daimler AG und blickt auf
eine lange Geschichte zurück. Nach der Werksgründung durch
Carl F. W. Borgward 1938 und einer Zeit der Lkw-Produktion unter
Hanomag-Henschel übernahm 1971 die Daimler-Benz AG das Werk
in Sebaldsbrück. 1978 lief hier erstmals ein Mercedes-Benz Pkw,
ein E-Klasse T-Modell, vom Band.
Inzwischen werden hier zehn Modelle gefertigt: C-Klasse Limousine, T-Modell, Coupé und Cabriolet , E-Klasse Coupé und Cabriolet,
GLC und GLC Coupé sowie die beiden Roadster SLC und SL. Bis zu
vier verschiedene Modelle können dabei gleichzeitig auf einem
Band gefertigt werden. Diese Flexibilität und Vielfalt stellt immer
wieder hohe Ansprüche an die rund 12.500 Mitarbeiter, die 2015
mehr als 324.000 Fahrzeuge gebaut haben. Bis heute haben mehr
als sieben Millionen Autos das Werk Bremen verlassen.
Im globalen Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz nimmt
das Bremer Werk eine besondere Rolle bei der Fertigung der
C-Klasse als sogenanntes Kompetenzzentrum ein. 2014 startete
die Serienfertigung der aktuellen C-Klasse zuerst in Bremen. Der
Anlauf der Produktion auf drei weiteren Kontinenten wurde von
dort gesteuert. Die Bremer koordinieren auch weiterhin LogistikProzesse der drei Werke in den USA, Südafrika und China und
sichern eine gleich hohe Qualität.
Wer schon immer mal einen Einblick in den Automobilbau erhalten
wollte, kann dieses in Bremen tun. Interessenten erhalten unter
der Telefonnummer 0421 419-4005 nähere Informationen zu den
Werkführungen.
CHRISTIAN SCOTT ATUNDE ADJUAH
Christian Scott aTunde Adjuah, 1983 in New Orleans geboren, ist der Neffe des legendären Saxophonisten Donald Harrison jr., der ihn als 13-Jährigen zu fördern begann und nur
drei Jahre später in seine Band aufnahm. 2001 machte der
junge Trompeter einen Abschluss am renommierten New Orleans Center for Creative Arts und absolvierte anschließend
ein Studium am Berklee College of Music in der Hälfte der
üblichen Zeit. Seit 2002 hat Christian Scott aTunde A­ djuah
bisher elf Alben unter seinem Namen veröffentlicht, ist aber
zudem auf diversen anderen Einspielungen vertreten, darunter auch das Remake des Miles Davis-Klassikers unter
dem Titel »Tutu Revisited« von Marcus Miller. Mit seinem
Album »Rewind that« wurde er überdies 2007 für einen
Grammy nominiert.
50|51
SNARKY PUPPY
STARKE FINANZIERUNGSINSTRUMENTE FÜR BREMEN
UND BREMERHAVEN
Für ein perfektes Zusammenspiel braucht es die richtigen Ins­
trumente, das ist auch in der Wirtschaft so. Und auch die besten
Ideen finanzieren sich nicht von selbst. Die BAB leistet mit ihren
Programmen zur Wirtschafts- und Wohnraumförderung einen wichtigen Beitrag dazu, die finanzielle Ausstattung von Unternehmen in
Bremen und Bremerhaven zu optimieren und die Wohnsituation zu
verbessern. Instrumente wie der Bremer Unternehmerkredit, die
BAB-Mikrokredite und der Bremer Gründerkredit in Verbindung mit
ERP-Fördermitteln der EU helfen dabei, bestehende Arbeitsplätze
in Bremen zu sichern und neue zu schaffen.
Vor allem kleinere und mittlere Unternehmen profitieren in allen
Phasen ihrer wirtschaftlichen Entwicklung von umfassenden
Förderangeboten – von der Gründung über Wachstum und Nachfolgeregelung bis hin zur Konsolidierung oder Sanierung. Hinzu
kommt die Wohnraumförderung. Die BAB leistet damit einen
zentralen Beitrag zur Wirtschafts- und Infrastruktur des Landes
Bremen. Als Förderbank tritt die BAB nicht in Konkurrenz zu den
Sparkassen und Banken vor Ort, sondern arbeitet partnerschaftlich mit den Geldinstituten ihrer Kunden zusammen und ergänzt
deren Engagement durch Kredite, Beteiligungen und Bürgschaften.
Bezahlbarer Wohnraum für alle – nach den Maßgaben von Energie­
effizienz, Klimaschutz und demografischem Wandel: Dafür fördern
wir Maßnahmen, die nachhaltig Energiekosten senken und unser
Klima schonen. Zudem kann der Einbruchschutz verbessert und
durch Abbau von Barrieren der Wohnkomfort erhöht werden.
Somit ist die lange Eigenständigkeit in den eigenen vier Wänden
gewährleistet.
Wir pflegen einen fairen Umgang miteinander und mit unseren
Kunden. Eine offene, von Hierarchiestufen unabhängige Kommunikation unterstützt unseren vertrauensvollen und respektvollen
Umgang miteinander.
www.bab-bremen.de
Die Band Snarky Puppy wurde
2004 von dem Bassisten und
Komponisten Michael League
in Denton, Texas, gegründet,
wobei er einen Gutteil der Musiker von seinem Studium an
der University of North Texas kannte. Rund vierzig Musiker,
die in ständig neuen Besetzungen auftraten, gehörten anfänglich zur Band. Nach dem Debüt-Album »The Only Constant« aus dem Jahr 2006 machte sich die Band schnell einen
Namen und trat mit Musikern wie Marcus Miller, Roy Hargrove,
Erykah Badu und Snoop Dogg auf. 2014 erhielt die Band gemeinsam mit Lalah Hathaway einen Grammy für die beste
Rhythm & Blues Performance, dem im Februar 2016 ein
Grammy gemeinsam mit dem Metropole Orkest für das Album
»Sylva« gefolgt ist. Bis heute hat Snarky Puppy elf Alben
veröffentlicht, das jüngste »Culcha Vulcha« ist in diesem
Jahr erschienen.
METROPOLE ORKEST &
JULES BUCKLEY
Das Metropole Orkest wurde
1945 unmittelbar nach Ende
des Zweiten Weltkrieges beim
Sender Radio Hilversum gegründet. Das ursprünglich
36-köpfige Rundfunktanzorchester besteht aus einer klassischen Bigband und einem
vollständigen Streicherensemble sowie weiteren zusätzlichen Holzbläsern. Heute spielt das Metropole mit bis zu
60 Musikern. Das Orchester hat mit zahlreichen Stars aus der
Jazz- und Pop-Szene zusammengearbeitet, darunter Tori
Amos, Charles Aznavour, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie, Joe
Cocker, Shirley Bassey oder Al Jarreau. Seit Ende letzten Jahres gehört mit »Mr Trumpet Man« Rik Mol ein international
erfolgreicher Solo-Trompeter zum Orchester. Chefdirigent des
Metropole Orkest ist Jules Buckley, der im Oktober 2013 die
Nachfolge von Vince Mendoza angetreten hat. Der Komponist, Arrangeur und Dirigent gilt als musikalischer Pionier, der
die Grenzen zwischen den zeitgenössischen Genres verschiebt. Jules Buckleys Arbeiten wurden von verschiedenen
En­sem­bles u. a. auf dem Montreux Jazz Festival, dem London
Jazz Festival und dem Henry Mancini Institute aufgeführt. Er
arbeitete mit namhaften Musikern und Bands und dirigierte
renommierte Orchester in England und Europa.
NO ONE CAN WHISTLE A SYMPHONY.
IT TAKES AN ORCHESTRA TO PLAY IT.
HALFORD E. LUCCOCK
DIE KUNST, KULTUR ZU
ERMÖGLICHEN!
Klassische Musik lässt Ihr Herz höher schlagen? Sie
fühlen sich dem Musikfest Bremen verbunden? Sie
möchten Ihre Begeisterung durch interessante Einblicke rund um das Festival vertiefen? Kurzum, Sie möchten sich persönlich engagieren, um das internationale
Renommee des Musikfest Bremen zu stärken und damit
auch den Ruf Bremens als Musikstadt? Dann würden
wir uns freuen, Sie in der Musikalischen Gesellschaft
begrüßen zu dürfen.
Dahinter verbirgt sich ein Kreis illustrer Musikliebhaber und Kulturinteressierter, die sich im Jahr 2004
zusammengefunden haben. Alle Mitglieder eint nicht
nur die Begeisterung für das Musikfest Bremen und
sein programmatisches Profil, sondern auch das Ziel,
mit ihrem Engagement das Festival in seiner künstlerischen Ausrichtung ideell und materiell nachhaltig
zu unterstützen. Gezielt und individuell. Zum Beispiel
unsere Aktivitäten zur Förderung junger Musiker, die
Unterstützung beim Ausbau szenischer Produktionen
oder die Fortsetzung von Kooperationen mit renommierten ausländischen Festivals.
Unser dynamisches Beitragssystem – von Piano bis
Fortissimo jährlich nach Ihrer Bereitschaft steigerungsfähig und natürlich immer steuerlich abzugsfähig –
ermöglicht Ihnen, aktiv am Geschehen rund um das
Festival teilzunehmen. Sie unterstützen damit eine
Sache, die Ihnen am Herzen liegt. Wir danken Ihnen
dafür mit:
Privilegien
• ein hochwertiges Willkommenspräsent
•Information über das jährliche Programm vor der
offiziellen Veröffentlichung
• Ehrenkarten und vergünstigte Tickets für das Festival
•individuelle und bevorzugte Betreuung und Beratung
beim Ticketkauf
Einblicke und Erlebnisse
Blick hinter die Kulissen von Veranstaltungsorten, exklusive
Künstlerbegegnungen, Probenbesuche, Kulturreisen, Besuch von
Instrumentenwerkstätten, Einführungsvorträge, Empfänge, Gala
Dinners, Premierenfeiern und vieles mehr.
Das macht Freude! Und schafft ganz nebenbei einen persönlichen
Rahmen für interessante Begegnungen und einen anregenden
Gedankenaustausch. Nicht zu vergessen natürlich das gemeinsame
Erleben von mitreißenden Interpretationen großer musikalischer Meis­
terwerke durch arrivierte Top-Stars wie verheißungsvolle Jungtalente.
Beiträge:
Piano 1.000 Euro I Forte 3.000 Euro I Fortissimo 5.000 Euro
Informationen erhalten Sie über
Musikalische Gesellschaft –
Freunde und Förderer des Musikfest Bremen
Frau Annette Schneider
Tel.
0421/33 66 77, 0171/93 40 057
Fax
0421/33 66 880
[email protected]
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Wien blühte auf – nicht nur im Prater: Nach den
Wirren der Napoleonischen Kriege und der Neuordnung Europas im Wiener Kongress nach 1815
wollte man hier wieder die schönen Seiten des
Lebens genießen. In der Donaumetropole und im
Rest Europas brach die Zeit des auf unkomplizierte
Unterhaltung erpichten leichten Biedermeier an.
In Wiener Gaststätten und Tanzsälen wie dem
»Schwarzen Bock« auf der unteren Wieden oder
»Zur Kettenbrücke« am Ufer der Donau musizierten die bekanntesten Orchester und hielten
das Publikum mit rasanten Stücken und Tänzen
wortwörtlich auf Trab: Musik bewegte.
Das Programm »Polka, Ländler, Tango & Co.« geht
diesem Motto auf zwei verschiedenen Pfaden nach.
Zum einen ist es die Wiener Walzer- und GaloppadenSeligkeit, die hier mit Stücken ihrer ungekrönten
Könige Strauss und Lanner vom Merlin Ensemble
zum Klang erweckt und von ihren musikhistorischen Vorfahren der Divertimenti und Cassationen
Wolfgang Amadeus Mozarts begleitet wird. Dabei
zeigt sich immer wieder, wie schwer das Leichte in
der Kunst sein kann: »Seine Stücke sind schwierig zu spielen, mit jenem entspannten Rhythmus,
dessen es bedarf, um ihren charmanten Duft zu
versprühen«, schrieb der legendäre Primarius des
Budapest Quartett, Alexander Schneider, Ende des
19. Jahrhunderts über die Musik Joseph Lanners,
der noch immer etwas im Schatten der WalzerDynastie Strauss steht. In Wien bestimmten beide
Vollblutmusiker indes gemeinsam und freundschaftlich verbunden das Tonregiment ihrer Zeit.
Zum anderen geht der Blick über den Atlantik hinweg auf die nicht minder dynamische Kultur des
Tango, die der niederländische Bandoneon-Spieler
Carel Kraayenhof mit seinem Ensemble auslebt.
AUFFORDERUNG ZUM TANZ
MERLIN ENSEMBLE WIEN
CAREL KRAAYENHOF & ENSEMBLE
POLKA,
LÄNDLER,
TANGO & CO.
Am Anfang waren sie nur zu
acht: Einige Mitglieder des
Chamber Orchestra of Europe
schlossen sich 1991 in Wien
zu einem Oktett zusammen,
um besonders filigrane Kammermusik präsentieren zu können. Auf dieser Basis erlaubte
sich das Merlin Ensemble immer wieder Zuwachs, je nach Erfordernis des jeweiligen Programms. Dieses kann vom frühen
Barock bis zur zeitgenössischen Komposition reichen, Vivaldis »Vier Jahreszeiten« gehören ebenso zum Repertoire des
vielbeschäftigten Klangkörpers wie Werke von Friedrich Cerha
und Sofia Gubaidulina.
Er rührte eine Prinzessin mit
seinem Spiel zu Tränen und
entflammte damit ein ganzes
Land, das nicht unbedingt für
emotionalen Überschwang
bekannt ist. Als der Niederländer Carel Kraayenhof am 2. Februar 2002 auf der Hochzeit
des jetzigen Königs Willem-Alexander und seiner aus Argentinien stammenden Braut Maxima das »Adiós Nonino« Astor
Piazzollas auf seinem Bandoneon spielte, entfachte er einen
wahren Tango-Boom in den Niederlanden. Ausgezeichnet
durch das Lob und die Schule seiner großen Vorbilder Astor
Piazzolla und Osvaldo Pugliese gab Carel Kraayenhof als Solist und Ensemble-Leiter dem Tango Nuevo in Europa eine
neue Heimat.
Anders als beim Wiener Musikreigen ist der Tango
Nuevo geprägt von vertrackten Rhythmen, einem
melancholischen Grundton und ist in der aktuellen
Interpretation Kraayenhofs auch mit zeitkritischen
Themen verbunden. In einer Mischung aus Tangos
des Altmeisters Astor Piazzolla sowie neuer Kompositionen aus seinem jüngsten Album »Liberación«,
das sich vor allem dem Thema der globalen Flüchtlinge widmet, führt Kraayenhof die Vielfältigkeit des
Tango als Lebensstil vor.
Die Gemeinsamkeiten dieser tänzerischen »Volksvergnügen«, dem Wiener wie dem südamerikanischen, werden die beiden Konzerte auf dem Gelände
des Freilichtmuseums im Kiekeberg vorführen und
dabei zum gegenseitigen Besuch einladen – so
kommen auch die Konzertgäste in Bewegung; Musik
bewegt noch immer.
Stephan Cartier
präsentiert von
FR / 02. SEPT / 19 UHR
TICKETS: 30,- EUR (ERM. 22,-)
Freilichtmuseum am Kiekeberg, Rosengarten-Ehestorf
»POLKA, LÄNDLER, TANGO & CO.«
CAREL KRAAYENHOF Bandoneon & ENSEMBLE
Carel Kraayenhof: »So Long, Island«, »So many partings«,
»Bamestra«, »El fuego del fueye«, »Aleppo«, »Un tornillo
en la máquina tanguera« (tango dedicated to Osvaldo Pugliese)
Astor Piazzolla: »Revirado«, »Libertango«, »Muerte del angel«,
»Adiós Nonino«
Juan Pablo Dobal: »Candombe sin seclavos«, »Andes«
MERLIN ENSEMBLE WIEN
Wolfgang Amadeus Mozart: Auszüge aus dem Divertimento Nr. 15
B-Dur KV 287 und dem Divertimento Nr. 17 D-Dur KV 334
Johann Strauß (Vater): Alpenkönig-Galopp Nr. 7, ChinesischerGalopp op. 20, Seufzer-Galopp op. 9
Josef Lanner: 6 Dornbacher Ländler op. 9
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09
Es hätte wohl kaum einen besseren Namen für
die Interpreten des Werkes geben können: Die
»Accademia delli Invaghiti«, also die »Akademie
der Verliebten«, trat am 24. Februar 1607 in
Mantua auf die Bühne des herzoglichen Palastes
und führte mit »L’Orfeo« aus der Feder Claudio
Monteverdis ein Werk auf, das man später einmal
die erste Oper der Musikgeschichte nennen würde.
Ihr genuines Thema: die Liebe bis zum Tod – und
darüber hinaus.
Der musikologische Streit, ob es nicht doch eher
Jacobo Peris »La Dafne« aus dem Jahr 1598 war,
der der Superlativ der Ur-Oper zusteht, wird wohl nie
zu Ende zu führen sein. Ebenso wird aber unwidersprochen bleiben, dass Monteverdis »L’Orfeo« zum
ersten Mal und mit aller Konsequenz die Verbindung
von Text, Theater und Musik so eng zog, dass nicht
mehr zu erkennen war, wer wem diente, was Vorderund was Hintergrund war. Die Oper markiert im
Musiktheater den Schritt zwischen Renaissance
und Frühbarock.
Mit kompositorischem Geschick und konzeptioneller Kraft verarbeitete Monteverdi die mythischen
Metamorphosen von Orfeo und seiner Eurydike
zwischen Unter- und Oberwelt zu einem Gesamtkunstwerk (noch lange bevor es diesen Begriff
gab). Die zeitgenössische Gattungsbezeichnung
»Favola per musica« verrät, dass es eine Tradition
des musikalisch erzählten Theaters gab, doch Monteverdi trat in Mantua den entscheidenden Schritt
aus dieser heraus.
gefördert durch die
SA / 03. SEPT / 20 UHR
TICKETS: 108,- / 88,- / 73,- / 58,- / 35,- EUR
(ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
L’ORFEO
L’ARPEGGIATA
ROLANDO VILLAZÓN Orfeo
MAGDALENA KOŽENÁ Messagiera
FRANCESCA ASPROMONTE La Musica, Euridice
GIUSEPPINA BRIDELLI Proserpina
SOWIE WEITERE SOLISTEN & CHOR
CHRISTINA PLUHAR Leitung und Theorbe
Claudio Monteverdi: »L’Orfeo«, Favola in musica (konzertant)
CLAUDIO
MONTEVERDI:
»L’ORFEO«
Und so geht auch der Abstieg Orfeos in die Unter­
welt, wo er die geliebte Eurydike zu retten
versucht, bei Monteverdi und seinem
Libret­tisten Alessandro Striggio über den
antiken Mythos hinaus. Zum einen,
weil dem Helden hier ein zumindest
halbes Happy End gewährt wird
und ihn beide lebendig aus dem
Orkus zurückkehren lassen.
Zum anderen bot diese Oper
aber auch kompositorisch für
die Zeitgenossen eine bis
dato ungehörte Mischung
aus eingängigen Melodien,
komplexen Begleitungen,
ausgeklügelten Zwischenspielen und Novitäten. Als
einer der ersten Komponisten identifizierte Claudio
Monteverdi die einzelnen
Personen mit Tonformulierungen, die wie Leitmotive
wirkten. Auch der Einsatz
des Generalbasses zur einfachen Harmonisierung der
Arien war eine Neuheit; die
berühmte Klage des Orfeo im
zweiten Akt bleibt bis heute ein
Meilenstein der Opernliteratur.
In »L’Orfeo« hatte Monteverdi, der
seit 1590 in den Diensten der Herrscherfamilie Gonzaga in Mantua stand,
ein Spielfeld gefunden, in dem er all sein
Können zeigen und den Status quo der Musik
zu Beginn des 17. Jahrhunderts definieren
konnte. Von all diesen Neuerungen profitierte allerdings nicht jeder in der Oper. Eurydike musste am
Ende weiterhin in der Unterwelt bleiben.
Stephan Cartier
ENSEMBLE L’ARPEGGIATA
Ihren Namen haben sie einem Werk des deutsch-italienischen Barock-Komponisten Girolamo Kapsberger entliehen.
Die Wahl war programmatisch, denn es geht dem im Jahr
2000 gegründeten Ensemble L’Arpeggiata stets um den
authentischen Klang, den perlenden, gezupften Ton, der den
»Sound« dieser Epoche dominierte. Als musikwissenschaftliche Versuchsgemeinschaft assistieren sie immer wieder
bei der Wiederentdeckung vergessener Komponisten und
ihrer Werke.
CHRISTINA PLUHAR
Impulsgeberin dieser Arbeit
L’Arpeggiatas am historischen
Klang ist Christina Pluhar. Als
Lautenistin und Harfenspielerin hatte sich die in Graz geborene Künstlerin einen herausragenden Ruf erspielt, bevor sie ihr Ensemble gründete. Als
Wissenschaftlerin und Musikerin leitet Christina Pluhar seitdem die Geschicke des Ensembles und unterrichtet zudem
Barockharfe in Den Haag und Graz.
ROLANDO VILLAZÓN
Er ist einer der meistbeschäftigten Sänger der Opernwelt.
Der mexikanisch-französische
Tenor Rolando Villazón hat
durch überragende Leistungen in klassischen Rollen wie
dem Nemorino aus Donizettis »L’elisir d’amore« Maßstäbe
gesetzt. Sein Engagement als Alfredo in »La Traviata« gemeinsam mit Anna Netrebko bei den Salzburger Festspielen
im Jahr 2005 bescherte ihm den internationalen Durchbruch.
MAGDALENA KOŽENÁ
So wie für Rolando Villazón
Salzburg der Ort des größten
Triumphs wurde, war es für
die tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená
Wien. Bei den Festwochen im
Jahr 2000 übernahm sie von der erkrankten Anne Sofie von
Otter die Rolle des Nero in Monteverdis »L‘incoronazione di
Poppea« und brillierte. Seit dieser Zeit ist sie Gast in den
großen Opernhäusern und reüssierte u. a. 2012 neben Jonas
Kaufmann als Carmen bei den Salzburger Osterfestspielen.
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TRAUMHAFT SCHÖNE
KLANGVERBINDUNG
Nichts entspräche »in so hohem Maße unseren
Vorstellungen von überirdischem Festgepräge,
von religiöser Pracht und Herrlichkeit […]« wie
der »außerordentliche Glanz« des Harfenklangs.
So meinte es jedenfalls Hector Berlioz in seinem 1855 gründlich revidierten »Grand Traité
d’instrumentation et d’orchestration modernes«,
in dem der französische Romantiker der Flöte
neben »einer ganz besonderen Fähigkeit für den
Ausdruck […] der Demut und Entsagung« auch
Klänge von »ernstem und träumerischen Charakter« bescheinigte.
Heute gilt die Kombination von Flöte und Harfe
mit ihren aparten Möglichkeiten als eine der
schönsten Klangverbindungen überhaupt – zumal,
wenn beide Instrumente in Rahmen eines so
03
09
abwechslungsreichen Kammerprogramms präsentiert werden, wie es Marie-Pierre Langlamet und
Emmanuel Pahud angekündigt haben: Den Anfang
macht die Sonate g-Moll BWV 1020 für Flöte und
Cembalo, welche die Bach-Forschung neuerdings
Carl Philipp Emanuel Bach zuschreibt: ein Stück,
das sich besonders gut für eine Harfenbearbeitung
eignet, da der Kopfsatz mit einem rauschenden »Arpeggio« (abgeleitet vom italienischen Wort »Arpa«
für Harfe) eingeleitet wird. Neben Gabriel Faurés
»Morceau de Concours« steht mit der »Sicilienne«
eines der bekanntesten Werke des französischen
Komponisten auf dem Programm: Eine wiegende
Musik, die Fauré in seiner Schauspielmusik zu Maurice Maeterlincks symbolistischem Drama »Pelléas
et Mélisande« verwendete. Die »Dolly«-Suite wiederum, ursprünglich für Klavierduett geschrieben, war
Faurés Geschenk an Dolly Bardac, die junge Tochter
der Sängerin Emma Bardac, der er bereits seinen
Liederzyklus »La bonne chanson« gewidmet hatte
(und die er später heiratete). Eingeleitet wird
das Stück von einer »Berceuse«, deren
schlichtes Wiegenlied auch im kontrastierenden Mittelteil anklingt, bevor das kantable
Thema in einem kunstvollen Kanon verarbeitet wird. Mit Georges Bizets Entr’acte aus
»Carmen« – in den Worten Gustav Mahlers
eine »wundervolle Partitur« – folgt dann
Musik aus einer der heute wohl bekanntesten
Opern überhaupt – kurios, dass das Werk bei seiner Premiere am 3. März 1875 in der Pariser Opéra
Comique verrissen wurde … Abgerundet wird der
Abend mit Wolfgang Amadeus Mozarts von melancholischer Innigkeit geprägter Sonate e-Moll KV 304
sowie mit der »Casilda-Fantasie«, die Franz Doppler
und Antonio Zamara (beide Mitglieder des Wiener
Hofopernorchesters) gemeinsam für »ihre« Instrumente arrangierten – nach Motiven aus
der heute vergessenen romantischen Oper »­Casilda«, die
kein Geringerer als Herzog
Ernst II. von SachsenGotha-Altenburg schrieb.
Harald Hodeige
EMMANUEL PAHUD
Emmanuel Pahud erhielt als Sechsjähriger in Rom den ersten Flötenunterricht. Zwei Jahre später studierte er an der
Académie d’Uccle in Brüssel bei Michel Moinil und Carlos
Bruneel, bevor er seine Ausbildung in Basel bei Peter-Lukas
Graf fortsetzte. 1990 schloss der Musiker sein Studium am
Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris bei
Michel Debost mit der Verleihung des Premier Prix ab; sein
Können vervollkommnete er bei Aurèle Nicolet in Basel. Der
Gewinner zahlreicher Wettbewerbe sammelte als Solo-Flötist
im Radio-Sinfonieorchester Basel und bei den Münchner
Philharmonikern erste Orchestererfahrung, bevor er 1993 als
Solo-Flötist zu den Berliner Philharmonikern kam. Als Solist
konzertiert er weltweit mit den großen Orchestern sowie
als Kammermusiker in verschiedenen Duo- und größeren
Ensemblebesetzungen. Für seine zahlreichen Einspielungen hat Emmanuel Pahud bedeutende Preise erhalten. Das
französische Kulturministerium verlieh ihm im Juni 2009 die
Auszeichnung Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres,
im April 2011 wurde er zum Honorary Member of the Royal
Academy of Music ernannt.
MARIE-PIERRE LANGLAMET
Marie-Pierre Langlamet studierte bei Elizabeth FontanBinoche am Konservatorium in Nizza und nahm an Meisterkursen von Jacqueline Borot und Lily Laskine teil. Mit
15 Jahren weckte sie internationale Aufmerksamkeit,
als sie den höchsten Preis bei der Maria Korchinska
International Harp Competition und ein Jahr später
den ersten Preis beim Wettbewerb der Cité des Arts
in Paris gewann. 1985 trat sie als 17-Jährige ihre
erste Stelle als Solo-Harfenistin im Orchestre de
l’Opéra de Nice an. Nach weiteren Studien am Curtis
Institute of Music in Philadelphia wurde sie 1988 stellvertretende Solo-Harfenistin im Orchester der Metropolitan Opera New York. Seit 1993 ist Marie-Pierre Langlamet
Mitglied der Berliner Philharmoniker und konzertiert weltweit
als Solistin mit renommierten Kammermusikensembles und
Orchestern; darüber hinaus gibt sie zahlreiche Soloabende.
Sie unterrichtet seit 1995 an der Orchester-Akademie der
Berliner Philharmoniker und lehrt an der Universität der
Künste Berlin. 2003 erhielt die Musikerin von der Académie
des Beaux Arts den Cino del Duca-Preis, Anfang Juni 2009
verlieh das französische Kulturministerium ihr die Auszeichnung Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres.
gefördert durch die
in Zusammenarbeit mit dem
SA / 03. SEPT / 18 UND 20 UHR
TICKETS: 35,- EUR (ERM. 24,-)
Schloss Gödens, Sande/Friesland
SCHLOSSMUSIK AUF GÖDENS
EMMANUEL PAHUD Flöte
MARIE-PIERRE LANGLAMET Harfe
Johann Sebastian Bach: Sonate g-Moll BWV 1020
Gabriel Fauré: Morceau de Concours, Sicilienne op. 78,
Berceuse aus »Dolly« op. 56, Fantaisie e-Moll op. 79
Georges Bizet: Entr’acte aus »Carmen«
Wolfgang Amadeus Mozart: Sonate e-Moll KV 304
Franz Doppler/Antonio Zamara: »Casilda-Fantasie«
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PHILIPP MATHMANN
MARGRIET DE MOOR
In Lippstadt geboren, ausgebildet u. a. bei Kai Wessel, Barbara Schlick und Emma
Kirkby, ist Philipp Mathmann
einer der jüngsten und interessantesten Countertenöre unserer Zeit. Der gefragte Konzertsolist gab sein Operndebüt
2011 in Potsdam und gastierte 2014/15 beim Barockfestival
»Winter in Schwetzingen«. Philipp Mathmann ist außerdem
als Mediziner auf dem Fachgebiet der Audiologie und Phoniatrie an der Berliner Charité tätig. Mit dem Barockensemble »Il
Giratempo« verbindet ihn eine enge künstlerische Zusammenarbeit.
Sie ist eine der bedeutendsten
niederländischen Schriftstellerinnen der Gegenwart, doch
vor ihrer literarischen Karriere
stand die Musikerlaufbahn:
Margriet de Moor, heute in
Amsterdam lebend, studierte Klavier und Gesang in Den Haag.
Ihr Zweitstudium der Archäologie und Geschichte finanzierte
sie mit Klavierunterricht. Sie eröffnete einen Kunst-Salon bei
Hilversum und schuf Filmportraits von Künstlern, bevor sie
sich dem Schreiben zuwandte. Ihr Romandebüt »Erst grau
dann weiß dann blau« (1991) wurde ein Sensationserfolg.
Seitdem werden ihre Bücher, die auf Deutsch im Hanser Verlag
erscheinen (aktuell: »Schlaflose Nacht«), in alle Weltsprachen übersetzt. Und immer wieder taucht in ihren Romanen
und Erzählungen die Musik auf – als Thema, als Motiv oder
als Qualität ihrer unverwechselbar melodischen Prosa.
KRISTINA MAIDT-ZINKE
Die in Bremen geborene Kulturjournalistin, die sich neben
ihrem Germanistik- und Sprachenstudium der Musik als
Liebhaberei in Theorie und
Praxis widmete, sammelte
erste Berufserfahrungen bei den Bremer Tageszeitungen und
Radio Bremen, wurde dann Mitarbeiterin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und anschließend Autorin für Literatur- und
Musikkritik bei der Süddeutschen Zeitung. Heute lebt sie als
freie Publizistin und Übersetzerin in München und Venedig
und ist bis 2018 Vorsitzende der Jury des Preises der Leipziger Buchmesse.
SO / 04. SEPT / 11 UHR
TICKETS: 33,- EUR (ERM. 25,-)
Schloss Oldenburg
LITERARISCH-MUSIKALISCHES KABINETT
MARGRIET DE MOOR Lesung
KRISTINA MAIDT-ZINKE Konzept und Moderation
PHILIPP MATHMANN Sopranist
IL GIRATEMPO Barockensemble
DER
VIRTUOSE
LITERARISCHMUSIKALISCHES
KABINETT
Zwischen Literatur und Musik besteht eine wechselseitige Sehnsuchtsbeziehung. Viele Schriftsteller träumen davon, mit sprachlichen Mitteln
musikalische Wirkungen zu erzeugen; umgekehrt
sind Romane über Musik und Musiker bei Autoren
wie beim Publikum auffallend beliebt. Das Musikfest Bremen möchte mit der 2015 erfolgreich etablierten Veranstaltung »Literarisch-musikalisches
Kabinett« dieser Wahlverwandtschaft zweier
Künste einen Raum geben.
Margriet de Moors Roman »Der Virtuose«, 1994
erschienen, kreist um das Thema des Kastratengesangs. Die schillernde Verbindung von Stimme
und Eros, das ungelöste Rätsel des physischen
Liebesvermögens jener barocken Superstars, die
von beiden Geschlechtern umschwärmt wurden,
inspirierte die Autorin zu einem wahren Sprach- und
Sinnenrausch. Vor der glanzvollen Kulisse Neapels
um 1740, als die Opera seria ihren letzten Höhenflug erlebte, inszeniert sie die Liebesgeschichte
zwischen der schönen Carlotta und dem Kastraten
Gasparo Conti – poetisch, geistreich und mit
einer Prise niederländischer Ironie. Das Gespräch mit Margriet de Moor und Philipp
Mathmann wird das Kastraten-Phänomen aus literarischer, musikalischer
und medizinischer Sicht beleuchten;
dazu erklingen Kompositionen von
Georg Friedrich Händel, Giovanni Battista Pergolesi und Nicola Porpora, die
im Roman vorkommen.
Kristina Maidt-Zinke
LIEBE FREUNDE DER MUSIK,
Musik verbindet Kulturen – Musik verbindet Menschen. Genau
das schafft das Musikfest Bremen mit seinem facettenreichen
Programm. Auch bei der 27. Ausgabe des Festivals werden wieder
internationale Brücken geschlagen und die Bühnen frei gegeben
für sowohl renommierte Weltstars als auch talentierte Nachwuchskünstler. Ich freue mich, dass – gemäß guter Tradition – wieder
Spitzenkünstler aus den Niederlanden vertreten sein werden.
Mein besonderes Interesse gilt in diesem Jahr dem »LiterarischMusikalischen Kabinett«, das passend zum diesjährigen Gastlandauftritt Flanderns und der Niederlande bei der Frankfurter
Buchmesse einen Roman der bekannten Autorin Margriet de
Moor zum Inhalt hat. Ihre Lesung aus dem Künstlerroman »Der
Virtuose« trifft auf Händel- und Porpora-Arien des Sopranisten
Philipp Mathmann und verspricht eine atmosphärische Entführung
in die Blütezeit der Barockoper.
Zu den Highlights des Musikfest-Programms zählt sicherlich
die Deutschlandpremiere des jüngst mit einem Grammy Award
ausgezeichneten und ECHO-nominierten Projekts »Sylva« von
Snarky Puppy und dem niederländischen Metropole Orkest am
2. September in der Bremer Überseestadt.
Seit vielen Jahren existiert – auch dafür steht das Musikfest Bremen exemplarisch – ein aktiver regionaler und nachbarschaftlicher
Austausch mit den Niederlanden. So hat auch der Austausch von
Künstlern, Programmen und Konzerten beinahe etwas Alltägliches
und ist doch immer wieder etwas Besonderes. An dieser Stelle
möchte ich auch auf das gemeinsame musik-kulturelle Erbe im
Bereich des barocken Orgelbaus hinweisen. Das betrifft insbesondere die Region Groningen und den Nordwesten Deutschlands.
Kulturgeschichtlich vereint die Orgeltradition die Menschen hier
im Nordwesten und hat sie über die Jahrhunderte hinweg zusammenwachsen lassen. Das Konzert in der Der Aa-Kerk in Groningen
am 27. August im Rahmen des ebenfalls vom Musikfest Bremen
initiierten Arp-Schnitger-Festivals steht ganz in dieser Tradition.
Ich freue mich auf ein vielseitiges Festival mit einem Publikum
voller Grenzgänger!
Ihre
Monique Ruhe
Botschaftsrätin für Kultur und Kommunikation
Botschaft des Königreichs der Niederlande in Berlin, Deutschland
Margriet de Moor: »Der Virtuose« (Auszüge)
sowie Musik von Georg Friedrich Händel,
Giovanni Battista Pergolesi und Nicola Porpora
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EIN ABEND
FÜR SPANIENS
REICHES ERBE
Über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren
spannt sich die stilistische Ligatur des Konzertes, das einem der profiliertesten Musikidiome
Europas gewidmet ist: Man kann Spanien eben
nicht überhören!
Isaac Albéniz’ »Suite espagnol« trägt ihr nationales
Bekenntnis schon im Titel. Die acht Tänze, die der
Komponist 1886 zu seiner Suite zusammenband,
nutzen die Vielfalt der regionalen Tradition, um einzelne Landschaften und ihre Kultur zu beschreiben.
Dabei entwirft Albéniz das farbige und von Rhythmik
bestimmte Portrait seiner Heimat, das ursprünglich
als Kammermusik gedacht war und hier in der
Fassung für großes Orchester erklingt.
Der Franzose Maurice Ravel hat sich in die Genealogie der spanischen Musik hineingeschrieben, ohne
damit ein nationales Pathos zu verbinden. Ravel
interessierte schlicht die musikalisch berückende,
hypnotische Wirkung dieser iberischen Musiktradition. Sein letztes großes Werk, das Klavierkonzert
G-Dur, speist sich denn auch aus mehreren nationalen Wurzeln. Der berühmte Peitschenschlag zur
SO / 04. SEPT / 20 UHR
TICKETS: 73,- / 63,- / 53,- / 38.- / 20,- EUR (ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
SPANISCHE VARIATIONEN
ORQUESTRA DE CADAQUÉS
GABRIELA MONTERO Klavier
JAIME MARTÍN Dirigent
Isaac Albéniz: Auszüge aus der »Suite española« op. 47
(Fassung für Orchester)
Maurice Ravel: Klavierkonzert G-Dur
Manuel de Falla: »El sombrero de tres picos« (»Der Dreispitz«),
Suite Nr. 1 für Orchester
Juan Crisóstomo de Arriaga: Sinfonía a gran orquesta
ORQUESTRA DE CADAQUÉS
1988 feierte das Musikfestival
im katalonischen Cadaqués
an der Costa Brava Premiere.
Das Orchester, das hierfür zusammengestellt worden war,
blieb auch nach dem Ereignis
zusammen und entwickelte sich zu einem festen Klangkörper. Als Residenzorchester der Stadt und als Pool talentierter
junger Musiker ist das Orquestra de Cadaqués heute eines
der innovativsten Ensembles in ganz Spanien.
GABRIELA MONTERO
Eröffnung ist nur ein Signal, dem eine raffinierte
Mischung des spanischen Tonfalls mit den Trübungen des Blues und weichen Jazz-Harmonien folgt.
Ein Werk, das der schwerkranke Ravel wie ein Erbe
kurz vor seinem Tod hinterließ: »Dieser fließende
Ausdruck! Wie ich ihn Takt für Takt überarbeitet habe!
Er brachte mich beinahe ins Grab!«
Einen biographischen Gegenentwurf zu Ravel bot
Manuel de Falla. Der in Cádiz Geborene gilt zwar als
einer der Heroen spanischer Nationalmusik im 20.
Jahrhundert, verbrachte jedoch nicht wenig Zeit in
Frankreich und erwies sich stets als Bewunderer der
impressionistischen, leichten Kompositionsweise
des Gastlandes. Sein »Dreispitz« bringt tänzerischen Schwung mit, denn ursprünglich war die
Musik für die Ballets Russes Sergei Djagilew gedacht.
Nach mehreren Überarbeitungen wurde es 1917 in
London als »El sombrero de tres picos« aufgeführt
und bescherte de Falla einen internationalen Erfolg.
Das Überraschende ist, dass der Komponist weder
Volksmelodien zitiert noch das typische Instrumentarium wie Gitarren verwendet – und doch kommt
einem alles spanisch vor.
Auch an der Bedeutung des Komponisten Juan
Crisóstomo de Arriaga für das musikalische Nationalbewusstsein Spaniens und an seinem
außergewöhnlichen Talent besteht kein Zweifel,
wenngleich ihm sehr wenig Lebenszeit blieb, um
den Titel »Spaniens Mozart« einzulösen, den ihm
Zeitgenossen verliehen. Er war noch keine 20 Jahre
alt, als er 1826 an Tuberkulose starb. Im Todesjahr
vollendete er noch seine Sinfonía a gran orquesta,
die zwischen Dur- und Moll-Tonalität changiert und
farbenfroh instrumentiert ist. Das Werk präsentiert
sich angesichts der schweren Lebensumstände als
ungewöhnlich leichtes Werk. Auch hier bleibt Arriaga
ganz Mozart.
Die venezolanische Pianistin
und Komponistin Gabriela
Montero hat sich nicht nur
durch ihre Werktreue zu einer
der interessantesten Musikerinnen ihrer Generation entwickelt. Ihre Kunst zur Improvisation – im klassischen Konzertsaal nicht unbedingt verbreitet – wird von Dirigenten
und Mitspielern wie Martha Argerich gerühmt.
JAIME MARTÍN
Der Flötist Jaime Martín zählte
zu den Gründungsmitgliedern
des Orquestra de Cadaqués
und überzeugte bei vielen Soloauftritten mit internationalen Spitzenorchestern als Interpret und Dirigent. Im Jahr 2011 wurde er zum Ersten
Dirigenten und Co-Chefdirigenten »seines« Orquestra de
Cadaqués berufen. Martín leitete u. a. auch das London Philharmonic Orchestra und das Royal Scottish Orchestra.
DIE BREMER KREDITBANK AG
PRÄSENTIERT SPRÜHENDE
LEIDENSCHAFT FRANZÖ­
SISCHER UND SPANISCHER
MEISTERWERKE
Bienvenue und bienvenida zu einem fulminanten Konzertabend
des Orquestra de Cadaqués mit Gabriela Montero! Wir freuen
uns sehr, Ihnen eine mitreißende Auswahl französischer und
spanischer Meisterwerke präsentieren und Sie auf eine KlassikMusikreise mit mediterranem Feuer entführen zu dürfen. Die
Leitung hat Chefdirigent Jaime Martín, Gründungsmitglied und
langjähriger Erster Flötist des Ensembles.
In der ersten Hälfte des Abends stehen Auszüge aus der »Suite
española« von Isaac Albéniz auf dem Programm, gefolgt von
Maurice Ravels Klavierkonzert G-Dur. Gabriela Montero wird das
Klavierkonzert sicher auf ganz eigene Weise interpretieren, kein
Wunder, ist sie doch für ihre große Improvisationsgabe bekannt,
die ihr zusammen mit ihrem besonderen Talent bereits zahlreiche
Preise und Ehrungen eingebracht hat.
Temperamentvoll spanisch geht es weiter mit der ersten Suite
aus der Ballettmusik »Der Dreispitz« des Andalusiers Manuel de
Falla. Ihr folgt eine faszinierend unkonventionelle Sinfonie des zu
Unrecht vergessenen spanischen Komponisten Juan Crisóstomo
de Arriaga.
Unter Jaime Martíns Leitung und Gabriela Monteros fesselndem
Klavierspiel entwickelt das Orquestra de Cadaqués dabei eine
Eigenständigkeit, Intensität und Dynamik, die auf diesem hohen
Niveau ihresgleichen sucht.
Auch unsere Bank ist bestrebt, in ihrer Eigenständigkeit auf demselben hohen Niveau und mit ebenso viel Verve jeden einzelnen
Kunden zu begeistern. Deshalb ist es uns wie in jedem Jahr eine
Herzensangelegenheit, das Musikfest Bremen zu unterstützen
und mit Ihnen gemeinsam einen unvergesslichen Kulturabend
zu verbringen.
Stephan Cartier
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04
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EIN HAUCH
FELLINI DARF
NICHT FEHLEN
BRUSSELS JAZZ ORCHESTRA
Das Brussels Jazz Orchestra (BJO) wurde 1993 von dem
Saxophonisten Frank Vaganée gegründet. Die 16-köpfige
Bigband hat seitdem mit einer Vielzahl stilistisch höchst
unterschiedlicher Komponisten und Arrangeure zusammengearbeitet, darunter Maria Schneider, die mit ihrer eigenen
Bigband neue Maßstäbe gesetzt hat, der Jazz-Avantgardist
Dave Liebman oder der eher klassisch ausgerichtete Kenny
Werner. Daneben hat das Brussels Jazz Orchestra mit einer
Reihe von Gastsolisten von Philip Catherine über McCoy
Tyner, Richard Galliano bis zu Toots Thielemanns Aufnahmen
gemacht; bisher sind 18 CDs des BJO erschienen. Das BJO
genießt die Unterstützung der Regierung von Flandern.
BERT JORIS
präsentiert von
SO / 04. SEPT / 18 UHR
TICKETS: 35,- / 30,- / 25,- EUR (ERM. 20 %)
Theater an der Blinke, Leer
THE MUSIC OF ENRICO PIERANUNZI
BRUSSELS JAZZ ORCHESTRA
BERT JORIS Trompete
ENRICO PIERANUNZI Klavier
Werke von Enrico Pieranunzi (arr. Bert Joris)
Bert Joris wurde 1957 in Antwerpen geboren. Er studierte
zunächst Klavier, Geige und Kontrabass, bis er sich als
14-Jähriger für die Trompete entschied. Sein Studium am
Antwerpener Konservatorium brach er ab, als er sich dem
Jazz widmete. Als Solist spielte er in namhaften Bigbands,
darunter das Metropole Orkest, die Bigbands von NDR und
WDR und natürlich das Brussels Jazz Orchestra, für das er
auch komponiert und arrangiert. Bert Joris ist außerdem
Lehrer an der Swiss Jazz School in Bern.
ENRICO PIERANUNZI, BERT JORIS &
BRUSSELS JAZZ ORCHESTRA
Auf die Frage, welcher Jazzmusiker ihn am meisten beeinflusst habe, hat der italienische Pianist
Enrico Pieranunzi vor vielen Jahren als erstes den
Saxophonisten Charlie Parker genannt, weil er
durch ihn verstanden habe, was Jazz sei, wie seine
Harmonien und Phrasierungen, fernab von den
technischen Erfordernissen, funktionieren müssen, damit das richtige Feeling entstehen kann.
In Pieranunzis Spiel ist dieser Einfluss nicht unbedingt festzustellen, eher ist eine Nähe des Italieners
zu einigen Jazzpianisten wie Lennie Tristano, Art
Tatum und sicherlich auch Bill Evans zu erkennen.
Zu Ersterem in Pieranunzis intensiver Betonung
der Bassfiguren, mit Tatum verbindet ihn das große
technische Können und mit Evans die kontemplative
Durchforschung seines melodischen Materials. Daneben zählt der Pianist auch einige Komponisten der
E-Musik zu seinen Einflüssen: Bach, Debussy, Hindemith, Milhaud und Copeland hat er immer wieder
angeführt. Überhaupt ist der klassisch ausgebildete
Pianist über viele Jahre zweigleisig gefahren, hat
zum einen mehr als 40 Jazz-Alben unter seinem
Namen veröffentlicht, sich aber weiterhin auch
immer mit der E-Musik auseinandergesetzt, was
in jüngster Zeit zu bemerkenswerten Platten mit
Werken von Scarlatti, Bach und Händel führte, die
er mit Improvisationen konfrontiert. In seiner Heimat
ist der Pianist, der seit Mitte der 1970er Jahre Alben
veröffentlicht, schon lange eine gefeierte Größe, im
übrigen Europa und in den USA hat er sich erst später
einen Namen gemacht, obgleich amerikanische
Jazzsolisten bei ihren Europatourneen besonders
gern den virtuosen italienischen Pianisten buchten.
Das Brussels Jazz Orchestra, das sich in der Vergangenheit häufig in seinen Programmen mit einzelnen
Musikern beschäftigt hat, beauftragte vor zwei Jahren den belgischen Trompeter und Flügelhornisten
Bert Joris damit, einige Stücke Pieranunzis für die
Bigband zu arrangieren. Darüber hinaus gelang es,
den Pianisten selbst sowie Bert Joris als Solisten
zu gewinnen. Die erwähnten mehr als 40 Alben,
die Pieranunzi veröffentlicht hat, boten natürlich
eine riesige Fundgrube, aus der Bert Joris nur eine
kleine Auswahl für das Projekt treffen konnte. Die
im vorigen Jahr erschienene CD »The Music of
Enrico Pieranunzi« enthält acht Stücke, mit denen
die kompositorische Bandbreite des Italieners gut
abgedeckt wird: Es finden sich filmische Ausleuchtungen in dem Titel »Fellini’s Waltz« (von einer
CD, die sich mit Fellinis Filmmusiken beschäftigt),
ausgemacht rhythmisch vertracktes Spiel in dem
schnellen »Newsbreak«, Romantik in der verhangenen Ballade »With my heart in a song« und ein wenig
Laszivität in »Coralie«. Dieses Programm wird das
Brussels Jazz Orchestra mit den Solisten Bert Joris
und natürlich dem Pianisten Enrico Pieranunzi beim
Musikfest Bremen vorstellen.
Christian Emigholz
ENRICO PIERANUNZI
Enrico Pieranunzi wurde 1949 in Rom geboren. Er erhielt
schon mit fünf Jahren Klavierunterricht und wurde von
seinem Vater mit Jazz bekannt gemacht. Er nahm ein klassisches Klavierstudium auf, das er 1972 mit dem Konzert­
diplom abschloss, bewegte sich aber weiterhin sowohl im
Jazz als auch in der Klassik. Mitte der 1970er Jahre begann
er Platten zu veröffentlichen und begleitete immer wieder
prominente Jazzmusiker wie Chet Baker, Lee Konitz, Paul
Motian, Charlie Haden oder Johnny Griffin, mit denen er teilweise auch Platten aufnahm. 1989 wurde er in Italien zum
Musiker des Jahres gewählt. Er ist Gastdozent an mehreren
europäischen und amerikanischen Hochschulen. 1994 veröffentlichte er zudem ein Buch über den Pianisten Bill Evans.
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CONCERTO DE’ CAVALIERI &
MARCELLO DI LISA
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Unter der Leitung von Marcello Di Lisa hat sich das Concerto de’ Cavalieri mit seinem
lebhaften und elegantschwingenden Stil den Ruf
eines der aufregendsten italienischen Originalklang-Ensembles erworben. Es tritt regelmäßig bei Festivals in Italien als auch im Ausland auf und
arbeitet mit renommierten Solisten wie Sara Mingardo,
­Vivica Genaux, Ann Hallenberg, Daniela Barcellona, Max
Emanuel Cencic und Furio Zanasi zusammen. Bekannt für ihr
Engagement, in Archiven schlummernde Schätze der Vergessenheit zu entreißen, haben sie zahlreiche Aufnahmen
mit Weltersteinspielungen vorgelegt.
NEAPOLITANISCHE
FESTMUSIK
DEUTSCHE ERSTAUFFÜHRUNG EINES
MYSTERIÖSEN MEISTERWERKES
DIE SOLISTEN
Die in Bozen geborene lyrische Koloratursopranistin Gemma
Bertagnolli ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe.
Auftritte bei den Salzburger Festspielen, dem Maggio Musicale Fiorentino, an der Mailänder Scala, dem Rossini Festival
Pesaro, am Théâtre des Champs-Elysées Paris sowie bei
den Festivals von Montreux-Vevey, Ambronay und Beaune
haben sie zu einer der gefragtesten Vertreterinnen ihres
Fachs werden lassen.
Filippo Mineccia, Countertenor aus Florenz, schloss seine
Ausbildung am Luigi Cherubini-Konservatorium seiner Heimatstadt mit Auszeichnung ab. Mit Auftritten in zahlreichen
Opernpartien von Händel, Scarlatti, Vivaldi und Gasparini
mit Ensembles wie Il Complesso Barocco, La Capella della
Pietà de’ Turchini, Accademia Bizantina, Divino Sospiro, I
Barocchisti und La Folia Barockorchester hat er sich einen
Namen gemacht.
Das Repertoire des norwegischen Tenors Magnus Staveland
umfasst neben zentralen Partien seines Fachs bei Mozart,
Haydn und Gluck auch Monteverdi, Händel, Vivaldi, Cavalli
und Scarlatti. Mit diesen Rollen gastierte er u. a. an der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Teatro
Real Madrid, dem Théâtre de la Monnaie in Brüssel sowie
am Schlosstheater Drottningholm oder beim Festival d’Aixen-Provence.
Der gebürtige chilenische Bariton Christian Senn ist vor
allem für Partien aus Belcanto- und Barockopern sowie für
sakrale Werke von Bach sehr gefragt. Mit Dirigenten wie
Riccardo Muti, Riccardo Chailly oder Fabio Biondi hat er nicht
nur an Bühnen in seiner Wahlheimat Italien, sondern auch in
Häusern wie dem Wiener Konzerthaus, Théâtre du Châtelet
Paris, der Staatsoper Berlin oder der Kanagawa Hall in Yokohama Erfolge gefeiert.
präsentiert von
DI / 06. SEPT / 20 UHR
TICKETS: 35,- / 30,- / 25,- EUR (ERM. 20 %)
St. Laurentius Kirche, Langförden
NEAPOLITANISCHE FESTMUSIK
CONCERTO DE’ CAVALIERI Instrumentalensemble
GEMMA BERTAGNOLLI Sopran (Erminia)
FILIPPO MINECCIA Countertenor (Tancredi)
MAGNUS STAVELAND Tenor (Polidoro)
CHRISTIAN SENN Bass (Pastore)
MARCELLO DI LISA Leitung
Arcangelo Corelli: Concerto grosso D-Dur op. 6/4
Alessandro Scarlatti: »Erminia, Tancredi, Polidoro e Pastore«,
Serenata für vier Stimmen und Instrumente (Neapel, 1723)
Am 20. Juni 1723 war Neapel Schauplatz eines
rauschenden Festes! Anlass waren die pompösen
Hochzeitsfeierlichkeiten von Ferdinando Colonna,
Prinz von Stigliano, mit seiner Angetrauten Maria
Luisa Caracciolo di Santobono. Gefeiert wurde
diese adelige Vermählung im Palazzo des Bräutigams an der Via Toledo, der damaligen Prachtmeile
der süditalienischen Hafenmetropole. Um das Fest
auch musikalisch gebührend zu begehen, wurden
keine Kosten und Mühen gescheut.
Der schon über 60-jährige Alessandro Scarlatti,
Hauptmeister der sogenannten »Neapolitanischen
Schule«, wurde beauftragt, eine Serenata – eine
im Freien aufgeführte vokal-instrumentale Huldigungsmusik – in der Struktur einer Mini-Oper zu
schreiben: »Erminia, Tancredi, Polidoro e Pastore«.
Es dürfte das letzte vollendete Werk des 1725 in
Neapel gestorbenen Komponisten gewesen sein –
und geriet nach der Uraufführung in Vergessenheit.
Da nur die Partitur des ersten, rund 75-minütigen
Teils erhalten blieb, galt die Serenata lange Jahre
als unvollendet. Der Fund des einzig vollständig
erhaltenen Textbuches in der Biblioteca Casanatense
in Rom belegt jedoch eine zweiteilige Aufführung.
Gleichwohl taucht in dieser Quelle – ungewöhnlich
für die damalige Zeit – nirgendwo der Name des
Librettisten auf, was Anlass zu Spekulationen gab.
Die Titelrolle der Erminia wurde nämlich von dem
damals erst 18-jährigen, aber bereits weithin berühmten Kastraten Carlo Broschi – heute besser
bekannt als Farinelli – gesungen. Da dieser in
Neapel bereits seit 1720 als blutjunger Sänger mit
dem bis heute ebenfalls berühmten Dichter Pietro
Metastasio zusammen gearbeitet hatte, kamen
Gerüchte auf, Metastasio sei auch der Librettist von
Scarlattis Serenata – belegen ließen sie sich indes
bis heute nicht.
Die Handlung beruht auf einem Auszug aus dem
Kreuzzugsepos »Gerusalemme liberata« von Torquato Tasso: Erminia, Prinzessin von Antiochien,
hat ihr Volk verraten für die Liebe zum christlichen
Kriegsherren Tancredi, der wiederum Clorinda liebt.
Da ihre Liebe nicht erwidert wird, sucht Erminia
Zuflucht bei einem Hirten, wo Polidoro sie findet.
Als dieser Tancredi seine Liebe zu der unbekannten
Schönheit gesteht, hält jener sie für Clorinda …
Die reiche musikalische Sprache Scarlattis zeigt den
Altmeister noch einmal auf der Höhe seiner Kunst.
Geschickt vereint er in seinem »Schwanengesang«
die Merkmale des spätbarocken Pathos’ seiner
Generation und die Elemente eines neuen galanten
Stils, der bereits nachkommende Komponisten wie
Leonardo Vinci, Giovanni Battista Pergolesi oder
Niccoló Jommelli vorwegnimmt. Am fernen Horizont
leuchtet sogar bereits die Musik eines Wolfgang
Amadeus Mozart auf!
Nachdem Marcello Di Lisa und sein Concerto de’
Cavalieri im Oktober 2011 am Ort der Uraufführung
in Neapel die Wiedererstaufführung von Scarlattis
Serenata gestalteten und mit dieser u. a. 2014 beim
Festival von Dubrovnik und 2015 beim Festival de
Radio France et Montpellier gastierten, bescheren
sie nun dem Musikfest Bremen in Langförden die
deutsche Erstaufführung von Scarlattis Meisterwerk.
Carsten Preisler
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GAUTIER CAPUÇON
FRANK BRALEY
Gautier Capuçon hat sich
längst als einer der führenden
Cellisten seiner Generation
etabliert und sorgt regelmäßig mit seinen Aufnahmen
und Konzerten für Aufsehen.
Der Gewinner zahlreicher erster Preise bei renommierten
Wettbewerben spielt als Solist mit den großen Orchestern
weltweit und als leidenschaftlicher Kammermusiker regelmäßig bei großen Festivals in ganz Europa. Gautier Capuçons Diskographie spiegelt sein großes Können und seine
Vielfalt und liest sich, was die Namen der beteiligten Künstler betrifft, wie ein Who is Who der Klassik-Stars.
Als 22-Jähriger feierte er seinen
ersten großen Wettbewerbserfolg, der ihm weltweit die Türen
großer Konzertsäle öffnete: Pia­
nist Frank Braley, 1968 geboren in Corbeil-­Essonnes/Frankreich, gewann nach einem ausgezeichneten Studium am
Pariser Konservatorium den 1. Preis beim Königin-ElisabethWettbewerb. Er gibt Recitals, Orchester- und Kammerkonzerte
in Europa, Asien und Nordamerika. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen neben Gautier und Renaud Capuçon u. a. Paul
Meyer, Gérard Caussé, Éric le Sage, Emmanuel Pahud, Mischa
Maisky und Maria João Pires.
AUS BEETHOVENS
SCHAFFEN FÜR
CELLO UND KLAVIER
Der junge Beethoven war ab 1792 in Wien, wo er »Mozarts Geist aus Haydns
Händen empfangen« sollte, wie ihm sein Gönner Graf Ferdinand Waldstein
wünschte. Die Variationenwerke für Cello und Klavier stammen aus jenen
ersten Jahren in Wien. Man benutzte populäre Themen aus Opern und
anhand der Drucke lässt sich die Beliebtheit der unterhaltenden Gattung
erkennen. Über vierzig bedeutende Variationenwerke für alle Instrumente
und besonders für Klavier hat Beethoven geschrieben.
Die Variation – von lateinisch »variare, verändern« – ist eine seit der gregorianischen Musik übliche kompositorische Technik, die im Laufe der Jahrhunderte
natürlich vollkommen unterschiedliche Aspekte enthielt. In der Klassik und der
Romantik wurde die melodische, dynamische, rhythmische und harmonische
Veränderung eines Themas neben der Sonatenhauptsatz- und der Rondoform
eine der zentralen Gattungen sowohl für Soloinstrumente als auch für Orchester.
Die Komposition von Sonaten jedoch war Neuland,
denn für sie gab es in der Musikgeschichte noch
kein Vorbild. Gleichzeitig markieren die fünf Sonaten
Nahtstellen von Beethovens Schaffen und führen
vom Frühwerk des Opus 5, in dem Soloinstrument
und Klavier sich erst emanzipieren mussten, über
die in der Nähe zur »Pastorale«-Sinfonie angesiedelten Sonate op. 69, die die Morgenröte der Romantik
erahnen lässt, zum völlig autonomen Spätwerk, das
mit den Sonaten op. 102 eingeläutet wird.
Beethoven hat 1796, 1808 und 1815 seine fünf
Cellosonaten komponiert, die gleichzeitig ein »erster
Höhepunkt der Gattung« (Alfred Beaujean) wurden.
Die beiden Sonaten op. 5 sind dem cellospielenden
König Friedrich Wilhelm II. gewidmet, einem großen
Liebhaber des Violoncellos, das er auch selbst
spielte. Die Cellosonate op. 69 stammt aus der Zeit,
in der Beethovens Taubheit weit fortgeschritten war:
Sie hatte sich seit 1798 abgezeichnet und 1802 zur
Niederschrift des erschütternden »Heiligenstädter
Testaments« geführt, mit dem der 32-Jährige sich
von der Welt verabschiedet.
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ES WERDE LICHT:
MIT DEM SOUND DES
JEAN-PHILIPPE RAMEAU
Entweder man war für ihn oder gegen ihn. Eine
Alternative bot Jean-Philippe Rameau dem Publikum anscheinend nicht. Die zeitgenössischen
Berichte über die Aufnahme seiner Werke und die
Diskussion um seine Stellung bei Hofe machten
deutlich, dass man mit seiner Person mehr verband als »nur« Musik.
Rameau, der mit 50 Jahren sehr spät seine erste
Oper veröffentlichte, »Hippolyte et Aricie«, wurde
im kulturellen Kosmos von Versailles durch Ludwig
XV. zum legitimen Nachfolger Jean-Baptiste Lullys
protegiert. Jahrzehntelang hatte dieser als buntschillernde Eminenz den französischen Opernstil
geprägt. Rameau, der Neuerungen einführte und
den strengen französischen Stil durch Einflüsse
aus Italien zu ergänzen versuchte, spaltete also
die Musiknation. Als Verräter von den Lullyisten
denunziert, von seinen Anhängern als Retter der
französischen Schule gefeiert, markierte Rameaus
Schaffen die Wende vom Spätbarock zur Klassik.
Ute Schalz-Laurenze
TEODOR CURRENTZIS
MI / 07. SEPT / 20 UHR
TICKETS: 30,- / 20,- EUR (ERM. 20 %)
Gustav-Heinemann-Bürgerhaus, Bremen-Vegesack
DUO FURIOSO
GAUTIER CAPUÇON Violoncello
FRANK BRALEY Klavier
Ludwig van Beethoven: 12 Variationen über ein Thema aus Händels »Judas
Maccabäus« G-Dur WoO 45, Sonate für Violoncello und Klavier F-Dur op. 5/1,
12 Variationen über »Ein Mädchen oder Weibchen« aus Mozarts »Zauberflöte« F-Dur op. 66, Sonate für Violoncello und Klavier A-Dur op. 69
Geboren wurde er in Athen,
seine Karriere ist aber auf das
engste mit der russischen
Kultur verbunden. In St. Petersburg als Dirigent ausgebildet, reüssierte er zunächst an
der Oper in Nowosibirsk, seit 2011 ist er Opernchef in Perm
am Ural. Currentzis gilt als einer der eigenwilligsten Dirigenten der jüngeren Generation, seine intensive Art der Musikaneignung ist bereits legendär. Zu seinen größten Erfolgen
zählen Einspielungen der Mozart-Opern »Le nozze di Figaro« und »Così fan tutte« sowie Purcells »The Indian
Queen«.
DO / 08. SEPT / 20 UHR
TICKETS: 63,- / 53,- / 43,- / 33,- / 20,- EUR (ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
THE SOUND OF LIGHT
MUSICAETERNA
ROBIN JOHANNSEN Sopran
TEODOR CURRENTZIS Dirigent
»The Sound of Light«: Ausschnitte aus Suiten und Opern
von Jean-Philippe Rameau
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DIE DEUTSCHE FACTORING BANK
PRÄSENTIERT:
TEODOR CURRENTZIS UND
MUSICAETERNA
Für eine lange Zeit waren die Werke des französischen Komponisten Jean-Philippe Rameau so gut wie vergessen. Heute
hingegen gehören sie zum Standardrepertoire der berühmtesten
Barockensembles auf der ganzen Welt.
Ähnlich verhält es sich mit dem Finanzierungsbaustein Factoring,
also dem Verkauf von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an ein Factoringinstitut: Während vielen Unternehmen die
Vorteile des Factorings früher kaum bekannt waren, wird es heute
gerade von mittelständischen Firmen als flexibler Finanzierungsbaustein geschätzt, um Risiken abzusichern und Liquidität zu
generieren. Allein die Deutsche Factoring Bank hat im letzten Jahr
ein Factoringvolumen von über 12 Mrd. Euro bewegt.
Als seit über 40 Jahren eng mit dem Mittelstand verbundenes
Bremer Unternehmen freuen wir uns deshalb ganz besonders,
Ihnen gemeinsam mit der Philharmonischen Gesellschaft ein
Konzert präsentieren zu dürfen, das die Werke des musikalischen
Genies Rameau auf geradezu atemberaubende Weise zum Leben
erwecken wird. Ladys and Gentlemen: Erleben Sie den jungen
Ausnahmedirigenten Teodor Currentzis, der inzwischen selbst
als Genie gilt und in den größten europäischen Opernhäusern für
Furore sorgt – einen »modernen Dionysos«, dessen Konzerte
das Kulturmagazin »titel, thesen, temperamente« treffend als
»kontrollierte Explosionen« beschrieben hat.
Wie im letzten Jahr beim unvergessenen Auftaktkonzert des
Musikfest Bremen, wird der im Ural lebende Grieche das international gefeierte russische Orchester MusicAeterna dirigieren.
Zu hören sind dann auch Werke, die sich auf der CD »The Sound
of Light« finden – jener Einspielung, mit der Teodor Currentzis
und MusicAeterna im Herbst 2014 dem Schaffen Rameaus genau
250 Jahre nach dessen Tod ein musikalisches Denkmal setzten,
das Klassikfreunde in aller Welt begeistert.
Auch denjenigen, denen solche historischen oder
musik-ideologischen Aspekte einerlei sind, hat die
Musik Jean-Philippe Rameaus heute viel zu sagen,
ist sich Teodor Currentzis sicher: »Das überwältigendste Phänomen des Lebens ist das Licht.
Es schenkt uns das Leben selbst, den Atem, die
Liebe. Wie kann man Menschen, die nie den Kuss
der Sonnen gespürt haben, das Licht erklären? Ich
würde ihnen Musik von Rameau vorspielen«.
Die musikalische Anthologie, die Teodor Currentzis
aus dem Œuvre Rameaus zusammengestellt hat,
lässt keinen Zweifel an diesem Urteil. Das Opernschaffen steht dabei im Mittelpunkt – neben dem
Klavier das wichtigste Spielfeld Rameaus. Die gefälligen und gleichzeitig raffiniert durchkomponierten
Arien, Ouvertüren, Suiten und Interludien seiner
großen Opern wie »Les Indes galantes«, »Castor
et Pollux«, »Naïs« oder »Zoroastre« beschwören
das mythologische Kolorit des höfischen Versailles
herauf. Es ist eine Zeit, die noch glaubte, vom
Glanz eines der Sonne verwandten Monarchen
erleuchtet werden zu können. In dieser ganz und gar
vergangenen Epoche entdeckt Currentzis Momente,
die in ihrem Minimalismus ungemein modern sind.
Für ihn bietet Rameaus Musik heute alles für Hörer,
»die nach einer neuen Klarheit suchen, nach einer
tieferen Wahrheit über sich selbst. Es ist wie mit
jenen schwierigen Gesprächen über sich selbst,
über die existentiellen Dinge des Lebens, die man
führen muss, denen man aber immer aus dem Wege
geht. Da kann man nichts vortäuschen, man kann
nicht lügen, man kann sich nicht verstecken. Aber
irgendwann muss man sich dieser Aufgabe stellen«.
Und welch’ Glück, dass man dabei wunderbare Musik
erleben kann.
Stephan Cartier
MUSICAETERNA
Musik kennt bei ihnen keine Epochengrenzen, Musik ist
ewig. So ließen sich der Name und das Programm des wohl
innovativsten russischen Kammerorchesters auf den gemeinsamen Punkt bringen. 2004 von Teodor Currentzis in
Nowosibirsk gegründet, wechselte das Ensemble hochbegabter Talente sieben Jahre später mit ihm ans Opernhaus
Perm. Auch als Tourneeorchester feierte MusicAeterna in
den vergangenen Jahren international Triumphe, u. a. mit
Purcells »The Indian Queen« in Madrid und London, die in
einer neuen Konzertfassung auch beim diesjährigen Abschlusskonzert des Musikfest Bremen zu erleben sein wird.
ROBIN JOHANNSEN
Die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen kam
2002 nach Deutschland als
Stipendiatin der Deutschen
Oper Berlin. Von 2003 bis
2005 war sie dort Ensemblemitglied, von 2005 bis 2007 an der Oper Leipzig. Seitdem
freischaffend tätig, hat sich Robin Johannsen vor allem in
Partien aus Barock-, Mozart- und Belcanto-Opern an international renommierten Bühnen etabliert. Ihr Musikfest-Debüt
gab sie in 2015 als Konstanze in Mozarts »Entführung aus
dem Serail«, eine Partie, die sie auch 2014 bei einer CDAufnahme sowie einer internationalen Tournee unter der
Leitung von René Jacobs interpretiert hat. Zu ihren letzten
Engage­ments zählten Emma in Telemanns »Emma und
Eginhard« und Giuturna in Agostino Steffanis »Amor vien dal
destino« an der Berliner Staatsoper sowie die Smorfiosa in
Florian Leopold Gassmanns »L’Opera seria« am Théâtre
Royal de la Monnaie Brüssel.
PHILHARMONISCHE
GESELLSCHAFT BREMEN
Der Bremer Bürgersinn ist traditionell geprägt vom Engagement
über das »Zweckdienliche« hinaus. Selbstständig geführt oder
kooperierend mit kommunalen oder anderen Trägern, bietet unsere
Stadt eine einmalige kulturelle Vielfalt, in der Tradition und gegenwärtige Zeit sich anregend durchmischen. Die Philharmonische
Gesellschaft hat es verstanden, in 190 Jahren verlässlich und
flexibel Partner, Veranstalter, Förderer und Anreger des Musiklebens in Bremen zu sein.
Ihr zentrales Anliegen war es, Musik in all ihren Ausprägungen und
Formaten zur Aufführung zu verhelfen, das Neue mit zu entdecken,
die Rezeption in der ganzen Breite der Gesellschaft zu ermöglichen
und den Ausführenden bestmögliche Interpretationsbedingungen
zu bieten! »Quality first« ist ein Orientierungsmerkmal für die
Arbeit des Vorstandes der Philharmonischen Gesellschaft im
Dienst seiner Mitglieder. Bis heute geschieht sie ehrenamtlich,
das heißt, dass Mitgliedsbeiträge und Fördermittel in höchstem
Maße der Zweckbestimmung zufließen.
Die Philharmonische Gesellschaft Bremen setzt sich mit »offenen
Ohren« für Musikprojekte in Bremen ein: mit ihrer achtteiligen
Kammerkonzertreihe, die mit ihren hochkarätigen Künstlern im
norddeutschen Raum einmalig ist, mit der Förderung der Bremer
Philharmoniker und des Musikfest Bremen, mit der Unterstützung
des Musiklebens an Schulen und an der Universität Bremen und
vielem mehr.
Beste Noten für Bremen!
Mit 190 Jahren Erfahrung sind wir weiterhin mit Liebe und Begeisterung im Einsatz für eine klingende Stadt.
Nähere Informationen erhalten Sie in unserem gesonderten Vorschauheft, im Internet unter www.philharmonische-gesellschaftbremen.de und über die Geschäftsstelle bei Dr. Ulrich Matyl, Telefon:
0421-25 75 180, [email protected]
70|71
08
09
gefördert durch die
DO / 08. SEPT / 19 UHR
TICKETS: 30,- / 20,- EUR (ERM. 20 %)
Forum Alte Werft, Papenburg
METROPOLE ORKEST & KURT ELLING
METROPOLE ORKEST
KURT ELLING Gesang
JULES BUCKLEY Leitung
KURT ELLING
Kurt Elling wurde 1967 in Chicago geboren. Er sang im Kirchenchor seines Vaters und spielte diverse Instrumente.
Seine weitere, zunächst klassisch ausgerichtete musikalische Ausbildung erhielt er am Gustavus Adolphus College
in Minnesota sowie an der Universität in Chicago, bis er
mit dem Jazz in Kontakt kam. Er begann in Jazzclubs zu
singen, bis er 1995 sein Debütalbum »Close your eyes«
aufnahm. Das brachte ihm umgehend einen Vertrag beim
Jazzlabel Blue Note ein, und die CD wurde für den Grammy
nominiert, aber nicht gewählt. Ähnliches passierte ihm noch
sieben weitere Male, bis er 2009 für »Dedicated to you« den
Grammy erhielt. Danach sind seine Alben noch zwei weitere
Male nominiert worden. Kurt Elling, der lange Zeit seiner
Geburtsstadt treu blieb, lebt seit 2008 in New York.
ALTE BEKANNTE
AUF NEUEN WEGEN
KURT ELLING UND
DAS METROPOLE ORKEST
Das niederländische Pop- und Jazz-Orchester
Me­tropole Orkest und der amerikanische JazzVokalist Kurt Elling haben schon einige Male zusammengearbeitet. So waren sie vor drei Jahren
auch beim Musikfest Bremen in einem gefeierten
Konzert zu erleben. Dem Sänger aus Chicago liegt
die Spielweise des Metropole Orkest, das aus einer
Bigband, einem kompletten Streichersatz sowie
diversen zusätzlichen Holzbläsern besteht, denn
dieses wohl letzte europäische Rundfunktanzorchester leuchtet seinen warmen Bariton überaus
gefühlvoll aus.
Die großen klanglichen Möglichkeiten sowie die
Tatsache, dass es sich um ein eingespieltes Team
handelt, machen das Metropole Orkest für viele Stars
sehr attraktiv, so dass viele Künstler aus den Sparten
Jazz, Rock und Pop regelrecht den Kontakt suchten
und suchen. Die Liste der Musiker, mit denen das
Orchester kooperiert hat, reicht von Ella Fitzgerald
bis Al Jarreau, von Bono (U2) bis zu Elvis Costello,
um nur ganz wenige Namen zu nennen.
Kurt Elling wiederum tritt auch in seiner Heimat nicht
selten mit großen Formationen aus Bigband plus
Streicherensemble auf. Auch auf dem jüngsten, im
vorigen Jahr publizierten Album »Passion World« hat
sich der Jazzsänger von einem Orchester begleiten
lassen. Elling hat damit – der Titel lässt es schon
ahnen – ein globales Album mit einem breitgefächerten Repertoire von Liedern aus Brasilien,
Deutschland, Irland, Island, Kuba, Schottland und
Spanien vorgelegt. Bei dem deutschen Lied handelt
es sich übrigens um eines von Johannes Brahms
aus dessen Zyklus »Liebesliederwalzer, op. 52«,
was ziemlich ambitioniert für einen Jazzsänger
ist. Aber Kurt Elling besitzt ein feines Gespür für
Interpretationen und hat sich durch scheinbare
Genregrenzen noch nie abhalten lassen. So sehr
der Jazzsänger die klassische Crooner-Tradition im
Stile von Frank Sinatra oder Tony Bennett fortführt,
so wenig lässt er sich bei seiner Songauswahl
auf die üblichen und erwartbaren Jazzstandards
festlegen. Dass er beispielsweise auch Songs der
Beatles in Jazz überführt, ist zwar heute längst
nicht mehr so ungewöhnlich, aber dass Elling auch
Songs der Artrockgruppe King Crimson oder der
Rockband Squeeze interpretiert, dagegen schon.
Eine weitere Spezialität des Sängers ist das Betexten
von Instrumentaltiteln. Im Laufe seiner Karriere hat
er durchaus anspruchsvolle Texte zu diversen Jazzkompositionen aus den Federn von John Coltrane,
Wayne Shorter oder Keith Jarrett geschrieben. Und
zwar exakt passende Verse, die den Gehalt der
Kompositionen genau erfassen, wobei es sich überwiegend um Stücke handelte, die zuvor von einer Gesangsstimme als uninterpretierbar galten. Man darf
gespannt sein, was der herausragende Jazzinterpret
Kurt Elling, der sowohl Crooner-Qualitäten mitbringt
als auch ein versierter Scat-Vokalist ist, in seinem
Programm mit dem Metropole Orkest vorstellen wird.
Vermutlich werden zumindest einige Songs seines
aktuellen Albums darunter sein.
Christian Emigholz
METROPOLE ORKEST &
JULES BUCKLEY
Das Metropole Orkest wurde
1945 unmittelbar nach Ende
des Zweiten Weltkrieges beim
Sender Radio Hilversum gegründet. Seit der Saison
2008/2009 ist Jules Buckley
als fester Gastdirigent mit dem niederländischen Metropole
Orkest verbunden, im Oktober 2013 trat er die Nachfolge von
Chefdirigent Vince Mendoza an. Der Komponist, Arrangeur
und Dirigent gilt als musikalischer Pionier, der die Grenzen
zwischen den zeitgenössischen Genres verschiebt.
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09
09
MICHAELIS-KANTATEN
ÜBERIRDISCHE KLÄNGE IM DOM ZU VERDEN
präsentiert von
FR / 09. SEPT / 20 UHR
TICKETS: 63,- / 53,- / 43,- / 28,- / 18,- EUR (ERM. 20 %)
Dom zu Verden
KANTATEN ZUM MICHAELISFEST
COLLEGIUM VOCALE GENT Chor und Instrumentalensemble
HANNAH MORRISON Sopran ALEX POTTER Altus
THOMAS HOBBS Tenor PETER KOOIJ Bass
PHILIPPE HERREWEGHE Leitung
Johann Sebastian Bach: Kantaten »Herr Gott, dich loben alle wir« BWV 130
»Man singet mit Freuden vom Sieg« BWV 149
»Laß Fürstin, laß noch einen Strahl« BWV 198 (Trauer-Ode)
Überaus klangprächtig und in reich instrumentiertem Gewand erklingen die drei Kantaten 130, 149
und 198. Sie stellen Irdisches und Himmlisches
gegenüber: Mit den Kantaten 130 und 149 erklingen zwei geistliche Kantaten zum Michaelistag
und in scheinbarem Kontrast dazu die weltliche
Trauerode BWV 198.
Der Michaelistag am 29. September feiert jenen
kämpferischen Erzengel, der in der neutestamentlichen Offenbarung des Johannes den Satan in
Gestalt des Drachens bezwingt und aus dem Reich
des Himmels auf die Erde hinabstößt. Dementsprechend martialisch-festlich bringt Bach in den beiden
Michaeliskantaten unter anderem drei Trompeten
und Pauken zum Einsatz, denen besonders im ersten
Teil der Kantate »Herr Gott, dich alle loben wir« an
Virtuosität alles abverlangt wird, wenn Bach die erste
Arie als großartig komponiertes Schlachtengemälde
sich entfalten lässt. Mag der kämpferische Duktus
auf den ersten Blick heute befremdlich anmuten,
der Sinn dieser »Schlacht« wird im zweiten Teil
offenkundig: Behütet von solch starken Engeln kann
uns nichts passieren, denn »so stellt sich in Gefahr /
noch itzt der Engel Hilfe dar«. Ganz ähnlich auch die
Botschaft der Kantate »Man singet mit Freuden vom
Sieg«, die mit noch etwas persönlicheren Tönen Gottes Engel besingt, die niemals von einem weichen,
sei es beim Gehen oder Stehen, beim Schlafen oder
schließlich beim Sterben.
Bachs Kantate 198 »Laß Fürstin, laß noch einen
Strahl« ist eine Auftragskomposition zu einer an
der Leipziger Universität abgehaltenen Trauerfeier
anlässlich des Todes von Christiane Eberhardine
von Brandenburg-Bayreuth, der Gattin August des
Starken, im Jahr 1727. Wegen ihrer Unabhängigkeit
wurde sie im Volk sehr geachtet – von ihrem Mann
weniger. Mit üppiger Bläser- und Continuobesetzung
vertonte Bach eine aus neun Strophen bestehende
Trauerode, die Johann Christoph Gottsched ebenfalls
für diesen Anlass dichtete. Sie umfasst persönliche,
direkt die Verstorbene würdigende und allgemein
betrachtende Elemente. Bach lässt sich allerdings
nicht nehmen, den strengen strophischen Bau mit
einer eigenen Gliederung zu überformen. Und anders
als in seinen Kirchenkantaten kann Bach hier ohne
Rücksicht auf beschränkte kirchliche Mittel klanglich
aus dem Vollen schöpfen, kann den Eingangschor
mit einem elfstimmigen Orchestersatz begleiten
lassen und vier Vokalsolisten zum Einsatz bringen.
Ihm gelingt so ein im Gegensatz zu den geistlichen
Kantaten deutlich »moderner« anmutendes plastisches Tableau großer Ausdrucksintensität.
Ulrich Matyl
COLLEGIUM VOCALE GENT &
PHILIPPE HERREWEGHE
2010 feierte das Collegium
Vocale Gent 40-jähriges Bestehen. Auf dem Gebiet der
vokalen klassischen Musik
hat sich das belgische Ensemble, gegründet von Phi­
lippe Herreweghe und seit 1996 regelmäßig im Musikfest
Bremen zu Gast, zweifellos Weltruf erworben. Hervorgegangen aus einer Gruppe befreundeter Studenten waren sie die
ersten, die die neuen Stilprinzipien bei der Interpretation
von Barockmusik an die vokale Musik anpassten. Eine der
großen Stärken der Sänger ist ihre Flexibilität, mit der sie
auf die verschiedensten Anforderungen reagieren. Das Repertoire reicht von selten aufgeführten Werken der Renaissance über die Romantik bis hin zu moderner Musik. Die
besondere Leidenschaft des Ensembles gilt seit jeher der
deutschen Barockmusik, insbesondere Johann Sebastian
Bach. Collegium Vocale Gent kann auf ein eigenes Barockorchester zurückgreifen. Mit Philippe Herreweghe hat sich das
Ensemble eine beeindruckende Diskografie geschaffen, die
mehr als 80 Aufnahmen umfasst.
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ROBERT CASTRO
10
09
Ausgebildet an der Yale School of Drama ist Robert Castro
ein viel beschäftigter Theater- und Opernregisseur. Engagements führten ihn nicht nur durch seine Heimat, die USA,
sondern u. a. auch an das Bolschoi Theater in Moskau, Teatro
Real in Madrid und zu den Wiener Festwochen.
MUSIK VERBINDET.
ENGAGEMENT BEFLÜGELT.
SETH REISER
TEODOR CURRENTZIS DIRIGIERT DIE
Die Biographien von MusicAeterna und Teodor Currentzis
finden Sie auf den Seiten 67–69.
INDIAN QUEEN
SA / 10. SEPT / 18 UHR
TICKETS: 83,- / 73,- / 58,- / 43,- / 25,- EUR (ERM. 20 %)
Die Glocke, Bremen
THE INDIAN QUEEN
MUSICAETERNA Chor und Orchester
JOHANNA WINCKEL Doña Isabel
PAULA MURRIHY Teculihuatzin
RAY CHENEZ Hunahpú
JARRETT OTT Don Pedro de Alvarado
THOMAS COOLEY Don Pedrarias Dávila
CHRISTOPHE DUMAUX Ixbalanqué
WILLARD WHITE SACERDOTE Maya
MARITXELL CARRERO Leonor
ROBERT CASTRO Einstudierung
SETH REISER Lichtdesign
TEODOR CURRENTZIS Dirigent
Henry Purcell: »The Indian Queen« Z 630 (konzertant)
Neue Fassung von Peter Sellars. Songtexte von John Dryden,
Katherine Philips, George Herbert u. a. gesprochene Texte aus Rosario
Aguilars Roman »The Lost Chronicles of Terra Firma«
»Das Unglaubliche an diesem Stück ist, dass es
wie Strawinsky ist – in der radikalen, aufregenden
Art und Weise, wie sich Theater, Tanz, Musik und
Bildende Kunst allesamt miteinander verbinden,
ohne dabei aber zu einer Suppe namens ›Oper‹
zu werden«, befand der Regisseur und BühnenEnthusiast Peter Sellars über Henry Purcells »Indian Queen«. Und in Zeiten des auftrumpfenden
Vegetarismus muss Sellars abschließendes Urteil
wie eine Huldigung klingen: »Es ist ein Salat, ein
kaltes Gericht, bei dem jede Zutat ihren Eigengeschmack behält«.
In dieser Eloge klingt das Bekenntnis zu einer der
interessantesten Opern-Produktionen der vergangenen Jahrzehnte nach. Die Semi-Opera »The Indian
Queen« von Henry Purcell gehört zum Besten, das
der Komponist geschrieben hat. Der viel zu frühe Tod
Purcells mit 35 Jahren ließ das Werk aber als Torso
zurück. Die Premiere im Theater an der Londoner
Drury Lane 1695 konnte nur zusammentragen, was
Purcell nach einem knappen Jahr der Arbeit hinterlassen hatte. Das Werk knüpfte denn auch nicht an
die großen Erfolge Purcells mit »Dido and Aeneas«
oder der »Fairy Queen« an, da die Oper immer an
ihrem fragmentarischen Charakter krankte, bis Peter
Sellars und Teodor Currentzis sich ihrer vor drei
Jahren annahmen.
Sellars trieb schon seit einem Vierteljahrhundert die
Idee um, »The Indian Queen« wieder zum Leben zu
erwecken. Er ließ neue Arien und »Songs« im Geiste
des Originallibrettos von John Dryden und Henry
Purcells Musik schreiben und schenkte gemeinsam
mit dem Musikalischen Leiter Teodor Currentzis der
Oper ein furioses Finale. Hinzu kam die Zusammenarbeit mit der nicaraguanischen Schriftstellerin Rosario Aguilar, aus deren Roman »The Lost Chronicles
of Terra Firma« Passagen integriert wurden.
Damit verknüpft Sellars die für ihn typische Aktualisierung historischer Stoffe mit der Wiederbelebung
der »Indian Queen«. Purcells Oper beschreibt nämlich kritisch das Wirken und Wüten der spanischen
Konquistadoren in Zentralamerika. Dass im Zentrum
der Oper die Liebesgeschichte zwischen der MayaKönigin Zempoalla und einem der spanischen Eroberer steht, ist den Regeln des Genres geschuldet. In
der Verdichtung gelingt es aber schon dem Original,
die Oper zu einem Statement gegen die Ausbeutung
zu machen. Umso authentischer wirkt diese Synthese aus Politik und Ästhetik in der Collagierung
Sellars’ und Currentzis’, die die historischen Linien
der politischen Unterdrückung in die 80er Jahre
des 20. Jahrhunderts bis zur nicaraguanischen
Revolution verlängern.
© Monika Lawrenz
Für Seth Reiser ist Licht ein natürlicher Mitspieler im Bühnengeschehen. Der Lichtdesigner aus New York hat seine
Kunst bei vielen internationalen Opern- und Theaterproduktionen bewiesen, so zum Beispiel bei Bachs MatthäusPassion in der Interpretation von Peter Sellars.
Jeder, der schon einmal selbst musiziert oder anderen beim Spielen
zugehört hat, kennt die vielfältige Wirkung, die Musik auf uns Menschen hat: Musik spendet Energie, Kraft und Glück. Sie erweitert den
Horizont, eröffnet neue Welten und stärkt das soziale Miteinander.
Durch unsere Musikförderung möchten wir erreichen, dass möglichst
viele Menschen die atemberaubende Wirkung von Tönen, Klängen und
Melodien erleben können. Denn Kultur und Kreativität sind wichtige
Motoren für Innovation und Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft.
In der Partnerschaft mit dem Musikfest Bremen verbinden sich auf
ideale Weise Standort- und Kulturförderung, zwei Anliegen, die uns
als Stiftung besonders wichtig sind.
Freuen Sie sich mit uns auf großartige Stunden voller Musik und auf
eindrucksvolle Begegnungen mit herausragenden Künstlerinnen
und Künstlern:
Schlossmusik auf Gödens
Samstag, 3. September, Schloss Gödens, Sande/Friesland
Metropole Orkest & Kurt Elling
Donnerstag, 8. September, Forum Alte Werft, Papenburg
The Indian Queen
Samstag, 10. September, Die Glocke, Bremen
Die Förderung von Kultur in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein,
Mecklenburg-Vorpommern und dem nordwestlichen Niedersachsen
ist zusätzlich zur Unterstützung von Bildung, Wissenschaft und
sozialem Engagement eines der Wirkungsfelder der NORD­METALLStiftung. 2004 vom Arbeitgeberverband NORDMETALL e. V. gegründet,
entwickelt, initiiert und begleitet die NORDMETALL-Stiftung Projekte,
die Signalwirkung für die Menschen im Norden haben.
NORDMETALL-Stiftung
www.nordmetall-stiftung.de
Stephan Cartier
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VERLEIHUNG DES
FÖRDERPREIS
DEUTSCHLANDFUNK
Seit 1998 verleiht das Musikfest Bremen zusammen mit Deutschlandradio den »Förderpreis
Deutschlandfunk« an hochbegabte Nachwuchskünstler – Interpreten, Dirigenten oder Komponisten –, die am Beginn ihrer Karriere durch ihr Wirken
bereits beeindruckende Akzente gesetzt und sich
mit ihren individuellen Interpretationsansätzen für
eine bedeutende internationale Karriere empfohlen
haben. Der »Förderpreis Deutschlandfunk« bietet
jungen Künstlern eine praktische Hilfestellung für
die weitere erfolgreiche Etablierung im internationalen Kulturbetrieb. Der Sachpreis ermöglicht
ihnen neben ihrem Engagement beim Musikfest
Bremen eine praktische Hilfestellung, indem er
ihren bereits erfolgreichen Einstieg in die Musikszene um eine wichtige Komponente erweitert:
Als »Artist in Residence« gehen sie für ein Jahr
mit dem preisstiftenden Sender eine enge Bindung
ein, indem sie Studio-Aufnahmen sowie eine CDProduktion realisieren.
In diesem Jahr zeichnen das Musikfest Bremen und
Deutschlandfunk mit dem »Förderpreis Deutschlandfunk« einen jungen französischen Künstler aus,
der in nur wenigen Jahren mit Virtuosität, Ausdruckskraft und Originalität dem Cembalo eine völlig neue
Aufmerksamkeit beschert hat: Jean Rondeau.
Der junge Franzose, 1991 geboren, war bereits mit
sechs Jahren gefesselt von dem Instrument, als er
dessen Klang das erste Mal hörte. »Ich habe es im Radio
gehört. Ich wusste nicht, was es war, aber ich sagte zu
meinen Eltern: Ich möchte wirklich gerne diesen Klang
erzeugen.« Zehn Jahre lang studierte er Cembalo bei
Blandine Verlet, nahm anschließend außerdem Unterricht in Generalbass, Orgel, Klavier, Komposition, Jazz
und Improvisation und schloss weiterführende Studien
in Chordirigieren, Komposition und Musikwissenschaft
am Pariser Konservatorium und an der Guildhall School
of Music and Drama in London mit Auszeichnung ab.
Seinen Durchbruch erlebte er 2012, als er mit gerade
einmal 21 Jahren der jüngste Gewinner des CembaloWettbewerbs des Musica Antiqua Festivals in Brügge
sowie Träger des European Union Baroque Orchestra
Development Trust Awards wurde.
Mit seinem Einsatz für das Cembalo rückt Jean Rondeau
auch einige Missverständnisse und Vorurteile über sein
Lieblingsinstrument zurecht. Seine Blütezeit hatte es
im Barock, kam aber ab 1800 aus der Mode. Zum
einen war es nach der Französischen Revolution
das Instrument, welches abwertend mit dem König
und der absolutistischen Monarchie in Verbindung
gebracht wurde, und zum anderen wurde es von den
meisten Komponisten des 19. Jahrhunderts als zu
motorisch oder ausdrucklos erachtet und zugunsten
des klangstärkeren Hammerklaviers links liegen
gelassen. Erst die Pariser Weltausstellung von 1889
leitete eine erste Renaissance des Cembalos ein und
führte dazu, dass diese Instrumente wieder mehr
und mehr gefragt waren. Doch auch noch heute
verbinden viele unwillkürlich mit dem Klang des
Cembalos allein gepuderte Perücken, Kniebundhosen bei den Herren und ausladende Reifröcke bei den
Damen. Da bedarf es schon eines »Enfant terrible«
wie Jean Rondeau, um diesen einseitigen Klischees
mit einem erfrischenden Zugang und gleichzeitig
technischer Brillanz beherzt entgegenzutreten.
Neben seinem Cembalo-Spiel ist Jean Rondeau
jedoch nicht nur als Pianist und Organist, sondern
auch als Komponist aktiv und gründete dafür das
Jazz-Ensemble Note Forget. Diese ungemein vielseitigen Facetten zeigt er dem Musikfest-Publikum
in seinen drei Konzerten im diesjährigen Festivalprogramm.
Herzlichen Glückwunsch zum »Förderpreis Deutschlandfunk«, Jean Rondeau!
PREISTRÄGER FÖRDERPREIS DEUTSCHLANDFUNK:
Tanja Tetzlaff (1998)
Aniello Desiderio (1999)
Julia Fischer (2000)
new art saxophone quartet (2001)
Nicola Jürgensen (2002)
Sergey Khachatryan (2003)
Yu Kosuge (2004)
Lera Auerbach (2005)
Patricia Kopatchinskaja (2006)
Kristian Bezuidenhout (2007)
Antoine Tamestit (2008)
Cinquecento (2009)
Spira mirabilis (2010)
Sophie Pacini (2011)
Davit Melkonyan & Mikayel Balyan (2012)
Chiaroscuro Quartet (2013)
Leonard Elschenbroich (2014)
Simone Rubino (2015)
Jean Rondeau (2016)
19. FÖRDERPREIS
DEUTSCHLANDFUNK:
ZUKUNFT SCHAFFEN
Warum fördern wir junge Künstler? Weil wir den Nachwuchs stärken wollen! Weil wir dem Musikleben für die Zukunft weiterhin gute
Chancen bieten möchten! Den Wechsel der Generationen wollen
wir mitgestalten. Wir sehen uns in der Verantwortung, jungen
Musikern beim Karrierestart einen zusätzlichen Schub zu geben,
auch bei der Produktion und Präsentation von Musik. Talentierte
Nachwuchsmusiker zu unterstützen, ihnen Öffentlichkeit und
Entfaltungsräume zu schaffen, sie einige Zeit zu begleiten – dies
sehen wir als eine unserer Aufgaben an.
Das Deutschlandradio mit seinen Programmen hat Möglichkeiten
dazu, und es blickt auf lange Traditionen des Förderns zurück.
Deutschlandradio Kultur beispielsweise mit seinem Sendeplatz
»Einstand«. Deutschlandfunk in Gestalt seiner »Raderbergkonzerte« oder mit dem »Forum neuer Musik«, und beide bundesweiten Programme mit ihrem Engagement etwa beim Deutschen
Musikwettbewerb. Die Liste ist damit noch lange nicht am Ende.
Hier und heute fördern der Deutschlandfunk und das Musikfest
Bremen gemeinsam.
Nicht nur, dass der Deutschlandfunk diverse Bremer Konzerte
aufzeichnet und dann bundesweit überträgt – am Ende der
ersten Festwoche wird der begehrte »Förderpreis Deutschlandfunk« verliehen. Der nunmehr 19. Förderpreisträger ist der
junge französische Musiker Jean Rondeau, geboren 1991, ein
außergewöhnlicher Cembalist, der mit jugendlicher Vitalität und
überragendem technischen Können nicht nur die Alte Musik
vergegenwärtigt, sondern auch als Multiinstrumentalist und
Komponist Genregrenzen überschreitet. Herzlichen Glückwunsch!
Christoph Schmitz
Leiter der Musikabteilung im Deutschlandfunk
Carsten Preisler
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GESAMTPROGRAMM DES
MUSIKFEST BREMEN 2016
SA / 20. AUG / AB 19.30 UHR
EINE GROSSE NACHTMUSIK
Eröffnungsfest mit diversen Künstlern
an 9 Spielstätten rund um den Marktplatz
präsentiert von EWE, swb, OHB und WESER-KURIER
SO / 21. AUG / 16 UHR
FR / 26. AUG / 18 UND 20 UHR
Schlossmuseum, Jever
SCHLOSSMUSIK IN JEVER
FAURÉ QUARTETT
präsentiert von EWE
in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland
SA / 27. AUG / 20 UHR
Die Glocke, Bremen
FAMILIENKONZERT:
MAGIC PIANO & THE CHOPIN SHORTS
DINARA KLINTON Klavier
SO / 21. AUG / 17 UHR
Unser Lieben Frauen Kirche, Bremen
BACH & SÖHNE
JEAN RONDEAU Cembalo & ENSEMBLE
eine Veranstaltung der Benefiz-Konzertreihe
»Grundton D« des Deutschlandfunks
Großer Saal der Handelskammer Bremen,
Standort Bremerhaven
SA / 27. AUG / 20 UHR
KAMMER-KONZERT
KELEMEN QUARTET
ANDREAS OTTENSAMER Klarinette
präsentiert von der Handelskammer Bremen – IHK
für Bremen und Bremerhaven
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL IV:
REISE DURCH DIE JAHRHUNDERTE
DAVID HIGGS Orgel
SO / 21. AUG / 19.30 UHR
Der Aa-Kerk, Groningen (NL)
ROMEO UND JULIA
EUROPA GALANTE & SOLISTEN
FABIO BIONDI Dirigent
präsentiert von EWE
SO / 28. AUG / 18 UHR
TANCREDI
ACCADEMIA BIZANTINA & SOLISTEN
OTTAVIO DANTONE Dirigent
präsentiert von der Bremer Landesbank
gefördert durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung
SO / 28. AUG / 19 UHR
ALSO SPRACH ZARATHUSTRA
RUNDFUNK-SINFONIEORCHESTER BERLIN
JACQUELYN WAGNER Sopran
VLADIMIR JUROWSKI Dirigent
präsentiert von der SIKORA AG
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL V:
EIN FEST FÜR BUXTEHUDE
GLI ANGELI GENÈVE
FRANCIS JACOB Orgel
DO / 25. AUG / 20 UHR
MO / 29. AUG / 21 UHR
ROMANTIK IN VOLLENDUNG
BREMER PHILHARMONIKER
RAY CHEN Violine
MARKUS POSCHNER Dirigent
MUSIKFEST SURPRISE I:
ORIENT TRIFFT OKZIDENT
NAÏSSAM JALAL Flöte & RHYTHMS OF RESISTANCE
präsentiert von der ShoppingWelt dodenhof
und team neusta
St. Cyprian- und Corneliuskirche, Ganderkesee
präsentiert von EWE
präsentiert von FIDES
DO / 25. AUG / 17 UHR
DI / 30. AUG / 20 UHR
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL I:
MEISTER DER NORDDEUTSCHEN ORGELSCHULE
KRZYSZTOF URBANIAK Orgel
GRUBINGER & FRIENDS
MARTIN GRUBINGER JUN. Schlagzeug
MARTIN GRUBINGER SEN. Schlagzeug
ALEXANDER GEORGIEV Schlagzeug
FERZAN UND FERHAN ÖNDER Klavier
präsentiert von Berenberg
Kirche St. Nicolai, Cuxhaven-Altenbruch
DO / 25. AUG / 20 UHR
Kirche St. Jacobi, Cuxhaven-Lüdingworth
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL II:
DEUTSCH-NIEDERLÄNDISCHE STILVERBINDUNGEN
JÉRÔME MONDÉSERT Orgel
MI / 31. AUG / 21 UHR
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST SURPRISE III:
IMPROVISATIONSTALENTE
NOTE FORGET:
JEAN RONDEAU Klavier VIRGILE LEFEBVRE Saxophon
SÉBASTIEN GRENAT Schlagzeug
ERWAN RICORDEAU Bass
präsentiert von der ShoppingWelt dodenhof
MUSIKFEST SURPRISE IV:
VOM LICHT ZUM LICHTE
TIGRAN HAMASYAN Klavier
YEREVAN STATE CHAMBER CHOIR
präsentiert von der ShoppingWelt dodenhof
und BLG LOGISTICS
FR / 02. SEPT / 19 UHR
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST GOES OVERSEAS
METROPOLE ORKEST
CHRISTIAN SCOTT ATUNDE ADJUAH Trompete
SNARKY PUPPY
JULES BUCKLEY Leitung
präsentiert durch Mercedes-Benz Werk Bremen
und BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven
FR / 02. SEPT / 19 UHR
Freilichtmuseum am Kiekeberg,
Rosengarten-Ehestorf
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
Die Glocke, Bremen
AMERICAN SPIRIT
DIE DEUTSCHE KAMMERPHILHARMONIE BREMEN
THOMAS HAMPSON Bariton KRISTJAN JÄRVI Dirigent
präsentiert durch die Sparkasse Bremen
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MI / 24. AUG / 20 UHR
Die Glocke, Bremen
Die Glocke, Bremen
DO / 01. SEPT / 21 UHR
Die Glocke, Bremen
Oldenburgisches Staatstheater
MI / 31. AUG / 20 UHR
POLKA, LÄNDLER, TANGO & CO
CAREL KRAAYENHOF Bandoneon & ENSEMBLE
MERLIN ENSEMBLE WIEN
präsentiert von EWE
SA / 03. SEPT / 20 UHR
Die Glocke, Bremen
Die Glocke, Bremen
DI / 30. AUG / 21 UHR
L’ORFEO
L’ARPEGGIATA & SOLISTEN
ROLANDO VILLAZÓN Tenor
MAGDALENA KOŽENÁ Mezzosopran
CHRISTINA PLUHAR Leitung und Theorbe
gefördert durch die Karin und Uwe Hollweg Stiftung
SA / 03. SEPT / 18 UND 20 UHR
Schloss Gödens, Sande/Friesland
BLG-Forum Überseestadt, Bremen
MUSIKFEST SURPRISE II:
CONNECTION
EMPIRICAL
präsentiert von der ShoppingWelt dodenhof
SCHLOSSMUSIK AUF GÖDENS
EMMANUEL PAHUD Flöte
MARIE-PIERRE LANGLAMET Harfe
gefördert durch die NORDMETALL-Stiftung
in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Friesland
KLAVIERABEND
DANIIL TRIFONOV Klavier
präsentiert durch die Deutsche Bank
DI / 30. AUG / 20 UHR
SO / 04. SEPT / 11 UHR
Jagdschloss Clemenswerth, Sögel
Schloss Oldenburg
FR / 26. AUG / 19 UHR
CEMBALISSIMO!
JEAN RONDEAU Cembalo
LITERARISCH-MUSIKALISCHES KABINETT
IL GIRATEMPO & PHILIPP MATHMANN Sopranist
MARGRIET DE MOOR Lesung
KRISTINA MAIDT-ZINKE Konzept und Moderation
in Zusammenarbeit mit der Botschaft
des Königreichs der Niederlande
FR / 26. AUG / 20 UHR
Die Glocke, Bremen
Kirche St. Peter und Paul, Cappel
ARP-SCHNITGER-FESTIVAL III:
200 JAHRE SCHNITGER- ORGEL IN CAPPEL
PIETER VAN DIJK Orgel
präsentiert von der Bremer Landesbank
präsentiert von EWE
VERANSTALTUNGSORTE
TICKETSERVICE
BREMEN UND BREMERHAVEN
TICKET-SERVICE IN DER GLOCKE
Domsheide 6 – 8, 28195 Bremen
Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr
ATLANTIC GRAND HOTEL
Bredenstraße 2, 28195 Bremen
SO / 04. SEPT / 20 UHR
Die Glocke, Bremen
SPANISCHE VARIATIONEN
ORQUESTRA DE CADAQUÉS
GABRIELA MONTERO Klavier
JAIME MARTÍN Dirigent
präsentiert von der Bremer Kreditbank AG
BLB
Domshof 26, 28195 Bremen
BLG -FORUM ÜBERSEESTADT
Am Speicher XI 11, 28217 Bremen
DIE GLOCKE
Domsheide 6 8, 28195 Bremen
GUSTAV-HEINEMANN-BÜRGERHAUS
Kirchheide 49, 28757 Bremen
SO / 04. SEPT / 18 UHR
Theater an der Blinke, Leer
HAUS DER BÜRGERSCHAFT
Am Markt 20, 28195 Bremen
THE MUSIC OF ENRICO PIERANUNZI
BRUSSELS JAZZ ORCHESTRA
BERT JORIS Trompete
ENRICO PIERANUNZI Klavier
HAUS SCHÜTTING
Am Markt 13, 28195 Bremen
präsentiert von EWE
DI / 06. SEPT / 20 UHR
LANDGERICHT
Domsheide 16, 28195 Bremen
TELEFONISCHE KARTENBESTELLUNG
Tel.: 0421/33 66 99
KARTENBESTELLUNG PER E-MAIL
www.musikfest-bremen.de
KARTEN-RESERVIERUNGEN
Unabhängig von der gewünschten
Anzahl von Karten gegen eine
Pauschalgebühr von 4 Euro
KARTEN-VERSAND
Für einen Postversand berechnen wir eine
Pauschalgebühr von 6 Euro (inkl. Reservierungsgebühr)
Wir akzeptieren Visa und Eurocard!
ABENDKASSE
Eine Stunde vor Konzertbeginn, nur
Barzahlung möglich (außer Glocke)
RATHAUS, OBERE HALLE
Am Markt 21, 28195 Bremen
WEITERE VORVERKAUFSSTELLEN IN
BREMEN UND BREMERHAVEN
NEAPOLITANISCHE FESTMUSIK
CONCERTO DE’ CAVALIERI & SOLISTEN
MARCELLO DI LISA Leitung
präsentiert von der Bremer Landesbank
ST. PETRI DOM
Sandstraße 10 – 12, 28195 Bremen
MI / 07. SEPT / 20 UHR
HANDELSKAMMER BREMEN
IHK FÜR BREMEN UND BREMERHAVEN
Friedrich-Ebert-Straße 6, 27570 Bremerhaven
WESER-KURIER/BREMER NACHRICHTEN
Kartenshop im Pressehaus Bremen
Martinistraße 43, 28195 Bremen
Tel.: 0421/36 36 36
und in allen regionalen Zeitungshäusern
www.weser-kurier.de/ticket
St. Laurentius Kirche, Langförden
Gustav-Heinemann-Bürgerhaus, Bremen-Vegesack
DUO FURIOSO
GAUTIER CAPUÇON Violoncello
FRANK BRALEY Klavier
DO / 08. SEPT / 20 UHR
Die Glocke, Bremen
THE SOUND OF LIGHT
MUSICAETERNA
ROBIN JOHANNSEN Sopran
TEODOR CURRENTZIS Dirigent
präsentiert von der Deutschen Factoring Bank
in Zusammenarbeit mit der Philharmonischen
Gesellschaft Bremen
UNSER LIEBEN FRAUEN KIRCHE
Unser Lieben Frauen Kirchhof 27, 28195 Bremen
IN DER REGION
DOM ZU VERDEN
Domstraße 18, 27283 Verden
TOURIST-INFORMATIONEN DER BTZ
im Hauptbahnhof und im
Kontorhaus am Markt (Langenstraße 2 – 4)
EMSLANDMUSEUM
SCHLOSS CLEMENSWERTH
49751 Sögel/Emsland
BREMER KARTENKONTOR
Zum alten Speicher 9, 28759 Bremen
FORUM ALTE WERFT
Ölmühlenweg 9, 26871 Papenburg
FREILICHTMUSEUM AM KIEKEBERG
Am Kiekeberg 1, 21224 Rosengarten-Ehestorf
KIRCHE ST. JACOBI LÜDINGWORTH
Jacobistraße 23, 27478 Cuxhaven-Lüdingworth
DO / 08. SEPT / 19 UHR
KIRCHE ST. NICOLAI ALTENBRUCH
Bei den Türmen, 27478 Cuxhaven-Altenbruch
METROPOLE ORKEST & KURT ELLING
METROPOLE ORKEST
KURT ELLING Gesang
JULES BUCKLEY Leitung
gefördert durch die NORDMETALL-Stiftung
KIRCHE ST. PETER UND PAUL CAPPEL
Arp-Schnitger-Straße, 27632 Cappel
Forum Alte Werft, Papenburg
FR / 09. SEPT / 20 UHR
Dom zu Verden
KANTATEN ZUM MICHAELISFEST
COLLEGIUM VOCALE GENT & SOLISTEN
PHILIPPE HERREWEGHE Leitung
präsentiert von EWE
SA / 10. SEPT / 18 UHR
Die Glocke, Bremen
THE INDIAN QUEEN
MUSICAETERNA & SOLISTEN
TEODOR CURRENTZIS Dirigent
gefördert durch die NORDMETALL-Stiftung
NORDSEE-ZEITUNG BREMERHAVEN
Obere Bürger 48, 27568 Bremerhaven
WEITERE VORVERKAUFSSTELLEN IM NORDWESTEN
DELMENHORSTER KREISBLATT
Lange Str. 122, 27749 Delmenhorst
CUXHAVENER NACHRICHTEN
Kämmererplatz 2, 27472 Cuxhaven
EMS -ZEITUNG
Am Stadtpark 35, 26871 Papenburg
OLDENBURGISCHES STAATSTHEATER
Theaterwall 28, 26122 Oldenburg
PAPENBURG KULTUR
Hauptkanal rechts 72
26871 Papenburg
SCHLOSS GÖDENS
26452 Sande-Gödens
OSTFRIESEN-ZEITUNG
Mühlenstraße 57, 26789 Leer
SCHLOSS OLDENBURG
Schlossplatz 1, 26122 Oldenburg
TOURIST-INFORMATION OLDENBURG
Schlossplatz 16, 26122 Oldenburg
SCHLOSSMUSEUM JEVER
Schlossplatz 1, 26441 Jever
NORDWEST-ZEITUNG
Peterstraße 28 – 34, 26122 Oldenburg
sowie in allen Geschäftsstellen
ST. CYPRIAN- UND
CORNELIUSKIRCHE GANDERKESEE
Ring 14, 27777 Ganderkesee
ST. LAURENTIUS KIRCHE LANGFÖRDEN
Lange Straße 27, 49377 Vechta-Langförden
THEATER AN DER BLINKE
Blinke 39, 26789 Leer
FREILICHTMUSEUM AM KIEKEBERG
Am Kiekeberg 1
21224 Rosengarten-Ehestorf
VERDENER NACHRICHTEN
Große Straße 132, 27283 Verden
WILHELMSHAVENER ZEITUNG
Parkstraße 8, 26382 Wilhelmshaven
IN DEN NIEDERLANDEN
DER AA -KERK GRONINGEN
Akerkhof 2, NL 9711 Groningen
SERVICE-HOTLINE DER BREMER
TOURISTIK-ZENTRALE BTZ: 0421/30 800 10
Touristische Informationen,
Hotels, Tickets, Reiseangebote und mehr
CTS EVENTIM IN DER ÖVB - ARENA
Bürgerweide, 28209 Bremen
Tel.: 0421/35 36 37
SOWIE BEI ALLEN WEITEREN NORDWEST TICKET
PREMIUM VERKAUFSSTELLEN,
UNTER WWW.NORDWEST-TICKET.DE,
IM NORDWEST TICKET CALL CENTER UNTER
0421/36 36 36
UND BEI ALLEN CTS EVENTIM-VORVERKAUFSSTELLEN,
WWW.EVENTIM.DE
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SPONSOREN & PARTNER
Das Musikfest Bremen wird ermöglicht durch die Hauptsponsoren und -förderer:
Freunde und Förderer:
Konzertsponsoren und Partner:
KOOPERATIONSPARTNER
MEDIENPARTNER
Kulturpartner
MOBILITY PARTNER
BILDNACHWEIS
IMPRESSUM
DAS TEAM
Musikfest Bremen © fotoetage
Andreas Ottensamer © Anatol Kotte/Mercury Classics
Quatuor Ebène © Julien Mignot
Roy Hargrove © Andrea Boccalini
Europa Galante © Ana de Labra
Stephan MacLeod © Rebecca Bowring
Gothic Voices © Eric Richmond
Kelemen Quartet © Balazs Borocz-Pilvax Studio
Gli Angeli Genève © Rebecca Bowring
Laurène Durantel © Pascal Gerard
Signum Saxophone Quartet © Nadine Targiel
Vivica Genaux © Christian Steiner
Nelson Goerner © Jean-Baptiste Millot
Olga Scheps © Felix Broede/Sony Classical
Magic Piano © intermedia
Dinara Klinton © Emil Matveev
Andreas Ottensamer © Lars Borges/Mercury Classics
Valentina Farcas © Dario Acosta
Jacquelyn Wagner © Mary DuPrie
Vladimir Jurowski © Drew Kelley
Ray Chen © Sophe Zhai
Orgeln, Spielstätten © Patric Leo
Krzysztof Urbaniak © Wojciech Skulimowski
Jérôme Mondésert © Grégory Massat
Daniil Trifonov © Dario Acosta
Fauré Quartett © Mat Hennek
Jean Rondeau © Edouard Bressy
Olga Peretyatko © Daniil Rabovsky
René Barbera © Dario Acosta
Empirical © Tom Barnes
Note Forget © Katie Baillot
Tigran Hamasyan © Vahan Stepanyan
Thomas Hampson © Kristin Hoebermann
Kristjan Järvi © Franck Ferville
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
© Deutsche Welle
Snarky Puppy © Philippe Levy-Stab
Carel Kraayenhof Ensemble © Carel Kraayenhof
Ensemble
Marie-Pierre Langlamet © Marie-Pierre Langlamet
Emmanuel Pahud © EMI Classics
Philipp Mathmann © Sandra Konold
Margriet de Moor © Maria Neefjes
Orchestra de Cadaqués © Sonia Balcells
Gabriela Montero © Sheila Rock
Jaime Martín © Sonia Balcells
Marcello Di Lisa © Lorenzo Franzi
Frank Braley © King Records
Gautier Capuçon © Gregory Batardon
Teodor Currentzis © Robert Kittel/Sony
Robin Johannsen © Uwe Arens
Kurt Elling © Anna Webber
Philippe Herreweghe © Michiel Hendryckx
Das Magazin erscheint zum
MUSIKFEST BREMEN 2016 vom
20. August bis 10. September 2016.
Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Programmänderungen bleiben vorbehalten. Das Magazin wird zum Preis
von € 2,50 abgegeben.
LEITUNG
Prof. Thomas Albert
Intendant
Jörg Ehntholt
Geschäftsführer
HERAUSGEBER
Musikfest Bremen GmbH
INTENDANZ
Prof. Thomas Albert
GESCHÄFTSFÜHRUNG
Jörg Ehntholt
REDAKTION
Carsten Preisler
Silke Schneidewind
AUTOREN
Jochen Brünner
Dr. Stephan Cartier
Christian Emigholz
Dr. Harald Hodeige
Kristina Maidt-Zinke
Dr. Ulrich Matyl
Carsten Preisler
Ute Schalz-Laurenze
Dr. Dorothea Schröder
Harald Vogel
KOORDINATION
Carsten Preisler
Silke Schneidewind
DESIGN
kleiner und bold GmbH, Berlin
DRUCK
Müller Ditzen AG, Bremerhaven
KÜNSTLERISCHES BETRIEBSBÜRO
Uta Steinmetz
Bianca Yavuzsoy
Annabel Brown
KOMMUNIKATION & MARKETING
Carsten Preisler
Pressesprecher / Textredaktion
Inge Claassen
Assistenz Pressearbeit /
Online-Redaktion
Silke Schneidewind
Textredaktion
Sabine Hengesbach/in medias PR
Nationale und internationale PR
Marko Tews
Marketing / Vertrieb
ENGAGEMENT
Lisa Hogrebe
Sponsoring und Kooperationen
Annette Schneider
Musikalische Gesellschaft
REGIONALENTWICKLUNG
Annabel Brown
Arp-Schnitger-Festival /
Sinfoniekonzerte Wilhelmshaven
TECHNIK
Patric Leo
Technische Leitung
VERWALTUNG UND FINANZEN
Elisabeth Meier-Osten
Stephanie Cardell
TICKETING
Sibylle Raderschatt und
Claudia Logemann
Leitung Ticket-Service in der Glocke
(Elternzeitvertretung)
HOTELPARTNER
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DIE SPIELSTÄTTEN
IM ÜBERBLICK
JEVER
SANDE-GÖDENS
CUXHAVEN
SCHLOSSMUSEUM JEVER
SCHLOSS GÖDENS
KIRCHE ST. NICOLAI
ALTENBRUCH
KIRCHE ST. JACOBI
LÜDINGWORTH
CAPPEL
BREMERHAVEN
KIRCHE ST. PETER UND
PAUL CAPPEL
HANDELSKAMMER BREMEN
IHK FÜR BREMEN UND
BREMERHAVEN
Schlossplatz 1, 26441 Jever
26452 Sande-Gödens
Bei den Türmen
27478 Cuxhaven-Altenbruch
NEU: KOSTENLOSE NUTZUNG VON BUS UND
BAHN INNERHALB DES VBN
GRONINGEN (NL)
Für Musikfest-Veranstaltungen in den folgenden Spielorten gilt Ihre Eintrittskarte zugleich als Fahrkarte für die Busse, Straßenbahnen und Züge
des Nahverkehrs im gesamten Gebiet des VBN (Verkehrsverbund Bremen /
Niedersachsen) und zwar ab vier Stunden vor der Musikfest-Veranstaltung
bis Betriebsschluss des VBN: Bremen / Bremerhaven / Ganderkesee /
Oldenburg / Verden
BREMEN
ATLANTIC GRAND HOTEL
Bredenstraße 2, 28195 Bremen
Domshof 26, 28195 Bremen
BLG-FORUM ÜBERSEESTADT
Am Speicher XI 11, 28217 Bremen
DIE GLOCKE
Domsheide 6–8, 28195 Bremen
GUSTAV-HEINEMANNBÜRGERHAUS
Kirchheide 49, 28757 Bremen
Jacobistraße 23
27478 Cuxhaven-Lüdingworth
Cuxhaven
DER AA-KERK GRONINGEN
Akerkhof 2, NL 9711 Groningen
Arp-Schnitger-Straße
27632 Cappel
H
Cappel
MFB
HAUS DER BÜRGERSCHAFT
Am Markt 20, 28195 Bremen
HAUS SCHÜTTING
Am Markt 13, 28195 Bremen
LANDGERICHT
RATHAUS, OBERE HALLE
GANDERKESEE
OLDENBURG
ST. CYPRIAN- UND
CORNELIUSKIRCHE
GANDERKESEE
OLDENBURGISCHES
STAATSTHEATER
SCHLOSS OLDENBURG
LEER
PAPENBURG
SÖGEL/EMSLAND
THEATER AN DER BLINKE
FORUM ALTE WERFT
EMSLANDMUSEUM
SCHLOSS CLEMENSWERTH
Domsheide 16, 28195 Bremen
Am Markt 21, 28195 Bremen
ST. PETRI DOM
Sandstraße 10-12, 28195 Bremen
Friedrich-Ebert-Straße 6
27570 Bremerhaven
Jever
Sande
UNSER LIEBEN FRAUEN
KIRCHE
Bremerhaven
Unser Lieben Frauen Kirchhof 27
28195 Bremen
VBN
Rosengarten
BUS-SHUTTLE ZU KONZERTEN IN DER REGION
Das Musikfest Bremen bietet erneut einen Bus-Transfer an. So gelangen
Sie sicher und bequem von Bremen aus zu den Musikfest-Konzerten in der
Nordwest-Region und nach Groningen. Zentraler Abfahrts- und Ankunftsort
am Veranstaltungstag ist jeweils vor der Glocke an der Domsheide.
Bus-Tickets können ausschließlich beim Ticket-Service in der Glocke
(Tel. 0421 / 33 66 99, Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr) erworben werden.
Weitere Informationen finden Sie auf www.musikfest-bremen.de.
BLB
Ring 14, 27777 Ganderkesee
Blinke 39, 26789 Leer
Groningen (NL)
Schlossplatz 1, 26122 Oldenburg
Theaterwall 28, 26122 Oldenburg
Ölmühlenweg 9
26871 Papenburg
49751 Sögel/Emsland
ROSENGARTENEHESTORF
LANGFÖRDEN
VERDEN
FREILICHTMUSEUM
AM KIEKEBERG
ST. LAURENTIUS KIRCHE
LANGFÖRDEN
DOM ZU VERDEN
Oldenburg
VBN
Papenburg
Ganderkesse
Bremen
VBN
VBN
Am Kiekeberg 1
21224 Rosengarten-Ehestorf
Domstraße 18, 27283 Verden
Lange Straße 27
49377 Vechta-Langförden
Sögel
Verden
VBN
Langförden
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Musik, die Ihnen nicht
mehr aus dem Kopf geht.
Erleben Sie Deutschlands besondere Musikmomente live und
als Aufzeichnung in den Programmen von Deutschlandradio.
UKW, DAB+, Kabel, Satellit, Online, App.
deutschlandradio.de
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