Tourinformbüros Grenzübergang Nordungarn Tiefebene

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Tourinformbüros Grenzübergang Nordungarn Tiefebene
Tourinformbüros
Grenzübergang
Nordungarn
Tiefebene
Transdanubien
Balaton
Budapest und Umgebung
1100 Jahre
im Herzen Europas
Das Territorium Ungarns umfasst nicht einmal 100 000 Quadratkilometer, die
ungarische Sprache wird andernorts nicht gesprochen, ungarische Volkslieder
haben keine Ähnlichkeit mit den Volkweisen anderer Länder, dennoch lebt das
ungarische Volk seit mehr als 1100 Jahren in der Mitte Europas. Trotz der häufigen,
Menschen und Werte vernichtenden, schicksalsvollen Ereignisse in der ungarischen
Geschichte hat das Land solche besonderen Schätze und Sehenswürdigkeiten zu
bieten, um derentwegen Ungarn von vielen Gästen aus aller Welt besucht wird.
Die UNESCO nahm die ungarische Hauptstadt Budapest, die „Perle der Donau”,
wegen ihres einzigartigen Panoramas in die Liste des Weltkulturerbes auf.
Nach Island befindet sich in Ungarn der weltweit größte oberirdische
Thermalwasservorrat: Das Heilwasser aus mehreren hundert Quellen trägt zur
Regeneration des Gesundheitszustandes Tausender Menschen bei.
Der Balaton, der größte See Mitteleuropas, ist ein Paradies für Familien mit Kleinkindern,
für Segler und Erholungssuchende, die ihren Urlaub am Wasser verbringen möchten.
Was Ungarn Ihnen außerdem noch zu bieten hat, stellten wir für Sie in dieser Broschüre
zusammen.
Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Lesen und bleibende Erlebnisse im Herzen
Europas!
Budapest, Gellért-Bad
Ungarisches Tourismusamt • www.hungary.com
Balaton
Gödöllő, Königliches Schloss
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Budapest und Umgebung
Budapest
Budapest, Széchenyi-Kettenbrücke, im Hintergrund die Budaer Burg
Manche Menschen verlieben sich auf den ersten Blick in die ungarische Hauptstadt, andere lernen die Stadt erst einmal näher kennen, bevor
sie für sie zu schwärmen beginnen, in einem Punkt sind sich jedoch alle einig: Budapest ist eine der am schönsten gelegenen Städte der Welt.
Die majestätische Donau durchfließt die Stadt und teilt die Zwei-Millionen-Metropole in das bergige Buda und das flache Pest. Das Panorama
am Donau-Ufer erkannte die UNESCO als Teil des Weltkulturerbes an. Wer diesen Anblick nur ein einziges Mal bei abendlicher Beleuchtung
sah, kann ermessen, warum.
Wissenswertes über Budapest:
– Bereits vor fünfzigtausend Jahren war das Gelände bewohnt, ihren heutigen Namen erhielt die Stadt jedoch erst vor 128 Jahren: Bis zum
Jahre 1873 waren Óbuda, Buda und Pest selbständige Städte.
– Unter den Bergen der Stadt erstreckt sich ein zusammenhängendes Höhlensystem, in dem zahlreiche Thermalquellen entspringen. 80
Thermalquellen mit einer Wasserkapazität von täglich 70 Millionen Litern speisen 12 Heilbäder.
– Zu den Baudenkmälern der Stadt zählen das 2000 Jahre alte Amphitheater aus der Römerzeit, die 400 Jahre alten türkischen Bäder
und die typisch ungarischen, Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Gebäude im Jugendstil. Das einheitliche Stadtbild verdankt Budapest
den Anfang des 20. Jahrhunderts im eklektischen Stil erbauten eleganten „Mietspalästen”.
– Auch der Stadtverkehr weist einige Besonderheiten auf: Die erste Untergrundbahn des Kontinents verbindet seit mehr als 100 Jahren
die Innenstadt mit dem Stadtwäldchen. In den Budaer Bergen verkehren außerdem die drittälteste Bergbahn der Welt und eine
Waldkleinbahn, die von „Kinder-Eisenbahnern” betrieben wird.
– Dem Kulturinteressierten kann hier nur die Wahl zur Qual werden: 237 Denkmäler, 223 Museen und Galerien, 35 Theater, 90
Filmtheater, 2 Opernhäuser, 12 Konzertsäle, das abwechslungsreiche Programm von 200 Lokalen und Unterhaltungsstätten und die
von den Reisebüros organisierten Stadtbesichtigungen und Ausflüge mit Bus, Schiff und zu Fuß bieten den Budapest-Besuchern an
365 Tagen des Jahres ein auf die individuellen Wünsche ausgerichtetes Programm.
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Buda
Von den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt können wir nur die wichtigsten hervorheben.
Beginnen wir damit in Buda am rechten Ufer der Donau.
Eine Budapester Besonderheit ist, dass die Budaer Seite als die grüne Lunge der Stadt auch etliche
beliebte Ausflugsziele zu bieten hat: János-Berg, Normafa, Széchenyi-Berg, kleiner und großer Hárs-hegy
(Lindenberg), Remete-hegy (Mönchsberg), Hármashatár-hegy (Drei-Grenz-Berg) und Budakeszi Vadaspark
(Wildpark von Budakeszi) - sie alle gehören zum Landschaftsschutzgebiet von Buda. Wir empfehlen Ihnen
folgenden Ausflug: Fahren Sie mit der Zahnradbahn (die Station befindet sich 1 Haltestelle mit der
Straßenbahn 56 vom Moszkva tér entfernt) auf den Széchenyi-Berg, dann fahren Sie weiter mit der
Kindereisenbahn nach Hűvösvölgy. Die Kleinbahn streift auch den höchsten Punkt von Budapest, den JánosBerg (526 m), von hier gelangt man mit der Schwebebahn nach Zugliget. Die beiden zur Besichtigung
freigegebenen Höhlen sind die auf einer Länge von 500 Metern begehbare Pálvölgyi-Tropfsteinhöhle und die
300 Meter der Szemlő-hegyi-Höhle, die gleichzeitig auch eine Höhle mit Heilwirkung ist.
Óbuda
Die Überreste der Zivil- und Militärstadt Aquincum - des zweitausend Jahre alten römischen Vorgängers der
Stadt Budapest - zwei Amphitheater, mit Mosaiken geschmückte Villen, ein Militärbad und die Steinpfeiler
des Aquäduktes befinden sich im nördlichen Teil der Stadt. Das Aquincum-Museum (Szentendrei út 139.) ist
ein zusammenhängendes Ruinengelände mit wertvollen Funden wie bearbeiteten Steinen, Wandmalereien
und der antiken Orgel. Alte eingeschossige Häuser, kleine Restaurants und bemerkenswerte Museen ergeben
die einzigartige Atmosphäre des Óbudaer Hauptplatzes (Fő tér). In der Nähe befinden sich das Imre-VargaMuseum (Laktanya u. 7.), das die Werke seines Namensgebers, des bekannten zeitgenössischen Bildhauers
Imre Varga, vorstellt und auch das Vasarely-Museum (Szentlélek tér 6.), welches das gesamte Lebenswerk
des als Schöpfer der Op-Art weltbekannt gewordenen Győző Vásárhelyi betreut. Im Kisceller Museum (Kiscelli
út 108.) sind die außerordentlich reichen Sammlungen der Kunstwerke, die der Hauptstadt gewidmet sind,
und der ungarischen bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts zu besichtigen.
Der Budaer Burgberg
Der im 14. Jahrhundert errichtete und 400 Jahre später im Barockstil umgebaute königliche Palast diente
700 Jahre lang als Sitz der ungarischen Könige, heute sind darin die meistbesuchten Museen und Galerien
von Budapest untergebracht. Die Ungarische Nationalgalerie (Magyar Nemzeti Galéria, Gebäudeflügel B,
C, D) zeigt einen Querschnitt durch die ungarische Kunstgeschichte vom 10. Jahrhundert bis heute. Hier
kann man die Ausstellungen mittelalterlicher und aus der Zeit der Renaissance stammender Lapidarien,
Holzfiguren, Tafelbilder und Flügelaltäre aus der Gotik, die Kunst der Renaissance und des Barock, die
Sammlungen der Malerei des 19./20. Jahrhunderts und der Münzkunst besichtigen. Die Krypta der
Habsburger Palatine kann mit einem Museumsführer betreten werden. Das Budapester Historische
Museum (Budapesti Történeti Múzeum, Gebäudeflügel E) beherbergt die restaurierten Teile, die Kapelle,
die gotischen Statuen des mittelalterlichen Burgschlosses. In der Széchényi-Landesbibliothek
(Gebäudeflügel F), sind Kodizes aus dem Mittelalter und Teile der wertvollsten Sammlung des Königs
Matthias Corvinus, der Bibliotheca Corviniana ausgestellt, außerdem sind auch temporäre
Ausstellungen zu sehen. Das Museum Ludwig, präsentiert den Besuchern die Werke herausragender
ungarischer und ausländischer Vertreter der zeitgenössischen Kunst.
Die Budaer Hauptkirche mit dem kunstvoll verzierten steinernen Turm, die Matthias-Kirche, ist auch als
Kirche der heiligen Jungfrau Maria bekannt. Sie war mehrfach der Schauplatz von Krönungen und
Hochzeiten ungarischer Könige. Bei der Umgestaltung im neugotischen Stil zu Beginn des 19. Jahrhunderts wirkten die bekanntesten zeitgenössischen Künstler mit. In der Gruft befindet sich eine
Sammlung sakraler Kunstwerke, vom Frühjahr bis zum Herbst werden in der Kirche Konzerte
veranstaltet. Von der auf mittelalterlichen Mauern im neoromanischen Stil errichteten
Fischerbastei (Halászbástya) mit den sieben Türmen bietet sich eine herrliche Aussicht auf die
Stadt. Im Hintergrund befinden sich die aus dem 13./14. bzw. 15. Jahrhundert stammenden
Ruinen des Dominikanerklosters und der Kirche St. Nikolaus, die man mit architektonischer
Bravour in den Innenbereich des eleganten Hilton Hotels integriert hat. Der Dominikanerhof
des Hotels dient verschiedenen Freilichtveranstaltungen und Konzerten als Austragungsort.
Die beiden Zugänge des Burgviertels, den Wiener Torplatz (Bécsi kapu tér) und den Dísz
tér verbinden Straßen mit Bürgerhäusern, die auf mittelalterlichen Grundmauern
Konzert in der Matthias-Kirche
Fischerbastei
errichtet sind und denen die in den gotischen
Toreinfahrten vorhandenen Sitznischen einen
einzigartigen künstlerischen Wert verleihen.
Von dem unter dem Burgberg befindlichen 12
Kilometer langen Höhlensystem ist die Burghöhle auf einem Abschnitt von 1800 Metern im
Rahmen einer Führung begehbar. Das Museum
für Kriegsgeschichte veranschaulicht die historischen Ereignisse, das mittelalterliche jüdische
Gebetshaus stellt die Lebensweise des Budaer
Judentums vor. In dem barocken Erdődy-HatvanyPalais befinden sich die Musikinstrumenten-Raritäten des Museums für Musikgeschichte und die umfangreiche Handschriftensammlung des großen
ungarischen Komponisten Béla Bartók (1881-1945).
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Budapest und Umgebung
Rudas Bad
Gellértberg
Nur in wenigen Metropolen findet man inmitten der Stadt einen ähnlichen, unter
Naturschutz stehenden Berg. Auf dem Gipfel des Gellértberges wurde im Jahre 1851 eine
militärische Festung, die Zitadelle, erbaut. Heute dient sie touristischen Zwecken, von der
Aussichtsterrasse kann mann einen grenzenlosen Rundblick über die Stadt genießen.
Die in der Tiefe entspringenden Heilquellen speisen drei am Fuße des Gellértberges erbaute
Thermalbäder. Eines davon ist das eleganteste Thermalbad des Landes, das Gellért-Bad
(Kelenhegyi út 2-4.). Dort findet man Thermal-, Wannen-, Sprudel-, Wellen- und Schwimmbäder.
Die beiden anderen Bäder stammen aus der Zeit der Türkenherrschaft: das Rudas-Bad (Döbrentei
tér 9.) und das Rác-Bad (Hadnagy u. 8-10.). In beiden Bädern gibt es Thermal-, Dampf- und
Wannenbäder, im Rudas-Bad befindet sich auch ein Schwimmbecken.
Ebenfalls Denkmäler aus der Türkenzeit sind die auf dem Rosenhügel (Rózsadomb) befindliche
mohammedanische Pilgerstätte, die Türbe Gül Baba (Mecset u. 4.) und das mit einer Kuppel
geschmückte Király-Heilbad (Fő u. 82-84.), das über Thermal-, Wannen- und Dampfbäder verfügt.
Der im südlichen Teil der Stadt gelegene Ortsteil Budafok entwickelte sich aufgrund seiner ertragreichen
Weinberge zu einer Stadt des Weines und Sektes. Sehenswürdigkeiten sind das Kellerlabyrinth und das
Museum der Sektfabrik Törley (Kossuth L. u. 82-94.). Am Rand von Budafok befindet sich der Statuenpark
(Ecke Balatoni út-Szabadkai út), eine einmalige Sammlung der in der Zeit des Sozialismus geschaffenen
Statuen, die einst auf öffentlichen Plätzen standen. Es lohnt sich, die interessante Interieur-Ausstellung des
Nagytétényer Schlossmuseums (XXII. Stadtbezirk, Kastélypark u. 9-11.) und das Einkaufszentrum Campona
mit seinem Tropicarium, das die Fauna des Meeres vorstellt, in das Besichtigungsprogramm aufzunehmen.
Pest
Parlament
Opernhaus
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Begibt man sich von Buda nach Pest, dann sieht man auch auf der linken Seite der Donau Stadteile mit
historischem Flair. Um an das andere Ufer des Flusses zu gelangen, sollte man die älteste der neun
Donaubrücken, die im Jahre 1849 errichtete Széchenyi-Kettenbrücke, wählen.
Innenstadt
Die Innerstädtische Pfarrkirche auf dem Platz des 15. März war die erste Kirche der Stadt. Einmalig ist
ihr Innenraum, der alle architektonischen Stilmerkmale von der Romanik bis zum Klassizismus vereint.
Die Synagoge in der Dohány utca ist die größte Synagoge Europas und aufgrund ihrer ausgezeichneten
Akustik auch hervorragend für Konzertveranstaltungen geeignet. Das im Innenhof der Synagoge
geschaffene Jüdische Museum ist zugleich das Forschungszentrum der jüdischen Kultur. Das
ungarische Nationalmuseum (Múzeum körút 14-16.) gehört zu den schönsten Werken der ungarischen
klassizistischen Architektur. Seit 1846 befindet sich hier die wichtigste öffentliche Sammlung des
Landes und präsentiert die Ausstellungsstücke der ungarischen Geschichte vom Altertum bis in
unsere Zeit. Die Markthalle (Vásárcsarnok, Fővám krt. 1-3.) gilt dank ihrer Stahlkonstruktion als
außergewöhnliches Architekturdenkmal.
Die schönsten Beispiele des ungarischen Jugendstils stellt das Museum für Kunstgewerbe
(Iparművészeti Múzeum - Üllői út 33-37.) in einer umfangreichen Sammlung vor, hervorzuheben sind
auch die Wohngebäude am Szervita tér (Pester Innenstadt) und das Gebäude der ehemaligen
Postsparkasse (Posta-takarékpénztár, Hold u. 4.). Das Parlament ist das größte und am üppigsten
geschmückte Gebäude des Landes. Imre Steindl errichtete zwischen 1885 und 1902 das 96 Meter
hohe und 118 Meter breite Bauwerk, das über 10 Höfe, 29 Treppenhäuser, 27 Pforten und das
erste Fernheizungssystem in Europa verfügt. Am Sitz des Ungarischen Parlaments und der
Regierung werden die Heilige Krone und die Krönungsinsignien aufbewahrt. Im Rahmen einer
Führung kann das Parlament in Gruppen besichtigt werden. Die Stephansbasilika (Szent
István-bazilika, Bajcsy-Zsilinszky út), die in den Rang einer Basilika Minor erhobene
Neorenaissance-Kirche, ist die größte Kirche der Hauptstadt und zugleich die zweitgrößte
des Landes. Zum wertvollsten, sorgsam gehüteten Schatz der Kapelle Die Heilige Rechte
Hand zählt die Reliquie des Heiligen Stephan, des ersten ungarischen Königs (997-1038),
die seit 1000 Jahren vollkommen erhalten gebliebene rechte Hand des Königs. Vom
Turmerker hat man einen prächtigen Ausblick auf die Stadt.
Es lohnt sich, von der Pester Innenstadt kommend die schnurgerade Prachtstraße
Andrássy út zu Fuß entlang zu laufen. Beide Seiten der als Weltkulturerbe anerkan-
nten Straße säumen künstlerisch anspruchsvoll gestaltete, eklektische Palais aus dem 19./20.
Jahrhundert. Das Ungarische Staatliche Opernhaus (Magyar Állami Operaház, Andrássy út 22.), die
prächtige Schöpfung des berühmtesten ungarischen Architekten Miklós Ybl, ist seit 1864 das
Zentrum des Musiklebens in Ungarn. Das mit Fresken geschmückte Interieur, der Zuschauerraum mit
1200 Plätzen und die Theatertechnik können im Rahmen von Gruppenführungen besichtigt werden.
Stadtwäldchen
Die bekannten Bauwerke der bedeutendsten Parkanlage der Hauptstadt ließ die enthusiastische
Einwohnerschaft von Budapest anlässlich der Feierlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen des Landes im
Jahre 1896 errichten. Auf dem imposanten Heldenplatz (Hősök tere) hält der Erzengel Gabriel in 36 Metern
Höhe die Heilige Krone Ungarns. Die zentrale Reitergruppe des Millenniumsdenkmals verewigt die sieben
Stammesführer der Landnahme mit ihrem Anführer Árpád. An der Seite des Platzes befindet sich das
Museum der Bildenden Künste (Szépművészeti Múzeum), das die bedeutendste Sammlung bildendender
Kunst beherbergt. In der Galerie alter Meister finden wir die umfangreichste Sammlung spanischer Malerei
außerhalb Spaniens sowie Gemälde von weiteren weltbekannten Künstlern wie Bellini, Brueghel, Corregio,
Dürer, El Greco, Giorgione, Goya, Murillo, Leonardo da Vinci, Raffael, Rembrandt, Rubens, Tizian und Velasquez,
aus dem 19. Jahrhundert die international bedeutenden Gemälde von Delacroix, Gauguin, Monet, Renoir, Corot.
Die größte Ausstellungshalle des Landes steht dem Museum gegenüber - die Kunsthalle (Műcsarnok), ein würdiger Ort für die wichtigsten temporären Ausstellungen. Die Burg von Vajdahunyad (Vajdahunyad vára) ist das auf
der Széchenyi-Insel (Széchenyi-sziget) errichtete Gebäudeensemble. Hier sind die originalgetreuen Kopien einiger
berühmter Bauwerke der ungarischen Geschichte von der Romanik bis zum Barock in einem einzigen Ensemble
vereinigt. Das gewichtigste Element darin ist das Abbild der Burg von Vajdahunyad in Siebenbürgen (heute in
Rumänien gelegen). Im Jahre 1896 wurde hier die außerordentlich umfangreiche Sammlung des
Landwirtschaftlichen Museums (Mezőgazdasági Múzeum) eröffnet - und zwar als Erstes seiner Art in der Welt.
Der kleine See am Stadtwäldchen eignet sich für romantische Bootsfahrten im Sommer und im Winter steht er
den Schlittschuhläufern zur Verfügung. Das Széchenyi-Heilbad (Állatkerti körút 11.) ist das größte Heilbad
Europas, es verfügt sowohl über Thermal-, Dampf- und Wannenbäder als auch über Schwimmbecken und ein
Freibad. Das Verkehrsmuseum (Közlekedési Múzeum, Városligeti körút 11.) beherbergt eine der ältesten
europäischen Sammlungen über die Verkehrsgeschichte. Als einer der ersten Tiergärten weltweit entstand hier
auch der 135 Jahre alte hauptstädtische Tier- und Pflanzengarten, dessen denkmalgeschützte Gebäude zu den
großartigen Werken des ungarischen Jugendstils zählen. Zwei bekannte Vergnügungsstätten im
Stadtwäldchen sind der hauptstädtische Großzirkus (Fővárosi Nagycirkusz) und der Vergnügungspark (Vidám
Park), dessen 100 Jahre altes Karussell mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet wurde.
Herausragende Werke der ungarischen Architektur sind das Gebäude des Staatlichen Ungarischen
Geologischen Instituts (Magyar Állami Földtani Intézet, XIV. Stadtbezirk, Stefánia út 14.) sowie die im
Jugendstil errichtete katholische Pfarrkirche von Kőbánya (X. Stadtbezirk, Szent László tér 25.). Ein interessantes städtebauliches Experiment seiner Zeit war die für kleine Beamte errichtete Wekerle-Siedlung
in Kispest im XVIII. Stadtbezirk mit ihrer geometrischen Regelmäßigkeit. Den Kindern zur Freude
dienen der Palast der Wunder (Csodák Palotája, XIII. Stadtbezirk, Váci út 19.) als erstes interaktives
wissenschaftliches Spielhaus und der ungarische Park für Eisenbahngeschichte (Magyar
Vasúttörténeti Park, XIV. Stadtbezirk, Tatai út 95.) mit Fahrzeugen, die von den Besuchern in Besitz
genommen und gefahren werden können.
Margareteninsel
Die inmitten der Stadt gelegene Donauinsel ist für den Autoverkehr gesperrt. Die Margareteninsel ist
Budapests wertvollster Park, eine sich zwischen der Margaretenbrücke (Margit híd) und der Árpádbrücke (Árpád híd) erstreckende, 2 Kilometer lange grüne Oase. Die mehrere hundert Jahre alten
Bäume, der bunte Blumenteppich des Rosengartens, der Thermalwassersee des stimmungsvollen
japanischen Gartens und der Wasserfall sind angenehme Plätze zum Ausruhen, die auch einen
schönen Anblick bieten. Der Wildpark ist ein beliebter Ort bei Kindern. Das Hajós Alfréd-Sportschwimmbad ist der Austragungsort hochrangiger Schwimmwettkämpfe, das Freibad Palatinus
bietet Badevergnügen, die Freilichtbühne am Fuße des Wasserturms ist im Sommer ein gut
besuchter Ort für Musikveranstaltungen. Zu den 700 Jahre alten Denkmälern der Insel
gehören die Ruinen der Dominikaner- und der Franziskanerkirche und der dazugehörenden
Klöster. Im Turm der Prämonstratenser-Kapelle erklingt die älteste Glocke des Landes.
Burg von Vajdahunyad
Heldenplatz
Széchenyi-Bad
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Budapest und Umgebung
Donauknie
Donauknie
Szentendre, Hauptplatz
Szentendre, Veranstaltung im Freilichtmuseum
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Am Donauknie, wo der zwischen den Bergen eingezwängte Fluss nach Süden abbiegt,
bietet sich dem Betrachter eines der schönsten Panoramen des Landes. Diese Gegend war
im Mittelalter Schauplatz vieler bedeutender historischer Ereignisse und sie gehörte zu den
Besitztümern der ungarischen Könige, wodurch der Nachwelt wertvolle historische, kulturelle
Werte und Denkmäler erhalten blieben.
Die verwinkelten Straßen, die sieben Türme, die farbenfrohen Häuser, die engen Gässchen, das
mediterrane Flair, die zwei Dutzend Museen und Galerien, die Familien-Pensionen und
Restaurants von Szentendre (D2) machen die Stadt am Donauufer zum meistbesuchten
Touristenzentrum am Donauknie.
Von den Kirchen der sich hier zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert niederlassenden und vor den Türken
fliehenden serbischen Siedler gehören auch heute noch vier der pravoslawischen Kirche. Das Museum der
orthodoxen Kirchenkunst (Szerb Ortodox Egyházművészeti Múzeum, Pátriárka u. 5.) zeigt die Ikonen, die
Goldschmiedearbeiten sowie andere Kunstschätze und Sehenswürdigkeiten der orthodoxen Kirchen. Auf
der Mauer der auf dem Burghügel errichteten römisch-katholischen Pfarrkirche aus dem 13. bis 16.
Jahrhundert (Templom tér) befindet sich eine der ältesten Sonnenuhren des Landes. Für Touristen, die
Nostalgisches suchen, gibt es hier fast alles: Geschäfte, Restaurants, Wappen, die denkmalgeschützten
Gebäude auf dem Fő tér, die Stuckarbeiten an den Häusern, die vielen Fotomotive und eine der populärsten
Sammlungen des Landes, nämlich das Margit Kovács-Museum (Kovács Margit Múzeum, Vastagh György u.
1.), das von der Keramikkünstlerin Margit Kovács (1902-1977) gegründet wurde. Mit seinen liebenswertern
Figuren bietet es den Besuchern ein ästhetisches Erlebnis wahrer Kunst, deren Quellen das Gute, Schöne und
Menschliche sind. Die Bildergalerie von Szentendre (Szentendrei Képtár, Fő tér 2-5.) und die Galerie der
Künstlersiedlung (Művésztelepi Galéria, Bogdányi út 51.) präsentieren dem Besucher zeitweilige
Ausstellungen von Werken der Künstler, die heute in Szentendre tätig sind.
Im Haus der Volkskunst (Népművészetek Háza, Rákóczi u. 1.) kann man sich mit der Volkskunst des
Komitats Pest vertraut machen, im römischen Lapidarium (Dunakanyar körút 1.) sind die antiken Funde
der Stadt Ulcisia Castra aus dem 1.-4. Jahrhundert zu besichtigen. Das im Gebäude einer alten Mühle
errichtete Zentrum der bildenden Kunst und der Kultur, die „Kunstmühle” (Művészet Malom, Bogdányi u.
32.) ist ein Atelier zeitgenössischer Kunst, dessen Ausstellungen durch attraktive Programme ergänzt
werden. Im Verkehrsmuseum (Közlekedési Múzeum, an der Station der Vorortbahn HÉV) erwartet die
Besucher eine einmalige Mustersammlung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Die größte
Volkskunstausstellung in Ungarn findet man im Ethnografischen Freilichtmuseum (Szabadtéri Néprajzi
Múzeum, Sztaravodai út 1., 4 km vom Stadtzentrum entfernt), hier werden die in ganz Ungarn gesammelten Schätze der Volkskunst ausgestellt. In dem von April bis Oktober geöffneten Museum werden
an den Wochenenden Handwerkstraditionen vorgestellt und auch wichtige Gedenktage der
ungarischen Volkstradition gefeiert. Die zahlreichen Touristenattraktionen der 31 km langen
Szentendre-Insel kann man mit der Fähre oder bei Tahi über eine Brücke erreichen. Von den vier
Siedlungen der Insel wird Kisoroszi, das auch über einen Golfplatz verfügt, am häufigsten besucht.
„Aus Visegrád (D2), dem Paradies auf Erden” - so beschrieb der Glanz und Prunk gewohnte
Botschafter des Papstes, der als Gast im Palast des Renaissanceherrschers König Matthias (14581490) weilte, einen der prächtigsten Königssitze seiner Zeit, ein herrliches Bauwerk mit 350
Räumen, zwei Etagen und Brunnen aus rotem Marmor. Die Archäologen rekonstruierten getreu
dem einstigen Vorbild den Renaissance-Innenhof des Palastes und den Herkules-Brunnen, der
an Festtagen Wein spendete. Die Original-Brunnen und Statuen werden im fünfgeschossigen
Salamon-Turm aus dem 13. Jahrhundert aufbewahrt. Im größten und am besten erhaltenen
Wohnturm der Romanik und auch im Hof desselben werden Ritterturniere veranstaltet. Der
Turm ist Teil einer Befestigungsanlage, welche die Wasserbastei am Donauufer mit den
massiven Burgmauern der auf dem Burgberg stehenden Burg verband, und die den im
Jahre 1316 von Buda hierher verlegten Königssitz schützte.
In der zwischen 1245 und 1255 erbauten Oberburg wurde zweihundert Jahre lang die
Heilige Krone aufbewahrt und hier fand auch das erste „Gipfeltreffen” Mitteleuropas
statt (1335), wo die Könige von Böhmen, Polen und Ungarn einen
Wirtschaftsvertrag unterzeichneten, der Wien ausschalten sollte. In den rekon-
struierten Räumen der Burg, von der sich ein herrlicher Blick über das Donauknie bietet, können
Ausstellungen zur Geschichte besichtigt werden. Auf den Hügeln der Umgebung gibt es drei
Sehenswürdigkeiten von besonderer Bedeutung: Die Überreste eines um 330 errichteten römischen
Militärlagers auf dem Sibrik-Hügel, den Nagyvillámer Aussichtsturm und auf dem Mogyoró-Berg den
größten Erholungskomplex in der Umgebung der Hauptstadt mit einer ganzjährig betriebenen
Bobbahn, mit einem Jurtenlager, mit Campingplatz, Waldgaststätte, Spielplätzen und Wildgehege.
Esztergom (D2)
Die Stadt am Donauufer ist Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche Ungans, des Erzbischofs von
Esztergom. In der um 970 erbauten Burg wurde Stephan der Heilige, der erste ungarische König (9971038) und der Gründer des ungarischen Staates geboren.
Das Wahrzeichen der Stadt ist der den Burgberg beherrschende, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im
klassizistischen Stil erbaute Dom (Szent István tér), die größte Kirche des Landes mit dem größten, auf
Leinwand gemalten Altarbild der Welt. Einmalig und interessant ist auch das einzige vollkommen erhalten
gebliebene ungarische Renaissancegebäude, nämlich die Anfang des 16. Jahrhunderts aus rotem Marmor
erbaute Bakócz-Kapelle, welche mehr als dreihundert Jahre älter als die Kirche selbst ist. Die umfangreichste
Sammlung ungarischer Kirchenschätze beherbergt die Schatzkammer der Basilika, wo 400 Goldschmiedearbeiten und Textilien aufbewahrt werden. In unmittelbarer Nähe der Basilika erinnern die königliche
Hauskapelle, die freskengeschmückte Burgkapelle und die Rosettenfenster an den ehemaligen, in romanischem
Stil erbauten königlichen Palast. In den rekonstruierten Sälen des Palastes der Könige des Árpáden-Hauses stellt
die Ausstellung des Burgmuseums (Szent István tér 1.) die Geschichte der Burg von Esztergom vor. Der Sitz des
Esztergom
Oberhauptes der katholischen Kirche Ungarns ist der Kardinalspalast (Mindszenty hercegprímás tere 2.), wo die
wertvollste Sammlung im Museum des Christentums (Keresztény Múzeum) mit ihren aus dem Mittelalter stammenden Schätzen der bildenden Kunst aufbewahrt wird. Das barocke Flair des Széchenyi tér entsteht durch die
historischen Bürgerhäuser und das Rathaus, aber auch die Wasserstadt wird von Barockbauten beherrscht. Die
Pfarrkirche mit den beiden Türmen (1724-1728) ist ein einzigartiges Beispiel italienischer Baukunst.
Vác (E2)
Vác ist ein tausendjähriger Bischofssitz am Ufer der Donau. Von Pest nach Vác fuhr im Jahre 1846 die
erste Eisenbahn des Landes mit der „rasenden” Geschwindigkeit von 30 Kilometern/Stunde und in Vác
wurde auch der einzige Triumphbogen des Landes zu Ehren des Besuchs der Habsburger Kaiserin Maria
Theresia im Jahre 1764 errichtet.
Der Konstantin-Platz wird vom imposanten klassizistischen Gebäude des im 18. Jahrhundert erbauten
Bischofssitzes (Migazzi tér 1.) beherrscht. Anerkennung verdienen auch die Piaristenkirche und ein besonders
kostbarer Tabernakel sowie das Ordenhaus (Szentháromság tér).
Einer der schönsten Barockplätze des Landes ist der „Platz des 15. März”, jedes der hier stehenden
Gebäude ist ein Baudenkmal. Die „Kirche der Weißen” (Március 15. tér 24.) wurde nach den weißen
Gödöllő, Königliches Schloss
Kutten der Dominikanermönche benannt. Der kunstvoll verzierte Altar stammt aus der Zeit des Rokoko.
Die in der Krypta freigelegten Funde barocker Bestattungsrituale im 16.-18. Jahrhundert, die in Europa
als Rarität geltende Sammlung „Memento mori”, kann man in dem klimatisierten Keller des benachbarten Barockhauses besichtigen. Die Brücke des Gombás-Baches ist die einzige mit Statuen
Preis von Ungarn, ausgetragen. Neben dem
geschmückte barocke Steinbrücke in Ungarn.
Hungaroring befindet sich der Aquapark.
Gödöllő (E2)
Ráckeve (D3)
Unter den ungarischen Schlössern zählt das 200 Jahre alte königliche Schloss (Szabadság tér 1.) zu
Im Zentrum des Donauarmes von Ráckeve,
den größten Bauwerken und zu den bedeutendsten Zeugnissen der Architektur des ungarischen
dem beliebten Erholungsgebiet der Angler und
Barocks. Das Herrscherpaar der österreichisch-ungarischen Monarchie, Kaiser Franz Joseph und
Wassersportler, befindet sich das prächtige
seine Gemahlin, Königin Elisabeth - die in Ungarn sehr beliebte Sisi - hielten sich häufig und gern
Barockschloss aus dem 18. Jahrhundert, das
hier auf. Im Festsaal und im Innenhof des Schlosses werden klassische Konzerte und Festivals
Schloss Savoyen (Kossuth L. u. 95.), das heute als
veranstaltet. Das originalgetreu rekonstruierte und nach 200 Jahren wieder bespielte BarockHotel und Austragungsort für Konferenzen zur VerTheater gilt in Ungarn bzw. in ganz Europa als eine Besonderheit. Die Schlosskapelle und der
fügung steht. In der einzigen gotischen serbischKreuzweg aus dem 18. Jahrhundert befinden sich im Elisabeth-Park.
orthodoxen Kirche des Landes (Viola u. 1.) sind das
Die in den Rang einer Basilika Minor erhobene Andachtskirche von Máriabesnyő wurde
Sterngewölbe, die barocke Ikonostase und die
durch die auf dem Altar befindliche, 700 Jahre alte, Wunder wirkende Maria-Gnadenstatue
Fresken im byzantinischen Stil besonders sehenszu einem bekannten Wallfahrtsort. Auf dem bei Mogyoród angelegten Hungaroring wird
wert. Das Árpád-Museum (Kossuth Lajos u. 34.) stellt
Mitte August das hochrangigste Autorennen, das Formel-1-Rennen um den Großen
das Leben der Müller in den Mühlen an der Donau vor.
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Nordungarn
Nordungarn
Hollókő, Ostern
Die höchsten Berge Ungarns erstrecken sich von der Donau bis zur Theiß und zwar diagonal durch den nördlichen Teil des Landes.
Die 600 bis 900 Meter hohen Gebirgsketten Cserhát, Mátra, Bükk, Zemplén bergen einmalige Schätze der Natur und der
Kulturgeschichte. Die UNESCO nahm die Aggteleker Karsthöhle und die slowakischen Karsthöhlen, das Dorfzentrum und die landschaftliche Umgebung von Hollókő sowie das historische Weinanbaugebiet von Tokaj in die Liste des Weltkulturerbes auf. Auch
die Volkskunst dieses Gebietes weist besonders reiche Formen auf. Die Stickereien der Palozen und die Trachten der Matyos
sind einmalig schön. Die Heilbäder von Bogács, Bükkszék, Eger, Egerszalok, Mezőkövesd und Miskolctapolca werden von
Patienten aufgesucht, die an rheumatischen Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates leiden.
Hollókő (E2)
Als erstes Dorf der Welt wurde die im Cserhát-Gebirge gelegene kleine Siedlung wegen ihrer einzigartig erhaltenen mittelalterlichen
Dorfstruktur von der UNESCO als Teil des Weltkulturerbes anerkannt. Das aus 58 Gebäuden bestehende Dorfzentrum dieses vitalen Museumsdorfes mit seiner bezaubernden weiß getünchten Dorfkirche hat man nach dem Wiederaufbau, der nach dem
Großbrand von 1909 erfolgt war, nicht mehr verändert. Das Weberhaus (Hausnummer 94) beherbergt eine Ausstellung über die
Geschichte des Webens und eine Werkstatt, in der eine Frau in Volkstracht die verschiedenen Webtechniken vorstellt. Die
Ausstellung des Nationalparks Bükk macht die Besucher mit der Geschichte des Landschaftsschutzgebiets von Hollókő, mit
seinen Naturschätzen, der Kultur des Volkes der Palozen und den Elementen der Kleinbauernwirtschaft bekannt. Das
Dorfmuseum (Hausnummer 82) ist ein dreigeteiltes Haus, das die Wohnkultur, die Gebrauchsgegenstände und das Leben um
1920 vorstellt. Im Puppenmuseum können 200 große Porzellanpuppen in den farbenfrohen Trachten der Palozen bestaunt werden, an wichtigen Feiertagen wie Ostern tragen auch die Frauen und Mädchen des Ortes diese Volkstrachten.
In mehreren Häusern werden Gäste aufgenommen. Von der im 13. Jahrhundert erbauten Burg, die das Dorf überragt, hat man
einen herrlichen Blick auf die Landschaft der Umgebung und auf den Teil des historischen Dorfes.
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Eger, Weinberg
Ipolytarnóc (E1)
Versteinerte Tannen, Zähne von Haien, Abdrücke von Blättern, Spuren von Regentropfen und Wellen:
mehr als 200 Tierabdrücke aus der Zeit vor 22 Millionen Jahren! Der Vulkanausbruch hatte die Tiere in
der Urzeit an der Tränke überrascht und so konnte der weiche Sandstein die Spuren von Nashorn,
anderen Huftieren, Raubtieren und Vögeln bewahren. Die Fossilienfunde von Ipolytarnóc sind eine auf
der Welt einmalige Fundgrube. Das urzeitliche Geschehen wird mittels einer 18 Meter langen
Diapräsentation im riesigen Hangar der Ausstellung dargestellt. Die andere Attraktion des mit dem
Europa-Diplom ausgezeichneten Naturschutzgebietes ist das 9 Meter lange versteinerte Stück einer 23
Millionen Jahre alten, einst 95 Meter hohen Tanne.
Mátra-Gebirge (E-F2)
Der Kékes, der Gipfel des 1014 Meter hohen Mátra-Gebirges, wird auch das „Dach Ungarns” genannt. Das
einmalige Panorama der Gebirgslandschaft kann man von der 38 Meter hohen Aussichtsplattform des insgesamt 187 Meter hohen Fernsehturms aus sehr gut betrachten. Hier befindet sich das Zentrum des
Wintersports mit 300 m und 2400 m langen Skiabfahrten, einer Sprungschanze und einem Skilift. Als
Luftkurort wird das Gebiet deshalb bezeichnet, weil die Luft klar und rein ist und die Sonne hier noch im
Herbst häufiger schient als anderswo im Land. Das Kurhotel und auch das Hotel des in der Nähe liegenden
Galyatető (mit 964 Metern der zweithöchste Berg des Landes) sind ganzjährig geöffnet.
Parádfürdő (F2)
Das Heilwasser von Parádfürdő enthält Arsen, Eisen und Alaun und ist bereits seit dem 17. Jahrhundert
bekannt. Es dient hauptsächlich der Heilung von Frauenleiden. Beliebte Sehenswürdigkeiten sind der mit
rotem Marmor bedeckte Cifra-Stall und das Kutschenmuseum (Hársfa u. 6.), in dem die Geschichte der
weltbekannten ungarischen Kutschenherstellung vorgestellt und mit prächtigen Kutschen und Wagen
belegt wird. Die 350 Bottiche der Mineralwassersammlung stammen aus 25 Ländern.
Nationalpark Bükk (F-G1)
Der charakteristische Teil des gewaltigen Kalksteinmassivs des Bükk-Gebirges ist die sich in 900 m Höhe
erstreckende Hochebene mit den Felsgipfeln Stallstein (Istállós-kő), Kahler Stein (Tar-kő), Wächterstein
(Őr-kő), Dreistein (Három-kő), Hoher Stein (Magos-kő) und Wirbelstein (Örvény-kő). Die Szeleta-, die
Stallstein- und die Suba-lyuk-Höhle sind für ihre archäologischen Funde bekannt.
Einer der schönsten Erholungsorte Ungarns ist das von Bergen umgebene Lillafüred am Ufer des HámoriSees, das von Miskolc aus auch mit der Kleinbahn erreicht werden kann. Den Naturfreunden bieten zwei
Höhlen ein besonderes Erlebnis: Die Anna-Höhle mit ihren weltweit einmaligen Kalktuff-Formationen und
die Tropfsteine der St.-Stephan-Höhle mit der heilsamen Luft sind ganz besondere Naturschätze. Im
Sommer kann man das beliebteste Ausflugsziel im Nationalpark Bükk von Szilvásvárad aus mit der
Kleinbahn erreichen: das 5 km lange zauberhafte Szalajka-Tal, wo der Bach Szalajka dahinplätschert,
um dann über eine 17 Meter hohe Stufenreihe sehr eindrucksvoll als „Schleier-Wasserfall” sein Wasser
zu versprühen. Das Freilicht-Waldmuseum gibt einen Einblick in das Leben der einst im Tal ansässigen Köhler. Die Knochen von Tundrahirsch, Höhlenbär, Urwisent, Büffel und Mammut wurden von
den Archäologen neben der Feuerstelle der Urmenschen in der Urmenschenhöhle des Stallsteins,
die man zu Fuß von der Szalajka-Quelle erreichen kann, gefunden. Im nahe gelegenen Csipkéskút
weiden die Pferde des weltbekannten staatlichen ungarischen Lipizzaner-Gestüts. Die
Geschichte der intelligentesten Pferde der Welt verfolgt die Ausstellung „Geschichte der
Lipizzaner-Pferdezucht”. Die Glocke der auch als Konzertsaal ausgezeichnet geeigneten
reformierten Rundkirche im klassizistischen Stil stammt aus dem Jahre 1488.
Hollókő
Parád, Cifra-Stall
Lillafüred, Schlosshotel
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Nordungarn
Szalajka-Tal, Schleier-Wasserfall
Eger, Burgspiele
Eger, Dom
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Eger (F2)
Eger ist eine der schönsten Barockstädte und seit eintausend Jahren Bischofssitz, heute
Sitz des Erzbistums. Die Einwohner sind stolz auf die ruhmreiche Vergangenheit und die
zahlreichen wertvollen Baudenkmäler der Stadt. Die mittelalterliche Burg von Eger (Vár 1.)
ist die siegreiche Grenzburg, wo Burgkommandant István Dobó 1552 nur mit einer Hand voll
mutiger Kämpfer über einen Monat die vierzigfache Übermacht der Türken abwehrte.
Historische Ereignisse bezeugen das Kerkermuseum, das Panoptikum, die Münzanstalt und die
Bildergalerie mit Werken der Malerei vom 16. bis 19. Jahrhundert. Die zweitgrößte Kirche von
Ungarn, die im klassizistischen Stil erbaute Basilika (Esterházy tér), besitzt die größte Orgel des
Landes. Im gegenüberliegenden, heute als Hochschule genutzten Lyzeum aus dem Spätbarock
(Esterházy tér 1.) findet man in der ersten Etage eine der schönsten Bibliotheken des Landes. In der
mit kunstvollen Schnitzereien und einem wunderschönen Deckenfresko geschmückten Bücherei der
Kirchenprovinz mit einem Buchbestand von 150.000 Bänden wird das erste, 1473 in Ungarn gedruckte Buch sorgsam aufbewahrt. Das erste Astronomie-Museum des Landes, das Spekula-Observatorium,
ist im Turm der Bibliothek untergebracht. Die interessanteste Anlage des 1776 mit „Spitzentechnik” ausgestatteten Turms ist das Periskop (1779), das auf die im abgedunkelten Zimmer befindliche weiße
Tischplatte das Bild der Stadt projiziert. In einem Flügel des Erzbischofspalastes (Széchenyi u. 1-3.)
befindet sich das Zentrum der erzbischöflichen Sammlung (Széchenyi u. 5.). Im kirchlichen Museum werden die Besucher über das Leben und Wirken der Bischöfe und Kardinäle von Eger informiert. Der kostbarste Schatz der Ausstellung ist das für die Krönung der Habsburger Kaiserin Maria Theresia angefertigte
Gewand. 40 Meter hoch erhebt sich das Minarett über die Stadt (Knezich u. 17.), es verfügt über 97 Stufen
und ist das nördlichste islamische Bauwerk Europas. Ein Andenken an die Badekultur, die sich hier
während der Türkenherrschaft entwickelte, ist das türkische Bad (Fürdő u. 1.). Einen Überblick über die
Volkskunde des Gebietes von Eger vermittelt die Volkskunstausstellung der Palozen (Dobó u. 12.). Eger ist
auch die Heimat der feurigen Rotweine. In den Kellern, die sich im Tuffgestein des „Tals der schönen
Frauen” (Szépasszony-völgy) befinden, kann man seit Jahrhunderten den wunderbaren berühmten Wein
„Erlauer Stierblut” probieren.
Die am Rande des nahe gelegenen Egerszalók im Freien sprudelnde Thermalquelle bietet einen interessanten Anblick.
Mezőkövesd (F2)
Die Bewohner des aus den Ortschaften Mezőkövesd, Tard und Szentistván bestehenden „Matyolandes”
(Matyóföld) sind für zwei Dinge bekannt: für ihren auch unter reformierten Christen beibehaltenen
katholischen Glauben und für ihre besonders farbenprächtigen Trachten. Auf schwarzem Grund werden
mit farbigem Seidengarn wunderschöne Blumenmuster gestickt, mit Stickerei wird auch die Kleidung
der Männer geschmückt. Die berühmteste Entwerferin der Muster war die „Schreibfrau” Bori Kis
Jankó (1876-1954). Ihre schönsten Schöpfungen können in ihrem nach Matyo-Art eingerichtetem
Eger
Bükk-Hochebene
Gedenkhaus (Kis Jankó Bori u. 22.) bewundert werden. Das Matyo-Museum (Szent László tér 20.)
stellt den Besuchern das Leben der Matyos vor: Es berichtet von der harten Lohnarbeit auf den Feldern,
von ihren farbenfrohen blumengeschmückten Wohnungseinrichtungen, ihren Stickereien und Trachten.
Die originellen von Matyo-Kunst inspirierten Fresken in der römisch-katholischen Kirche St. Ladislaus
(Szent László tér 28.) malte der in der Stadt geborene István Takács.
In den einem Dorfmuseum gleichenden Bauernhäusern des Ortsteils Hadas wirken Maler von
Bauernmöbeln, Honigkuchenbäcker, Glasschleifer und Töpfermeister. Die größte landwirtschaftliche
Maschinensammlung des Landes, darunter zahlreiche Raritäten, beherbergt das Maschinenmuseum im
Hof des alten Bauernhauses in der Eötvös József út 32. Das Wasser des beliebten Zsóry-Bades (Napfürdő
u. 2.) kann rheumatische Leiden, Gelenkentzündungen und Frauenkrankheiten lindern oder gar heilen. Das
Bad befindet sich am Ortsrand und verfügt über Freibad, ein 33 Meter langes Schwimmbecken mit „gespanntem” Wasserspiegel und Wellenbad.
Nationalpark Aggtelek (F1)
Teil des Weltkulturerbes ist auch eine der größten Tropfsteinhöhlen Europas, die Aggteleker Baradla-Höhle,
die nach Ansicht der Wissenschaftler zu den großartigsten geologischen Erscheinungen der Welt gehört.
Der ungarische Abschnitt der Höhle ist 17 Kilometer lang, innen fließt ein unterirdischer Bach. Mit ihren
Felshallen voller erstaunlich großer Tropfsteine birgt die Höhle eine geheimnisvolle Märchenwelt. An drei
Eingängen starten die Höhlentouren: vom Eingang in Jósvafő bzw. Vörös-tó kann man auf ausgebauten und
beleuchteten Betonwegen kurze und mittlere Touren sowie nach vorheriger Anmeldung eine von Aggtelek
nach Jósvafő führende lange und spezielle Tour auf unterirdischen Pfaden mit Taschenlampen
unternehmen. Ein künstlicher Zugang in die weltbekannte Höhle wurde auch in Jósvafő angelegt. Auf
stimmungsvollen Serpentinen erreicht man das kleine Bergdorf, durch das der Bergbach Jósva fließt. Hier
befinden sich der 30 m hohe, 125 m lange und 55 m breite „Saal der Riesen” (Óriások terme) mit vielen
Tropfsteinen sowie die Friedenshöhle (Béke-barlang), die asthmatische Erkrankungen mittels Luftkur lindern bzw. heilen kann. 2,5 Kilometer liegt der Eingang der Baradla-Höhle vom Rotsee (Vörös-tó) entfernt, im Rahmen einer Wanderung kann man die Jósva-Quelle und das Meeresauge erreichen.
Miskolc (G1)
Miskolc ist die drittgrößte Stadt Ungarns und bekannt für ihr bedeutendes kulturelles Leben, ihre herausragenden Naturschätze und Denkmäler. Die griechisch-orthodoxe Kirche (Deák F. tér 7.) besitzt
die größte Ikonostase von Mitteleuropa. Die 16 Meter hohe Bilderwand zeigt in 88 Darstellungen
das Leben von Jesus Christus. Das Gnadenbild der „Schwarzen Madonna von Kasan” ist ein
Geschenk der russischen Zarin Katharina II. Das neben der Kirche gelegene Museum der
ungarischen orthodoxen Kirche beherbergt die reichste Sammlung orthodoxer Kunst des Landes.
Die am Hang des durch seine Weinkeller bekannten Avas-Berges stehende reformierte Kirche
ist eine der schönsten gotischen Hallenkirchen Ungarns, vom frei stehenden Glockenturm aus
dem 19. Jahrhundert ertönt jede Viertelstunde ein Glockenspiel.
Im Mittelalter war die Brautgabe der ungarischen Königinnen die Burg von Diósgyőr mit den
vier Ecktürmen. Daran erinnern die in dem Rondell untergebrachte Ausstellung zur
Burggeschichte und das größte historische Panoptikum Mitteleuropas. In unmittelbarer
Nachbarschaft in dem großen gepflegten Park befinden sich das Burgbad und die
Sauna. Das Déryné-Haus war das einstige Wohnhaus der ersten ungarischen
Opernsängerin und Schauspielerin. Informationen über die Papierproduktion von
Diósgyőr bietet das Papierindustrie-Museum.
Aggtelek, Konzert in der Tropfsteinhöhle
Mezőkövesd, Ostern bei den Matyos
Miskolc, Orthodoxe Kirche
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Nordungarn
Miskolc, Holzkirche
Diósgyőr, Burgspiele
Miskolc, Höhlenbad
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Das älteste Industriedenkmal von Ungarn ist die aus dem Jahre 1810 stammende
Eisenschmelzanlage von Újmassa, daneben befindet sich das Massa-Museum, das die
Geschichte der Eisenproduktion von Diósgyőr vorstellt. In der Ausstellung kann man auch
eine originalgetreu eingerichtete Schmiedewerkstatt besichtigen. Von hier aus kann man
einen Ausflug zur Forellenanlage von Garadna, zu den Ruinen des Paulinerklosters
Allerheiligen, zum Skizentrum von Bánkút.
Ein in Europa einmaliges Naturwunder ist das Höhlen- und Thermalbad von Miskolctapolca
(Pazár István sétány). Das mineralhaltige Wasser und die kristallklare Luft in der Höhle besitzen
eine heilende Wirkung bei Herz- und Gefäßerkrankungen, bei rheumatischen Beschwerden und
Erkrankungen der Atemwege. Das Baden wird durch spezielle Lichteffekte, unterirdische
Strömungen und Sprudelbäder zu einem besonderen Erlebnis.
Tokaj (G1)
Das historische Weinanbaugebiet und die Kulturlandschaft sind Teil des Weltkulturerbes. Der als
„König der Weine, Wein der Könige” bekannte, weltberühmte Tokajer Aszu wird schon seit mehr als
450 Jahren angebaut. Zu den Stammkunden des hiesigen Weins, dessen Reben auf den von der Sonne
verwöhnten Tokajer Hängen wachsen und im Spätherbst mit hohem Zuckergehalt reifen, zählten
Herrscherhäuser wie der russische Zar, die englischen Könige und sogar der Papst in Rom. Eine
Ausstellung über die glanzvolle Geschichte des im Mittelalter auch als Arznei geschätzten Tropfens ist im
Tokajer Museum (Bethlen Gábor u. 7.) zu besichtigen. Das Andenken an die ehemaligen reichen griechischen Händler bewahrt die Ikonensammlung des Museums in der jetzt als Ausstellungs- und Konzertsaal
genutzten griechisch-orthodoxen Kirche. (Bethlen Gábor u. 23.). Ein stimmungsvolles Restaurant ist heute
der einstige Weinkeller der Fürstenfamilie Rákóczi, der Rákóczi-Keller (Kossuth tér 15.). Die 24 Gänge des
anderthalb Kilometer langen Kellers bieten genügend Platz für die Lagerung von 20.000 Hektolitern Wein.
Auf Bestellung fahren Ausflugsschiffe vom Hafen der Theiß nach Sárospatak (37 km).
Sárospatak (G-H1)
Diese Kleinstadt war früher der bevorzugte Besitz des hochwohlgeborenen Landesherrn Ferenc Rákóczi II.,
der gegen die Habsburger für Ungarns Freiheit kämpfte. Die ältesten Teile der mit gotischen und
Renaissance-Elementen üppig geschmückten Burg (Szent Erzsébet u. 19.) sind der Rote Turm (Vörös-torony),
die Lorántffy-Loggia aus der Spätrenaissance und der Fürstenpalast, in dessen Sälen die Sammlungen des
Rákóczi-Museums ausgestellt werden: die Geschichte der Familie Rákóczi und des von Rákóczi geführten
Freiheitskampfes, die Bibliothek und die Präsentation des Lebens eines Landesherrn im 16./17.
Jahrhundert, der Weinbau und die Weinherstellung in der Hegyalja, eine Keramikausstellung und ein
Lapidarium. Die ehemalige Burgkirche zählt zu den wertvollsten gotischen Baudenkmälern mit einer Orgel
aus der Barockzeit und dem größten Holzaltar Ungarns. Im Museum des berühmten reformierten
Kollegiums (Rákóczi u. 1.) sind die Geschichte der 1531 gegründeten Schule sowie die große Bibliothek
mit wertvollen Wiegendrucken zu besichtigen. Die Sammlung der römisch-katholischen Kirche (Szent
Erzsébet u. 15.) wurde im ersten Stock des ehemaligen Jesuitenklosters untergebracht.
Tokaj
Sárospatak, Rákóczi-Burg
Sátoraljaújhely (G-H1)
Die nördlichste Stadt des Landes mit der barocken Innenstadt und dem historischen Flair ist
die am Fuße der Berge gelegene Grenzstadt Sátoraljaújhely. Die wertvollsten Baudenkmäler
sind die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche und das Kloster der Paulinermönche,
später Studentenheim des Piaristenordens (Barátszer) mit einer außergewöhnlich schönen
barocken Innenraumgestaltung und Hauptaltar. Auf dem alten jüdischen Friedhof wurde das
Grab des berühmten Wunderrabbis Moses Teitelbaum zur Pilgerstätte. Die 14 Stationen des
ungarischen Kreuzweges des Szár-Berges erinnern an den Vertrag von Trianon (aufgrund des
Friedensdiktats von Trianon von 1920 wurden zwei Drittel des ungarischen Territoriums vom
Mutterland abgetrennt). Drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet sich Széphalom, wo in
einem geschützten Park eine Gedenkhalle und das Grabmal die Erinnerung an den Führer der
Spracherneuerungsbewegung der Reformzeit, Ferenc Kazinczy (1759-1831), wach halten.
Zempléner Gebirge (G1)
Der höchste Gipfel des vor 2 bis 3 Millionen Jahren entstandenen Gebirgszuges ist der Große Milic (894
m). Heute ist er der Ausgangspunkt der 2000 km langen „Blauen Route”, des Wanderweges, der annähernd das ganze Land verbindet. Die von Wäldern bedeckte vielfarbige Gebirgswelt ist die Fortsetzung der
Bergketten der Karpaten. Auf den höchsten Gipfeln zwischen 600 und 800 Metern verläuft die
Landesgrenze. Von der 25.000 Hektar großen Fläche des Zempléner Landschaftsschutzgebietes stehen
2400 Hektar unter besonderem Schutz. An geschützten Tieren finden wir hier Steinadler, große Bussarde,
Luchse und Wölfe. In der Pflanzenwelt sind viele geschützte Orchideenarten zu finden. Die gewaltigen
Findlinge der aus der Eiszeit stammenden Steinmeere sind ebenfalls sehenswert (Boldogkőújfalu).
Zempléner Gebirge
Sátoraljaújhely, Weinkirche
Tokaj, Rákóczi-Keller
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Tiefebene
Tiefebene
Puszta-Fünfer
In der Tiefebene befindet sich die Hortobágy, Europas größte Grassteppe, deren Sumpfseen und Moore Naturschätze bergen, die man
andernorts nicht findet. „Flach wie das Meer” - beschrieb der große ungarische Dichter Sándor Petőfi diese Landschaft, die von der
Theiß durchflossen wird und die sandige Region belebt, aber auch Fisch für die Fischsuppe mit dem unnachahmlichen Geschmack
liefert. In diesem Landesteil gibt es die meisten Sonnenstunden. Den Heilung und Erholung suchenden Gästen steht hier reichlich
Thermalwasser zur Verfügung.
Hortobágy (G2-3)
Die Hortobágy ist eine der größten, unter Naturschutz stehenden, grasbedeckten Ebenen Europas (mehr als 1400 km2), wo unter freiem
Himmel die Gulya, die ungarischen Graurinder, die Pferde der Gestüte, die Zackelschafe mit den seltsam gedrehten Hörnern und nicht zuletzt
die Büffelherden weiden. Das 70.000 Hektar große Gebiet des Nationalparks Hortobágy wurde 1999 Teil des UNESCO-Welterbes.
Die „Brücke mit neun Löchern” ist die längste Steinbrücke des Landes (167,3 m). Sie überspannt den Fluss Hortobágy am Rande der
Gemeinde Hortobágy. Die nahezu 300 Jahre alte „Hortobágyer Csárda” ist eine typische Gastwirtschaft der Puszta, sie bietet den
Einkehrenden Originalgerichte der Gegend an, welche auch von den Hirten gegessen werden. Das nahe gelegene Hirtenmuseum
(Pásztormúzeum, Petőfi tér) zeigt, wie die Hirten der Hortobágy lebten. Die einmalige Tier- und Pflanzenwelt der Puszta, die Volkskunst und
die typischen Werkzeuge der Handwerker stellt die Hortobágyer „Körszín” (Petőfi tér) den Besuchern vor. Die „Bewohner” des PusztaTierparks (Graurinder, Hausochsen, Steppenziegen und Mangalitzaschweine) kann man in den Pferchen und Ställen betrachten. In dem 2
km vom Ort Hortobágy entfernt gelegenen Máta befindet sich das berühmte Hortobágyer Gestüt: Seit 300 Jahren werden hier Pferde der
Rasse „Nonius” gezüchtet.
Vom Wächterhaus der Fischteiche des Nationalparks Hortobágy (am Kilometerstein 67 der Straße 33) aus hat man die Möglichkeit, einen
Blick auf die einmalig mannigfaltige Wasserwelt der Puszta zu werfen, beim Szálkahalmer Wächterhaus (am Kilometerstein 79 der
Straße 33) befindet sich ein Aussichtsturm, von dem man die Vogelwelt der Wälder und Sumpfseen beobachten kann.
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Thei ß-See (F2)
Seidiges Wasser, riesige Buchten, tote Flussarme und Inseln, reicher Fisch- und Wildbestand das ist der Theiß-See inmitten der großen Tiefebene. Der Theiss-See bildet die zweigrößte
Wasserfläche des Landes (127 km2). Am Ufer (ca. 80 km) reihen sich Erholungsorte, öffentlichen
Strände, Campingplätze und Ausleihstationen aneinander. Das flache, sich rasch erwärmende
Wasser ist zum Baden hervorragend geeignet, die tieferen Gebiete sind ein Paradies für den
Wassersport: Neben Segeln, Kajak-Kanu und Surfen sind im südlichen Teil des Theiss-Sees in der 14
Quadratkilometer großen Bucht von Abádszalók auch Motorboote erlaubt, so dass man hier auch mit
Jet-Ski und Wasser-Ski über das Wasser sausen kann, was auf europäischen Süßwasserseen einmalig ist. Einer der größten öffentlichen Badestrände des Sees befindet sich in Abádszalók, wo den
Gästen eine Wasserrutsche, ein Strandvolleyballplatz und Ausleihstationen für Wassersportgeräte zur
Verfügung stehen. Das im Dorfhaus (István király út 41.) befindliche Puppenmuseum präsentiert über
250 Trachten-Puppen und damit eine sehr sehenswerte Attraktion.
Eines der schönsten Erholungsgebiete von Tiszanána ist der für seine stimmungsvollen Buchten, die
toten Flussarme und das seidige Wasser seines Strandes bekannte Dinnyés-hát. In Kisköre, einem Ort mit
vielen blumengeschmückten Parks, kann der Besucher die Volkskunst-Exponate der Gegend im
Dorfmuseum (Béke út 5.) und die Fundstücke der Awaren im Sitz der Wasserwirtschaft (Vízügyi Székház)
(Május 1. u. 1.) betrachten. Die Angelgewässer von Poroszló und Sarud ziehen Tausende von Anglern, aber
auch die Liebhaber von Fischgerichten an, denn im Frühjahr lockt der Wels, im Herbst der Hecht.
Der Schatz von Tiszacsege ist das bei Rheuma und Muskelschmerzen hervorragend wirksame 81 °C heiße
Heilwasser, das aus 1150 Metern Tiefe an die Oberfläche gelangt. Einen besonderen Wert stellt die unter
Naturschutz stehende Insel Kácsa mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt in dem noch unberührten TheißGebiet dar. Die typische Lebensweise der Bewohner dieser Region kann man im Tagelöhner-Haus (Óvoda u. 26.)
kennen lernen. Auf der malerischen Theiß verkehrt das Motorboot Zebegény in Richtung Tokaj oder Kisköre.
Tiszafüred ist einer der beliebtesten Urlaubsorte am Theiss-See. Hier fährt ein kleines Schiff auf den mit
Seerosen geschmückten Gewässern des toten Flussarmes. Strand, Thermal- und Strandbad mit modernster
Technik (Poroszló u.) garantieren ein herrliches Badevergnügen. Hier wurde 1949 das erste Dorfmuseum des
Landes, das Pál-Kiss-Museum (Tariczky sétány 6.) eröffnet, das die typischen „Füreder Sattel” der PusztaPferdehirten und die Keramikerzeugnisse des Töpferzentrums präsentiert. Das Töpferhaus (Malom u. 12.)
stellt den Besuchern die Produkte aus der Werkstatt der bekanntesten Töpferfamilie vor. Das MeggyesCsárda-Museum (Csárda Múzeum, Tiszafüred-Kócsújfalu, Szeghalmi út, Meggyes-erdő) ist die einzige originalgetreu eingerichtete , rekonstruierte Hortobágyer Csárda mit einer historischen Küche, Rauchabzug im
Freien und Ausschank. Das Vogelreservat im Becken von Tiszavalk wurde von der UNESCO als
Weltnaturerbe anerkannt: In dem streng geschützten Gebiet leben Graureiher, Schwarzstörche und seltene
Falkenarten. Besucher können an einer Bootsfahrt, die an jedem der 15 Häfen startet, teilnehmen und die
erholsame und belebende romantische Wasserwelt aus der Nähe beobachten.
Karcag (F-G3)
Die handgearbeiteten glasierten Tongefäße der Töpfer, die kleinen Kunstwerke der Spitzenklöppler, die farbenfrohen Stickereien der Volkskünstler, die hiesigen Köche, die das beste Lammpaprikasch weit und breit
zubereiten und die Frauen, die den köstlichen Hefezopf backen, machten die typische Kleinstadt der
Tiefebene so bekannt. Mit der Geschichte der Region und ihrer vielfältigen Volkskunst kann sich der
Besucher im Győrffy-István-Nagykun-Museum (Kálvin u. 4.) und im Nagykunságer Heimatmuseum
(Jókai u. 16.), das in einem traditionellen Kunságer Bauernhaus untergebracht wurde, vertraut
machen. Die kunstvollen Gegenstände (u. a. die typischen Karcager Miska-Krüge) des bekanntesten
Töpfers von Karcag, Sándor Kántor, kann man im Töpferhaus (Erkel F. u. 1.) besichtigen. Die Brücke
von Zádor überspannt als einzige im Lande kein Gewässer, denn der ehemalige Fluss ist dort schon
lange ausgetrocknet. Die Szélmalmer Herberge (Vágóhíd u. 1.) stellt die Lebensbedingungen in der
nahe gelegenen Hortobágy vor, gleichzeitig ist sie der südliche Zugang zum Nationalpark
Hortobágy. Ein wertvolles Industriedenkmal ist die Windmühle (Vágóhíd u. 24.) aus dem 19.
Jahrhundert, die als einzige von ursprünglich sechzig Mühlen erhalten blieb.
Hajdúszoboszló (G-H2)
Das „Mekka der Rheumakranken” heilt schon seit 75 Jahren, nämlich seitdem das
75 °C heiße Thermalwasser aus einer Tiefe von 1100 Metern an die Oberfläche
Theiß-See
Hortobágy, Brücke mit neun Bogen
Bootsfahrt auf der Theiß
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Tiefebene
Hajdúszoboszló, Aquapark
Debrecen, Reformierte Großkirche
Nyíregyháza, Museumsdorf
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gelangt, die Kurpatienten im beliebtesten Erholungsort der Tiefebene. Im Heilbad
(Szent István park 1-3.) kann eine zwei- bis dreiwöchige Kur eine 90-prozentige
Verbesserung des Gesundheitszustandes bei chronischen Erkrankungen des
Bewegungsapparates, bei Frauenleiden, Erkrankungen der Haut und des
Verdauungsapparates bewirken. Der von der 10.000 Quadratmeter großen
Wasseroberfläche der Badebecken erzeugte jod- und salzhaltige Wasserdampf wirkt sich
positiv auf das Mikroklima des Badeortes aus. Aber auch wegen der 2000 Sonnenstunden
pro Jahr, dem 25 Hektar großen Strand, dem Bootssee und dem Aquapark ist Hajdúszoboszló
ein ausgezeichnetes Reiseziel. Im Glockenhaus vor dem Strandbad ist eine Sammlung von
patentierten Aluminiumglocken zu finden. Die Fresken der aus dem 18. Jahrhundert stammenden St.-Ladislaus-Kirche stellen die Geschichte über die Entdeckung des Heilwassers dar. Im
Töpferhaus (Ady u. 2.) kann eine mit Nádudvarer schwarzer Keramik geschmückte Stube aus
dem vergangenen Jahrhundert bewundert werden.
Debrecen (H2)
Debrecen ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Wegen ihrer Rolle während der ungarischen
Reformation erhielt sie im 16. Jahrhundert den Beinamen „das kalvinistische Rom”. Das Wahrzeichen
der Stadt ist die klassizistische reformierte Großkirche mit der spartanischen Einrichtung. Sie bietet
3000 Gläubigen Platz und ist damit die größte reformierte Kirche des Landes. Als Reliquie wird der
Sessel von Lajos Kossuth (1802-1894) aufbewahrt, der am 14. April 1849 die Unabhängigkeit vom
Haus Habsburg proklamierte. Das hohe Ansehen des auf eine große Vergangenheit zurückblickenden
„Reformierten Kollegiums” (Kálvin tér 16.) entstand durch seine berühmten Studenten. Wegen seines
ausgedehnten Schulnetzes wurde das Kollegium die „Schule des Landes” genannt. In dem 180 Jahre
alten Gebäude befindet sich eine Ausstellung über die Schulgeschichte und die Kirchenkunst. Die
denkmalgeschützte Großbibliothek bewahrt viel seltene Bücher auf, darunter mit 500.000 Bänden die
größte kirchliche Büchersammlung Ungarns. Im Déri-Museum (Déri tér 1.) ist die monumentale ChristusTrilogie von Mihály Munkácsy ausgestellt.
Das ehrwürdige Hotel „Goldener Ochse” (Aranybika Szálló, Piac u. 11-15.) ist das älteste Hotel des
Landes, das auch heute noch Gäste empfängt. Das klassizistische Gebäude des Rathauses (Piac u. 20.)
gehört zu den schönsten seiner Art. Die an der Ecke der Böszörményi út stehende Mühle ist die größte
Windmühle Mitteleuropas und ein Industriedenkmal. Der beliebte Park der Stadt, der „Großwald”,
steht seit dem Jahre 1939 unter Naturschutz. Ein Tiergarten, ein Vergnügungspark und ein botanischer Garten erwarten die Besucher. Mit dem Heilwasser des Bades im Großwald (Nagyerdei park 1.)
werden chronische Gelenkentzündungen, Rheumabeschwerden, Knorpelabnutzungserscheinungen,
Frauenleiden sowie Veränderungen am Knochensystem und Nervenschmerzen behandelt. Das
benachbarte Wasserzentrum (Aquaticum) ist das ganze Jahr über geöffnet und bietet mit
Höhlenbädern, Jacuzzi und Palmen ein mediterranes Erlebnis.
.NNyíregyháza (G-H2)
Nyíregyháza ist eine ruhige, freundliche Stadt, die mit blumengeschmückten Plätzen und gepflegten
Parkanlagen zu angenehmen Spaziergängen einlädt und für ihre entwickelte Musikkultur und das
rege gesellschaftliche Leben bekannt ist. Zu den wertvollsten Objekten des András-Jósa-Museums
(Benczúr tér 21.) gehören die Gemälde des Nyíregyházaer Künstlers Gyula Benczúr (1844-1920)
und die Erstausgabe der Werke des Schriftstellers Gyula Krúdy (1878-1933).
Nyíregyháza-Sóstógyógyfürdő ist ein 4 km von der Stadt entfernt in einem 46 Hektar großen
Eichenwald gelegener Kurort, den man auch mit der Kleinbahn erreichen kann. Wegen seines
salzhaltigen Wassers ist er seit 300 Jahren ein beliebter Bade- und Erholungsort, hier kann
man baden und mit dem Boot fahren. Auf dem 7,5 Hektar großen Gelände des
Museumsdorfes (Nyíregyháza-Sóstó, Tölgyes u. 1.) werden die Sehenswürdigkeiten der
oberen Theiß-Region in 5 Landschaftseinheiten in einer umfangreichen Freilichtausstellung
vorgestellt: In den Werkstätten wird das Handwerk der Hutmacher, der
Honigkuchenbäcker, der Siebmacher, Schuster und Stiefelmacher vorgestellt. Außerdem
gibt es hier eine Schule, eine Feuerwehr, einen Glockenturm, eine Kirche, ein Pfarrhaus,
eine Kneipe, einen Krämerladen und die im vergangenen Jahrhundert für das Dorfbild
typischen Pforten von den Häusern der armen Bauern bis zu denen des Kleinadels.
Máriapócs (H2)
Máriapócs ist ein bekannter Marienwallfahrtsort. Die griechisch-katholische Basilika (Kossuth tér)
wurde wegen ihres Wunder bewirkenden tränenden Bildes der Heiligen Jungfrau bekannt. Obwohl
der Kaiser das Bild nach dem Wunder von 1696 in den Wiener Stephansdom bringen ließ, geschah
das Tränenwunder 1715 und 1905 auch auf der Kopie des Bildes. Papst Pius XII. erhob die 1756
errichtete Kirche von imposanten Ausmaßen in den Rang einer Basilika Minor. Wertvolle
Erinnerungsstücke werden in der sakralen Sammlung der Basilika (Kossuth u. 17.) aufbewahrt.
Nyírbátor (H2)
Die reformierte Kirche St. Georg (Báthory u. 24.) aus dem 15. Jahrhundert ist das gotische Meisterwerk
des großen Architekten Pater Johannes aus dem Franziskanerorden. Die ursprünglich katholische einschiffige Saalkirche wurde als Grabmal der fürstlichen Familie Báthory mit gotischem Gitternetzgewölbe,
reich verzierten, geschnitzten Säulenköpfen und Bleiglasfenstern errichtet. Der herrliche Klang der Orgel
und die ausgezeichnete Akustik der Kirche sind das Geheimnis der berühmten Konzerte von Nyírbátor. Ein
prachtvolles Werk ungarischer Holzschnitzkunst ist der Glockenstuhl aus Holz neben der Kirche, der größte
und schönste im Lande. Die Originaleinrichtung der Kirche, die wunderschönen Sitzbänke im
Renaissancestil sind ebenfalls Meisterwerke und heute im Budapester Nationalmuseum zu bestaunen. Die
Kanzel und die Altäre der im Barockstil umgestalteten gotischen Minoritenkirche (Károlyi u. 19.) zählen zu
den bedeutendsten Arbeiten der ungarischen Holzschnitzkunst des Barock, doch die schönsten
Schmuckstücke der Kirche sind die den Leidensweg Christi darstellenden Kunstwerke des nach dem
Auftraggeber benannten „Krucsay-Holzaltars”.
Tarpa (I1)
Eine einmalige Besonderheit ist die Trockenmühle mit ihren hölzernen Dachschindeln (Árpád u.). Einst
wurde sie von Pferden angetrieben, heute ist sie ein Industriedenkmal. Der 45 Meter hohe Turm der aus
dem 15. Jahrhundert stammenden Kirche wurde erst 300 Jahre später errichtet. Im Ortsmuseum (Kossuth
u. 29.) kann man eine reiche Sammlung an Volkskunde-Exponaten besichtigen.
Tákos (H1)
Die um 1760 erbaute reformierte Kirche (Bajcsy-Zsilinszky u.) ist ein Kleinod der volkstümlichen Architektur.
Auf der aus 58 Kassetten bestehenden Decke gibt es nicht einmal zwei Blumensträuße, die sich gleichen. Der
Glockenturm mit Holzschindeln wurde - wie überall in diesem Gebiet - neben der Kirche errichtet.
Csaroda (H1)
Die wertvolle Kirche steht hier schon seit mehr als 700 Jahren (Kossuth u.). Ihre Wände wurden 1640
gekalkt und von den neuen reformierten Besitzern mit Blumenmotiven geschmückt. Die Restaurierung
brachte Anfang des 20. Jahrhunderts die ursprünglichen Fresken, die Heilige und Apostel darstellen, an
den Tag. Der zweitürmige sechseckige Glockenstuhl wurde erst im 18. Jahrhundert erbaut.
Túristvándi (I1)
Die riesigen Räder der heute noch funktionierenden Wassermühle aus dem 18. Jahrhundert werden
vom Wasser des Flusses Túr angetrieben, ein Schleusensystem reguliert den Wasserstand des
Flusses. Der Original-Glockenturm mit Holzschindeln der 500 Jahre alten gotischen reformierten
Kirche der Gemeinde kann im Ethnographischen Freilichtmuseum (Szabadtéri Néprajzi Múzeum) von
Szentendre besichtigt werden.
Kalocsa (D-E4)
Die an den Dachrinnen der Häuser aufgehängten und zu Kränzen gebundenen Paprikaschoten, die
den Speisen die richtige Würze geben, die bunten Blumenmalereien an Wänden und Gängen, die
Blütenmotive der hauchfeinen weißen Spitzen und die Volkstrachten haben den Namen der
Stadt Kalocsa in der Welt bekannt gemacht. Die schönsten Stickereien und Volkstrachten sieht
man im Landschaftshaus der Volkskunst (Tompa Mihály u. 7.) und im Museum des
ungarischen Gewürzpaprikas (Szent István király út 6.).
Auf der Orgel der zweitürmigen, im italienischen Barockstil erbauten, imposanten erzbischöflichen Basilika (Szentháromság tér 1.), die zu den größten in Ungarn gehört, spielte
Franz Liszt mehrere Male. Unter den in der Schatzkammer der Basilika (Főszékesegyházi
Kincstár, Szentháromság tér 1.) aufbewahrten 110 Kunstwerken befinden sich auch
die Herme des Heiligen Stephan, die Hauptreliquie des ersten Königs von Ungarn, der
das Erzbistum Kalocsa im Jahre 1009 gründete.
Csaroda
Máriapócs, Prozession
Kalocsaer Volkstracht
19
Tiefebene
Hajós, Kellerdorf
Kecskemét, Synagoge
Kecskemét, Theater
20
Hajós (D-E4)
In Europa gilt das aus 1200 Kelterhäusern bestehende Dorf als Phänomen. Die im
Mittelalter angesiedelten Schwaben begannen einst mit dem Bau der aneinandergereihten
Kelterhäuser von gleicher Größe und gleichem Stil. In den in den Lößgrund getriebenen
Kellern reifen feurige und wohlschmeckende Weine, in den Weinhäusern des Kellerdorfes
werden auch Unterkunftsmöglichkeiten angeboten.
Kecskemét (E-F4)
Der Kecskeméter Aprikosenschnaps, die mit farbigen Keramikverzierungen geschmückten
Jugendstilgebäude und die „Kodály-Methode” machten die Stadt weithin bekannt. Auf dem weiten, von Promenaden gegliederten Kossuth tér stehen imposante Gebäude, darunter das Rathaus (Nr.
1) mit seinem glasierten Ziegeldach und seinen farbigen Blumenverzierungen. Die Wandmalereien
und Prunksäle machen das Bauwerk des ungarischen Jugendstils zu einem der schönsten Rathäuser
des Landes. Die Melodie des jede Stunde erklingenden Glockenspiels komponierte Zoltán Kodály
(1882-1967). Studenten aus aller Welt nehmen an den Kursen des Musikpädagogischen Instituts Zoltán
Kodály (Kodály Zoltán Zenepedagógiai Intézet, Kéttemplom köz 1.) teil, um die Musikpädagogik des
großen ungarischen Komponisten in seiner Geburtsstadt zu studieren. Die vor 600 Jahren erbaute,
ursprünglich gotische Franziskanerkirche St. Nikolaus (Szent Miklós-templom, Nr. 5.) mit ihrem reich
geschmückten barocken Innenraum ist die älteste Kirche der Stadt. Vor der Kirche befindet sich ein
Kreuzweg. Die Grundmauern der reformierten Kirche (Nr. 3) wurden im 15. Jahrhundert errichtet. Die
größte Kirche der Tiefebene im Zopfstil ist die Großkirche oder „alte Kirche” auf dem Kossuth tér.
Der mit bunten Blumenmustern verzierte Palast „Cifrapalota” (Rákóczi u. 1.) ist ein herausragendes
Gebäude des ungarischen Jugendstils. Im Palast ist die Sammlung der Gemäldegalerie von Kecskemét
untergebracht, in der sich Werke der ungarischen Malerei aus dem 19. und 20. Jahrhundert befinden. In
der ehemaligen, im romantisch-maurischen Stil errichteten Synagoge ist jetzt das Haus der Wissenschaft
und Technik (Tudomány és Technika Háza, Rákóczi u. 2.) zu besichtigen, wo auch die Gipsmodelle von 15
Statuen von Michelangelo Buonarotti aufbewahrt werden. In der Stadt gibt es mehrere Museen und
Sammlungen von landesweiter Bedeutung. Die Werke der namhaftesten ungarischen Volkskünstler bereichern die Sammlung des ungarischen volkstümlichen Kunstgewerbemuseums (Magyar Népi
Iparművészeti Múzeum, Serfőző u. 19/A). Die größte, aus fast 2500 Gemälden und Plastiken bestehende
Sammlung naiver bildender Kunst ist im ungarischen Museum für naive Kunst (Magyar Naiv Művészek
Múzeuma, Gáspár András u. 11.) zu sehen. Das Spielzeugmuseum und die Werkstatt Szórakaténusz
stellen mehr als zehntausend Modelleisenbahnen sowie Spielzeug vom Beginn des 20. Jahrhunderts
aus. Volkstümliche Spielsachen und Musikinstrumente für Kinder sind hier ebenfalls zu besichtigen. Das
einzige Museum für Fotografie des Landes zeigt 3000 Objekte (Magyar Fotográfiai Múzeum, Katona
József tér 12.). 1500 Instrumente aus aller Welt sind in der Instrumentensammlung Leskowsky
(Leskowsky Hangszergyűjtemény, Zimay u. 6/A). ausgestellt. Ein besonderes Erlebnis bietet sicher die
Kecskemét, Cifra-Palast
Szarvas, Schloss Bolza
mit einer Obstler-Verkostung verbundene Besichtigung der Zwack Obstschnapsbrennerei und der
Ausstellung in der Zwack Unicum AG (Matkói u. 2.).
Bugac (E4)
Die 11.000 Hektar große Bugac-Puszta wurde von der UNESCO als Biosphären-Reservat anerkannt. Sie
ist der am häufigsten besuchte Teil des aus neun Einheiten bestehenden Nationalparks Kiskunság. In
den hier ausgebauten Touristik-Zentren werden regelmäßig Reitervorführungen veranstaltet
(Reiterkunststücke, Reiten, Kutsche fahren), deren spektakulärste Elemente das Treiben der Herde und
die Vorstellung des atemberaubenden Puszta-Fünfers sind, wenn der Treiber von fünf galoppierenden
Pferden auf dem Rücken der beiden letzten Pferde die Balance hält. Den Alltag der Hirten, den Bau einer
Hütte und die Schnitzereien der Hirten veranschaulicht die Ausstellung im Hirtenmuseum
(Pásztormúzeum, Bugac-puszta), während das Museum für Fortswirtschaft der Tiefebene (Alföld-fásítási
Múzeum, Felsőmonostor 545.) die Geschichte der Wälder, Flora, Fauna und Bewirtschaftung vorstellt.
Csongrád (F4)
Am Zusammenfluss von Theiß und Körös liegt diese gemütliche Stadt mit ihren Parks und Grünanlagen,
deren besonderer Schatz die Innenstadt ist, wo aus 32 schilfgedeckten Häusern das einmalige Ensemble
volkstümlicher Architektur in Form einer Siedlung zu finden ist. Das Csongráder Museumshaus (Gyökér
u. 1.) besteht eigentlich aus zwei Gebäuden, dem „alten Haus” und dem „großen Haus”. Ganz in der Nähe
erwarten der Strand und das Erholungszentrum von Körös-torok die Besucher. Der Strand mit dem feinen
Sand und das flache Wasser sind auch für Familien mit Kleinkindern bestens geeignet.
Szarvas (F-G3)
Eine Sehenswürdigkeit der am Ufer der Körös gelegenen Kleinstadt ist das am Ortsrand angelegte, auch
unter dem Namen Pepi-Garten bekannte Szarvaser Arboretum. In einem 82 Hektar großen Park gedeihen
mehr als 1600 Bäume und Büsche, darunter viele exotische Exemplare. In der von dem international
bekannten Wissenschaftler, Landwirt, Pädagogen und evangelischen Pfarrer Sámuel Tessedik (17421820) gegründeten, 200 Jahre alten ungarischen landwirtschaftlichen Schule befindet sich heute ein
Museum, das die Geschichte der Stadt und die Geographie der Landschaft vorstellt (Vajda Péter u. 1.).
Die auch heute noch funktionstüchtige Mühle (Ady Endre u. 1.) ist eine von drei erhaltenen
Trockenmühlen in Ungarn, in denen Grütze und Getreide gemahlen wurden. Das slowakische
Heimatmuseum (Hoffmann János u. 1/A) ist ein mit rund 1000 Gegenständen eingerichtetes
Bauernhaus aus dem 19. Jahrhundert. Der Nationalpark Körös-Maros und das Körös-völgyer
Besucherzentrum stellen die Welt der Auwälder und Salzsteppen vor. Die 30 km lange Holt-Körös
ist das fünftgrößte stehende Gewässer des Landes und ein ideales Erholungsgebiet für Familien,
Kindergruppen, Wassertouristen und gleichzeitig ein ausgezeichnetes Gebiet für Angler. Hier können elf Fischarten geangelt werden.
Sehenswert sind auch das Denkmal in Form einer Windmühle am Ufer, das den Mittelpunkt des
historischen Ungarn markiert, der von Holzfiguren gesäumte Gedenkweg sowie das Schloss
Bolza (Szabadság u. 2.) mit der Bronzefigur, einer kapitolinischen Wölfin.
Szeged (F4-5)
Szeged kann mit 2100 Sonnenstunden im Jahr aufwarten, deshalb trägt die Stadt am
Zusammenfluss von Theiß und Maros zu Recht den Namen „Stadt des Sonnenscheins”.
Nach der Flutkatastrophe der „blonden Theiß” von 1879 hatte man mit internationaler
Unterstützung eine gut geplante neue Stadt mit prächtigen Jugendstilbauten und eklektischen Gebäuden errichtet. Auf dem Domplatz reihen sich sehenswerte Gebäude
aneinander: der Bischofspalast, die Hochschule für Religionswissenschaft, die
Csongrád, Fischerhaus
Bugac
Szarvas, Trockenmühle
21
Tiefebene
Ópusztaszer
Szeged, Gelöbniskirche
Szeged, Volkstänzer
22
Institute der Universität, das katholische Konvikt, die Somogyer Bibliothek und die medizinische Universität. Die monumentale, 1930 im neoromanischen Stil errichtete und auch
als Gelöbniskirche bekannte Bischofsbasilika, die 5000 Gläubigen Platz bietet, wurde aus
Dankbarkeit von den Überlebenden der Hochwasserkatastrophe errichtet. Die Glocke wiegt
86 Zentner und ist die zweitgrößte Ungarns. Am Deckengewölbe des Kirchenchors befindet
sich ein wunderschönes Mosaikbild, auf dem die Madonna in einem bestickten
Trachtenmantel, dem Szűr, und in Szegediner Pantoffeln dargestellt ist. Die Orgel mit fünf
Registern und 9040 Pfeifen erklingt häufig bei Orgelkonzerten und zählt zu den größten des
Landes. Der Demetriusturm gehört zu den Überresten der Kirche aus dem 13. Jahrhundert. In
der nationalen Gedenkhalle stehen die Statuen von mehr als einhundert hervorragenden
Repräsentanten der ungarischen Literatur, Kunst und Wissenschaft. Die Figuren der „Musikuhr”
sind um 12.15 Uhr und um 17.45 Uhr für 5 Minuten sichtbar. Jeden Sommer ist der Platz
Austragungsort der international bekannten Freilichtspiele von Szeged. In der griechisch-orthodoxen serbischen Kirche (Révai u.) ist die aus Birnbaumholz kunstvoll geschnitzte, durchbrochene
Rokoko-Ikonostase mit 80 Ikonen von herausragendem kunstgeschichtlichem Wert. Den mit den
Statuen großer ungarischer Persönlichkeiten geschmückten Széchenyi-Platz beherrscht das im
Neobarock-Zopfstil erbaute Rathausgebäude (Nr. 10.) mit seinem Turm. Das Reök-Palais (Tisza L. krt.
56.) ist ein Kunstwerk des Jugendstils. Das monumentale Gebäude der neuen Synagoge (Ecke
Hajnóczy u.-Gutenberg u.) mit maurischen und Jugendstilelementen zählt zu den schönsten jüdischen
Gebetshäusern in Europa. Im Mittelalter wurde keine größere Kirche in der Tiefebene gebaut als die
„Kirche Maria Schnee” bzw. das Franziskanerkloster (Alsóváros, Mátyás király tér), das spätgotische
Baudenkmalensemble aus dem 15./16. Jahrhundert. Von den beiden Gnadenbildern ist eines ein
Abbild der „Schwarzen Madonna” von Czestochowa.
Weltbekannte Produkte der Stadt sind die unerreichte Pick Salami und Szegediner Paprika, durch
den die ungarischen Gerichte ihre typische Würze erhalten, und der auch reichlich der Fischsuppe
zugegeben wird. Das Museum der Pick Salami und des Szegediner Paprikas (Felső Tisza-part 10.)
informiert über das Verfahren der Salamiherstellung und deren Geschichte ab 1869. Eine Sammlung
von Kakteen, Palmen und anderen exotischen Pflanzen wurde im Universitäts-Garten (Füvészkert,
Lövölde u. 42.) angelegt. Eine der letzten Windmühlen der Tiefebene ist die Mühle von
Kiskundorozsma (Kiskundorozsma, Bölcs u.).
Ópusztaszer (F4)
In der Umgebung des Gedenkparks haben die vor 1100 Jahren im Karpatenbecken ankommenden
ungarischen Stämme ihre ersten Gesetze erlassen. Das Denkmal ihres Anführers, des
Stammesoberhauptes Árpád, steht seit 108 Jahren in dem Nationalen Historischen Gedenkpark
(Nemzeti Történeti Emlékpark, Szoborkert 68.). Eine der Attraktionen des Gedenkparks ist das
größte Gemälde der Welt, das in jedem Jahr Tausende von Besuchern anlockt: das FesztyPanorama, welches die Landnahme der Ungarn darstellt. Der Maler Árpád Feszty und seine
Künstlerfreunde vollendeten 1894 das vom Publikum begeistert aufgenommene
Monumentalgemälde. Das 1760 Quadratmeter große Panoramabild mit rund 2000 Figuren ist in
einem dafür errichteten Gebäude zu besichtigen. In der Ausstellung mit dem Titel Promenade
1896 lassen die lebensgroßen Figuren in stilgerechten Kostümen die Stimmung des ausgehenden 19. Jahrhunderts in den kleinen und großen Städten aufleben. Im Ruinengarten kann man
die Geschichte einer der ältesten Kirchen des Landes, des Benediktinerklosters von Szer aus
dem 11. Jahrhundert verfolgen. Aus 2000 Einzelstücken haben die Archäologen die 500 kg
schwere St.-Gellért-Bronzeglocke zusammengesetzt. Das ethnografische Freilichtmuseum
informiert über die Lebensweise in der Tiefebene im 19. Jahrhundert. Die Präsentation landwirtschaftlicher Maschinen stellt die typischen Arbeitsmittel in den Bauernwirtschaften vor.
Mezőhegyes (F-G4)
Mezőhegyes wurde durch seine in dem königlichen Gestüt gezüchteten ungarischen
Pferde der Rasse Nonius international bekannt. Das Institut des 1784 gegründeten
königlichen Gestüts (Kozma u. 30.) hinterließ als eines der bedeutendsten europäischen
Gestüte seiner Zeit fast 60 mit hohem ästhetischem Anspruch errichtete
agrargeschichtliche Baudenkmäler im Stil des Spätbarock. Die zwei Triumphbögen im
Mezőhegyes
Empirestil, die überdachte Reithalle, die ehemalige Kaserne der Kavallerieoffiziere - heute ein Hotel,
das mit Mobiliar aus der damaligen Zeit eingerichtet wurde - und das Gebäude der Kommandantur
des Gestüts empfangen die Besucher in ihrer ursprünglichen Schönheit. Das Kutschenmuseum
(Kozma u. 32.) beherbergt eine Sammlung von ungarischen Kutschen und Gespannen, Schlitten,
Pferdegeschirr und Kutscherkleidung.
Architektonische Seltenheiten von nationaler Bedeutung und hohem Wert sind hier auf engem Raum zu
finden. Das einzige in Holzkonstruktion mit Holzbalken errichtete Gebäude des Landes ist das Restaurant
Centrál (Kozma F. u. 22.) im Neorenaissancestil. Als größtes Dreschhaus Ungans gilt das Gebäude Öregcsűr (Kossuth u. 10.), ein besonders schöner Bau im Empirestil ist der zentrale Getreidespeicher (Hild
János u.). Die Unterkünfte der Hirten, die von außen durch in die Erde versenkte Öfen beheizt wurden
(zwei in der Meierei 18 und einer in der Meierei 48) und die Türme der sieben Hafersilos (zwei in der
Meierei 18, je einer in den Meiereien 23, 39, 56, 66 und 79) sind Besonderheiten der
Landwirtschaftsgeschichte.
In der Umgebung der Stadt erstrecken sich schöne Jagdreviere, in denen Fasane, Hasen, Rehe und
Damhirsche gejagt werden. Der Froschteich ist wegen seines Fischreichtums besonders bei den
Anglern beliebt.
Gyula (G4)
Blumen, Rosengärten, grüne Parks und romantische Spazierwege, wohin das Auge blickt: Gyula ist
ein ideales Reiseziel für Menschen, die Ruhe und Erholung suchen. Das Wahrzeichen der Stadt ist die
Burg aus dem 15. Jahrhundert, die einzige erhalten gebliebene aus Ziegelsteinen erbaute Burg in
Mitteleuropa. Im Hof der Burg finden alljährlich im Sommer Aufführungen des Gyulaer Burgtheaters
statt. Eines der schönsten Heilbäder von Ungarn ist das Burgbad (Várkert), das sich im 8,5 Hektar
großen Park des der Burg gegenüberstehenden Schlosses Almásy befindet. Neben
Heilwasserbecken im Freien und im Gebäude bieten die Erlebnisbäder, das Kinder-Wasserparadies,
die Sprudel- und Wellenbäder Vergnügen für Besucher jeder Altersstufe. Sportler können die
Schwimmbecken im Freien und die Hallenbäder nutzen. Die einhundertjährige Konditorei (Százéves
cukrászda, Erkel tér 1.) ist die zweitälteste Patisserie des Landes (1840) und bis heute mit dem
Originalmobiliar eingerichtet. Der berühmte Sohn der Stadt ist Ferenc Erkel (1810-1893), Schöpfer
der ungarischen Oper, Komponist von Bánk bán und Hunyadi László. Er vertonte auch die
ungarische Nationalhymne. In seinem früheren Wohnhaus, dem Ferenc-Erkel-Gedenkhaus (Apor
Vilmos tér 7.), kann man sein Harmonium, handgeschriebene Noten und Familienfotos besichtigen. Ein in Ungarn einmaliges, wertvolles und stimmungsvolles Museum präsentiert den bürgerlichen Lebensstil und die Wohnkultur: das Ladics-Haus (Jókai u. 4.). Hier kann man auch
künstlerisch gestaltete Möbel und Meißener Porzellan bewundern. Der Dürer-Saal (Kossuth
L. u. 17.) wurde nach dem großen deutschen Maler Albrecht Dürer, dessen Vater aus Gyula
stammte, benannt. Man hat hier die Möglichkeit, eine Ausstellung über die Geschichte der
Burg mit dem Titel „Gyulas Jahrhunderte” zu besichtigen. Die Kutten ungarischer
Ordensleute sind Bestandteil der Sammlung von Gnadenbildern und Andenken der
Heiligen Jungfrau Maria (Szűz Mária-kegy- és -emléktárgyak Gyűjteménye, Apor Vilmos
tér 11.). Das Gehöftmuseum (Tanyamúzeum, 8 km) präsentiert die Lebensweise der
Bauern und die landwirtschaftlichen Geräte des 19. und 20. Jahrhunderts. Ein
berühmtes Produkt der Stadt ist die „gyulai kolbász”, die Paprika-Dauerwurst, deren
Entstehungsgeschichte in der historischen Sammlung der Fleischindustrie
(Húsipari Üzemtörténeti Gyűjtemény, Kétegyházi út 1.) vorgestellt wird.
Gyula, Hundertjährige Konditorei
Gyula, Ziegelburg
Gyula, Burgbad
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Pannonien
Pannonien
Fertőd, Schloss Esterházy
In dem sich westlich der Donau erstreckenden Landesteil findet man alles, was den Urlaub und die Erholung angenehm und
abwechslungsreich macht: „Königsstädte”, wildromantische Gebirgsgegenden, das Wasser flacher Seen, zum Spaziergang
einladende Parks, Möglichkeiten für Wassersport und Fahrradtouren, außerdem geizt die Gegend auch nicht mit guten
Weinen, Naturschönheiten und historischen Stätten. Die mit vielen Sehenswürdigkeiten gesegneten Städte finden wir in
dieser bergigen Region, wo der Hüter des ungarischen Kulturschatzes, das Gebäudeensemble der Erzabtei von
Pannenhalma, in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, wo der frühchristliche Friedhof von Pécs und das
Gebiet um den Fertő-See hervorzuheben sind.
Vértes-Gebirge (D3)
Wildromantische Täler und seltene Gebirgspflanzen sind im Landschaftsschutzgebiet von Vértes zu finden. In der EsterházyHöhle am Berg oberhalb von Csákvár lieferten Tierknochen und Überreste des dreihufigen Urpferdes den Beweis für hiesiges
Leben vor 10 Millionen Jahren. Die schönsten Blumen befinden sich im Fáni-Tal und auf der Irtás-Wiese gedeiht prächtiges
Federgras. Der gehaltlose rote Boden der Bauxitgrube von Gánt und Meleges wirkt dagegen wie eine leblose
Mondlandschaft. Burgruinen überragen etliche Felskuppen. Der geologisch-botanische Lehrpfad zwischen Csákvár und Gánt
bietet einen 3,5 Kilometer langen Spaziergang über den Haraszt-Berg und durch das Kőlik-Tal. Der Anblick schöner
Bauernhäuser erwartet die Wanderer in Vérteskozma.
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Majk (D2)
In den voneinander getrennten Einsiedlerzellen der Kamaldulenser lebten einst in weiße Kutten
gehüllte Mönche, die das Gelübde des Schweigens abgelegt hatten, nach strengen Ordensregeln.
Die 17 Einsiedlerbehausungen, die Mitte des 18. Jahrhundert erbaut wurden, waren der ideale Ort
für die Mönche: In jeder Zelle gab es eine Hauskapelle, eine Schlafnische, eine Werkstatt und eine
Kammer. Die Lebensweise der Mönche ist in der in einer Behausung zusammengestellten
Ausstellung über die Geschichte des Ordens dokumentiert. Im Zentrum der Einsiedelei befindet sich
der erhaltene Turm der Kirche. Der Kirchturm bietet einen herrlichen Rundblick, von dort erklingt jede
Viertelstunde ein Glockenspiel.
Tata (D2)
Ein bevorzugter königlicher Erholungsort war im Mittelalter die „Stadt der Gewässer”. Daran erinnert das
am Ufer des Alten Sees (Öreg-tó) stehende Burgschloss. In seinen Sälen befindet sich die ausgesprochen
reiche Ausstellung über die wechselvolle, in der Römerzeit beginnende Geschichte der Gegend, die Funde
archäologischer Ausgrabungen und die Sammlung interessanter Arbeiten der Tataer Fayencemanufaktur.
Die künstlichen Ruinen in Ungarns erstem englischen Garten wurden aus den Steinen der
Vértesszentkereszter Abtei aus dem 12. Jahrhundert (deren Ruine noch im Wald zu finden ist) am Ufer
des Cseke-Sees errichtet. Die an den reichlich Wasser spendenden Quellen gebauten Wassermühlen sollen
uns heute nur noch die Vergangenheit in Erinnerung rufen: Das älteste Baudenkmal der Stadt ist die CifraMühle. In der Nepomucenus-Mühle (Alkotmány u. 1.) stellt das deutsche Nationalitätenmuseum (Német
Nemzetiségi Néprajzi Múzeum) die Zeugnisse der gegenständlichen und geistigen Kultur der in Ungarn
lebenden deutschen Minderheit vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart vor. Die Gipskopien von 96 weltberühmten antiken Statuen sind in dem in der ehemaligen Synagoge befindlichen Museum der griechischrömischen Skulpturenkopien (Görög-római Szobormásolatok Múzeuma, Hősök tere 7.) zu sehen. Einmalige
Besonderheiten sind das Naturschutzgebiet am Kreuzweg-Hügel und das geologische Museum: In dem verlassenen Steinbruch geben die in einem Zeitraum von Millionen von Jahren übereinander geschichteten
Gesteinsformationen Auskunft über die Erdgeschichte und frühere Lebewesen wie z. B. vor 170 Millionen
im Meer versteinerte Muscheln und Schnecken und die Stelle, wo die Urmenschen einst Feuerstein fanden.
Neben der Kreuzwegkapelle und der Statuengruppe erhebt sich der 45 Meter hohe Jakab-FellnerAussichtsturm. Am Quellensee, der wegen seiner seltenen Pflanzenwelt unter Naturschutz steht, wurde
das beliebte Fényes-Bad erbaut und Sportplätze wurden auch angelegt.
Komárom (C-D2)
Die strategische Bedeutung dieser Stadt am Donau-Ufer zieht sich wie ein roter Faden durch die
Stadtgeschichte: In der Römerzeit war sie unter dem Namen Brigetio eine wichtige Stadt der Kolonie
Nieder-Pannonien, im 11. Jahrhundert ließ König Stephan eine Erdfestung errichten und im 19.
Jahrhundert wurde ein komplettes System von Befestigungsanlagen angelegt. Einzigartige Militär- und
Industriedenkmäler sind die drei Festungen der Stadt: Am größten ist die durch ein Kasemattensystem
und Schanzen geschützte, von außen kaum sichtbare Festung von Monostor, eine der am besten
erhalten gebliebenen Befestigungsanlagen Europas (ein Gebäudeensemble auf einer Fläche von
40.000 Quadratmetern). In der wesentlich kleineren Igmándi-Festung wurde das Lapidarium aus der
Römerzeit des Klapka-György-Museums ausgestellt, die Csillag-Festung kann vorerst nicht
besichtigt werden. Durch das Friedensdiktat von Trianon kam der nördliche Teil der Stadt zur
Tschechoslowakei. Die zwei Stadteile sind durch die Elisabeth-Brücke verbunden. In dem ruhigen
Park mit vielen Schatten spendenden Bäumen befindet sich das Thermalbad mit sechs Becken.
Das aus einer Tiefe von 1268 Metern an die Oberfläche sprudelnde Wasser lindert bzw. heilt
Erkrankungen des Bewegungsapparates und Frauenleiden.
Győr (C2)
„Die Stadt, wo sich die Flüsse treffen”, das Arrabona der Römerzeit, der fast tausend Jahre
alte Bischofssitz, wo Napoleon 1809 eine Schlacht gewann, ist wegen der stimmungsvollen Innenstadt und der schönen Barockgebäude bekannt und gilt gleichzeitig als
Schul- und Industriezentrum.
Der alte Stadtkern befand sich auf dem Káptalan-Hügel am Zusammenfluss der drei Flüsse
Donau, Rába und Rábca. An ihrem stumpfen Turm kann man die Győrer Residenz der
Bischöfe (Káptalan domb 5/A) schon von weitem erkennen. Die ältesten Gebäude sind
Tata, Burg
Komárom, Traditionstreffen
der aus dem 13. Jahrhundert stammende Wohnturm und die gotische
Dóczy-Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.
Der romanische Vorgänger des in den
Rang einer Basilika Minor erhobenen
Doms (Apor Vilmos püspök tér) stand
schon im Jahre 1030, 400 Jahre später
wurde die gotische St.-Ladislaus-Kapelle
gebaut (Héderváry-Kapelle), die anlässlich
der Heiligsprechung des Königs Ladislaus I.
(1077-1095) errichtet wurde. Dort wird auch
die Herme des St. Ladislaus aufbewahrt, die
den Gipfel der mittelalterlichen Goldschmiedekunst darstellt. Schatzkammer und Bibliothek
der Győrer Kirchenprovinz (Győri Egyházmegyei
Kincstár és Könyvtár, Káptalan domb 26.) hüten
die Meisterwerke sakraler Kunst aus 1000
Jahren. Die Werke des herausragenden Vertreters
der ungarischen Bildhauerei des 20. Jahrhunderts,
Miklós Borsos (1906-1993), sind in dem nach ihm
benannten Museum (Apor Vilmos püspök tere 2.)
ausgestellt. Im Dachgeschoss des typisch klassizis-
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Transdanubien
Pannonhalma
Győr
Konzert in Fertőd
26
tischen Gebäudes, des Kreszta-Hauses (Apáca u. 1.) lohnt es sich, die Ausstellung der
entzückenden Figuren der Keramikerin Margit Kovács (1902-1977) zu betrachten.
Das Wahrzeichen der Stadt ist die Figur des schmiedeeisernen Hahns am Zierbrunnen des
Donautorplatzes (Duna-kapu tér), der 1594 die Eroberung der später von Napoleon zerstörten Burg durch die Türken verkündete. Von den berühmten Baudenkmälern des
Széchenyi-Platzes war der an der Ecke des Eisenstock-Hauses (Vastuskós ház) (Nr. 4) stehende,
mit Eisennägeln beschlagene Baumstamm das Aushängeschild des Gewürzladen aus dem 14.
Jahrhundert. Ein prächtiges Barock-Palais ist das Apátúr-Haus (Nr. 5), die einstige Residenz des
Erzabtes. Hier werden die Sammlungen über die reiche Stadtgeschichte und die Entwicklung der
Medizin sowie Ausstellungen der angewandten Kunst und eine Briefmarkenausstellung präsentiert. Die bemerkenswerten Gebäude des Benediktinerordens befinden sich ebenfalls auf dem Platz:
Der Innenraum der Kirche St. Ignac von Loyola wurde nach dem Modell der römischen Kirche Il Gesú
mit der Original-Barockeinrichtung und mit wunderschönen Fresken ausgestattet. Der schmiedeeiserne Schmuck am alten Rathaus (Rákóczi u. 1.), das imposante eklektische Gebäude des neuen
Rathauses (Városház tér), der Hof des ungarischen Spitals mit toskanischen Säulen (Rákóczi u. 6.), das
Rozália-Haus (Kazinczy u. 21.) mit dem reich verzierten, für die Stadt typischen Erker verdienen
beachtet zu werden. Das städtische Museum stellt den Besuchern die Péter-Váczy-Sammlung (Rákóczi
u. 6.) mit griechischen und römischen Schmuckgegenständen, Mobiliar aus der Renaissance und dem
Barock, Statuen, Gemälden, chinesischem Porzellan und zeitgenössischen Grafiken vor. Im EsterházyPalais befindet sich die städtische Bildergalerie (Király u. 17.), welche die reiche Sammlung der
ungarischer Malerei des 20. Jahrhunderts zeigt.
Am Zusammenfluss der Flüsse befindet sich das Bad Rába-Quelle (Fürdő tér 1.).
Pannonhalma (C2)
Seit 1000 Jahren erhebt sich das älteste Juwel der ungarischen Baukunst auf dem Gipfel des im
Mittelalter „heiliger Berg Pannoniens” genannten St.-Martin-Berges: die Erzabtei der Benediktiner, „das
älteste ungarische Haus”, das zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.
In der im 13. Jahrhundert erbauten Basilika finden heute Orgelkonzerte statt. Das gotische
Sternrippengewölbe des Altarraumes, die Kapellen und die im Jahre 1001 geweihte Krypta sind einzigartige Werte. Das Kloster mit Ungarns einzigem vollkommen erhalten gebliebenen mittelalterlichen
Kreuzgang und mit den wunderschönen Renaissance-Schnitzereien der Porta speciosa aus rotem
Marmor beherbergt mit 360.000 Bänden eine der größten Benediktiner-Bibliotheken und Archive der
Welt (hier wird auch das älteste Schriftstück in ungarischer Sprache - die Stiftungsurkunde der Abtei
von Tihany aus dem Jahre 1055 - aufbewahrt). Die wissenschaftlichen Werke und Kunstsammlungen der Erzabtei Pannonhalma sind von unschätzbarem Wert. In der Bildergalerie (Vár 1.)
werden temporäre Ausstellungen gezeigt, das umfangreiche Münzkabinett bewahrt zahlreiche römische Münzen auf. Der Lehrorden der Benediktiner gibt auch heute sein Wissen weiter: Im Kloster gibt
es ein Gymnasium und ein Internat. Das Arboretum gegenüber dem Klostereingang ist zu einem Teil
Park der Abtei und zum anderen Teil ein Wald mit schönen Spazierwegen. Das Millenniumsdenkmal
entstand zum eintausendsten Jahrestag der ungarischen Landnahme.
Fertőd (B2)
Das größte und schönste Barockschloss Ungarns ist das Schloss Esterházy (Joseph Haydn út 2.),
das als „ungarisches Versailles” 1720 in einer Bauzeit von 46 Jahren für die reichste Familie
des ungarischen Adels, die Familie Esterházy, errichtet wurde und von einem wunderschönen
Park im Stil des Barock bzw. Rokoko umgeben ist. Joseph Haydn (1732-1807) verbrachte als
Hofkomponist mehr als ein Jahrzehnt im Schloss, das heute als Museum gobelinbezogenes
und mit Intarsien versehenes Mobiliar der Schlösser des 18. Jahrhunderts sowie wertvolle
Gegenstände aus chinesischem Porzellan präsentiert. Das in dem barocken Musikhaus
(Madách sétány 1.) eingerichtete Haydn-Gedenkzimmer setzt dem weltbekannten
Komponisten Joseph Haydn, der auch das Schlossorchester leitete, ein Denkmal.
Sopron (A-B2)
Die dicht an der österreichischen Grenze zwischen den Nadelwäldern der Lövérek und den
Weingärten, die gute Weine liefern, gelegene Kleinstadt mit subalpinem Klima ist besonders reich an Kulturdenkmälern. Sie war einst eine wichtige Station an der
Sopron, Burgbezirk
Bernsteinstraße, die von Nord nach Süd durch Europa führte. Teile von Skulpturen und Steinen zeigt die
Sammlung des Scarbantia Forums im Untergeschoss des als Wahrzeichen der Stadt bekannten Feuerturms
(Tűztorony, Fő tér 1.). In den Obergeschossen kann die stadtgeschichtliche Ausstellung besichtigt werden.
Den stimmungsvollen barocken Hauptplatz, den Fő tér, beherrscht die im Volksmund Ziegenkirche genannte
Benediktinerkirche mit gotischem Gewölbe und barocker Ausstattung. Im 17. Jahrhundert war sie auch
Schauplatz von Krönungen und Landesversammlungen. Zu den am häufigsten besuchten Museen des
Landes zählt das barocke Storno-Haus (Fő tér 8.) mit dem Eckerker, das die umfangreiche Sammlung der
bekannten Kunstsammler-Dynastie sowie eine ortsgeschichtliche Sammlung beherbergt. Das Generalshaus
(Tábornok-ház, Fő tér 7.) war im 17. Jahrhundert der Wohnsitz der Bürgermeister und Stadtkommandanten.
300 Jahre älter ist das Fabricius-Haus (Fő tér 6.), eines der wertvollsten weltlichen Baudenkmäler der Stadt,
seine Einrichtung und sein Mobiliar spiegeln den Geschmack des Bürgertums im 17./18. Jahrhundert wider.
In seinem mittelalterlichen Keller ist das Lapidarium aus der Römerzeit zu sehen, wo eine TriasSkulpturengruppe betrachtet werden kann. Solch eine Gruppe schmückte auch das Capitol in Rom. Ebenfalls
aus der Zeit der Gotik stammt das Gambrinus-Haus (Fő tér 3.). Die schönsten Einrichtungen von
denkmalgeschützten Soproner Apotheken und seltene Bücher der Pharmazie sammelte das Apothekenhaus
(Fő tér 2.). Das interessanteste Baudenkmal der Neogotik aus dem 19. Jahrhundert ist die Kirche der Ursulinen
(Orsolya tér 2.), in deren Oratorium sich die Ausstellung sakraler Kunst der Soproner römisch-katholischen
Sammlung der Kirchengeschichte mit Holzschnitzereien und Goldschmiedearbeiten befindet. Ende des 13.
Jahrhunderts wurde die alte Synagoge (Új u. 22.) erbaut, in der Erinnerungsstücke an das Soproner Judentum
in einer Ausstellung ausgestellt werden. Der Stil des Eggenberg-Hauses (Szent György u. 12.) ist von der
Spätrenaissance des 17. Jahrhunderts geprägt. An seinem Tor ist das Wappen von Brandenburg, im
Loggienhof das Wappen der Hohenzollern angebracht. Die 600 Jahre alte gotische Kirche Sankt Georg (Szent
György u.) wurde im Barockstil umgebaut, ihre Fresken stammen aus dem 18. Jahrhundert. Die
Museenstraße der Stadt ist die Templom utca, wo man eine wertvolle Sammlung nach der anderen findet.
Im ehemaligen Ordenhaus der Franziskaner, dem späteren Ordenshaus der Benediktiner (Nr. 1.), blieb der
mittelalterliche Káptalan-Saal erhalten. Das besonders wertvolle Baudenkmal stammt aus dem 13.
Jahrhundert, sein reicher Schmuck, seine Skulpturen und Wandmalereien sind in Ungarn einzigartig. Im
einstigen Esterházy-Palais (Nr. 2.) bietet die sehenswerte Ausstellung des Zentralen Bergbau-Museums
mobile Modelle über die Entwicklung des Bergbaus und seine Bedeutung in der bildenden und angewandten Kunst. Das benachbarte Esterházy-Palais (Nr. 4.) stellt die Sammlung der Geschichte der
Forstwirtschaft, der Holzindustrie und der Vermessungstechnik vor. Die Sammlung des evangelischen
Landesmuseums wurde im Pfarrhaus (Nr. 12.) untergebracht. In den winzigen ehemaligen mittelalterlichen Kaufmannshäusern findet man heute elegante Geschäfte. Eines der wertvollsten Baudenkmäler der Stadt ist die Heiliggeistkirche (Szentlélek u.), ein gotisches Kunstwerk vom 14./15.
Jahrhundert. Die Backstube, die Konditorenwerkstatt und die Wohnung des Bäckers, den Brotladen
und die Konditorei stellt das einzige Bäckereimuseum des Landes (Bécsi u. 5.) dem Besucher vor.
Die Sammlung Zettl-Langer (Balfi út 11.) enthält wertvolle Gegenstände, antike Möbel, besondere
Waffen und wertvolle Gemälde. Die Exponate der Volkskunstausstellung (Deák Ferenc tér 1.)
machen den Interessenten mit der Volkskunst und 23 Handwerksberufen und Gewerbearten
des ehemaligen Komitats Sopron bekannt. Die sich über der Stadt erhebenden Lövérek-Berge
gehören zum Soproner Landschaftsschutzgebiet und sind eine ideale Umgebung für
Ausflüge, in ihren Wäldern blühen Alpenveilchen. Der höchste Punkt ist die Károly-Anhöhe
(398 Meter) mit dem 23 Meter hohen Aussichtsturm, der einen vollständigen Rundblick
bietet. Mit dem Bus ist das beliebte Bad Tómalom zu erreichen.
Sopron
Auch die Umgebung der Stadt bietet
Sehenswürdigkeiten: In der Gartenstadt Sopronbánfalva erhebt sich auf
einem Hügel die Karmeliterkirche, ein
imposantes Gebäude mit Barocktreppe
und Kloster.
Wegen ihrer Natur- und Kulturschätze ist
auch die Fertő-Kulturlandschaft Teil des
Weltkulturerbes. Der Fertő-See gehört zum
Nationalpark Fertő-Hanság. Das einzige
Erholungsgebiet auf ungarischer Seite
befindet sich in Fertőrákos. Der Ort ist für
seine, an die ägyptischen Tempel erinnernden
Steingruben bekannt: Aus den Steinen eines
Steinbruchs aus der Römerzeit wurden viele
Gebäude in Sopron und in Wien erbaut, heute
kann man alljährlich im Sommer Aufführungen
im Höhlentheater besuchen. Eine Wendeltreppe
führt nach oben, von wo sich ein herrlicher Blick
auf den Neusiedler See bietet.
27
Transdanubien
Bükfürdő
Köszeg, Apothekenmuseum
Nagycenk, Schloss Széchenyi
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Nagycenk (B2)
Das in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts im Stil der Zeit umgebaute, mit
Gasbeleuchtung und Badezimmern ausgestattete Schloss Széchenyi (Kiscenki út 3.)
gehörte dem Grafen István Széchenyi (1791-1860), dem herausragenden Politiker der
Reformzeit und der Revolution von 1848-1849, der als erster eine feste Donaubrücke, die
Kettenbrücke in Budapest, erbauen ließ und die Ungarische Akademie der Wissenschaften
gründete sowie die Dampfschifffahrt auf der Donau förderte. Auf seinem Familienbesitz
wurde mit der Aufzucht von Rennpferden begonnen. Das Gedenkzentrum István Széchenyi
stellt das vielfältige Lebenswerk des „größten Ungarn” vor. Die Széchenyi-Museumsbahn fährt
nach Fertő, wo sich von der klassizistischen Gloriette ein unvergleichlicher Ausblick auf den
Fertő See bietet. Im Lokomotivenmuseum veranschaulichen Dampfloks, Personen- und
Güterwagen sowie Waggons für den Transport von Baumstämmen die Geschichte der
Schmalspurbahnen. Vom Schloss führt eine vor 250 Jahren gepflanzte, aus 600 kleinblättrigen
Lindenbäumen bestehende Allee zu einem kleinen Wald.
Bük (B3)
Den Namen der in der Nähe der österreichischen Grenze gelegenen Großgemeinde machte sein
Heilbad europaweit bekannt. Im Heilbad von Bük (Termál körút 2.) werden Heilkuren bei
Erkrankungen des Bewegungsapparates, bei Störungen des Verdauungssystems, bei
Kreislaufstörungen neben einer Fachsprechstunde für Rheumatologie und Physiotherapie angeboten.
Im Birdland Golf & Country Club findet man einen besonders schönen Golfplatz mit 18 Löchern, den
die Liebhaber dieser Sportart zu schätzen wissen.
Kőszeg (B3)
Kőszeg ist vielleicht die einzige Stadt auf der Welt, in der zur Erinnerung an den Sieg im August 1532
über die Türken die Glocken um 11 Uhr läuten, zu der Zeit, als die Verteidiger der Kőszeger Burg unter
ihrem Burgkommandanten Miklós Jurisics 25 Tage lang die Angriffe des gegen Wien vorrückenden
türkischen Heeres unter Sultan Suleiman abwehrten.
Die Jurisics-Burg (Rajnis József u. 9.) mit den vier Ecktürmen wurde im 13. Jahrhundert erbaut, die Burg
erhielt ihre heutige Gestalt nach der Feuersbrunst im Jahre 1777. Die größte Bastei der Stadtmauer ist
der alte Turm oder Zwinger, im Burgmuseum sind die Waffen aus der türkischen Belagerungszeit,
Dokumente der Stadtgeschichte und Interieur aus dem 18. und 19. Jahrhundert ausgestellt. Prächtige
Baudenkmäler umgeben eines der schönsten Stadtzentren des Landes, den Jurisics-Platz: Der
imposante Eingang des zum 400. Jahrestag des türkischen Belagerung errichteten Heldentors, rechts
daneben das Arkadenhaus (Lábasház 2.). Nahezu alle Häuser rundum stehen unter Denkmalschutz. Im
Generalshaus (Tábornok-ház, Nr. 4-6.) aus der Spätrenaissance können die Ausstellungen des städtischen Museums über die hiesigen Zünfte und Handwerksbetriebe - Uhrmacher, Fleischer,
Kammmacher, Honigkuchenbäcker, Schlosser, Barbier, Weber, Fotografen - besichtigt werden. Das
500 Jahre alte Rathaus (Nr. 8.) trägt Stilmerkmale von der Gotik des 15. Jahrhunderts bis zum
Barock und ist darüber hinaus mit Wappen geschmückt. Eine Besonderheit in Ungarn ist das ebenfalls sehr reich geschmückte Sgraffiti-Haus (Nr. 7.). In dem mehrgeschossigen Haus (Nr. 11.) ist das
Apothekenmuseum „Goldenes Einhorn” untergebracht, in dem die schönsten Objekte aus
mehreren denkmalgeschützten Apotheken und eine Heilkräutersammlung besichtigt werden können. Die Kirche St. Emmerich vereint mehrere Baustile und die Kirche St. Jakob (Jurisics tér) ist
das älteste und schönste Baudenkmal der Stadt. Sehenswert sind der gotische Chor und die aus
Holz geschnitzte Madonnenfigur, ein Meisterwerk des 15. Jahrhunderts. Die wunderschönen
Glasfenster und die geschmackvoll geschwungenen neogotischen Säulen machen die HerzJesu-Pfarrkirche zu einem der schönsten Bauwerke der Stadt (Várkör).
Kőszeger Gebirge (B3)
Das Landschaftsschutzgebiet Kőszeg weist eine große Vielfalt an seltenen Pflanzen auf
und ist ein lohnenswertes Ausflugsgebiet: An die sieben landnehmenden Stämme erinnert ein beliebtes Wanderziel, nämlich „sieben Quellen” (Hétforrás). Im 17. Jahrhundert
wurden die Steier-Häuser erbaut. Der Berg Geschriebenen-Stein (Írott-kő) ist mit 883
Metern der höchste Berg in Transdanubien. Die Attraktion der Weinkellerzeile Cák
sind die acht schilfgedeckten und unter Denkmalschutz stehenden Kelterhäuser, in denen
zeitweilige Ausstellungen über den Weinanbau und die Weinherstellung stattfinden. Über dem
Erholungsort Velem mit dem subalpinen Klima hat man von der im 13. Jahrhundert auf dem 568
Meter hohen Berg errichteten Kapelle St. Vid eine herrliche Aussicht auf die umliegende
Landschaft. Zu den bemerkenswerten Baudenkmälern zählt auch das als königliches Jagdschloss
erbaute Schloss Sibrik, das inmitten einer denkmalgeschützten Parkanlage steht.
Szombathely (B3)
Die Bürger der im Jahre 43 u. Z. gegründeten Stadt Savaria genossen die gleichen Rechte wie die
Römer. Von den Einnahmen der Bernsteinstraße, welche die Stadt durchquerte, errichteten sie eine
prachtvolle Stadt. Zwei archäologische Ausgrabungsstätten sowie der alljährlich im Sommer veranstaltete historische Karneval Savaria vermitteln eine Vorstellung vom einstigen Prunk dieser Stadt.
Auf dem Ruinenfeld des Forums der ehemaligen römischen Bürgerstadt (Romkert, Templom tér 1-3.)
wurden Teile des größten zusammenhängenden Mosaiks im Palast des Statthalters - zugleich
Pannoniens - sowie die aus römischen Steinen errichteten Grundmauern der Burg aus dem 9.
Jahrhundert, ein 50 Meter langer Abschnitt der 2000 Jahre alten Bernsteinstraße, der Tempel des
Merkur und das öffentliche Bad freigelegt. Die Funde des Zollhauses befinden sich im Savaria-Museum
(Kisfaludy Sándor u. 9.). Der Tempel der Isis des Iseum-Ruinenfeldes (Iseum-romkert, Rákóczi u. 1.) aus
den 2. Jahrhundert dient den Iseum-Sommerspielen als Kulisse. Ungarns größte Barockkirche ist die
zweitürmige, ab 1791 erbaute Basilika (Templom tér). Der riesige Innenraum wurde von hervorragenden
Künstlern mit Fresken, Gemälden und Statuen geschmückt. Der Festsaal des im Zopfstil errichteten
Bischofspalastes (Berzsenyi tér 3.), die Sala Terrena, zählt zu den schönsten Barocksälen des Landes.
Lohnenswert ist es, das Museum der Kirchenprovinz wegen seiner umfangreichen Sammlung sakraler
Kunst aufzusuchen.
Im Dorfmeister-Saal der Bibliothek und des Archivs der Kirchenprovinz (Szily János u. 1.) sind die Werke
des namhaften Malers zu sehen. Neben der durch ihr prächtiges Barockportal bekannten gotischen
Pfarrkirche der Heiligen Elisabeth (Aréna u. 1.) steht das Gebäude des einstigen Franziskanerklosters.
Namenspatron der ehemaligen Dominikaner-Pfarrkirche Sankt Martin ist der in der Stadt geborene Heilige
Martin von Tours. Der Altarraum ist mit gotischen Wandmalereien geschmückt. Die Seen der Stadt sind
sowohl zum Angeln als auch zum Rudern geeignet, in ihrer Umgebung wurde das Museumsdorf des
Komitats Vas (Árpád u. 30.) mit 37 Bauten aus 27 Gemeinden errichtet, das die typischen Bauwerke volkstümlicher Architektur für die Nachwelt bewahrt. Der Stolz des Arboretums von Kámon (Szent Imre
herceg u. 7.), Ungarns größtem Arboretum, ist ein Meer blühender Rhododendren im Mai, wovon mehr
als 50 verschiedene Arten bewundert werden können.
Ják (B3)
Eine der schönsten romanischen Kirchen in Ungarn ist die monumentale Kirche des einstigen
Benediktinerklosters, heute die Pfarrkirche Sankt Georg, die in den Jahren 1214-1256 erbaut wurde.
(Ihre verkleinerte Kopie ist in Budapest in der Burg Vajdahunyad zu sehen). Sorgfältig gearbeitete
Figuren schmücken das prächtige Hauptportal, das Innere der Kirche wird durch mächtige Pfeiler in
drei Teile gegliedert, die Wände schmücken 700 Jahre alte Fresken. Die genauso alte Kapelle Sankt
Jakob steht gegenüber der Kirche und ist ebenfalls ein bedeutendes Baudenkmal.
Sárvár (B3)
Eine lange Steinbrücke führt zu dem einst von Wassergräben umgebenen, fünfeckigen Burgschloss
Nádasdy (Várkerület 1.), das im Laufe seiner im 16. Jahrhundert beginnenden Geschichte als
Festung und der Adelsfamilie als Wohnsitz diente. Wegen seiner reich verzierten
Innenausstattung und des wertvollen Mobiliars ist das Ferenc-Nádasdy-Museum heute eines der
schönsten Schlossmuseen des Landes. Es stellt die eng verbundene Geschichte von Burg und
Stadt, Gegenstände aus dem Leben der ungarischen Husaren und eine umfangreiche
Kunstgewerbe-Sammlung vor. Das salzhaltige Wasser des Heil- und Wellnessbades (Vadkerti
u. 1.) wird zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, zur Nachbehandlung von
Knochenbrüchen und bei Frauenleiden angewendet, es unterstützt auch die allgemeine
Regeneration und Kondition in Form von Heilkuren. Für Badekuren zu Hause empfehlen
sich die durch Destillation gewonnenen „Sárvárer Thermalkristalle”.
Szombathely, Historische Savaria-Spiele
Ják
Sárvár, Burgschloss Nádasdy, Empfangssaal
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Transdanubien
Martonvásár, Konzert
Velemér, Fresken
Martonvásár, Schloss Brunszvik
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Őrség (A3)
Das Erholungsgebiet an den sanften, mit Wald bewachsenen Hängen hat schon seit dem
10. Jahrhundert eine wichtige Rolle beim Schutz der Grenze gespielt. Die Bewohner siedelten sich auf den Bergkuppen, die gut zu verteidigen waren, in Weilern zu fünf bis zehn
Häusern an. Die 18 Dörfer bewahren noch heute die Form aus der Zeit der Landnahme: In fast
allen gibt es alte Häuser und einen Glockenturm. Der schönste darunter befindet sich in
Pankaszon. Das Zentrum der Őrség ist Őriszentpéter, dessen romanische Pfarrkirche
(Templomszer 15.) nach dem Apostel St. Petrus benannt wurde. Aufmerksamkeit verdient auch das
Landschaftsmuseum der Őrség (Művelődési Ház, Városszer 55.). Typische Beispiele der volkstümlichen Baukunst kann man in der aus sieben Weilern bestehenden Gemeinde Szalafő im ausgebauten Freilichtmuseum von Pityerszer sehen: Besonderheiten sind das mit Stroh gedeckte Haus, das
eingezäunte Haus und die zweigeschossige Kammer. In der Kirche aus dem 13. Jahrhundert in
Velemér kann man wunderschöne Fresken bewundern. Eine mittelalterliche Kirche befindet sich auch
in Hegyhátszentjakab. In der Nähe des Ortes ist der Vadása-See ein beliebtes Ausflugsziel.
Martonvásár (D3)
Martonvásár ist eng mit dem Namen Beethoven verbunden, da sich der große Komponist hier zweimal
als Gast aufhielt. Durch seine Freundschaft mit der Martonvásárer Familie Brunszvik und seine Gefühle
zur „unsterblichen Geliebten” beschenkte er die Menschheit mit Werken wie der Appassionata-Sonate,
der Mondschein-Sonate und dem letzten Satz der Sinfonie Nr. 4. Das Beethoven-Museum des neogotischen Schlosses Brunszvik bewahrt das Andenken an den Komponisten. Die Noten, der Flügel, auf dem
er spielte und die gehütete Reliquie des Familiennachlasses, eine Haarlocke, erinnern an Beethoven. Im
Schlosspark kann man sich an dem wunderschönen Arboretum erfreuen, in dessen Mitte befindet sich ein
See mit einer kleinen Insel, auf die man über eine Holzbrücke gelangen kann. Dort wurde eine Bühne gezimmert, die in den Monaten Juli und August Schauplatz der berühmten Beethoven-Konzerte ist.
Velence-See (D3)
Der „See des Sonnenscheins” ist dank der günstigen geografischen und einzigartigen natürlichen
Gegebenheiten - mit 2050 Sonnenstunden pro Jahr - eines der beliebtesten Erholungsgebiete. Das
mineralhaltige, seidige Wasser des Sees, der eine Fläche von 26 Quadratkilometern und eine durchschnittliche Tiefe von 1,2 Metern aufweist, erfrischt und regeneriert. Der Wind, der vom VelenceGebirge herüberweht, ist ideal für den Segelsport und die Schilfgebiete sind ein idealer Platz zum
Angeln. Das Touristenzentrum des Velence-Sees ist Gárdony. Einer der ältesten Ferienorte ist Velence,
wo schon vor 70 Jahren der Yachtclub gegründet wurde. Die geschützten Kellerzeilen und
Kelterhäuser reihen sich an der Sonnenseite des Bence-Berges aneinander, von dessen Gipfel sich
ein herrlicher Rundblick auf den See bietet. Das Thermalbad von Agárd mit dem 55 oC heißen
Heilwasser wird in erster Linie zur Linderung von Krankheiten des Bewegungsapparates und
gynäkologischen Beschwerden angewendet.
Die Schilfgebiete, die ein Drittel des Sees bedecken und enge Durchlässe sowie innere Buchten
entstehen lassen, sind ein Vogelreservat mit seltenen Wasservögeln. 28 Vogelarten nisten hier
regelmäßig. Der See bietet auch Winterfreuden, denn auf dem zugefrorenen See kann man
Schlittschuh laufen und Eissegeln trainieren. Im Sommer fahren Fahrgastschiffe von den Häfen
in Agárd und Velence zur Mückeninsel (Szúnyog-sziget).
Von den zwei Denkmälern in Pákozd erinnert das eine die Nachwelt an den Sieg, das andere
an die Niederlage - beide jedoch an das Heldentum der ungarischen Soldaten. Die siegreiche Schlacht vom 29. September 1848 während der Revolution und des Freiheitskampfes
von 1848-1849 gegen die Habsburger wird als Modell in der Gedenkausstellung an die
Schlacht von Pákozd gezeigt, der Obelisk wurde anlässlich des einhundertsten
Jahrestages der Schlacht aufgestellt. Die ökumenische Gedenkkapelle setzt der im
Winter 1942 am Don bezwungenen ungarischen Armee ein Denkmal. Einmalig in
Europa sind die wankenden Steine von Pákozd: die vom Wind geschliffenen
Granitfelsen erinnern in ihrer Form an Hund, Löwe, Sphinx und Bär. Ein wichtiges
Gebiet für Ornithologen ist das Vogelreservat am Fuße des Mészeg-Berges. Im
Aboretum von Pákozd-Sukoró findet man 250 Baum- und Straucharten. Einen
Eissegler auf dem Velence-See
Lehrpfad und eine als Aussichtspunkt dienende Vogelwarte erwarten die Naturfreunde. Von hier hat
man einen herrlichen Blick auf den Velence-See mit seinen Schilfgebieten.
Székesfehérvár (D3)
Die alte ungarische Stadt Székesfehérvár trägt die fürstliche Farbe „weiß” auch in ihrem Namen
(Stuhlweißenburg), sie wurde 972 als Alba Regia gegründet und war der erste Sitz der ungarischen
Könige. Fünf Jahrhunderte lang befand sich hier die Hauptkirche des Landes, wo 37 Könige und 39
Königinnen gekrönt und 15 Herrscher begraben wurden. Hier wurden die Heilige Krone und das
Staatsarchiv aufbewahrt, ebenso wurden hier die Landesversammlungen abgehalten.
Die herausragende Rolle der Stadt im Mittelalter bezeugen auch die Sehenswürdigkeiten auf dem
Rathausplatz (Városház tér): Der Reichsapfel und die an der Stelle des Palastes von Stephan dem Heiligen
erbaute Franziskanerkirche, deren Fresken das Leben des sehr jung verstobenen Königssohnes St.
Emmerich, darstellen. Die Krönungskirche wurde 1602 von den Türken gesprengt. Heute sind nur noch ihre
Grundmauern in der außerordentlich bedeutenden Nationalen Gedenkstätte im Ruinenfeld des Mittelalters
(Középkori Romkert, Koronázó tér), einem der wichtigsten Baudenkmalensembles, zu sehen. In dem mit historischer Seccómalerei geschmückten Mausoleum befindet sich der Sarkophag des Königs St. Stephan
(997-1038). Die Knochenkammer bewahrt die sterblichen Überreste der hier begrabenen ungarischen
Könige auf. Auf dem Platz des Fürsten Geza (Géza fejedelem tér) stand schon 970 eine Burg, ferner eine
kleinere Kapelle mit vier Apsiden, deren Grundriss mit weißen Basaltsteinen ausgelegt und sichtbar ist. Der
zur Zeit des Tartarensturms im 13. Jahrhundert herrschende König Béla IV. errichtete die bischöfliche
Basilika ursprünglich als Königssitz, bevor er mit seinem Hof nach Buda zog. In dem heutigen barocken
Dom wird die Kopfreliquie von Stephan I. aufbewahrt. Das einzige erhalten gebliebene mittelalterliche
Gebäude der Stadt ist die St.-Annen-Kapelle mit dem Netzgewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Mit
Sondergenehmigung kann eines der schönsten Baudenkmalensembles der Stadt, Kirche und Ordenshaus
der Karmeliter (Petőfi u.) besichtigt werden. Die Wände des aufwändig ausgestalteten Innenraums der
Kirche schmücken die Fresken von F. A. Maulbertsch. Der Barockstil beherrscht auch die prächtigen
Adelspaläste und Bürgerhäuser der Stadt, die seit 1777 Bischofssitz ist. Im Győri-Haus (Kossuth Lajos
u. 15.) gab es das erste Theater, dessen Aufführungen in ungarischer Sprache erfolgten. Das aus dem
18. Jahrhundert erhaltene Hiemer-Haus (Jókai u. 1.) fällt wegen seiner Schönheit im Barock-RokokoStil und seinem Erker auf. Die schönen Wohnhäuser des klassizistischen Vörösmarty-Platzes tragen
die Handschrift des berühmten Sohnes der Stadt, des Architekten Miklós Ybl (1814-1891). Eine
Besonderheit ist die Blumenuhr (Fő u.), die mit den Blumen der jeweiligen Jahreszeit bepflanzte
wird. Für die Erhaltung der bäuerlichen Architektur erhielten 12 Bauernhäuser und die Rác-Kirche
mit der schönen Ikonostase, die sich im Freilichtmuseum (Palotaváros, Rác u. 11.) befinden, den
Europa-Nostra-Preis. In den Museen des Ortsteils Rácváros stellt eine Ausstellung das Gewerbe
und die Zünfte vor, das Haus des Handwerks (Mesterségek Háza) lädt mit interessanten
Programmen ein, stellt die Fertigkeiten der verschiedenen Handwerksberufe vor und gibt die
Gelegenheit, die entsprechenden Tätigkeiten auszuprobieren. Jahrzehntelang baute der
Bildhauer Jenő Bory (1879-1959) eine romantische Ritterburg aus Beton. In der Bory-Burg
(Máriavölgyi út 54.), welche die verschiedensten architektonischen Stilrichtungen vereint, brachte er seine eigenen und zeitgenössische Kunstwerke unter.
Székesfehérvár, Bory-Burg
Székesfehérvár, Reichsapfel
Székesfehérvár, Apothekenmuseum
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Transdanubien
Csesznek
Veszprém, Gisela-Kapelle
Tác-Gorsium
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Tác-Gorsium (D3)
Das „ungarische Pompeji” Gorsium-Herculia erlebte vom 2. bis 4. Jahrhundert seine
Blütezeit als religiöses Zentrum von Nieder-Pannonien und als Stätte des Kaiserkults, heute
ist es das größte archäologische Ruinenfeld des Landes. Bei den seit 1958 andauernden
Ausgrabungen wurden die Mauern, das Forum, die Tempel und die Heiligtümer freigelegt. Die
Stadt wurde im Jahre 260 durch einen Barbarenangriff zerstört, an ihrer Stelle entstand um
290 eine neue Stadt mit dem Namen Herculia. Aus dieser Zeit blieben ein großer Palast, eine
Geschäftszeile, zwei frühchristliche Basiliken, ein öffentliches Bad und außerhalb der Stadtmauer
die Überreste eines Friedhofs erhalten. Die Ruinen sind von einem Park mit mediterraner
Atmosphäre, römischen Monumenten und Grabsteinen umgeben. Die schönsten Funde zeigt die
Ausstellung. In dem 1200 Personen Platz bietenden griechisch-römischen Theater findet alljährlich
Ende April/Anfang Mai das Floralia-Fest zur Begrüßung des Frühlings statt und im August werden die
Sommerspiele Ludi Romani Gorsiumi veranstaltet.
Veszprém (C3)
Veszprém liegt am Ufer des Baches Séd und wird auch die „Stadt der Königinnen” genannt. Früher
gehörte sie zum Besitz des ersten Bistums des Landes und nur die Bischöfe dieser Stadt hatten das
Recht, die jeweilige Königin zu krönen. Die auf dem 500 Meter langen Felsrücken stehenden schönen
Bürgerhäuser bieten die historische Atmosphäre im Burgviertel, wo zwischen 11. und 13. Jahrhundert
eine königliche Burg stand. Das Heldentor (Hősök kapuja) ist der Eingang zur Altstadt, in seiner Nähe
erhebt sich der Feuerturm (Vár u. 9.), auf den Mauern einer mittelalterlichen Bastion entstand das
Veszprémer Pantheon. Im Dubniczay-Haus (Vár u. 29.) wurden die Sammlungen der Burggalerie (Vár
Galéria) und des Ziegelmuseums untergebracht. Das wunderschöne Barockpalais des Erzbischofs (Vár u.
18.) steht den Besuchern offen, das erzbischöfliche Archiv und die Bibliothek können allerdings nur mit
Sondergenehmigung besucht werden. Sehenswerte Unikate der ungarischen Kirchengeschichte findet man
in der Stadt, z. B. die ältesten Fresken in der ursprünglich zweigeschossigen und einst gotischen GiselaKapelle (Vár u. 18.), die Ausstellung über Kirchenkunst und Kirchengeschichte im Museum der Königin
Gisela (Gizella Királyné Múzeum) und die älteste bischöfliche Kirche, Chor und Krypta der von der ersten
ungarischen Königin, Gisela von Bayern, ab 1001 errichteten Bischofskirche (Vár u. 18-20.) - einer Basilika
Minor. Das gotische Gisela-Reliquiar aus dem 14. Jahrhundert ist ein Geschenk der Stadt Passau. Die im
9. und 10. Jahrhundert erbaute Kapelle St. Georg. (Vár u. 20.) war möglicherweise die erste Kirche im
Lande. Das klassizistische Piaristen-Gymnasium (Vár u. 10-12.), die Kirche und das Ordenshaus (Vár u.
12/A) stammen aus dem 18. Jahrhundert. Zur 900. Wiederkehr ihres Todestages errichtete die
ungarische Nation ihrer ersten Königin ein Denkmal: Die Statuen von König Stephan I. und Königin Gisela
stehen an der Brüstung am Rande der Burg auf der Aussichtsbastei, von der sich ein herrlicher Ausblick
auf die schlanke St.-Stephans-Talbücke über den Bach Séd bietet. Der Pflanzen- und Wildpark „Kálmán
Kittenberger” (Kittenberger K. u. 17.) ist einer der schönsten Tiergärten des Landes.
Veszprém
Bakony-Gebirge (C3)
Im 18. Jahrhundert bestand das wildromantische Bakony-Gebirge noch aus zusammenhängenden Urwäldern, es war ein geeignetes Versteck für Strolche und Räuber, die der Obrigkeit aus
dem Weg gehen wollten. Das Gebiet des Hohen Bakony ist ein Naturschutzgebiet mit herrlichen
Buchenwäldern, malerischen, von Bächen durchflossenen Tälern, mehr als 1000 Höhlen - ein
Paradies für Höhlenforscher (die Höhlen vom Likas- und Csatár-Berg, Kőlik, Szentgál usw.). Beliebte
Ausflugsziele in der Gegend sind die Schluchten der Gebirgsbäche Gerence, Séd, Hódos, Gaja und
Cuha. Als Herausforderung für Wanderer gilt der Teufelsgraben (Ördög-árok), hier klettert man über
Eisenleitern an den riesigen Felsen des Teufelsdammes entlang (Ördög-gát). Zum Eingang in die
urzeitliche Odvas-Kő-Höhle führen 150 Stufen. Neben Hirschen, Rehen, Mufflons, Wildschweinen und
Wildkatzen leben auch 104 besonders geschützte Vogelarten in den Wäldern des Bakony. Der höchste
Punkt ist der Kőris-Berg (709 Meter), auf dessen Gipfel ein Aussichtsturm errichtet wurde. Faszinierend
ist der Wald von Fenyőfő, er ist der schönste Nadelwald des Landes, älter als einhundert Jahre mit
zwanzig Meter hohen Bäumen. Am Ortsrand von Szentgál befindet sich der zweitgrößte und seit
Urzeiten existierende Taxuswald Europas.
Im Herzen des Bakony, vierhundert Meter über dem Meeresspiegel stand schon 1182 in Zirc (C3) die
Kirche der Zisterzienserabtei (Rákóczi tér 1.). Ihr heutiger Nachfolger ist die in den Rang einer Basilika
Minor erhobene Barockkirche mit zwei Türmen, die von F. A. Maulbertsch mit Fresken geschmückt wurde.
Im Gebäude der Abtei kann auch die unter Denkmalschutz stehende Antal-Reguly-Bibliothek (Rákóczi tér
1.) mit ihren 65.000 Bänden besichtigt werden, unter denen sich auch kulturgeschichtliche Raritäten
befinden. Neben 15.000 Zeitschriften und Kodexen besteht ihr einmaliger Wert in der reich geschnitzten
Einrichtung: Den Intarsientisch schnitzte sein Schöpfer aus den Baumarten des Bakony mit einer vielfältigen Farbskala. In der ehemaligen Wohnstätte des Erzabtes (Rákóczi tér 1.) befindet sich das naturwissenschaftliche Museum des Bakony. Es zeigt die umfassende Ausstellung der im Bakony-Gebirge beheimateten Pflanzen, Insekten und der Vogelwelt mit Terrarien, Aquarien und Illustrationen. Der Bach Cuha
durchfließt das Arboretum von Zirc (Damjanich u. 9.), in dem 600 Baum- und Straucharten und eine 400
Jahre alte Eiche wachsen. Die Ausstellung über das Leben und Wirken des Wissenschaftlers Antal Reguly,
der Ungarn erforschte, wurde in dessen Geburtshaus, dem Antal-Reguly-Museum und Atelier der
Volkkunst (Rákóczi tér 10.) eingerichtet.
Am Rande von Csesznek, einer der schönsten Ortschaften des Bakony-Gebirges, stand schon im Jahre
1263 auf der Bergspitze die gotische Burg Csesznek. Im Laufe der Zeit war sie Kerker und Schloss, dann
wurde sie durch ein Erdbeben und ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer zerstört. Es lohnt sich, sie
wegen des herrlichen Panoramablicks auf die Umgebung aufzusuchen.
Herend (C3)
Aus Herend stammt das weltberühmte, auf Weltausstellungen mit 24 Großen Preisen und Goldmedaillen
ausgezeichnete, auch an den Höfen in London und Wien beliebte Herender Porzellan, dessen Herstellung
und Bemalung immer vom Vater auf den Sohn weitergegeben wurde. Die schönsten und ausschließlich
in Handarbeit angefertigten Erzeugnisse der im Jahre 1826 gegründeten Porzellanmanufaktur stellt das
Museum für Porzellankunst (Kossuth L. u. 140.) vor. Ein besonderes Erlebnis ist das „Porcelanium” - eine
Minimanufaktur veranschaulicht den Prozess der Porzellanherstellung.
Pápa (C3)
Das „Athen Transdanubiens” wird die stimmungsvolle Kleinstadt auch genannt, deren Schulen einen
guten Ruf besitzen. Viele berühmte Persönlichkeiten - Schriftsteller und Dichter - wurden hier erzogen. In dem von einem unter Naturschutz stehenden Park umgebenen Schloss Esterházy (Fő tér
1.) sind die Musikschule, die Bibliothek und das Schlossmuseum, in welchem die Gegenstände
aus der Stadtgeschichte aufbewahrt werden, untergebracht. Eine industriegeschichtliche
Rarität ist die älteste, seit 200 Jahren betriebene Blaudruckerwerkstatt im Blaudruckmuseum
(Március 15. tér 12.), wo der Herstellungsprozess des Blaudruckstoffs mit dem weißen
Muster auf blauem Grund von Beginn an verfolgt werden kann. In der Museumsapotheke
Granatapfel (Jókai u. 5-7.) werden auch heute noch Medikamente verkauft. Die neueste
Attraktion der Stadt ist das Burggarten-Bad (Várkertfürdő), das ein erfrischendes Bad
nach der Besichtigung der Sehenswürdigkeiten bietet.
Pápa, Blaudruckmuseum
Herend, Porzellanmalerei
Zirc, Bibliothek
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Transdanubien
Sümeg
Szekszárd, Weinhaus
Szekszárd, Bonbonmuseum
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Sümeg (B-C3)
Eine der größten und am besten erhaltenen Burgen des Landes ist die sich auf dem
Burgberg (270 m) erhebende, aus dem 13. Jahrhundert stammende Sümeger Burg. In
ihrem Museum kann man eine Ausstellung zur Burggeschichte, eine Folterkammer sowie ein
Wachsfigurenkabinett besichtigen. Im Burghof werden an Ritterturniere erinnernde
Burgspiele veranstaltet. Im geistigen Zentrum der katholischen Kirche sind im 18. Jahrhundert
besonders schöne sakrale Bauten entstanden, z. B. der Bischofspalast (Szent István tér 10.), die
Franziskanerkirche (Szent István tér 7.) und die römisch-katholische Pfarrkirche (Bíró Márton u.),
deren Wände mit Fresken von F. A. Maulbertsch geschmückt sind.
Szekszárd (D4)
Sieben Hügel, an denen die Reben feuriger Weine reifen, umgeben diese romantische Kleinstadt, wo
mehrere bekannte Werke von Franz Liszt im Augusz-Haus (Széchenyi u. 36-40., Gedenktafel an der
Hauswand) entstanden, die er während seiner Aufenthalte bei Freunden komponierte. Der Flügel und
die Büste des weltbekannten Komponisten und Klaviervirtuosen ungarischer Abstammung sind in der
Franz-Liszt-Gedenkausstellung (Béla tér 1.) im alten Komitatshaus zu besichtigen. Ein weiterer berühmter
Sohn der Stadt war der große Dichter und Übersetzer des 20. Jahrhunderts, Mihály Babits, in seinem
Geburtshaus (Babits M. u. 13.) wurde ein Gedenkmuseum eingerichtet.
Der mittelalterliche Stadtkern befand sich am heutigen Béla tér und zwar dort, wo die Barockkirche Sankt
Ladislaus, die größte einschiffige Kirche Europas steht. Hier befindet sich ebenfalls eines der schönsten klassizistischen Komitatshäuser, in dessen Hof die konservierten Überreste der Kirche der Benediktinerabtei aus
dem 11. Jahrhundert zu sehen sind. Über die mehrere Jahrhausende umspannende Geschichte der Stadt und
der Umgebung berichten die Ausstellung über die Stadtgeschichte und die archäologischen Ausgrabungen im
Wosinsky-Mór-Komitatsmuseum (Mártírok tere 26.). Das in der einstigen Synagoge untergebrachte KünstlerHaus (Mártírok tere 20.) präsentiert zeitweilige Ausstellungen. In der Stadt kann man auch die Aufführungen
des einzigen Theaters in deutscher Sprache, der Deutschen Bühne Ungarn (Garay tér) besuchen.
Die große Weintraube im Stadtwappen soll darauf hinweisen, dass Szekszárd in einer Weinregion liegt, die
besonders bekannt für ihre Rotweine ist. Eine Variante des Wappens in ungewöhnlicher Größe und
Komposition ist am Kreuzbergweg zu sehen, der auch man einen herrlichen Rundblick bietet.
Gemenc (D4-5)
Ungarns schönster Auwald ist das 50.000 Hektar umfassende geschützte Wildreservat des Gemencer
Waldes. Ungezählte Weiher, Sümpfe und Altwasser prägen das Landschaftsschutzgebiet, wo der
ursprüngliche Zustand aus den Zeiten vor der Regulierung der Donau erhalten blieb: Alte Weiden, riesige
Eichen und Pappeln, Maiglöckchen, Fischreiher, Bussarde, Schwarzstörche, Silberreiher, zahllose andere
Wasservögel, aber auch kapitale Hirsche sind die „Bewohner” der kleinen Inseln. Das Naturschutzgebiet
kann nur mit kleinen Schiffen oder der zwischen Bárányfok und Pörböly verkehrenden Kleinbahn
besucht werden.
Gemenc
Mohács, Buscho-Umzug
Mohács (D5)
Ungarns südliches Donautor ist Schauplatz eines spektakulären Volksbrauchs. Bei dem lustigen
Karneval, der den Winter begräbt und den Frühling begrüßt, ziehen maskierte Gestalten, die „Buschos”,
durch die Stadt („Busójárás”). Der Name der Stadt ist aber auch mit einem der größten
Schicksalsschläge des Landes verbunden, da in der Schlacht von Mohács am 29. August 1526 20.000
ungarische Kämpfer, darunter auch König Ludwig II. fielen. Nach der Schlacht geriet Ungarn für 150
Jahre unter die Herrschaft der Türken. Zum 400. Jahrestag der Schlacht wurde aus Spenden auf dem
Hauptplatz der Stadt (Széchenyi tér) eine Votivkirche im byzantinischen Stil errichtet. An der Straße nach
Sátorhely erinnert die historische Gedenkstätte Mohács auf dem Török-Berg an die schreckliche
Niederlage. Die Stellen der bisher gefundenen fünf Massengräber wurden durch Menschen und Pferde
symbolisierende geschnitzte Grabhölzer markiert.
Villány (D5)
In der historischen Weinregion entstand Ungarns erste, durch 11 Gemeinden von Villány nach Siklós
führende Weinstraße, über die sich der Besucher im Weinmuseum (Bem u. 8.) informieren kann. Die
gefragtesten Villányer Weinsorten - Blauer Portugieser, Merlot, Blaufränkischer, Cabernet - werden dem
Publikum beim Rotweinfestival, das jedes zweite Jahr im Oktober stattfindet, näher gebracht. Auf dem
Villányer Kirchberg, einem einstigen Kalksteinbruch, kann man die versteinerten Überreste und Abdrücke
von einigen vor 240 Millionen Jahren lebenden Urtieren, versteinerten Ammoniten finden. In den interessanten Felsformationen von Szársomlyó (im 6 Kilometer entfernten Nagyharsány) befindet sich ein
Naturschutzgebiet mit nur hier vorkommenden seltenen Pflanzen und Tieren, z. B. im Januar blühende
ungarische Zeitlose, Zornnatter und Schlangenbussard. Am Berghang befindet sich ein Skulpturenpark
im Freien, wo im Sommer zahlreiche Bildhauer und andere Künstler vor Ort arbeiten. So hinterließen die
Künstler hier in 30 Jahren diese Sammlung.
Siklós (D5)
In der südlichsten Stadt Ungarns steht die Burg von Siklós, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burgen des Landes. Die türkischen Kanonen zerstörten ihre Mauern nicht und auch der österreichische Kaiser Leopold I. ließ dieses Bauwerk - im Gegensatz zu fast allen anderen Grenzburgen in
Ungarn - nicht sprengen, da Siklós kaiserliches Gut war. Die Geschichte der Burg begann 1294 und
aus jeder Epoche sind wertvolle Schätze erhalten geblieben: die Fenster aus der Romanik, der üppigst
geschmückte Erker der ungarischen Gotik und die Burgkapelle aus dem 14./15. Jahrhundert, die
Renaissance-Barbakane mit der Zugbrücke und das barocke Burgschloss, das noch heute vom
hohen Anspruch der ungarischen Baukunst des Mittelalters kündet. Im Chor der Pfarrkirche legten
die Restauratoren die schönsten Beispiele gotischer Wandmalerei des 14. Jahrhunderts frei. Als
Anerkennung ihrer Arbeit erhielt die Stadt für die Restaurierung der fünfeckigen Moschee des
Bey Malkotsch (Vörösmarty u.) den Europa-Nostra-Preis. Die nahe gelegene zweitürmige
barocke Franziskanerkirche von Máriagyűd ist eine bekannte Pilgerstätte.
Villány, Weinmuseum
Villány, Kellerdorf
Siklós, Burg
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Transdanubien
Pécs, Széchenyi-Platz
Pécs, Dom
Pécs, Barbakane
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Harkány (C5)
Der Sage nach pflügte der Teufel den Berg Szársomlyó und aus den Furchen entsprang
schwefelhaltiges (Sulfidionen in Gasform) Wasser, das die Stadt schon seit 200 Jahren zu
einem Kurort mit internationalem Ruf macht. Das Heilwasser des Heil- und Strandbades
Harkány (Kossuth L. u. 7.) wird bei sämtlichen Rheumaarten, chronischen Hautkrankheiten,
Unfällen, Brüchen, zur Nachbehandlung von Muskelentzündungen, Nervenentzündungen und
Frauenleiden sowie bei Magenbeschwerden als Trinkkur empfohlen.
Pécs (D5)
Geheimnisvolle römische Grabkammern, Kuppeln türkischer Moscheen, schlanke Minarette, kunstvolle
Zsolnay-Keramiken, geheimnisvolle Csontváry-Gemälde, dekorative Vasarely-Muster, im zeitigen Frühjahr
blühende Mandelbäume, stimmungsvolle Restaurants und Cafés - das ist Pécs. Die Stadt mit dem
mediterranen Klima und der besonderen Atmosphäre liegt am südlichen Fuße des Mecsek-Gebirges und
ist bereits seit 1009 Bischofssitz. Die auf den Berg führende Straße zeigt das alte Pécs, die steilen Gassen
von Tettye werden von malerischen Häusern gesäumt. Auf dem 535 Meter hohen Misina-Gipfel bietet sich
ein herrliches Panorama. Als Abendprogramm nach einer Wanderung auf den markierten Wanderwegen des
Mecsek-Parkwaldes ist eine Verkostung der berühmten Weine der Gegend besonders beliebt.
Zu römischen Zeiten war Pécs, damals Sopianae genannt, ein wichtiges Zentrum des frühen Christentums.
Das überragende Baudenkmalensemble aus jener Zeit besteht aus einer 16 Bauwerke umfassenden
Begräbnisstätte, deren einzigartigen Wert die UNESCO im Jahre 2000 als Weltkulturerbe anerkannte. Das
bedeutendste frühchristliche Denkmal ist das zweigeschossige Mausoleum (Szent István tér), in dessen
Grabkammern Wandmalereien, das Christus-Monogramm und die Überreste von drei Sarkophagen gefunden
wurden. Auf dem Domplatz ist außerdem die Grabkammer der Krüge zugänglich, die ihren Namen nach den
die Wände schmückenden Malereien erhielt. Auf dem Domplatz befindet sich die Basilika mit den vier
Ecktürmen - seit 1993 Basilika Minor -, deren Unterkirche aus dem 11. Jahrhundert stammt und eine der ersten
christlichen Kirchen Ungarns war. Die mittelalterlichen Funde der Ausgrabungen um den Dom kann man im
Lapidarium des Doms betrachten. Vom Erker des Neorenaissance-Bischofspalastes (Dóm tér) blickt die Franz
Liszt darstellende Skulptur auf den Platz hinab. Die in der Nähe befindliche Rundbastei, die im 15. Jahrhundert
errichtete Barbakane (Esze Tamás u. 2.), diente der Verteidigung der Bischofsburg.
In der Stadt findet man die bedeutendsten baulichen Hinterlassenschaften der 150 Jahre währenden
Türkenherrschaft: Das Stadtbild bestimmt die grüne Kuppel der Moschee von Pascha Gasi Kasim
(Széchenyi tér) mit der Gebetsnische in Richtung Mekka (Mihrab) und Bogenfenstern. Heute ist sie eine
katholische Kirche. Die Moschee von Pascha Jakowali Hassan (Rákóczi u. 2.) ist das am besten erhaltene
mohammedanische Baudenkmal, heute ein Gebetshaus. In seinem Museum sind historische Schätze
und Kunstgegenstände der Türken zu sehen. Neben der Moschee befindet das 23 Meter hohe Minarett.
Die Türbe von Idris Baba (Nyár u. 8.) ist eine türkische Pilgerstätte auf dem Rókus-Hügel. Außerdem
können die freigelegten Überreste des Bades von Pascha Memi besichtigt werden (Ferencesek u. 33.).
Bedeutend sind auch die Hinterlassenschaften aus dem Barock: Die barocke Einrichtung der Kirche
Harkány, Heilbad
Pécs, Theaterplatz
und des Klosters der Franziskaner (Ferencesek utcája 35.) ist das Werk von Franziskanern. Die
Lyzeumskirche und das ehemalige Ordenshaus der Pauliner (Király u. 44.) gehören zu den bedeutendsten Barockbauten der Stadt. Neben der Allerheiligenkirche (Tettye u.) steht das Karmeliterkloster. Die
Liebfrauenkirche auf dem Havi-Berg wurde im Jahre 1691 von den Überlebenden der Pestepidemie
errichtet. Besonderheiten der Kirche St. Augustin (Ágoston tér) sind die aus der türkischen Moschee
stammenden Bogenfenster. Die Fassade der Kirche der barmherzigen Brüder (Széchenyi tér 5.) ist ein
Beispiel für den Eklektizismus, einmalig sind die intarsiengeschmückten Altäre.
In der Káptalan utca befindet sich fast in jedem Haus ein Museum. Im Haus Nr. 2 stellt die Zsolnay-KeramikSammlung die wichtigsten Epochen des weltberühmten Zsolnay-Porzellans vor. Auch Exponate, die während
der Pariser Weltausstellung 1878 eine Goldmedaille gewannen, sowie den Gedenkraum des Gründers Vilmos
Zsolnay kann man besichtigen. Im Erdgeschoss sind Skulpturen des aus Ungarn stammenden Bildhauers
Amerigo Tot und in der anderen Hälfte des Hauses Steindenkmäler aus Pécs und Umgebung, die
Steinsammlung aus der Renaissance zu betrachten. Im Haus Nr. 3 wurde Victor Vasarely, der weltbekannte
Avantgardist der Op-Art und der abstrakten geometrischen Malerei, geboren. Neben seinen Hauptwerken
erhielten auch Schöpfungen anderer ausländischer Künstler des 20. Jahrhunderts einen Platz im VasarelyMuseum. Im Kellersystem unter dem Haus bietet die Ausstellung des Mecseker Bergbaumuseums ein besonderes Erlebnis. Eine der umfangreichsten Sammlungen der bildenden Kunst des 19./20. Jahrhunderts ist die
Moderne Ungarische Bildergalerie (Modern Magyar Képtár) im Haus Nr. 4. Die Ausstellung des Lebenswerks
von Kosztka Tivadar Csontváry wird im Csontváry-Museum (Janus Pannonius u. 11.), einem NeorenaissancePalais, präsentiert. Csontváry war der einzigartige Vertreter der ungarischen Malerei, der die Merkmale von
Romantik, Symbolismus und Expressionismus in seinen Werken vereinte. Die Sammlungen des JanusPannonius-Museums stellen eine reiche Auswahl an Gegenständen der verschiedenen Nationalitäten der
Baranya vor. Die Volkskunde-Ausstellung (Rákóczi u. 15.) macht mit der vielfältigen Volkskunst der
Nationalitäten - Deutschen und Südslawen - bekannt, die archäologische Ausstellung (Széchenyi tér 12.)
beschäftigt sich mit den Epochen in diesem Landstrich von der Urzeit bis zur Zeit der Völkerwanderung. Die
naturwissenschaftliche Ausstellung (Szabadság u. 2.) bringt den Besuchern die Pflanzen- und Tierwelt des
Mecsek-Gebirges und der Umgebung nahe, während das Museum für Stadtgeschichte (Felsőmalom u. 9.)
einen Überblick über die Geschichte der letzten 200 Jahre von Pécs gewährt.
Pécs, Porzellanmaler
Pécs, Zsolnay-Brunnen
Pécs, Frühchristliche Grabkammer,
Prophet Daniel
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Transdanubien
Pécsvárad
Mecseknádasd
Ausflügler
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Pécsvárad (D5)
Es war Bischof Asztrik, der die Heilige Krone für König Stephan I. vom Papst aus Rom
überbrachte. Gleichzeitig war er der erste Abt des im Jahre 1000 gegründeten
Benediktinerklosters und eine zuverlässige Stütze des Königs bei der Gründung des
ungarischen Staates sowie für die katholische Kirche Ungarns im 11. Jahrhundert. Die als
Kloster im 13. Jahrhundert errichtete Burg von Pécsvárad gehört zu Ungarns bedeutendsten
Baudenkmälern aus dem Mittelalter. Am besten sind der alte Turm (heute Hotel), das 15 Meter
lange freigelegte Schiff der Kirche des Benediktinerklosters und der mit Fresken geschmückte
Chor erhalten geblieben. Das Burgmuseum (Vár u. 45.) befindet sich im Burgschloss aus dem 18.
Jahrhundert und stellt in einer Ausstellung die archäologischen Funde aus Burg und Abtei vor.
Szigetvár (C5)
Szigetvár ist seit der Türkenschlacht im Jahre 1566 das Sinnbild der selbstlosen Heimatliebe. Nach
22-tägiger Belagerung nahmen die Verteidiger der Burg unter Führung von Burgkommandant Miklós
Zrínyi die Todesgefahr auf sich und stellten sich der 24fachen türkischen Übermacht entgegen, um in
blutigen Kämpfen Mann gegen Mann ihr Leben zu opfern. Für die Nachwelt symbolisiert das Denkmal
ihre patriotische Kühnheit in Form eines gewaltigen Löwen. Auf dem einstigen Schlachtfeld, im heutigen
Park der ungarisch-türkischen Freundschaft, wurden 400 Jahre danach die Porträts von Miklós Zrínyi und
des in der Schlacht gefallenen Suleiman II. nebeneinander aufgestellt.
Zu den Baudenkmälern aus der Türkenzeit gehören die 1589 errichtete Moschee von Pascha Ali - heute
römisch-katholische Pfarrkirche im Barockstil (Zrínyi tér 9.) - und das einzige in Ungarn erhaltene
Wohnhaus aus dieser Epoche, das Türkenhaus (Török ház, Bástya u. 3.), wo eine Ausstellung über die
Türkenzeit zusammengestellt wurde. Der heute zugängliche Teil der Burg (Vár u. 9.) wurde ebenfalls von
den Türken erbaut, die Moschee und das Minarett errichtete man zu Ehren des gefallenen Sultans. Die
Grabstätte befindet sich in Turbék-Puszta und ist heute eine römisch-katholische Votivkirche, die den
mohammedanischen Türken als Pilgerstätte dient.
Im Burgmuseum Miklós Zrínyi (Vár u. 19.) verdienen die Geschichte der Burg sowie die archäologischen
Funde Beachtung, auf den Wandbildern der St.-Rokus-Pfarrkirche (Moschee des Paschas Ali) wurden
Szenen der Burgbelagerung dargestellt.
Mecsek-Gebirge (D5)
Die Gegend ist reich an Naturschätzen, ein ideales Ausflugsgebiet und ein beliebtes Ziel für den
Dorftourismus. In den Dörfern, die den höchsten Punkt des Gebirges, den Zengő (682 m), umgeben, findet man wohlschmeckende Speisen und die 400-500 Meter hohen Berge bieten saubere Luft und farbenprächtige geschützte Pflanzen. Die phantastischen Felsformationen des Jakab-Berges (592), die
„babás szerkövek”, das Melegmányi-Tal mit seinen Wasserfällen, der im Juni blühende, 28 Hektar große
Maronenurwald, die Arboreten von Zengővárkony, Kisújbánya und Püspökszentlászló, der Wanderweg
im Óbányai-Tal gesäumt von Wasserfällen, sind beliebte Ausflugsziele für Wanderer.
Szigetvár
Kaposvár, Fußgängerzone
Abaliget (C-D5)
Die Seen, die zum Rudern und Angeln einladen, prägen die angenehme Atmosphäre dieses durch
seine Tropfsteinhöhle bekannt gewordenen Ferienortes, wo ein Fußweg an einem unterirdischen
Bach entlangführt. Wenn man diesem 500 Meter langen Abschnitt folgt, entdeckt man interessante
Felsformationen und Tropfsteine in der auch für Heil- und Erholungskuren genutzten Höhle.
Kaposvár (C4)
Bei einem Bummel durch die romantischen Gassen der Stadt zwischen Balaton und Mecsek-Gebirge
kann man ansprechend gestaltete Gebäude fast aller Baustile entdecken. Die Liebfrauenkirche
(Kossuth tér) im neoromanisch-neogotisch-barocken Stil wurde 1993 zum Bischofssitz ernannt. Das
eklektische Rathaus (Kossuth tér) mit den farbigen Glasfenstern, die farbigen Zsolnay-Ziegel des einstigen Hotels Erzsébet Szálló (Noszlopy u.), das Gebäude des Csiky-Gergely-Theaters mit zwei Türmen
sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kaposvár. Im Dorottya-Haus (Fő u. 1.), wo alljährlich
zum Faschingsauftakt der Dorottya-Ball veranstaltet wird, befand sich im 18. Jahrhundert der im Stil
des Spätbarock erbaute Wohnsitz des Amtmannes. Das ehemalige Komitatshaus (Fő u. 10.) ist eines
der schönsten klassizistischen öffentlichen Gebäude von Transdanubien, hier ist das Rippl-RónaiMuseum untergebracht, das die Geschichte, Volkskunst, Flora und Fauna der Stadt und ihrer
Umgebung vorstellt. Neben den Bildern namhafter ungarischer Maler erhielt hier auch die einzige
Sammlung zur Geschichte der Filmtheater des Landes einen Platz. Im Haus des herausragendsten
ungarischen Malers des Jugendstils, József Rippl-Rónai, können wir im Rippl-Rónai-Gedenkmuseum
(Róma-hegy) im Atelier inmitten seines Mobiliars einen bedeutenden Teil des Lebenswerks besichtigen. Im Vaszary-Gedenkhaus (Zárda u. 9.) kann man die Gemälde von János Vaszary, dem zweiten
großen, in der Stadt geborenen Maler besichtigen. Zum Betrachten der Werke der zeitgenössischen
Künstler gibt die Vaszary-Bildergalerie (Fő u. 12.) ständig Gelegenheit.
In Kaposvár besuchen die Anhänger des Reitsports nicht nur die Reiterhöfe in der Stadt und in der
Umgebung, sondern auch die hochrangigen Reitturnier-Veranstaltungen. Von der im Jahre 1061
gestifteten Benediktinerabtei von Kaposszentjakab (Kaposszentjakab, Várdomb 1.) sind heute nur
noch die Ruinen zu sehen. Auf jeden Fall lohnt es sich, den hierher führenden, 4 Kilometer langen
Fußweg zurückzulegen, zum einen wegen der Veranstaltungsreihe „Szentjakaber Sommerabende”
und zum anderen wegen des wunderschönen Rundblicks vom Burgberg aus.
Szenna (C5)
Das Dorf erhielt den Europa-Nostra-Preis für sein im Ortszentrum errichtetes Dorfmuseum
(Rákóczi u. 2.). Die an ihrem ursprünglichen Standort zerlegten Gebäude wurden auf dem
Museumsgelände originalgetreu wieder aufgebaut. Heute sind die Häuser Baudenkmäler und
Zeugnisse der Bauweise des 19. Jahrhunderts. Sie lassen den Eindruck entstehen, hier handele es sich um ein „gewachsenes” Dorf: Neben den Häusern mit den Laubengängen aus
Holz und den Küchen mit offener Feuerstelle findet man auch die Werkstatt eines
Wagenbauers, die Schnapsbrennerei, ein Kelterhaus sowie die aus Holz gebauten
Stallungen und die Scheune. Unter den 117 Blumendekoren, welche die Kassettendecke
der reformierten Kirche seit 1787 schmücken, findet man nicht einmal zwei Muster, die
sich gleichen. Das Zselicer Naturschutzgebiet in den nahen Wäldern, das sich über
9042 Hektar erstreckt, birgt zahlreiche geschützte Pflanzen und Tiere. Es ist ein ideales Wandergebiet für Naturliebhaber.
Kaposvár
Szenna, Innenraum der Kirche
Szenna, Dorfmuseum
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Balaton
Balaton
Segler auf dem Balaton
„Ungarisches Meer” - wird der in der Mitte Transdanubiens gelegene, 77 Kilometer lange See mit dem gelblichgrünen, seidigen
Wasser, das wie ein Opal glänzt, von vielen genannt. Der Balaton ist einer der wertvollsten Naturschätze des Landes und das am häufigsten besuchte Urlaubsgebiet. Mit seiner fast 600 km2 großen Wasserfläche ist er der größte See Mitteleuropas, seine Uferlinie ist
195 Kilometer lang. An der breitesten Stelle misst der See 14 Kilometer, die durchschnittliche Wassertiefe beträgt 3 Meter, der tiefste
Punkt liegt beim Tihanyer „Brunnen” mit 12,4 Metern. Die Wassertemperatur liegt im Sommer zischen 20 und 26 °C, am Morgen
und Abend ist das Wasser wärmer als die Luft. Das Wasser des Sees und sein geschmeidiger Schlamm sind auch bei Nervenleiden,
Blutarmut und Erschöpfung von wohltuender Wirkung. Das Südufer mit dem flachen Wasser ist für Familien mit Kindern ideal, doch
auch am rasch in die Tiefe abfallenden Nordufer wurde eine Reihe von Stränden angelegt.
Der 70 Kilometer lange Uferabschnitt ist mit weichem Sand bedeckt, von Balatonaliga bis Balatonszentgyörgy reihen sich fast ohne
Unterbrechung die kleineren und größeren pulsierenden Ferienorte aneinander: ein Paradies für Sonnenanbeter, Wasserraten und für
Familien mit Kleinkindern.
Von Keszthely bis Balatonakarattya bilden 25 Ufergemeinden das von Bergen gesäumte Erholungsgebiet des Nordufers, aber auch
die vom Ufer entfernteren Gemeinden dieses abwechslungsreichen Landstrichs halten an bedeckten Tagen zahlreiche
Sehenswürdigkeiten und Programme für unvergessliche Ausflüge bereit.
Der größte Ort am Südufer ist Siófok (C3). Die Stadt zieht sich in einem 17 Kilometer langen Streifen am Ufer hin, ihren Hafen laufen
sämtliche Balaton-Schifffahrtslinien an, von hier aus starten auch die Ausflugsschiffe. Im Museum (Kálmán I. sétány 5.) des
berühmten Sohnes der Stadt - Emmerich Kálmán (1882-1953), Komponist der „Csárdasfürstin” und anderer weltbekannter
Operetten - sind der Flügel und andere persönliche Gegenstände zu besichtigen. Eine Sammlung von 3000 Mineralien des
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Balatonboglár, Strand
Karpatenbeckens wurde im Mineralienmuseum (Ásványmúzeumban, Kálmán I. sétány 10.) zusammengetragen. Eine Besonderheit ist Ungarns erstes Museum für Eierkunst (Szűcs u. 4.).
Szántód (C4)
Seit Urzeiten bietet die Szántóder Fähre Überfahrtmöglichkeiten zum Nordufer, der Hafen wurde 1802
angelegt. Aus dem von den Tihanyer Benediktinern zwischen 1716 und 1741 errichteten, unter
Denkmalschutz stehenden Gebäudeensemble der Meierei entstand ein Zentrum für Kultur und Tourismus.
Im Gebäude der Kurie sind Gemälde und Kleinplastiken ausgestellt, im Weinkeller befindet sich eine
Ausstellung zur Geschichte des Weinbaus. Im Kornspeicher erwartet eine Volkskunstsammlung die Besucher
und im Dienstbotenhaus informiert eine Ausstellung über die Geschichte des Ortes. In der Csárda werden
wohlschmeckende Getränke und Speisen angeboten, in den Pferchen weidet eine Herde Zackelschafe, im
Aquarium wird den Besuchern die Lebenswelt des Plattensees vorgestellt.
Balatonboglár (C4)
Der in der Mitte des Südufers gelegene Ort Balatonboglár ist das Ziel des im gegenüberliegenden Révfülöp
startenden, sehr beliebten Wettbewerbs des Balaton-Durchschwimmens (Ende Juli). Das Fischl-Haus
(Erzsébet u. 12-14.) beherbergt eine ortsgeschichtliche Sammlung. Die erste, 1932 aus Stahlbeton
gebaute Kirche des Landes, der auf dem Burghügel errichtete Aussichtsturm und der Kapellenhügel mit
Volkskunstausstellungen und Veranstaltungen unter freiem Himmel bei der blau-roten Kapelle bieten
lohnenswerte Programme für alle Gäste.
Balatonszentgyörgy (B4)
Die Sehenswürdigkeit von Balatonszentgyörgy ist die Anfang des 19. Jahrhunderts im romantischen Stil
erbaute Sternburg (Irtási-dűlő), das einstige Jagdschloss der Familie Festetics. In ihren Sälen ist eine
Ausstellung, die das Leben der Helden der Grenzburgen im 17. Jahrhundert veranschaulicht, untergebracht. Den typischen Baustil der Gegend repräsentiert das Heimathaus (Csillagvár u. 68.).
Keszthely (B-C4)
Keszthely, der größte und älteste Ort am Balatonufer, war zur Römerzeit ein wichtiges Handelszentrum: Die
Überreste der Stadt Valcum aus dem 2. bis 4. Jahrhundert sind in Fenékpuszta zu sehen.
Die belebte Kossuth utca - das Gebäude Nr. 22, das Pető-Haus, ist das Geburtshaus des Komponisten
Károly Goldmark - führt auf den Hauptplatz (Fő tér), wo die Franziskanerkirche aus dem 14. Jahrhundert
mit den original gotischen Fresken und Rosettenfenstern steht. Das drittgrößte Schloss des Landes ist
das Schloss Festetics (Kastély u. 1.) mit 101 Räumen, dem reich geschmückten Portal, dem
Barockturm, mit der erhalten gebliebenen Kapelle und den 86.000 Bänden - darunter viele seltene
Bücher - der Helikon-Bibliothek der Adelsfamilie Festetics. In 16 Sälen des Helikon Schlossmuseums
sind eine Ausstellung über die Lebensweise des 18./19. Jahrhunderts, Prunkwaffen und die
Trophäensammlung des Herzogs von Windischgrätz zu besichtigen. Im Spiegelmusiksaal werden im
Sommer jede Woche Konzerte veranstaltet. Der das Schloss umgebende englische Garten ist
Naturschutzgebiet. Der einstige Besitzer György Festetics gründete 1797 die erste landwirtschaftliche Hochschule, das Georgikon (Georgikon u. 20.), dessen Geschichte man - neben
einer Ausstellung über Wein- und Getreideanbau in der Umgebung des Plattensees - im
Georgikon Meiereimuseum (Bercsényi Miklós u. 67.) kennen lernen kann. Wissenswertes
über die Entstehung des Plattensees, seine Pflanzen- und Tierwelt, die Bade- und
Schifffahrtsgeschichte, archäologische und volkskundliche Objekte aus 7000 Jahren kann
man im Balaton-Museum (Múzeum u. 2.) besichtigen. Das Marzipanmodell des Schlosses
ist im Marzipanmuseum (Katona J. u. 11.) neben anderen süßen Köstlichkeiten zu
bewundern, das Puppenmuseum (Kossuth u. 11.) zeigt neben einer umfangreichen
Puppensammlung das aus Schneckenhäusern zusammengesetzte, verkleinerte
Siófok, Emmerich-Kálmán-Denkmal
Keszthely, Schloss Festetics
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Balaton
Badacsony, Szegedy-Róza-Haus
Szigetvár
Tihany, Abtei
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Modell des Budapester Parlaments, das Panoptikum präsentiert berühmte Personen
aus der ungarischen Geschichte. Einen Besuch lohnt auch das weit in den See hineinreichende, 1892 aus Holz gebaute Inselbad (Szigetfürdő).
Sogar Kamele, Büffel und Zebras findet man am Ufer des Balaton! Die Tiere, die hier in
freier Wildbahn wirklich nicht anzutreffen sind, sind die Bewohner des Safariparks, der zu
dem von dem namhaften Afrikaforscher Endre Nagy gegründeten Museum (Kültelek 11.) in
Balatonederics gehört. Die außerordentlich vielfältige Sammlung des Museums besteht aus
Trophäen und kunstvoll gefertigten afrikanischen Gebrauchsgegenständen.
Szigliget (C4)
Ein Balaton-Ferienort mit ganz speziellem Flair ist Szigliget. Mit seinen am Berghang stehenden
Häusern und den Grünflächen bewahrte der Ort bis heute seine angenehme Atmosphäre. Unter
Denkmalschutz stehen die schilfgedeckten volkstümlichen Häuser des alten Dorfes. Auf dem 242
Meter hohen Burgberg hat man von den Ruinen der 1702 gesprengten Burg von Szigliget aus dem
13. Jahrhundert eine herrliche Aussicht. Im 12 ha großen Park des Schlosses Esterházy, heute Haus
der Schriftsteller (Kossuth u. 174.), wachsen mehr als 150 Nadelbaumarten.
Badacsony Berg (B-C4)
Am Hang des Berges Badacsony (437 m) - einem stumpfen Bergkegel vulkanischen Ursprungs - sind
die versteinerten Lavasäulen, die so genannten Basaltorgeln, eine geologische Besonderheit. Aus den
Weingärten der Umgebung, die ehemals den Paulinern gehörten, stammt der gute Wein aus
Badacsony, der Graue Mönch. Die beiden schönsten, 200 Jahre alten Kelterhäuser sind das Szegedy
Róza-Haus (Kisfaludy út), in dem sich das dem Andenken der Literatur und des Weinbaus gewidmete
Gedenkmuseum für Literatur befindet und die am Seeufer sehr beliebte Weinstube sowie das
Restaurant, das barocke Kisfaludy-Haus (Kisfaludy u.). Von seinem Laubengang bietet sich ein bezaubernder Blick auf den See, genau wie vom 14 Meter hohen Kisfaludy-Aussichtssturm oder von dem auf
der Südwestseite gelegenen Ranolder Kreuz. Das Gedenkmuseum des Malers des Balaton, József Egry
(1883-1951), kann in dessen Haus in Badacsony (Egry József sétány 12.) besichtigt werden. Die Kirche
St. Emmerich war die erste Basaltkirche Mitteleuropas. Sie wurde 1932 in Badacsonytomaj erbaut. Als
Besonderheiten des Badacsonyer Landschaftsschutzgebietes gelten die drei vulkanischen
„Zeugenberge” - Gulács (393 m), Csobánc (376 m), Szent György-Berg (415 m), die einen herrlichen
Rundblick bieten und den einstigen Wasserstand des Pannonischen Meeres belegen. Ihre Naturschätze
kann der Besucher auf dem geobotanischen Lehrpfad kennen lernen. In Badacsonyörs lohnt es sich, das
400 Koniferenarten vorstellende Folly-Arboretum (Arborétum u. 5.) aufzusuchen.
Im geschützten Káli-Becken umgeben die bewohnten Dörfer die seit Urzeiten erloschenen Vulkane. Am Rand
von Kékkút ist der auch den Römern bekannte, Mineralwasser spendende Brunnen erwähnenswert. Die
Landschaft ist geprägt von mittelalterlichen Burg- und Kirchenruinen, ihre besonderen geologischen Gebilde
machen sie außerdem interessant: die Schichten der Basaltsäule „Hegyestű”, die Basaltsäulen des
Schwarzen Berges (Fekete-hegy), die kleinen Kraterseen (z. B. Kornyi-tó) und die im Weltmaßstab als
Seltenheit geltenden Steinmeere, welche aus vom Wind bizarr geformten, riesigen Steinen bestehen: in
Szentbékkálla, Kővágóörs und Salföld. In der unter Denkmalschutz stehenden Salfölder Meierei wurden
Graurinder, Zackelschafe und Büffel - die einst in der Gegend beheimateten Tiere - wieder angesiedelt.
Auf dem Friedhof von Balatonudvari sind rund fünfzig Grabsteine in Herzform aus den Jahren 18081840 sehenswert.
Die neben der mehr als 200 Jahre alten Brücke über den Pécsely-Bach stehende funktionstüchtige
Wassermühle von Örvényes (Szent Imre u. 1.) hat schon im Jahre 1211 Getreide gemahlen. Bis
heute werden die alten Gerätschaften des Müllerhandwerks aufbewahrt.
Tihany (C3)
An den beiden Türmen der Kirche ist die 5 km lange und 3,5 km breite Halbinsel Tihany von weitem zu erkennen. Die Halbinsel ist vulkanischen Ursprungs und ragt weit in den See hinein, sie ist
seit fast tausend Jahren bewohnt und weist einen reichen Bestand an seltenen Pflanzen und
Tieren auf. Von der Kirche der im Jahre 1055 gegründeten Benediktinerabtei sind heute nur noch
die Krypta - in der sich das Grab von Andreas I. befindet - einer der wertvollsten Schätze
ungarischer Baukunst und die Gründungsurkunde der Abtei als erstes ungarisches
Sprachdenkmal erhalten geblieben. Die auf die Krypta gebaute, aus dem 18. Jahrhundert
stammende, barocke Kirche ist mit Holzschnitzarbeiten üppig geschmückt. Im Museum der
Benediktinerabtei (I. András tér 1.) befinden sich die Ausstellung zur Kirchengeschichte, das
Gedenkzimmer für den letzten ungarischen König Karl IV. sowie ein römisches und ein mittelalterliches Lapidarium. In der Abtei werden im Sommer Orgelkonzerte veranstaltet. An das Leben
des einstigen Fischerdorfes erinnern das Freilichtmuseum (Szabadtéri Néprajzi Múzeum, Pisky
sétány 12.) mit den aus dem 18. Jahrhundert stammenden Häusern, den Wohnhäusern des alten
Dorfes und dem Töpferhaus (Pisky sétány 12.). Das Puppenmuseum (Visszhang u. 4.) präsentiert die
romantische Welt der Porzellanpuppen und Puppenhäuser aus der Zeit zwischen 1850 und 1920. Das
Landschaftsschutzgebiet Tihany wurde 1952 als erstes seiner Art unter Naturschutz gestellt, erlebnisreich ist seine Entdeckung auf dem Lajos-Lóczy-Weg. Sehenswert sind die vom Wind geformten
Basaltfelsen, die in das vulkanische Gestein getriebenen Einsiedlerbehausungen, die Mönchszellen der
im 11 Jahrhundert hier angesiedelten Basilianer, die Lavendelfelder und die Mandelbäume des Berges
Csúcs. Von den natürlichen Aussichtspunkten der Halbinsel, dem „kleinen Walddach” (Kiserdő-tető), den
„Hunderten von Geysirkegeln” (Gejzírmező száz) - dem sog. Geysirfeld - und vom „goldenen Haus”
(Aranyház), dem schönsten Geysirhügel bietet sich ein unvergesslicher Ausblick auf den bei Anglern
beliebten Inneren See (Belső-tó) und den Äußeren See (Külső-tó), wo Zehntausende Vögel nisten. Von einem
der schönsten Balaton-Häfen verkehrt die Fähre nach Szántód, 1,5 km entfernt am Südufer.
Balatonfüred (C3)
Der ehrwürdige Balaton-Badeort Balatonfüred war der erste Kur- und Erholungsort des Landes, von hier aus
stach das erste Balaton-Dampfschiff in See, hier wurde der erste Segelclub gegründet, hier bauten die
Berühmtheiten des vergangenen Jahrhunderts ihre Villen. Die eklektische Villa des großen ungarischen
Romanschriftstellers Mór Jókai (1825-1904) ist heute ein Gedenkmuseum (Honvéd u. 1.). Seit 300 Jahren
werden Herzpatienten in der Spezialklinik für Herzkrankheiten mit dem heilkräftigen Sauerwasser behandelt,
das Wasser kann auch als Trinkkur bei Zuckerkrankheit und Verdauungsstörungen in der Trinkhalle Lajos
Kossuth (Gyógy tér) probiert werden. In den Gängen des Hotels Árkád (Gyógy tér) sind die Gedenktafeln des
Balaton-Pantheons angebracht und im Theatersaal wird seit 179 Jahren - immer am letzten Samstag im Juli der Anna-Ball mit der Wahl der Ballkönigin veranstaltet. Die Rabindranath-Tagore-Promenade wird von
Skulpturen, Gedenktafeln und Bäumen zahlreicher ungarischer und ausländischer Geistesgrößen gesäumt.
Das Fest des Segelhissens in jedem Mai im Rosengarten ist der Saisonauftakt am Balaton. Einen besonderen
Anblick bieten die erbsengroßen Steine aus Aragonit an den Wänden der 120 Meter langen Lóczy-Höhle (am
Ende der Öreg-hegyi út). Ausflugsziele sind auch das Koloska-Tal und der Jókai-Aussichtsturm.
Im 13. Jahrhundert wurde eine der schönsten Propsteikirchen in romanischem Stil am Balatonufer in
Felsőörs errichtet. Die 1745 fertig gestellte Orgel mit fünf Registern ist der Hauptakteur der beliebten
sommerlichen Orgelkonzerte. Der geologische Lehrpfad am Forrás-Berg gibt einen Einblick in die tektonischen Veränderungen der Erdgeschichte.
Zu den Besonderheiten von Balatonalmádi, dem seit 1877 beliebten Kurort, gehören die aus Permer
Sandstein gefertigten roten Gebäude, u. a. die römisch-katholische Kirche, die „Heilige-Rechte-Kapelle”
(Óvári Ferenc u.). Die Kapelle mit den herrlichen venezianischen Goldmosaiken stand ursprünglich in der
königlichen Burg in Buda, hier wurde die mumifizierte rechte Hand von König Stephan I. als nationale
Reliquie aufbewahrt und verehrt. Auf dem 6 Kilometer langen Lehrpfad aus rotem Sandstein weisen
Tafeln auf die Sehenswürdigkeiten des Nationalparks Balaton-Oberland hin. Das Wahrzeichen des zu
Almádi gehörenden Vörösberény ist die reformierte Kirche aus dem 13. Jahrhundert, die einzige aus
dem Mittelalter erhalten gebliebenen Wehrkirche im Balaton-Oberland.
Hévíz (B4)
Sechs Kilometer vom Nordufer des Plattensees entfernt erwartet bei Keszthely der zweitgrößte
Warmwassersee der Welt mit einer Wasserfläche von 47.500 m2 und mit wunderschönen indischen Seerosen die Gäste. Das Heilwasser des Hévízer Sees entspringt aus einem Krater in 36
Metern Tiefe, pro Sekunde sprudeln 420 Liter 36 °C heißes Wasser hervor. Das Seewasser ist
radioaktiv, reich an Schwefel, Gas, Mineralien und durch das Mikroklima auch im Winter
warm genug zum Baden im Freien. Besonders wirksam ist der Heilschlamm vom Grund des
Sees bei Beschwerden des Bewegungsapparates, Rheuma, Entzündungen und
Gelenkerkrankungen. Das Heilwasser wird auch in Form von Trinkkuren verabreicht.
Bereits seit 1795 verwendet man das Heilwasser für Kuren. Für das Seebad wurde 1968
ein überdachtes Kurbad errichtet (Dr. Schulhof Vilmos sétány 1.).
Tapolca (C3)
Die im Tapolca-Becken liegende Kleinstadt ist von 14 mit Rebstöcken bewachsenen
kegelförmigen Basaltbergen umgeben. Eine der Sehenswürdigkeiten ist gleichzeitig
Hévíz-See
Tapolca
Balatonfüred, Hafen
43
Balaton
Nagyvázsony
Weinberg im Balaton-Oberland
eine geologische Besonderheit: in der 4 Kilometer langen Seehöhle (Tavas-barlang,
Kisfaludy u. 3.) bietet das Bootfahren ein besonderes Erlebnis. Inmitten der Stadt steht
die 200 Jahre alte Wassermühle - heute ein Hotel - am Ufer des idyllischen Mühlteiches
(Malom-tó). In einem der ältesten Volksschulgebäude Mitteleuropas sind die städtische
Bibliothek und das Museum der Schulgeschichte (Templomdomb 8.) zu besichtigen.
Nagyvázsony (C3)
Von dem 29 Meter hohen Wohnturm der Burg von Pál Kinizsi (1446-1494), dem bevorzugten
Heerführer des großen Renaissance-Herrschers König Matthias, der vom Müllerjungen, welchem legendäre Kräfte nachgesagt wurden, zum Burgkommandanten wurde, bietet sich eine herrliche Aussicht
auf die Umgebung. Das Schloss Zichy (Kossuth u. 12.) aus dem 18. Jahrhundert wird heute als Hotel
genutzt. Eine Ausstellung des Post- und Fernmeldewesens ist im Postmuseum (Temető u. 3.) zu besichtigen. Unter dem strohgedeckten Satteldach des so genannten Schumacher-Hauses (Bercsényi Miklós u.
21.) kann die Wohnung eines ehemaligen Webermeisters besichtigt werden, im Stall sind die
Gerätschaften eines Kupferschmiedes ausgestellt.
Klein-Balaton (Kis-Balaton B4)
In den morastigen, sumpfigen Schilfgebieten nisten Zehntausende von Vögeln. Von den 370 bekannten
Vogelarten haben 150 hier ihren Nistplatz, darunter viele Reiher, Kormorane und Bienenfresser. Der
schneeweiße Edelreiher steht unter besonderem Schutz. Am besten kann man die Vögel von zwei Türmen
aus beobachten, von der Insel Kányavári-sziget (von Balatonmagyaród 2 Kilometer nördlich) und von der
Insel Pap-sziget (von der Gemeinde Vörs auf der zum Wächterhaus führenden Straße). Das besonders
geschützte Gebiet kann nur mit vorheriger Genehmigung und im Rahmen einer Führung betreten werden.
In dem nahe gelegenen Kápolnapuszta lohnt es sich, das einzige Büffelreservat Europas zu besuchen.
Zalakaros (B4)
Das aus einer Tiefe von 2300 Metern mit einer Menge von 830 Litern pro Minute hervorsprudelnde, 96 °C
heiße Heilwasser speist das Heilbad des Ortes (Thermál u. 4.), wo Patienten mit rheumatischen
Beschwerden, Erkrankungen des Bewegungsapparates und Nervenleiden oder chronischen gynäkologischen Leiden Heilung suchen. Beliebt ist das Kurzentrum des Badekomplexes, das medizinische
Behandlungen sowie Wannen- und Gewichtsbäder anbietet. Das Kurheilbad mit 21 Becken und einem 20
Hektar großen Park mit Kinderplanschbecken ist ein Treffpunkt für alle Altersgruppen
Buzsák (C4)
Buzsák wurde durch seine Volkskunst, die einmalig schönen Stickereien, welche auch Altardecken und
Messgewänder zieren, europaweit bekannt. Das in einem 200 Jahre alten Bauernhaus mit Laubengang
eingerichteten Buzsáker Heimathaus (Fő u. 8.) macht mit der Geschichte des Dorfes und der bäuerlichen
Wirtschaft bekannt. Im Dorfhaus ist eine Volkskunstausstellung zu sehen, die wunderbaren Volkstrachten
können auch zur Kirmes im August (Buzsáker Búcsu) bewundert werden. Csisztapuszta wird wegen des
Heilwasser-Thermalbades auch gerne mit der in Balatonfenyves abfahrenden Kleinbahn aufgesucht.
Klein-Balaton
44
Balaton-Zander
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Museen
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Balaton Schifffahrts AG
Tel.: (+36-84) 310-050
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Busverkehr
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Burg Nógrád
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Ungarn Schritt für Schritt
Vertretungen des Ungarischen Tourismusamtes
BELGIEN
Office du Tourisme de Hongrie
(Toeristische dienst van Hongarije)
1050 Bruxelles, Avenue Louise 365
(B-1050 Brussel, 365 Louizalaan)
Tel.: (32 2) 346 8630, 648 5282
Fax: (32 2) 344 6967
E-mail: [email protected]
www.visithongrie.be; www.visithongarije.be
CHINA
Embassy of the Hungarian Republic in Beijing
100600 Beijing,
Dongzhimenwai Dajie 10.
Tel.: (86 10) 6532 1431/216
Fax: (86 10) 6532 2458
E-mail: [email protected]
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DÄNEMARK
Ungarns Turisträd
P.O. Box 55. 2000 Frederiksberg Ko/ benhavn
Tel.: (45 39) 161 350
Fax: (45 39) 694 522
e-mail: [email protected]
honlap: www.ungarn.dk
DEUTSCHLAND
Ungarisches Tourismusamt Regionalbüro
Nord/Ost
D-10117 Berlin,
Wilhelmstrasse 61.
Tel.: (800) 36 00 00 00
Fax: (49 30) 243 146 13
E-mail: [email protected]
www.ungarn-tourismus.de
Ungarisches Tourismusamt Regionalbüro
Süd (München)
Tel.: (800) 36 00 00 00
E-mail: [email protected]
www.ungarn-tourismus.de
Ungarisches Tourismusamt Regionalbüro
Mitte/West
D-60528 Frankfurt am Main
Lyoner Strasse 44-48
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Fax: (49 69) 9288 4613
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FRANKREICH
Office du Tourisme de Hongrie
75116 Paris,
140 avenue Victor Hugo
Tel.: (33 1) 5370 6717
Fax: (33 1) 4704 8357
E-mail: [email protected]
www.hongrietourisme.com
GROSSBRITANNIEN
Hungarian National Tourist Office
SW1X 8 AL London, 46 Eaton Place
Tel.: (800) 36 00 00 00
Fax: (44 207) 823 1459
E-mail: [email protected]
www.gotohungary.co.uk
46
HOLLAND
Hongaars Verkeersbureau
2593 BS Den Haag,
Laan van Nieuw Oost Indië 271
Tel.: (31 70) 320 9092
Fax: (31 70) 327 2833
E-mail: [email protected]
www.hongaarsverkeersbureau.nl
SCHWEDEN
Hungarian Tourist Office for Northern Europe
Ungerska Turistbyra°n i Norden
Box 16288, SE-10325 Stockholm, SWEDEN
Tel.: (46 8) 20 40 40 • Fax: (46 8) 611 7647
E-mail: [email protected]
www.ungernturism.org
www.ungarnturisme.com
IRLAND
Hungarian National Tourist Office
Tel.: (800) 36 00 00 00
E-mail: [email protected]
www.visithungary.ie
SCHWEIZ
Ungarisches Tourismusamt
Minervastrasse 149/ Hegibachplatz 8032 Zürich
Tel.: (800) 36 00 00 00
E-mail: [email protected]ch
www.ungarn-tourismus.ch
ITALIEN
Ufficio Turistico Ungherese
20145 Milano,
Via Alberto Da Giussano 1.
Tel.: (39 02) 4819 5434
Fax: (39 02) 4801 0268
E-mail: [email protected]
www.turismoungherese.it
SLOWAKEI
Veľvyslanectvo Maďarskej republiky Obchodná
kancelária
811 06 Bratislava,
Palisády 40
Tel.: (421 2) 544 33 580
Fax: (421 2) 544 16 366
E-mail: [email protected]
www.hungarytourism.sk
www.madarsko.sk
JAPAN
Hungarian National Tourist Office
106-0031 Tokyo,
Minato-ku, Nishiazabu 4-16-13,
28 Mori Building 11F
Tel.: (81 3) 3499 4953
Fax:(81 3) 3499 4944
E-mail: [email protected]
www.hungarytabi.jp
ÖSTERREICH
Ungarisches Tourismusamt
A-1010 Wien,
Opernring 1/R/707
Tel.: (800) 36 00 00 00
Fax: (43 1) 585 20 1215
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POLEN
Narodowe Przedstawicielstwo
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Fax: (48 22) 841 4157
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RUMÄNIEN
Consulatul General al Republicii Ungare,
Sectia Turism
3400 Cluj-Napoca, C.P. 352
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RUSSLAND
Be
, 123242,
, . 1-7
.: (7495) 363 39 62
: (7495) 363 39 63
E-mail: [email protected]
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Karte: Paulus
Text: Ágnes Padányi
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