Bregenzerleben 2016

Transcription

Bregenzerleben 2016
BREGENZERLEBEN
Stadtmagazin 2016
HERZLICH
WILLKOMMEN
IN BREGENZ
Ich begrüße Sie recht herzlich in Bregenz, in der Landeshauptstadt Vorarlbergs. Es ist mir eine große Ehre, Ihnen
das diesjährige Bregenzerleben, das traditionsreiche
Stadtmagazin, präsentieren zu dürfen.
Bregenz ist die Kultur- und Festspielstadt der Region. Die Vorarlberger Landeshauptstadt versteht sich als ein Zentrum der Kunst – mit den Bregenzer Festspielen, dem Bregenzer Frühling,
dem Bregenzer Kunstverein, den Meisterkonzerten, dem Magazin 4, dem Kunsthaus Bregenz und
noch vielen international anerkannten Kulturstätten. Kunst und Kultur sind Teil einer aktiven
Stadtgesellschaft. Darauf bauen wir.
Unsere wunderbare Stadt am Bodensee ist aber auch das urbane Zentrum des Landes, eine Stadt
der Begegnung, in der Straßen mit gemütlichen Cafés und eleganten Restaurants zum Verweilen
einladen. Die Bregenzer Bucht am Bodensee und unser Hausberg, der 1064 Meter hohe Pfänder mit
dem Blick auf die Vierländerregion mit Österreich, Deutschland, Schweiz und dem Fürstentum
Liechtenstein, sind markante Punkte, die unseren Stadt- und Naturraum zum Leuchten bringen.
Flanieren Sie über den Kornmarktplatz, besuchen Sie Ausstellungen im von Stararchitekt Peter
Zumthor erbauten Kunsthaus Bregenz, verweilen Sie in der Kaiserstraße, unserer Fußgängerzone, genießen Sie die Ruhe der historischen Oberstadt, gönnen Sie sich den beruhigenden Blick
vom Gebhardsberg auf die Wellen des Bodensees oder erleben Sie die im Bodensee untergehende
Abendsonne von den Sunset-Stufen in der Bregenzer Bucht!
Bregenz bietet Ihnen unvergessliche Augenblicke des Innehaltens und der Entspannung.
Bregenz, das MEHR am See. Ich heiße Sie recht herzlich willkommen!
Dipl.-Ing. Markus Linhart
Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz
Welcome to Bregenz,
the capital of Vorarlberg.
It is a great honour for me to
present this year’s edition of
Bregenzerleben, our city
magazine steeped in tradition.
Bregenz is the region’s cultural
and festival city. It sees itself
as a centre of the arts – playing
host to the Bregenz Festival,
Bregenzer Frühling dance
festival, Bregenzer Kunstverein,
Meisterkonzerte concert series,
Magazin 4, Kunsthaus Bregenz,
and many more internationally
known places of cultural interest.
Art and culture are part of an
active city society, and they are
what forms our foundation.
En
Our splendid city on Lake
Constance is also the province’s
urban centre. It is a city where
people come together in the
streets lined with cosy cafés
and elegant restaurants inviting guests to stay. The Bay
of Bregenz on Lake Constance
and our mountain, the 1064
metre tall Pfänder, which looks
out over the Austria, Germany,
Switzerland, and Liechtenstein
region, are striking features
that make our city and natural
environments shine.
Stroll along Kornmarktplatz,
visit exhibits at Kunsthaus
Bregenz built by star architect
Peter Zumthor, spend time in
our pedestrian zone on Kaiserstraße, enjoy the quiet historic
upper town, treat yourself to a
view of the waves of Lake
Constance from Gebhardsberg,
or watch the sun go down in
Lake Constance from the sunset
steps in the Bay of Bregenz.
Bregenz offers unforgettable
moments for reflection and
relaxation.
Bregenz, MORE on the lake.
Welcome to our city!
Markus Linhart
Mayor of Bregenz, capital of
Vorarlberg
3
Zur besseren Lesbarkeit
verwenden wir die Geschlechtsneutralität über grammatisch
meist männliche Formen. Wir
bitten die Leserinnen um
Verständnis.
07
09
INHALT
CONTENT
Ein Blick in die Zukunft
Editorial von Christoph Thoma
Hauptsache Wasser
Die Fotografin Eva Sutter im Portrait
EUROPAERLEBEN / EUROPE
GENUSSERLEBEN / PLEASURE
60
12
13
14
15
16
Vagabund im Reich der Oper
Olaf A. Schmitt (Deutschland) im Portrait
„Im Herzen bin ich Grieche“
Panagiotis Pyrovolikos (Griechenland) im Portrait
Was ist Heimat?
Rafet Jonuzi (Albanien) im Potrait
Kompromisslos italienisch
Michele Mastrangelo (Italien) im Portrait
Vision Europa: Europäische Kulturhauptstadt 2024?
58
62
64
68
71
Vegan in Bregenz: Susi’s Zauberei
Über den Tellerrand blicken
Die Bregenzer Traditionsgasthäuser
Restaurants und Cafés: Überblick
Nur Bar ist wahr: Die Renaissance der klassischen Bar
Erlebnis für alle Sinne: Das neue Casino Bregenz
Baumwolle mit Innovationskick: Wolford
STADTERLEBEN / CITY
FESTSPIELEERLEBEN / FESTIVAL
20
22
24
27
Vom Gondelhafen zum Leuchtturm
Die Bregenzer Festspiele 2016
Hinter der Bühne
Ein Rundgang mit Wolfgang Urstadt
Programm der Bregenzer Festspiele 2016
Weltklasse-Orchester ganze nahe am Menschen
Tag der Wiener Symphoniker 2016
74
78
Im Portrait
Christian Schützinger, Direktor von Vorarlberg Tourismus
80
Geschmackvolles Know-how
Die Gastronomie im Festspielhaus Bregenz
Große Zufriedenheit ist das Ergebnis
vieler kleiner Gesten
82
30
Volljährig: Kunsthaus Bregenz
Kongresskultur Bregenz
Im Portrait: Hotelier Hans Fesenmayr
Der Mix machts! Bregenzer Concept Stores
Lebensfreude und Urlaubsfeeling
Hypo BeachBar Bregenz
36
Im Portrait
Thomas D. Trummer, Direktor des Kunsthaus Bregenz
90
Einkaufen in Bregenz
38
Verstehen, wer wir sind: vorarlberg museum
Garten der Lüste: Vorarlberger Landestheater
Brisant, provokant: Theater Kosmos
Tanzen ist Träumen mit den Beinen
Bregenzer Frühling
Urmusikalisch und beglückend
Symphonieorchester Vorarlberg
Aktuelles Wissen in alten Gemäuern
Vorarlberger Landesbibliothek
Bregenzer Meisterkonzerte
Reine musikalische Energie: Bregenzer Jazz Festival
Ein Leben in Farbe
Sommerausstellung im Palais Thurn & Taxis
8 Galerien in Bregenz
Four Memos: Magazin4
Musik, Kabarett & more: Seelax 16
84
KULTURERLEBEN / CULTURE
4
Bregenzerleben 2016
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Mitmachen!
Bauen mit Licht
Die Architekten Andreas Cukrowicz und
Anton Nachbaur-Sturm
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49
50
51
Verwenden Sie unseren Hashtag
#visitbregenz, taggen Sie
52
@visitbregenz und finden Sie Ihr
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Bild in der nächsten Ausgabe
55
86
89
NATURERLEBEN / NATUR
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Das erste Mal: Der Pfänder
Das Mehr am See: Der Bodensee
Das Haus als Bad: Das Bregenzer Militärbad
Segeln in Bregenz
Bregenzerwald: Vom Wälderbähnle zur Käsestraße
Höhepunkte im Frühjahr und Sommer 2016
Kalt erwischt: Die Destination Bodensee-Vorarlberg
110
Informationen, Impressum
94
99
100
103
104
107
des Bregenzerlebens!
5
EIN BLICK IN DIE
ZUKUNFT VON BREGENZ
EDITORIAL VON
CHRISTOPH THOMA
Vorarlberger Landeshauptstadt, Kulturstadt am Bodensee,
urbanes Zentrum im Herzen einer polyzentrischen Region.
Das sind nur einige Attribute, die Bregenz zugesprochen
werden. Ein Blick in die Zukunft soll auch immer wieder
über Erreichtes nachdenken lassen, er soll Raum geben,
sich kritisch zu hinterfragen, und Möglichkeiten für eine
konsequente Weiterentwicklung aufzeigen.
Bregenz steht für Qualität und Exzellenz, das
spiegelt sich in den verschiedensten Angeboten wider: der Kompetenz des ländlichen Raumes zwischen Bodensee und Pfänder sowie der
Urbanität und Weltoffenheit – Stärken, die wir
konsequent weiterentwickeln.
laufene Prozess zur Prüfung einer Bewerbung
für die Europäische Kulturhauptstadt 2024
beleuchtet zudem alle diese Kompetenzen und
zeigt Potenziale und Chancen auf.
Im Gespräch mit den Menschen,
die die Stadt gestalten: Stadtentwicklung
Bregenz ist keine hektische Stadt. Bregenz
kann mit allen Sinnen erlebt werden. Zahlreiche Fachgeschäfte bieten viel Service und eine
exzellente Beratung. Handgemachte Schuhe,
Modeausstatter, Juweliere, Spezialitätengeschäfte und Boutiquen, in denen jeder Markenname heimisch ist, stehen genauso für eine
besondere Lebens- und Einkaufskultur wie
Kaffeehäuser, die zum Genießen und Verweilen
einladen, und exquisite Restaurants mit vielfach ausgezeichneten Köchinnen und Köchen.
Nirgendwo sonst am Bodensee treffen Geschichte und Moderne so harmonisch aufeinander wie in Bregenz. Architektur, Genuss und
Lebenskunst werden in dieser Stadt verinnerlicht. Denn eine lebendige Stadt trägt in hohem
Maße zur attraktiven Gesamtwahrnehmung
bei und verbessert zudem die Lebensqualität
aller Bewohnerinnen und Bewohner.
Bregenz mit allen Sinnen erleben:
Einkaufen, Handel und Verweilen
Die Entwicklung von Bregenz hängt sehr stark
mit dem Engagement der Bürgerinnen und
Bürger zusammen, aber auch mit Investoren,
jenen Menschen, die Bregenz als Raum entdecken und ihn aktiv gestalten: Gerade mit der
Seestadt und dem Seequartier entstehen zwei
neue Stadtzentren, die in Vorarlberg ihresgleichen suchen.
Der Bregenzer Erlebnisraum muss Bilder
wecken, welche die Landeshauptstadt und die
Region markieren und die Menschen, die in
der Region leben, einbinden. Nur auf diese
Weise lässt sich ein unverwechselbares Image
erzielen.
Kulturelles Zentrum
Christoph Thoma, 42, ist seit Jänner 2013
Geschäftsführer von Bregenz Tourismus
& Stadtmarketing und Herausgeber des
Bregenzerleben 2016. Er wird mit 01. Juli
2016 Direktor für Kultur, Tourismus und Veranstaltungen von Esterházy in Eisenstadt.
Bregenz ist der kulturelle Erlebnisraum von
Vorarlberg, Westösterreich und rund um den
Bodensee. Zahlreiche Institutionen und Initiativen tragen beständig zum sinnlich-lebendigen Erleben der Stadt bei. Der nunmehr ange-
Looking toward
the future of
Bregenz
As we look toward our city’s
future, we have a chance to
reflect and to identify
opportunities to develop.
Bregenz is synonymous with
quality and excellence, and
nowhere else on Lake Constance
do history and today come
together so harmoniously. It’s
lively, too, thanks to numerous
cultural institutions, shops,
coffee houses, and restaurants.
Bregenz’s development depends
on the commitment of its residents, and on the investors
who actively shape it. Bregenz
isn’t hectic; it needs to be experienced with all five senses.
It needs to spark ideas of itself
and the region, and integrate
the people who live here. The
result will be an unmistakable
image.
En
ein Unternehmen von
Hauptsache Wasser!
Die Fotografin Eva Sutter lässt sich für
ihre Bilder vom Bodensee inspirieren.
Der See und immer wieder der See zieht die 24-jährige Fotografin Eva Sutter an. Ausgerüstet mit Stand-up-Paddling-Board und
Paddel oder mit der Kamera. Hauptsache Wasser. Ihre Faszination
für dieses Element fängt die Harderin regelmäßig auf Bildern
ein. Der Speicher ihres Macbooks meint, es seien bereits viel zu
viele. Eva Sutter sagt etwas anderes. Das ist vielleicht auch ein
Grund dafür gewesen, wieso die junge Frau vor drei Jahren ihren
Job als Location-Scout für eine Münchner Filmfirma und auch
ihre Tätigkeit als Aufnahmeleiterin für den „Bergdoktor“ an den
Nagel gehängt hat und nach Vorarlberg – zum See – zurückgekehrt ist. Dort hat sie nun ihre Lehrausbildung zur Fotografin
bei Matthias Weissengruber abgeschlossen und beeindruckte
mit ihren Bildern nicht nur die Jury des Landeswettbewerbs
für junge Fotografen. Lieber als vor steht sie hinter der Kamera
und bannt auf ein Bild, was für sie ein gelungenes Foto ausmacht:
Emotion. Angelika Drnek
Stark vernetzt im kulturellen
Leben Vorarlbergs.
Eva Sutter’s
fascination with
water keeps calling
the 24-year-old photographer
back to the lake. Three years
ago, she left her job as a
location scout for a Munich
film company and returned to
Vorarlberg to complete a
photography apprenticeship
with Matthias Weissengruber.
Her photos have impressed not
only the jury of the provincial
competition for young photographers. Her skill lies in her
ability to capture what, for her,
makes a successful photo: emotion.
En
Vorarlberg Netz ist in der Region stark verwurzelt. Deshalb unterstützen
wir die Kunst und Kultur unseres Landes mit vielfältigen Engagements –
Foto: Raphael Sturm © Weissengruber Fotografie
als Teil unserer Verantwortung. www.vorarlbergnetz.at
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
Insbesondere bei
internationalen
Tagungen, die in
Bregenz stattfinden,
wird mir durch den
Blick von Freunden
und Arbeitskollegen bewusst, wie
besonders Bregenz
ist. Ein Spaziergang
am See während
der Mittagspausen
ist für mich und die
Tagungsgäste eine
willkommene Abwechslung. Auch die
Lokale in der Stadt,
die – wie die „Tankstelle“ oder „Susis
Zauberei“ – oftmals
versteckt zwischen
den Gassen zu
finden sind, verlocken zum Verweilen. Immer wieder
kommt mir die Tafel
vor einem Elektronikgeschäft in den
Sinn: ‚ Achtung, hier
können sie geduzt
werden!‘
Fatih Özcelik
Kulturvermittler
im vorarlberg
museum
EUROPA
ERLEBEN
VAGABUND
IM REICH DER OPER
Theatre people are
vagabonds, says Olaf
A. Schmitt, who was
born in Schweinfurt (Germany)
and works as dramaturge for
the Bregenz Festival. Singers,
conductors, and directors from
all over the world come to
participate in the Festival.
This cultural cosmopolitanism
is something that helps the
dramaturge and avid cook feel
at home here. Another reason
is the region’s strawberries.
“Once you’ve had one, you’ll
never be able to eat strawberries from anywhere else
again”, he says.
En
Griechische Küche und Gastfreundschaft: Panagiotis Pyrovolikos und seine Taverne „Ikaros“
Das Meer vermisst Panagiotis Pyrovolikos immer noch. Selbst nach 37 Jahren,
die der Grieche nun schon in Vorarlberg lebt. Seine Taverne in Bregenz benannte
er nach der mythologischen Figur Ikaros, stammt er doch von der kleinen Insel
Ikaria, auf der Ikaros begraben wurde. Insulaner, meint Pyrovolikos, sind ein
wenig anders. Das Meer schärft den Weitblick und fördert Offenheit. Auch die
Gastfreundschaft ist ein wesentliches Merkmal der Inselbewohner. Von dieser
kann man sich in der Taverne selbst überzeugen. In deren Küche steht übrigens
eine waschechte Vorarlbergerin – der Grund für Pyrovolikos’ einstigen Umzug
aufs Festland. Die griechische Großmutter hat ihr das kulinarische Erbe vermacht. Sie kommt schon recht nahe an die großmütterlichen Ergebnisse, meint
der Wirt. In Bregenz schätzt er die sommerliche Multikulti-Gesellschaft und den
See: „Im Herzen bin ich Grieche. Aber schöne Sonnenuntergänge gibt´s auch hier.“
Angelika Drnek
Theatermenschen sind Vagabunden, meint
Olaf A. Schmitt, Dramaturg der Bregenzer
Festspiele. Und als solcher macht Schmitt, der
aus Schweinfurt stammt, nun schon seit eineinhalb Jahren Station in Bregenz. Genauer im
Festspielhaus, von wo aus er seine Gedanken
raus auf den See schickt, um sie nach einer halben Stunde von diesem zurückgesandt zu bekommen. „Das ist schon etwas anders, als beim
Arbeiten an eine Betonwand starren zu müssen“, sagt Schmitt, der als Dramaturg sowohl
im stillen Kämmerchen über Partituren nachdenkt und an verschiedenen Orten mit Künstlern Ideen schmiedet als auch dem Publikum
in Gesprächen und Publikationen vermittelt,
was Musik – im Speziellen die Oper – vermag.
Für ihn steht Bregenz vor allem für Weltoffenheit, ist doch die Oper eine der „internationalsten Kunstformen überhaupt“. Aus der ganzen
Welt kommen Sängerinnen und Sänger, Dirigentinnen, Dirigenten und Regisseure nach
Bregenz, um bei den Festspielen mitzuwirken.
Nicht aber dieser Umstand allein trägt dazu
bei, dass der Dramaturg und passionierte Koch
sich in Bregenz besonders wohl fühlt. Daran
sind auch die Erdbeeren schuld: „Wenn man
einmal eine vom Bodensee gegessen hat, mag
man danach keine anderen mehr.“
Angelika Drnek
The Greek expat still
misses the sea, even
after 37 years in
Vorarlberg. Panagiotis
Pyrovolikos runs the Bregenz
tavern he named after Icarus,
who is said to be buried on
Ikaria, Pyrovolikos’s home
island. The restaurant has his
grandmother to thank for its
cuisine: she passed the family’s
culinary heritage down to
Pyrovolikos’s partner in the
kitchen – and reason why he
moved to Vorarlberg.
Pyrovolikos remains Greek at
heart, but as he says, there are
beautiful sunsets in Austria, too.
En
„IM HERZEN
BIN ICH
GRIECHE.“
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
Olaf A. Schmitt, der Dramaturg der Bregenzer Festspiele, liebt Bregenz nicht
nur wegen der Festspiele
und der Opern.
Der Künstler Rafet Jonuzi beschäftigt sich mit
Erinnerung und internationalen Konzepten.
Für den Künstler Rafet Jonuzi ist Heimat eine Erinnerung. In dieser geht er zu
jenen Plätzen und Orten, die er als Kind oft aufgesucht hat. Eine Höhle etwa.
Macht sie heute noch so große Angst wie damals? Heimat als nationales Konzept
hat für Rafet Jonuzi, der in Priština an der Kunsthochschule studierte, keine
Gültigkeit mehr. Kurz nach dem Studium machte er sich nach Frankreich auf,
nach Italien, schließlich in die Schweiz. Seit vielen Jahren lebt er nun in Bregenz
– der Liebe wegen. Sätze wie „Ich bin Albaner“ oder „Ich bin stolzer Vorarlberger“ sind für ihn Absurditäten. Mit nationalen Fragen beschäftigt sich Jonuzi
höchstens in der Kunst. So lud er vor einigen Jahren Künstler aus dem Kosovo
nach Bregenz ein. Vor zwei Jahren mischte er die Bregenzer Kunstszene auf, indem er in leerstehenden Räumen Ausstellungen zeitgenössischer internationaler Künstler kuratierte – in der Kunst(rz)halle. Dass es sich von solchen Projekten nicht leben lässt, hält den Künstler nicht davon ab: „Wenn du etwas schaffst,
dann bleibt etwas. Tust du nichts, bleibt auch nichts.“ Angelika Drnek
For artist Rafet
Jonuzi, homeland is
not defined by
nationality. Rather, home is a
memory that one can revisit.
Jonuzi thinks of himself neither
as Albanian nor Vorarlberger;
instead he explores these
questions through art. He has
invited artists from Kosovo to
show their work in Bregenz,
and he curated international
contemporary artists in vacant
spaces around town. “When
you create something, then
something remains. If you do
nothing, then you have nothing
left”, he says.
KOMPROMISSLOS
ITALIENISCH
En
Michele Mastrangelo und sein
Restaurant „il Monello“
Keine Kompromisse. Nach diesem Motto führt Michele
Mastrangelo sein italienisches Restaurant „il Monello“. Keine
Konserven, keine fertige Pasta und keine Speisekarte, auf der
jahrein, jahraus nur Lasagne und Tortellini zu finden sind. Italien hat so viel mehr zu bieten, meint der Italiener aus Apulien,
der das Kochen von seiner Mutter gelernt hat. Lebensmittel
sind für den leidenschaftlichen Autosammler und Vespafahrer
nicht einfach Mittel zum Zweck, sondern ein Segen – und sei
es nur eine schlichte Frühlingszwiebel. Erwirbt man als Gast
die Gunst des Kochs, so wird man in den Kreis jener aufgenommen, für die Michele Mastrangelo schon mal die Speisekarte
beiseitelässt, in der Küche verschwindet und schließlich ein
Gericht serviert, das auf die besonderen Vorlieben des Gasts abgestimmt ist. Erwirbt man die Gunst des Kochs nicht, so wird
man auch das schnell merken, denn Mastrangelo nimmt sich
kein Blatt vor den Mund. Kompromisslos italienisch eben.
Angelika Drnek
Michele Mastrangelo
doesn’t compromise,
and that’s how he
manages his restaurant “il
Monello”. Raised in Apulia,
Italy, he learned to cook from
his mother. You’ll find no
canned sauces or ready-made
pastas, no menu with lasagne
and tortellini. Italy has much
more to offer, he says. Chef
Mastrangelo has been known
to set the menu aside and
create a custom meal for his
favourite guests. Guests who
do not win his favour will find
he doesn’t mince words.
Uncompromisingly Italian, in
other words.
WAS IST
HEIMAT?
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
En
VISION
EUROPA
2024 wird Österreich wieder eine Europäische Kulturhauptstadt stellen. In Bregenz und in den Rheintalstädten
verspürt man viel Lust auf dieses Projekt. Im Frühsommer
2016 soll über eine Bewerbung entschieden werden.
16
Bregenzerleben 2016
Zunächst einmal macht er neugierig und ziemlich Spaß – der „Höhenrausch“, dem man sich
über den Dächern und Türmen von Linz gerne
aussetzt und mit dem man auch sich selbst in
der ungewohnten und luftigen Atmosphäre
über der Stadt der Welt entrücken kann … Vor
allem aber zieht der Linzer „Höhenrausch“
auch nach acht Jahren noch ungebrochen
Publikum an: 2015 zählte der über einen
Kilometer lange Kurs mit seinen mehr als
20 Kunstprojekten für Klein und Groß, Familien, Kunstsinnige und Genießer rund 1.000
Besucher – pro Tag! Kein schlechtes Ergebnis
für ein Projekt, das im Zuge des Kulturhauptstadt-Jahres 2009 erfunden wurde und Linz
wohl noch lange ein Denkmal setzen wird.
Genauso wie die künstliche Murinsel des New
Yorker Künstlers und Designers Vito Acconci,
welche der steirischen Landeshauptstadt Graz
zum Kulturhauptstadt-Jahr 2003 einen extravaganten und beliebten Hot Spot bescherte.
didatenland. Und während man im restlichen
Österreich erst langsam daran zu denken beginnt, wer in zwei Jahren in unserem Land die
Jury der Europäischen Kommission überzeugen könnte, verspürt man in Bregenz und im
gesamten Rheintal schon eine sehr konkrete
Lust auf diese vielversprechende Herausforderung. Seit Herbst 2015 berät eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Bregenzer Stadtmarketing-Chef Christoph Thoma sowie den
Kulturamtsleitern von Dornbirn, Feldkirch und
Hohenems, Roland Jörg, Harald Petermichl und
Martin Hölblinger, über mögliche Strategien
und inhaltliche Perspektiven einer Bewerbung
der Landeshauptstadt gemeinsam mit den
Städten des Rheintals, der Region rund um den
Bodensee und dem Bregenzerwald. Bis zum
Sommer 2016, so haben die zuständigen politischen Entscheidungsträger beschlossen, soll
ein Strategiepapier vorliegen, auf dessen Basis
über eine Bewerbung entschieden werden soll.
Nach Graz 2003 und Linz 2009 wird Österreich 2024 zum dritten Mal eine Europäische
Kulturhauptstadt stellen – gemeinsam mit je
einer Stadt aus Estland und einem EU-Kan-
„Die Zeit der Großprojekte ist vorbei, heute
geht es um die Bürger“, sagt Elisabeth Leitner,
Architektin und Lehrbeauftragte an der
TU Wien, die sich intensiv mit der Thematik
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KULTUR VON BREGENZ
der Europäischen Kulturhauptstädte auseinandergesetzt hat und mit der vernetzten Plattform www.kulturhauptstadt.at und einer von
Studenten organisierten Wanderausstellung
schon seit letztem Jahr auf das Thema aufmerksam macht. Auch der Vorarlberger Initiative geht es um ein breites Kulturverständnis,
das die Bürgerinnen und Bürger miteinbezieht
und vor allem der Region Rheintal mit zukunftsorientierten kulturellen und raumplanerischen Ideen eine neue Identität verleihen
möchte. Damit ist man der ursprünglichen
Kulturhauptstadt-Idee ganz nahe und zugleich
kulturpolitisch am Zug der Zeit.
1983 proklamierte die damalige griechische
Kulturministerin und Schauspielerin Melina
Mercouri die Idee, mit der Europäischen Kulturhauptstadt den Reichtum und die Vielfalt
sowie die Gemeinsamkeiten der europäischen
Kulturen sichtbar und erlebbar zu machen.
Seit Athen 1985 konnten sich bis heute 52
europäische Städte über die Auszeichnung freuen und ihren Anteil zur durchaus wechselvollen
Erfolgsgeschichte der Kulturhauptstädte beitragen. Einen wichtigen Wendepunkt brachte
Glasgow 1990: Die größte Stadt Schottlands
nützte die Initiative erstmals für eine städtebauliche und raumplanerische Neuorientierung. Noch einen Schritt weiter ging die Kulturhauptstadt Essen 2010, die erstmals im großen
Stil eine ganze Region ins Spiel brachte und dem
ehemals vom Kohlebergbau geprägten Ruhrpott eine neue kulturelle Identität verlieh – eine
kulturpolitische Meisterleistung.
Diesen regionalpolitischen Ansatz möchte
auch die Vorarlberger Initiative weiterdenken und mit der europäischen Idee vernetzen
– durch die Aufwertung der Region Rheintal, immerhin ein Ballungsraum mit 250.000
Einwohnern, aber auch durch ein fantasievolles, assoziatives Spiel der Ideen aus künstlerisch-kulturellen, gesellschaftlichen und
geografischen Perspektiven, das die Kulturhauptstadt-Idee hinausträgt in die Lebenswelten der Menschen und die Vierländerregion
rund um den Bodensee. Denn ein kultureller
Hot Spot wäre nicht zuletzt die Chance, über
die Landesgrenzen hinauszudenken und auch
gemeinsame Projekte mit der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland zu initiieren.
Die Region Bodensee, Rheintal und Bregenzerwald jedenfalls birgt ein beachtliches
Potenzial, das sich mit einem ganzheitlichen
Kulturbegriff umfassend erkunden lässt: als
Schnittstelle zwischen Natur- und Kulturräumen, die mit dem See, der Berglandschaft und
dem Rhein ein unerschöpfliches Reservoir bereithält, als spannende stadtplanerische Konstellation, die im kreativen Wechselspiel von
Urbanität und ländlicher Idylle einen neuen
Stadttypus entstehen lassen könnte, und als
lebendige Pflege alter Traditionen, die die zu
Recht gerühmte Vorarlberger Holzindustrie
und Architektur oder die weit über die Landesgrenzen hinaus geschätzte Kulinarik in unsere
Zeit weiterträgt. Albert Seitlinger
European vision
Austria’s Rhine
Valley region is
bidding to become a European
Capital of Culture in 2024. It
wants to create a widespread
cultural understanding that
involves citizens and gives the
region a new identity through
forward-looking cultural and
regional development ideas.
The creation of a cultural
hotspot is an opportunity to
think beyond borders and
initiate projects with neighbouring countries. The region
has enormous potential as an
interface between the infinite
natural and cultural spaces
offered by the lake, mountain
landscape, and Rhine. This
exciting combination could
enable a new type of city to
emerge out of the creative
interplay between urbanity
and rural idyll.
En
Philippe Jordan
Chefdirigent der
Wiener
Symphoniker
FESTSPIELE
ERLEBEN
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
Seit 70 Jahren
kommen die Wiener
Symphoniker jeden
Sommer als Orchestra in Residence
nach Bregenz. Die
große Begeisterung
und Leidenschaft
der Musikerinnen
und Musiker für die
Festspiele teile ich
nach nicht einmal
ganz zwei Jahren
als ihr Chefdirigent: hochwertige
Aufführungen,
außergewöhnliche
künstlerische Partnerschaften, atemberaubende Schauplätze – bei den
Festspielen stimmt
einfach alles.
VOM GONDELHAFEN
ZUM LEUCHTTURM
Karten
Platz der Wiener
Symphoniker 1
+43 (0)5574 4076
Die Bregenzer Festspiele
werden 70 Jahre alt und
sind vielfältiger denn je.
Foto: © Bregenzer Festspiele/ Karl Forster
Wer vieles bringt, wird allen etwas bringen:
So ähnlich, wie es der Theaterdirektor aus
Goethes Faust beschreibt, funktionieren die
Bregenzer Festspiele tatsächlich. Erst recht
unter der Leitung von Elisabeth Sobotka. Die
zweite Saison der neuen Intendantin markiert zugleich das 70-Jahr-Jubiläum der
Festivalgründung. Die Zahlen sind zumindest
so imposant wie die Kulissen auf der Seebühne:
Von 20. Juli bis 21. August werden über 80
Veranstaltungen geboten, für die es insgesamt
176.000 Karten gibt. Alleine 156.000 Tickets
stehen für die 23 Vorstellungen von Turandot
zur Verfügung, die im letzten Sommer zur bislang erfolgreichsten Oper von Giacomo Puccini
auf dem See avancierte.
Während sich andere Festivals angesichts
dieser Open-Air-Bilanz gemütlich zurücklehnen würden, zeigt das Profil der Bregenzer
Festspiele – bei aller Opulenz, Bedeutung und
wohlgemerkt auch Qualität des Spiels auf dem
See – allerdings erst jenseits davon seine ganze
Ausprägung. Es ist eine schöne Tradition, dass
die „Hausoper“ neben den Liebhabern auch
den Kennern Entdeckenswertes bietet. Diesmal wird die Premiere von Turandot (21. Juli)
von der Präsentation einer wahren Rarität
flankiert, wenn im Festspielhaus Hamlet von
Franco Faccio gezeigt wird (Premiere: 20. Juli).
Nach ihrer Uraufführung 1865 in Genua wurde die Oper nochmals 1871 in Mailand gezeigt
und verschwand dann bis zu ihrer Wiederentdeckung 2014 in den USA. Nun ist sie erstmals wieder in Europa zu erleben.
Daneben gibt es viel Neues und Aufregendes: die
Uraufführung der Bühnenfassung von Staatsoperette – Die Austrotragödie nach jenem Fernsehfilm von Komponist Otto M. Zykan und Regisseur
Franz Novotny, der 1977 einen bundesweiten
Skandal ausgelöst hatte, geht es doch um den Austrofaschismus der Zwischenkriegszeit, dessen parodistische – und musikalisch durchaus vergnügliche – Zerrbilder in Bregenz mit dem Puppenspiel
des Nestroy-Preisträgers Nikolaus Habjan verbunden werden (Premiere: 2. August).
Dass derselbe Künstler auch in der Reihe „Musik
& Poesie“ auftritt und dabei „auf die Oper pfeift“
– nämlich mit tatsächlich gepfiffenen Opernmelodien – ist nur eine der zahlreichen Verbindungen der Musiktheaterprojekte mit dem ebenfalls
äußerst vielfältigen Konzertprogramm sowie dem
Jugendprogramm „crossculture“.
Mit jungen Sängerinnen und Sängern und Mozarts Don Giovanni geht das im Vorjahr gegründete Opernstudio in die zweite Runde, auf der
Werkstattbühne wird Miroslav Srnkas Kammeroper
Make no noise uraufgeführt, und im ebenfalls neuen Opernatelier gibt es einen Vorgeschmack auf
die für 2017 geplante Uraufführung von Zesses
Seglias’ To the Lighthouse.
Neben dem Blick in die Zukunft steht eine Reminiszenz, die zurück ins Gründungsjahr der Festspiele 1946 führt. Wie damals wird Mozarts Bastien
und Bastienne gezeigt, und zwar genau dort, wo
alles begann: im Gondelhafen auf zwei Kieskähnen – und das bei freiem Eintritt. Damit wird die
gewaltige Entwicklung der Bregenzer Festspiele
zum Leuchtturm unter den österreichischen Seefestivals, die sich auch in einer mit dem vorarlberg
museum erarbeiteten Ausstellung nachvollziehen
lässt, schlagartig sichtbar. Daniel Ender
Öffnungszeiten
Ticketcenter
bis 30.06.2016
Mo – Fr 09:00 - 17:00
01.07. – 21.08.2016
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22.08. – 30.09.2016
Mo – Fr 09:00 - 12:00
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bregenzerfestspiele.com
Seventy years old
and more diverse
than ever
Something for everyone! In her
second season as director of the
Bregenz Festival, Elisabeth
Sobotka promises an exciting
schedule of old favourites and
new discoveries in this, the Festival’s 70th season. Puccini’s
Turandot, last year’s hit
returns this season. Faccio’s
Hamlet enjoys its first European performance in over a
century. Mozart’s Bastien and
Bastienne appears (for free!)
on two barges in the gondola
harbour. Expect new works
and world premieres, from the
controversial to the whimsical
(including whistling!), vibrant
youth programmes, and the
ever-popular Music and
Poetry series.
En
Behind the scenes
December is a busy
time behind the
scenes at the Festspielhaus.
Scenery from The Tales of
Hoffmann is being touched up,
designs for various productions
are hanging on the walls,
someone is welding, another is
sawing. The off-season is just
as busy for theatre technicians
as Bregenz prepares for its
world-famous Festival.
“Everything is planned years
in advance, and precision is
key”, says Wolfgang Urstadt,
the new technical director of
the Bregenz Festival. There
aren’t likely many theatre
technicians who face as many
challenges as he does. But an
excellent atmosphere built on
trust and mutual respect
ensures that everything comes
together in the end.
HINTER
DER BÜHNE
EIN RUNDGANG MIT
WOLFGANG URSTADT, DEM NEUEN
TECHNISCHEN LEITER
DER BREGENZER FESTSPIELE
Dezember. In den Werkstätten des Festspielhauses wird
soeben die Bühne aus „Hoffmanns Erzählungen“ schiffstauglich gemacht, da sie bald in Kopenhagen zum Einsatz
kommt. An einer Wand daneben hängen die Muster verschiedener Produktionen: Ein Terrakotta-Krieger („Turandot“),
ein grüner Bodenbelag, bekannt aus der „Zauberflöte“.
Jemand schweißt, ein anderer schneidet große Bretter.
Auch in der Nebensaison sind die Techniker der Festspiele
mit den spektakulären Bühnenbildern beschäftigt, für die
Bregenz in der ganzen Welt bekannt ist.
Die Festspiele als Wirtschaftsfaktor
Wolfgang Urstadt kennt bereits jeden von ihnen.
Er ist seit Juni 2015 hier, als Nachfolger des
langjährigen Technikchefs Gerd Alfons. Keine
kleinen Fußstapfen, in die der gebürtige Erzhausener (Deutschland) da getreten ist. „Gerd
Alfons hat die Latte natürlich sehr hoch gelegt. Gott sei dank, denn ich habe eine perfekt
funktionierende Infrastruktur übernommen.“
Auch Alfons, der weltweit einzigartige Neuerungen wie das BOA-Soundsystem installiert
hat, ist es zu verdanken, dass die Festspiele
jene gute Reputation genießen, die seinem
Nachfolger die Arbeit versüßt. „Ich bin begeistert vom Image des Hauses. Die Festspiele werden als Wirtschaftsfaktor gesehen, als guter
Arbeitgeber, der wichtig ist für die Region.“
In den „Katakomben“
Auf dem See ist es an diesem Tag sehr kalt. Teile
des Bühnenbildes sind winterfest gemacht,
die empfindliche Elektronik ist ausgebaut.
Unter dem Backstage-Bereich, der Garderoben, Werkstätten und eine Kaffeeküche beherbergt, befinden sich die „Katakomben“, Räume im Betonfundament, die bei Hochwasser
schon mal feucht werden. „Kaum vorstellbar,
dass hier die Symphoniker gespielt haben“, so
Urstadt mit Verweis auf ein kleines Areal, in
dem heute der Steuerstand für die Bühne untergebracht ist.
Wenige Theatertechniker dürften in ihrer
Arbeit vor so große Herausforderungen gestellt
sein wie Wolfgang Urstadt. „Bei den Bregenzer
22
Bregenzerleben 2016
Festspielen wird alles jahrelang im Voraus geplant. Genauigkeit ist das Wichtigste. Fehler
können wir nicht kurzfristig korrigieren, wie
das andernorts der Fall ist.“ Damit alle Fäden
des riesigen Technikapparates zusammenlaufen, ist vor allem ein gut eingespieltes Team
entscheidend. „Das Betriebsklima ist extrem
wichtig. Denn ohne Vertrauen und gegenseitige
Wertschätzung funktioniert ein Haus dieses
Formats nicht.“
Die größte Seebühne der Welt
Eine weitere Herausforderung ist der Wasserpegel. „Zu Probenbeginn ist der Stand oft bis
zu einem Meter niedriger als bei den Aufführungen. Das Publikum soll den Bereich unter
der Bühne aber nicht sehen. Daher muss ihre
Höhe genau kalkuliert werden.“ Bei der weltweit größten Seebühne sind diese Sorgen verständlich. Es wäre auch fatal, wenn etwa die
Barke der Prinzessin, die auf Unterwassergleisen fährt, plötzlich zu tief läge.
Der Rundgang schließt in der Kantine des Festspielhauses, deren Glasfront aus vielen Metern
Höhe einen herrlichen Blick über den See gewährt. Wolfgang Urstadt lebt heute mit seiner
Familie in Lauterach. Dem gelernten Zimmermann, Bühnen- und Beleuchtungstechniker
gefällt Vorarlberg. Er hat hier Schifahren gelernt, „damals in Marul im Großen Walsertal,
wo ich mit Freunden Urlaub gemacht habe.“
Maximilian Lang
Fotos: Udo Mittelberger
Fotos: Udo Mittelberger
En
23
PROGRAMM DER
BREGENZER FESTSPIELE 2016
Spiel auf dem See
Giacomo Puccini: Turandot
21.07.2016 Premiere
Opernstudio am
Kornmarkt
Musik & Poesie
Familienvorstellungen
21:15
Wolfgang Amadeus Mozart
Werke von Rainer Maria Rilke,
22.07., 23.07., 24.07., 26.07.,
Don Giovanni
Mozart, Puccini u.a.
15.08.2016 Premiere
21:15
19:30
02.08., 03.08., 04.08.,
16.08., 18.08., 20.08.2016
19:30
Vorarlberger Landestheater
05.08., 06.08., 07.08.,
09.08., 11.08., 12.08.,
13.08., 14.08., 16.08.,
Werke von Beethoven,
19.08., 20.08., 21.08.2016
Zykan und Schönberg
Orchesterkonzerte
Wiener Symphoniker
24.07.2016
Oper im Festspielhaus
Franco Faccio: Hamlet
20.07.2016 Premiere
19:30
25.07. und 28.07.2016
19:30
Festspielhaus
31.07.2016
19:30
Seestudio/Festspielhaus
Im Cabaret
31.07.2016
11:00
08.08.2016
19:30
Festspielhaus
Lieder von Schönberg u.a.
07.08.2016
Seestudio/Festspielhaus
Crossculture Workshops
30.06. – 07.07.2016
Festspielhaus
Fest des Kindes
11.07. – 16.07.2016
09:00 - 15:00
Schule Weidach
Crossculture Week
Tango
11.07. – 15.07.2016
10:30 - 17:30
Theater Kosmos
Werke von Carlos Gardel,
Symphonieorchester
Vorarlberg
21.08.2016
Staatsoperette
11:00
Festspielhaus
02.08.2016 Premiere
20:00
Juan de Dios Filiberto
14.08.2016
19:30
Seestudio/Festspielhaus
Crossculture Night
16.07.2016
Seebühne/Festspielhaus
Konzert im Kunsthaus
Festmesse
24.07.2016
10.08.2016
21:00
10:00
Kunsthaus Bregenz
Herz-Jesu-Kirche
Miroslav Srnka
Cross Culture
Make no noise
17.08.2016 Premiere
20:00
19.08.2016
20:00
Werkstattbühne
Beethovens Pferd
11:00
Otto M. Zykan
04.08.2016
20:00
Werkstattbühne
11.06.2016
10:30
12.06.2016
14:00
Seestudio/Festspielhaus
24.07.2016
19:30
Seestudio/Festspielhaus
21:00
Seebühne/Festspielhaus
Lollo
Ich pfeife auf die Oper!
29.07., 30.07. und 31.07.2016
Tag der Wiener
Symphoniker
17.07.2016
16:00
Kornmarktplatz
vorarlberg museum
Karten
Platz der Wiener
Symphoniker 1
6900 Bregenz
+43 (0)5574 4076
Lollo
Schulaufführungen
14.06., 15.06. und
16.06.2016
09:00
Seestudio/Festspielhaus
Bregenzerleben 2016
Die Heimat für mein Erspartes.
Hypo Landesbank Vorarlberg.
Heimat ist dort, wo man sich sicher und verstanden fühlt. Das gilt auch für
Geldangelegenheiten. Sprechen Sie noch heute mit uns. Wir zeigen Ihnen gerne
den einfachsten Weg zu einer sicheren Heimat für Ihr Erspartes.
Öffnungszeiten
Ticketcenter
bis 30.06.2016
Mo – Fr 09:00 - 17:00
01.07. – 21.08.2016
täglich 09:00 - 17:00
22.08. - 30.09.2016
Mo – Fr 09:00 - 12:00
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bregenzerfestspiele.com
24
Leidenschaftlich. Gut. Beraten.
Hypo Landesbank Vorarlberg
17x in Vorarlberg sowie in Wien, Graz, Wels und St. Gallen
www.hypovbg.at
SCHENKEN SIE
KULTUR
WELTKLASSE-ORCHESTER
GANZ NAHE
AM MENSCHEN
Tag der Wiener Symphoniker
Bregenz, Kornmarktplatz
Beim traditionellen „Tag der Wiener Symphoniker“
musizieren Ensembles des Meisterorchesters
mitten in der Festspielstadt: am Kornmarktplatz
und im vorarlberg museum.
Schon die Premiere im letzten Jahr war ein durchschlagender Erfolg: Erstmals
präsentierte sich das traditionsreiche Residenzorchester der Bregenzer Festspiele am „Tag der Wiener Symphoniker“ in der Bregenzer Innenstadt, genauer:
am Kornmarktplatz und im vorarlberg museum. „Eine musikalische Begegnung
im öffentlichen Raum und mit höchster Qualität: Das sind Festspiele ganz nahe
an der Bevölkerung“, resümiert Christoph Thoma, Geschäftsführer von Bregenz
Tourismus & Marketing, der den „Tag der Wiener Symphoniker“ gemeinsam mit
dem Orchester, den Bregenzer Festspielen und dem vorarlberg museum veranstaltet. Auch diesmal werden Tausende Bregenzerinnen und Bregenzer, Urlauber und Festspielgäste die Chance nützen, das Weltklasse-Orchester hautnah zu
erleben – und das bei freiem Eintritt!
TSCHEIN
ÜBER 20
MÖGLIC
0
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BREGENZGUTSCHEIN
Einlösbar bei allen teilnehmenden
Partnerbetrieben. Keine Barablöse
möglich. Alle Partnerbetriebe
tagesaktuell unter wigem.at
Von B bis Z ist alles was zählt.
Foto: Sophia Metzler
E
IN
GU
Klassische Hits, Weltmusik, Pop und Jazz
In Bregenz kennt man die Wiener Symphoniker vor allem als emotionsgeladenes Opern- und als exzellentes Konzertorchester. Doch auch in ihrer „Freizeit“
musizieren die Musikerinnen und Musiker gerne in kleineren Formationen miteinander – und da dreht sich bei weitem nicht alles um Klassik. Beim „Tag der
Wiener Symphoniker“ lassen die Ensembles ihren vielfältigen musikalischen
Vorlieben freien Lauf: von der Eröffnungsfanfare mit den Symphonikerblås über
„Classic goes Gipsy!“ bis hin zum Wiener Concert-Verein, den Acht Cellisten
und – als mitreißendes Finale am Kornmarktplatz – dem Vienna Symphony Jazz
Project. Musiziert wird quer durch alle Genres, von Blasmusik und Wiener Walzer
bis zu klassischen Hits und Jazz.
Musikalische Unterhaltung vom Feinsten und eine einzigartige Gelegenheit, mit
den Musikerinnen und Musikern des Weltklasse-Orchesters ins Gespräch zu
kommen. Inmitten der Festspielstadt und an den schönsten Bregenzer Locations!
und vorarlberg museum
17.07.2016
16:00 - 20:00
Eine Veranstaltung der
Wiener Symphoniker,
vorarlberg museum und
Bregenz Tourismus &
Stadtmarketing
Freier Eintritt
World class,
accessible
orchestra
Last year’s premiere of Vienna
Symphony Day was a resounding success. This year, the event
will again be held in downtown
Bregenz at the vorarlberg
museum and at Kornmarktplatz.
In this Festival setting, music
will span all genres, from brass
bands and Viennese waltzes to
classical hits and jazz.
Thousands of locals, tourists,
and Festival guests once again
will enjoy musical entertainment
at its finest and this unique
opportunity to mingle with
world-class musicians. July 17,
free admission.
En
Kultur wirkt bewusstseinsbildend,
bringt Stabilität und
eröffnet zugleich
Räume, in denen
wir Menschen uns
ausprobieren dürfen – im Schönen
wie im Hässlichen.
Kultur ist die Brücke, über die wir
gehen, um uns selbst
zu begegnen.
KULTUR
ERLEBEN
Foto: Eva Sutter © Weissengruber Fotografie
Alexander Kubelka
Intendant des
Vorarlberger
Landestheaters
BODENSEEBLAUGRÜNE BÜHNE
VOLLJÄHRIG
DAS KUNSTHAUS BREGENZ
Besucherinformation
Karl-Tizian-Platz
+43 (0)5574 485 940
kunsthaus-bregenz.at
Öffnungszeiten
Di – So 10:00 - 18:00
Do 10:00 - 20:00
Sommeröffnungszeiten
16.07. – 31.08.2016
täglich 10:00 - 20:00
„Immer wenn ich an den Westen Europas denke, denke ich
zuerst ‚Glas‘. Sonst kommt mir nichts in den Sinn. Gläserne Halbdurchsichtigkeit voll gefangenen Lichts.“ Dachte
der weit gereiste polnische Romancier Andrzej Stasiuk an
das Kunsthaus Bregenz (in der Mitte Europas)?
Eingefangen wird im 1997 eröffneten Glaskubus – also seit 2015 volljährig – nicht nur
Licht, sondern Kunst auf Welt-Niveau. Eckhard
Schneider, einer der nur drei Vorgänger des
aktuellen Direktors des Kunsthauses Thomas
D. Trummer, laut profil „Spezialist für ungewöhnliche Orte“, pries die geokulturelle
Lage: „Wir liegen zwar abseits der Metropolen, schaffen aber durch unser Programm eine
Metropole en miniature, mit dem Anspruch
auf ‚Größe‘, die aus der Kunst erwächst.“
© Kunsthaus Bregenz
Dass Künstlerinnen und Künstler für ihre
Ausstellung ein ganzes Gebäude zur Verfügung haben, passiert nicht häufig. Dass sie
auf die Architektur mit raum- und ortsspezifischen Arbeiten reagieren können, nein:
sollen, noch seltener. In Bregenz ist dies bis
heute Programm. Der Isländer Olafur Eliasson,
im Kunsthaus eine Sekunde vor Beginn seiner Weltkarriere ausgestellt, schwärmte
„vom Erlebnis und vom Bewusstsein“ dieses
Erlebnisses. Erlebnisse anderer Art waren
2015 Joan Mitchell, die ihre Österreich-Pre-
Informationen und
Anmeldung zu Führungen
Lidiya Anastasova
+43 (0)5574 485 94 415
[email protected]
miere in Bregenz hatte, und Heimo Zobernig.
2016 sind es die schottische Sound-Künstlerin
und Turner-Prize-Trägerin Susan Philipsz (ab
30. Januar) und – Shootingstar der Kunstwelt – Theaster Gates (ab 23. April), der
gleich nach der Biennale di Venezia mit widerständigen Arbeiten nach Bregenz kommt.
„Paris war graublau. London leicht grünlich,
Madrid braun mit einem Stich ins Olivfarbene. Wien vermutlich rot, übergehend in
Rosa“ (Andrzej Stasiuk). Welche Farbe hat
das Kunsthaus Bregenz, diese, so Thomas D.
Trummer, „Bühne für die Besten“, auf den
Seiten des zeitgenössischen Kunst-Atlas? Vermutlich Bodenseeblaugrün.
Alexander Kluy ist freier Journalist,
Buchautor und schreibt für „Der Standard“
und „Buchkultur“, zuletzt „Der Eiffelturm.
Geschichte und Geschichten“ (2014) sowie
„Joachim Ringelnatz. Die Biographie“ (2015).
Kunsthaus
Bregenz 2016
Peter Zumthor was
inspired by Lake Constance
weather – light, mist, and fog
– for his design for the
Kunsthaus Bregenz (KUB)
building. The structure is a
reaction, a visualisation of the
location, and will serve as a
venue for artists‘ examinations
of current topics: the migrant
movement, friction between
cultures and religions, the
supremacy of digitally
managed capital, social issues
and more. The programme
combines music, sound, film,
and conceptual art, from
artists such as Susan Philipsz,
Theaster Gates, Wael Shawky,
and Lawrence Weiner.
En
SUSAN PHILIPSZ
32
Bregenzerleben 2016
Artist Retreat, eines jährlichen Zusammentreffens afro-amerikanischer Künstler/innen
in Chicago. Die Beschäftigung mit sozialen
Fragen prägt sein künstlerisches Schaffen.
Im zweiten Halbjahr werden Werke von Wael
Shawky und Lawrence Weiner gezeigt. Bekannt
wurde der Ägypter Wael Shawky mit seinem auf
der Istanbul Biennale 2011 vorgestellten Film
Cabaret Crusades, der auf einem Buch des
Schriftstellers Amin Maalouf basiert. Die Differenz von West und Ost, die gemeinsame und
zugleich strittige Geschichte ihrer heiligen
Stätten, die Partnerschaft von Bregenz und
Akkon sind die aktuellen Bezüge. Die vierte
Einzelausstellung im Herbst ist Lawrence
Weiner gewidmet, einem der letzten lebenden
Meister der Conceptual Art. Es geht ihm um
Lektüre und Dekodierung, um Lesarten und
Assoziationen, nicht zuletzt um die Frage nach
dem Werk selbst.
Die Schottin Susan Philipsz gehört zu den herausragenden Künstlerinnen der
Gegenwart. Ihr Werk kreist um die Auseinandersetzung mit der menschlichen
Stimme und einem melancholischen Daseinsgefühl. Meist arbeitet sie ortsspezifisch. 2010 erhielt sie den renommierten Turner Prize. Themen der Erinnerung,
des Traumas und der Trauer finden in jüngster Zeit verstärkt Beachtung, so auch
in ihrer Ausstellung Night and Fog im Kunsthaus Bregenz. Philipsz bezieht hier
das Phänomen des Nebels ein, der für die Region charakteristisch ist. Nebel
als Metapher war auch titelgebend für den französischen Film Nuit et brouillard (1955), der die Deportationen des Holocausts erstmals dokumentierte. Die
Künstlerin zerlegt die von Hanns Eisler hierfür komponierte Filmmusik in die
einzelnen Stimmen der Instrumente. Voneinander isoliert und aus der Gesamtkomposition gerissen, füllen deren Timbres die Räume des KUB mit fast skulpturaler Präsenz. In einer Kooperation mit dem Jüdischen Museum Hohenems
hat Philipsz eine zweite Soundinstallation erarbeitet, die parallel zur Laufzeit
im KUB auf dem Jüdischen Friedhof in Hohenems zu hören ist.
THEASTER GATES
Theaster Gates, Tar baby 2014, Tar baby, Ed William’s Collection, Photo: Sara Pooley, Courtesy of the artist
Peter Zumthor bezog für seinen Entwurf des
KUB Gebäudes Anregungen aus den Witterungsverhältnissen am Bodensee – Licht,
Dunst und Nebel. Das Gebäude ist eine Reaktion,
eine Verbildlichung des Ortes. 2016 werden
sich hier vier Künstler/innen mit aktuellen
Aspekten auseinandersetzen: der Flüchtlingsbewegung, den Reibeflächen von Kulturen
und Religionen, der Vormachtstellung des
digital gesteuerten Kapitals und den Bruchlinien verdrängter Geschichte. Die schottische
Künstlerin Susan Philipsz beschäftigt sich mit
dem musikalischen Erbe deutschsprachiger
Emigrant/innen und greift die Nebel-Metapher Zumthors indirekt auf. Im Kunsthaus
Bregenz sind Tonspuren der Filmmusik zu
Nuit et brouillard (1955) zu hören. Der Film
von Alain Resnais dokumentiert erstmals die
Deportationen während des Holocausts. Der
US-amerikanische Künstler Theaster Gates
plant für Bregenz eine Variante seines Black
© Susan Philipsz/Kunsthaus Bregenz
2016
DAS KUNSTHAUS BREGENZ
Jüdischer Friedhof, Hohenems
30.01. – 03.04.2016
23.04. – 26.06.2016
Die Praxis des US-amerikanischen Künstlers, Performers und Aktivisten
Theaster Gates umfasst Skulpturen, Installationen, Performances und urbane
Interventionen, die darauf abzielen, den Abstand zwischen Kunst und Leben
zu verringern. In seinem Werk entstehen Bühnen und benutzbare Bauten.
Gates war Beamter der Chicago Transit Authority – eines Unternehmens, das das
öffentliche Verkehrsnetz von Chicago und dessen Vorstädten betreibt. Seine
von gesellschaftlicher Verantwortung geprägten Werke beschäftigen sich mit
kommunalem Verkehr, Stadtplanung und Sozialgeschichte. Seine widerständigen
Setzungen heben dabei auf soziale Zusammenhänge ab. Gates’ bekannteste
Initiative ist The Dorchester Project, ein nachhaltiges andauerndes ImmobilienEntwicklungsprojekt. Er beschreibt dieses Projekt als „Immobilienkunst“ und
betrachtet es als Teil eines „ökologischen Kreislaufs“, da die Renovierungsarbeiten an den Gebäuden ausschließlich aus Verkäufen von Kunstwerken finanziert werden, für die wiederum Materialien aus den Innenbereichen der Bauten
wiederverwendet wurden. Für das KUB wird ein eigenständiger Werkkomplex
entwickelt.
33
Ab 2016 bilden die KUB Billboards eine eigenständige Programmschiene und stellen Künstlerinnen und Künstler vor, die
inmitten jüngster epochaler Wendepunkte aufgewachsen sind:
vom Fall des staatlich verordneten Sozialismus hin zu einer
zunehmend globalisierten Welt, die seit den 1990er Jahren von
einer digitalisierten Kapitalisierung sämtlicher Lebensbereiche geprägt ist. Im heutigen Zeitalter sind es das Internet, die
Logik algorithmischer Verarbeitungsprozesse, soziale Medien und ein Zustand allgegenwärtiger Überwachung, die unser
Denken und Handeln bestimmen. Die Wahrnehmung dessen,
was wir „Realität“ nennen, hat sich grundlegend gewandelt und
erfordert kritische Darstellung. Für die ersten beiden Projekte
2016 sind die Wiener Künstlerin Anna-Sophie Berger und das
kanadische Kollektiv Feminist Land Art Retreat eingeladen,
neue ortsspezifische Arbeiten zu entwickeln. Ihre Beiträge werden begleitet von Künstlerinnen- und Künstlergesprächen und
Performances, um über die Billboards hinaus Einblicke in ihre
Arbeitsweisen zu geben. Die KUB Billboards werden von Eva
Birkenstock kuratiert.
Maria Lassnig, Einen Hund besitzen, 1975 © Kunsthaus Bregenz
Porträt Wael Shawky
und artist talk
Feminist Land Art Retreat
20.05. – 25.07.2016
19.05.2016 Eröffnung und
Performance
Maja Cule
29.07. – 31.10.2016
28.07.2016 Eröffnung und
Performance
ÖSTERREICHISCHE KUNST
16.07. – 23.10.2016
In seinem künstlerischen Werk arbeitet Shawky mit einer Vielzahl an Medien –
Film, Zeichnung, Fotografie und Performance, Marionetten als Akteure und
eine selbst gebaute Bühne als Spielstätte –, um die realen und imaginären
Geschichten der arabischen Welt zu analysieren. In seinen vielschichtigen
Rekonstruktionen und Neuerzählungen fordert er sein Publikum zur Auseinandersetzung mit Fragen auf, in denen es um Wahrheit, Mythen und Klischees
geht. Brisanz erhält sein Werk durch die Konflikte der Religionen in der Gegenwart. In der Flüchtlingswelle werden diese in Europa unmittelbar spürbar, eine
Entwicklung, die auch die Ausstellung in Bregenz aufgreifen wird.
KUB SAMMLUNGSSCHAUFENSTER
WAEL SHAWKY
Wael Shawky, 1971 in Alexandria geboren, präsentierte 2012 einen Teil seiner
Filmtrilogie Cabaret Crusades auf der dOCUMENTA (13) in Kassel. Thema sind
die mittelalterlichen Kreuzzüge, von denen Wael Shawky aus arabischer Sicht
erzählt. Basierend auf der Darstellung Der Heilige Krieg der Barbaren (1983)
des französisch-libanesischen Autors Amin Maalouf und einer Vielzahl historischer Quellen übersetzt Shawky die Geschichte der Kreuzzüge (crusades) neu.
26.02. – 17.05.2016
25.02.2016 Eröffnung
Anna-Sophie Berger, 22nd june, 2015 © Anna-Sophie Berger
Wael Shawky , Cabaret Crusades: The Path to Cairo, 2012 © Wael Shawky
KUB BILLBOARDS
Anna-Sophie Berger
AUS DER SAMMLUNG DES
KUNSTHAUS BREGENZ
27.11.2015 – 01.05.2016
Für die Ausstellung im KUB Sammlungsschaufenster wurde
Heimo Zobernig eingeladen, Werke aus der KUB Sammlung
auszuwählen. Die von Heimo Zobernig, Thomas D. Trummer
und Rudolf Sagmeister gemeinsam kuratierte Ausstellung legt
den Schwerpunkt auf österreichische Malerei und Skulptur.
Es werden u. a. Arbeiten von Erwin Bohatsch, Herbert Brandl,
Elke Krystufek, Maria Lassnig, Ruth Schnell, Franz West und
Heimo Zobernig präsentiert.
Informationen
Seestraße 5, 6900 Bregenz
+43 (0)5574 485 94 0
[email protected]
Eintrittskarten an der
KUB Kasse
Öffnungszeiten
Fr – So 10:00 - 18:00
Geschlossen vom
34
Bregenzerleben 2016
04.04. – 22.04.2016
35
Foto: Udo Mittelberger
DAS
KUNSTHAUS
BREGENZ
Der neue Direktor Thomas D. Trummer im Gespräch über
die Reputation des Kunsthaus Bregenz, Gründe für dessen
Erfolg und die Programmdramaturgie 2016.
Herr Trummer, Sie sind seit Mai 2015 der neue Direktor des Kunsthaus Bregenz. Welches Bild hatten Sie vor Ihrer Ernennung von dieser Institution?
Das Kunsthaus genießt weltweit einen exzellenten Ruf. Seit seinem Beginn spielt es in der „Champions League“ der zeitgenössischen Kunst. Sicher zählt es zu den zehn, zwölf besten Adressen in
seinem Metier. Klar, dass mich diese Berufung ehrt.
Was ist der Grund für diesen Erfolg?
Das KUB erlaubt große Gesten, tollkühne Ideen, Waghalsiges. Es gab alles hier, Schlammschlachten, ein bunt wirbelndes Karussell, Eisskulpturen, eingelegte Haie und düstere Nebelmeere.
Zuletzt am Vorplatz eine haushohe Wand. Die Künstlerinnen und Künstler antworten auf die
einmalige Architektur von Peter Zumthor mit verwegenen Werken. Auch die Besucherinnen und
Besucher zeigen Wirkung: Wer das Haus betritt, streift die Zwänge des Alltags ab. Unvermutet
tritt eine achtsame Wahrnehmung hervor. Das Kunsthaus öffnet Augen, Ohren und Poren.
Wird das auch in der Region ausreichend geschätzt?
Sicher noch nicht genug. Vielen ist wahrscheinlich nicht bewusst, welche Strahlkraft das KUB
besitzt. Wo ich hinkomme, werde ich meine Visitkarten nicht los. In der Kunstwelt kennt jeder
Bregenz und diesen außergewöhnlichen Ort.
Thomas D. Trummer
war Kurator am Belvedere,
leitete die Kunsthalle Mainz und
ist seit Mai 2015 Direktor des
Kunsthaus Bregenz.
Kann man bei Einzelausstellungen, wie das KUB sie vier Mal pro Jahr macht, eigentlich
eine Gesamtdramaturgie verfolgen?
Ja, in diesem Jahr gibt es eine. Susan Philipsz beschäftigt sich mit Klängen. Das Gebäude wird
zu einem tönenden Körper, einem begehbaren Instrument. Theaster Gates verarbeitet politischbedenklichen Kitsch und die verwaiste Architektur in den Vorstädten. Wael Shawky, der dritte
Künstler in diesem Jahr, erzählt mit Marionetten die Gräuel west-östlicher Geschichte, und
Lawrence Weiner verwendet Sprache als künstlerisches Material. Die Ausstellungen sind wie
Wanderungen des Optischen in andere, entfernte Wirkungen: in die Akustik, die Bühne, die Poesie.
Maximilian Lang
Kunsthaus
Bregenz
Thomas D. Trummer
is the new director of
Kunsthaus Bregenz (KUB),
which he considers to be among
the world’s finest arthouses.
Its exhibitions revel in grand
actions and daring, wild ideas.
Exhibits have included
mud-wrestling, a carousel, ice
sculpture, and preserved
sharks. Four times each year,
the museum is handed over to a
solo artist to create a total
multisensory experience.
According to Trummer, the
Kunsthaus opens all of visitors’
senses. Whoever enters is
stripped of the constraints of
everyday life; in their place, a
mindful awareness
unexpectedly emerges.
En
The duty of the
vorarlberg museum
is to enable examinations of historical and contemporary topics associated with
Vorarlberg and to allow people
to reflect on their origin, existence,
and future. The idea is to
“understand who we are”, as
the slogan on the facade says.
People think they know
museums such as these, but
they are often surprised, not
least by the contemporary
architecture. Exhibits alternate between the traditional
and modern, creating an
interactive, intergenerational
encounter with people from
Vorarlberg. It is these encounters with interesting people
that make up the most powerful experience at the museum.
En
Verstehen, wer wir sind
Andreas Rudigier, Direktor des vorarlberg museums,
spricht im Interview über die Faszination eines landeskundlichen Museums, spannende Zugänge durch unterschiedliche Ausstellungsformate und die außergewöhnliche
Architektur des vorarlberg museums.
Das Stadtmagazin Bregenzerleben macht auf Erlebnismöglichkeiten in Bregenz aufmerksam: Man kann hier shoppen, baden oder ins Museum gehen. Denken Sie als
Museumsdirektor überhaupt in dieser Kategorie – den Besuchern möglichst viele
Erlebnisse zu bieten?
Erlebnisse sind ein wesentlicher Faktor der heutigen Event-Kultur. Allerdings ist es nicht die erste
und einzige Aufgabe eines Museums, sich in Konkurrenz mit Anbietern zu begeben, die in dieser
Hinsicht gewappneter sind. Unsere Aufgabe ist es, Auseinandersetzungen mit geschichtlichen
und gegenwärtigen Themen zu ermöglichen, die einen Bezug zu Vorarlberg haben und Menschen
Reflexionen zu ihrer Herkunft, ihrem Dasein und hoffentlich auch zu ihrer Zukunft zu eröffnen.
Die Verwendung unterschiedlicher Formate bringt zusätzlich Abwechslung ins Haus.
Also keine übertriebene Orientierung am Zeitgeist?
Information steht an erster Stelle. Wenn Besuche im vorarlberg museum mit einem bestimmten
Maß an Wohlgefühl und mit nachhaltigen Eindrücken einhergehen, dann ist viel erreicht.
Aber es ist schon richtig: Die Gewohnheiten haben sich geändert, die junge Generation verlegt
sich zunehmend vom Betrachten aufs Hören und Anfassen. Das können die Museen nicht ganz
außer Acht lassen. Mich freut es immer wieder, wenn junge Menschen den Besuch im vorarlberg
museum als cool bezeichnen.
Dennoch glaubt so mancher, Museen seien langweilig und verstaubt.
Ein Imageproblem?
Ja und nein. Die großen, berühmten Museen werden überlaufen und haben sicher kein Imageproblem. Geht es um landeskundliche Museen, glauben manche tatsächlich, dass sie diese Häuser
ohnehin kennen und nicht mehr überrascht werden können. In der Alltagssprache zeigt sich das
Imageproblem am deutlichsten. Ich bin ein Zitatensammler. Wenn Medien oder Politiker etwas als
langweilig und überholt darstellen wollen, heißt es nicht selten: „Das ist ja wie in einem Museum!“
Wir haben im vorarlberg museum die erfreuliche Erfahrung gemacht, dass Menschen häufig überrascht sind, weil wir so unerwartet auftreten. Wir sind im positiven Sinne anders, als viele denken.
38
Bregenzerleben 2016
Der Slogan auf der Fassade geht in Richtung Erkenntnisgewinn: „Verstehen, wer wir
sind“. Ein Marketinggag oder erfüllt das Haus dieses Versprechen?
Versprechen ist das keines. „Verstehen, wer wir sind“ meint in verkürzter Form, dass es im
Museum um ein Land („wir“) geht und dass wir im Museum Beiträge zu dessen Verständnis liefern
möchten. Wir können im Museum aber nur Anstöße geben, viele der Geschichten werden von den
Besucherinnen und Besuchern mit ihren Erfahrungen weiter oder vielleicht fertig erzählt.
Wer sind „wir“?
Wir sind jedenfalls nicht aus einem Guss. Vielfalt bestimmt unser Leben. Vorarlberg lässt sich
als Marke schwer greifen, schwerer wohl als manche Nachbarn, wie etwa die Tiroler oder Appenzeller. Wenn es aber um die alltäglichen Dinge geht, lassen sich kaum Unterschiede zu anderen
Regionen in den Alpen feststellen.
Karten und Informationen
Kornmarktplatz 1
+43 (0)5574 46050
vorarlbergmuseum.at
Di – So 10:00 - 18:00
Do 10:00 - 20:00
Mo geschlossen
Sommeröffnungszeiten
01.07. – 31.08.2016
Mo – So 10:00 - 20:00
Was charakterisiert das Haus, weshalb lohnt sich ein Besuch?
Das vorarlberg museum lebt zunächst einmal von seiner Architektur. Während die meisten
anderen landeskundlichen Museen in historischen Gebäuden untergebracht sind, was sie räumlich und auch inhaltlich einschränkt, punktet unser Haus mit der neuen Architektur, der Öffnung
zum Platz, mit Atmosphäre und atemberaubenden Ausblicken. Die Ausstellungen setzen sich
auf drei Geschossen mit der historischen Sammlung des Museums, mit Themen aus den klassischen Museumssparten sowie, im vierten Geschoss, mit Aspekten der Geschichte und Gegenwart
Vorarlbergs auseinander. Die Präsentation und Vermittlung wechselt zwischen klassischen und
modernen Formen und erlaubt auch eine interaktive, generationenübergreifende Betrachtung
und Begegnung mit Menschen aus Vorarlberg.
Ein Erlebnis ist dadurch charakterisiert, dass es lange im Kopf bleibt.
Ihr stärkstes Erlebnis im Museum?
Das sind stets die Begegnungen mit interessierten Menschen. Und die gibt es täglich, mit den
eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wie auch mit den Besucherinnen und Besuchern.
Manfred Welte
39
GARTEN DER LÜSTE
DAS VORARLBERGER LANDESTHEATER 2016
Bild und Text, Theater und Welt führen eine lange Beziehung. Das Theater ist Metapher für eine Weltschau, für die
Welt als Bühne, für eine Kunst der Beobachtung.
Orte der Phantasie
Spielplan Frühjahr 2016
„Garten der Lüste“
Der Ausgangspunkt für den Spielplan 2015/16
des Vorarlberger Landestheaters war ein Bild,
Hieronymus Boschs unerschöpfliches Triptychon „Der Garten der Lüste“. Das vielschichtige Gemälde ist ein Schauraum, ein Ort der
Phantasie- und Naturgeschichte, ein anthropologisches Experimentierfeld, ein Orbis
pictus, Erinnerung und Zukunft zugleich: ein
Welttheater, in dem die Schöpfung in mehreren Akten und doch gleichzeitig spielt. Das
Triptychon ist eine Bildermaschine, die Dinge,
die Formen gehen auseinander hervor, alles
wird, wie es ist, und könnte doch auch ganz anders sein. Beflügelt von diesem Bild navigieren
die ausgewählten Stücke wagemutig zwischen
visionärer Ekstase und absurdem Witz, zwischen tragischem Spiel und luftiger Komik.
Das Bild, die Stücke und ihre jeweilige Inszenierung begegnen sich in einem weiten Assoziationsraum, der immer wieder neue Blicke beschert. Zugleich wird das stumme Geschehen
des Bildes, das um 1500 entstanden ist, in den
Produktionen zu unerwarteten Konstellationen revitalisiert, verwandelt. Zwischen Bild,
Text und Inszenierung ergeben sich immer
wieder die unterschiedlichsten Anschlussstellen, Verknüpfungen, An- und Einsichten.
Medusas Floss
bis 23.03.2016
nach Petra Maria Kraxner
Schauspiel, Uraufführung
Dekalog – Die zehn Gebote
bis 20.04.2016
Krzysztof Kieślowski,
Krzysztof Piesiewicz
Schauspiel
Rosenkranz und Güldenstern sind tot
Premiere 08.04.2016
Tom Stoppard
Tragikomödie
Demetrius
Premiere 29.04.2016
Friedrich von Schiller
Trauerspiel sowie
Zeit der Wirren
David Frühauf
Schauspiel,
Uraufführung
Die Vorstellungskraft
entzünden
Imaginäres Paradies
Premiere 25.05.2016
Ein Spektakulum
Uraufführung
40
Bregenzerleben 2016
IHEIT
„DIE FRE IE IST
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Am Anfang stand das Bild – wie aber geht daraus ein facettenreicher Spielplan hervor? Die
Stückfindung in Intendanz und Dramaturgie
ist immer das Resultat langer, leidenschaftlicher, mitunter auch hitziger Debatten mit
vielen Fragen: Was, zum Beispiel, ist das Profil
unseres Hauses, wo wollen wir hin? Was sind
unsere Schwerpunkte, auch über die jeweilige Spielzeit hinaus? Welche soziologischen,
politischen und ästhetischen Fragen stehen
im Raum, treiben uns an und um, und welche
Theatertexte finden sich für diese Themen,
welche Autoren könnten für besondere Auf-
tragsstücke gewonnen werden? Welches Beiprogramm (Vorträge, Diskussionen, Spektakel) wäre sinnvoll und möglich? Neben solchen
und anderen Fragen gibt es natürlich immer
einen Fundus an (Lieblings)Stücken, die man
gerne unabhängig vom Zeitgeist auf der Bühne
sähe. Auch die Vorschläge von Schauspielern
wollen geprüft sein, und natürlich muss jeder
Vorschlag das Potenzial haben, die Vorstellungskraft, die Lust der Regisseure und der
Schauspieler zu entzünden. Argumente helfen
da mitunter wenig, es ist immer auch eine Entscheidung der Empathie. Die Diskussion geht
in die nächste Runde.
Karten und Informationen
Vorarlberger Landestheater
Seestraße 2
+43(0)5574 42 870
[email protected]
landestheater.org
/landestheatervorarlberg
Theater in Bewegung
Keiner der Theatertexte, die in diesem Abwägungsprozess zirkulieren, wird dabei nur als
Text betrachtet. Bei jeder Lektüre spielen zugleich Überlegungen zur Regie, Besetzung und
Spielstätte mit. Nicht jeder Regisseur kann aus
jedem Stück gleich viel herausschlagen, nicht
jeder Schauspieler ist gleichermaßen für alle
Rollen geeignet, kein Kollege kann mit jedem
andern zusammengespannt werden, und nicht
jedes Vorhaben funktioniert überall optimal.
Immer geht es darum, in Konstellationen zu
denken, sowohl in künstlerischer Hinsicht als
auch im Hinblick darauf, wie sich das komplexe,
intensive, spannungsreiche Verhältnis zwischen all den Beteiligten, zu denen ja auch der
Bühnen- und Kostümbildner, die Musiker, die
Technik – das ganze Räderwerk des Theaters
– gehören, innerhalb einer Produktion entwickeln könnte. Nur im gemeinschaftlichen Prozess kann ein komplexer Spielplan wie aus dem
„Garten der Lüste“ erwachsen. Und dann kommen die Stücke auf die Bühne, setzen sich frei
und aus, illuminieren die Imaginationskraft
des Publikums. Wie auf Boschs Bild entführen
die Stücke in den Himmel, ins Paradies, in die
Hölle, schaffen und (v)erspielen Welt.
Dorothée Bauerle-Willert
Vorarlberger
Landestheater
Each season, the
Vorarlberger Landestheater
orchestrates a schedule of
events revolving around a
central theme. The result is a
wide ranging artistic constellation, developed through the
intense collaboration of directors and actors, costume and
set designers, musicians —
indeed, the whole machinery of
the theatre. For the 2015/2016
season, their starting point
was a painting: Hieronymus
Bosch’s inexhaustible triptych,
“The Garden of Earthly Delights.”
Supported by this image, the
selected pieces glide deftly
between visionary ecstasy and
absurd wit, between tragic
drama and breezy comedy.
En
BRISANT,
PROVOKANT,
KOMISCH &
BERÜHREND
Das Theater KOSMOS bietet anspruchsvolles Theater abseits der traditionellen Pfade.
wolford.com
Mit der weltberühmten Seebühne und dem
renommierten Landestheater bietet Bregenz
bereits eine beachtliche Vielfalt für Liebhaber
der darstellenden Künste – doch keine spannende Kulturlandschaft kommt ohne eine
mindestens genauso lebendige freie Szene aus.
Nur 20 Gehminuten vom Bregenzer Stadtkern
entfernt findet sich, angesiedelt im historischen
Schoeller-Areal zwischen Backsteinbau und
moderner Architektur, das Theater KOSMOS:
Abend für Abend öffnet es die Pforten, um jährlich über 10.000 Theaterinteressierten aller
Altersklassen anspruchsvolles Theater abseits
der traditionellen Pfade zu bieten. Augustin
Jagg, der gemeinsam mit Hubert Dragaschnig
das Theater von Beginn an erfolgreich leitet,
sieht den Mittelpunkt seiner künstlerischen
Arbeit in der Produktion zeitgenössischer Theaterstücke: „Die Stücke sollen brisant sein oder
provokant oder komisch oder berührend – am
besten alles gleichzeitig!“
Dass die Leiter ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden, spiegelt sich nicht nur in der Begeisterung des Publikums, sondern vor allem
auch in der erfolgreichen Förderung junger
Künstlerinnen und Künstler: Nicht selten feiern am KOSMOS noch unentdeckte Talente
Erstaufführungen – um kurz darauf international durchzustarten. Mit der erstmaligen
Vergabe eines DramatikerInnenpreises geht
das KOSMOS in Zusammenarbeit mit der von
ihm ins Leben gerufenen „Theaterallianz“ in
der Nachwuchsförderung sogar noch einen
Schritt weiter. Hier, so spürt man, tobt die Leidenschaft nicht nur auf, sondern ebenso hinter
der Bühne: Ein ganzer Kosmos der Kreativität.
Kai Krösche
Controversial,
provocative, funny
and touching,
KOSMOS offers sophisticated
theatre off the beaten path.
Bregenz hosts a lively
independent arts scene
alongside its more traditional
venues. In the historic
Schoeller neighbourhood, only
a twenty-minute walk from the
city centre, the KOSMOS
theatre is situated among brick
buildings and modern
architecture. Augustin Jagg,
co-director along with Hubert
Dragaschnig, focuses on the
production of contemporary
plays, and his newly launched
theatre alliance is dedicated to
the promotion of young artists.
The passion can be felt on the
stage and behind it, making the
theatre a real “cosmos” of
creativity.
En
Karten und Informationen
Mariahilfstraße 29
+43 (0)5574 44034
[email protected]
Mo – Do 10:00 - 16:00
Fr 10:00 - 14:00
theaterkosmos.at
43
Foto: Ultima Vez © Danny Willems
“Spea
k low
if you
speak
love …
”
Compañía María Pagés
Karten und Informationen
11.03.2016
Bregenz Tourismus &
20:00
Stadtmarketing
Yo, Carmen
Österreichische
Rathausstraße 35a
+43 (0)5574 4080
[email protected]
Erstaufführung
v-ticket.at
Jedes Frühjahr begeistern
hochkarätige, international
gefeierte Ensembles mit ihren
neue Maßstäbe setzenden
Produktionen im Festspielhaus ein breites Publikum.
BREGENZER
FRÜHLING
„Weder der Himmel noch die Erde werden dieselben sein, nachdem man María Pagés tanzen
gesehen hat“, schwärmt der portugiesische
Literaturnobelpreisträger José Saramago für
die „Königin des Flamenco“, die mit der Österreichpremiere „Yo, Carmen“ (Ich, Carmen)
den Bregenzer Frühling 2016 eröffnen wird.
Ultima Vez nähern sich in ihrer jüngsten Choreografie „Speak low if you speak love …“ dem
sowohl flüchtigsten als auch unberechenbarsten aller Seelenzustände an: der Liebe und all
ihren Facetten. Den levantinischen Volkstanz
Badke, den Palästinenser als Teil ihrer Identität begreifen, verwandelt KVS|Les Ballets C de
la B|A.M. Qattan Foundation in ein zeitgenössisches Tanzspektakel. „Ein Feuerwerk von
einem Tanzstück, wie man es selten zu sehen
bekommt“, so die „Neue Zürcher Zeitung“ über
„Badke“.
Mit dem in China geborenen und von New York
aus wirkenden Choreografen, Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner Shen Wei macht einer der „großartigsten Künstler unserer Zeit“
(The Washington Times) Station beim Bregenzer Frühling. Es ist der erste Auftritt der Shen
Wei Dance Arts in Österreich überhaupt! Es
werden die beiden herausragenden Choreografien „Map“ und „Folding“ zu sehen sein. Marie
Chouinard zählt zu den ganz Großen des zeitgenössischen Tanzes und ihre Kompanie zu
den interessantesten der Welt. In Bregenz zeigen die gefeierten Kanadier zwei Choreografien, die Österreichpremiere „Soft virtuosity,
still humid, on the edge“ und „Henri Michaux:
Mouvements“.
Das aktionstheater ensemble bringt mit „Jeder gegen Jeden“ wieder eine Uraufführung in
der Regie von Martin Gruber auf die Bühne des
Festspielhauses.
Ultima Vez |
Wim Vandekeybus
Eine Veranstaltung des
Bregenzer Kunstvereins,
künstlerische Leitung:
01.04.2016
Dr. Wolfgang Fetz.
20:00
Alle Aufführungen finden
Speak low if you speak love …
im Festspielhaus Bregenz
statt. Termin- und Programm-
KVS | Les Ballets C de la B |
A. M. Qattan Foundation
22.04.2016
20:00
Badke
aktionstheater ensemble
29.04. und 30.04.2016
20:00
änderungen vorbehalten.
bregenzerfruehling.at
Ballettpass
Für alle Tanzinteressierten
bietet der Bregenzer Kunst-
verein einen Ballettpass.
Beim Kauf eines Ballett-
Abo-Passes 10% Rabatt.
bregenzerfruehling.at
Jeder gegen Jeden
Uraufführung
Shen Wei Dance Arts
07.05.2016
20:00
Map | Folding
Österreichische
Erstaufführung
Compagnie Marie
Chouinard
28.05.2016
20:00
Soft virtuosity, still humid,
on the edge
Österreichische
Erstaufführung
Henri Michaux: Mouvements
To dance is to
dream
Every spring, worldclass ensembles inspire a wide
audience with their new, stateof-the-art productions at the
Festspielhaus. Spring 2016
opens with the Austrian premiere
of Yo, Carmen featuring the
queen of flamenco, María Pagés.
Ultima Vez depicts the most
volatile and unpredictable of
human emotions in Speak low
if you speak love…. Middle
Eastern folkdance is performed
spectacularly by the collaboration of KVS, Les Ballets C de
la B, and A.M. Qattan Foundation. The spring season also
features Shen Wei Dance Arts,
Compagnie Marie Chouinard
presenting Henri Michaux:
Mouvements and Soft virtuosity,
still humid, on the edge, and
the aktionstheater ensemble
with a world premiere.
En
Das Symphonieorchester Vorarlberg feierte sein 30-jähriges Bestehen in Bregenz und Feldkirch und nimmt sich
auch für die Zukunft einiges vor.
„URMUSIKALISCH & BEGLÜCKEND“
So viel Euphorie und musikalische Höchstleistungen, wie sie das Symphonieorchester
Vorarlberg im Jubiläumsjahr anlässlich seines
30-jährigen Bestehens vom Podium verströmte, wirken ansteckend – auf die Presse, die dem
exzellenten Klangkörper höchstes Lob entgegenbrachte, und auf das Publikum, das zuletzt
gemeinsam mit den Musikerinnen und Musikern feierte. „Urmusikalisch und beglückend“,
resümierte die „Neue Vorarlberger Tageszeitung“ nach dem Festspielkonzert im Sommer,
„Der Standard“ attestierte dem Symphonieorchester Vorarlberg „viel Klangschönheit“ und
die „Vorarlberger Nachrichten“ ließen sich gar
von der „überschäumenden Begeisterung und
Leidenschaft“ des Orchesters mitreißen.
Die Erfolgsbilanz des vergangenen Jahres betrifft vor allem die Auftritte bei den Bregenzer
Festspielen, in deren Rahmen das Symphonieorchester Vorarlberg in einer hinreißenden
Produktion von Mozarts „Così fan tutte“ mit
dem neuen Opernstudio und im traditionellen Orchesterkonzert unter der Leitung von
Chefdirigent Gérard Korsten überzeugte, ein
Gastspiel bei der EXPO in Mailand und die
Geburtstagskonzerte Anfang Dezember im
Festspielhaus Bregenz und im Feldkircher
Montforthaus, die beide mit einem großen Fest
ausklangen. „Die gemeinsamen Feiern mit dem
Publikum waren unbeschreiblich“, zeigt sich
Thomas Heißbauer, der Geschäftsführer des
Symphonieorchester Vorarlberg, erfreut. „Als
sich die Musikerinnen und Musiker unter das
Publikum in den Foyers mischten, herrschte
eine unglaubliche Stimmung.“
Mit viel Engagement hat Thomas Heißbauer
in den ersten beiden Jahren seiner Tätigkeit
eine unübersehbare Aufbruchsstimmung
initiiert und nicht zuletzt die Aktivitäten in
der Musikvermittlung mit gelungenen Pilotprojekten forciert: „Musiknotruf 443 – Ein
Fall für Kommissarin Flunke“, das erste vom
Orchester selbst produzierte Schul- und Jugendkonzert, war schon eine Woche nach der
offiziellen Ausschreibung ausverkauft und bei
den Aufführungen in Bregenz und Rankweil
ein voller Erfolg.
Thomas Heißbauer ist sich der großen Tradition des Orchesters bewusst und möchte die
Präsenz des Symphonieorchester Vorarlberg
in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen.
Ein Signal war bereits die Gründung im Jahr
1985, nachdem mit dem Vorarlberger Rundfunkorchester das letzte professionelle Symphonieorchester des Landes aufgelöst worden
war. Ab 1989 begann unter der Leitung des
Dirigenten Christoph Eberle ein unaufhaltsamer künstlerischer Aufstieg, der mit den
Abozyklen in Feldkirch und Bregenz sowie
den Kooperationen mit dem Vorarlberger Landestheater und den Bregenzer Festspielen bis
heute große Resonanz erfährt. „2017 wird das
Symphonieorchester Vorarlberg bei den Festspielen die Uraufführung einer Oper des griechischen Komponisten Zesses Seglias spielen.
Außerdem werden wir ab der kommenden
Saison unseren Abozyklus um ein Konzert erweitern“, verspricht Thomas Heißbauer. Ein
besonderes Ass hat das Orchester dabei in den
Karten. Stardirigent Kirill Petrenko, einst Studienkollege zahlreicher Orchestermitglieder
am Konservatorium in Feldkirch und ab 2018
Chefdirigent der Berliner Philharmoniker,
wird seinen umjubelten Mahler-Zyklus fortführen. „Wir freuen uns schon sehr darauf“,
so Thomas Heißbauer. „Maestro Petrenko ist
dem Orchester freundschaftlich verbunden.
Den designierten Chefdirigenten der Berliner
Philharmoniker bei uns hier als Gast zu haben,
wertet natürlich auch unseren Abozyklus auf
und macht ihn umso begehrenswerter.“
Vorarlberg Symphony Orchestra
celebrates its 30th anniversary The orchestra,
led by conductor Gérard Korsten,
celebrated its 30th year with a
series of acclaimed performances, from a ravishing production of Mozart’s “Cosi fan tutte”
at the Bregenz Festival to
December’s birthday concerts
at the Festspielhaus. Managing
director Thomas Heissbauer
launched several successful
initiatives, including school
partnerships and a pilot
programme in music education,
and will expand the orchestra’s
venerable subscription series
in Feldkirch and Bregenz.
Guest conductor Kirill Petrenko,
from the Berlin Philharmonic,
will continue his Mahler cycle.
En
Karten für
Festspielhaus Bregenz
[email protected]
v-ticket.at
in allen Volksbank-Filialen
Karten für
Montforthaus Feldkirch
[email protected]
v-ticket.at
Foto: Mathis Fotografie
in allen Volksbank-Filialen
„MIT DEM
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EORCHEST
SYMPHONI
USIZIEREN
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GÉRA
STER
ONIEORCHE
DES SYMPH
G
VORARLBER
Symphonieorchester
Vorarlberg
Römerstraße 15
+43 (0)5574 43447
[email protected]
sov.at
47
BREGENZER
MEISTERKONZERTE
New knowledge
within old walls
The Vorarlberg State
Library in Bregenz is a modern
information centre, educational
institution, and historical site
all in one. The library is located
in two notable structures from
very different time periods. A
glass entryway connects the
14th century Babenwohl castle,
now used as administrative
offices, with the actual library,
housed in a classical monastery
built between 1906 and 1915.
The State Library moved here
in 1986. It has served as a
learning centre for library research techniques since 2012,
and it functions essentially as
the main academic library for
the whole region.
Fotos: Gerhard Kresser © Vorarlberger Landesbibliothek
En
AKTUELLES WISSEN
IN ALTEN GEMÄUERN
Die Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz ist modernes Informationszentrum, lehrende Bildungseinrichtung
und historische Sehenswürdigkeit in einem.
Bauwerk aus zwei Epochen
Informationen
Fluherstraße 4, 6901 Bregenz
Stadtbus 4, 5
Landbus 12c direkt
13, 25, 35, 37
Mo – Fr 09:00 - 18:30
Sa 09:00 - 13:00
VLB-Card EUR 12,–
EUR 5,– (erm.) pro Jahr
Führungen und Katalogschu
lungen nach Vereinbarung
+43 (0)5574 511 44100
[email protected]
vorarlberg.at/vlb
Die im Vergleich relativ junge Landesbibliothek ist in zwei Gebäuden aus ganz unterschiedlichen Epochen angesiedelt und daher
auch wegen ihrer Architektur sehenswert.
Der gläserne Eingangsbereich verbindet das
heute als Verwaltungstrakt genutzte gotische
Schlösschen Babenwohl aus dem 14. Jahrhundert mit dem eigentlichen Bibliotheksgebäude, dem klassizistischen Konventsbau samt
Stiftskirche der Schweizer Benediktiner von
Beinwil-Mariastein aus den Baujahren 1906
bis 1915. 1986 ist die Landesbibliothek in dieses
Areal eingezogen.
Teaching Library seit Herbst 2012
Mit ihren Lehrgängen zur Vorwissenschaftlichen Arbeit im Rahmen der neuen Matura
entwickelte sich die Landesbibliothek endgültig zur lehrenden Bibliothek. Zwar gehören
schon seit vielen Jahren neben den Hausführungen auch Einführungen in Katalog-, Such-
GRIGORY SOKOLOV UND PITTSBURGH
SYMPHONY ORCHESTRA
Höchstes Niveau, malerische Klangwelten, große symphonische Werke und virtuose Solisten
prägen das Programm der Bregenzer Meisterkonzerte. „98 Prozent Auslastung sowie nahezu 10.000 Besucher, die Bregenzer Meisterkonzerte sind die erfolgreichste Abo-Konzertreihe
im internationalen Bodenseeraum und weit darüber hinaus“, betont der künstlerische Leiter
Wolfgang Fetz. Zum Abschluss der Saison 2015/16 wird im April einer der weltbesten Pianisten
und im Mai eines der führenden amerikanischen Orchester im Festspielhaus auftreten.
„Zauberer“ des zeitgenössischen Klavierspiels
„Der bedeutendste Pianist der Welt“, so urteilt „Die Zeit“ über den Meisterpianisten Grigory
Sokolov, der am 27. April 2016 bereits zum sechsten Mal bei den Bregenzer Meisterkonzerten
gastiert. Kritiker beschreiben ihn als „Großwesir“ (SZ), „Riese“ (NZZ), „Zauberer“ (Spiegel), oder
„Mystiker“ und „Guru“ (FAZ) des zeitgenössischen Klavierspiels.
Pittsburgh Symphony Orchestra in Bregenz
Das Pittsburgh Symphony Orchestra ist eines der führenden amerikanischen Orchester und seit
fast 120 Jahren ein essentieller Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Eine einzigartige
Mischung aus perfekter Klangkultur und atemberaubender Präzision zeichnet dieses Orchester
aus. Seit der Saison 2008/09 ist der gebürtige Vorarlberger Manfred Honeck als Music Director
des Orchesters tätig. Zum krönenden Saisonabschluss der Bregenzer Meisterkonzerte 2015/16
gastieren Honeck und das Pittsburgh Symphony Orchestra gemeinsam mit Daniil Trifonov im
Festspielhaus Bregenz. Seit seinem Triumph beim prestigeträchtigen Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb 2011 hat der russische Pianist eine beispiellose internationale Karriere beschritten. „Was
er mit seinen Händen macht, ist technisch einfach unglaublich“, sagt die Pianistin Martha Argerich
über Trifonov. „Sein Anschlag hat beides, Zärtlichkeit und dämonische Elemente.“
maschinen- und Recherchetechniken zum Bildungsangebot, aber seit 2012 werden jährlich
zusätzlich rund 1.000 Maturierende mit dem
„Lernort Bibliothek“ vertraut gemacht.
Hybride universalwissenschaftliche Bibliothek
Neben ihrer Aufgabe als kulturelles Gedächtnis des Landes nimmt die Landesbibliothek
eine wichtige Funktion als quasi Universitäts-Hauptbibliothek für alle Bildungseinrichtungen des Landes wahr. Das Literaturangebot mit rund 600.000 Medieneinheiten
umfasst alle Wissensbereiche und Studienfächer sowie alle Datenträger von Print über
audio-visuell bis hin zu den E-Medien. Auf
die Volltexte von rund 23.000 E-Books kann
bequem von zu Hause aus zugegriffen werden.
Gerhard Zechner/VLB
Grigory Sokolov, Klavier
Informationen
Arabeske und
Fantasie in C-Dur
Programmänderungen
Frédéric Chopin:
vorbehalten.
2 Nocturnes und
Klaviersonate Nr. 2
+43 (0)5574 410 1511
Eine Veranstaltungsreihe der
Landeshauptstadt Bregenz,
Kulturamt. Konzeption:
Dr. Wolfgang Fetz
Mit freundlicher Unter-
stützung der Bank Austria
Bregenzerleben 2016
Pittsburgh Symphony
Orchestra
29.05.2016
19:30
Manfred Honeck, Dirigent
und der illwerke vkw.
Daniil Trifonov, Klavier
Ludwig van Beethoven:
Ouvertüre „Coriolan“
Sergej Rachmaninow:
+43 (0)5574 4080
Klavierkonzert Nr. 2 bregenz.travel
Pjotr I. Tschaikowskij:
Sinfonie Nr. 5
bregenzermeisterkonzerte.at
v-ticket.at
48
27.04.2016
19:30
Robert Schumann:
Termin-, Besetzungs- und
Karten
Eine entgeltliche Einschaltung des
Landes Vorarlberg.
Grigory Sokolov
and the Pittsburgh
Symphony Orchestra
The Bregenz Master Concerts
programme is dominated by
picturesque soundscapes, large
symphonic works, and virtuoso
soloists. Artistic director
Wolfgang Fetz leads the
popular subscription concert
series. Grigory Sokolov, widely
regarded as one of the world’s
top pianists, will perform at
the Festspielhaus in April. The
2015/16 season will then come
to a finale with the Pittsburgh
Symphony Orchestra in May.
Directed by Vorarlberg native
Manfred Honeck, the orchestra
features world-class Russian
pianist Daniil Trifonov.
En
49
„REINE
MUSIKALISCHE
ENERGIE“
Informationen
01.06. – 05.06.2016
Bregenz, Kornmarktplatz
und vorarlberg museum
Son del Nene, Jazzorchester
Summer 2016 at
the Palais Thurn &
Taxis
Curt Scheiderbauer
(1937–2012) – A Life in
Colour
This season’s exhibition is
dedicated to the varied and
complex art of Curt Scheiderbauer.
Over the course of his life, he
worked in design, architecture,
sculpture, and painting, both
figurative and abstract. The
exhibition, containing several
important sculptures, is curated
by Thomas Schiretz and the
artist’s son, tOmi Scheiderbauer.
En
JAZZ
AT BREGENZ
Ausstellungseröffnung
Curt Scheiderbauer
15.07.2016
20:00
Vorarlberg & Special Guests,
Brassclub, Vorarlberg Jazz
Collective, Flook und andere.
Präsentiert von der
Sparkasse Bregenz.
Pure musical
En energy in Bregenz
The 3rd Bregenzer
Jazz Festival takes place in
early June at the Vorarlberg
museum and outdoor marketplace. Enjoy local jazz groups
alongside stars of the international jazz and world music
scenes at this musical hotspot.
Curator Curator Christoph
Thoma brings some of the
world‘s top ensembles to the
provincial capital and also
promotes young talent.
Ireland’s Flook features
guitars, flutes and a brilliant
rhythm section. El Son del Nene
plays hot Cuban rhythms
reminiscent of Buena Vista
Social Club. Other acts include
mundART, Brass Club, and
Vorarlberg’s own Jazz
Orchestra and Jazz Collective.
Ausstellungsdauer
16.07. – 28.08.2016
Di – So 14:00 - 18:00
Beim 3. Bregenzer Jazz Festival treffen heimische Jazzformationen der Extraklasse auf Stars der internationalen
Jazz- und Weltmusikszene – ein musikalischer Hot Spot mit
atemberaubenden Beats aus Irland und heißen kubanischen
Rhythmen in der Nachfolge des „Buena Vista Social Clubs“.
Mit „Flook“, einem der besten irischen Liveacts, und der magischen Stimme von „El Nene“ und
seiner kubanischen All Star Band wird der Bregenzer Kornmarktplatz Anfang Juni 2016 zur großen Bühne der World-Music- und Jazzszene. Kurator Christoph Thoma holt dazu internationale
Top-Ensembles in die Landeshauptstadt und setzt in bewährter Manier auf heimische Qualität
und Nachwuchsförderung.
EIN LEBEN
IN FARBE
„Son cubano“ & Irish „Flook“
Den abschließenden Höhepunkt bilden Pedro Lugo Martínez und seine Band „El Son del Nene“
aus Kuba. Martínez alias „El Nene“ (kleines Kind), einer der Stars in Wim Wenders’ Film „Buena
Vista Social Club“, ist berühmt für seine Interpretationen des „Son cubano“, eines der Urväter des
Rumba, Mambo und Salsa. Bereits zum Auftakt des Festivals gastiert „Flook“, eine der innovativsten irischen Formationen und Preisträgerin des BBC Folk Award, in Bregenz. Mit zwei Flöten, Gitarre und der Rahmentrommel Bodhran entfachen die vier Musiker einen unglaublichen
Sound aus abenteuerlichen Flötenklängen und einer fulminanten „rhythm section“. „Virtuose
Höhenflüge“, befand „The Scotsman“, und „reine musikalische Energie“. Albert Seitlinger
Palais Thurn & Taxis
Gallusstraße 10
Gruppenführungen
+43 (0)5574 410 1511
[email protected]
bregenz.at
Informationen
c-scheiderbauer.com
Zur Ausstellung erscheint
mundART, Jazzorchester Vorarlberg, Jazz Collective & Brassclub
Ganz dem musikalischen Nachwuchs gehört das große Open-Air-Finale des ORF mundART Pop/
Rock-Wettbewerbs. Tags darauf sind Brassclub, die „Schnabl“-Preisträger 2015, live am Kornmarktplatz zu erleben. Mit dem Vorarlberg Jazz Collective, Shootingstar Cenk Doğan (Saxophon)
und dem Jazzorchester Vorarlberg & Special Guests erwarten die Besucher mitreißende Jamsessions mit Jazzstandards, Eigenkompositionen und Ausflügen in die Weltmusik.
So 10:00 - 18:00
ein Katalog.
Die Sommerausstellung im Palais Thurn & Taxis zeigt Werke
von Curt Scheiderbauer.
Die diesjährige Sommerausstellung im Palais Thurn & Taxis ist dem Art-Director, Graphiker und
Maler Curt Scheiderbauer (1937-2012) gewidmet. Scheiderbauer, der auch im Bereich des Designs
und in Nordwestspanien überaus erfolgreich als Architekt tätig war, hat ein enorm vielschichtiges Œuvre hinterlassen. Seine Werke sind in Institutionen wie zum Beispiel der Hilti-Foundation, aber vor allem in privaten Sammlungen zu finden. Sie enthalten sowohl abstrakte als auch
figurative Malerei oder sind der konkreten Kunst zuzuzählen. In der Ausstellung werden auch
einige von Scheiderbauers Plastiken zu sehen sein, unter anderem die „Tanzenden Äste“, die „Kybernetische Wetterplastik“, die „First Box“ und „Just Do It“. Der Kurator der vom Kulturamt der
Landeshauptstadt Bregenz geplanten Ausstellung ist, wie schon in den vergangenen Jahren im
Palais Thurn & Taxis Thomas Schiretz, Co-Kurator ist der Sohn des Künstlers, tOmi Scheiderbauer.
51
8
Zum Glück gibt’s die kleinen Galerien in Bregenz. Immer
wieder bereichern sie das Kulturangebot der Stadt mit den
Werken einheimischer und internationaler Künstler. Ein
Streifzug durch acht ungewöhnliche Ausstellungsräume.
Eight galleries
in Bregenz
Bregenz’s small
galleries enrich the city’s
cultural offerings with works
by local and international
artists. Cuenstler, an art-centric
café serves both as a gallery
and a place where artists
gather. Nearby is Bregenzer
Kunst- und Kartenboutique,
which creates one-of-a-kind
greeting cards. Galerie K12
specialises in international
avant-garde and contemporary
art. Raiffeisenbank’s gallery in
Bregenz exhibits big names in
art and cultural themes, while
angewandt showcases jewellery
and woodworking. Galerie Lisi
Hämmerle features contemporary
works, and Galerie Arthouse
has a long history of exhibiting
works by international and
local artists.
En
GALERIEN
IN BREGENZ
Das Cuenstler: Kaffee- und Kunstgenuss
Das Cuenstler ist eigentlich ein Café. Aber schon beim Betreten wird klar, dass Kunst hier einen
hohen Stellenwert hat. Zum einen sitzen an der Bar, an der hohen Fensterfront zum Kornmarkt
und dem großen Tisch in der Mitte des Lokals immer wieder kleine Gruppen von Künstlern aller
Sparten zusammen. Zum anderen stellen hier Kreative aus dem Bodenseeraum und aus Vorarlberg ihre originellen und sehenswerten Werke aus.
Bregenzer Kunst- und Kartenboutique: Schauhandwerk
Auch in der oberen Kirchstraße gibt es einen ungewöhnlichen Ausstellungsraum. Er befindet sich
in der „Bregenzer Kunst- und Kartenboutique“, in der Volkmar Dieth und sein Sohn Stefan von
Hand Grußkarten anfertigen, die sie nach ganz Europa verschicken und von denen jede ein Unikat ist. An den Wänden hängen die künstlerischen Arbeiten Dieths, der mit Ölbildern begann, zu
Aquarellen überging und mittlerweile kunstvolle Landschafts- und Architekturbilder mit dem
Bleistift zeichnet.
Galerie K12: Experimentelle Kunst
Ein paar Häuser weiter unten befindet sich die Galerie K12 von Werner Bosch, deren Schwerpunkt auf internationaler Avantgarde und junger Kunst liegt. Der Maler und Kunstpädagoge präsentiert seit 2003 ein breit angelegtes Programm von klassischer Malerei bis hin zu experimentellen Medienarbeiten. Namen wie Arye Wachsmuth, Oswald Oberhuber, Marxx Bosch, Michael
Vonbank oder Christian Ludwig Attersee waren hier bereits zu sehen.
RiB-Galerie: Kunst und Kultur
Foto: Udo Mittelberger
Am Kornmarktplatz etablierte die Raiffeisenbank in Bregenz, kurz RiB, neben einem Café und
einem Shop auch eine Galerie. Diese befindet sich im Treppenhaus des Gebäudes und reicht vom
obersten Stockwerk bis ganz hinunter in den Tresorraum. Verschiedene große Namen, etwa Niki
de Saint Phalle, wurden hier schon gezeigt. Außerdem widmet sich die Galerie auch kulturhistorischen Themen wie „Die goldene Schale – Spazieren in Bregenz“ oder „Landpartie. Eine Reise in
die Zeit um 1900“.
Galerie angewandt: Kunstvolles Handwerk
In einer Seitengasse des Kornmarktplatzes findet man die Schaufenster der Galerie angewandt
von Hiltrud Greiner und Michael Beständig. Der Kunsttischler und die Goldschmiedin präsentieren hier bereits seit zwölf Jahren ihre Arbeiten. Hiltrud Greiner modelliert Schmuck aus Kupfer,
Silber und Gold über dem Feuer. Michael Beständig zeigt neben verschiedenen Holzarbeiten seine
bekannten Pfeffermühlen aus Walnuss, Mirabell oder der jahrtausendealten Mooreiche.
Galerien Arthouse und Lisi Hämmerle: Zeitgenössische Kunst
Zwei weitere Top-Adressen in der Bregenzer Kunstszene sind die Galerie Lisi Hämmerle und die
Galerie Arthouse. Lisi Hämmerle stellt seit 1989 zeitgenössische Künstler aus, die sie mitunter
auch auf verschiedenen Messen vertritt. Mit Bernhard Buhmanns „the solo project“ etwa war sie
in Basel, auf der viennacontemporary 2015 wiederum war sie als einzige Galeristin aus Vorarlberg präsent.
Fotos: Udo Mittelberger
Auch die Galerie Arthouse, die älteste Galerie in Bregenz, kann auf eine große Zahl internationaler wie einheimischer Künstler zurückblicken, die in den schönen Räumlichkeiten in der
Römerstraße bei Herbert Alber gezeigt wurden. Mit bis zu fünf Ausstellungen pro Jahr und
einer Dependance in Dornbirn bereichert die über den Bodenseeraum hinaus bekannte Galerie
die Kunstszene ganz Vorarlbergs.
52
Bregenzerleben 2016
KU/RZ/NSTHALLE: Kunst der Gegenwart
Die KU/RZ/NSTHALLE (kurz – short term – kunsthalle) bringt zeitgenössische Kunst und
Architektur zu den Menschen – an temporären Locations und ohne räumliche oder emotionale
Hemmschwellen. Denn Gegenwartskunst ist für alle da. Maximilian Lang
53
Foto: Dionys Asenkerschbaumer
FOUR MEMOS FOR
Musik, Kabarett
& more
SANDRA BOESCHENSTEIN
BARBARA KÖHLER
SCHIRIN KRETSCHMANN
TILO SCHULZ
05.03. – 22.05.2016
Di – So 14:00 - 18:00
Magazin4
Bergmannstraße 6
+43 (0)5574 43971
[email protected]
magazin4.at
“FOUR MEMOS
FOR” featuring
Sandra Boeschenstein, Barbara Köhler,
Schirin Kretschmann,
and Tilo Schulz
One year after the jointly
curated exhibition “six memos
for the next…”, director
Wolfgang Fetz invites four of
those six to return to the
Magazin4 art club, this time in
their actual roles as authors
and artists. The resulting
exhibition is entitled “four
memos for”. It includes
drawings, wall installations,
and a collaborative sculpture
installation that isn’t what it at
first appears to be. The reunited
artists re-examine language
and “speaking to the room” in
this exhibition dedicated to
their host, Mr Fetz.
En
SEELAX 16
Ein Jahr nach dem zweijährigen Ausstellungsprojekt „six memos for the
next …“ kehren vier der sechs Kuratoren auf Einladung von Wolfgang Fetz in
ihrer eigentlichen Rolle als KünstlerInnen und Autorin zurück ins Magazin4.
Helge Schneider
11.05.2016
Festspielhaus Bregenz
Mnozil Brass
Sandra Boeschenstein, Barbara Köhler, Schirin Kretschmann
und Tilo Schulz haben (gemeinsam mit Jörg van den Berg und
Wolfgang Fetz) zwei Jahre lang Werke anderer Künstler und
Autoren diskutiert und in immer neuen Konstellationen in den
Räumen des Magazin4 gezeigt. Diese Beziehung von Sprechen
und Raum-Geben nehmen sie nun als Anlass für die eigene
künstlerische Setzung.
In einer großflächigen Bodenarbeit verwandelt Schirin
Kretschmann die Wahrnehmung der gesamten Raumsituation. Blaues Pigment legt sich als dünne Puderschicht über die
Bodenfläche, dabei werden bestimmte Spuren der Nutzung auf
neue Weise zum Sprechen gebracht.
Sandra Boeschenstein zeigt zwei neue Zeichnungen sowie eine
Wandinstallation mit gezeichneter Figur, schwarzem Faden,
Apfel und Glasplatte. Die Installation ist eine zarte räumliche
Behauptung, welche die gesamte Wand aufruft und ein konzentriert-dynamisches Gegenüber zum weitläufigen Blau der
Arbeit von Schirin Kretschmann schafft.
Barbara Köhler und Tilo Schulz erarbeiten gemeinsam eine
mehrteilige skulpturale Installation. Vier überdimensionale
‚Blätter‘ liegen, stehen oder lehnen in scheinbar verquerer, unbeholfener oder lakonischer Weise an der Wand des Ausstellungsraums. Bei näherer Betrachtung zeigt sich in die ‚Blätter‘
eingefräster und mehrmals mit Farbe übergossener Text. Vier
Teile womöglich eines Textes, im Stande, in der Lage, die Lesenden im Raum zu bewegen: ihn zusammenzusetzen und beziehungsweise zu deuten.
Die Ausstellung „four memos for“ ist ein verbindliches Wiedersehen im Magazin4, das Sprache und Raum-Sprechen weiterdenkt. Die Ausstellung ist Wolfgang Fetz gewidmet.
02.06.2016
Festspielhaus Bregenz
Seelax mit Musik, Kabarett & mehr geht 2016
neue Wege. Das Landestheater und das Festspielhaus werden zu zentralen Spielstätten.
Neu im Programm findet sich erstmals ein
Schaubudenfest in den Seeanlagen.
Foto: Schirin Kretschmann: Dusty Stranger, 2015, Gips, Pigment
Ausstellungsdauer
Music, cabaret,
and more Seelax 16
Seelax, a programme
of music, cabaret, and more, is
taking a new direction in 2016.
Vorarlberger Landestheater and
the Festspielhaus will serve as
the main venues, and for the
first time, the programme will
include a “show booth” festival.
Along with musical cabaret featuring Helge Schneider, Mnozil
Brass, and Gerhard Polt & the
Well Brothers at the Festspielhaus, festival-goers will be able
to enjoy a concert by the legendary
eastern Tyrolean Musicbanda
Franui at the Landestheater.
En
FRANUI Musicbanda
29.07.2016
Vorarlberger Landestheater
Neben Musikkabarett im Festspielhaus mit
Helge Schneider, Mnozil Brass sowie Gerhard
Polt & den Well-Brüdern wird auch ein Konzert mit der legendären Osttiroler Musicbanda
Franui im Landestheater zu erleben sein.
Gerhard Polt &
die Well-Brüder
Seelax ist ein Teil von Bregenz,
auch in Zukunft!
Informationen
12.12.2016
Festspielhaus Bregenz
seelax.at
Karten
+43 (0)5574 4080
[email protected]
v-ticket.at
55
Genuss gehört
zum Leben. Entspannung, Freizeit,
Kulinarik. Unsere
Landeshauptstadt
bietet Raum für
Kultur, Kreativität
aber eben auch jene
Momente, die unser
Leben besonders
bereichern:
Momente der Ruhe.
GENUSS
ERLEBEN
Foto: Eva Sutter @ Weissengruber Fotografie
Markus Klement
Landesdirektor
des ORF
Vorarlberg
Fotos: Udo Mittelberger
„WIR WO
LLEN
EINE IN
SEL SCH
AFFEN,
WO MAN
MEN
SEIN KA SCH
NN.“
SUSANN
E FÜSSIN
GERWITS CH
UINIG
Informationen
Susi´s Zauberei
Kirchstraße 43
+43 (0)664 127 58 83
Öffnungszeiten
Mo – Do 08:30 - 15:00
Fr 18:00 - 21:00
Sa 9:30 - 16:00
aktuelle Sommer-
öffnungzeiten unter
susis-zauberei.at
Samstag Brunch
Jeden Samstag Brunch von
9:30 bis 13:00 Uhr: vegetarisch
und vegan für alle!
Vegan in Bregenz
KEIN HOKUSPOKUS,
ABER ZAUBEREI
Ein Café, ein Bistro, ein Restaurant, eine Suppenküche?
Susi‘s Zauberei ist nicht ganz leicht einzuordnen in die
gängigen Schemen der Gastronomie. Auf jeden Fall sprüht
das Lokal vor Lebendigkeit und schafft spielend den Spagat
zwischen schick und gemütlich. Es bietet nicht nur Veganern im altehrwürdigen Haus in der Kirchstraße ehrliche,
gesunde Gerichte, sondern jedem, der kreative Mischungen und ein besonderes Geschmackserlebnis schätzt.
„Zu uns kommen alle, die sich bewusst ernähren, die darauf schauen, woher die Lebensmittel
kommen und wie sie verarbeitet werden. Das sind Geschäftsleute in der Mittagspause, Mütter
mit Kindern, Laufkundschaft und Stammgäste“, beschreibt Susanne Füssinger-Witschuinig ihre
Kunden. Im nachhaltigen, kompostierbaren Take-away-Geschirr kann man die Menüs sogar
mitnehmen. Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Regionalität werden sowieso und ganz bewusst
groß geschrieben. Beispielsweise im „Zauber-Dürüm“ mit gebratenem Gemüse befinden sich nur
Zutaten aus biologischer und regionaler Landwirtschaft. Was nicht in der Nähe erhältlich ist,
wie Gewürze und besondere Zutaten wird im Fair-Trade-Handel erworben. Und auf den Tisch
kommt, was Saison hat, und das liefern die Bauern aus der Umgebung.
Zauberlehrling – jeden Tag
Für Susanne Füssinger-Witschuinig ist vegan weniger eine Ernährungsfrage, sondern vielmehr
eine Einstellungssache. „Wo andere ihre Religion haben, ist mir das ethische Verhalten wichtiger. Wenn die Welt sich immer schneller dreht, wollen wir eine Oase sein, wo Menschen sich
begegnen.“ Und so arbeiten in Susi´s Zauberei auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen und
Mütter mit Kleinkindern, denen eine flexible Zeiteinteilung zugutekommt. Vegan ist vielfältig –
so wie das Team. Aus diesem Grundgedanken entstand auch der Name, inspiriert von Goethes
Zauberlehrling: „Wir wollen unseren Schützlingen und unserem Team die Chance geben, selbst
der Meister zu sein und über sich hinauszuwachsen. Jeden Tag aufs Neue. Jeden Tag aus vollem
Herzen.“
Für bewusste Genussmenschen
Kopenhagen, New York, Tokio, Paris, Berlin, Bregenz? Am gemütlichen Holztisch, im Ambiente einer Suppenküche im Vintage-Look gibt es den „Zauber-Burger“ mit Dinkellaibchen, Gemüse, Tofu, Falafel und Salat wohl nur in der Oberstadt in Bregenz. Da können New
York und Berlin einpacken. Denn wo die Menschen schätzen, dass es so schmeckt wie zuhause, muss Regionalität dabei sein. Und das schmeckt dann ein bisschen wie Zauberei.
Silke Ritter
58
Bregenzerleben 2016
Vegan in Bregenz
Café, bistro, or
restaurant? Susi´s
Zauberei doesn’t fit the traditional mould. The lively locale
is both chic and cosy, and offers
healthy meals for vegans and
non-vegans alike. It’s for people
who want to know where their
food comes from and how it is
handled: business people,
mothers with children, passersby, and regulars. Susanne
Füssinger-Witschuinig’s guests
enjoy organic and regional food,
and what isn’t produced locally
comes from fair-trade sources.
Ethics plays a role in hiring,
too. Susi’s Zauberei employs
people with special needs and
mothers with small children,
who appreciate the flexible
hours. The result is a diverse
menu and a diverse team.
En
ÜBER DEN
TELLERRAND BLICKEN
Schon lange vor dem allgemeinen Öko-Boom
wurde in Vorarlberg Wert auf Qualität gelegt.
Saisonale Gerichte und biologische Produkte
sind daher in der gehobenen Bregenzer Gastronomie nichts Besonderes oder gar die Ausnahme, sondern Standard. Dies gilt natürlich auch
für die drei Speerspitzen der Bregenzer Traditions-Küche: für das „Wirtshaus am See“, das
„Kornmesser“ und den „Goldenen Hirschen“.
Schlemmen am See
Barocke Genüsse
Fotos: Udo Mittelberger
Nichts gegen Pizzen, Sushi
oder Döner – diese Errungenschaften der Globalisierung mögen durchaus
munden. Dennoch sind es
auch und gerade in Bregenz
die Traditionsgasthäuser,
die eine einzigartige Atmosphäre vermitteln und sich
zudem der weltweit gelobten österreichischen Küche
verpflichtet fühlen. Erfahren
Sie hier stellvertretend für
das breite Angebot, mit dem
Bregenz aufwarten kann,
mehr über drei besonders
empfehlenswerte und auch
historisch höchst interessante Gaststätten.
Das „Wirtshaus am See“ trägt seinen Namen
in mehrfachem Sinn zu Recht. Kein anderes
Gasthaus im Ländle liegt so nahe am Bodensee – nur ein paar Meter sind es vom Pier des
Gondelhafens zu dem mit rund 400 Sitzplätzen größten Gastgarten des Landes. Vor über
100 Jahren als „Sporthaus“ gegründet und
mit seiner Fachwerkarchitektur einzigartig
am Seeufer, ist es auch Martin Berthold, eben
der Wirt, der dieses Wirtshaus seit 20 Jahren
definiert. Für ihn als Bregenzerwälder sind
die von dort stammenden „Käsknöpfle“ – das
Vorarlberger Nationalgericht – eine Fingerübung und zahlreiche Specials wie Wildwochen, Martinigansl, Schlachtpartie und Weindegustationen beweisen, dass er über den Teller- und Topfrand hinausschaut. Besonders
beliebt: der sonntägliche Frühstücks-Brunch
von Mai bis September mit Livemusik sowie
die Festspielmenüs, die dem internationalen
Publikum auch nach den Aufführungen auf
der Seebühne im „Wirtshaus am See“ serviert
werden.
Der Kulturmeile der Stadt neben Museum,
Theater und Kunsthaus angemessen beherrscht das „Kornmesser“, das herrliche Barockhaus des berühmten Baumeisters Franz
Beer, seit 1720 den Kornmarktplatz, das Zentrum von Bregenz. Nach einer wechselvollen
Geschichte scheint das Gebäude nun seine Bestimmung gefunden zu haben: Unter strengen
Denkmalschutz-Auflagen renovierte Michael
Salzgeber 2004 das Gasthaus nach Originalplänen und brachte so die klassische Gasthauskultur zurück in die Stadt. Der umtriebige
„Patron“ sorgt dafür, dass sich Klasse und Tradition durch das ganze Haus ziehen: sei es im
Foto: Udo Mittelberger
Foto: Udo Mittelberger
Foto: Robert Kalb/Vorarlberg Tourismus
KULINARISCHE UND HISTORISCHE HÖHEPUNKTE:
DIE BREGENZER TRADITIONS-GASTHÄUSER
Culinary and
historical highlights: Bregenz’s
traditional restaurants
Seasonal dishes and organic
products are standard in
Bregenz’s high-end restaurant
scene, including at the city’s
top spots for traditional
cuisine. Located just a few
metres from the lake,
Wirtshaus am See offers
Vorarlberg classics like
“Käsknöpfle”, specials, and
wine tastings. Restored in
2004 according to its original
plans, Kornmesser combines
Austrian cuisine with Bavarian
beer culture and hosts numerous
events. Dating back to 1485,
Zum Goldenen Hirschen oozes
history. Featuring a dark wood
interior and decorated with
Vorarlberg coats of arms, the
restaurant serves dishes like
grandma used to make.
En
schattigen, von einem uralten Kastanienbaum
dominierten Gastgarten, sei es in der freundlichen Gaststube, wo sich österreichische
Küche mit bayrischer Bierkultur (Münchens
älteste Brauerei „Augustiner“ erwarb 2009 das
„Kornmesser“) zum Genuss-Doppel paart, sei
es bei Veranstaltungen wie dem urigen Fassanstich oder der swingenden Boogie Night
– das „Kornmesser“ verkörpert die Seele im
Herzen der Stadt.
Wirtshaus am See
Seepromenade 2
+43 (0)5574 42210
[email protected]
Großmutters Kochbuch
Bis ins Mittelalter lässt sich die Geschichte des
Gebäudes zurückverfolgen und wenn man im
„Goldenen Hirschen“ einkehrt, was viele Feinschmecker gerne und häufig tun, wird man
auch sogleich von der Atmosphäre des 1485
erbauten Hauses eingenommen. Das dunkle
Holz, die bunten Blendfenster sowie zahlreiche Vorarlberger Geschlechterwappen strahlen Geschichte aus und erzählen Geschichten.
Ebenso legendär wie das Innenleben ist auch
die Hausmannskost, die durchgehend angeboten wird. „Großmutters Kochbuch steht ganz
vorne im Regal“, so die rührige Wirtin Andrea
Kinz, die jahrzehntelang gepflegte Traditionen weiterführt und verfeinert. Legendär sind
sowohl die gekochten Rindfleischspezialitäten
wie Tafelspitz, Schulterscherzel oder Hüferschwanzel als auch die Spezialitätenwochen,
bei denen sich alles um Knödel, Spargel oder
neuerdings auch Kärntner Kasnudeln nach Rezepten der Genusswirtin 2015, Claudia Spieß,
dreht. „Für mich ist Tradition ein positiver Begriff“, so Kinz, die genau weiß, dass sie mit dieser gastronomischen Haltung ihrer Zeit voraus
ist. Der Erfolg gibt ihr Recht! Raimund Jäger
wirtshausamsee.at
Täglich von 09:00 - 24:00
Kornmesser
Kornmarktstraße 5
+43 (0)5574 54854
[email protected]
kornmesser.at
Di – So 09:30 - 24:00
Montag Ruhetag
Kein Ruhetag während
der Sommer-Monate und
Festspielzeit
Goldener Hirschen
Kirchstraße 8
+43 (0)5574 4988100
Täglich ab 11:00
Dienstag Ruhetag
61
Alan’s Nudelwerkstatt
Deuringstraße 2
Berghaus Pfänder
Pfänder 4
Bottega
Kirchstraße 5
Bregenzer Segel-Club
Strandweg 47
buehnedrei
Platz der Wiener Symphoniker 1
Buongustaio
Anton-Schneider-Straße 10
Restaurant Gebhardsberg
Gebhardsberg 1
Don Camillo
Quellenstraße 17
Falstaff
Platz der Wiener Symphoniker 3
Gasthaus Pfänderdohle
Pfänder 1
Gasthaus Schendlingen
Schendlingerstraße 32
Gasthaus Zeigerle
Belruptstraße 46
Gasthof Lamm
Mehrerauerstraße 51
Goldener Hirschen
Kirchstraße 8
Gösserbräu
Anton-Schneider-Straße 1
Hafenrestaurant
Seestraße 4
Heuriger Möth
Langenerstraße 5
Restaurants
Hotel Restaurant
Schwärzler
Landstraße 9
Wolfi’s Fondue & Mehr
Maurachgasse 6
Il Monello
Anton-Schneider-Straße 3
Isola Bella
Inselstraße 8
Kesselhaus
Mariahilfstraße 29
Klosterkeller
Seglerweg 2
Kornmesser
Kornmarktstraße 5
KUB Café Restaurant
Karl-Tizian-Platz 1
La Taverna Due
Kirchstraße 30
Manga/Chen’s Dining Bar
Seestraße 6
Maurachbund
Maurachgasse 11
Messmer
Kornmarktstraße 16
Miles Diner
Inselstraße 5
Nashia
Gallusstraße 12
Neubeck
Anton-Schneider-Straße 5
Piccola Bella Napoli
Deuringstraße 4
Pizzeria San Giuseppe
Bahnhofstraße 2
Pizzeria Ristorante Galileo
Rheinstraße 66
Poseidon
Kornmarktstraße 2
Reblaus
Quellenstraße 34
Seerestaurant
Strandweg 1
Stadtgasthaus
Römerstraße 5
Susi’s Zauberei
Kirchstraße 43
Restaurant Germania
Am Steinenbach 9
Sai Tong
Brielgasse 21
Steakhouse Münchnerhof
Anton-Schneider-Straße 19
Café-Restaurant
Symphonie
Platz der Wiener Symphoniker 2
Taverne Ikaros
Deuringstraße 5
Tokyo (Running Sushi)
Römerstraße 2/GWL
Pizzeria Toscana
Kornmarktstraße 8
Viva Cantina Mexicana
Seestraße 7
Wirtshaus am See
Seepromenade
WOW Restaurant
Wolfordstraße 1
Cafes
Café Börse
Hypo-Passage
Café Cuenstler
Kornmarktstraße 6
Cafesito
Maurachgasse 8
Conditorei Café Götze
Kaiserstraße 9
Café im JUFA
Mehrerauerstraße 5
Café Kolibri
Rheinstraße 61
Café-Restaurant Leutbühel
Römerstraße 2
Café-Restaurant
Schillerpark
Belruptstraße 30
Café Rheinstraße
Rheinstraße 34
Die Welle Bar-Café
Am Hafen
Eiscafé Pinocchio
Kaiserstraße 27
Harry’s Cafe
Mariahilfstraße 44
Kaffeemacher
Bahnhofstraße 14
Metro Café
Ammianusstraße 1
Museumscafé
Kornmarktplatz 1
Café Mianreiso
Kornmarktstraße 6
RiBcafe
Kornmarktstraße 14
Theatercafe
Kornmarktplatz 4
Weitere Empfehlungen
bregenz.travel
62
Bregenzerleben 2016
Fotos: Udo Mittelberger
NUR BAR IST WAHR
BREGENZ MACHT’S VOR:
DIE RENAISSANCE
DER KLASSISCHEN BAR
IFE
L
T
H
G
NI
HÄRE
P
S
O
TM
MIT A EGENZ
IN BR
Fotos: Udo Mittelberger
Trends kommen und gehen, Klassiker bleiben. Obwohl in
den letzten drei Jahrzehnten unterschiedlichste Nachtlokale versuchten, Moden zu kreieren und neue oder andere
Wege zu beschreiten, waren und sind es die klassischen
„American Bars“, welche die Tradition des Cocktail-Mixers
pflegen, die hohe Schule der Longdrinks und Shortcuts
hochhalten, eine gediegene Atmosphäre schaffen und
sich damit – wen wundert’s – durchsetzen.
Dass sich ältere Menschen ausschließlich zum
Fünfuhrtee treffen und Twens sich prinzipiell
nur in Discos amüsieren können und wollen,
ist ein weiter verbreitetes Märchen als „Hänsel
und Gretel“. In Wahrheit ist es ein Generationen-Mix, der den urbanen Lebensstil prägt
und der gerade in klassischen Bars seinen
Ausdruck findet. Drei der schönsten Bars der
Stadt, in denen auch die ganze Bandbreite des
Bregenzer Nachtlebens spür- und erlebbar
wird, sind die „Kreuz-Bar“, das „LuSt“ und das
„Neptun“.
Klassisch bis ins Detail
Wenn man die „Kreuz-Bar“ – so man über 21
Jahre alt ist – betritt, ist man im wahrsten
Sinne des Wortes geblendet: Einer Pyramide
gleich türmen sich hunderte Flaschen in allen
Farben und Formen hinter der Theke auf. Kein
Wunder, denn die gemütliche, an eine Lounge
erinnernde Bar bietet ein unglaubliches Angebot an Spirituosen an: über 50(!) Whiskysorten, eine ähnliche Anzahl an Gins, Wodkas,
Likören, Bränden und Softdrinks lassen er-
64
Bregenzerleben 2016
ahnen, wie viele Cocktails, Sours, Longdrinks
und Shooters Barchef Christian Pfeiffer aus
dem Ärmel – oder besser dem Cocktail-Becher
– schüttelt. Seit 2011 ist der ehemals jüngste
Sommelier Österreichs, der im Haubenlokal
„Hexensitz Hinterbrühl“ sowie in Wiener Spitzenbars wie der „Skybar“ oder der „Divine“
sein Handwerk vervollkommnen konnte, Herr
über Süßes, Saures und Scharfes. Dank ihrer
Lage im Vier-Sterne-Hotel „Weißes Kreuz“
kann die „Kreuz-Bar“ auch Kulinarisches (bis
22:00 Uhr, Snacks bis in die Morgenstunden)
anbieten; ein Zigarren-Angebot und ausgesuchte Biere, Weine und Champagner runden
das Angebot der wohl klassischsten Bar in
Bregenz, die zudem mit stilvoller und dezenter
Musik beeindruckt, ab.
Das LuSt macht Lust
Zwar setzt sich der Name der Bar aus den
Initialen der beiden Besitzer LUkas Buttazoni
und STefan Köb zusammen, aber er ist auch
Programm: das LuSt macht Lust auf mehr.
Denn hier sind zwei Meister ihres Fachs am
Werk: Lukas ist Diplom-Barkeeper und war
deutscher Speedmix-Meister, Stefan gewann
die Junioren-Weltmeisterschaft beim Bacardi-Martini-Grand-Prix. Kein Wunder, dass
das LuSt als „Kreativ-Bar“ deutliche Akzente
in Bregenz setzt: Schon das Outfit – Schiebermützen und Hosenträger – unterscheidet das
Team deutlich von allen Mitbewerbern; eigens
kreierte Cocktails, teilweise mit Kräuter- und
Gewürzmischungen aus eigenem Anbau, machen das Trinkerlebnis weltweit einzigartig
und auch punkto Kaffee geht man im LuSt
neue Wege. „Cold Brew“ nennt sich das Verfahren, das weniger Bitterstoffe und dafür mehr
Aroma erzeugt. Dass regelmäßig Künstler in
der kleinen, aber feinen Bar ausstellen, ist –
wie auch der großzügige Gastgarten im Herzen
der Stadt – ein weiteres i-Tüpfelchen in einer
der besten Bars am Bodensee. Oder einfacher
ausgedrückt: LuSt macht Lust!
Eine Bar für alle Fälle
Das „Neptun“, zentral am Leutbühelplatz gelegen, nimmt sicherlich eine Sonderstellung
in der heimischen Bar-Landschaft ein. Untertags ein Café, in dem sich honorige Bürger der
Stadt zum Kaffeeklatsch verabreden, während
der Dämmerung DER Treffpunkt der Künstler, Philosophen und „Adabeis“ der Stadt und
spätabends ein beliebtes Ausflugsziel der Jugend, spricht das „Neptun“ sämtliche Generationen an. Wenn sich der Museumsdirektor
mit Gymnasiasten unterhält, der Journalist
seine Leserschaft trifft und der Sohn den Vater
abklatscht, befindet man sich weniger in einer
Bar, sondern eher in einem selbst gewählten
Wohnzimmer. Genau diese Atmosphäre ist
es, die Andrea Balbi, Pächter mit italienischen
Wurzeln, fordert und fördert. „Irgendwie ist
das Neptun die Bregenzer Nachrichtenbörse geworden“, freut sich der Genueser. Kein
Wunder: ein reichhaltiges Zeitungsangebot,
moderate Preise und heiße Clubbing-Abende
am Wochenende versprechen – je nach Zeit
und Sitzplatz – entspannte oder auch spannende Stunden – und dies 19 Stunden täglich. Der
Tag, der Abend und die Nacht sind also gerettet!
Raimund Jäger
Traditional bars
make a comeback
Trends come and go,
but classics remain.
Traditional bars in the
American style have recently
made a comeback and are a hit
among young and old. The
selection at Kreuz-Bar is
impressive: over 50(!) types of
whisky and a similar number of
gins, vodkas, soft drinks and
more for a never-ending
combination of drinks. LuSt is
the creative spot in Bregenz’s
bar scene, offering speciality
cocktails that use blends of
herbs and spices that the bar
grows itself. Neptun is a café
by day and the place to be at
night. Decorated in a living
room look and offering a large
selection of newspapers, it
transforms into a hot club
atmosphere at the weekend.
En
Bars
Hypo BeachBar
A.nette Bar
Anton-Schneider-Straße 11
Seeanlagen
Prosecco
Calypso
Bahnhofstraße 14
Rathausstraße 1
Paschanga
Cuba
Bahnhofstraße 8
Kornmarktstraße 24
Neptun
Grano Bar
Kornmarktstraße 4
Kreuz Bar
Deuringstraße 3
Uwe’s Bierbar
Römerstraße 5
Kronenbar
Kirchstraße 25
Weinstube Kinz
Leutbühel 3a
Kirchstraße 9
KUB Café Restaurant
Karl-Tizian-Platz 1
Wunderbar
Bahnhofstraße 4
Lowlife
Fotos: Udo Mittelberger
Mariahilfstraße 29
Weitere Empfehlungen
bregenz.travel
LuSt
Inselstraße 8
Decostyle GmbH • Schwefelbadstrasse 2
A-6845 Hohenems • Tel.: +43 (0)676 / 644 71 03
www.decostyle.at • [email protected]
EVENTKONZEPTE
EVENTAUSSTATTUNG
66
Bregenzerleben 2016
MIETMÖBEL
DEKORATION
FLORISTIK
HOCHZEITEN
67
The new Casino
Bregenz
3,000 m² full of
culinary delights, an opulent
atmosphere, and an exciting
gaming experience: Casino
Bregenz reopened with a new
radiance in 2014. Architectural
highlights like the illuminated
facade, the wide range of
games, and a premiere
entertainment programme
have transformed Casino
Bregenz into an exclusive
experience. Guests can enjoy
an elegant dinner at the
expanded FALSTAFF
restaurant, or cocktails and
snacks at one of the casino’s
other restaurants, lounges,
bars, or terrace. The
centrepiece of the casino is of
course the 2,000 m² game
room, where 330,000 guests
each year enjoy a selection of
international games.
En
ERLEBNIS
FÜR ALLE SINNE
DAS NEUE
CASINO BREGENZ
3.000 m² voller kulinarischer Köstlichkeiten, extravaganter
Atmosphäre und spannenden Spielerlebnissen: Das Casino
Bregenz erstrahlt in neuem Glanz. Architektonische Highlights wie die illuminierte Außenfassade, die Cloud Lounge
sowie das umfassende Spielangebot und das hochklassige
Unterhaltungsprogramm verwandeln das Casino Bregenz
in eine exklusive Erlebniswelt.
Das Casino Bregenz präsentiert sich als echter Allrounder: Vielseitiger Spielspaß, Gastronomie
der Extraklasse, umfassende Veranstaltungsmöglichkeiten und architektonische Highlights gehen Hand in Hand. „Das internationale Spielangebot setzt in Kombination mit den erweiterten
gastronomischen Flächen neue Maßstäbe im Bereich des Erlebnis-Entertainments“, sagt Bernhard Moosbrugger, Direktor des Casino Bregenz.
Die Sinne betören
Wenn man das Casino Bregenz betritt, steht man mitten in einer aufregenden Erlebniswelt, die es
zu erforschen gilt. Da wären zum einen die Gaumenfreuden: Das Casino-Restaurant FALSTAFF
wurde vergrößert, sodass bis zu 150 Sitzplätze in einem Raum geboten werden können – auch für
Veranstaltungen ohne Casinobesuch. Auf der Galerie im Casino bieten zusätzliche 60 Logenplätze besten Blick auf das Spielgeschehen. Und auch für warme Sommernächte ist das Casino Bregenz mit der überdachten Terrasse gerüstet. Die Glaskonstruktion zur Terrasse kann vollständig
geöffnet werden, die Türen werden wie Faltwände zur Seite geschoben. Raumhohe Fenster sorgen für Offenheit und Eleganz.
Im optisch ansprechenden Cloud-Restaurant und der Cloud-Lounge können auf der 320 m² großen Sommerterrasse bis zu 150 Personen dinieren. Bei Stehempfängen bietet das neue CasinoRestaurant FALSTAFF genug Raum für bis zu 300 Gäste. Auch die Casino-Lounge wurde einem
Facelifting unterzogen: Auf noblen Lounge- und Bistromöbeln lassen sich exquisite Cocktails
und leckere Snacks genießen, wochentags können die Speisen bis 24:00 Uhr und am Wochenende
bis 02:00 Uhr bestellt werden. Mit einer Auswahl von über 90 erfrischenden Cocktails und Longdrinks aus aller Welt präsentiert sich die stylische und großzügige Bar im Herzen des Casinos.
Ein ganz besonderes Highlight ist die große Videowall, diese bespielt die Lounge mit Animationen und faszinierenden Filmaufnahmen aus aller Welt. Jeden Freitag und Samstag verleihen
Livebands und DJ’s der Casino-Lounge besonderes Flair.
Im Mittelpunkt: das Spielerlebnis
Inmitten dieser atemberaubenden Erlebniswelt befindet sich das Herzstück des Casinos: Auf
rund 2.000 m² Gesamtfläche wartet ein ganz besonderes internationales Spielangebot auf die
330.000 jährlichen Besucher aus der ganzen Welt. French Roulette, American Roulette, Black
Jack, Poker, Punto Banco, Automatenspiele – all das in neuer, stilvoller Atmosphäre, betont
Bernhard Moosbrugger: „Dank der Erweiterung im Spiel – und Entertainmentbereich und des
unvergleichlichen Ambientes der neu gestalteten Gastronomieflächen positioniert sich das
Casino Bregenz als einzigartige Event- und Freizeitlocation.“
Informationen
Platz der Wiener
Symphoniker 3, 6900 Bregenz
Fotos: Marcel Mayer
+43 (0)5574 45127 0
[email protected]
bregenz.casinos.at
69
Foto: © Wolford AG, Bregenz
Cotton with an
innovative kick
Wolford has united
functional design with absolute
comfort in its COTTON
CONTOUR series. The secret
is the unique combination of
61% high-quality Supima
cotton and 39% spandex,
creating one of the finest cotton
fabrics in the world. No other
product provides such smooth
contours or feels so irresistibly
soft. The COTTON CONTOUR
collection includes t-shirts,
tops, dresses, leggings, and
more, which are comfortable
and elegant and create a
smooth silhouette. They are the
perfect companion for any
occasion, whether under a
jacket or on their own. Choose
your favourite.
En
Baumwolle
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Feinstes Baumwollmaterial mit sanften, formgebenden
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einen neuen, exklusiven Edelstoff mit funktionalem Design
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Das Geheimnis dieser Serie liegt in der einzigartigen Materialkomposition, die Wolford exklusiv
entwickelt hat: 61 Prozent hochqualitatives Supima-Cotton mit besonders langen Fasern wird
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Sa 09:00 - 18:00
Restaurant
Mo – Fr 10:00 - 17:30
Kontakt
Wolfordstraße 1
wolford.com
71
Ich bin von der
Entwicklung von
Bregenz als Kulturund Festspielstadt
sowie der mutigen
architektonischen
und konzeptionellen
Umsetzung insbesondere der Museen
und der Stadtentwicklung beeindruckt. Zusammen
mit dem Bodensee-Umfeld bildet
die Vorarlberger
Landeshauptstadt
einen sehr spannenden Teil Österreichs.
STADT
ERLEBEN
Foto: Eva Sutter @ Weissengruber Fotografie
Georg Steiner
Tourismusdirektor
von Linz
Die Architekten Andreas Cukrowicz und
Anton Nachbaur-Sturm
Langsam wandern mit dem Lauf der Sonne
die Licht- und Schattenrechtecke über die
vierundzwanzig Meter hohe Wand im Atrium des vorarlberg museums in Bregenz. Ein
wunderbar ruhiges und eindrückliches Schauspiel, ausgeführt von der Natur, inszeniert
von Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur-Sturm. Die beiden Architekten, die für
ihren Museumsneubau mehrfach ausgezeichnet wurden, sind bekannt für einen besonders
bedachten Zugang zu Materialien – und dazu
zählen sie nicht nur Beton, Glas und Holz, sondern auch Licht. Das Museumsatrium ist dafür
ein gutes Beispiel. Durch die exakt gesetzten
Glasöffnungen an der Decke dringt das Tageslicht in den enorm hohen Raum ein und sorgt
dort für Spannung.
Erfühlte Räume
„Hell funktioniert nur, wo es auch dunkel gibt“,
erklären die beiden und erzählen in ihrem
Büro-Loft von der Umgestaltung der Landesgedächtniskapelle in Rankweil. In die sechs
Meter dicke Westwand des unterirdischen
Raums wurde ein Loch gebohrt. Zwei Mal im
Jahr, zur Tag-und-Nacht-Gleiche, fällt nun ein
Lichtstrahl durch diese Öffnung auf genau jene
Vitrine, in der symbolische Gedächtnisstücke
aufbewahrt sind. Das Licht durchschneidet
das Dunkel. Auch das symbolhaft, ist die Kapelle doch ein Ort, an dem Leid verarbeitet
werden soll. „Eine Lösung für einen solchen
Raum findet man nicht einfach im Internet“,
sagt Andreas Cukrowicz. Nein, da stecken viele Stunden des Hineinfühlens, Besprechungen
und Berechnungen dahinter. Und natürlich
eine umfassende Auseinandersetzung mit dem
Thema des Orts.
Atmosphäre, Stimmungen, Poesie
Cukrowicz und Nachbaur machen keine Helikopter-Architektur. Sie werfen ihre im Büro
geplanten Objekte nicht einfach über der
Landschaft ab und ziehen dann weiter. Zu
allererst steht die Analyse des Bauplatzes,
das Erfassen der Atmosphäre, das Begreifen
der Aufgabe. Aufmerksamkeit schenken die
beiden nicht nur der Landschaft, dem Klima,
dem Material und den Farben, sondern auch
Gerüchen und Stimmungen. Aus all diesen
Faktoren entwickeln sie Schritt für Schritt
eine neue Lösung für den jeweiligen Ort. Das
hat für Andreas Cukrowicz auch etwas Poetisches. Denn das bloße Funktionieren ihrer
Architektur interessiert die beiden nicht. Das
sei „ohnehin Pflicht“. Spannend wird es da,
Foto: © Hanspeter Schiess für cukrowicz nachbaur architekten
Foto: © Adolf Bereuter für cukrowicz nachbaur architekten
Foto: © Hanspeter Schiess für cukrowicz nachbaur architekten
BAUEN
MIT
LICHT
75
Auffallen um jeden Preis ist für die beiden Architekten keine Kategorie. Sie wollen sich dem
Alltag verpflichten und zeichnen sich durch
eine eher reduzierte Formensprache aus. Auch
liegt ihnen nicht viel daran, im internationalen
Architekten-Jetset mitzumischen. Sie wollen
die besten Ergebnisse erzielen – und das mit
geringstmöglichem Einsatz von Mitteln. Ein
ökologischer und auch ökonomischer Zugang
zum Bauen, der sich so im weit entfernten Ausland kaum mehr umsetzen lässt. Auch das Ni-
Face to face
Und gerade Beliebigkeit ist etwas, das weder
für Nachbaur noch für Cukrowicz in Frage
kommt. Wohl auch ein Grund, warum ihr
Architekturbüro, in dem sie mittlerweile 15
Angestellte beschäftigen, einen Preis nach
dem anderen einheimst – und weiterhin zahlreiche Wettbewerbe gewinnt. Diese haben
das Duo einst zusammengeschweißt. In ihren
Studienjahren in Wien haben sich die Vorarlberger erst kennengelernt – und entdeckt,
dass sie sich gut ergänzen. Anstatt sich im
eher öden Universitätsleben zu frustrieren,
begannen sie, an Wettbewerben teilzunehmen und zu gewinnen. Damals saßen sie
sich an zwei Schreibtischen gegenüber und
erarbeiteten gemeinsam ihre Raumkonzepte.
Nur für die Diplomarbeit haben sie sich ein
Mal getrennt. Anton Nachbaur zog mitsamt seinem Schreibtisch aus der zum Büro
umfunktionierten Wohnung von Andreas
Cukrowicz aus. Doch schon am Nachmittag
des nächsten Tages stand der Schreibtisch wieder an seinem angestammten Platz. Und so –
face to face – sitzen die beiden auch heute noch
in ihrem Büro in der Bregenzer Innenstadt.
Angelika Drnek
Foto: © Hanspeter Schiess für cukrowicz nachbaur architekten
Foto: © Hanspeter Schiess für cukrowicz nachbaur architekten
Bauen und Ökologie
veau, auf dem in Vorarlberg gebaut, diskutiert
und verhandelt wird – ob mit Bauherrn oder
Handwerkern –, ist anderswo keine Selbstverständlichkeit. Die Themen, die ihnen wichtig
sind, wollen sie nicht dafür opfern, einmal in
Tokio oder New York zu bauen. „Unsere Art
zu bauen hat einen starken Bezug zu der Region, aus der wir kommen. Je weiter entfernt
ein Projekt ist, desto beliebiger könnte es auch
werden“, sagt Nachbaur.
Foto: © Adolf Bereuter für cukrowicz nachbaur architekten
Foto: © Hanspeter Schiess für cukrowicz nachbaur architekten
Building with light
A light-and-shadow
triangle slowly
wanders across the atrium
wall of the vorarlberg museum
in Bregenz. This calm and
impressive show of nature is
staged by award-winning
architects Andreas Cukrowicz
and Anton Nachbaur-Sturm.
The pair are known for their
use of light along with
traditional materials. “Light
only works where there is also
darkness,” the pair explain.
Cukrowicz and Nachbaur
design with care: analysing the
site, understanding the task,
and taking in the landscape,
colours, and even scents and
moods. Their goal is not to
stand out at all costs. Their
design vocabulary is pared
down and their methods poetic.
En
wo sich ein Mehrwert generieren lässt. Dieser
Mehrwert sei nicht unbedingt etwas, was sich
gleich auf den ersten Blick erschließt. Eher
schon könne dieser Mehrwert als Stimmung
oder als Atmosphäre wahrgenommen werden
– auf einer nicht ganz bewussten Ebene. „Wir
wissen ja, dass wir jeden Ort, an dem wir intervenieren, auch zerstören“, erklärt Anton
Nachbaur. Durch die Intervention soll die
Ursprungssituation komplettiert oder auch repariert werden. Im Idealfall gilt das nicht nur
für das jeweilige Gebäude, sondern auch für
die unmittelbare Umgebung. Ein Plus an Qualität. An einem Projekt in der Nähe von Stuttgart lässt sich der Umgang mit Atmosphäre
und Stimmung gut ablesen. Beim Umbau einer
Bischofsgruft stießen die Architekten auf 250
Skelette, die dort begraben wurden. Es handelt
sich also bei der Gruft um eine Grabstätte auf
einer anderen Grabstätte. Die Skelette wurden aus dem Raum entfernt, die Erde dieses
Friedhofs aber haben Cukrowicz Nachbaur als
Material für die neuen Wände verarbeitet. „Da
schwingt einfach etwas mit“, ist Andreas Cukrowicz überzeugt.
Foto: Udo Mittelberger
DIE HOHE KUNST
DER GASTFREUNDSCHAFT
Christian Schützinger, Landestourismusdirektor und
Geschäftsführer der Vorarlberg Tourismus GmbH, im Gespräch über die Vorarlberger Lebenskunst und darüber,
wie wichtig es ist, immer „selbstähnlicher“ zu werden.
Was bedeutet Gastfreundschaft für Sie?
Gastfreundschaft wäre idealerweise ein Abgleich zwischen dem, was wir als Gastgeber bieten können, und dem, was sich die Gäste von uns erwarten. Wenn das übereinstimmt, sind
beide Seiten zufrieden. Man muss heute niemandem mehr schöntun, wie das früher war, als
der Ansatz galt, der Gast sei König. Mittlerweile begegnet man sich zum Glück auf Augenhöhe.
Das Interview findet im vorarlberg museum statt. Welche Schlüsse ziehen Sie aus der
Landesgeschichte für Ihre Arbeit als Touristiker?
Vorarlberg hat wegen seiner geografischen Lage immer mit anderen Märkten eng zusammenarbeiten müssen und praktiziert das bis heute sehr erfolgreich. Dadurch ist eine Weltoffenheit
entstanden, die für den Tourismus entscheidend ist. Die Vorarlberger haben außerdem bewiesen,
dass sie mit Herausforderungen sehr produktiv umgehen können. Das hat sich etwa in der Textilkrise der 1970er-Jahre gezeigt. Vorarlberg gilt international als Beispiel für einen gelungenen
Strukturwandel.
Inwiefern sind diese Kompetenzen für den Gast interessant?
Das alles zeugt von einer gewissen Lebenskunst, und diese Lebenskunst schlägt sich auch in der
Alltagskultur nieder. Ich denke an die gute Küche, die weltberühmte Architektur, das innovative
Handwerk hierzulande. Für einen Gast sind die Qualitäten Vorarlbergs oft erst auf den zweiten
Blick erkennbar, da die Menschen hier nicht damit angeben. Aber das macht die Region sympathisch, und die Gäste kommen gerne wieder.
Christian Schützinger
stammt aus Salzburg, kam 1998
zu Bodensee-Vorarlberg-Tourismus
und ist seit 2003 Geschäftsführer
von Vorarlberg Tourismus.
Was kommunizieren Sie an die touristischen Leistungsträger im Land?
Das vorarlberg museum hat das Motto „Verstehen, wer wir sind“. Ich weise immer wieder darauf
hin, wie wichtig es ist, dass wir „selbstähnlicher“ werden. Wenn wir uns selbst erkennen, dann
wissen wir, was wir zu bieten haben, und können das noch authentischer nach außen kommunizieren.
Maximilian Lang
The fine art of
hospitality
Christian
Schützinger, state tourism
director and managing
director of Vorarlberg
Tourismus GmbH, defines
hospitality as a balance of
what the host can offer and
what the guest expects. To
communicate authentically
and strive for this balance,
service providers need to know
themselves and know what
they have to offer. Borrowing a
term from fractal geometry,
Schützinger reveals the
importance of “self-similarity”
for the tourism industry. He
admires Vorarlberg as a
nimble cosmopolitan
destination possessing an
understated art of living.
En
Catering
expertise at the
Festpielhaus
evenTZ Hospitality provides
food and drink at the highest
level for Bregenz’s
Festspielhaus. The team’s four
chefs of four different
nationalities understand each
other perfectly and feel almost
like family. The result is
smooth collaboration during
service. Headed by Martin
Schöpf, they handle every
catering challenge: from major
events, conferences, smaller
celebrations, and concerts to
the gourmet tent during the
Festival and smaller orders for
buffets and hors d’oeuvres.
Advanced planning is a must,
given the scale. The team also
enjoys travelling together and
looks forward to their yearly
stint at the World Cup ski
races in Garmisch.
En
Gastronomie auf höchstem Niveau bietet das Team von
evenTZ Hospitality rund um das Festspielhaus Bregenz –
und das nicht nur einmal täglich, sondern bis zu 6.000 Mal.
So viele Gäste erwarten an einem Spitzentag während der
Festspiele an mehreren Standorten erstklassige Qualität.
Auch als externer Caterer überzeugt das junge Team. Im Mai
geht es beispielsweise zur Eishockey-WM nach Russland.
Vier Köche aus vier Nationalitäten – und man
versteht sich blendend. „Unsere Dienstsprache
ist meistens Englisch“, sagt Lukasz Flak, Küchenchef der buehnedrei. Er selbst stammt aus
Polen, seine drei Kollegen an diesem Tag aus
Österreich, Mazedonien und Ungarn. „Bei uns
sind schon viele Freundschaften entstanden,
wir fühlen uns fast wie eine kleine Familie“,
bestätigt Martin Schöpf (31). Das Zusammenspiel an der Arbeit klappt reibungslos: „Die
Servicechefin springt bei Bedarf in der Küche
ein, umgekehrt helfen wir beim Servieren.“
Fotos: Udo Mittelberger
Organisationstalent
80
Bregenzerleben 2016
Der gebürtige Ötztaler Martin Schöpf kam
vor sechs Jahren zu evenTZ, seit Juni 2012 ist
er der Gesamt-Küchenchef. Die gesuchte neue
Herausforderung im Catering hat er in Bregenz gefunden. Schon die interne Abstimmung
im Haus erfordert logistisches Geschick: „Die
Hauptküche wickelt alle Veranstaltungen,
Kongresse und externen Caterings ab, unsere buehnedrei ist für den À-la-carte-Bereich,
kleinere Geburtstagsfeiern und Konzerte zuständig. Während der Festspiele gibt es ein
zusätzliches Gourmetzelt, um diese Menge an
Menschen perfekt bewirten zu können.“ Die
größte Herausforderung sieht Schöpf darin,
viele parallel ablaufende Aufträge wie Buffets,
Fingerfoods oder Menüs gleichzeitig abzuwickeln. Im Sommer sind bis zu 30 Köche im
Einsatz.
Auf Du und Du mit dem Weltmeister
Bei solchen Dimensionen ist frühzeitige Planung das A und O für Martin Schöpf: „Im vergangenen Jahr brauchten wir für das VIP-Menü bei den Festspielen Kalbsrücken. Im Januar
begannen bereits die Gespräche mit Lieferanten, die uns die benötigte Fleischmenge garantieren können.“ Zoltan Toth, Inhaber und
Geschäftsführer von evenTZ, hat eine junge
Mannschaft um sich versammelt. Andreas
Pristovnik ist mit 23 Jahren bereits Souschef.
„Wenn man von den Lehrlingen absieht, bin ich
hier der Jüngste“, sagt der Steirer. Die Köche
lieben die Abwechslung und sind gerne miteinander unterwegs. Ein Fixpunkt im Kalender
sind die Weltcup-Skirennen der Damen und
Herren in Garmisch. Hier übernehmen sie das
Catering für Audi. Sportliche und gastronomische Höchstleistung: Das passt für Martin
Schöpf schon seit Langem gut zusammen. Zwischen 2007 und 2009 war er für das Formel-1Team von BMW Sauber tätig. Aus dieser Zeit
kennt er noch Sebastian Vettel. Für den viermaligen Weltmeister, der inzwischen bei Ferrari fährt, hat Schöpf einige Geburtstagsfeiern
ausgerichtet. „Er ist ganz bodenständig und
immer für einen Spaß zu haben“, sagt Schöpf.
Mit diesem sympathischen Profil würde Vettel
auch gut ins eigene Küchenteam passen.
Thorsten Bayer
Informationen
Platz der Wiener Symphoniker 1
+43 (0)5574 413 279
eventz.cc
Restaurant buehnedrei
Mi – Fr 11:00 - 17:00 sowie
Fotos: Udo Mittelberger
GESCHMACKVOLLES
KNOW-HOW
DIE GASTRONOMIE IM
FESTSPIELHAUS BREGENZ
vor, während und nach Ver-
anstaltungen im Festspielhaus
81
Foto: Kongresskultur Bregenz / Anja Köhler
Emergency
services
The substance of
conferences and operas may
change, but the need to look
after visitors remains the
same. Elisabeth Dünser, head
of guest services, is an expert
in meeting needs and dealing
with emergencies. As preparations for the festival begin,
it’s a sign that her staff will
soon be attending to opera
audiences. Nessun dorma
(none shall sleep), as the famous
aria from “Turandot” goes,
and it’s also their unofficial
motto. Someone is always on
hand to take care of mishaps,
such as forgotten medication,
an upset stomach, or a broken
shoe. A first-aid kit is at the
ready – packed with glue, tools,
and needles and thread.
En
HEN
C
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TH D
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EL
ist seit 2001 bei Kongresskultur
Bregenz, Leiterin der Abteilung
Publikumsservice und zudem
zuständig für die Koordination
von Rettung und Feuerwehr.
Die Inhalte von Tagungen und Kongressen, auch von Opern,
ändern sich. Was konstant bleibt, ist das Bedürfnis der
Besucherinnen und Besucher, wahrgenommen und umsorgt zu werden.
Der Mitarbeiterraum im Bregenzer Festspielhaus dürfte seinesgleichen suchen. Die gesamte rückwärtige Wand ist aus Glas und gibt den
Blick frei über den See und auf das mächtige
Fragment der Chinesischen Mauer, das, so wie
alle anderen Bühnenaufbauten der Vergangenheit auch, bereits nach kurzer Zeit in der Lage
war, das aktuelle Bild der Bregenzer Festspiele
auf der ganzen Welt zu prägen.
AMBULANTER
NOTFALLDIENST
GROSSE ZUFRIEDENHEIT IST DAS
ERGEBNIS VIELER KLEINER GESTEN
Elisabeth Dünser
Für Elisabeth Dünser bedeutet dieser Blick vor
allem, dass die Vorbereitungen auf den nächsten Festspielsommer mit Puccinis Turandot
bald beginnen. 100 Leute, meistens Studentinnen und Studenten, werden dann wieder unter
ihrer Leitung das Opernpublikum betreuen.
Nessun dorma wird nicht nur als Eröffnungszeile der berühmten Arie von der Bühne zu
hören sein, sondern diesen Satz wird Elisabeth Dünser auch ihrem Personal als Devise
mit auf den Weg geben. Denn Aufmerksamkeit
ist oberstes Gebot. Damit alles glatt läuft. Anschließend wird es wieder einiges zu erzählen
geben über kuriose kleine Begebenheiten, die
sich ereignen, wenn an einem Abend Tausende
von Menschen die Tribüne füllen. Da ist immer einer dabei, der sein Essen nicht verträgt
oder der aus einem anderen Grund indisponiert ist. Der eine braucht Medikamente, für
den anderen reicht vielleicht ein neues T-Shirt.
Menschliche Angelegenheiten, über die man
ruhig reden kann, sagt Elisabeth Dünser,
denn geregelt werden sie sowieso, darauf können sich die Leute verlassen. Um kleine, aber
doch verhängnisvolle Schäden zu beheben, ist
zum Beispiel permanent ein Techniker mit
einem Akkuschrauber unterwegs. Nicht nur
während der Festspiele, denn gebrochene Absätze sind zu jeder Zeit ein Klassiker. Es gibt
kaum einen Kongress, an dem nicht die eine
oder andere junge Dame teilnimmt, die ihre
Fähigkeit überschätzt, sich einen ganzen Tag
lang in High Heels zu bewegen. Drückt man
der Verzweifelten dann ein Paar Ballerinas in
die Hand, weiß man, wie echte Erleichterung
aussieht. Auch ein Notfallkoffer steht immer
griffbereit. Er enthält Kleber, Werkzeug, Nähsachen und anderes.
Informationen
+43 (0)5574 413 0
[email protected]
kongresskultur.com
Zu den Nähsachen fällt Elisabeth Dünser eine
amüsante Geschichte ein: Eines Tages kommt
der Besucher einer großen Firmenveranstaltung an die Garderobe, übergibt seinen Mantel
und sagt: Da hinten ist eine Naht aufgegangen, könnten Sie das bitte erledigen. Die Leute
hinter der Theke kennen den Herrn gut, auch
seine Art von Humor ist ihnen geläufig, deshalb wissen sie auch, dass der Auftrag nicht
ernst gemeint ist. Aber auf seinen verblüfften
Gesichtsausdruck, als er seinen Mantel nach
der Veranstaltung tiptop vernäht in Empfang
nehmen kann, wollen sie dann doch nicht verzichten.
83
war einst Küchenchef im Hotel
Germania, seit 1989 leitet er
den Familienbetrieb.
Foto: Udo Mittelberger
Hans Fesenmayr
UNTERNEHMEN AUF
VORARLBERGER ART
Hans Fesenmayr ist Geschäftsführer und Eigentümer des
Hotels Germania. Er spricht über die Gäste der Nebensaison, Urlaub in Bregenz und seinen Anspruch, ein Unternehmen auf Vorarlberger Art zu führen.
Was machen Urlauber in der Nebensaison in Bregenz?
Sie schauen sich die Stadt an, machen eine kurze Schifffahrt oder sind in den wärmeren Zeiten
mit dem Rad unterwegs. Sie nutzen die gute Lage von Bregenz zwischen dem See und dem Berg zu
ihrer Erholung. Und mittlerweile gibt es in der Stadt auch fast jede Woche einen neuen kulturellen Gig, das ganze Jahr über. In Bregenz ist eigentlich so gut wie alles zu finden, in wirtschaftlicher, kultureller und landschaftlicher Hinsicht.
Woher kommen die Gäste?
Früher waren in der Nebensaison vor allem Businessgäste hier. Das hat sich geändert. Aus den
angrenzenden Regionen kommen nun viele auf Kurzurlaub zu uns. Sie brauchen einen Tapetenwechsel, wollen in der Nähe etwas anschauen. Ich denke, dass auch das Thema Sicherheit bei der
Auswahl eine immer größere Rolle spielt. In dieser Hinsicht ist Vorarlberg in einer glücklichen Lage.
Was zeichnet Sie als Familienbetrieb aus?
Ich habe als Hotelier in dieser Größenordnung das ganze Haus im Blick. Ich kümmere mich um
Details, was bei 38 Zimmern noch gut möglich ist. Meine Tochter Barbara ist meine rechte Hand,
einer von uns beiden ist immer anwesend. Das schafft natürlich eine ganz persönliche Bindung
zwischen uns und den Gästen, und das schlägt sich auch in den positiven Bewertungen nieder.
Sie setzen auf Authentizität und Nachhaltigkeit.
Genau. Denn wir verstehen uns als Unternehmen auf Vorarlberger Art. Das bedeutet unter anderem, dass wir bei Investitionen auf Handwerker und Materialien aus der Region setzen. Wir
sensibilisieren unsere Mitarbeiter auf Umweltthemen. Wir sind seit Jahrzehnten darauf bedacht,
ressourcenschonend zu wirtschaften. So wurden wir als erster Betrieb überhaupt 1991 mit dem
Bregenzer Umweltpreis ausgezeichnet Maximilian Lang
Running a business
Vorarlberg style
Hans Fesenmayr,
owner and managing director
of the highly rated Hotel
Germania, knows the tourists
who visit Bregenz and their
habits. They tour the city, take
a cruise, take advantage of the
location between the lake and
mountains to relax. Or take in
one of the cultural events going
on nearly year-round.
Vorarlberg has everything to
offer: business, culture and a
picturesque landscape. Whether
business travellers or holidaymakers from neighbouring
regions, his hotel guests enjoy
Vorarlberg-style details and a
personal connection that only a
family-run business can provide.
En
4D Outfitters
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Der
Römer VII
fesch livin’
Einkaufen ist in Bregenz ein Erlebnis. Das liegt auch an den
liebenswerten Geschäften mit hohem Qualitätsanspruch,
von denen es in dieser Stadt relativ viele gibt. Wir stellen
vier Concept Stores vor.
Handverlesenes Angebot
New Nordic Design
Für Wikipedia sind Concept Stores eine „konzeptionelle Mischung aus Warenhaus und
Boutique“. Ein Beispiel dafür geben Wolfgang
Herzog und Giovanni Vitale im 4D Outfitters
in der Kornmarktstraße 7. Das handverlesene
Angebot in dem urbanen Shop steckt voller
Überraschungen: „Viele kommen, weil sie ein
besonderes Geschenk suchen, und schenken
sich meist selbst ein neues Mode- oder Möbelstück“, sagt Herzog, „der Mix macht´s. Ich
möchte mit mehreren Produktgruppen die
Spannung für unsere Kunden immer auf einem
hohen Niveau halten.“ Über 20 Messen besuchen die beiden jedes Jahr, um „kommende
Nischenprodukte“ (Vitale) für ihre treuen
internationalen Kunden aufzuspüren. Besonders von Wienern werden sie häufig gefragt,
wann sie ihre nächste Filiale eröffnen. Die
beiden Mittdreißiger investieren jedoch in
Bregenz, verdoppeln heuer ihre Fläche: „Es ist
an der Zeit, den Kunden etwas zurückzugeben.“
Barbara Moser-Hehle hat vor einem Jahr das
fesch livin’ in der Kirchstraße eröffnet – als
„Concept Store für den gesamten Wohnbereich im New Nordic Design“. In Bregenz fühlt
sie sich in bester Gesellschaft, „was interessante und individuelle Konzepte in Handel und
Gastronomie betrifft“. Ihre Kunden schätzen
die Produkt- und Markenauswahl: „Aus Zeitschriften und Blogs bekannte skandinavische
Labels sind nun auch hier erhältlich.“ Mit ihrem Verständnis für Proportionen, Farbkonzepte und Design, das sie an einer Modeschule
und in der Produktentwicklung geschärft hat,
stattet sie zudem Hotels mit Wohnaccessoires aus.
Schoscha
Fotos: Udo Mittelberger
Die Tuchlauben von Bregenz
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Bregenzerleben 2016
„Als die Tuchlauben von Bregenz“ stellt sich das
Römer VII auf Facebook vor. Kröner & Scholz
hieß das Geschäft neun Jahre lang. Seit Mai
2015 trägt es den Namen seiner neuen Anschrift in der Römerstraße 7, wo sich der Besucher wie in einer Galerie fühlt. Das Sortiment
umfasst etwa Kristallleuchter, feine Wäsche,
Steiff-Teddybären und exklusive Düfte. Neu ist
eine eigene Tee-, Gewürz- und Schokoladenserie. „Ich biete Produkte, die keiner braucht,
aber jeder haben will“, formuliert Inhaber
Markus Scholz seine Philosophie. An diesen
Standort passt sein Geschäft, „weil Bregenz als
Kultur- und Architekturstadt auf Qualität und
Services setzt.“
Alt trifft Neu
Ein Herz für skandinavisches Design hat ebenso Sonja Messing – sowie für Feinkost und Möbel
aus Italien, für besondere Stoffe, Kissen, Bücher und, und, und. „Ich verkaufe nur Dinge,
die ich selbst liebe“, sagt die Inhaberin des
Schoscha. Das spürt man in dem zauberhaften
Einrichtungsgeschäft zwischen Bregenz und
Lochau. Ihr geht es um die Kombination von
Alt und Neu: „So entsteht ein Miteinander,
das auf die Menschen überspringt.“ So außergewöhnlich wie das Sortiment ist der Name:
Schoscha wurde Sonja von ihrem Opa genannt.
In der historischen Villa Mauthe genießt sie
die „sehr privilegierte Lage mit Seeblick: Man
hat immer das Gefühl, im Urlaub zu sein.“
Thorsten Bayer
4D Outfitters
Kornmarkstraße 7
+43 (0)5574 20710
[email protected]
4dbregenz.at
fesch LIVIN
Kirchstraße 14
+43 (0)699 10960593
[email protected]
feschlivin.at
Römer VII
Römerstraße 7
+43 (0)664 4562239
[email protected]
roemervii.at
Schoscha
Bregenzerstraße 43
+43 (0)5574 43662
[email protected]
schoscha.com
Shopping for
variety
Shopping in Bregenz
is an experience – thanks to its
detail-oriented, qualityfocused concept stores. 4D
Outfitters offers a surprising
variety. Many people come
looking for a gift but end up
leaving with a piece of clothing
or furniture for themselves.
Römer VII shows off its
“products that no one needs but
everyone wants” – crystal
chandeliers, Steiff teddy bears,
accessories and now its own
tea, spice, and chocolate line –
in a gallery-like setting. fesch
livin’ is a “concept store for
home goods in a New Nordic
design”. Schoscha combines old
and new, offering home decor,
gourmet foods, furniture,
books, and more.
En
Joie de vivre all
summer long
Those who have
travelled know that wherever
you go, a trip isn’t complete
without culinary delights. So
much the better that Bregenz
offers a seemingly endless
bounty of restaurants, all within walking distance. Whether
high-end, alternative, or
traditional, the city’s colourful
restaurant scene offers something for everyone. For a bit of
Mediterranean flair and
outdoor relaxation, Hypo
BeachBar Bregenz serves as a
low-key beach bar during the
day and a hotspot at night.
Make your summer dreams a
reality from May to September
and enjoy soft sand, palm trees,
and cocktails from mixologist
Stefan Köb and his team.
En
Lebensfreude und
Urlaubsfeeling
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DIE SCHLAGERNACHT DES JAHRES
AM BODENSEE 2016
Die Hypo BeachBar Bregenz präsentiert sich als
sommerlicher Szene-Treff.
Wer schon einmal in seinem Leben gereist ist, der weiß: Egal, wohin die Reise geht, gleichgültig,
wie schön die Stadt, der Ort, die Landschaft auch sein mögen – ein Aufenthalt, ob beruflich oder
privat, ist erst dann perfekt, wenn auch die lokale Gastronomie mitspielt. Ob beim morgendlichen
Frühstück samt Tee, Kaffee & Co, beim schnellen Lunch, beim Kuchenstück am Nachmittag oder
beim gemütlichen Abendessen: Ohne die geeigneten Lokalitäten sucht man vergebens nach den
kulinarischen Genüssen, die einen gelungenen Aufenthalt erst abrunden.
Umso erfreulicher, ja geradezu erstaunlich ist, dass Bregenz mit seinen fußläufigen Distanzen
dem hungrigen Reisenden eine scheinbar unendliche Fülle an Gaststätten unterschiedlichster
Couleur bietet. Hier ist für jeden Geschmack und Anlass etwas dabei: Ob klassisch-elegant,
alternativ und hip oder traditionell und urig – in der bunten Gastronomieszene von Bregenz findet jeder, wonach sein kulinarisches Herz (oder vielmehr sein Bauch) begehrt.
Die Hypo BeachBar Bregenz: sommerlicher Szene-Treff am See
ANDREA BERG, HANSI HINTERSEER,
NIK P. & BAND, FANTASY, JÜRGEN DREWS,
WOLKENFREI, DIE JUNGEN ZILLERTALER,
ELLA ENDLICH, MARC PIRCHER
Während tagsüber die gemütliche Strandbar zum Chill-out lädt, verwandelt sich die Hypo
BeachBar Bregenz abends in einen Szenetreff, bei dem Lifestyle neu interpretiert wird. Feiner
Sand, Palmen, Cocktails, Liegestühle und südliches Flair wecken die Erinnerung an eine Tropeninsel. Entspannung am Bodensee lässt sommerliche Träume Wirklichkeit werden.
Die Hypo BeachBar Bregenz bringt auf rund 800 Quadratmetern mediterranes Flair nach Bregenz und zaubert mit feiner Lounge-Musik im Stil des Buena Vista Social Clubs Urlaubsstimmung in den Alltag der Menschen.
Informationen
Spannung & Entspannung
Sa 14:00 - 24:00
Relaxen, genießen, flirten – all das ist in der BeachBar möglich: Cocktailmeister Stefan Köb und
seine Crew zaubern von Mai bis September in der Chill-out-Lounge neue frische Genuss-Cocktails und sorgen unter freiem Himmel für Spannung.
So und Feiertage 11:00 - 24:00
28.04. – 04.09.2016
Mo – Fr 16:00 - 24:00
Eintritt frei
beachbar-bregenz.com
Tickets bei Bregenz- & Dornbirn- Tourismus, HOTLINE: +43-(0)5574-40800, bei allen oeticket-Verkaufsstellen,
bei laendleTICKET (Raiffeisenbanken & Sparkassen), Media Markt, Herburger Reisen im Messepark, Musikladen, CTS-Verkaufsstellen
(z.B. Lindaupark) sowie online unter www.oeticket.com, www.eventim.de und www.ticketcorner.ch
Weitere Informatonen und Tickets: www.showfactory.at
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Bregenzerleben 2016
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Bregenzerleben 2016
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Shopping in Bregenz
Bregenz ist keine hektische Stadt. Die Vorarlberger Landeshauptsstadt
kann mit allen Sinnen erlebt werden. Zahlreiche Fachgeschäfte bieten
viel Service und eine exzellente Beratung. Handgemachte Schuhe,
Modeausstatter, Juweliere, Spezialitäten-Shops und Boutiquen,
in denen jeder Markenname heimisch ist, stehen genauso für eine
besondere Lebens- und Einkaufskultur wie Kaffeehäuser, die zum
Genießen und Verweilen einladen sowie exquisite Restaurants mit
vielfach ausgezeichneten Köchinnen und Köchen.
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Bregenz und Lindau
– zwei unterschiedliche Städte, die
sich hervorragend
ergänzen, gegenseitig inspirieren und
nur einen herrlichen
Spaziergang am
Bodensee entlang
entfernt liegen. Der
Weg allein macht
den Kopf frei, mit
weiten Blicken über
die beeindruckende
Naturkulisse.
NATUR
ERLEBEN
Foto: Eva Sutter @ Weissengruber Fotografie mit Unterstützung von Surfmax Hard
Carsten Holz
Geschäftsführer
von Lindau
Tourismus
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Bregenzerleben 2016
+43 (0)5574 421600
Die Pfänderbahn verbindet
die Talstation auf 419 m ü. A.
mit der 1022 Meter hoch-
gelegenen Bergstation nahe
der Pfänderspitze. Der Höhen-
unterschied von 603 Metern
wird auf einer Fahrstrecke
von 2063 Metern in 6 Minuten
mithilfe einer zweispurigen
Pendelbahn überwunden.
Der Pfänder: Vom Einblick zum Durchblick zum Weitblick.
Ein Roadmovie zu Fuß. 42 Jahre musste ich alt werden, um
den Pfänder zum ersten Mal zu besteigen. Unglaublich,
was hab ich nur versäumt. Für eine Bregenzerwälderin,
die meint, die Berge zu kennen wie ihre Westentasche, ist
das fast schon peinlich. Aber das sportliche Ziel, in 45 Minuten übers „Gschlief“ zur Bergstation zu gelangen, war
beeindruckender als angenommen und mehr als nur eine
Pflichtübung.
Die Direttissima
„hic lacus, hi montes“
Wie Walter Lingenhöhle in seinen Bregenzer Rundgängen so schön schrieb, ist „der
Gschliefweg der beliebteste, weil dankbarste
Aufstieg, sozusagen die Direttissima“, um von
Bregenz auf den Pfänder zu gelangen. Der 1064 m
hohe Berg ragt etwa 670 m über das Bodenseeniveau und das heißt, der Weg wird steil,
weil weit sieht es von hier unten noch nicht aus.
„Dieser See, diese Berge“, wie Ovid im vierten
Lied der Trauer schrieb und Oscar Sandner
1983 in einem Text im Bregenz Lesebuch so
eindrücklich erklärte. „Ich habe die Bregenzer
Landschaft im Visier, Flachland und Hügelland umsäumen einen großen See, nur an seiner Ostbucht stoßen Quantitäten von Wasser
und Berg aneinander, so qualifiziert sich Bregenz doppelt, die andern Städte und Dörfer
am Bodensee haben die Berge (nur) zum Anschaun, Bregenz hat einen Berg im Besitz, im
Rücken; man kann es poetisch ausdrücken: See
und Gebirge begegnen sich hier.“
Der Aufstieg beginnt noch sehr gemütlich an
der Talstation der Pfänderbahn, die ich achselzuckend und mit leicht spöttischem Blick
rechts liegen lasse. Die letzten Stadthäuser und
architektonischen Musterbeispiele an Vorarlberger Baukunst, manche gelungen, andere
weniger, sind endlich hinter mir und der Waldweg beginnt. Erst fünf Minuten und schon ist
die Luft eine andere, keine Stadtluft mehr, aber
auch keine Landluft, eine Wald- und Bergluft.
Deshalb zieht es also so viele Einheimische
und Gäste hier auf diesen Berg.
Und es geht wirklich steil hinauf. Manchmal
blitzen kleine Teile der Stadt und des Sees
durch eine Lichtung im Wald und lassen bereits erahnen, welch Ausblick vom Gipfel erhofft werden darf. Einblicke geben diese Lücken
frei, die nicht nur in die Weite, sondern auch in
die Tiefe gehen.
94
Informationen
Und wie sie das tun. Bei freiem Blick über Stadt
und See gelange ich zur Halbstation, über mir
schwebt die Gondel sausend vorbei. Zweifelnd
frage ich mich, ob sich der Blick von oben denn
nicht auch lohnen würde, wenn man mit der
Bahn hinauffährt? Muss man sich seine Weitblicke so hart erkämpfen?
Die Stadt Bregenz erhielt schließlich schon im
Jahr 1927 mit der Pfänderbahn einen Anziehungspunkt erster Güte, weil sie ihren Besuchern etwas anbieten konnte, was keine andere Stadt rund um den See vermochte: die Sicht
von tausend Meter Höhe über (fast) den ganzen
See. Zuerst war noch eine Zahnradbahn geplant, aber Kostengründe und die wegfallende
Schneeräumung sprachen für eine Luftseilbahn, damals erst die dritte in Österreich.
Urbi et orbi
Und es geht wieder durch den Wald. Mit mir
weitere Wanderer, schnellere und langsamere,
Hunde, Herrchen und Frauchen, Sportler (gut
erkennbar an den perfekt sitzenden Dressen
mit den großen Buchstaben). Die meisten von
ihnen wollen sich wohl ihren Ausblick auch
erkämpfen, wollen sehen, wie weit das Auge
reicht.
Schritt für Schritt komme ich schnaufend
meinem Ziel näher und es lohnt sich wirklich:
Hier liegt er vor mir zu Füßen, der See in seiner ganzen Pracht. Das muss Konstanz sein
und Lindau scheint nur einen Steinwurf entfernt! Freien Auges erkenne ich die Schweizer
und deutschen Uferteile des Obersees. Die
Bregenzer Ach und der Alpenrhein ziehen im
Mündungsbereich mit dunklerem Wasser Pinselstriche in den See. Der Blick Richtung Süden
zeigt die mächtigen Bergmassive der Schweizer und Liechtensteiner Gipfel, irgendwo dazwischen die Staatsgrenze.
Weiter westlich die Kämme und Grate der
Lechtaler Alpen, des Arlberggebietes und der
Bregenzerwald: Mittagspitze, Kanisfluh und
Braunarl als steinerne Silhouette, saftig grün
und sanfter die Landschaft davor. Siedlungen,
die sich im Rheintal verdichten und schon fast
zu einer einzigen Stadt zusammengewachsen
sind.
„Urbi et orbi“, als päpstlicher Segen von Rom
für den Erdkreis gedacht, fällt mir jetzt ganz
spontan ein. Ein Segen? So wie sich diese
Landschaft rund um den See vor meinen Augen präsentiert, ist es ein Segen. Verständlich,
dass Bregenz eine Bewerbung als Kulturhauptstadt 2024 ins Auge fasst und dabei nicht nur
sich selbst zum Nabel der europäischen Welt
machen will, sondern auch Nachbarstädte und
den Bregenzerwald zum Mitdenken und Mitmachen einlädt. Offen ist auch noch, ob es gar
über Landesgrenzen hinaus in Richtung Bodensee oder dem Rhein entlang geht. Von der
Pfänderspitze aus betrachtet, sieht das ganz
logisch aus und wäre dann auch das erste Mal.
Silke Ritter
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See,
eB rge!
95
Climbing the
Pfänder
The Pfänder, the
1064 m mountain overlooking
Bregenz and Lake Constance
rises up 670 m above lake level,
which makes for a steep climb
enjoyed by locals and tourists
alike. The 45-minute ascent
begins rather comfortably at
the valley station of the
Pfänderbahn cable car. In just
five minutes, the city air gives
way to forest and mountain air.
Once at the top, hikers are
rewarded with a view of the
lake in all its glory, of cities like
Konstanz and Lindau, of the
Rhine Valley, and of
Switzerland and Liechtenstein,
too. Those who’d rather can
take the cable car and reach the
top in just six minutes.
En
Informationen
Fahrplan Pfänderbahn
Stunde abzüglich dem Ent-
Täglich 08:00 – 19:00
gelt für Berg- und Talfahrt.
Fahrtzeit 6 Minuten
Von 17:00 bis 19:00 günstige
Pfänderbahn AG
Steinbruchgasse 4
6900 Bregenz
+43 (0)5574 421600
Wettertelefon
Zu jeder vollen und halben
Stunde, Zwischenfahrten ab
10 Personen alle 15 Minuten,
bei Bedarf alle 6 Minuten
80 Personen
+43 (0)5574 43316
Abendfahrten: auf Anfrage
[email protected]
täglich bis 23:00 buchbar,
pfaenderbahn.at
Preis: EUR 63,- pro halbe
Abendkarten
Pfänderbahn Museum
in der Talstation
Täglich bei freiem Eintritt
geöffnet
Betriebsruhe:
14.11. – 25.11.2016
Ich wünsche mir...
Eine Wanderkarte gibt es an
der Kassa zu erwerben.
Alpenwildpark
Ganzjährig tagsüber geöffnet
Eintritt frei
Atelier für Schmuck und Uhren
Bregenz
Anton-Schneider-Str.4
Tel. 05574 / 43165 www.praeg-bregenz.at
96
Bregenzerleben 2016
What would this city
be without the lake?
And what would the
lake be without this city?
Bregenz and Lake Constance
have belonged together since
time immemorial, and they will
remain together until the end of
time. The city may change, but
the lake will remain the same.
Yet the lake is never really the
same. Looking out over the
lake, it resembles itself at best,
but it can never be exactly as it
was yesterday and will never be
exactly the same as tomorrow.
The lake will always be the
lake, but it will always be a
different lake. It creates a
million pictures, myriad new
plays of light every day,
sometimes – depending on the
location of the sun in the
horizon – a sparkling silver
carpet, and then an element
suffused with bright sun-stars.
And its waves always lap at the
banks of the city that I have
called home for so many years.
And the city that will, I hope,
will remain my home.
En
Public Events 2016
Samstag , 09. April 2016
Soul Kitchen - Live Entertainment Á La Carte
Ein Abend voller Rhythmus und temperamentvoller Musik zum Grooven mit der SOUL Kitchen
BAND, dazu Genuss mit einem SOUL Food-Buffet á la MO und einer Fahrt über dem Bodensee
das ist 110% Entertainment! | Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz
Was wäre diese Stadt ohne den See, was aber
wäre auch dieser See ohne diese Stadt. Bregenz
und der Bodensee, sie gehören zusammen seit
unendlichen Zeiten und werden es bleiben bis
in unendliche Zeiten. Die Stadt mag sich verändern, der See bleibt immer gleich. Und doch ist
er nie gleich. Wann immer man über den See
schaut, er ähnelt sich bestenfalls, nie aber kann
er heute gleich sein wie gestern, nie so wie morgen. Der See ist zwar immer derselbe, aber nie
der gleiche. Millionen Bilder erzeugt er, Myriaden von Lichtspielen jeden Tag neu, manchmal
– je nach Stand der Sonne – ein silbern glänzender Teppich, dann wieder ein mit glänzenden
Sonnensternen durchflutetes Element. Und immer kratzen seine Wasser am Ufer jener Stadt,
die mir Heimat ist seit vielen Jahren. Und das,
so hoffe, ich, auch bleiben wird. Walter Fink
Samstag, 28. Mai 2016
Shake the Ship
„Lakeshaker“ Richie Loidl & Friends laden nach den großen Vorjahreserfolgen zur 6. Runde
des Bodensee Boogie Festival ein! Internationale Top-Stars der Szene sorgen an Bord der
Sonnenkönigin für Stimmung und Lebensfreude. | Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz
Samstag, 16. Juli 2016
White Night - Sommernacht der Königin
Die Sonnenkönigin bittet zum Tanz in den Sommer. Ein majestätisches Schiff – der abendliche
Bodensee – Chillout auf dem Sonnendeck – Sommerfeeling pur.
Dresscode: sportlich-elegant und ganz in Weiß. | Boarding: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz
Das Mehr am See:
Samstag, 13. August 2016
Konstanzer Seenacht - Genuss mit allen Sinnen
Der Open Air-Klassiker lädt zum spektakulären Seefeuerwerk ein. Erleben Sie auf der
Sonnenkönigin diesen besonderen Abend in mediterraner Atmosphäre mit exzellentem
Kulinarium von MO Catering hautnah mit. | Boarding: 18:oo Uhr im Hafen Bregenz
Freitag, 14. Oktober 2015 / Samstag, 15. Oktober 2015
OktoberFestParty
Aktuelle Informationen unter www.sonnenkoenigin.cc
presented by:
Foto: Udo Mittelberger
O’zapft is! Bei der OktoberFestParty mit Weißwurst, Brez’n und Fohrenburger Bier auf dem
Eventschiff Sonnenkönigin im Hafen Bregenz bringt zünftige Musik und Stimmung das Tanzbein
zum Schwingen! | Einlass: 19:00 Uhr im Hafen Bregenz, keine Ausfahrt!
Der Bodensee
My swimming
pool home
“I was six years old
the first time I saw Lake
Constance. It was our
playground all summer long.
Just a small part, of course: the
beach in front of the ‘Mili’, a
former military swimming
pool. Until we could finally
afford to pay the entrance fee
for the pool itself. The Mili is
still a rule unto itself, with its
own class hierarchy. The
women claim their spots, the
sunbathers occupy the hot side
facing the harbour, and the
children dominate the water.
And I’m in the middle of it all,
glad that the military had the
excellent idea to open a
swimming school. And I thank
the city, which has looked after
‘our’ Mili for decades.”
Walter Fink
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Foto: Manfred Oberhauser
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Ich war sechs Jahre alt, als ich zum ersten Mal
den Bodensee sah. Wir waren damals, 1951, von
Bezau im Bregenzerwald nach Bregenz gezogen.
Und so bemerkte ich, dass es noch viel größere
Gewässer gab als den Grebenbach neben unserem Haus oder die Bregenzer Ach. Ich konnte
nicht verstehen, dass all das Wasser, das ich
aus Bezau kannte, in den Bodensee floss. Und
so wollte ich, am See stehend, wissen, welches
denn das „Bezauer Wasser“ in dem großen See
sei. Ich suchte ein Stück Heimat im Bodensee.
Eine andere Heimat habe ich bald gefunden, der
Bodensee wurde über den ganzen Sommer zu
unserem Spielplatz. Das heißt – nicht der ganze
Bodensee natürlich. Nur ein kleiner Teil, nur
der Strand vor der Mili in den ersten Jahren,
als wir uns noch keinen Eintritt leisten konnten, und dann das Geviert der Mili. Damals war
das tatsächlich noch ein Geviert, die Mili hatte
nicht die heutige U-Form, offen zum See hinaus mit fast unendlichem Blick. Den Abschluss
nach außen bildete nämlich der Wellenbrecher,
ein Konstrukt aus Holzpfählen, oben abgeschlossen mit Brettern, die zum Liegen, Rennen
und Springen einluden.
Das Haus als sBad
Vor allem das Hin und Her zwischen Sprungbrett
oder Stiege und Wellenbrecher war wunderbar,
eröffnete es doch alle Möglichkeiten für Spiele
im Wasser, vor allem das berühmte „Pfohlöugla“. Beim „Pfohlöugla“ musste man vieles können, schwimmen, tauchen, ruhig im Wasser auftauchen und wieder verschwinden – hinter den
Pfählen, auf denen die Mili stand. Wer in diesem
Spiel gut war, genoss Anerkennung, und hier lag
auch die Unterscheidung zu den „Strandbädlern“, die wir als Schwimmer verachteten, wenn
sie sich einmal in die Mili verirrten.
Noch immer ist die Mili, die ehemalige Militärbadeanstalt, ein Sonderfall, noch immer gilt
hier die Klassengesellschaft. Ganz oben in der
Rangordnung die Damen am „Drachenfelsen“,
die diesen Bereich des eigentlich öffentlichen
Bades für sich reklamieren und jedwede Störung der scheinbar gottgegebenen Ordnung mit
Missfallen quittieren. Auf der anderen, zum
Hafen ausgerichteten Seite, in „Afrika“, liegen
die Sonnenbrater. Ihnen kann es nicht genug
heiß sein, denn dort herrschen in der Windstille
tropische Temperaturen. Und oben, auf dem
Sonnendeck, da breitet sich vornehmlich die
Jugend aus, der Nachwuchs für Afrika und den
Drachenfelsen.
Die Jungen sind es auch, die das Wasser beherrschen, dort spielt man Schwarzer Mann oder
auch eine Sonderform von Wasserball, bei der
jede Mannschaft einen Tormann und einen
Feldspieler stellt. Die Wasserballer sind ohnehin eine eigene Kategorie: Großartige junge
Schwimmer und Taucher, artistisch mit dem
Ball, Kraftpakete. Einmal im Jahr stehen sie
beim großen Wasserballturnier im Zentrum,
da wird die Mili zur internationalen Arena, da
wird nicht nur zwei Tage Wasserball gespielt, da
wird auch gefeiert, und die Mili wird zur perfekten, vom Publikum gestürmten Bühne.
Informationen
Reichsstraße, Höhe Kiosk
+43 (0)5574 442420
[email protected]
stadtwerke-bregenz.at
Öffnungszeiten
Danach kehrt wieder Ruhe und der Alltag ein.
Am Drachenfelsen sitzen die Frauen, vorne,
beim Eingang, wird an zwei Tischen gejasst,
hinten, in Afrika, braten sie in der Sonne. Und
mittendrin sitze auch ich und freue mich, dass
die Militärs 1825 die großartige Idee hatten,
eine Militärschwimmschule zu errichten, und
ich danke der Stadt, die seit Jahrzehnten gut auf
„unsere“ Mili schaut. Walter Fink
bei Schönwetter täglich vom
01.05. bis Mitte
September 2016
Mai und September
11:00 - 18:00
Juni und Anfang Juli
10:00 - 19:00
Juli und August
10:00 - 20:00
ÜBER DIR DIE SONNE,
VOR DIR DER SEE
Foto: Manfred Oberhauser
WWW.STADTWERKE-BREGENZ.AT
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Segeln in Bregenz
SAILING AT THE LAKE OF CONSTANCE
2. Bregenzer Sharkpokal
23.04. – 24.04.2016
Internationale
Bodenseewoche
19.05. – 22.05.2016
RUND UM
03.06. – 05.06.2016
Einhand-/
Zweihandregatta
17.06. – 19.06.2016
Ost-West-Regatta
30.07.2016
One-Design-Cup
27.08. – 28.08.2016
Werner Fischer
Gedächtnis Pokal
27.08. – 28.08.2016
Vorarlberger
Jugendmeisterschaft
30.08. – 03.09.2016
Regatta der Eisernen
26.11.2016
Informationen
Segelclub Bregenz
bsc.or.at
Yachtclub Bregenz
Foto: Philip Breuß
ycb.at
Foto: Ludwig Brechtold © Vorarlberg Tourismus
Bregenzerwald
VOM WÄLDERBÄHNLE
ZUR KÄSESTRASSE
KäseStrasse Bregenzerwald
Der gemeinnützige Verein zur
Förderung der Bregenzerwälder
Käsekultur wurde 1998 gegründet mit dem Ziel der Erhaltung
und Förderung der regionalen
Wertschöpfung, der Erhaltung
der regionalen Kleinstrukturen
sowie der Profilierung der Region
Bregenzerwald als Käseregion.
180 Betriebe aus verschiedenen
Berufsgruppen und Branchen
sind Mitglied.
Foto: Walser-image.com © Vorarlberg Tourismus
Beim heutigen Bahnhof in Bregenz erinnert
nichts mehr an die Bregenzerwaldbahn, wo
früher reger Betrieb herrschte. Schüler, Pendler und Gäste nützten die damals schnellste
Verbindung in den Bregenzerwald. Über zwei
Stunden dauerte die Fahrt bis nach Bezau und
komfortabel war sie in den dahinrumpelnden
und schlingernden Waggons keineswegs. Aber
doch für viele Ausflügler, Urlauber und Schmalspurbahnfreunde ein Vergnügen, galt sie doch
als Relikt aus der „guten, alten Zeit“.
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Foto: Christoph Lingg, Bregenzerwald Tourismus
kaesestrasse.at
Foto: Christoph Lingg, Bregenzerwald Tourismus
Der Bregenzerwald hat seinen Namen von der Stadt Bregenz. Das
einstmals gänzlich von Wald bedeckte Tal zwischen Bodensee und
Arlberg gehörte den Grafen von Bregenz und wurde um das Jahr
1000 von hier aus besiedelt und kultiviert. Noch bevor der Straßenverkehr das Tal eroberte, bahnte sich ab 1902 die Bregenzerwaldbahn von Bregenz bis nach Bezau ihren Weg und erschloss das Gebiet. Mittlerweile ist diese Verbindung Geschichte, aber geblieben
ist die Verbindung der Bregenzerwälder mit Bregenz und umgekehrt. Etabliert hat sich dafür eine andere Straße – die „KäseStrasse
Bregenzerwald“.
Eine Schmalspurbahn erschließt
den ländlichen Raum …
Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Warentransport in und aus dem Bregenzerwald über
Saumpfade abgewickelt. Weitsichtige Persönlichkeiten, darunter auch viele Bregenzer Bürger,
betrachteten eine Bahn als Lebensnerv für die
Talschaft. Man erwartete sich Vorteile für
Industrie, Gewerbe und Fremdenverkehr.
Erste Ideen einer Pferdeeisenbahn und
der Bau einer Achtalstraße wurden wieder
verworfen, eine Schmalspurbahn konnte
den Geländeverhältnissen besser angepasst werden.
Die Strecke führte von Bregenz über Kennelbach und dort gelangte die Bahn in das
18 km lange Engtal der Bregenzer Ach. Der
Streckenverlauf war in diesem Bereich
wildromantisch, außer der Bahn gab es
entlang des Flusses keine andere Verkehrsverbindung. Die hoch oben liegenden
Dörfer waren mehrere Kilometer von den
Bahnstationen entfernt. Besonders in der
18 km langen Achschlucht zwischen Egg
und Kennelbach hatte das „Wälderbähnle“
Öffnungszeiten Foyer/
Shop Käsekeller Lingenau
Sommeröffnungszeiten
01.04. – 31.10.2016
Mo – Fr 10:00 - 18:00
Sa 9:00 - 17:00
Winteröffnungszeiten
01.11. – 31.03.2016
Di – Fr 10:00 - 17:00
Sa 10:00 - 16:00
zeitlebens mit den Naturgewalten zu kämpfen,
was schlussendlich im Jahr 1980 zur endgültigen
Einstellung des Bahnverkehrs führte.
Beschrieben wird die manchmal beschwerliche Reise ganz amüsant und humorvoll in einem
Vorarlberger Volkslied. Mit „Heb di fest am Bänkle, heb di fest am Bänkle, ´s Wäldarbähle macht a
Ränkle (Übers.: Halt dich gut an der Sitzbank fest,
denn die Bahn nimmt eine scharfe Kurve)“ wurde aber nicht nur die holprige Fahrt beschrieben,
sondern in der 5. Strophe auch besungen, dass
„Zwüsche Lange – Dore, zwüsche Lange – Dore,
hot s´ Wäldarbähle Käs verlore (Übers.: Zwischen
Langen und Doren hat die Bahn Käse verloren).
Das kann mittlerweile nicht mehr passieren, denn
jetzt finden die Kunden den Weg zum Käse ohne
Bahn und schmackhaft macht ihnen dieses Erlebnis die KäseStrasse Bregenzerwald.
105
Foto: Ludwig Berchtold, KäseStrasse Bregenzerwald
Bregenzer Marktkultur
Foto: Christoph Lingg, Bregenzerwald Tourismus
… mittlerweile kann man ihn mit
„Laib“ und Seele entdecken.
Nicht als Transportweg, sondern als Marke für
eine ländliche Region, als Netzwerk von Erzeugern und Vermarktern zählt der „Verein Käsestrasse“ über 180 Mitglieder. Im Mittelpunkt
stehen die landwirtschaftlichen Produkte und
dabei natürlich der Käse: In 17 Talsennereien
und 90 Alpsennereien des Bregenzerwaldes
wird nach alter Tradition Berg- und Alpkäse
hergestellt. Die silofreie Milch wird fast zu
100 Prozent in der Region selbst weiterverarbeitet. Praktiziert wird hier noch die Dreistufen-Landwirtschaft. Wiesen und Weiden in
den 22 Dörfern zwischen 600 und 1400 m Seehöhe werden bewirtschaftet, ebenso die Vorsäße in den mittleren Höhen im Frühjahr und
Herbst und die Hochalpen für die Sömmerung
von Kühen, Kälbern, Stieren, Ochsen, Schafen
und Ziegen. Das sichert dem Vieh frisches Futter zwischen Mai und Oktober, die Talwiesen
liefern das Heu für den Winter und der Käse
bekommt dadurch sein unverwechselbares
Aroma.
Wälderbähnle
Museumsbahn
Die Bregenzerwaldbahn
(„’s Wälderbähnle“) ist eine
Museumsbahn, die auf einem
noch erhaltenen Reststück der
Schmalspurbahn zwischen Bersbuch und Bezau verkehrt. Von
Gastliche Träger der Käsephilosophie sind
Hotels, Restaurants und Gasthöfe. Hinter der
Marke stehen aber auch Freizeiteinrichtungen
und Gewerbebetriebe. Sie bieten Programme,
1902 bis 1980 befuhr das „Wälderbähnle“ die 35,5 km lange Strecke
von Bregenz nach Bezau.
waelderbaehnle.at
Konzerte im Festspielhaus Bregenz
5. Bodensee-Klassik
bodensee-klassik.de
22.03. – 26.03.2016
Symphonieorchester
Leutbühel
Vorarlberg – Konzert 4
Fahrradmarkt
(Ausweichtermin 23.4.)
Leutbühel
Bodenseeclassic
06.05.2016
27.03.2016
sov.at
Kornmarktplatz
11:00
Grigory Sokolov
Bodensee Frauenlauf
Of railways and
En cheese
The Bregenzerwald
valley was once the site of the
Bregenzerwaldbahn narrowgauge railway, which connected
the region from Bregenz to Bezau.
The region is now connected by
another artery of sorts: the
“Käsestrasse Bregenzerwald”.
The Käsestrasse is the brand
that unites this rural region. It
is a network of over 180 members,
and its focus is on agricultural
products, most notably cheese.
Hotels, restaurants, and
commercial operations offer
programmes and products for
tourists, making Bregenzerwald
a natural, cultural, and
culinary destination. And the
former “Wälderbähnle” hasn’t
entirely been forgotten – it still
operates as a museum train.
04.06.16
bregenzermeisterkonzerte.at
bodensee-frauenlauf.com
Lange Nacht der Musik
Die Schlagernacht des Jahres
25.05.2016
Bregenzer Lokale
Symphonieorchester
Hafengelände
Vorarlberg – Konzert 5
01.05.2016
12.06.2016
Seebühne Bregenz
Stadt der Kinder –
sov.at
showfactory.at
Musik am Platz
Pittsburgh Symphony
Sonnwendfest am Pfänder
11.06. und 12.06.2016
Kornmarktplatz
25.06.2016
Mit Musik, Bewirtung,
Sommerausstellung Palais
Orchestra
Gamlitz Markt
19.05. – 21.05.2016
Sparkassenplatz
Wein am See
18.06.2016
Hotel Schwärzler
+43 (0)5574 4990
27.04.2016
29.04. – 01.05.2016
07.05.2016
Kornmarktplatz
18:30
28.03.2016
Kunsthandwerkermarkt
Züg & Sacha „s´Klostertal kut“
Literatur im Schwärzler
26.03.2016
16.04.2016
Vielfalt der Kultur
05.05. – 07.05.2016
Italienischer Markt
Besichtigungen und Produkte oder servieren
Spezialitäten aus regionalen Zutaten und machen so den Bregenzerwald zu einem Natur-,
Kultur- und kulinarischen Erlebnisraum.
Das liebevoll bezeichnete „Wälderbähnle“
fährt nur noch als Museumsbahn zwischen
Bezau und Bersbuch, dort dampft und
schnaubt es unverdrossen im Rhythmus der
alten Zeit. Die „Käsestrasse Bregenzerwald“ erobert sich ihren Raum gänzlich unbeeindruckt
von Naturgewalten, dafür im Rhythmus der
Natur und ebenso charmant, auf neue Weise.
Silke Ritter
HÖHEPUNKTE IM FRÜHJAHR UND SOMMER 2016
BREGENZ BESTICHT DURCH VIELFALT
29.05.2016
bregenzermeisterkonzerte.at
Unternehmerveranstaltungen
Sonnwendfunken und einem
farbenprächtigen Feuerwerk
wird die Sonnenwende am
Pfänder gefeiert.
Panoramablick inklusive.
pfaenderbahn.at
Leutbühel
Thurn & Taxis Eröffnung
16.07.2016
Tag der Wiener Symphoniker
17.07.2016
Kornmarktplatz
Unternehmerlounge
Piemontmarkt
07.07. – 09.07.2016
12.05.2016
Casino Bregenz
StadtLesen
Festkultur
18.08. – 21.08.2016
Seepromenade
Bregenzer Frühlingsfest
stadtlesen.com
Leutbühel
Italienischer Markt
27.09. – 01.10.2016
Leutbühel
Besondere
Veranstaltungen
26.05. – 05.06.2016
Parkplatz West
Bregenzer Literatur Tage
frühlingsfest.at
01. 09. – 03.09.2016
Internationale
Der regionale Biomarkt
08.10.2016
Leutbühel
Wein & Markt
22.10.2016
Leutbühel
Bregenzer Weihnachtsmarkt
18.11. – 23.12.2016
Kornmarktplatz/Leutbühel
Flottensternfahrt
Kornmarktplatz
Tschechisches Fest
28.05.2016
Kornmarktplatz
30.04.2016
vorarlberg-lines.at
2. Internationale Bodensee-
02.06. – 05.06.2016
Kornmarktplatz
30.04. – 08.05.2016
Anton-Schneider-Straßenfest
Shopping Queen
15.07. und 16.07.2016
Anton-Schneider-Straße
04.05.2016
Bregenzer Innenstadt
Einkaufen bis 22:00
Karten
+43 (0)5574 4080
[email protected]
v-ticket.at
Bregenzer Hafenfest
Informationen
26.08. – 28.08.016
bregenz.travel
Young Art Generation
02.07.2016
Kornmarktplatz
08.09. – 11.09.2016
Festspielhaus Bregenz
Bregenzer Jazz Festival
Open, Schachturnier
Lange Nacht des Shoppings/
Tango en Punta
Musikalischer und
kulinarischer Hotspot am
Bregenzer Hafen
107
KALT
ERWISCHT
Foto: Petra Rainer, Radbrücke Hard-Bregenz
… in der Region Bodensee-Vorarlberg
„ICH
E,
SCHÄTZ
ICH WAR
GLÜCKLICH.“
Bregenzerleben 2016
„Du wirst schon wieder abreisen, keine Sorge“,
sagt der Barkeeper und schenkt sich selbst ein
Glas ein.
„Als ich aus dem Auto stieg, fürchtete ich schon
den Anflug einer Depression. Ich meine, welcher
ernstzunehmende Ort heißt schon Hard? Aber,
dann stand ich da ... und hatte plötzlich dieses
andere Gefühl. Dieses Gefühl, wenn sich mein
Riecher meldet. Unglaublich. Ich stand da vorne
am Seeufer und spürte dieses Kribbeln im Hals.
Das verspricht immer Gutes. Dabei hatte ich
sogar ne Flasche Whiskey mitgenommen, um
diese Nacht zu überstehen. Aber deine Auswahl
ist ganz gut“, sage ich und deute auf den alten
Laphroigh neben ihm. Kurz hat er mich böse
angefunkelt, ist aber schnell wieder versöhnt.
Ich glaube, er hält mich für einen Idioten.
Foto: Dietmar Walser, Moritz Hohenems
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„Ich hatte wirklich nicht vor zu bleiben. Ich meine, wer will schon länger als unbedingt nötig an
einem Ort bleiben, dessen Namen man noch nie
gehört hat? Ich wollte das hier so schnell wie
möglich hinter mich bringen. Ich lebe immerhin in einer der angesagtesten Metropolen der
Welt, und mein Job hat ein echtes Tempo – da
kann man nicht einfach mal zwei Tage weg sein.
Das ist gefährlich. Weg sein bedeutet, die Kontrolle aufzugeben. Das hasse ich. Wirklich.“
„Ich musste rausfinden, was es damit auf sich
hatte. Diesem Gefühl vertraue ich immer, ausnahmslos“, sage ich zu ihm.
„Der Termin war kurz und effizient. Eigentlich hätte ich den letzten Flug noch erreichen
können. Aber ich wollte nicht. Vor mir in der
Bucht machte dieses biegsame Mädchen Yoga
auf einem Surfbrett. Das Wasser war ruhig, sie
war ruhig. Nur ich wurde immer nervöser. Einer dieser Typen mit Vollbart stand da, er hielt
ein Brett im Arm, und ich glaube, er lachte über
mich. Surfmax stand auf dem Brett. Bevor er
mir das Ding in die Hand drücken konnte, war
ich verschwunden. Sollte er sich doch lächerlich
machen, ich jedenfalls lieh mir stattdessen ein
Fahrrad aus. Der Radweg führte am Seeufer
entlang, weg von dem schwebenden Mädchen.
Ich fuhr über eine kleine Fahrrad-Brücke, und
dann an dem Fluss entlang, und dauernd jubelte
mein ganzer Körper. Ich meine, klar kenne ich
ein paar gute Drogen. Aber das hier – das war
einfach in der Luft, zum Einatmen. Umsonst.
Das hatte ich noch nie erlebt. Ich entwickelte
Kräfte, die ich in meinem Körper nicht mehr
vermutet hatte. Der Weg führte durch eine
Riedlandschaft, so eine mit Störchen in den
Wiesen und Traktoren und Holzscheunen und
Schwertlilien. Wie im Film. Ich muss ziemlich
weit gefahren sein, die Berge änderten ihre
Form, eine Felswand trat hervor, ich fuhr immer noch durch das Ried und dann war da plötzlich so eine putzige Marktstraße. Wie im Märchen. An vielen Stellen neu renoviert, andere
waren heruntergekommen. Aufbruch lag über
dieser kleinen Straße. Ich setze mich in das Café
in einem Bio-Laden mit hübschen, lachenden
Mädchen drin. Eine musste wohl Frida heißen.“
Caught by surprise
I really hadn’t
planned on staying.
Who would want to stay longer
than necessary in a place you’ve
never heard of? Especially if the
name of the place is “Hard”.
But then, as I climbed out of the
car and stood at the lakeshore, I
just had a feeling. Incredible.
My appointment was short and
efficient, and I could have
caught the last flight home. But
I didn’t want to. The air here
was something I had never
experienced before. It gave me
power my body thought it had
lost. I had to sleep on it. The
morning after such a high is
always so businesslike. And I
really needed to visit the house
– my new house – during the
day before signing the papers.
En
Der Barkeeper grinst.
„Ich ließ mir dieses gesunde Zeug servieren und
war froh, dass mich hier keiner kennt ... Ich hatte keine Ahnung, was mit mir geschehen war,
aber irgendetwas war geschehen. Ich schätze,
ich war glücklich. Und ich hatte richtig Hunger.
Die Mädchen empfahlen mir ein Lokal um die
Ecke, das Moritz. Dort erfuhr ich, dass der Ort
Hohenems heißt und eine Burgruine besitzt.
Da saß ich in einem Gastgarten, aß dieses internationale Zeug, das man auch in Berlin und
Tel Aviv und Chicago bekommt – und hörte am
Nebentisch ein Gespräch über die Bedeutung
und Sinnhaftigkeit der Literatur in Zeiten fortgesetzter Gewalt mit. Das hat mich echt umgehauen.“
Ich muss mal darüber schlafen. Der Morgen
nach dem Rausch ist immer so sachlich. Und
so ein Haus sollte man doch mal besichtigen,
bevor ich es kaufe, bei Tageslicht. So direkt
am Seeufer, ist das nicht gefährlich? Vielleicht
macht das Mädchen seine Yoga-Übungen auf
dem Wasser ja täglich? Ich müsste dann mal bei
Surfmax nach einem Brett fragen. Kann ja nicht
so schwer sein, oder? Der Mann hinter dem Tresen kratzt nachdenklich seinen Vollbart. Jetzt
erkenne ich ihn. Surfmax.
Information und
Buchungsservice
Bodensee-Vorarlberg Tourismus
Postfach 9, 6901 Bregenz
+43 (0)5574 434430
Mo – Sa 08:00 - 18:00
[email protected]
„Habt ihr hier alle zwei Jobs?“, frage ich ihn.
Daniela Egger
bodensee-vorarlberg.com
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INFORMATIONEN
Informationen
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Impressum
Fotonachweis
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und Herausgeber: Bregenz
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18.07. – 21.08.2016
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S. 7: Udo Mittelberger
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S. 16 und 17: Eva Sutter ©
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An folgenden Feiertagen ist
Autoren: Thorsten Bayer,
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unser Büro geöffnet:
Dorothée Bauer-Willert,
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@visitbregenz
Maria Empfängnis und Maria
Angelika Drnek, Daniela Egger,
S. 33 oben links: Rudolf Sagmeister
Visit Bregenz
Himmelfahrt. An allen weiteren
Daniel Ender, Walter Fink,
S. 38 und 39: Markus Tretter
@visitbregenz
Feiertagen bleibt unser Büro
Raimund Jäger, Alexander Kluj,
S. 39: Portrait Rudiger:
Bregenz Tourismus
geschlossen.
Kai Krösche, Maximilian Lang,
Petra Rainer
Albert Seitlinger, Silke Ritter,
S. 40 und 41: Anja Köhler
Christoph Thoma, Manfred
S. 43: Udo Mittelberger
Welte, Gerhard Zechner.
S. 49: Pittsburgh Symphony
Grafik: Sophia Metzler.
Orchestra © Michael Sahaida
+43 (0)5574 4080
Die Gesellschafter der
Bregenz Tourismus &
Stadtmarketing GmbH
Druck: VVA Druckkompetenz.
S. 50 :Udo Mittelberger
v-ticket.at
Landeshauptstadt Bregenz
Redaktion: Albert Seitlinger,
S. 51: o. T., 1998
Casinos Austria AG
Rebecca Schreier,
S. 54 oben: Kaka dopulus/
Wirtschaftsgemeinschaft Bregenz
Christoph Thoma.
gymnasm, unten: Carten
Das Team der
Bregenz Tourismus &
Stadtmarketing GmbH
Sparkasse Bregenz Bank AG
Lektorat: LanguageLink Wien.
Bunnemann
Pfänderbahn AG
Englische Übersetzungen:
S. 83: Kongresskultur Bregenz /
Kongresskultur Bregenz GmbH
LanguageLink Wien.
Anja Köhler
Christoph Thoma, Geschäftsführung
Bregenzer Festspiele GmbH
Bildredaktion: Rebecca
S. 89: Stefan Köb
Elisabeth Schertler, Administration
DONAU Versicherung AG
Schreier.
S. 90: Udo Mittelberger,
Niklas Keller, Rebecca Schreier,
Hypo Landesbank Vorarlberg
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ausgenommen 1. Zeile, 3. Foto,
Peter Kaufmann, Wirtschaftsservice
Vorarlberger Kulturhäuser
Kaufmann, Christoph Thoma.
2. Zeile, 2. und 4. Foto:
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Betriebs-GmbH (KUB /
Auflage: 15.000 Stück.
Sophia Metzler
Veranstaltungsmanagement
vorarlberg museum /
Redaktionsschluss: 22.01.2016.
5. Zeile, 3. und 4. Foto: Bregenz
Theresa Bubik, Sonderprojekte
Vorarlberger Landestheater)
Erscheinungstermin: 16.03.2016 .
Tourismus & Stadtmarketing
Sophia Metzler, Grafikdesignerin
Raiffeisenlandesbank
S. 91: Udo Mittelberger,
Corina Schwarzmann,
Vorarlberg
ausgenommen 2. Zeile 3. Foto,
Social Media / Marketing
schoeller 2welten
3. und 4. Zeile 1. Foto:
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betriebsGmbH
Sophia Metzler
Kartenverkauf und Information:
Seestadt Bregenz
S. 94 - 96 Otmar Heidegger
Corinna Hattler, Sabine
Volksbank Vorarlberg
Neumann, Jasmine Wirth,
UNIQA Insurance Group AG
Jaqueline Prusina und
Rhomberg Bau GmbH
Maren Jäger (Lehrling)
i+R Gruppe GmbH
Maria Schwarz, Raumpflege
RIMC Seehotel am Kaiserstrand
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Visit Bregenz
Tickets
Stadtwerke Bregenz GmbH
Vorarlberg Lines
Bodenseeschifffahrt
Wolford AG
GWL Gemeinschaftswarenhaus
GmbH & Co KG
Die Gesellschafter leisten mit ihrem finanziellen und persönlichen Engagement einen essenziellen Beitrag für die Entwicklung der Vorarlberger Landehauptstadt.
www.lang-schiller.at • Bregenz
Steuerberatung GmbH & Co KG
Während Sie die Gipfel stürmen, bezwingen wir Ihre Steuern.
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Bregenzerleben 2016
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