Jahresabschluss 2005

Transcription

Jahresabschluss 2005
Geschäftsbericht
2005
Einführung
Vorwort
Chronik
Geschäftsführung
und Prokuristen
3
4
6
Flughafen in Zahlen
Flughafen-Kennzahlen
10-Jahres-Übersicht
München im Vergleich
8
8
9
Konzernstruktur und
Geschäftsentwicklung
Neue Konzernstruktur
10
Aviation
Aviation
Ground Handling
16
20
Non-Aviation
Immobilienmanagement
und -entwicklung
Retail und Services
26
28
Terminal 2
Personal
Unternehmensentwicklung
und Umwelt
Unternehmenskommunikation
30
32
Ausbauplanung
Gateway nach China
Auszeichnungen
42
46
48
36
40
Wirtschaftliche Entwicklung
und Jahresabschluss 2005
Wirtschaftliche Entwicklung
des FMG-Konzerns
Jahresabschluss 2005
Lagebericht
Anhang
Bericht des Aufsichtsrates
Bilanz
Gewinn- und
Verlustrechnung
50
53
59
67
68
70
Vorwort
Die Quintessenz eines Resümees des Geschäftsjahrs 2005 ist eindeutig: Der Flughafen München
wächst weiter! Das gilt sowohl für die Wirtschafts- und Verkehrsergebnisse als auch für
den Airport selbst.
Die Verkehrsergebnisse stellen in allen Kategorien einmal mehr neue Höchstwerte dar. 28,6
Millionen Passagiere bedeuten gegenüber 2004
ein Plus von 1,8 Millionen Reisenden – kein
anderer deutscher Flughafen verzeichnete 2005
so viel Zuwachs. Unter den zehn passagierstärksten europäischen Flughäfen konnten nur die
spanischen Airports Madrid und Barcelona
höhere Zuwachsraten erzielen. München bleibt
damit auf europäischer Ebene ein verlässlicher
Wachstumstreiber für den internationalen Luftverkehr.
Auch bei den Starts und Landungen wurde im
letzten Jahr ein neuer Höchstwert registriert: Mit
387 000 Flugbewegungen verbuchte München
eine Steigerung von über vier Prozent gegenüber 2004. Massive Steigerungen auch im Frachtgeschäft: Der erzielte Jahresumschlag von
350 000 Tonnen resultiert aus einem Zuwachs
von 15 Prozent.
Der wichtigste Wachstumsmotor für den Flughafen München ist und bleibt der kontinuierliche
Ausbau des Drehkreuzverkehrs. Dies wird durch
den weiter steigenden Umsteigeranteil bestätigt:
Bereits 34 Prozent aller Fluggäste waren 2005
Umsteiger.
Aber auch der so genannte Low-Cost-Verkehr
schlägt in München immer mehr zu Buche: mit
3,5 Millionen Fluggästen eine Zunahme von 28
Prozent.
Die erzielten Zuwächse manifestieren sich natürlich auch in den Wirtschaftsergebnissen. Die
Gesamterlöse stiegen – wie im Geschäftsjahr
zuvor – um rund fünf Prozent. Das hat zur Folge,
dass der Münchner Flughafen zwei Jahre früher
als geplant wieder „schwarze Zahlen“ schreibt.
Zu den erfreulichen Wirtschaftsdaten hat neben
dem kräftigen Verkehrswachstum auch das 2003
gestartete Strategie- und Ergebnisverbesserungsprogramm M-Power beigetragen. Auf der Basis
zahlreicher nachhaltiger Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung und darüber hinaus einer
grundlegenden Umstrukturierung des Unternehmens ist bereits abzusehen, dass die für 2007
anvisierten Ziele deutlich übertroffen werden.
Aber nicht nur Wirtschafts- und Verkehrsergebnisse wachsen – auch der Airport selbst: Durch
die Weichenstellung für den Flughafenausbau –
dem von unseren Gesellschaftern befürworteten
Planungsbeginn für die dritte Start- und Landebahn – wurde 2005 eine zentrale Voraussetzung
für den langfristigen Erfolg des Münchner Flughafens geschaffen. Mit der zusätzlichen Runway
können 120 planbare Flugbewegungen pro
Stunde – derzeit 90 – durchgeführt werden.
Diese Kapazitätserweiterung wird es ermöglichen,
den Drehkreuzverkehr am Münchner Flughafen
in den kommenden Jahren weiter auszubauen
und dadurch insbesondere das Langstreckenangebot auf das Niveau der anderen großen europäischen Hubs zu bringen.
Dr. Michael Kerkloh
Vorsitzender der Geschäftsführung
der Flughafen München GmbH
3
Chronik
1. Januar 2005
Die Flughafen München GmbH (FMG) startet mit
einer neuen Organisationsstruktur, die im Rahmen des Strategie- und Ergebnisverbesserungsprojektes „M-Power“ erarbeitet wurde, ins Jahr
2005. Ziel der Neuausrichtung des FMG-Konzerns ist eine klare Kundenorientierung, eine
Stärkung des Kundennutzens, der Ausbau der
Wettbewerbsposition, ein nachhaltiges, profitables Wachstum, eine deutliche Verbesserung der
Ertragskraft sowie die Steigerung des Unternehmenswertes. Die neue Organisationsstruktur beruht auf einer Aufteilung aller wesentlichen Unternehmensfunktionen in strategische, am Markt
operierende Geschäftsbereiche, unterstützende
Servicebereiche und übergreifende Konzernbereiche.
13. Januar 2005
Der Münchner Flughafen sowie die Landkreise
und Kreisstädte Erding und Freising haben eine
gemeinsame Internet-Plattform für die Wirtschaft
in der Flughafenregion geschaffen. Unter der
Adresse www.umlandportal.de können sich Firmen aus dem Flughafenumland und die über
500 Unternehmen innerhalb des Airports in ein
virtuelles Branchenbuch eintragen lassen. Das
Angebot trägt dazu bei, die Zusammenarbeit
zwischen den Unternehmen zu verbessern und
die Kontaktaufnahme zwischen potenziellen
Auftraggebern und -nehmern zu erleichtern.
4
16. März 2005
Zwölf Jahre und zehn Monate nach der Eröffnung am neuen Standort kann am Münchner
Flughafen der 250millionste Passagier begrüßt
werden.
23. März 2005
Die Flughafen München GmbH gründet mit der
„mucground Services Flughafen München
GmbH“ eine neue Tochtergesellschaft, mit der
die Effizienz und Produktivität im bestehenden
Bodenverkehrsdienst gesteigert werden soll.
Mit dieser Anpassung stellt sich die FMG auf
die verschärfte Wettbewerbssituation bei der
Flugzeugabfertigung ein.
27. März 2005
Im Sommerflugplan wird das Langstreckennetz
am Münchner Flughafen weiter ausgebaut. Die
Deutsche Lufthansa nimmt eine tägliche Verbindung nach Washington auf, Star-Alliance-Partner
United Airlines fliegt täglich nach Chicago.
Aufgrund der bereits bestehenden Verbindungen
von Lufthansa nach Chicago und United nach
Washington sind beide US-Metropolen damit
zweimal täglich ab München nonstop erreichbar.
LTU bzw. Condor bringen Urlauber einmal wöchentlich nach Mauritius und auf die Seychellen.
Nunmehr fünfmal wöchentlich fliegt Air China
nach Peking, während Air Transat einen Flug über
Calgary nach Vancouver aufnimmt. Insgesamt
haben die Airlines über 252 000 Flüge angemeldet – fünf Prozent mehr als im Vorjahr.
April 2005
Bei einer Umfrage des unabhängigen Luftfahrtforschungsinstituts Skytrax unter mehr als fünf
Millionen Passagieren aus 90 Nationen konnte
sich der Münchner Flughafen als bester Airport
Europas platzieren. Er belegte im weltweiten
Ranking hinter den Flughäfen Hong Kong International Airport, Singapore Changi Airport und
Seoul Incheon Airport den vierten Rang.
26. Juli 2005
Die Gesellschafterversammlung erteilt der FMG
die Freigabe, die Planungen zum Bau einer dritten Start- und Landebahn aufzunehmen und zeitnah ein entsprechendes Raumordnungsverfahren
vorzubereiten und einzuleiten. Mit dem Ausbau
schafft die FMG die Voraussetzungen für ein
weiteres Wachstum am Flughafen München, der
aufgrund der positiven Verkehrsentwicklung der
vergangenen Jahre mit seinen zwei Start- und
Landebahnen in den Spitzenzeiten bereits heute
an seine Kapazitätsgrenzen stößt.
23. September 2005
Die neue Halle des Frachtbereiches, die aufgrund
des stark angestiegenen Luftfrachtumschlags
am Münchner Flughafen erforderlich wurde, wird
in Betrieb genommen. Das 4 400 Quadratmeter
große Gebäude wird exklusiv von den Expressdiensten FedEx, DHL und UPS genutzt.
11. Oktober 2005
Zum vierten Mal in Folge findet am Flughafen
München die „Inter Airport Europe“, die weltweit
führende Fachmesse für Flughafenausrüstung,
Technologie und Service statt. Im Hangar 4 und
dem angrenzenden Freigelände präsentieren über
550 Aussteller aus 31 Ländern den Fachbesuchern
Spitzentechnologie für Flughäfen.
30. Oktober 2005
Für den Winterflugplan haben die Fluggesellschaften rund 156 000 Starts und Landungen am
Münchner Airport angemeldet und damit um über
zwei Prozent mehr als in der Winterflugplanperiode 2004/2005. Die brasilianische Varig fliegt im
Codesharing mit Star-Alliance-Partner Lufthansa
dreimal wöchentlich nonstop nach Sao Paulo.
Aerolineas Argentinas bietet fünfmal pro Woche
eine Verbindung über Madrid nach Buenos Aires
an und Royal Air Maroc fliegt zweimal wöchentlich nach Casablanca. Die Deutsche Lufthansa
bedient die Strecke nach Delhi täglich und fliegt
fünfmal pro Woche nach Hongkong. LufthansaTochter Condor fliegt einmal wöchentlich über
Varadero nach Cayo Coco auf Kuba.
21. November 2005
Die Flughafen München GmbH wird mit dem
europäischen Gütesiegel EMAS ausgezeichnet.
Sie erhält die Zertifizierung für den erfolgreichen
Aufbau und die Dokumentation eines Umweltmanagementsystems, mit dem Ressourcen am
Münchner Flughafen eingespart und effektiver
eingesetzt werden sollen.
5
6
Geschäftsführung Prokuristen
Dr. Michael Kerkloh
Vorsitzender der Geschäftsführung
und Arbeitsdirektor
Walter Vill
Kaufmännischer Geschäftsführer,
Stellvertretender Vorsitzender
der Geschäftsführung
Peter Trautmann
Geschäftsführer Verkehrsbetrieb und Technik
Rainer Beeck
Leiter Geschäftsbereich Immobilienmanagement und -entwicklung
(ab 1. August 2005)
Johann Bernhard
Leiter Servicebereich Technik
Dr. Brigitte Englert
Konzernbeauftragte für Ministerien,
Verbände und Politik
Florian Fischer
Leiter Konzernbereich
Unternehmensentwicklung und Umwelt
Wolfgang Hammerstädt
Leiter Geschäftsbereich Ground Handling
Andreas von Puttkamer
Leiter Geschäftsbereich Aviation
Thomas Ross
Leiter Konzernbereich Recht und Sicherheit
Thomas Scheidler
Leiter Konzernbereich Personal
Dr. Karl Heinz Schwarzmeier
Leiter Geschäftsbereich Terminal 2
7
Flughafen-Kennzahlen
Luftverkehr
Umsatzerlöse
2005
2004
2005 / 2004
Flughafen München GmbH
(FMG)
656,2
628,4
+ 4,4 %
FMG-Konzern
844,3
788,0
+ 7,1 %
Personal
2005
2004
2005 / 2004
FMG
226,0
220,9
+ 2,3 %
Konzern
285,8
279,8
+ 2,1 %
FMG
4 789
4 946
- 3,2 %
6 775
6 876
- 1,5 %
FMG
4 278
4 371
- 2,1 %
Konzern
6 120
6 242
- 2,0 %
(in Mio. €)
2005
2004
Passagieraufkommen gesamt
28 639 104
26 835 231
+
6,7 %
– gewerblicher Verkehr
28 619 427
26 814 505
+
6,7 %
– Linien- und Charterverkehr
28 591 429
26 789 187
+
6,7 %
2005 / 2004
Personalaufwand (in Mio. €)
Flugzeugbewegungen gesamt
398 838
383 110
+
4,1 %
– gewerblicher Verkehr
386 841
370 534
+
4,4 %
– Linien- und Charterverkehr
374 626
359 568
+
4,2 %
Luftfracht-Umschlag gesamt (t)
356 844
309 828
+ 15,2 %
– geflogene Luftfracht (t)
202 844
170 828
+ 18,7 %
– Trucking (t)
154 000
139 000
+ 10,8 %
Konzern
15 205
21 339
- 28,7 %
Durchschnittliche
Mitarbeiterkapazität
Luftpost-Umschlag (t)
MTOM (Höchstabfluggewicht)
gewerblicher und
nicht gewerblicher Verkehr (t)
11 319 219
10 654 311
+
Mitarbeiter
(Stand: 31.12.2005)
6,2 %
(gewerblicher Verkehr * ) in Tausend
675
29
390
650
28
300
18
290
17
280
270
260
15
300
14
240
275
13
230
250
12
220
225
11
8
03 04 05
250
343 027
330 888
280 067
19
302 412
310
262 446
20
321 756
21,28
320
325
96 97 98 99 00 01 02
370 534
26,81
23,13
24,19
555,5
21
16
330
253 109
350
340
218 154
375
22
388,3
400
23
19,32
425
370
350
24
17,89
442,9
450
455,6
475
380
360
25
15,69
500
494,0
525
529,8
550
557,5
575
26
23,16
593,3
600
27
23,65
625
28,62
Flugzeugbewegungen
(gewerblicher Verkehr) in Millionen
656,2
Passagiere (an + ab + Transit)
in Millionen €
628,4
Umsatz der Flughafen München GmbH
386 841
10-Jahres-Übersicht
210
96 97 98 99 00 01 02
03
04
05
96 97 98 99 00 01 02 03 04 05
* ohne Überführungsflüge
München im Vergleich
Verkehrsergebnisse der deutschen Flughäfen im Jahr 2005
Passagiere
(an+ab+Transit)
(gewerblicher Verkehr)
Flugzeugbewegungen
geflogene
Luftfracht (t)
Luftpost (t)
Frankfurt
52 219 412
482 125
1 864 612
98 528
München
28 619 427
386 841
202 844
15 205
Berlin (gesamt)
17 153 074
215 800
20 648
7 419
Düsseldorf
15 510 990
189 508
56 547
135
Hamburg
10 676 016
133 989
24 216
7 687
Köln / Bonn
9 452 185
140 775
636 887
6 720
Stuttgart
9 405 887
140 353
16 681
9 351
Hannover
5 637 385
76 585
6 056
10 323
Nürnberg
3 843 710
59 325
10 250
2
Hahn
3 076 823
33 377
101 194
0
Leipzig / Halle
2 122 233
30 287
11 006
838
Dresden
1 782 901
29 186
436
0
Dortmund
1 742 911
30 672
58
0
Bremen
1 739 797
34 022
775
13
Münster / Osnabrück
1 540 656
30 901
64
2
Saarbrücken
486 230
10 744
54
0
Erfurt
438 912
9 732
4 855
0
165 448 549
2 034 222
2 957 183
156 223
Gesamt
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV)
Passagierergebnisse der Top Ten der europäischen Flughäfen im Jahr 2005
(gewerblicher Verkehr)
Rang
Passagierzahlen (in Mio.)
2005 / 2004
London-Heathrow
1
67,9
+ 0,8 %
Paris-Charles de Gaulle
2
53,8
+ 4,9 %
Frankfurt / Main
3
52,2
+ 2,2 %
Amsterdam
4
44,2
+ 3,8 %
Madrid
5
41,9
+ 8,4 %
London-Gatwick
6
32,8
+ 4,2 %
Rom-Fiumicino
7
28,6
+ 2,0 %
München
8
28,6
+ 6,7 %
Barcelona
9
27,1
+ 10,5 %
Paris-Orly
10
24,9
+ 3,3 %
Quelle: Airports Council International (ACI)
Stand: März 2006
9
Neue Konzernstruktur
Neue strategische Ausrichtungen
Mit „M-Power“, dem Projekt für Konzernstrategie
und Ergebnisverbesserung hat die Flughafen
München GmbH den FMG-Konzern strategisch
und organisatorisch neu ausgerichtet mit dem
Ziel einer klaren Kundenorientierung, einer
Stärkung des Kundennutzens, des Ausbaus der
Wettbewerbsposition, eines nachhaltigen, profitablen Wachstums, einer signifikanten Verbesserung der Ertragskraft sowie einer deutlichen
Steigerung des Unternehmenswertes.
10
Strategisches Ziel für den Bereich Aviation ist
die endgültige Etablierung des Münchner Airports als führender europäischer Hub-Flughafen.
Die Akquisition weiterer Langstreckenverbindungen, attraktiver Strecken im Punkt-zu-PunktVerkehr sowie die Festigung des reichhaltigen
Angebotes im Ferienflugverkehr stellen die
Schwerpunkte bei der Umsetzung dar. Bei der
Realisierung der strategischen Ausrichtung setzt
der FMG-Konzern sowohl auf Lufthansa und
ihre Partnerairlines im Terminal 2 als auch auf
bestehende und neue Kunden im Terminal 1.
Um das Ergebnispotenzial am Standort auszuschöpfen, wird insbesondere das Non-AviationGeschäft deutlich ausgebaut. Dabei wird für alle
relevanten Kundengruppen sowohl im City
Center, dem Bereich um die beiden Terminals,
als auch auf den daran angrenzenden Flächen
am Standort ein attraktives Angebotsspektrum
geschaffen. Daneben versteht sich der Flughafen
auch als Initiator und Moderator für eine Weiterentwicklung der Flughafenregion als Gesamtheit
und setzt hierzu auf eine deutlich verstärkte
Zusammenarbeit mit dem Umland.
Gliederung in drei Bereichstypen
Seit dem 1. Januar 2005 hat die Flughafen München GmbH auch eine neue Konzernstruktur,
die im Rahmen des Strategie- und Ergebnisverbesserungsprojektes „M-Power“ erarbeitet
wurde. Die neue Organisationsstruktur beruht
auf einer Aufteilung aller wesentlichen Unternehmensfunktionen in strategische Geschäfts-,
unterstützende Service- und übergreifende
Konzernbereiche.
• Das strategisch wichtige Kerngeschäft wird
durch die fünf Geschäftsbereiche Aviation,
Ground Handling, Immobilienmanagement
und -entwicklung, Retail und Services sowie
die Terminal 2 Betriebsgesellschaft abgewickelt.
• Zu den Servicebereichen zählen die Aufgabenfelder Technik, IT, Corporate Services und
Security.
• Zu den übergreifenden Konzernbereichen
gehören Finanzen und Controlling, Personal,
Unternehmenskommunikation, Recht und
Sicherheit, Unternehmensentwicklung und
Umwelt.
Die neue Konzernstruktur
Finanzen und Controlling
Personal
Konzernbereiche
Unternehmenskommunikation
Recht und Sicherheit
Unternehmensentwicklung und Umwelt
Geschäftsbereiche
Aviation
Immobilienmanagement
und
-entwicklung
Retail und
Services
Ground
Handling
Terminal 2
Technik
Servicebereiche
IT
Corporate Services
Security
11
Klare Kompetenzen – modernes Management
Während die eigenverantwortlichen Geschäftsbereiche am externen Markt operieren und Umsätze erwirtschaften, agieren die Servicebereiche
primär intern und stellen den Geschäftsbereichen ihr Know-how und ihre Dienstleistungen
zur Verfügung. Die Konzernbereiche wiederum
sind für die übergeordnete Steuerung des
Konzerns verantwortlich.
Die neue FMG-Struktur ist gekennzeichnet durch
klare Verantwortlichkeiten sowie ein hohes Maß
an Anpassungs- und Veränderungsfähigkeit. Sie
ermöglicht darüber hinaus eine Konzernsteuerung nach den Grundsätzen einer modernen Unternehmensführung mit einem zielorientierten
Steuerungssystem der einzelnen Bereiche.
Integration der Beteiligungsunternehmen
Seit 1. Januar 2005 sind darüber hinaus die Beteiligungsunternehmen bzw. Tochtergesellschaften der Flughafen München GmbH integraler
Bestandteil der neuen Organisationsstruktur.
Die Beteiligungsunternehmen eurotrade und
Allresto sind dem Geschäftsbereich Retail und
Services zugeordnet, MediCare ist dem Bereich
Aviation zugehörig, während die Töchter EFM,
mucground, aerogate und Cargogate im Ground
Handling integriert sind. Ein weiteres Tochterunternehmen ist die AeroGround Flughafen
München Aviation Support GmbH, die studentische und andere Aushilfskräfte beschafft und
sie an den Bodenverkehrsdienst der FMG zur
Abfertigung von Luftfahrzeugen „verleiht“ und
vermittelt. Sie erzielte einen Umsatz von knapp
900 000 Euro.
Beteiligungsgesellschaften der Flughafen München GmbH
Anteile
Cargogate Flughafen München
100%
aerogate München
100%
Allresto Flughafen München
100%
AeroGround Flughafen München Aviation Support GmbH
100%
MGS – mucground Services Flughafen München GmbH
100%
Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH (FMV)
100%
T2 Holding
100%
Flughafen München Sicherheitsgesellschaft (CAP)
76,1%
eurotrade Flughafen München Handelsgesellschaft mbH
74%
Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co. oHG
60%
FM Terminal 2 Immobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG
60%
MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH
51%
Augsburger Flughafen Betriebs-GmbH
50%
Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen (EFM)
49%
Bayern Facility Management GmbH
49%
12
Eine Einheit bilden ferner die T2 Betriebsgesellschaft und der Geschäftsbereich Terminal 2.
Zu den einzelnen Geschäftsbereichen und den
jeweils eingebundenen Beteiligungsunternehmen siehe die Kapitel „Aviation“, „Non-Aviation“
und „Terminal 2“.
hang mit Sicherheitsmaßnahmen nach dem
Luftverkehrsgesetz, anbietet. Der erzielte Umsatz
belief sich auf über 14,6 Millionen Euro. Die
Anteile halten die Flughafen München GmbH
(76,1 Prozent) und die SECURITAS GmbH
Aviation Service (23,9 Prozent).
Zum Servicebereich Technik gehört die BayernFacility Management GmbH, die sämtliche
Liegenschaften der Bayerischen Landesbank
bewirtschaftet, Facility-Management-Leistungen
am Standort Flughafen erbringt und sich um
den weiteren, auch überregionalen Ausbau
des Drittmarktgeschäftes kümmert. Sie erzielte
2005 einen Umsatz von 15,4 Millionen Euro.
Gesellschafter sind die Bayerische Landesbank
(51 Prozent) sowie die Flughafen München
GmbH (49 Prozent).
Dem Konzernbereich Recht und Sicherheit zugehörig ist die Tochter Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH (FMV),
die Versicherungen aller Art vermittelt und verwaltet und auch auf den Flughäfen Düsseldorf,
Hamburg, Köln, Stuttgart, Nürnberg, Leipzig,
Dresden, Bremen und Münster beratend und
unterstützend tätig ist. Ihr Umsatz belief sich im
Jahr 2005 auf fast 900 000 Euro.
Dem Servicebereich Security angegliedert ist
das Beteiligungsunternehmen CAP Flughafen
München Sicherheits-GmbH, das auf dem
Münchner Flughafen Sicherheits- und Bewachungsdienste, insbesondere im Zusammen-
Nicht mehr operationsfähig ist die AFBG Augsburger Flughafen Betriebs-GmbH, die wegen
der Aufgabe der Linienflüge den Betrieb des
Flughafens Augsburg an die Augsburger Flughafen GmbH zurückgegeben und Insolvenz
beantragt hat.
13
14
Aviation
15
Aviation
Luftverkehr: erneut Rekordzahlen
Dem strategischen Ziel, den Münchner Airport
endgültig als führenden europäischen Hub-Flughafen zu etablieren, ist der FMG-Konzern 2005 ein
großes Stück näher gekommen: Mit über 28,6
Millionen Fluggästen – 1,8 Millionen bzw. knapp
sieben Prozent mehr als im Vorjahr – hat der Flughafen München im Jahr 2005 ein Rekordergebnis
erzielt. Damit zählt er unter den Top Ten der passagierstärksten Flughäfen Europas weiterhin zu jenen
Airports mit der größten Wachstumsdynamik. Er
rangiert hinsichtlich der Fluggastzahlen zwar nach
wie vor auf Platz 8 in Europa, hat aber den unmittelbar vor ihm liegenden Flughafen Rom-Fiumicino
nahezu eingeholt. Auch bei den Flugbewegungen
ist ein Erfolg zu melden: Knapp 387 000 Starts und
Landungen im gewerblichen Luftverkehr bedeuten
ein Plus von über vier Prozent gegenüber dem
Vorjahr.
16
Mehr Umsteiger durch Hubverkehr
Mit dieser Bilanz hat der Münchner Flughafen
seine Position im Wettbewerb der großen
europäischen Drehscheiben weiter gefestigt.
Wichtigster Wachstumsmotor bleibt dabei der
Hubverkehr der Lufthansa und ihrer StarAlliance-Partner, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Anteil der Umsteiger am
gesamten Passagieraufkommen von 33 Prozent
auf nunmehr 34 Prozent angestiegen ist.
Um insgesamt 5,5 Prozent legte der Kontinentalverkehr, also der Verkehr mit dem europäischen
Ausland sowie den afrikanischen und asiatischen Mittelmeeranrainern, zu. Während auf den
Verbindungen innerhalb der EU 5,2 Prozent
mehr Flugbewegungen als im Vorjahr registriert
wurden, konnte der restliche Kontinentalverkehr
sogar ein Plus von 6,5 Prozent vorweisen. Mit
nur einem Zuwachs von 0,5 Prozent gegenüber
2004 stagnierte der Inlandsverkehr.
Low-Fare-Verkehr ein wichtiger Faktor
Zu den positiven Ergebnissen hat auch der so
genannte Low-Cost- oder Low-Fare-Verkehr
wesentlich beigetragen. Mit insgesamt 3,5
Millionen Fluggästen – dies entspricht 12,2
Prozent des Gesamtaufkommens und sind 28
Prozent mehr als im Vorjahr – konnte er erhebliche Zuwächse verzeichnen. Treibende Kraft
und mit Abstand größter Anbieter unter den
Niedrigpreis-Airlines war der Münchner Homecarrier dba.
Die meisten Flüge wurden auch 2005 wieder auf
den Verbindungen mit Italien registriert, gefolgt
von Frankreich und Spanien.
Starke Zuwächse im Interkontinentalverkehr
Kräftig ausgebaut wurde am Münchner Flughafen der Interkontinentalverkehr, der um 12,8
Prozent gegenüber dem Vorjahr wuchs. Insbesondere der Verkehr nach Asien verzeichnete
mit einer Steigerung von 23,1 Prozent bei den
Flugbewegungen einen beachtlichen Boom, der
Nordamerikaverkehr nahm um 6,9 Prozent zu.
Demgegenüber musste der Verkehr mit Afrika
Einbußen in Höhe von 7,9 Prozent hinnehmen.
Neue Tagesrekorde – mehr Ziele – mehr Airlines
Neue Höchstmarken wurden 2005 auch an einzelnen Tagen erzielt: Der aufkommensstärkste
Tag war mit 112 355 Fluggästen der 30. September 2005 (das Maximum hatte 2004 bei 105 040
Passagieren gelegen). Der 14. April 2005 konnte
mit 1 257 Flugbewegungen einen weiteren
Tagesrekord erreichen (2004 lag die Höchstmarke bei 1 232 Starts und Landungen). Im
Tagesdurchschnitt wurden 78 409 Passagiere
(2004: 73 264) und 1 060 Flugzeugbewegungen
(2004: 1 012) gezählt.
Auch bei der Anzahl der Ziele legte der Münchner
Airport zu: Er wurde 2005 regelmäßig von 113
Airlines mit 250 Destinationen – davon 22 inländische und 228 ausländische – in 67 Ländern
verbunden; das sind 13 Ziele mehr als im Jahr
2004.
17
Und ein weiterer Zuwachs: Der Maximum-TakeOff-Mass (MTOM), also die Summe der für die
jeweiligen Flugzeuge zugelassenen Startgewichte im Linien- und Charterverkehr, stieg 2005 –
bedingt durch den vermehrten Einsatz von Großraumflugzeugen – um 6,1 Prozent auf 11 060 685
Tonnen. Der Durchschnitts-MTOM nahm um
1,1 Tonnen auf 59,1 Tonnen zu.
Passagierverkehr: hohe Zuwächse
Mit seinen über 28,6 Millionen Passagieren zählt
München mit zu den wachstumsstärksten Flughäfen in Deutschland und in Europa. Wie schon
bei den Flugbewegungen, so erzielte auch hinsichtlich des Passagieraufkommens der Interkontinentalverkehr die höchsten Steigerungsraten.
Steigerungen im Asien- und Nordamerikaverkehr
12,6 Prozent mehr Fluggäste als 2004 wurden
auf Langstreckenflügen gezählt, wobei vor allem
Asien – insbesondere dank der Verbindungen
nach Delhi, Teheran, Abu Dhabi und Bangkok –
mit einem Plus von 20,6 Prozent die Wachstumsregion Nummer 1 war.
Um 8,0 Prozent mehr Fluggäste kann der Nordatlantikverkehr – nicht zuletzt aufgrund der
beiden „double daily“-Verbindungen nach
Chicago und Washington sowie einem erweiterten Kanada-Angebot – vorweisen, während
die Passagierzahlen im Verkehr mit Afrika um
2,9 Prozent sanken.
Zuwächse im Osteuropaverkehr
Zuwächse in Höhe von insgesamt 7,8 Prozent
gab es auch beim Passagieraufkommen im
kontinentalen Verkehr. Überproportional stiegen
2005 die Passagierzahlen auf den Strecken
zwischen München und den skandinavischen
Ländern Norwegen, Schweden, Dänemark und
Finnland, die sich im Durchschnitt um 25 Prozent
erhöhten.
Eine beachtliche Steigerung erzielten mit 17 Prozent die neuen EU-Mitgliedsstaaten. Im Gesamtverkehr mit Osteuropa, der EU- und Nicht-EULänder einschließt, wurden um 15 Prozent mehr
Passagiere als 2004 gezählt, wobei vor allem
Polen, die Ukraine sowie die neuen Zielländer
Armenien und Georgien die höchsten Zuwächse
erreichten.
18
Lediglich um 3,3 Prozent wuchs demgegenüber
der Inlandsverkehr. Die meisten Passagiere wurden hier – wie schon im Vorjahr – auf der Strecke
nach Berlin registriert, es folgten die Destinationen Hamburg und Düsseldorf.
Keine Veränderung gegenüber 2004 gab es auch
bei den passagierreichsten Auslandszielen: Knapp
900 000 Fluggäste wurden auf Verbindungen mit
London-Heathrow gezählt, es folgten ParisCharles de Gaulle mit über 655 000 und Palma
de Mallorca mit knapp 540 000 Passagieren. Im
Interkontinentalverkehr flogen die meisten Passagiere auf der Strecke München-Dubai, besonders
gefragt waren ferner die Destinationen Bangkok
und Chicago.
Landeentgelte deutlich gesteigert
Die Erlöse aus Lande- und Abstellentgelten
konnten 2005 gegenüber dem Vorjahr deutlich
um 9,7 Prozent auf 246 Millionen Euro gesteigert
werden. Ursachen waren Preisanpassungen jeweils im Oktober 2004 und 2005, das Passagierwachstum um 6,7 Prozent und der Anstieg der
gewerblichen Flugbewegungen um 4,4 Prozent.
Aufgrund gestiegener Sicherheitskosten für die
Beschäftigtenkontrolle sind auch die Sicherheitsentgelte im Juli 2005 angehoben worden.
Die passagierabhängigen Landeentgelte sind mit
20,2 Prozent stärker gestiegen als die gewichtsabhängigen Landeentgelte. Grund hierfür war
die Fortsetzung einer strukturellen Verschiebung
zu Gunsten der variablen und zu Lasten der
fixen Landeentgelte. Die Erlöse aus Zentraler
Infrastruktur, z.B. für die Gepäckförderanlage,
sind trotz Preissteigerungen aufgrund leichter
Bewegungsrückgänge im Terminal 1 auf dem
Vorjahresniveau geblieben. Die Erlöse aus Zentraler Infrastruktur im Terminal 2 gehen an das
Beteiligungsunternehmen Terminal 2 Betriebsgesellschaft und erscheinen deshalb nicht im
Einzelabschluss der Flughafen München GmbH.
Marketing: wichtiger Beitrag zum Wachstum
Zum ungebrochen starken Verkehrswachstum im
Jahr 2005 trug das Marketing durch eine Reihe
unterschiedlichster Maßnahmen und Aktivitäten
entscheidend mit bei. Beispielsweise unterstützte es mit Direktmarketing-, Sales Blitz- und
Promotion-Aktionen Airlines und Veranstalter
dabei, die Reisemittler im In- und Ausland über
neue Strecken sowie Frequenzerhöhungen zu
informieren und Interesse für das neue Angebot
von und nach München zu wecken – so etwa für
die neu akquirierten Dienste von Air Transat
nach Calgary und Vancouver, von Condor nach
Mahé (Seychellen) und Barcelona, von LTU
nach Mauritius und von Royal Air Maroc nach
Casablanca.
Unterstützung für Airlines
Unterstützung durch Anzeigenwerbung in den
USA gab es auch für Lufthansa bei der Etablierung des neuen täglichen Dienstes nach Washington und für United hinsichtlich der neuen
täglichen Frequenz nach Chicago. Hilfestellung
erhielten ferner Air China unter anderem bei
ihrem deutschen Internetauftritt, TAP Portugal
für ihre zweite tägliche Frequenz, Cirrus für den
neuen täglichen Dienst nach Brünn, Air Baltic
für die neuen Flüge nach Riga und Fly Nordic für
die neue Stockholm-Strecke. In den Markt eingeführt wurde des Weiteren die russische Polet
mit ihrer Destination Woronesh.
Den Airport als Hub promotet
Mit der Zielsetzung, die Akzeptanz des Flughafens München als zweiten nationalen Hub zu
optimieren und seinen Status im europäischen
Ranking weiter zu verbessern, wurden gemeinsam mit Lufthansa zwei Großevents organisiert,
die bei den Teilnehmern auf eine überaus positive Resonanz stießen.
Mitte Juni lud Lufthansa unter dem Motto
„Zeitreise – 50 Jahre Lufthansa“ über 1 600
Mitarbeiter der großen Business-Travel-Ketten
aus Deutschland und Österreich zu einem spektakulären eintägigen Fest mit viel Information
über den Airport, aber auch mit Sport, Spiel
und Musik auf den Flughafen München ein.
Anfang Dezember lernten rund 200 LufthansaTopverkäufer und Journalisten aus zehn Zielgebieten im Asien-Pazifik-Raum an mehreren
Tagen unter dem Leitgedanken „Seeing is
Believing“ die Vorteile des Flughafens München
kennen. Höhepunkte des umfangreichen Programms waren eine Airport-Rallye durch das
Terminal 2 und eine große Abschlussparty.
Rallye-Sieger und damit Gewinner des „Munich
Airport Agents Award 2005“ wurde übrigens das
Team aus Vietnam.
MediCare: High-Tech-Medizin am Airport
In den Geschäftsbereich Aviation integriert ist
das Beteiligungsunternehmen MediCare Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH. Es
betreibt das Medizinische Zentrum am Flughafen
und ist zuständig für die medizinische Notfallversorgung von Beschäftigten, Passagieren und
Besuchern am Münchner Airport. Die Gesellschaft erfüllt arbeitsmedizinische und betriebsärztliche Aufgaben und ist außerdem eine Vermittlungs- und Anlaufstelle für ausländische
Patienten am Flughafen München.
Gesellschafter von MediCare, die mit ihren rund
40 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2005 einen Gesamtumsatz von circa 3,3 Millionen Euro erzielte,
sind die Flughafen München GmbH mit 51 Prozent sowie die MAHM-GmbH, ein Zusammenschluss von teilweise am Flughafen München
niedergelassenen Ärzten, mit 49 Prozent.
19
Ground Handling
Der Kunde steht im Vordergrund
Das Leistungsspektrum des Geschäftsbereiches
Ground Handling umfasst die Flugzeugabfertigung, die Gepäck- und Frachtabfertigung sowie
den vorfeldseitigen Passagiertransport. Seinem
Anspruch an Innovationskraft und Qualität wird
das Ground Handling am Flughafen München,
das seit 1994 nach DIN EN ISO 2001 und seit
2003 nach IATA AHM 804 zertifiziert ist, durch
kontinuierliche Prozessoptimierungen, ein detailliertes Total Quality Management-System und
bedarfsorientierte Neuentwicklungen von Dienstleistungsprodukten gerecht, wobei die individuellen Anforderungen der Airline-Kunden immer
im Vordergrund stehen.
20
Innovativ und zuverlässig
Beispielsweise wurde im Jahr 2005 das elektronische Gepäck-Reconciliation-System „Eagle“
entwickelt und flächendeckend am Flughafen
München eingeführt. Es stellt sicher, dass Gepäckstücke nur dann an Bord eines Flugzeuges
kommen, wenn sich auch der dazugehörige Passagier in der Kabine befindet. Weitere ServiceInnovationen sind z.B. die Sicherheitsleistung
„Vier-Augen-Prinzip“, die Passagiertransportleistung „Terminal-Direct-Service“ und der exklusive
HON-Limousinenservice für Statuskunden der
Deutschen Lufthansa AG.
Die Kernkompetenz des Ground Handling liegt in
der zuverlässigen und zeitgerechten Erbringung
komplexer und zeitkritischer Abfertigungsprozesse. Dazu gehört die vorfeldseitige Sicherstellung
der Hub-Funktion des Terminals 2 ebenso, wie
die Abwicklung der touristischen Drehkreuz- und
Punkt-zu-Punkt-Verkehre von Hapagfly, LTU oder
Air Berlin und der anspruchsvollen Langstreckenverkehre z.B. von Emirates, Etihad und Delta Air
Lines im Terminal 1. Aber auch volumenstarke
Low-Fare-Carrier, wie z.B. dba und Hapag-Lloyd
Express, sowie renommierte Linienfluggesellschaften wie Turkish Airlines, Aeroflot und El Al
zählen zu den langjährigen Kunden des Ground
Handling.
Fortbildung im Ground Handling
Dass die Kunden zufrieden sind, dafür wird
durch zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen Sorge
getragen. Im Bereich Ground Handling wurden
im Jahr 2005 insgesamt 667 Seminare mit 2 502
Teilnehmern bzw. 6 754 Teilnehmertagen durchgeführt. Schwerpunkte der Weiterbildung waren
unter anderem Geräteschulungen, die Ausbildung zum Ramp-Agenten, Schulungen für das
Gepäckidentifizierungssystem „Eagle“ und für
das Handling von Fluggasttreppen, VorarbeiterSeminare sowie Vorbereitungen für die IHKAbschlussprüfung zum Flugzeugabfertiger und
die Betriebsprüfungen 1 und 2, FMG-interne
Qualifizierungsstufen, welche die Grundlage für
die IHK-Prüfung bilden.
Starke Position behauptet
Trotz der Öffnung des Marktes für Bodenabfertigungsleistungen im Jahr 1999 und dem damit
verbundenen Markteintritt von Drittdienstleistern
am Flughafen München konnte das Ground
Handling der Flughafen München GmbH seine
starke Position behaupten. Im Jahr 2005 erreichte der Geschäftsbereich Ground Handling einen
Marktanteil von 91 Prozent, was einem Volumen
von über 181 000 Abfertigungen im Jahr entspricht. Von den mehr als 2 100 Mitarbeitern
der Bodenverkehrsdienste wurden knapp zwölf
Millionen Gepäckstücke und mehr als 200 000
Tonnen Luftfracht abgefertigt.
Die durch den Boom der Low-Cost-Airlines und
Billigflugtickets hervorgerufene negative Preisentwicklung, die auf Seiten der Fluggesellschaften vorhandenen Überkapazitäten und der anhaltende Anstieg der Kerosinpreise haben den
Kostendruck für die Luftverkehrsbranche in den
letzten Jahren erheblich verstärkt. Durch die
Weitergabe dieses Kostendrucks unter anderem
an die Bodenverkehrsdienste von Flughäfen
hat sich auch die Wettbewerbssituation im FMGGround Handling zunehmend verschärft.
21
Wettbewerbsfähigkeit sichern
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Ground Handling langfristig zu sichern und seine Leistungen
weiterhin zu marktfähigen Preisen anbieten zu
können, wurde im Jahr 2005 mit einem Sanierungsprojekt begonnen. Es umfasst einerseits
die Optimierung der bestehenden Produktionsstrukturen durch einen effizienteren Ressourcenund Personaleinsatz und das Ausschöpfen von
Kosteneinsparpotenzialen. Andererseits wurde
durch die Gründung des Tochterunternehmens
mucground Services Flughafen München GmbH
eine neue kosteneffiziente Produktionsplattform
geschaffen.
mucground Services: die neue Tochter
Diese 100-prozentige Tochter der FMG hat im
März 2005 ihren operativen Betrieb aufgenommen. Die mucground entlastet den Bodenverkehrsdienst der FMG in den Verkehrsspitzen und
deckt das zu erwartende Wachstum bei den
Abfertigungsaufträgen als Subunternehmer der
Flughafen München GmbH ab.
Die Gesellschaft erwirtschaftete im Rumpfgeschäftsjahr 2005 mit 35 eigenen Mitarbeitern
bzw. – zum Jahresende – mit 214 im Rahmen der
Arbeitnehmerüberlassung von Kooperationspartnern abgestellten Mitarbeitern Umsatzerlöse
in Höhe von fast 5,0 Millionen Euro.
Vervollständigt wird das Leistungsangebot im
Ground Handling durch die FMG-Tochtergesellschaften aerogate, Cargogate und EFM, die im
Zuge der Reorganisation des FMG-Konzerns
seit Anfang 2005 im Ground Handling integriert
sind. Damit wurde die Grundlage eines „Full
Handlers“ geschaffen, der die Zielsetzung „one
face to the customer“ optimal erfüllt.
22
aerogate: Abfertigung und Ticketing
Aufgabe der aerogate München – Gesellschaft
für Luftverkehrsabfertigungen mbH ist die Abfertigung von Passagieren und Flugzeugen in jenen
Bereichen, die nicht bereits von einem Bodenverkehrsdienst abgedeckt werden. Hinzu kommen unter anderem ein Gepäckzustelldienst und
– mit wachsender wirtschaftlicher Bedeutung –
Ticketdienstleistungen.
Trotz der vermehrten Tätigkeit von vier Konkurrenzunternehmen sowie von Airlines, die sich
selbst abfertigen, weiter rückläufiger Abfertigungspreise und der nach wie vor allgemein
schlechten wirtschaftlichen Lage ist es der Gesellschaft gelungen, Umsatzerlöse in Höhe von
10,6 Millionen Euro zu erzielen.
Cargogate: Kompetenz in Sachen Luftfracht
Die Cargogate Flughafen München Gesellschaft
für Luftverkehrsabfertigungen mbH ist zuständig
für die Abfertigung von Luftfracht am Flughafen
München. Dazu gehören neben dem Umschlag
auch die Lagerung von Frachtgütern sowie deren
Dokumentation. Trotz starker Konkurrenz blieb
Cargogate auch 2005 der größte unabhängige
Luftfrachtabfertiger am Flughafen München. So
wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr fast
95 000 Tonnen Frachtgüter von 45 Airline-Kunden
umgeschlagen – um rund 15 000 Tonnen mehr
als im Vorjahr. Grund für den deutlichen Zuwachs
war die Akquisition neuer Airlines mit attraktiven Langstreckenverbindungen. Cargogate
erwirtschaftete Gesamterlöse in Höhe von 11,4
Millionen Euro.
EFM: Enteisen und Rangieren
Die EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH,
eine Beteiligungsgesellschaft der GlobeGround
GmbH (51 Prozent) und der Flughafen München
GmbH (49 Prozent), ist zuständig für die Enteisung der Flugzeuge auf dem Münchner Flughafen. Zu ihren Aufgaben zählen außerdem Flugzeugrangierdienste auf dem Vorfeld und im Wartungsbereich. Im letzten Geschäftsjahr konnte
aufgrund eines außergewöhnlich strengen Winters aber auch als Folge steigender Flugbewegungszahlen erneut ein Rekordumsatz von fast
23,8 Millionen Euro erwirtschaftet werden.
Luftfracht: deutliche Steigerung
Besonders deutlich ist der Frachtverkehr am
Münchner Flughafen gewachsen. Insgesamt belief sich das Frachtaufkommen im Jahr 2005 auf
über 356 000 Tonnen, was einer Steigerung um
rund 47 000 Tonnen bzw. 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei der geflogenen
Luftfracht wurden über 202 000 Tonnen registriert, das sind um 18,7 Prozent mehr als im
Vorjahr; die per Lkw beförderte Fracht betrug
154 000 Tonnen, ein Zuwachs gegenüber 2004
um 10,8 Prozent. Pro Tag wurden 2005 durchschnittlich 556 Tonnen geflogene Luftfracht
(2004: 467 Tonnen) umgeschlagen.
Frachtwachstum durch Hubverkehr
Da mit 75 Prozent der weitaus größte Anteil der
Luftfracht in München nach wie vor als Beiladefracht in Passagiermaschinen befördert wird,
ist das deutliche Frachtwachstum auch ein Indiz
für den Ausbau des Drehscheibenverkehrs –
insbesondere beim Fernreiseangebot, denn
70 Prozent der gesamten Luftfracht werden im
Interkontinentalverkehr transportiert.
Überproportional stieg das Frachtaufkommen
von bzw. nach Asien (plus 49,1 Prozent) und
den USA (plus 11,6 Prozent) und so blieben auch
im Jahr 2005 die USA mit einem Anteil von 25
Prozent am gesamten Frachtaufkommen und
Asien mit einem Anteil von sogar 41 Prozent die
bedeutendsten Frachtregionen.
Auf reinen Frachtmaschinen wurden 25 Prozent
der gesamten Frachtmenge transportiert und damit um fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Positiv
wirkte sich hier vor allem die Aufnahme einer
weiteren Frachterverbindung von Qatar Airways
aus.
Luftpost: weiterhin rückläufig
Der Abwärtstrend bei der Luftpost hat sich am
Flughafen München mit einem Minus von 28,7
Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich fortgesetzt und entspricht damit der allgemeinen
Situation an deutschen Flughäfen. Im Jahr 2005
wurden 15 205 Tonnen Luftpost und damit um
über 6 000 Tonnen weniger umgeschlagen als
2004.
Verantwortlich für diese Entwicklung sind nach
wie vor die neuen Kommunikationsmedien, die
geänderten Verteilerstrukturen der Deutschen
Post AG und die in Konkurrenz zur Post operierenden Expressdienste, wobei die von ihnen
transportierte Luftpost in der Statistik der Luftfracht zugerechnet wird.
23
24
Non-Aviation
25
Immobilienmanagement und -entwicklung
Optimierung des Angebots
Um das Ergebnispotenzial am Standort Flughafen auszuschöpfen, wurde 2005 insbesondere
das Non-Aviation-Geschäft deutlich ausgebaut.
Dabei wurde für alle relevanten Kundengruppen
sowohl im Bereich der beiden Terminals als
auch auf den daran angrenzenden Flächen ein
attraktives Angebotsspektrum geschaffen.
Durch die zielgruppenspezifische Optimierung
und Erweiterung des Shop- und Gastronomieangebotes im Terminal 2 konnte dessen Attraktivität weiter gesteigert und die führende Rolle
des Münchner Flughafens in der Branche gefestigt werden. Hierzu trugen auch die neuen
Geschäfte mit Elektronik, Uhren und Schmuck
bei, die – aufgrund der Auswertung von Marktforschungsergebnissen – gezielt und speziell für
den nichtöffentlichen Teil des Terminals 2 akquiriert worden waren.
26
Die im letzten Jahr im Terminal 1 begonnenen
Restrukturierungsmaßnahmen konnten 2005
abgeschlossen werden. Damit finden sich nun
auch dort in den Modulen A bis D hochwertige
Läden mit renommierten Marken, einem umfangreichen Sortiment an Zeitungen und Zeitschriften sowie den klassischen Souvenirs. Neu
gestaltet wurden auch die Gastronomieeinheiten,
die nicht zuletzt wegen ihrer Bestuhlung, die
einen Blick aufs Vorfeld ermöglicht, von den
Passagieren ebenfalls sehr gut angenommen
werden.
Forum als Veranstaltungsort
Großer Beliebtheit erfreuen sich die unterschiedlichen Veranstaltungen, die im Forum des München Airport Centers (MAC), dieser europaweit
einmaligen Veranstaltungsplattform, stattfinden:
angefangen vom mittlerweile fest etablierten
Weihnachtsmarkt bis hin zu überregionalen Ereignissen. Ein Highlight von vielen war 2005 die
Ausstellung einer original BMW-Rennyacht aus
dem America’s Cup. Hinzu kamen diverse Fahrzeugpräsentationen anderer Automobilkonzerne
und zahlreiche Händler-, Großkunden- und Journalistenveranstaltungen im Audi Forum.
heraus erweitert. Ein Klick auf den gewünschten
Flug genügt, um sich über Änderungen von Abflug- oder Ankunftszeiten per SMS informieren
zu lassen. Die technische Realisierung des SMSDienstes obliegt einer externen Firma und finanziert sich durch einen Werbepartner aus der
Wirtschaft.
Auch „König Fußball“ ist am Flughafen präsent:
Seit 2005 fungieren die Flughafen München
GmbH und die MAC-Werbegemeinschaft als
Sponsoren des Traditionsclubs TSV 1860 München – Anlass für eine Reihe von Veranstaltungen
am Airport, wie zum Beispiel Autogrammstunden mit den Top-Spielern, Verlosungsaktionen
von Eintrittskarten für die Allianz-Arena und ein
Freundschaftsspiel der Profis gegen eine Auswahl aus der Region. Darüber hinaus wird seit
2005 auch der Top-Bundesligist im Damenvolleyball, die „Roten Raben“ aus Vilsbiburg, unterstützt. In diesem Zusammenhang sind mit regionalen und internationalen Beachvolleyballturnieren zwei weitere Spitzenereignisse im MACForum geplant.
Branchenportal mit vielen Vorteilen
Der Münchner Flughafen sowie die Landkreise
und Kreisstädte Erding und Freising haben 2005
eine gemeinsame Internet-Plattform für die Wirtschaft in der Flughafenregion geschaffen. Unter
der Adresse www.umlandportal.de können sich
Firmen aus dem Flughafenumland und die über
500 Unternehmen innerhalb des Airports in ein
virtuelles Branchenbuch eintragen lassen, sich
dort professionell präsentieren und über das
Internet schnelle Kontakte zu Geschäftspartnern
und Kunden herstellen.
MAC-Auslastung stabil
Das MAC selbst war 2005 trotz der schwierigen
Situation bei der Vermietung von Gewerbeimmobilien in München und insbesondere im
Flughafenumland mit 90 Prozent weiterhin stabil
ausgelastet. Eine weitere Immobilie musste
sogar ausgebaut werden: Aufgrund der starken
Nachfrage nach Logistikflächen wurden die
Frachthallen zur Abfertigung verschiedener internationaler Expressdienste sowie der Nachtluftpost um rund 4 400 Quadratmeter vergrößert.
SMS-Service und Web-Werbung
Der erfolgreiche SMS-Fluginformationsservice
für Passagiere wurde im Oktober 2005 um die
direkte Registrierung aus dem Online-Flugplan
Aufgrund der starken Nachfrage wurden die Online-Werbemöglichkeiten im Flughafenportal
durch zusätzliche Werbeformen und Werbeplätze ergänzt. Einen Überblick bietet die Adresse
www.munich-airport.de -> Mediadaten.
Werbemedien und Munich Airport Award
Auf eine erfreuliche Akzeptanz stieß das erweiterte Angebot an marktgerechten Werbeträgern
auf dem Flughafen. Speziell im Terminal 2 konnten gute Vermarktungsergebnisse erzielt werden
– und dies, obwohl sich das Werbegeschäft konjunkturbedingt weiterhin auf schwachem Niveau
bewegt. Besonders stark war die Nachfrage nach
individuell gestaltbaren Werberäumen, meist
in Form von Lounges – eine beliebte Werbeform,
die nun systematisch weiterentwickelt wird.
Bereits zum achten Mal wurde 2005 der in der
Werbeszene mittlerweile fest etablierte Munich
Airport Award vergeben. Die große Resonanz –
140 Einsendungen aus Österreich, der Schweiz
und Deutschland mussten bewertet werden –,
die gelungene Siegerehrung sowie eine ausführliche Presseberichterstattung sind Beleg für das
große Interesse, das die Flughafenwerbung bei
der werbetreibenden Wirtschaft genießt.
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Retail und Services
Alles für die Kunden
Der Betrieb von Einzelhandelsgeschäften, gastronomischen Einrichtungen, des Konferenzzentrums „municon“ und des Hotels Kempinski
Airport München, aber auch das Management
von Parkraum obliegt dem Geschäftsbereich
Retail und Services, der sich damit dem Endkundengeschäft widmet, also der Zielgruppe
der Passagiere, Besucher und Beschäftigten.
Parken und Services: großes Angebot
Obwohl der Bereich Parken und Services im
Wesentlichen nur von den Originärpassagieren
profitiert, deren Zahl im Jahr 2005 um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat,
konnte im Vergleich zu 2004 der Umsatz um elf
Prozent gesteigert werden – ein überproportionaler Zuwachs selbst in Anbetracht der Zunahme
bei den Passagierzahlen insgesamt um 6,7
Prozent. Im Jahr 2005 wurden rund 5,5 Millionen
Fahrzeuge geparkt, was einer Auslastung der
Parkflächen von 82 Prozent entspricht.
28
Die Parkbereiche, die es zu betreuen gilt, umfassen sämtliche Parkflächen und Parkhäuser am
Flughafen München und somit 32 000 Stellplätze,
deren Nutzer Passagiere ebenso sind wie Mieter
und Flughafenbeschäftigte. Zu den Serviceleistungen zählen insbesondere das Komfort- und
Sicherheitsparken und das DLH-Valet-Parking, bei
dem die Kunden ihr Fahrzeug waschen, pflegen
und betanken lassen können.
Mitte 2005 wurde als zusätzlicher Service das so
genannte Online-Parken eingeführt, bei dem über
das Internet ein Parkplatz mit deutlichem Rabatt
gebucht werden kann – ein Angebot, das von
den Passagieren überaus positiv aufgenommen
wurde. Ebenso wie der Ende 2005 im Zentralgebäude eröffnete neue Service-Point, an dem
sich der Kunde über alle Leistungen rund um
das Thema Parken informieren kann.
In den Geschäftsbereich Retail und Services integriert sind die beiden Beteiligungsgesellschaften
Allresto und eurotrade.
Allresto: Neugestaltung und Erweiterung
Mit ihren über 413 Mitarbeitern erwirtschaftete
die Allresto Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH einen Gesamtumsatz von über
58 Millionen Euro und ist damit auch 2005 das
drittumsatzstärkste Beteiligungsunternehmen
der Flughafen München GmbH. Die Gesellschaft
betreibt am Flughafen München Restaurants und
Bars in den beiden Terminals, vier Mitarbeiterkantinen, den Schnellimbiss „Burger King“, das
Kongresszentrum „municon“ sowie das von
Kempinski geführte Flughafenhotel. Während
Allresto die Gastronomie direkt bewirtschaftet,
sind für den Hotel- und Casinobereich Betriebsführungsverträge abgeschlossen.
Aufgrund seiner dezentralen Struktur werden im
Terminal 1 in jedem einzelnen Modul Bars in
den Ankunfts- und Abflugbereichen vorgehalten,
hinzu kommen sechs Snackbars sowie diverse
Restaurants wie das „Airbräu“, „Käfer“ und
„Il Mondo“. Im Terminal 2 betreibt Allresto die
gastronomischen Einrichtungen „Airbräu“,
„Käfer“, eine italienische Piazza sowie Bars im
Pierbereich.
Nach der Neugestaltung der zentralen Abflugbars in den Modulen C und D des Terminals 1 im
Jahr 2004 wurden 2005 auch die restlichen
Abflugbars in den Modulen A und B umgestaltet
und zentraler positioniert. Den idealen Rahmen
für Veranstaltungen – insbesondere für Klein-
kunst – bietet seit 2005 das beliebte „Airbräu“Restaurant im Zentralbereich, nachdem es Ende
2004 um einen Saal erweitert worden war. Vergrößert wurde 2005 ferner die Segafredo-Bar im
Zentralbereich, die nun die Produktpalette eines
Eiscafés vorweisen kann. Und auch im Hotel
Kempinski wurden bei laufendem Betrieb sämtliche Zimmer renoviert.
eurotrade: attraktive Läden, größeres Sortiment
Trotz der auch im Jahr 2005 allgemein verhaltenen wirtschaftlichen Lage in Deutschland
steigerte die eurotrade Flughafen München
Handels-GmbH – entgegen dem bundesweiten
Trend – mit ihren 592 Mitarbeitern den Umsatz
um 15,5 Millionen auf 110,5 Millionen Euro.
Die Gesellschaft ist damit das zweitumsatzstärkste Beteiligungsunternehmen der Flughafen
München GmbH. Sie betreibt am Flughafen
München Geschäfte wie Duty-Free- und TravelValue-Shops, Presse-, Reisebedarf- und Souvenirläden sowie Geschäfte für Kosmetik, Kleidung
und Spielwaren. Hinzu kommt der Betrieb von
gastronomischen Einrichtungen, die in Verkaufsgeschäften integriert sind. Der Gesellschaftsanteil
der Flughafen München GmbH beträgt unverändert 74 Prozent, weiterer Gesellschafter ist mit
26 Prozent Herbert Wolter.
Während aufgrund der dezentralen Aufteilung im
Terminal 1 Duty-Free-/Travel-Value- und Pressegeschäfte in jedem einzelnen Modul vorgehalten
werden, sind diese im Terminal 2 weitestgehend
zentral platziert. Im Jahr 2005 hat eurotrade
mehrere Läden im Terminal 1 umgebaut bzw.
renoviert und auch im Terminal 2 wurde aufgrund
der im Laufe von zwei Betriebsjahren gewonnenen neuen Erkenntnisse die ursprüngliche
Konzeption einiger Geschäfte weiter optimiert.
Auch auf die Tatsache, dass sich aufgrund der
verschärften Luftsicherheitsgesetze die Passagierströme innerhalb der Terminals, vor allem
im Terminal 2, geändert haben bzw. ändern werden, hat die Gesellschaft mit Schließungen bzw.
neuen Ladenkonzepten reagiert.
29
Terminal 2
Betriebsgesellschaft: Leistungen koordinieren
Zum Geschäftsbereich Terminal 2 gehören die
beiden Joint-Venture-Gesellschaften, die von der
Flughafen München GmbH und der Deutschen
Lufthansa zur gemeinsamen Errichtung und dem
gemeinsamen Betrieb des neuen Passagierabfertigungsgebäudes gegründet wurden. Über
die FM Terminal 2 Immobilien-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG wurden Bau und Finanzierung des im Jahr 2003 in Betrieb gegangenen
Terminals 2 abgewickelt. Betreiber des Terminals
ist die Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH
& Co. oHG, die im Geschäftsjahr 2005 einen
Umsatz von fast 259 Millionen Euro erwirtschaftete. An beiden Gesellschaften sind FMG und
Lufthansa, teils über Zwischengesellschaften,
mit 60 Prozent bzw. 40 Prozent beteiligt.
30
FMG und LH als Partner
Mit dieser Kooperationsform haben FMG und
Lufthansa Neuland betreten. Weltweit zum ersten Mal übernahmen ein Flughafenbetreiber und
eine Airline die gemeinsame unternehmerische
Verantwortung für Errichtung und Betrieb einer
Flughafeninfrastruktur-Einrichtung. Die Terminal 2
Betriebsgesellschaft wird nicht selbst produktiv
tätig, vielmehr stellen die Mütter ihre jeweiligen
Leistungen, insbesondere die klassischen landund luftseitigen Abfertigungsleistungen, bereit.
Ebenso werden andere für den Betrieb und die
Vermarktung des Gebäudes benötigten Dienstleistungen zugekauft, hauptsächlich von der FMG.
Die gemeinsame Gesellschaft verfügt daher nur
über eine Kernmannschaft von 30 Beschäftigten,
einschließlich der beiden Geschäftsführer, die –
wie auch die meisten Mitarbeiter – von den
Müttern abgestellt sind. Ihr obliegt die wichtige
Rolle, die Leistungen zu koordinieren, zu integrieren, Prozesse zu optimieren, neue Entwicklungen anzustoßen und umzusetzen.
Die Partnerschaft bei Bau und Betrieb des neuen
Terminals, das der ausschließlichen Nutzung
durch die Deutsche Lufthansa und ihre Konzerngesellschaften sowie deren Partner-Airlines –
insbesondere der Star-Alliance – dient, kommt
beiden Seiten zugute. Die Lufthansa konnte ein
auf Kundenbedürfnisse und ihre Abfertigungsprozesse zugeschnittenes Abfertigungsgebäude
mit entwickeln und sie kann auch auf die weitere
Entwicklung unmittelbar Einfluss nehmen. Sie
und ihre Partner innerhalb und außerhalb der
Star-Alliance genießen die Vorteile eines modernen Abfertigungsgebäudes, das auf die spezifischen Anforderungen einer internationalen
Drehscheibe ausgerichtet ist. Die FMG ihrerseits
verfügt nunmehr über erhebliche zusätzliche
Kapazitäten für die Flugzeug- und Passagierabfertigung, bindet gleichzeitig die größte nationale Airline langfristig an den Standort und
vermittelt ihr Impulse für weiteres qualifiziertes
und nachhaltiges Wachstum.
27 Airlines im Terminal 2
Das Terminal 2 steht damit für eine einzigartige
Erfolgsstory. Mit der Inbetriebnahme dieser
modernen und überaus leistungsfähigen Abfertigungseinrichtung verdoppelte der Münchner
Flughafen seine Kapazität auf 50 Millionen Fluggäste. Die Umsteigezeit im Terminal 2 von 30
Minuten nimmt im internationalen Vergleich einen absoluten Spitzenplatz ein. Darüber hinaus
gilt die Anlage als architektonisch überaus
gelungen, übersichtlich und benutzerfreundlich.
Das Terminal 2 verfügt über ein vielfältiges Angebot attraktiver Geschäfte und gastronomischer
Einrichtungen und wird von Airlines und Passagieren hervorragend angenommen, was sich
in einem steilen Wachstum der Verkehrszahlen
niederschlug.
Diese Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2005
fort, in dem fast 270 000 Starts und Landungen
über das Terminal 2 abgewickelt wurden, 6,4
Prozent mehr als im Vorjahr. Noch deutlicher fiel
die Steigerung bei den Passagierzahlen aus:
Mehr als 19 Millionen Fluggäste benutzten das
Terminal 2, ein Plus gegenüber dem Jahr 2004
von 9,3 Prozent.
Im Jahr 2005 hat die Varig ihren Flugbetrieb
in München wieder aufgenommen und operiert
damit – als Mitglied der Star-Alliance – im Terminal 2. Darüber hinaus wechselten als neue
Kooperationspartner der Lufthansa die Gesellschaften Aegean Airlines, Carpatair und Swiss
vom Terminal 1 zum neuen Abfertigungsgebäude, so dass insgesamt 27 Airlines ihren Verkehr
über das Terminal 2 abwickelten. Sie boten zusammen weltweit 169 Destinationen an, davon –
neben 21 innerdeutschen Zielen – 104 im Europabzw. Mittelmeer- und 44 im interkontinentalen
Verkehr.
Shops, Gastronomie und Lounges
Insgesamt 82 Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungseinrichtungen sowie 18 gastronomische
Betriebe standen den Fluggästen im Jahr 2005
im Terminal 2 zur Verfügung. Neu eröffnet wurden sieben Einheiten im öffentlichen und nichtöffentlichen Bereich, unter anderem Geschäfte
für Sport- und Fan- sowie für Elektronik-Artikel,
ferner das „Spazio Italia“, eine Café-Bar im Wartebereich für Italien-Flüge, sowie die „Airport
Pizza“ im öffentlichen Bereich der Ankunftsebene.
Daneben wurden mehrere Ladeneinheiten und
Gastronomiebetriebe räumlich erweitert bzw.
hinsichtlich ihres Angebots modifiziert. Eine
neue Lounge speziell für First Class-Gäste und
andere Topkunden hat Lufthansa in Betrieb
genommen.
Zwei Jahre nach der Inbetriebnahme des Terminalgebäudes wurde bereits eine größere
Umbaumaßnahme notwendig. Neue Luftsicherheitsvorschriften der Europäischen Union zur
Sicherheitsüberprüfung von umsteigenden
Fluggästen erforderten eine Änderung der Wegeführung, zusätzliche Einrichtungen zur Sicherheitsüberprüfung und bauliche Vorkehrungen
zur Sicherstellung der räumlichen Trennung der
entsprechenden Fluggastgruppen. Die Baumaßnahmen wurden zeitgerecht zum 1. November
2005 fertig gestellt.
31
Personal
Mitarbeiterzahl leicht gesunken
Zum Stichtag 31. Dezember 2005 waren 4789 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der Flughafen
München GmbH (FMG) beschäftigt – um 157
Arbeitnehmer bzw. 3,17 Prozent weniger als im
Vorjahr. Von ihnen waren 2 153 Angestellte und
2 636 gewerbliche Arbeitnehmer. Von den Angestellten wiederum hatten 2 037 einen unbefristeten und zwölf einen befristeten Arbeitsvertrag.
Zehn Mitarbeiter waren Aushilfskräfte, vier Trainees und 90 kaufmännische Auszubildende. Von
den 2 636 gewerblichen Arbeitnehmern standen
2 076 in einem unbefristeten und zwei in einem
befristeten Arbeitsverhältnis, 512 waren Teilzeitmitarbeiter bzw. Aushilfen und 46 gewerbliche
Auszubildende. Im Jahr 2005 stellte die FMG
35 kaufmännische und 15 gewerbliche Auszubildende neu ein.
32
Von den 4 789 Beschäftigten waren 727 ausländische Mitarbeiter, was einem Anteil an der
Gesamtbelegschaft von 15,18 Prozent entspricht.
Die meisten ausländischen Staatsbürger – insgesamt 443 – stammen aus der Türkei, gefolgt
von 50 Mitarbeitern aus Österreich und 46 aus
Italien.
M-Power-Maßnahmen werden umgesetzt
Das Jahr 2005 stand im Zeichen der konkreten
Umsetzung des Umstrukturierungsprojektes
M-Power, das insbesondere die Steigerung der
Wirtschaftlichkeit und Profitabilität des Gesamtunternehmens zum Ziel hatte. Dabei war der
Fokus auch auf die Entwicklung der Personalkapazität gerichtet. Konsequenterweise wurde auf
die Zunahme bei den Abfertigungszahlen und
beim Passagieraufkommen nur bedingt mit zusätzlichem Personal reagiert. Die Personalkapazität der FMG lag im Jahr 2005 bei 4 278 und ging
somit im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent
bzw. um insgesamt 93 Mitarbeiterjahre zurück.
Gleichwohl wurden in allen Unternehmensbereichen die Anforderungen und Aufgaben, die sich
aus den Zuwächsen beim Luftverkehr ergaben,
durch organisatorische Maßnahmen und strukturelle Optimierungen erfüllt.
Der Personalaufwand erhöhte sich gegenüber
2004 um 5,1 Millionen Euro. Verantwortlich
dafür waren unter anderem die Ablösung des
BAT/BMTG durch den neuen Tarifvertrag im
öffentlichen Dienst (TVöD), Anpassungen in der
außertariflichen Vergütungsstruktur und erhöhte
Beiträge für die Altersversorgung der Belegschaft.
Bestandteile des Personalaufwandes
(in Millionen €)
Löhne und Gehälter
(inklusive Aufwendungen
für Fahrtkostenerstattung
und Essensgeldzuschüsse)
Soziale Abgaben
und Aufwendungen
für Altersversorgung
und Unterstützung
Personalaufwand gesamt
2005
2004
176,9
172,0
49,1
48,9
226,0
220,9
Erneuter Anstieg bei Auszubildenden
Wie sehr sich die Flughafen München GmbH
im Ausbildungspakt zwischen Bundesregierung
und Wirtschaft engagiert, beweist die Tatsache,
dass im September 2005 genau 50 Jugendliche –
zehn Prozent mehr als im Vorjahr – ihre Ausbildung bei der FMG starteten.
Insgesamt wurden 2005 bei der FMG 144 junge
Menschen ausgebildet – zu Bürokaufleuten,
Kaufleuten für Bürokommunikation, Servicekaufleuten im Luftverkehr, Diplom-Wirtschaftsinformatikern (Berufsakademie), DiplomBetriebswirten Fachrichtung Flughafenwirtschaft
(Berufsakademie) sowie zu Mechatronikern der
allgemeinen bzw. der Richtung „Mobile Airportsysteme“. Seit 1. September 2005 werden
darüber hinaus zwei neue Ausbildungsberufe
angeboten: die Fachkraft für Schutz und
Sicherheit sowie der/die Kaufmann/-frau in der
Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Und
noch eine Neuerung: Erstmals im Oktober 2005
hatten FMG-Mitarbeiter die Möglichkeit, die
Ausbildung zum/zur Servicekaufmann/-frau im
Luftverkehr nebenberuflich zu starten.
33
EQJ-Programm und Praktikumsplätze
Auch im Jahr 2005 beteiligte sich die FMG an
dem Projekt „EQJ – Einstiegsqualifizierung
Jugendlicher“, das Schulabgängern ohne Ausbildungsplatz Möglichkeiten für einen Berufseinstieg bietet. Im Rahmen dieser ausbildungsvorbereitenden Maßnahme sind seit Dezember
2005 insgesamt 19 Jugendliche bei der FMG
und ihren Tochterunternehmen Cargogate und
Allresto im Einsatz – mit realistischen Chancen
auf ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis nach
erfolgreichem Abschluss des Praktikums.
Die FMG ermöglichte 2005 wieder einer großen
Anzahl von Schülern, im Rahmen eines Schnupperpraktikums hinter die Kulissen eines Airports
zu schauen und Berufe „live“ zu erleben. Darüber hinaus boten die verschiedensten Unternehmensbereiche attraktive Praktikumsplätze für
Studenten, Diplomanden und Umschüler aller
möglichen Fachrichtungen. Vor allem Schüler
und Studenten aus dem Umland des Flughafens
profitierten auf diese Weise von den vielfältigen
Aufgabenbereichen des Airports und erhielten
wichtige Einblicke ins Berufsleben.
Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten
Auch im Jahr 2005 beteiligte sich der Flughafen
München wieder am bundesweiten Girls’ Day
und informierte Schülerinnen über den noch von
jungen Männern dominierten Ausbildungsberuf
„Mechatroniker/in“.
Bereits zum vierten Mal fand 2005 am Münchner
Flughafen die regionale Berufsorientierungsmesse „Berufsfit“ im Rahmen des Engagements
der FMG im Arbeitskreis Schule-Wirtschaft
Freising/Erding/Flughafen statt. Ziel der „Berufsfit“, auf der sich knapp 8 000 Besucher bei mehr
als 60 Betrieben, Schulen und Hochschulen über
die Ausbildungsmöglichkeiten in der Region
informierten, war es, Schülerinnen und Schülern
Hilfestellung bei der anstehenden Berufswahl
zu geben und auch die Eltern und Lehrkräfte mit
in diesen Entscheidungsprozess einzubeziehen.
Auf der „Berufsfit“ 2005 präsentierte die FMG
erstmals zusammen mit ihren Tochtergesellschaften CAP, Allresto, Cargogate und aerogate
die gesamte Konzernausbildung.
34
Zum dritten Mal richtete die FMG im Februar
2005 den Regionalwettbewerb München West
von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ aus, bei dem 50 Arbeiten aus den
Bereichen Mathematik, Arbeitswelt, Chemie,
Informatik und Physik ausgestellt und von der
Jury bewertet wurden. Mit der Übernahme der
Patenschaft unterstützte die FMG neuerlich den
Forschergeist von Kindern und Jugendlichen
aus der Nachbarschaft des Flughafens.
Internationale Austauschprogramme
Auf dem Gebiet der internationalen Kooperationen hat die FMG ihre Beziehungen nach China
weiter gefestigt (siehe hierzu das Kapitel
„Gateway nach China“). Grundsätzlich ist für
einen internationalen Verkehrsflughafen wie
München die global ausgerichtete Ausbildung
und Weiterentwicklung seiner Beschäftigten
von großer Bedeutung. Und so hatten auch im
Jahr 2005 zahlreiche Mitarbeiter wieder die Möglichkeit, an Austauschprogrammen mit einem
europäischen Partnerflughafen teilzunehmen.
Im Rahmen des von der EU geförderten Bildungsprogramms „Leonardo da Vinci“ absolvierten
15 Auszubildende ein dreiwöchiges Auslandspraktikum: Auszubildende zum/zur Kaufmann/
-frau für Bürokommunikation besuchten im
September die Flughäfen Lissabon und Faro, im
Oktober waren Auszubildende zum/zur Mechatroniker/in am Flughafen Wien eingesetzt und
Auszubildende zum/zur Servicekaufmann/-frau
im Luftverkehr und zum/zur Bürokaufmann/-frau
waren im Dezember zu Gast am Flughafen Malta.
Ebenfalls im Rahmen von „Leonardo da Vinci“
besuchten Auszubildende aus dem gewerblichtechnischen Bereich der Flughafen Wien AG
den Münchner Flughafen und lernten hier die
Ausbildung und Arbeitsweise ihrer deutschen
Kollegen kennen.
Dem Erfahrungsaustausch mit Bereichskollegen
diente auch der Besuch von Führungskräften des
Schwesterflughafens Denver International Airport
am Münchner Flughafen im September 2005.
Workshops und Moderation
Ein Schwerpunkt der Personal- und Organisationsentwicklung lag 2005 in der Unterstützung
der Unternehmensbereiche bei der Durchführung von Ziel- und Entwicklungsgesprächen und
bei der Erarbeitung von Teamzielen nach den
Perspektiven der Balanced Score Card (BSC).
Hinzu kamen die Moderation der im Frühjahr
2005 ins Leben gerufenen Paritätischen Kommission, in der alle Fragen, die im Zusammenhang
mit der neuen Organisationsstruktur auftreten,
von Führungskräften und Betriebsrat gemeinsam diskutiert werden, sowie die Einführung
von Workshops zur Teamentwicklung, die darüber hinaus einen reibungslosen Ablauf in den
geänderten Prozessen und Strukturen gewährleisten sollen.
Highlight war ein Workshop, auf dem der FMGFührungsmannschaft Ende 2005 die neu formulierten Werte des Konzerns informativ und kreativ zugleich vermittelt wurden. Die Unterstützung
der Manager bei der Führungskräfteentwicklung
und -auswahl sowie bei allen Fragen im Rahmen
des Veränderungsmanagements war eine weitere Aufgabe, zu der auch die Implementierung
und Steuerung eines Förderkreises im Jahr 2006
gehören.
Weiterbildung auf breiter Basis
Vielfältig sind die Leistungen im Bereich Weiterbildung für interne und externe Kunden. Dazu
gehören das Weiterbildungsprogramm, die Konzeption individueller Bildungsaktivitäten von der
Bedarfserhebung bis zum Bildungscontrolling
und schließlich die Luftverkehrsakademie, die
spezielle Kurse, zum Beispiel für den Umgang
mit Gefahrgut oder Schulungen am Vorfeldssimulator, anbietet. In diesen drei Bereichen wurden
5 850 Teilnehmertage registriert.
Hinzu kam die Vermietung der modernen Seminar- und Besprechungsräume im Bildungszentrum. Durch die Akquisition neuer Kundengruppen – namhafte Unternehmen aus München
und dem Flughafenumland – gelang es, die
Auslastung des Bildungszentrums zu steigern
und somit zusätzliche Erlöse zu erwirtschaften.
In Trauer und Dankbarkeit gedenken wir der im
Jahr 2005 verstorbenen Mitarbeiter. Wir werden
ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.
Edeltraud Klepsch-Erlmeier
Maximilian Liebl
Franz Nikolaus
Guido Spiegelberger
Rudolf Weber
†
†
†
†
†
03.01.2005
19.03.2005
06.05.2005
10.05.2005
20.09.2005
35
Unternehmensentwicklung und Umwelt
Umweltschutz: Belastungen minimieren
Obwohl sich die Zahl der Starts und Landungen
gegenüber dem Vorjahr um über vier Prozent
erhöht hat, war das Lärmniveau weiterhin niedrig. Wie in den Jahren zuvor, so wurde auch
2005 an keiner Messstelle der Fluglärmüberwachungsanlage ein höherer Dauerschallpegel als
60 dB(A) gemessen. Bei den Einzelschallpegeln
machte sich neuerlich der vermehrte Einsatz von
Langstreckenflugzeugen bemerkbar: Die Anzahl
der Pegel mit mehr als 75 dB(A) nahm um elf
Prozent zu, doch wurden durchschnittlich nur
dreimal täglich Pegel mit mehr als 85 dB(A) gemessen.
36
Mobile Messungen auf Wunsch
Bei den Nachtflügen war zwar eine Zunahme von
15 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Die insgesamt 20 585 Nachtflugbewegungen ergaben jedoch nur eine Ausschöpfung des
maximal möglichen Lärmkontingentes Neq von
45 Prozent, der zulässige nächtliche Dauerschallpegel von 50 dB(A) an der Gebietsgrenze des
kombinierten Tag- und Nachtschutzgebietes
wurde nicht erreicht.
Nach wie vor liegt der Anteil der Nachtflugbewegungen bei rund fünf Prozent der Gesamtbewegungen; Nachtflüge sind mit Gebührenzuschlägen
belastet und müssen besonderen Lärmanforderungen genügen (nur so genannte BonuslistenFlugzeuge sind zulässig).
Im Jahr 2005 wurde die nunmehr hundertste
mobile Lärmmessung seit der Eröffnung des
Flughafens im Erdinger Moos durchgeführt.
Diese Messungen werden auf Wunsch von Kommunen und Individualpersonen vorgenommen,
um spezifische Belastungssituationen zu klären.
Die Ergebnisse aller in den Jahren 2004 und 2005
vorgenommenen Messungen sind für die Öffentlichkeit im Internet abrufbar.
Luftschadstoffe bleiben unkritisch
Wie die auch 2005 planmäßig durchgeführten
Dauermessungen der Luftschadstoffe ergaben,
bewegen sich die Belastungen nach wie vor
im unkritischen Bereich. Kaum verändert hat
sich mit 30 Mikrogramm pro Kubikmeter im
Jahresmittel die Situation bei der wesentlichen
Schadstoffkomponente, dem Stickstoffdioxid.
Der für 2005 zulässige Grenzwert lag hier bei
50 Mikrogramm, allerdings wird er zur Zeit jährlich verschärft, so dass im Jahr 2010 nur noch
40 Mikrogramm zulässig sein werden.
Verstärkte Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung erfuhr im Jahr 2005 der Schadstoff
Feinstaub. Der Grund: Erstmalig darf der Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter
nicht öfter als 35-mal pro Kalenderjahr überschritten werden. Auch dieser Grenzwert wurde
am Flughafen sicher eingehalten, da nur an 22
Tagen Werte über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen wurden.
37
Umweltmanagementsystem zertifiziert
Im November 2005 wurde das Umweltmanagementsystem der Flughafen München GmbH
nach der DIN ISO 14001 sowie der EG Öko Audit
Verordnung EMAS II zertifiziert. Durch die Einführung dieses Systems sollen Ressourcen am
Münchner Flughafen eingespart und effektiver
eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang
wurden alle direkten und indirekten Umweltauswirkungen am Flughafen München erfasst
und bewertet. Hierzu zählen der Verbrauch von
Energie, Kraftstoff und Wasser ebenso wie die
Belastungen durch Schall- und Schadstoffemissionen von Flugzeugen und dem Straßenverkehr.
In einem Umweltmanagement-Handbuch wurden alle internen Prozesse beschrieben und
dokumentiert. Die von EMAS (Eco-Management
and Audit Scheme) geforderte Umwelterklärung
beinhaltet die öffentliche Darlegung der Umweltpolitik des Unternehmens. Zur Verminderung
der Belastungen hat die Flughafengesellschaft
konkrete Umweltziele und Maßnahmen für den
Münchner Flughafen erarbeitet. Die Umwelterklärung gibt es als Broschüre in deutscher sowie
englischer Sprache und steht darüber hinaus im
Internet zur Verfügung.
Nachbar Flughafen: Dialog mit der Region
Die Flughafen München GmbH setzt sich für eine
intensive Zusammenarbeit mit den Anrainergemeinden ein und möchte die systematische
Vernetzung mit dem Umland auf den unter-
38
schiedlichsten Ebenen auf- bzw. ausbauen.
So sollen die vorhandenen Gemeinsamkeiten
zwischen Flughafen und Region identifiziert,
win-win-Ansätze konzipiert und gemeinsame
Projekte – wie etwa im Bereich der regionalen
Verkehrserschließung – umgesetzt werden.
Langfristige Vision ist es, den Flughafen München als integralen Bestandteil in der Region
zu etablieren.
Nachbarschaftsbeirat eingerichtet
Einen Schwerpunkt der Umlandarbeit im Jahr
2005 bildete die Vorbereitung des politischen
Dialogprozesses mit dem Umland hinsichtlich
des geplanten Baus einer weiteren Start- und
Landebahn. In dem Bewusstsein, dass dieses
Vorhaben das Verhältnis zwischen Flughafenbetreiber und Flughafenregion auf den Prüfstand
stellen wird, galt das Augenmerk der FMG der
Aufrechterhaltung der geschaffenen Gesprächskultur mit dem Flughafenumland sowie der
Initiierung eines frühzeitigen, offenen und ehrlichen Dialogprozesses mit den von dem Ausbauvorhaben Betroffenen.
Aus diesem Grund wurde ein „Nachbarschaftsbeirat“ ins Leben gerufen, der seine Arbeit im
September 2005 aufgenommen hat und seither
den Planungsprozess der Kapazitätserweiterung
begleitet. Soweit möglich, sollen Anregungen
und Wünsche des Umlandes in die laufenden
Planungen eingearbeitet werden.
Umlandbüro übernimmt Sponsoring
Das an der Schnittstelle zwischen Flughafen und
Region angesiedelte Umlandbüro konnte auch
2005 seinen Beitrag dazu leisten, dass die Integration des Flughafens in sein Umland ein gutes
Stück vorangebracht werden konnte. Inzwischen
steht das Umlandbüro in einem regelmäßigen
Dialog mit Vertretern aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung des
Flughafenumlandes. Seit Anfang 2005 obliegt
ihm auch das Umland-Sponsoring, mit dem
die Flughafen München GmbH Vereine, Veranstaltungen und Einrichtungen aus den Bereichen
Kultur, Sport und Soziales in den Landkreisen
Erding und Freising unterstützt.
Arbeitsgemeinschaft Regionalmarketing
Die Flughafen München GmbH ist bestrebt, den
Netzwerkgedanken in Form konkreter Projekte
umzusetzen. Beispielgebend hierfür ist das
Regionalmarketing in der „Nachbarregion Flughafen München-Erding-Freising“: Im August
2005 wurde eine kommunale Arbeitsgemeinschaft gegründet, der neben der FMG die Landkreise und Städte Erding und Freising angehören.
Ihr Zweck ist die Konzeption und Umsetzung
eines Regionalmarketing-Projekts in der Flughafenregion, das von den fünf Mitgliedern finanziert
und seit November 2005 von einem externen
Beratungsunternehmen professionell begleitet
wird.
Das Regionalmarketing ist als langfristige, „gelebte“ Kooperation zwischen dem Flughafen und
seinem Umland angelegt, die Partner wollen die
Flughafenregion durch gemeinschaftliches
Handeln aktiv weiterentwickeln und nachhaltig
stärken.
Virtuelles Branchenbuch für die Region
Unter der Adresse www.umlandportal.de wurde
2005 ein virtuelles Branchenbuch geschaffen,
in das sich Firmen mit Sitz am Flughafen bzw.
in der Flughafenregion Erding/Freising eintragen
lassen können. Das Umlandportal ermöglicht
eine schnelle und effektive Suche nach Unternehmen aus der Region und bietet darüber
hinaus weitere nützliche und interessante Informationen wie etwa Stellenangebote aus der
Region oder Links zu Kammern und Verbänden.
Regionale Verkehrserschließung
Auch 2005 war die Verbesserung der regionalen
Verkehrserschließung von Flughafen und Region
wieder ein Hauptanliegen der Flughafen München
GmbH. Aus diesem Grund engagierte sie sich
bei zwei überregionalen Verkehrsinitiativen, die
eine Verbesserung der Schienenanbindung des
Münchner Flughafens zum Ziel haben. Immerhin
sind Südost- und Nordostbayern bereits heute
wichtige Einzugsgebiete für Beschäftigte und
Passagiere, die mit der Entwicklung des Flughafens noch weiter an Bedeutung gewinnen
werden.
Hinsichtlich der Straßenanbindung wurde gemeinsam mit dem Landkreis Erding die „Verkehrsuntersuchung B 388“ in Auftrag gegeben.
Dabei sollen die vorliegenden Planungen und
Gutachten aufeinander abgestimmt werden, um
so eine verlässliche Grundlage zur Verbesserung
der Verkehrsverhältnisse entlang der B 388 sowie der Erreichbarkeit von Flughafen und A 92
zu erhalten.
39
Unternehmenskommunikation
Publizistische Starthilfe für den Flughafenausbau
Auch im Jahr 2005 fand der Flughafen München
aufgrund seiner intensiven Pressearbeit wieder
eine starke und fast durchweg positive Resonanz
in der Öffentlichkeit. Zahlreiche Medienvertreter
aus dem In- und Ausland berichteten über die
Jahrespressekonferenz, die Auszeichnung des
Flughafens zum besten Airport Europas und zahlreiche weitere wichtige Flughafenthemen. Mit
über 130 Presseaussendungen informierte die
Flughafengesellschaft im Laufe des Jahres über
alle relevanten Ereignisse und Entwicklungen am
Münchner Airport.
40
Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Pressearbeit
lag in der zweiten Jahreshälfte beim Thema Flughafenausbau. Dank der umfassenden Information
der Medienvertreter konnte die Öffentlichkeit
frühzeitig über den Planungsprozess informiert
werden. Die Gründe für die Kapazitätserweiterung
und die Modalitäten der Planung wurden in
transparenter und nachvollziehbarer Weise vermittelt. Die intensive Begleitung des Ausbauprojektes durch die Unternehmenskommunikation
trug insbesondere in den Münchner und in den
überregionalen Medien zu einer sachlichen bis
wohlwollenden Berichterstattung über die dritte
Bahn bei.
einen sowohl optischen als auch inhaltlichen
Relaunch attraktiver, übersichtlicher und moderner gestaltet. In Kombination mit Beilagen,
Postern, Handzetteln und Beiträgen im Intranet
konnten so die Mitarbeiter aktuell über alle
wichtigen Themen zielgruppengerecht informiert
werden.
Aktuelle Informationen und ein Relaunch
Die Öffentlichkeit aktuell und umfassend über
den Flughafen München zu informieren – dieses
Ziel wurde auch 2005 mit einer Reihe von Publikationen erreicht. Zu ihnen zählten unter anderem Flyer über die geplante dritte Start- und
Landebahn, in denen insbesondere Airportanwohner und Flughafenmitarbeiter detaillierte
Auskünfte über dieses Vorhaben erhielten.
ACI-Tagung und vieles mehr
Zahlreiche Veranstaltungen, Kongresse, Messen
und Ausstellungen prägten das Jahr 2005 – so
insbesondere die 15. Jahrestagung des europäischen Flughafendachverbandes ACI-Europe mit
rund 500 hochkarätigen Gästen, die Ende Juni
am Münchner Flughafen und damit erstmals in
Deutschland stattfand.
Die neue strategische Ausrichtung des FMGKonzerns und die für Mitarbeiter und Führungskräfte verbindlichen Werte hat die Broschüre
„Unsere neue Strategie 2010“ zum Inhalt, die in
deutscher und englischer Sprache produziert
wurde und sich an Konzernmitarbeiter und Kunden des Flughafens richtet.
Schwerpunkte der internen Kommunikation waren
die Vermittlung der strukturellen Veränderungen
des Konzerns als Ergebnis des Optimierungsprojekts „M-Power“ sowie – vor dem Hintergrund
der schwierigen Marktsituation – die kontinuierliche Information der Mitarbeiter speziell im
Bodenverkehrsdienst.
Um eine bessere Lesbarkeit und Verständlichkeit
zu erreichen, wurde die monatlich erscheinende
Mitarbeiterzeitung „Flughafen Report“ durch
Wesentlichen Raum in der sechsmal im Jahr erscheinenden Kunden- und Nachbarschaftszeitung „M terminal“ nahm die Berichterstattung
über die ersten Aktivitäten im Zusammenhang
mit dem Ausbau des Start- und Landebahnsystems am Münchner Airport ein.
Herausragende Ereignisse waren die Auszeichnung des Flughafens als bester Airport Europas
und die damit verbundene feierliche Preisverleihung sowie das Mitarbeiterfest als „Dankeschön“
an die Beschäftigten des FMG-Konzerns. Große
Beachtung fand 2005 der Infostand, mit dem
sich der Airport auf den Messen in der Region
präsentierte, wobei sich die Besucher vor
allem für das Thema „Jobs am Flughafen“
interessierten.
Dafür, dass am Flughafen die Kunst nicht zu kurz
kommt, sorgten unter anderem Künstler wie
Dieter Hanitzsch mit seinen Karikaturen, Wilhelm
Holderied mit Arbeiten zum Thema „10 Jahre
Erdzeichen“, Michael Kragler mit Skulpturen und
Reliefs sowie Catherina Hess mit ihren Fotos, die
nach der Tsunami-Katastrophe entstanden.
41
Ausbauplanung
Der Flughafen München: ein Airport boomt
Von 1992, dem Jahr der Eröffnung am neuen
Standort, bis zum Jahr 2005 ist die Anzahl der
Flugbewegungen am Flughafen München von
175 000 auf rund 400 000 angestiegen. Das
Passagieraufkommen hat sich im gleichen Zeitraum von zwölf Millionen auf 28,6 Millionen
erhöht. Und das Wachstum wird sich fortsetzen:
Nach Prognosen des unabhängigen Beratungsunternehmens Intraplan Consult GmbH wird die
Zahl der Flugbewegungen bis zum Jahr 2020
auf 610 000 und das Passagieraufkommen auf
annähernd 56 Millionen steigen.
42
Das Problem: Kapazitätsgrenzen erreicht
Doch schon allein durch die kontinuierlichen Verkehrszuwächse der vergangenen Jahre ist der
Flughafen München mit seinen zwei Start- und
Landebahnen in den Spitzenzeiten an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Konkret bedeutet das:
Das Zweibahnensystem mit seinen gegenwärtig
90 planbaren Flugbewegungen pro Stunde ist
bereits jetzt an bis zu sieben Stunden pro Tag
voll ausgelastet. Nennenswerte Steigerungen
sind selbst unter Berücksichtigung möglicher Optimierungsmaßnahmen nicht mehr zu erreichen.
Bereits im Jahr 2008 dürften die Kapazitäten des
bestehenden Bahnsystems voll ausgeschöpft
sein, es drohen somit schon in naher Zukunft erhebliche Wartezeiten und Verspätungen. Ab 2010
wäre eine bedarfsgerechte Verkehrsentwicklung
definitiv nicht mehr möglich.
Die Lösung: eine dritte Bahn
Um die weitere dynamische Entwicklung des
Münchner Flughafens zu einer internationalen
Luftverkehrsdrehscheibe und damit auch zu
einem leistungsfähigen Beschäftigungs- und
Wirtschaftsmotor nicht zu gefährden, müssen
mehr Starts und Landungen möglich sein. Und
das heißt: Der Flughafen München benötigt
dringend eine dritte Start- und Landebahn.
Denn nur durch den Bau einer weiteren Bahn
kann das angestrebte Kapazitätsziel von 120
Starts und Landungen pro Stunde erreicht werden, das nötig ist, um den Anforderungen der
Zukunft gerecht zu werden.
Der Start: „Grünes Licht“ für das Projekt
Am 26. Juli 2005 informierte die Geschäftsführung der Flughafen München GmbH den Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung
über die in den nächsten Jahren absehbaren Kapazitätsengpässe und begründete die Notwendigkeit eines Ausbaus des Bahnsystems. Die
Gesellschafterversammlung erteilte daraufhin der
FMG vorbehaltlich der Zustimmung des Bayerischen Ministerrats und des Münchner Stadtrates
die Freigabe, die Planungen zum Ausbau des
bestehenden Start- und Landebahnsystems
aufzunehmen und zeitnah ein entsprechendes
Raumordnungsverfahren vorzubereiten und einzuleiten.
Nur einen Tag später, am 27. Juli 2005, stimmte
auch der Stadtrat der Landeshauptstadt München dem Vorhaben zu, der Bayerische Ministerrat billigte das Projekt in seiner Sitzung am 2.
August 2005. „Grünes Licht“ also für die Ausbauplanung am Flughafen München.
43
Die Suche: mehrere Standorte in der Auswahl
Im Vorgriff auf die detaillierten Planungsarbeiten
für eine dritte Start- und Landebahn hatte die
FMG bereits erste, unternehmensinterne Untersuchungen über mögliche Standorte für eine
dritte Start- und Landebahn vorgenommen. Im
Rahmen dieser Voruntersuchungen wurden zunächst insgesamt 25 mögliche Bahnlagen betrachtet und im Hinblick auf den notwendigen
Kapazitätszuwachs gewichtet.
Die Konfigurationsanalyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ergab, dass
nur sechs der überprüften Lagen – alle parallel zu
den bestehenden Nord- und Südbahnen – das
Kapazitätsziel von mindestens 120 planbaren
Starts und Landungen pro Stunde erreichen.
Obwohl die vertiefenden Untersuchungen über
mögliche Standorte noch nicht abgeschlossen
waren, verringerte sich die Zahl der potenziellen
Standorte im Herbst 2005 neuerlich: Die Flughafen München GmbH gab bekannt, dass vier der
bislang untersuchten Standorte wegen offensichtlicher Raumkonflikte nicht mehr in Frage
kämen.
Damit verbleiben im Grunde nur noch zwei Varianten, die beide im Norden des bestehenden
Bahnsystems liegen. Während die eine Bahnlage
im Verhältnis zur bestehenden Nordbahn einen
Achsabstand von 1 180 Metern und einen Schwellenversatz von 2 100 Metern aufweist, beträgt
der Achsabstand bei der zweiten Variante 1 035
Meter und der Schwellenversatz 1 350 Meter. Die
Standortentscheidung soll nun zugunsten jener
Bahnlage getroffen werden, die die geringsten
Belastungen für Mensch und Umwelt erwarten
lässt. Nach jetzigem Stand ist das aus Sicht der
FMG die 1 180 Meter von der existierenden Nordbahn entfernte Bahnlage.
44
Im weiteren Verlauf des Planungsprozesses haben externe Experten die Bahnlagen vor dem
Hintergrund eines simulierten Prognoseflugplans
und unter Einbeziehung des Rollwegsystems
näher untersucht. Darüber hinaus wurden die
unterschiedlichen Lärmauswirkungen der Varianten im Rahmen eines Gutachtens detailliert betrachtet.
Der Weg: Studien, Gutachten, Verfahren
Für das Raumordnungsverfahren werden zudem
weitere unabhängige Gutachten erstellt. Im Einzelnen sind dies neben der Luftverkehrsprognose
ein Kapazitätsgutachten, eine Umweltverträglichkeitsstudie, Studien zur technischen Planung,
zu wasserwirtschaftlichen Belangen, zur Landschaftsplanung sowie Gutachten zu möglichen
Auswirkungen auf Lärm, Lufthygiene und Klima.
Ziel all dieser Untersuchungen ist es, jene Bahnvariante zu ermitteln, die nicht nur im Hinblick
auf Kosten- und Kapazitätsaspekte, sondern auch
hinsichtlich einer Begrenzung der Belastungen
für die Flughafenregion die beste Lösung verspricht.
Die Auswirkungen des Baus einer neuen Bahn
werden anschließend in einem Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung
unter Beteiligung der Öffentlichkeit dargestellt
und bewertet. Die erforderlichen Maßnahmen,
insbesondere zum Schutz der Bevölkerung gegen
Fluglärm oder zum Schutz der Umwelt – z.B.
durch landschaftliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen –, werden von der Planfeststellungsbehörde verbindlich festlegt.
Der Dialog: Kooperation mit dem Umland
Bei dem Ausbauvorhaben legt die Flughafengesellschaft großen Wert auf einen offenen und
konstruktiven Dialog mit dem Flughafenumland.
Um den berechtigen Interessen der Airportanwohner frühzeitig Rechnung tragen zu können,
wird das Projekt deshalb von Anfang an durch
einen Nachbarschaftsbeirat begleitet, dem
neben der FMG Landräte, Bürgermeister und
Interessenvertreter der Region sowie Vertreter
der Luftfahrt und der örtlichen Wirtschaft angehören.
Der Startschuss für diesen Dialog mit den Flughafennachbarn fiel am 27. Juli 2005, also nur
einen Tag nach der Entscheidung der FMGGremien für die Ausbauplanung: In der Sitzung
des Flughafenforums, dem Repräsentanten der
Flughafenregion und die Geschäftsführung der
Flughafen München GmbH angehören, wurde
die Gründung eines so genannten Nachbarschaftsbeirates beschlossen, der die Planungen
zum Bau einer dritten Start- und Landebahn am
Münchner Airport begleitet.
Der Nachbarschaftsbeirat Flughafen München –
Vorsitzende ist Edda Huther, ehemalige Präsidentin des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes
und des Oberlandesgerichtes München – fördert
den intensiven Dialog zwischen den Repräsentanten der Flughafenregion und dem Flughafenbetreiber. Er bietet – zusätzlich zu den gesetzlichen Genehmigungsverfahren und den darin
enthaltenen Beteiligungsmöglichkeiten für die
Flughafennachbarn – den lokalen Mandatsträgern und anderen Interessenvertretern der
Region die Möglichkeit, sich kontinuierlich über
die laufende Ausbauplanung zu informieren und
eigene Interessen und Anregungen im Zusammenhang mit der geplanten Kapazitätserweiterung einzubringen.
Das Ziel: Inbetriebnahme ab 2011
Im weiteren Dialog mit den Nachbarn soll nun
unter anderem nach Betriebskonzepten gesucht
werden, die die Auswirkungen auf das Umland
minimieren. Darüber hinaus will die Flughafen
München GmbH im Zusammenhang mit dem
Airportausbau einen Fonds auf den Weg bringen.
Er soll betroffenen Bürgern und Gemeinden zugute kommen, die durch den Bau einer dritten
Start- und Landebahn in besonderer Weise belastet werden, und ausschließlich für Projekte
eingesetzt werden, bei denen keine rechtliche
Verpflichtung von Seiten der FMG besteht.
Noch im Sommer 2006 soll die FMG nach derzeitigem Sachstand den Antrag auf Einleitung
eines Raumordnungsverfahrens einreichen. Die
Inbetriebnahme einer dritten Bahn, die ein wichtiger Baustein für einen zukunfts- und wettbewerbsfähigen Luftverkehrsstandort München ist,
wäre nach jetzigem Stand voraussichtlich ab
2011 möglich.
45
Gateway nach China
Unterstützung und Beratung
München hat sich als Verkehrsflughafen längst auf
internationaler Ebene positioniert. Er genießt ein
sehr hohes Ansehen bei Flughafenorganisationen
in aller Welt. Auch in China.
China boomt. Die wirtschaftliche Entwicklung des
Reichs der Mitte und der damit verbundene rapide
Zuwachs an Passagieren von und nach China stellt
die chinesischen Flughäfen vor zahlreiche neue Aufgaben. Gerade auch die Olympischen Sommerspiele
2008 in Peking erfordern eine rasche Umsetzung
von Konzepten und Maßnahmen, um den Anforderungen an moderne internationale Verkehrsflughäfen
entsprechen zu können.
46
Kompetente Unterstützung und Beratung sind
gefragt. Unter den Anbietern von internationalen
Airport-Managementprogrammen genießt der
Münchner Flughafen einen hervorragenden Ruf.
Und so ist die Nachfrage nach den von der Flughafen München GmbH (FMG) konzipierten und
am Flughafen München durchgeführten Managementprogrammen seitens chinesischer AirportManager sehr groß. Ansprechpartner innerhalb
der FMG ist der Bereich Konzernausbildung,
Vergütungssysteme und HR-Marketing.
Kooperation von FMG und CAAC
München und China – diese Verbindung hat
Tradition: Bereits seit 2002 führt die FMG erfolgreich Trainingsprogramme für die oberste chinesische Luftfahrtbehörde (CAAC) durch. Bisher
fanden Managementkurse für Führungskräfte
von Flughäfen aus allen Regionen Chinas mit
den Schwerpunkten „Safety“, „Security“ und
„Operations“ statt. Hinzu kam die Organisation
und Durchführung von Programmen speziell
zum Thema „De-Icing and Winter Services“ für
die an die CAAC angegliederte „Civil Aviation
University of China“ (CAUC).
In der Folgezeit wurden die Beziehungen zwischen FMG und CAAC stetig intensiviert. Im Mai
2004 besuchte der Vice Minister der CAAC, Yang
Guoqing, den Flughafen München und vereinbarte mit dem Vorsitzenden der FMG-Geschäftsführung, Dr. Michael Kerkloh, eine langfristig
angelegte Kooperation im Ausbildungsbereich.
Die Zusammenarbeit wurde im April 2005 durch
die Unterzeichnung eines „Memorandum of
Understanding“ in Peking feierlich besiegelt.
Da die chinesischen Partner bereits weiteren
Bedarf angemeldet haben, wird die FMG ihr
derzeitiges Kursspektrum 2006 um zwei neue
Managementprogramme in den Bereichen
„Commercial and Retail Areas“ und „Environmental Management“ erweitern.
Mix aus Theorie und Praxis
Das Erfolgskonzept für die maßgeschneiderten
Managementprogramme liegt in der ausgewogenen Mischung aus Theorie und Praxis, für die
in erster Linie Experten des Münchner Flughafens zuständig sind. Gleichzeitig werden aber
auch externe Firmen mit eingebunden, deren
Produkte und Systeme am Flughafen München
zum Einsatz kommen. Die Koordination der Beiträge dieser bayerischen Firmen übernimmt die
Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in
Kooperation mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium. Damit ermöglicht es die Flughafengesellschaft bayerischen Firmen außerdem, mit
potenziellen Kunden direkt erste Kontakte aufnehmen zu können.
Die Beziehungen zu China werden weiter ausgebaut: Mit einem Partnerschaftsabkommen wurde
im April 2005 der Grundstein für eine engere
Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen München und dem Qingdao Liuting International
Airport gelegt. Gesteuert werden die Aktivitäten
im Rahmen der bilateralen Partnerschaft durch
Aviation Strategies International, eine strategische Unternehmensberatung für die Luftverkehrsbranche mit Sitz im kanadischen Montreal. Die
Kooperation zwischen den beiden Flughäfen soll
mittelfristig in eine strategische Partnerschaft
zur Entwicklung des Qingdao Liuting International
Airport münden.
Erfahrungsaustausch von Experten
Flankierend zu den ersten Aktivitäten auf dem
Weg zu einer strategischen Partnerschaft nehmen Führungskräfte aus unterschiedlichen
Unternehmensbereichen des Qingdao Liuting
International Airport an Managementprogrammen am Flughafen München teil. Sie erhalten
Einblicke in Prozessabläufe und unternehmerische Zusammenhänge und lernen zudem ihre
Partner und deren Funktionen innerhalb des
Konzerns kennen. Dieser Erfahrungsaustausch
auf Expertenebene bildet eine gute Grundlage
für eine langfristige Partnerschaft zwischen den
beiden Flughäfen.
Der bayerische Flughafen und seine chinesischen Partner – eine Verbindung, von der alle
profitieren, eine Anerkennung des Münchner
Airports als attraktives Gateway nach China.
47
Auszeichnungen
München – Europas bester Airport
Bei einer Umfrage des unabhängigen Luftfahrtforschungsinstituts Skytrax unter mehr als fünf
Millionen Passagieren aus 90 Nationen konnte
sich der Münchner Flughafen als bester Airport
Europas platzieren. Er belegte im weltweiten
Ranking hinter den Flughäfen Hong Kong International Airport, Singapore Changi Airport und
Seoul Incheon Airport den vierten Rang. Der
„World Airport Award“ wird jährlich vergeben
und basiert auf der weltweit größten Erhebung
zu internationalen Flughafenstandards.
48
Die Erhebung fand im Zeitraum zwischen Juni
2004 und März 2005 auf über 150 internationalen
Flughäfen statt. Bei der Umfrage wurden insgesamt 31 Kriterien herangezogen: unter anderem
die Abfertigungsqualität, die Freundlichkeit und
Kompetenz des Flughafenpersonals, das Einkaufsund Unterhaltungsangebot, Sicherheitsstandards
sowie schnelle und bequeme Umsteigemöglichkeiten.
Neben München konnten sich mit Amsterdam
und Kopenhagen (Rang 8 und 9) nur zwei weitere europäische Flughäfen in den weltweiten Top
Ten platzieren. Im Vergleich zum Vorjahr verbesserte sich München vom zehnten auf den vierten
Platz und war damit erstmals bester europäischer Flughafen beim „World Airport Award“.
ERA Flughafen des Jahres 2005/2006
Die „European Regional Airline Association“
(ERA), der Dachverband europäischer Regionalfluggesellschaften, zeichnete den Flughafen
München unter zwölf Teilnehmern als „ERA
Flughafen des Jahres 2005/2006“ aus. München
hatte den begehrten Award bereits im Jahr 2002
erhalten, als die Auszeichnung für Flughäfen
zum ersten Mal ausgelobt worden war.
Die ERA würdigt mit dem Preis Flughäfen, die
besonders günstige Rahmenbedingungen für
den Regionalflugverkehr bieten. Im Luftverkehrsangebot des Münchner Flughafens spielt der
Regionalverkehr eine wichtige Rolle als „Feeder“
für die Verbindungen zu europäischen und interkontinentalen Zielen.
Airport Marketing Award
Auf der „Routes 2005“ in Kopenhagen, der internationalen Konferenz für Flughäfen und Fluggesellschaften, konnte die Flughafen München
GmbH bereits zum siebten Mal innerhalb von
acht Jahren den begehrten „Airport Marketing
Award“ für das beste Marketing in Empfang nehmen. Die FMG, die erstmals in der Kategorie der
Flughäfen über 25 Millionen Passagiere vertreten
war, behauptete sich als Nummer 1 unter den
Großflughäfen gegen eine so starke Konkurrenz
wie London-Heathrow, Amsterdam und Madrid.
Bewertet wurden von den 280 Airlines die Qualität der Akquisition im Neukundengeschäft, die
Kundenpflege und -betreuung sowie die Bemühungen der Flughäfen, den bestehenden Verkehr
zu sichern und weiter auszubauen.
Die „Routes“ dient vor allem der Entwicklung
neuer Strecken im internationalen Luftverkehr
und gilt als die wichtigste Kontakt- und Informationsbörse für Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften.
European Chinese Tourists Welcoming Award
Für das beste Marketing in China erhielt die FMG
von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT)
den „European Chinese Tourists Welcoming
Award 2005“ in Gold. Mit der Auszeichnung wurden die vielfältigen und erfolgreichen Incomingaktivitäten gewürdigt, die dazu beigetragen
haben, dass sich die Anzahl der chinesischen
Fluggäste im Reiseverkehr nach München innerhalb von fünf Jahren nahezu vervierfachte.
Erster Platz für Ideenmanagement
Die Flughafen München GmbH hat dank ihrer
Mitarbeiter beim jährlich stattfindenden Wettbewerb des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft (DIB) in der Kategorie Verkehrsbetriebe
mit großem Vorsprung den ersten Platz belegt.
Von 903 eingereichten Verbesserungsvorschlägen
der FMG-Mitarbeiter waren im Vorjahr insgesamt
451 Ideen positiv bewertet worden, wodurch
eine Ergebnisverbesserung von über 78,4 Millionen Euro erzielt werden konnte. Bei dem Wettbewerb wurden unter anderem so renommierte
Mitbewerber wie die Deutsche Lufthansa AG
und die Frankfurter Flughafengesellschaft
Fraport auf die Plätze verwiesen.
Branchenübergreifend rangiert die FMG deutschlandweit bei Unternehmen zwischen 1 000 und
5 000 Mitarbeitern auf Platz 4 und damit erstmals
in den Top Ten. Insgesamt hatte das Deutsche
Institut für Betriebswirtschaft deutschlandweit
365 Unternehmen und öffentliche Körperschaften aus 18 Branchen bewertet.
49
Wirtschaftliche Entwicklung
des FMG-Konzerns
50
Hoher Umsteigeranteil
Betriebsaufwendungen
Das Jahr 2005 war durch den weiteren Ausbau
des Flughafens München zu einem Luftdrehkreuz gekennzeichnet, was insbesondere durch
den hohen Umsteigeranteil von circa einem
Drittel aller Passagiere belegt wird. Das Verkehrswachstum betrifft vor allem das Terminal 2 und
damit die Verbindungen der Lufthansa und ihrer
Star-Alliance-Partner. Im Vergleich zum Vorjahr
verzeichnete der Flughafen München mit einer
Steigerung des Passagieraufkommens um
6,7 Prozent die drittgrößte Wachstumsdynamik
unter den aufkommensstärksten europäischen
Flughäfen.
Insgesamt sind im Geschäftsjahr 2005 rund
812,0 Millionen Euro an Betriebsaufwendungen
angefallen; damit sind diese gegenüber dem
Vorjahr um knapp 40 Millionen Euro bzw. 5,2
Prozent gestiegen. Während sich die Personalzahlen gegenüber dem Vorjahr reduzierten,
sind die Personalaufwendungen tarifbedingt
angestiegen. Die Umstellung vom Bundesangestelltentarif (BAT) zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) zum 1.10.2005 für die
Angestellten der Flughafen München GmbH
macht sich somit deutlich bemerkbar.
Gesamtergebnis
Konzernumsatz
Die Umsatzerlöse des Konzerns betrugen im
Berichtsjahr 844,3 Millionen Euro. Sie lagen
damit um 56,3 Millionen Euro über den Vorjahreserlösen, was einer Steigerung von 7,1 Prozent
entspricht. Mit 436,1 Millionen Euro resultiert
gut die Hälfte davon aus der Abwicklung des
Luftverkehrs, das entspricht einer Steigerung
der Aviation-Erlöse von 6,8 Prozent gegenüber
dem Vorjahr und spiegelt die positive Verkehrsentwicklung wider. Die Non-Aviation-Erlöse,
im Wesentlichen Erlöse aus Mieten, Pachten,
Gastronomie und Einzelhandel, verzeichnen mit
408,2 Millionen Euro eine Erhöhung gegenüber
2004 von 7,5 Prozent.
Nach einem Verlustausweis in Höhe von 50,1
Millionen Euro im Jahr 2004 verzeichnete der
Flughafenkonzern im Berichtsjahr einen Überschuss in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Neben
dem operativen Ergebnis ist dies auch auf ein
höheres Finanzergebnis zurückzuführen, zu dem
sowohl ein verbessertes Zinsmanagement als
auch höhere Ergebnisse aus Beteiligungen beitrugen.
51
Jahresabschluss 2005
52
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
und Branchensituation
Im Jahr 2005 expandierte die Weltwirtschaft
weiterhin mit unveränderter Geschwindigkeit.
Die globale Wirtschaftstätigkeit wurde insbesondere durch das Wachstum in den Vereinigten
Staaten und Asien unterstützt.
Für die deutsche Wirtschaft war das außenwirtschaftliche Umfeld weiter freundlich, so dass die
Exporte wiederholt gesteigert wurden, während
die Binnenkonjunktur nach wie vor schwach bis
stagnierend verlief.
Der Welt-Luftverkehr war im Jahr 2005 durch
nachhaltiges Wachstum der Flugbewegungen
und Passagierzahlen über alle Kontinente
geprägt. Das weltweite Luftverkehrswachstum
schlug sich nicht in den Gewinnen aller Airlines
nieder, da Kostensparanstrengungen und
Rationalisierungsmaßnahmen von der negativen
Ölpreisentwicklung neutralisiert wurden. Größter
Wachstumstreiber waren in 2005 wieder die LowCost-Carrier.
Die in der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen
Verkehrsflughäfen (ADV) zusammengeschlossenen Verkehrsflughäfen verzeichneten im Jahr
2005 ein stabiles Wachstum des Passagieraufkommens um 6,3 % mit insgesamt 165,5 Mio.
Passagieren.
Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der
Münchner Flughafen innerhalb der zehn passagierstärksten europäischen Flughäfen bis auf die
spanischen Airports Madrid und Barcelona, die
noch höhere Zuwachsraten erzielten, die größte
Wachstumsdynamik unter den aufkommensstärksten europäischen Airports.
Mit über 28,6 Mio. Passagieren wurde das
Passagieraufkommen des Vorjahres um 1,8 Mio.
übertroffen, was einer Steigerung von 6,7 % entspricht.
Die Flugzeugbewegungen im Gesamtverkehr
haben gegenüber dem Vorjahr um 4,1 % auf
398 838 Starts und Landungen zugenommen.
Die größten Zuwächse des Jahres 2005 sind
am Flughafen München wiederum im Frachtgeschäft erzielt worden. Mit einem Aufkommen
von 202 844 t ist der Luftfrachtverkehr bei der
geflogenen Luftfracht um 18,7 % gestiegen.
Die Umsatzerlöse der Flughafen München GmbH
stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 % auf
656,2 Mio. €.
Entsprechend der günstigen Verkehrsentwicklung nahmen die Aviation-Erlöse um 24,4 Mio. €
oder 6,9 % auf 379,6 Mio. € zu.
Stabile Zuwächse wurden bei den Erlösen aus
Lande- und Abstellgebühren mit 21,7 Mio. € auf
246,0 Mio. € erzielt.
Geschäftsverlauf
Der wichtigste Wachstumsmotor für den Flughafen München ist der kontinuierliche Ausbau
des Drehkreuzverkehrs durch die Lufthansa und
ihre Star-Alliance-Partner. Der steigende und
stetig wachsende Umsteigeranteil, der im Jahr
2005 bereits 34 % aller Fluggäste ausmachte,
bestätigt die Entscheidung, den Münchner
Flughafen zu einem leistungsfähigen Luftverkehrsdrehkreuz mit weltweitem Streckennetz
auszubauen.
Die Erlöse für Leistungen im Bodenverkehrsdienst
konnten trotz wachsender Umsatzanteile des
zweiten zugelassenen Bodenabfertigungsdienstleisters gering um 2,7 Mio. € oder 2,1 % auf
133,6 Mio. € gesteigert werden.
Die Non-Aviation-Erlöse stiegen im Wirtschaftsjahr um 3,4 Mio. € auf 276,6 Mio. €, was einer
Steigerung von 1,3 % entspricht. Der Beitrag an
den Gesamterlösen betrug 42,2 %.
53
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005
In Einklang mit dem Anstieg der Luftverkehrserlöse konnten die Non-Aviation-Erlöse in
den Segmenten Parkplatzmieten, Versorgungsleistungen sowie Sonstige Erlöse deutliche Zuwächse in Höhe von 8,3 Mio. € auf 180,8 Mio. €
verzeichnen. Die Raummieten verringerten sich
gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Mio. €. Hauptursächlich sind Erlösrückgänge in Höhe von 1,8
Mio. € im Hangar 4, in dem im Jahr 2005 weniger Sonderveranstaltungen nachgefragt wurden,
Mietreduzierungen in Höhe von 1,2 Mio. €
durch im Jahr 2005 vorgenommene Umbauund Renovierungsmaßnahmen im Hotel sowie
Mietminderungen im FOC in Höhe von 0,5 Mio. €.
Die Konzessionen gingen im Vorjahresvergleich
um 0,7 Mio. € zurück.
Der Materialaufwand ist im Vorjahresvergleich
um 21,5 Mio. € auf 212,4 Mio. € angestiegen,
was einem Zuwachs von 11,3 % entspricht.
Hauptursächlich für den Anstieg sind die erstmals im Jahr 2005 abgerechneten Leistungen für
den Bodenverkehrsdienst der neu gegründeten
Tochtergesellschaft MUCGround Services GmbH
sowie erhöhte Aufwendungen im Winterdienst
und dem Anstieg der Weiterreichung von variablen Landegebühren für Terminal 2 Passagiere an
die Terminal 2 Betriebsgesellschaft in Höhe von
7,2 Mio. €. Weitere Aufwandszuwächse wurden
durch bauliche Anpassungen des Terminals 1
verursacht, die im Wesentlichen für den Anstieg
der Umbau- und Optimierungsmaßnahmen in
Höhe von 5,1 Mio. € auf 12,1 Mio. € verantwortlich sind.
Durch intensive Kosteneinsparanstrengungen
des Einkaufs konnten die Aufwendungen für
Inspektions- und Fremdleistungswartungen
sowie der Fremdreinigung insgesamt um 5,6
Mio. € im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2004
reduziert werden. Die Personalaufwendungen
sind trotz deutlicher Umsatzausweitungen im
Vorjahresvergleich moderat um 5,1 Mio. € oder
2,3 % auf 226,0 Mio. € gestiegen.
54
Die den Aufwand der Gesellschaft wesentlich
beeinflussenden Kosten für Zinsen, Leasing und
Abschreibungen weisen mit 156,3 Mio. € einen
Anteil von 22,8 % am Gesamtaufwand vor Beteiligungsergebnis und Ertragsteuern auf. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang
von 8,3 Mio. € bzw. 5,0 %. Die Finanzierung des
Terminal 2-Gebäudes und der zugehörigen
mobilen Anlagen erfolgt im Wesentlichen in den
Tochterunternehmen FM Terminal 2 Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG sowie
der Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co.
oHG, an denen jeweils die FMG mit 60 % und
die DLH mit 40 % beteiligt sind.
Nach einem Verlustausweis im Vorjahr, dessen
negatives Ergebnis in Höhe von 54,1 Mio. €
hauptsächlich durch die Bildung von Rückstellungen für latente Gewerbesteuern in Höhe von
28,4 Mio. € sowie für Gewerbesteuerverpflichtungen der Jahre 2000 bis 2003 in Höhe von 10,1
Mio. € geprägt war, konnte im Wirtschaftsjahr
2005 erstmals seit 2002 ein positives Ergebnis
von 5,2 Mio. € erzielt werden.
Hauptursächlich für diese Entwicklung ist die
Reduzierung der Anlaufverluste bei den Terminal 2 Gesellschaften gegenüber dem Vorjahr in
Höhe von 11,8 Mio. € auf 5,2 Mio. €. Darüber
hinaus konnten im Vorjahresvergleich die
Erträge aus Gewinnabführungen der Tochtergesellschaften in Höhe von 4,8 Mio. € auf 7,1
Mio. € deutlich gesteigert werden. Zusätzlich
wurden die Aufwendungen für Zinsen im Wirtschaftsjahr 2005 gegenüber dem Vorjahr um
3,3 Mio. € oder 16,6 % auf 16,6 Mio. € zurückgeführt.
Beteiligungen
Die Verbesserung des Beteiligungsergebnisses
um 16,9 Mio. € spiegelt die positive Verkehrsentwicklung der Flughafen München GmbH
wider. Damit kann im Wirtschaftsjahr 2005 seit
2003 erstmalig wieder ein positives Beteiligungsergebnis in Höhe von 2,6 Mio. € verzeichnet
werden.
Nachdem die Tochterunternehmen eurotrade
sowie Allresto schon im Jahr 2004 die Anlaufverluste des Jahres 2003, das durch die Inbetriebnahme des Terminals 2 geprägt war, überwinden
konnten, wurde das Beteiligungsergebnis im
Wirtschaftsjahr 2005 durch Gewinnabführungen
der eurotrade in Höhe von 5,4 Mio. € sowie der
Allresto in Höhe von 0,6 Mio. € deutlich gestärkt.
Weitere positive Ergebnisse lieferten im Wirtschaftsjahr 2005 das Tochterunternehmen Cargogate mit 0,6 Mio. € sowie die Tochtergesellschaft
FMV – Flughafen München Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH mit 0,4 Mio. €.
Die EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH
schüttete im Jahr 2005 aus dem Vorjahresergebnis 0,6 Mio. € an die Flughafen München GmbH
aus. Der Gewinnanteil der Minderheitsbeteiligung
an der Bayern Facility Management GmbH
betrug 0,1 Mio. €. Ein positiver Beitrag wurde
ebenso im Jahr 2005 durch die CAP Flughafen
München Sicherheits-GmbH in Höhe von ebenfalls 0,1 Mio. € erbracht.
Veröffentlichung des Jahresabschlusses
Der Jahresabschluss des Wirtschaftsjahres 2004
wurde am 31. Januar 2006 im Bundesanzeiger
Nr. 21 veröffentlicht.
Vermögens- und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum
31. Dezember 2004 um 2,5 % auf 2 161,0 Mio. €
verringert. Dies ist im Wesentlichen auf die
Abschreibungen des Anlagevermögens in Höhe
von 91,4 Mio. € zurückzuführen. Im Sachanlagevermögen standen den Zugängen von 25,9
Mio. € Abgänge von 126,2 Mio. € (davon 106,5
Mio. € aus dem Einigungsverfahren mit der
Landeshauptstadt München) gegenüber.
Das Eigenkapital in Höhe von 309,6 Mio. € erhöhte sich im Vorjahresvergleich in Höhe des
Jahresüberschusses für das Wirtschaftsjahr 2005
in Höhe von 5,2 Mio. €. Die Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1 276,2 Mio. € blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert. Im Jahr 2005
wurde von den Gesellschaftern beschlossen,
dass zum Ende des Wirtschaftsjahres 2006 ein
Teilbetrag der Gesellschafterdarlehen in Höhe
von 784,3 Mio. € an die Gesellschafter zurückgezahlt werden muss. Die Darlehen wurden
seinerzeit der Flughafen München GmbH zur
Finanzierung des neuen Flughafens zur Verfügung gestellt.
Der zum Jahresende 2006 fällige Rückzahlungsbetrag in Höhe von 784,3 Mio. € wurde in der
Bilanz 2005 von den bedingt rückzahlbaren
Gesellschafterdarlehen in die Verbindlichkeiten
umgegliedert.
Die Rückstellungen wurden im Vorjahresvergleich
um 15,7 Mio. € auf 157,6 Mio. € reduziert. Im
Wesentlichen resultieren die Verminderungen
aus dem Rückgang der Rückstellung für noch
nicht gestellte Baurechnungen für das Terminal 2 um 13,0 Mio. € sowie aus dem Verbrauch
der in 2004 gebildeten Gewerbesteuerrückstellung in Höhe von 10,1 Mio. €. Gegenläufig
verlief im Wirtschaftsjahr 2005 die Erhöhung der
Rückstellungen für Altersteilzeit, Marketing und
sonstige Rückstellungen.
Der Ausweis der Verbindlichkeiten erhöhte sich
im Vorjahresvergleich um 737,9 Mio. €. Hauptursächlich für die Erhöhung war der Ausweis der
Rückzahlungsvereinbarung von Gesellschafterdarlehen in Höhe von 784,3 Mio. € unter den
Verbindlichkeiten. Gegenläufig wirkte im Jahr
2005 der Abbau der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten durch Darlehens- und Termingeldrückzahlungen in Höhe von 53,7 Mio. €.
Das Finanzanlagevermögen erhöhte sich 2005
geringfügig um 1,0 Mio. € durch die Gründung
der neuen Abfertigungsgesellschaft im Bodenverkehrsdienst MUCGround Services.
55
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005
Investitionen
Die Zugänge im Sachanlagevermögen in Höhe
von 25,9 Mio. € betreffen hauptsächlich die
Erweiterung der Frachthalle für die Tochtergesellschaft Cargogate in Höhe von 2,7 Mio. €
sowie die Herstellung von Enteisungsflächen an
den Rollwegen in Höhe von 2,7 Mio. €. Der
Schwerpunkt der Zugänge liegt bei den Anlagen
im Bau, die sich auf 11,4 Mio. € belaufen.
Es handelt sich im Wesentlichen um Investitionen
von neuen Zutrittskontrollstellen (Critical-Parts)
in Höhe von 4,2 Mio. € sowie um Investitionen
für ein neues Positionierungssystem (Flugzeugandocksystem) in Höhe von 1,1 Mio. €.
Zusätzlich ist in den Anlagen im Bau ein Wirtschaftsgut für eine mehrstufige Reisegepäckkontrolle (HBS = Hold-Baggage-Screening) in
Höhe von 3,5 Mio. € enthalten.
Risiken und Chancen
In das Risikomanagement der Flughafen
München GmbH sind alle operativen und strategischen Geschäftsprozesse eingebunden, um
alle Risiken im Konzernbereich frühzeitig zu
identifizieren und zu bewerten. Die Risikobewertung erfolgt nach den Kriterien der Eintrittswahrscheinlichkeit sowie der Quantifizierung der
Eintrittshöhe. Primäres Ziel des Risikomanagements sind der kontrollierte Umgang mit Risiken
sowie vorbeugende Maßnahmen zu deren
Abwendung.
Die interne Aufbereitung aller Risikoinformationen erfolgt vierteljährlich, so dass die Geschäftsleitung zeitnah und effizient auf eine veränderte
Risikosituation reagieren kann. Im Bedarfsfall
wird auf sich neu oder verändert ergebende
Risikosituationen unmittelbar reagiert. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten ebenfalls den
aktuellen Risikobericht.
Zur Minimierung möglicher finanzieller Schäden
hat die Flughafen München GmbH für alle
wesentlichen Haftungsrisiken Versicherungen
mit angemessenen Haftungsbeträgen abgeschlossen.
56
Im Risikobericht der Gesellschaft ist der mögliche Verlust der Ground Handling Lizenz in 2010
aufgeführt. Nach den Richtlinien der EU besteht
das Risiko, dass die flughafeneigenen Abfertigungsgesellschaften in einem ersten Schritt
gesellschaftsrechtlich von den Flughafengesellschaften getrennt werden müssen, um sich dann
in einem zweiten Schritt selbst für eine Lizenz
für Bodenabfertigungsdienste zu bewerben.
Das Risiko erstreckt sich auf einen kompletten
Wegfall der Erlöse für marktoffene Abfertigungsleistungen.
Als Gegenmaßnahme wurde im Jahr 2005 die
Gründung einer neuen Tochtergesellschaft veranlasst, um die Wirtschaftlichkeit und Produktivität des Bereiches Ground Handling zu erhöhen.
Als externe Risiken wurden im Jahr 2005 mit
eher geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, aber
wirtschaftlich sehr hoher Belastung, terroristische Ereignisse sowie mögliche Hochwasserstände mit einhergehenden Rekordpegeln der
Isar identifiziert.
Weitere Risiken durch die Mehrbelastungen des
ab 15. Januar 2005 in Kraft getretenen Luftsicherheitsgesetzes, mögliche Betriebseinstellungen
bzw. Frequenzreduzierung, Konjunkturrisiken
insbesondere durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der weiter hohen Ölpreise sowie Verlust
von Marktanteilen an Wettbewerber im BVD wurden in das Risikomanagement aufgenommen.
Finanzinstrumente (Finanzanlagen, Forderungen,
Verbindlichkeiten sowie derivative Finanzinstrumente) werden regelmäßig hinsichtlich bestehender Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken untersucht. Derivative Finanzinstrumente
werden zur Zinssicherung bzw. Zinsoptimierung
nach Genehmigung durch die Geschäftsführung
eingesetzt. Die Festlegung des entsprechenden
Sicherungsvolumens erfolgt durch die Gesellschafterversammlung der FMG.
Im Betrachtungszeitraum sind nach Gegenmaßnahmen keine bestandsgefährdenden Risiken
erkennbar.
Wesentliche Chancen ergeben sich für die Flughafen München GmbH aus der weiterhin günstigen
Verkehrsentwicklung einerseits und aus der
Nutzung von Wachstumschancen im Rahmen
der geplanten Kapazitätserweiterungen des Flughafens andererseits.
Der kontinuierliche Ausbau des Drehkreuzverkehrs
durch die Lufthansa und ihre Star-Alliance-Partner
ist der wichtigste Wachstumsmotor für den Flughafen München. Dazu zählen die Wachstumsperspektiven, die der steigende Anteil des Interkontinentalverkehrs am Gesamtverkehr, der
im Jahr 2005 auf über 12 % angestiegen ist, in
Zukunft bietet. Neben den überdurchschnittlichen
Zuwachsraten im Frachtgeschäft, die mit einem
Jahresumschlag von über 350.000 Tonnen im
Jahr 2005 um 15 % angestiegen sind, wird zusätzliches werthaltiges Wachstum durch Streckenaufnahmen vom Low-Fare-Verkehr erwartet.
Dazu gehört beispielsweise die Ankündigung der
Fluggesellschaft Condor, von München zehn
zusätzliche preiswerte Städteverbindungen anzubieten.
Die geplante Kapazitätserweiterung durch den
Bau einer dritten Start- und Landebahn wird die
wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens München langfristig stärken und die Voraussetzung
schaffen, den Drehkreuzverkehr in den kommenden Jahren weiter auszubauen mit dem Ziel, das
Langstreckenangebot auf das Niveau der anderen großen europäischen Hubs zu bringen.
Ausblick und Prognose
Das Konzept, den Flughafen München systematisch und kontinuierlich zu einer der führenden
Luftverkehrsdrehscheiben in Europa zu entwickeln, wird konsequent weiterverfolgt. Daher hat
die Gesellschafterversammlung am 26. Juli 2005
der FMG-Geschäftsführung die Freigabe erteilt,
die Planungen zum Ausbau einer dritten Startund Landebahn aufzunehmen und ein entsprechendes Raumordnungsverfahren vorzubereiten
und einzuleiten. Zurzeit laufen unternehmensinterne Untersuchungen über mögliche Standorte,
von denen drei mögliche Varianten im Norden
des Flughafens identifiziert wurden.
Der Bau einer dritten Start- und Landebahn am
Flughafen München wird im Nahbereich der
neuen Bahn und der zusätzlichen An- und Abflugrouten zu einer Belastung durch Fluglärm führen.
Um die Anrainer von Anfang an in die Planungen einzubeziehen, wurde ein Nachbarschaftsbeirat, vorwiegend zusammengesetzt aus
Mandatsträgern und Interessensvertretern des
Flughafenumlandes, ins Leben gerufen. Zusätzlich zu den gesetzlichen Genehmigungsverfahren und den darin enthaltenen weitreichenden
Beteiligungsmöglichkeiten für die Flughafennachbarn bietet der Beirat die Chance für einen
offenen Dialog zwischen dem Flughafenbetreiber und den Anrainern, die frühzeitig ihre
Interessen artikulieren und Planungsprozesse
beeinflussen können. Der Terminplan sieht vor,
zu Beginn des zweiten Halbjahres 2006 das
Raumordnungsverfahren bei der Regierung von
Oberbayern zu beantragen und dieses bis
Jahresende noch abzuschließen. Ein weiterer
Meilenstein wird die Beantragung der Planfeststellung im Laufe des Jahres 2007 sein. Eine
Inbetriebnahme der dritten Start- und Landebahn könnte aus heutiger Sicht ab 2011 möglich
sein.
Das ursprüngliche Ziel, am Flughafen München
wieder positive Ergebnisse ausweisen zu können,
wurde zwei Jahre früher erreicht als ursprünglich geplant. Die Flughafen München GmbH hat
im Wirtschaftsjahr 2005 einen Überschuss von
5,2 Mio. € erwirtschaftet. Zur Ergebnisverbesserung der zukünftigen Jahre wird das im Jahr
2003 gestartete Strategie- und Ergebnisverbesserungsprogramm M-Power beitragen, das eine
Vielzahl von Maßnahmen in allen Unternehmensbereichen erbracht hat, die im Jahr 2006
und in den nächsten Jahren noch umgesetzt
werden müssen. Ein wichtiger Bestandteil des
M-Power-Prozesses war die Umstrukturierung
des Unternehmens in fünf Geschäftsbereiche,
fünf Konzernbereiche und vier Servicebereiche.
Das Kerngeschäft wird durch die fünf Geschäftsbereiche „Aviation“, „Ground Handling“,
„Immobilienmanagement und -entwicklung“,
„Retail und Services“ sowie die „Terminal 2
Betriebsgesellschaft“ abgebildet.
57
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2005
Der Wettbewerbsdruck, unter dem der Bereich
Ground Handling derzeit am meisten steht, hat
mit dem Ziel der Ergebnisverbesserung im März
2005 zur Gründung der Tochtergesellschaft
MUCGround Services geführt, die zurzeit vor
allem für die Abdeckung der Verkehrsspitzen
eingesetzt wird. Zur Sicherung von Effizienz und
Wettbewerbsfähigkeit beim Ground Handling
sind in Zukunft weiterreichende Maßnahmen
geplant, zu denen neue Arbeitszeitmodelle, eine
gestraffte Organisationsstruktur sowie Veränderungen der tariflichen Rahmenbedingungen
gehören.
In einer Sonder-Aufsichtsratssitzung am 26. April
2006 wurde ein Sanierungskonzept vorgestellt,
das den Bereich Ground Handling bis zum Jahr
2011 aus der derzeitigen Verlustsituation zu
einem ausgeglichenen Ergebnis führen soll. Das
Sanierungsziel soll unter anderem durch tarifliche Maßnahmen, Betriebsvereinbarungen, neue
Schicht- und Altersteilzeitmodelle sowie weitere
Betriebsvereinbarungen erreicht werden. Der
Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung beauftragt, bis zur Aufsichtsratssitzung im Sommer
2006 auf Basis des vorgestellten Sanierungskonzeptes die Verhandlungen fortzuführen und
rechtlich verbindliche Vereinbarungen zu allen
nötigen Maßnahmen vorzulegen, um im Bereich
Ground Handling wettbewerbsfähige Strukturen
sicherzustellen, die ein ausgeglichenes, wirtschaftliches Ergebnis ermöglichen.
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Im Jahr 2005 wurde von den Gesellschaftern
eine Teilrückzahlung in Höhe von 784,3 Mio. €
des insgesamt auf 1 276,2 Mio. € ausgereichten
Darlehens zur Finanzierung des neuen Flughafens beschlossen. Da die Rückzahlung erst
zum Ende des Wirtschaftsjahres 2006 geplant ist,
wird die Ergebnisentwicklung durch die zum
Großteil zu ersetzenden Mittel auf dem Kapitalmarkt insbesondere von Zinsbelastungen erst im
Wirtschaftsjahr 2007 beeinflusst.
Die prognostizierten Wachstumsraten der Verkehrsentwicklung sowie die günstigen Konjunkturprognosen für die deutsche Wirtschaft bilden
einen stabilen Hintergrund für die weiterhin
erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der
Flughafen München GmbH.
Die Flughafen München GmbH erwartet im
Wirtschaftsjahr 2006 einen wachsenden Jahresüberschuss.
München, den 28. April 2006
Dr. Michael Kerkloh
Walter Vill
Peter Trautmann
Anhang
I. Allgemeine Angaben und Erläuterungen
zum Jahresabschluss
1 Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2005 ist
nach den handelsrechtlichen Vorschriften für
große Kapitalgesellschaften sowie nach den Vorschriften des GmbH-Gesetzes aufgestellt. Für die
Gewinn- und Verlustrechnung wird das Gesamtkostenverfahren angewandt. Die Bilanzierungsund Bewertungsmethoden haben sich im Wesentlichen gegenüber dem Vorjahr nicht verändert.
2 Sachanlagen und Immaterielle
Vermögensgegenstände
Das Sachanlagevermögen und die immateriellen
Vermögensgegenstände sind zu steuerlich aktivierungspflichtigen Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Bei Vermögensgegenständen mit zeitlich begrenzter Nutzung werden
Abschreibungen entsprechend der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer in Anlehnung an die AfA-Tabelle der Flughafengesellschaften getätigt. Nachdem bis zum 31. Dezember
2003 das bewegliche Anlagevermögen im
Bereich der Betriebs- und Geschäftsausstattung
sowie Betriebsvorrichtungen im Bereich der
technischen Anlagen und Maschinen im Wesentlichen degressiv abgeschrieben wurde, wird ab
1. Januar 2004 generell linear abgeschrieben.
Durch Grundstücksverkäufe im Wirtschaftsjahr
2005 wurde eine Zuführung zum Sonderposten
mit Rücklageanteil gem. § 6b EStG in Höhe von
0,3 Mio. € veranlasst. Gleichzeitig wurden aus
dem Altbestand der 6b-Rücklage 0,9 Mio. € entnommen und auf neu erworbene Grundstücke
übertragen.
Die Mehrabschreibung in der Steuerbilanz im
Gegensatz zur Handelsbilanz beträgt im Jahr
2005 17,6 Mio. €. Im Wesentlichen sind die
Gebäude des Passagierabfertigungsbereiches
betroffen. Dabei handelt es sich nach § 7 Abs. 4
Nr. 1 EStG um Gebäude, die zum Betriebsvermögen gehören und nicht Wohnzwecken dienen.
3 Finanzanlagen
Die Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert
bewertet.
Die niedrigverzinslichen Arbeitgeberdarlehen
wurden zum Bilanzstichtag mit dem Nominalwert angesetzt.
4 Umlaufvermögen
Die Vorräte werden überwiegend zu gewogenen
Durchschnittspreisen der letzten drei Monate
bewertet. Bestandsrisiken aus überhöhter Lagerdauer sowie durch Preisverfall werden beim
Lagermaterial durch Abwertungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert berücksichtigt.
Die unter Vorräten ausgewiesenen Ersatzgrundstücke werden zu den Anschaffungskosten oder
dem niedrigeren beizulegenden Wert aktiviert.
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände
sowie flüssige Mittel sind zum Nominalwert
oder dem niedrigeren beizulegenden Wert
bilanziert. Erkennbare Einzelrisiken sind durch
Wertberichtigungen erfasst. Für das allgemeine
Kreditrisiko besteht eine angemessene Pauschalwertberücksichtigung.
5 Rückstellungen
Die Pensionsrückstellungen sind zum versicherungsmathematischen Teilwert unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 6 % und erstmalig
nach den Richttafeln 2005 (Vorjahr: 1998) von
Prof. Dr. Klaus Heubeck bewertet.
Die Rückstellungen für latente Steuern blieben
im Jahr 2005 unverändert.
Weitere wesentliche Rückstellungsbeträge sind
26,7 Mio. € für Eventualansprüche, 14,2 Mio. €
für drohende Verluste aus Mietverträgen, 16,4
Mio. € für Marketingmaßnahmen, 14,8 Mio. €
für Erfüllungsrückstände und Aufstockung im
Rahmen der Altersteilzeitbegrenzung.
Geringwertige Wirtschaftsgüter werden im
Zugangsjahr voll abgeschrieben.
59
Anhang
Darüber hinaus wurden Rückstellungen für rückständigen Urlaub sowie Zeitguthaben in Höhe
von 6,8 Mio. € gebildet. Die Rückstellungen
für unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen
von diversen Projekten wurden um 2,1 Mio. €
auf insgesamt 4,6 Mio. € aufgestockt.
6 Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten sind zum jeweiligen Rückzahlungsbetrag bewertet; Rentenverpflichtungen
wurden mit dem Barwert angesetzt.
In den übrigen Rückstellungen sind im Wesentlichen 4,6 Mio. € für noch nicht begonnene
Sanierungsmaßnahmen aus dem Wasserschaden im Jahr 2003, 4,3 Mio. € für mögliche Rückforderungen an Gestattungsentgelten sowie 3,7
Mio. € für ausstehende Rechnungen enthalten.
II. Angaben und Erläuterungen zur Bilanz
1 Entwicklung des Anlagevermögens
Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.1.2005
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2005
€
€
€
€
€
17.429.198,72
718.861,79
- 48.082,91
29.764.58
18.129.742,18
17.429.198,72
718.861,79
- 48.082,91
29.764,58
18.129.742,18
1. Grundstücke und Bauten
2.554.467.444,67
8.121.355,52
- 116.303.814,03
4.811.649,84
2.451.096.636,00
2. Technische Anlagen und
Maschinen
1.049.521.728,35
3.571.985,57
- 4.434.358,57
615.926,53
1.049.275.281,88
169.652.399,29
2.833.381,51
- 5.125.408,37
531.675,61
167.892.048,04
16.018.611,95
11.378.355,42
- 373.572,63
- 5.989.016,56
21.034.378,18
3.789.660.184,26
25.905.078,02
- 126.237.153,60
- 29.764,58
3.689.298.344,10
19.550.124,38
1.000.000,00
0,00
0,00
20.550.124,38
925.199,07
0,00
0,00
0,00
925.199,07
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
Immaterielle
Vermögensgegenstände
1. Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche
Rechte
Sachanlagen
3. Andere Anlagen, Betriebsund Geschäftsausstattung
4. Geleistete Anzahlungen
und Anlagen im Bau
Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen
Unternehmen
2. Beteiligungen
3. Wertpapiere des
Anlagevermögens
4. Sonstige Ausleihungen
60
798.888,55
34.000,00
- 121.255,76
0,00
711.632,79
21.274.212,00
1.034.000,00
- 121.255,76
0,00
22.186.956,24
3.828.363.594,98
27.657.939,81
- 126.406.492,27
0,00
3.729.615.042,52
Kumulierte Abschreibungen
Buchwerte
1.1.2005
Zugänge
Abgänge
Umbuchungen
31.12.2005
31.12.2005
31.12.2004
€
€
€
€
€
€
€
15.578.037,24
1.231.384,73
- 48.082,91
0,00
16.761.339,06
1.368.403,12
1.851.161,48
15.578.037,24
1.231.384,73
- 48.082,91
0,00
16.761.339,06
1.368.403,12
1.851.161,48
819.312.521,04
43.943.649,55
- 4.802.119,85
26.065,15
858.480.115,89
1.592.616.520,11
1.735.154.923,63
781.179.693,34
37.807.914,56
- 1.610.758,82
- 26.112,42
817.350.736,66
231.924.545,22
268.342.035,01
150.380.254,76
8.321.126,37
- 5.087.348,23
47,27
153.614.080,17
14.277.967,87
19.272.144,53
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
21.034.378,18
16.018.611,95
1.750.872.469,14
90.072.690,48
- 11.500.226,90
0,00
1.829.444.932,72
1.859.853.411,38
2.038.787.715,12
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
20.550.124,38
19.550.124,38
0,00
51.100,00
0,00
0,00
51.100,00
874.099,07
925.199,07
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
711.632,79
798.888,55
0,00
51.100,00
0,00
0,00
51.100,00
22.135.856,24
21.274.212,00
1.766.450.506,38
91.355.175,21
- 11.548.309,81
0,00
1.846.257.371,78
1.883.357.670,74
2.061.913.088,60
61
Anhang
2 Währungsumrechnung
6 Haftungsverhältnisse
Währungsforderungen bzw. Währungsverbindlichkeiten werden zu dem jeweiligen Geld- bzw.
Briefkurs eingebucht und zum jeweils ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag umgerechnet.
Zur Abdeckung und Sicherung aller Ansprüche
aus bestehenden und künftigen Forderungen
der Kreis- und Stadtsparkasse Erding-Dorfen
gegenüber der MediCare Flughafen München
Medizinisches Zentrum GmbH besteht die im
Jahr 2004 von der Flughafen München GmbH
auf 250 T€ beschränkte Bürgschaft weiter fort.
3 Anteilsbesitz
(siehe Grafik rechts)
4 Verbindlichkeiten
(siehe Grafik rechts)
Verbindlichkeiten in Höhe von 29,4 Mio. € wurden in 2005 von den Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten in die sonstigen Verbindlichkeiten umgegliedert. Der Vorjahresausweis wurde
entsprechend angepasst.
Weitere Bürgschaften wurden von der Flughafen
München GmbH im Jahr 2005 an die Kreis- und
Stadtsparkasse Erding-Dorfen zugunsten der
Tochtergesellschaften eurotrade in Höhe von
2.200 T€ sowie für die im Jahr 2005 neu gegründete MUCGround Services in Höhe von 1.100 T€
geleistet.
7 Sonstige finanzielle Verpflichtungen
5 Umsatzerlöse/Erträge/Aufwendungen
Die Umsatzerlöse von 656,2 Mio. € resultieren
mit 379,6 Mio. € aus der Abwicklung des Flugverkehrs (davon 246,0 Mio. € für Flughafengebühren
und 106,3 Mio. € für Bodenverkehrsdienste
sowie 27,3 Mio. € für Zentrale Infrastruktur) und
mit 276,6 Mio. € aus Konzessionen, Mieten,
Pachten und sonstigen Erlösen. In dieser Position
sind Erlöse aus Stromlieferungen von 10,7 Mio. €
(Vorjahr: 10,1 Mio. €) enthalten. Die Erlöse aus
Stromlieferungen entsprechen 1,6 % (Vorjahr:
1,6 %) der Gesamterlöse und sind von untergeordneter Bedeutung.
Erstmalig wurden im Jahr 2005 eigene Planungsaufwendungen in die anderen Eigenleistungen
in Höhe von 2,6 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €) einbezogen, da in wachsendem Umfang Planungsleistungen der Flughafen München GmbH für
aktivierungspflichtige Wirtschaftsgüter erbracht
werden.
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind 7,1
Mio. € aus der Auflösung von Rückstellungen
enthalten. Weitere sonstige betriebliche Erträge
von 6,2 Mio. € ergeben sich aus der Weiterberechnung von Leerstandskosten Terminal 1,
Vorhaltung der Infrastruktur für Versorgungseinrichtungen Terminal 2 von 3,7 Mio. € sowie
1,1 Mio. € Erträge aus Erbbauzinsen.
Durch den Betrieb des Terminals 2 sind im Wirtschaftsjahr 2005 insgesamt 75,3 Mio. € für
Kapazitätsüberlassung im Materialaufwand der
Flughafen München GmbH enthalten.
Im Vorjahresausweis der Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sowie die Aufwendungen
aus Verlustübernahme wurde ein Betrag von
115 T€ neu zugeordnet.
62
Für die bestehenden Immobilien-Leasingverträge
werden 2006 voraussichtlich Aufwendungen in
Höhe von rd. 47,1 Mio. € erwartet; bis zum Ende
der Grundmietzeit im Jahr 2020 ergeben sich
Belastungen in Höhe von 471,7 Mio. €.
Die abgeschlossenen Bau-, Liefer- und Dienstleistungsverträge sowie Planer-, Architekten- und
Ingenieurverträge betreffen im Wesentlichen den
laufenden Geschäftsbetrieb und bewegen sich in
einem dem Geschäftsbetrieb angemessenen
Rahmen. Daneben bestehen Verpflichtungen für
Maßnahmen des Umweltschutzes und öffentlichrechtliche Auflagen.
8 Derivative Finanzinstrumente
Die Flughafen München GmbH setzte im Jahr
2005 folgende derivative Finanzinstrumente ein:
– 1 Payer Swap im Volumen von 29 Mio. € mit
einem negativen Marktwert per 31. Dezember
2005 in Höhe von 4,2 Mio. €
– 3 Receiver Swaps mit einem Volumen von
80 Mio. € mit einem positiven Marktwert per
31. Dezember 2005 in Höhe von 2,2 Mio. €
– 3 Caps mit einem Volumen von 80 Mio. € mit
einem negativen Marktwert per 31. Dezember
2005 in Höhe von 0,9 Mio. €
– 2 CMS (Constant Maturity Swaps) mit einem
Volumen von 50 Mio. € mit einem negativen
Marktwert per 31. Dezember 2005 in Höhe von
1,2 Mio. €
Für den Payer Swap sowie die drei Receiver
Swaps einschließlich der Caps wurden jeweils
Bewertungseinheiten gebildet, so dass keine
Bilanzierung veranlasst war.
Für die beiden CMS wurde eine Drohverlustrückstellung in Höhe von 1,2 Mio. € gebildet.
Des Weiteren waren zwei zum Bilanzstichtag
bestehende Darlehen, die originär in JPY aufgenommen wurden, über Cross-Currency-Swaps in
Euro geswapt (Volumen insgesamt 43,5 Mio. €).
9 Bilanzergebnis
Der Verlustvortrag des Jahres 2004 in Höhe von
105.261 T€ wurde durch den Jahresüberschuss
2005 um 5.220 T€ gekürzt.
Die Geschäftsführung schlägt vor, den Bilanzverlust (100.041 T€) auf neue Rechnung vorzutragen.
Angaben zum Anteilsbesitz
Sitz
Anteil am
Eigen-
Jahres-
Kapital
kapital
ergebnis
%
T€
T€
eurotrade
Flughafen München Handelsgesellschaft mbH
München
74,0
2.926
5.4751
Allresto
Flughafen München Hotel und Gaststätten GmbH
München
100,0
3.126
6631
Bayern Facility Management GmbH
München
49,0
748
372
aerogate München
Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigungen mbH
München
100,0
699
./. 79
Cargogate Flughafen München
Gesellschaft für Luftverkehrsabfertigung mbH
München
100,0
511
5561
CAP Flughafen München Sicherheits-GmbH
Freising
76,1
264
62
EFM – Gesellschaft für Enteisen und Flugzeugschleppen am Flughafen München mbH
Freising
49,0
3.630
2.021
FMV – Flughafen München
Versicherungsvermittlungsgesellschaft mbH
Freising
100,0
26
4241
FM Terminal 2
Immobilienverwaltungsgesellschaft mbH & Co. oHG
Oberding
60,0
25.000
./. 4692
AeroGround
Flughafen München Aviation Support GmbH
München
100,00
250
551
MediCare
Flughafen München Medizinisches Zentrum GmbH
Oberding
51,0
./. 160
8
Freising
100,0
1.000
./. 911,3
Radiologisches Diagnostikzentrum
München Airport GmbH
Oberding
20,0
195
2594
Augsburger Flughafen Betriebs-GmbH
Augsburg
50,0
52
--5
Terminal 2 Betriebsgesellschaft mbH & Co. oHG
Oberding
60,0
3.025
./. 8.0192
100,0
15.025
./. 3191
MUC Ground Services
Flughafen München GmbH
Freising
Terminal 2 Holding GmbH
1
2
EAV (vor Ergebnisabführung)
Verlustübernahme aufgrund Gesellschaftervertrag
3
4
Rumpfwirtschaftsjahr 23.März 2005 bis 31.Dezember 2005
Mittelbare Beteiligung über MediCare, letzter Abschluss 2004
Verbindlichkeitenspiegel
5
Letzter Abschluss 2003
31.12.2005
31.12.2004
Restlaufzeit
bis zu 1 Jahr
über 1– 5 Jahre
über 5 Jahre
€
€
€
€
€
bis zu 1 Jahr
€
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
784.313.725,48
784.313.725,48
0,00
0,00
0,00
0,00
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
233.644.987,84
61.043.261,10
122.717.132,68
49.884.594,06
287.354.109,72
62.343.194,86
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen
27.661.316,06
25.616.736,64
2.044.579,42
0,00
20.562.676,51
18.825.665,15
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen und Beteiligungen
21.400.984,00
21.098.734,00
302.250,00
0,00
29.161.023,28
28.849.314,38
Sonstige Verbindlichkeiten
65.609.270,71
33.644.720,16
2.062.003,98
29.902.546,57
57.690.446,59
12.224.727,10
davon gegenüber Versicherungsunternehmen
(43.757.040,40)
(14.313.040,40)
(0,00)
(29.444.000,00)
(43.747.088,33)
(273.239,11)
davon aus Steuern
(10.805.917,56)
(10.805.917,56)
(0,00)
(0,00)
(3.759.056,60)
(3.759.056,60)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
(5.115.988,78)
(5.115.988,78)
(0,00)
(0,00)
(4.949.597,39)
(4.949.597,39)
1.132.630.284,09
925.717.177,38
127.125.966,08
79.787.140,63
394.768.256,10
122.242.901,49
63
Anhang
III. Ergänzende Angaben
10 Organe
Landeshauptstadt München
Der Geschäftsführung gehören folgende Herren an:
Christian Ude
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt
München
Dr. Michael Kerkloh
Vorsitzender der Geschäftsführung
Walter Vill
Kaufmännischer Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung
Peter Trautmann
Geschäftsführer Verkehr und Technik
11 Aufsichtsrat
Der Aufsichtsrat setzte sich im Berichtsjahr
folgendermaßen zusammen:
Prof. Dr. Kurt Faltlhauser
Staatsminister,
Bayerisches Staatsministerium der Finanzen,
München
Vorsitzender
Freistaat Bayern
Josef Poxleitner
Ministerialdirektor,
Oberste Baubehörde im Bayerischen
Staatsministerium des Inneren
Hans Spitzner
Staatssekretär,
Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft,
Verkehr und Technologie
Klaus Weigert
Ministerialdirektor,
Bayerisches Staatsministerium der Finanzen,
München
Bundesrepublik Deutschland
Dr. Dieter Knoll
Ministerialrat,
Bundesministerium der Finanzen,
Bonn
Robert Scholl
Ministerialdirektor,
Bundesministerium für Verkehr,
Bau- und Wohnungswesen
64
Dr. Reinhard Wieczorek
Bfm. Stadtrat der Landeshauptstadt München
Arbeitnehmervertreter
Thomas Bihler
Kaufmännischer Angestellter
Heinrich Birner
Geschäftsführer ver.di
Bezirk München
Hans-Joachim Bues
Konzernbereichsleiter Unternehmenskommunikation, Vertreter der leitenden
Angestellten
Willy Graßl
Geprüfter Flugzeugabfertiger
Freigestellter Betriebsrat
Ralf Krüger
Betriebsratsvorsitzender
Freigestellter Betriebsrat
Orhan Kurtulan
Geprüfter Flugzeugabfertiger
Freigestellter Betriebsrat
Anna Müller
Kaufmännische Angestellte
Freigestellte Betriebsrätin
Otto Siegl
Kaufmännischer Angestellter
12 Bezüge und Kredite an Organe
14 Grundsätzliches
Die Vergütung der Mitglieder der Geschäftsführung setzt sich aus dem Festgehalt und einer variablen erfolgsabhängigen Tantieme zusammen:
Das am 29. April 1998 in Kraft getretene Gesetz
zur Neuregelung des Energiewirtschaftsgesetzes
(§ 9 EnWG) verpflichtet Energieversorgungsunternehmen der allgemeinen Versorgung,
getrennte Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen für die Bereiche Stromerzeugung,
Stromübertragung und Stromverteilung sowie
für Aktivitäten außerhalb des Elektrizitätsbereiches zu erstellen.
Vergütung
Geschäftsführer 2005
Festgehalt
T€
Tantieme
T€
Gesamt
T€
Dr. Michael Kerkloh
211,7
79,7
291,4
Walter Vill
166,2
66,5
232,7
Peter Trautmann
164,0
66,5
230,5
Gesamt
541,9
212,7
754,6
Zusätzlich zu den Bezügen erhielten die Mitglieder der Geschäftsführung Sachbezüge und
sonstige vertragliche Nebenleistungen in Höhe
von insgesamt 41,4 T€. Ferner sind zum 31.
Dezember 2005 für zukünftige Pensionsverpflichtungen Rückstellungen in Höhe von 1.758,8 T€
gebildet.
Frühere Mitglieder der Geschäftsführung und
ihre Hinterbliebenen erhielten im Geschäftsjahr
2005 Gesamtbezüge von 543,1 T€; für künftige
Pensionsleistungen sowie für Anwartschaften
auf Hinterbliebenenversorgung sind Pensionsrückstellungen in Höhe von 4.690,8 T€ gebildet.
Da die Erlöse aus dem Stromgeschäft insgesamt
nur 1,6 % (Vorjahr: 1,6 %) der gesamten Umsatzerlöse betragen, verzichten wir aufgrund der
Unwesentlichkeit des Stromgeschäftes wie im
Vorjahr auf eine separate Darstellung der einzelnen Bereiche.
München, den 28. April 2006
Dr. Michael Kerkloh
Walter Vill
Peter Trautmann
13 Anzahl der Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2005 waren gem. § 267 Abs. 5
HGB durchschnittlich 2.047 Angestellte sowie
11 Aushilfen und 2.101 gewerbliche Arbeitnehmer sowie 554 Aushilfen beschäftigt. Zusätzlich
befanden sich 114 Auszubildende im Lehrverhältnis.
65
66
Bericht des Aufsichtsrates
Der Aufsichtsrat ließ sich durch die Geschäftsführung über die Lage und Entwicklung der
Gesellschaft sowie über die wesentlichen Geschäftsvorfälle in seinen Sitzungen und durch
schriftliche Berichte regelmäßig und eingehend
unterrichten. Der Aufsichtsrat hat sich anhand
der Berichte und der erteilten Auskünfte von
der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung
überzeugt und im Rahmen seiner satzungsmäßigen Zuständigkeit die ihm obliegenden
Entscheidungen getroffen.
Der von der Geschäftsführung vorgelegte
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2005 und
der Lagebericht der Flughafen München GmbH
sowie des Konzerns sind durch die zum
Abschlussprüfer bestellte Deloitte & Touche
GmbH geprüft und mit dem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen worden. Nach
eigener Prüfung hat der Aufsichtsrat von dem
Prüfungsergebnis Kenntnis genommen und
keine Einwendungen erhoben. Er billigt gem.
§ 42 a Abs. 2 und 4 GmbHG i. V. m. § 171 Abs. 2
AktG den Jahresabschluss der Flughafen
München GmbH und des Konzerns. Er schlägt
der Gesellschafterversammlung vor, den Jahresabschluss der Flughafen München GmbH und
des Konzerns festzustellen.
Im Geschäftsjahr 2005 gab es in der Zusammensetzung des Aufsichtsrates keine Änderungen.
Den Geschäftsführern und allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern spricht der Aufsichtsrat Dank
und Anerkennung für die im Geschäftsjahr 2005
geleistete erfolgreiche Arbeit aus.
München, den 27. Juli 2006
Flughafen München GmbH
Der Aufsichtsrat
Prof. Dr. Kurt Faltlhauser
Vorsitzender
67
Bilanz
der Flughafen München GmbH
zum 31. Dezember 2005
Aktiva
€
31.12.2005
Vorjahr
€
T€
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte
und ähnliche Rechte
1.851
1.368.403,12
1.368.403,12
1.851
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und
Bauten einschließlich der Bauten auf fremden
Grundstücken
1.592.616.520,11
1.735.155
231.924.545,22
268.342
3. Andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung
14.277.967,87
19.272
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
21.034.378,18
2. Technische Anlagen und Maschinen
16.019
1.859.853.411,38
2.038.788
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
20.550.124,38
19.550
2. Beteiligungen
874.099,07
925
3. Sonstige Ausleihungen
711.632,79
799
22.135.856,24
21.274
1.883.357.670,74
2.061.913
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Ersatzgrundstücke
2. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
28.951.908,73
28.298
4.243.667,84
4.398
33.195.576,57
32.696
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und
Leistungen
16.437.618,25
17.400
2. Forderungen gegen verbundene
Unternehmen
65.059.103,99
79.261
505.746,84
1.872
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
4. Sonstige Vermögensgegenstände
davon mit einer Restlaufzeit von über 1 Jahr:
EUR 1.255.680,54 (Vorjahr: T EUR 271)
9.783
54.077.488,01
136.079.957,09
III. Flüssige Mittel
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Summe der Aktiven
68
108.316
107.831.309,34
13.004
277.106.843,00
154.016
510.273,45
584
2.160.974.787,19
2.216.513
Passiva
€
31.12.2005
Vorjahr
€
T€
A. Eigenkapital
I.
Gezeichnetes Kapital
II. Kapitalrücklage
III. Gewinnrücklagen
Andere Rücklagen
IV. Bilanzverlust
306.776.000,00
306.776
102.258.376,24
102.258
596.812,29
597
- 100.040.663,10
- 105.261
B. Bedingt rückzahlbare Gesellschafterdarlehen
C. Sonderposten mit Rücklageanteil gem. § 6b EStG
309.590.525,43
304.370
491.912.735,89
1.276.227
9.618.161,51
9.558
D. Rückstellungen
1. Pensionsrückstellungen
10.656.773,00
2. Steuerrückstellungen
28.400.000,00
38.547
118.528.502,00
124.418
3. Sonstige Rückstellungen
10.290
157.585.275,00
173.255
E. Verbindlichkeiten
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
233.644.987,84
287.354
27.661.316,06
20.563
784.313.725,48
0
4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
18.783.897,10
26.453
5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
2.617.086,90
2.708
3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
6. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern:
EUR 10.805.917,56 (Vorjahr: T EUR 3.759)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit:
EUR 5.115.988,78 (Vorjahr: T EUR 4.950)
F. Rechnungsabgrenzungsposten
Summe der Passiven
65.609.270,71
57.691
1.132.630.284,09
394.769
59.637.805,27
58.334
2.160.974.787,19
2.216.513
69
Flughafen München GmbH
Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005
2005
€
1. Umsatzerlöse
2. Andere aktivierte Eigenleistungen
3. Sonstige betriebliche Erträge
Vorjahr
€
T€
656.182.066,27
628.386
2.616.175,32
618
25.839.929,88
26.130
684.638.171,47
655.134
4. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
- 35.272.002,71
- 33.304
- 177.134.791,02
-157.589
- 212.406.793,73
- 190.893
5. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung
davon für Altersversorgung:
EUR 14.311.329,98 (Vorjahr: T EUR 12.920)
- 176.934.559,84
-171.925
-49.032.386,91
- 48.949
- 225.966.946,75
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen
8. Erträge aus Beteiligungen
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 30.440,00 (Vorjahr: T EUR 140)
9. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
10. Aufwendungen aus Verlustübernahme
11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
davon aus verbundenen Unternehmen:
EUR 1.099.739,46 (Vorjahr: T EUR 1.625)
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
davon an verbundene Unternehmen:
EUR 163.677,15 (Vorjahr: T EUR 216)
15. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
16. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
17. Sonstige Steuern
-220.874
- 91.304.075,21
- 97.260
- 139.490.535,06
- 129.551
- 669.168.350,75
- 638.577
15.469.820,72
16.557
667.440,00
434
7.058.432,62
2.210
-5.222.123,51
-16.949
29.527,32
33
4.273.681,73
3.103
-51.100,00
0
- 16.621.224,76
- 19.934
- 9.865.366,60
- 31.103
5.604.454,12
-14.546
467.854.84
-38.547
- 852.186,83
- 1.016
5.220.122,13
- 54.109
19. Verlustvortrag aus dem Vorjahr
- 105.260.785,23
-51.152
20. Bilanzverlust
- 100.040.663,10
- 105.261
18. Jahresüberschuss (Vorjahr: Jahresfehlbetrag)
70
Impressum
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Der Inhalt wurde auf Recyclingpapier „Recy-Satin“
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Geschäftsbericht 2005